Abkürzung „o. O.“ (ohne Ort)
Die Abkürzung „o. O.“ steht für „ohne Ort“ und wird in wissenschaftlichen Literaturangaben verwendet, wenn der Erscheinungs- oder Verlagsort einer Quelle nicht angegeben oder nicht ermittelbar ist. Sie erscheint vor allem im Literaturverzeichnis, z. B. „Müller, Anna (2020): Sozialforschung in der Praxis. o. O.: Verlag.“ Die Schreibweise erfolgt mit Punkten, Leerzeichen und großem „O“. Die englische Entsprechung lautet „n.p.“ für „no place“. Wichtig ist, „o. O.“ nur nach erfolgloser Recherche zu nutzen. Häufige Fehler entstehen durch Schreibweisen wie „o.O.“, unnötige Verwendung im Fließtext oder Verwechslung mit „o. J.“ und „o. V.“.
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Bedeutung
Abkürzung „o. O.“ – Bedeutung
Die Abkürzung „o. O.“ steht für „ohne Ort“. Sie wird verwendet, wenn der Erscheinungsort oder Verlagsort einer Quelle nicht angegeben ist und auch nach Recherche nicht eindeutig ermittelt werden kann.
Abkürzung: o. O.
Bedeutung: ohne Ort
Englische Entsprechung: n.p. = no place
Kontext: Literaturverzeichnis, bibliografische Angaben, fehlende Verlagsorte und Quellenprüfung
„o. O.“ macht transparent, dass eine bibliografische Angabe unvollständig ist. Die Abkürzung dient somit nicht als Ersatz für Recherche, sondern als Kennzeichnung, wenn der Ort tatsächlich nicht auffindbar ist.
Beispiel für fehlenden Erscheinungsort:
Mustermann, Max (2022): Einführung in die wissenschaftliche Praxis. o. O.: Springer.
Verwende „o. O.“ nur, wenn der Erscheinungsort nach sorgfältiger Prüfung nicht ermittelbar ist. Prüfe vorher Titelblatt, Impressum, Verlagsseite, Bibliothekskataloge und Datenbanken.
Anwendung
„o. O.“ im Literaturverzeichnis verwenden
Die Abkürzung „o. O.“ wird vor allem im Literaturverzeichnis verwendet. Dort kennzeichnet sie, dass der Erscheinungsort fehlt. Im Fließtext ist die Angabe in der Regel nicht erforderlich, weil Textbelege meist mit Autor, Jahr und Seitenzahl arbeiten.
„o. O.“ im Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis steht „o. O.“ an der Stelle, an der normalerweise der Erscheinungsort genannt wird.
Müller, Anna (2020): Sozialforschung in der Praxis. o. O.: Verlag für Sozialwissenschaften.
Kombination mit fehlendem Verlag
Wenn neben dem Erscheinungsort auch der Verlag fehlt, kann zusätzlich „o. V.“ verwendet werden. Dadurch bleiben beide fehlenden Angaben getrennt und nachvollziehbar.
Müller, Anna (2020): Sozialforschung in der Praxis. o. O., o. V.
„o. O.“ im Text zitieren
Im Text wird „o. O.“ normalerweise nicht angegeben. Die fehlende Ortsangabe gehört in den vollständigen Literaturverzeichniseintrag. Nur wenn der Erscheinungsort selbst für die Argumentation relevant ist, kann ein Hinweis im Text sinnvoll sein.
Normalfall:
Müller (2020) beschreibt die Entwicklung als dynamisch.
Nur bei besonderem Ortsbezug:
Die Quelle enthält keinen ausgewiesenen Erscheinungsort; dies wird im Literaturverzeichnis mit „o. O.“ kenntlich gemacht.
Englische Entsprechung „n.p.“
Im englischsprachigen Raum wird für fehlende Ortsangaben häufig „n.p.“ verwendet. Je nach Zitierstil kann „n.p.“ auch andere Bedeutungen haben, etwa „no publisher“. Deshalb muss der jeweilige Stilkontext geprüft werden.
| Deutsch | Englisch | Beispiel |
|---|---|---|
| o. O. | n.p. | Müller, A. (2020). Social Research. n.p.: Academic Press. |
Abgrenzung zu ähnlichen Abkürzungen
„o. O.“ kennzeichnet ausschließlich einen fehlenden Erscheinungsort. Andere fehlende Angaben werden mit eigenen Abkürzungen markiert.
| Abkürzung | Bedeutung | Verwendung |
|---|---|---|
| o. O. | ohne Ort | fehlender Erscheinungsort |
| o. J. | ohne Jahr | fehlendes Erscheinungsjahr |
| o. V. | ohne Verlag | fehlender Verlag |
| o. S. | ohne Seite | fehlende Seitenangabe |
Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Verwendung von „o. O.“
Bei „o. O.“ entstehen häufig Fehler durch falsche Schreibweise, unnötige Verwendung im Fließtext oder eine Vermischung mit anderen Abkürzungen für fehlende bibliografische Angaben.
