Abkürzung sic (so steht es dort)
Die Kennzeichnung „sic“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „so steht es dort“. Sie wird in direkten Zitaten genutzt, um zu zeigen, dass ein Fehler, eine ungewöhnliche Formulierung oder eine sachlich fragwürdige Aussage aus dem Original übernommen wurde. Üblich ist die Schreibweise in Klammern: „(sic)“, ohne Punkt. In deutschen wissenschaftlichen Texten wird „sic“ meist nicht kursiv gesetzt. Wichtig ist der sparsame Einsatz, nur wenn die Markierung für Verständnis oder Nachvollziehbarkeit relevant ist. Häufige Fehler entstehen durch Schreibweisen wie „sic.“, Nutzung in Paraphrasen oder übermäßige Markierung unwichtiger Originalfehler.
Bedeutung
sic Abkürzung – Bedeutung
Die Angabe „sic“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „so“ oder „so steht es dort“. Sie wird in wissenschaftlichen Texten, direkten Zitaten und redaktionellen Arbeiten verwendet, um zu zeigen, dass eine fehlerhafte oder ungewöhnliche Formulierung aus dem Original unverändert übernommen wurde.
Angabe: sic
Bedeutung: so / so steht es dort
Herkunft: lateinisch, oft erklärt als sic erat scriptum
Kontext: direkte Zitate, Originalfehler, historische Quellen, redaktionelle Texte und wissenschaftliche Arbeiten
„sic“ zeigt an, dass ein Fehler, eine ungewöhnliche Schreibweise oder eine sachlich auffällige Aussage bereits im Originaltext stand. Dadurch wird deutlich, dass der Fehler nicht vom aktuellen Verfasser stammt.
Funktion von „sic“
- Originalfehler in direkten Zitaten kenntlich machen
- Schutz vor dem Eindruck, der Fehler sei beim Zitieren entstanden
- ungewöhnliche oder historische Schreibweisen dokumentieren
- wörtliche Übernahme aus einer Quelle transparent machen
- redaktionelle Eingriffe von Originalformulierungen abgrenzen
Beispiele für die Verwendung:
„Er sagte: ‚Ich habe das Protokol (sic) gestern gelesen.‘“
„Im Bericht heißt es: ‚Die Studie wurde 1991 von der NATO gegründet (sic).‘“
Verwende „(sic)“ nur in direkten Zitaten, wenn der Originalfehler für Verständnis, Beleg oder Argumentation relevant ist. Bei sinngemäßen Wiedergaben ist „sic“ nicht geeignet.
Anwendung
Schreibweise und Platzierung von „sic“
„sic“ steht direkt hinter der fehlerhaften oder auffälligen Stelle im Zitat. Dadurch ist eindeutig erkennbar, auf welche Formulierung sich der Hinweis bezieht.
Schreibweise
- „sic“ wird häufig in runde Klammern gesetzt: „(sic)“.
- In manchen wissenschaftlichen Kontexten erscheint auch die Form „[sic]“.
- Im Deutschen wird „sic“ meist nicht kursiv gesetzt.
- Im Englischen kann sic kursiv erscheinen, abhängig vom Stilhandbuch.
- Nach „sic“ steht kein Punkt, da es keine gewöhnliche deutsche Abkürzung ist.
Platzierung im direkten Zitat
Die Angabe steht unmittelbar nach dem übernommenen Fehler oder der ungewöhnlichen Originalformulierung. Dadurch wird die betroffene Stelle klar markiert.
Richtig:
„Ich habe das Protokol (sic) gestern gelesen.“
Richtig:
„Die Untersuchung wurde im Jahr 1883 in Preussen (sic) durchgeführt.“
Typische Anwendungsbereiche von „sic“
| Bereich | Zweck der Verwendung |
|---|---|
| Wissenschaftliche Arbeiten | Originalfehler in direkten Zitaten kenntlich machen |
| Redaktionelle Texte | Absicherung gegen falsche Zuschreibungen |
| Rechtswissenschaft | Wiedergabe juristischer Originalquellen ohne stillschweigende Korrektur |
| Philologische Studien | Dokumentation historischer Sprachformen, Schreibungen oder Fehler |
| Geschichtswissenschaft | exakte Wiedergabe historischer Quellen und archivalischer Dokumente |
Abgrenzung zu anderen Zusätzen
„sic“ ist kein allgemeiner Kommentar. Es zeigt nur an, dass eine auffällige Stelle wörtlich übernommen wurde. Eigene Erläuterungen müssen anders gekennzeichnet werden.
| Ausdruck | Bedeutung | Verwendung |
|---|---|---|
| (sic) | so steht es dort | bei Originalfehlern oder auffälligen Originalformulierungen |
| [Anm. d. Verf.] | Anmerkung des Verfassers | für eigene Erläuterungen innerhalb oder zu einem Zitat |
| [Herv. d. Verf.] | Hervorhebung durch den Verfasser | wenn eine Hervorhebung im Zitat nachträglich gesetzt wurde |
| [...] | Auslassung | wenn Teile eines Zitats ausgelassen wurden |
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Fehler vermeiden
Häufige Fehler bei der Verwendung von „sic“
Bei „sic“ entstehen häufig Fehler durch falsche Punktsetzung, Verwendung in Paraphrasen, übermäßigen Einsatz oder eine unklare Platzierung im Zitat.
Falsche Schreibweise mit Punkt
„sic“ wird ohne Punkt geschrieben. Die Form „sic.“ ist nicht korrekt.