Falsche Schreibweise
Die Abkürzung besteht aus zwei Bestandteilen. Zwischen „o.“ und „O.“ steht ein Leerzeichen. Beide Bestandteile werden mit Punkt geschrieben.
Richtig
o. O.
Falsch
o.O. oder o O.
Unnötige Verwendung im Fließtext
„o. O.“ gehört in der Regel in das Literaturverzeichnis. Im Fließtext ist die Angabe meist unnötig, wenn der Ort keine inhaltliche Rolle spielt.
Richtig
Fehlenden Ort im Literaturverzeichnis kennzeichnen.
Falsch
„Laut Müller (2020, o. O.) …“ ohne besonderen Ortsbezug schreiben.
Zu frühe Verwendung ohne Recherche
„o. O.“ sollte erst gesetzt werden, wenn der Erscheinungsort wirklich nicht ermittelbar ist. Häufig steht der Ort im Impressum, in Bibliothekskatalogen oder auf der Verlagsseite.
Richtig
Erscheinungsort vor der Angabe „o. O.“ systematisch prüfen.
Falsch
„o. O.“ setzen, obwohl der Verlagsort auf der Verlagshomepage angegeben ist.
Vermischung mit anderen fehlenden Angaben
Fehlender Ort, fehlender Verlag und fehlendes Jahr müssen getrennt gekennzeichnet werden. „o. O.“ darf nicht für alle fehlenden Angaben gleichzeitig stehen.
Richtig
„o. O., o. V.“ für fehlenden Ort und fehlenden Verlag verwenden.
Falsch
„o. O.“ verwenden, obwohl eigentlich Verlag oder Jahr fehlen.
Abkürzungsverzeichnis
o. O. Beispiel im Abkürzungsverzeichnis
Wenn „o. O.“ in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet wird, sollte die Abkürzung im Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden. Das ist besonders sinnvoll, wenn weitere bibliografische Abkürzungen wie „o. J.“, „o. V.“ oder „o. S.“ vorkommen.
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| o. O. | ohne Ort |
| o. J. | ohne Jahr |
| o. V. | ohne Verlag |
| n.p. | no place / no publisher, je nach Zitierstil |
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Studiengänge
Hierzu passende Studiengänge
Die Abkürzung „o. O.“ ist besonders in Studiengängen relevant, in denen Literaturverzeichnisse, historische Quellen, ältere Publikationen oder unvollständige bibliografische Angaben häufig vorkommen.
Geschichtswissenschaft
Ältere Drucke, Quelleneditionen und historische Materialien enthalten nicht immer einen eindeutig ausgewiesenen Erscheinungsort.
Germanistik / Literaturwissenschaft
Bei älteren Ausgaben, Editionen und bibliografisch schwierigen Werken kann „o. O.“ im Literaturverzeichnis notwendig werden.
Rechtswissenschaft
Juristische Arbeiten nutzen „o. O.“ bei Quellen mit unvollständigen bibliografischen Angaben, sofern kein Erscheinungsort ermittelbar ist.
Theologie / Religionswissenschaft
Quelleneditionen, ältere theologische Werke und historische Drucke können fehlende Ortsangaben enthalten.
Sozialwissenschaften
Graue Literatur, institutionelle Berichte und ältere Publikationen können unvollständige Ortsangaben aufweisen.
Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Die Kennzeichnung fehlender bibliografischer Angaben ist zentral für Katalogisierung, Quellenprüfung und bibliografische Beschreibung.
Reflexion
Kritische Reflexion
Die Abkürzung „o. O.“ erhöht die Transparenz wissenschaftlicher Quellenarbeit, weil sie fehlende Erscheinungsorte offenlegt. Dadurch wird sichtbar, dass eine bibliografische Angabe nicht vollständig rekonstruiert werden konnte.
Gleichzeitig bleibt „o. O.“ eine Ersatzlösung. Ein fehlender Erscheinungsort kann die bibliografische Eindeutigkeit schwächen, besonders bei älteren Werken, gleichnamigen Verlagen oder schwer überprüfbaren Quellen.
Problematisch wird die Abkürzung, wenn sie ohne ausreichende Recherche eingesetzt wird. Häufig lässt sich der Ort über Impressum, Bibliothekskataloge, Verlagsseiten oder Datenbanken noch ermitteln. In solchen Fällen wäre „o. O.“ nicht gerechtfertigt.
Wissenschaftlich sauber ist daher ein abgestuftes Vorgehen: zuerst nachrecherchieren, dann fehlende Angaben getrennt kennzeichnen und „o. O.“ nur einsetzen, wenn der Erscheinungsort tatsächlich nicht bestimmbar ist.
„o. O.“ steht für „ohne Ort“ und kennzeichnet einen fehlenden Erscheinungsort im Literaturverzeichnis. Die Abkürzung sollte nur nach sorgfältiger Recherche verwendet und klar von „o. J.“, „o. V.“ und „o. S.“ abgegrenzt werden.
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