Richtig
„Ich habe das Protokol (sic) gestern gelesen.“
Falsch
„Ich habe das Protokol (sic.) gestern gelesen.“
Verwendung in Paraphrasen
„sic“ gehört zu direkten Zitaten. Bei sinngemäßen Wiedergaben wird der Inhalt ohnehin in eigenen Worten wiedergegeben; ein Originalfehler wird dort nicht mit „sic“ markiert.
Richtig
„sic“ nur bei wörtlich übernommenen Zitaten verwenden.
Falsch
„sic“ in einer Paraphrase oder sinngemäßen Zusammenfassung einsetzen.
Unklare Platzierung
„sic“ sollte direkt hinter der fehlerhaften oder auffälligen Stelle stehen. Wenn die Angabe am Ende eines längeren Satzes steht, bleibt oft unklar, worauf sie sich bezieht.
Richtig
„Das Protokol (sic) wurde gestern gelesen.“
Weniger geeignet
„Das Protokol wurde gestern gelesen und anschließend archiviert (sic).“
Übermäßiger Einsatz
„sic“ sollte sparsam verwendet werden. Bei unwichtigen, leicht verständlichen oder häufigen historischen Schreibweisen kann ein übermäßiger Einsatz pedantisch wirken.
Richtig
„sic“ nur verwenden, wenn der Fehler für Verständnis oder Nachweis relevant ist.
Falsch
Jede historische oder ungewöhnliche Schreibweise automatisch mit „sic“ markieren.
Eigene Kommentare mit „sic“ verwechseln
„sic“ ist kein Kommentar des aktuellen Verfassers. Für eigene Hinweise im Zitat sind Zusätze wie „[Anm. d. Verf.]“ oder erklärende Fußnoten geeigneter.
Richtig
Eigene Erläuterungen mit „[Anm. d. Verf.]“ kennzeichnen.
Falsch
„sic“ nutzen, um eine eigene Bewertung oder Erklärung einzufügen.
Abkürzungsverzeichnis
sic Beispiel im Abkürzungsverzeichnis
Wenn „sic“ in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet wird, kann die Angabe im Abkürzungsverzeichnis oder in einer kurzen Zitierlegende erklärt werden. Das ist besonders sinnvoll, wenn viele historische Quellen, Originalzitate oder editorische Hinweise vorkommen.
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| (sic) | so steht es dort / wörtlich so übernommen |
| [Anm. d. Verf.] | Anmerkung des Verfassers |
| [Herv. d. Verf.] | Hervorhebung durch den Verfasser |
Verwende „(sic)“ nur dann, wenn der zitierte Fehler für das Verständnis oder die Argumentation relevant ist. Für eigene Kommentare ist „[Anm. d. Verf.]“ die passendere Kennzeichnung.
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Studiengänge
Hierzu passende Studiengänge
Die Angabe „sic“ ist besonders in Studiengängen relevant, in denen direkte Zitate, historische Quellen, Originalformulierungen oder editorische Genauigkeit eine zentrale Rolle spielen.
Geschichtswissenschaft
Historische Quellen enthalten häufig alte Schreibweisen, Fehler oder ungewöhnliche Formulierungen, die originalgetreu wiedergegeben werden müssen.
Germanistik / Literaturwissenschaft
Bei Editionen, Textanalysen und direkten Zitaten kann „sic“ die genaue Übernahme einer auffälligen Formulierung markieren.
Philologie
Philologische Arbeiten nutzen „sic“, um historische Schreibungen, Varianten oder Fehler im Originaltext zu dokumentieren.
Rechtswissenschaft
In juristischen Quellenzitaten kann „sic“ anzeigen, dass ein Fehler oder eine ungewöhnliche Formulierung aus dem Original übernommen wurde.
Journalistik und Redaktion
Redaktionelle Texte verwenden „sic“, um bei Zitaten deutlich zu machen, dass eine auffällige Stelle nicht redaktionell verursacht wurde.
Theologie / Religionswissenschaft
Quelleneditionen und historische Textanalysen können „sic“ nutzen, um Originalformulierungen exakt zu dokumentieren.
Reflexion
Kritische Reflexion
Die Angabe „sic“ ist ein wichtiges editorisches Zeichen, weil sie die Treue zum Originaltext sichtbar macht. Sie zeigt, dass ein Fehler oder eine ungewöhnliche Formulierung bewusst übernommen wurde.
Gleichzeitig besitzt „sic“ eine wertende Wirkung. Wird es zu häufig oder bei unwichtigen Kleinigkeiten verwendet, kann es herabsetzend oder pedantisch wirken. Deshalb sollte der Einsatz gut begründet sein.
Wissenschaftlich sinnvoll ist „sic“ besonders dann, wenn ein Originalfehler für die Argumentation, Interpretation oder Quellenkritik relevant ist. Bei bloßen Nebensächlichkeiten ist Zurückhaltung angemessener.
Entscheidend ist die klare Abgrenzung: „sic“ dokumentiert eine Auffälligkeit im Original. Eigene Kommentare, Erläuterungen oder Korrekturen müssen anders gekennzeichnet werden.
„sic“ bedeutet „so steht es dort“ und wird bei direkten Zitaten verwendet, um Originalfehler oder auffällige Originalformulierungen zu kennzeichnen. Die Angabe sollte sparsam, präzise und nur bei relevanten Originalstellen eingesetzt werden.
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