Lesedauer: ca. 8 Minuten Artikeltyp: Beispiel

Abkürzung „vgl.“ (vergleiche oder Vergleich)

Die Abkürzung „vgl.“ steht für „vergleiche“ und wird in wissenschaftlichen Texten vor allem bei sinngemäßen Übernahmen, indirekten Zitaten oder vergleichenden Quellenverweisen genutzt. Sie zeigt an, dass eine Quelle zur Einordnung, Ergänzung oder zum Vergleich herangezogen wird, ohne dass ein wörtliches Zitat vorliegt. Im Satzinneren wird „vgl.“ kleingeschrieben und immer mit Punkt verwendet, z. B. „(vgl. Müller, 2025, S. 23)“. Am Satzanfang oder in Fußnoten kann „Vgl.“ großgeschrieben werden. Häufige Fehler entstehen durch fehlenden Punkt, doppelte Punktsetzung, falsche Großschreibung oder Verwendung bei direkten Zitaten.

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Abkürzung

Bedeutung

vgl. Abkürzung – Bedeutung

Die Abkürzung „vgl.“ steht für „vergleiche“. Sie wird vor allem in wissenschaftlichen Texten verwendet, um auf sinngemäße Übernahmen, indirekte Zitate, vergleichende Bezüge oder weiterführende Quellen hinzuweisen.

Abkürzung: vgl.

Bedeutung: vergleiche

Funktion: Hinweis auf indirekte, sinngemäße oder vergleichende Quellenbezüge

Kontext: wissenschaftliche Arbeiten, Fußnoten, Literaturverweise, Querverweise und vergleichende Argumentation

„vgl.“ zeigt an, dass eine Quelle nicht wörtlich übernommen wurde, sondern inhaltlich, sinngemäß oder vergleichend mit der eigenen Aussage verbunden ist. Die Abkürzung verweist damit auf einen Bezug zur Quelle, ohne ein direktes Zitat zu kennzeichnen.

Wann wird „vgl.“ verwendet?

  • wenn Gedanken oder Argumente sinngemäß übernommen werden,
  • wenn eine Quelle zur Vertiefung oder Ergänzung genannt wird,
  • wenn ähnliche Ergebnisse oder Positionen verglichen werden,
  • wenn ein Bezug auf verwandte Inhalte hergestellt wird,
  • wenn der Zitierstil oder die Hochschulrichtlinie „vgl.“ bei indirekten Zitaten verlangt.
1a-Studi-Tipp

Verwende „vgl.“ nur bei sinngemäßen Übernahmen oder vergleichenden Quellenbezügen. Für direkte, wörtliche Zitate ist „vgl.“ nicht geeignet.

Anwendung

Verwendung von „vgl.“ mit Beispielen

Die Abkürzung „vgl.“ steht häufig vor der Quellenangabe. Sie signalisiert, dass die Aussage auf einer Quelle beruht oder mit einer Quelle verglichen werden kann, aber nicht wortgleich übernommen wurde.

Indirektes Zitat

Bei einem indirekten Zitat wird der Gedanke aus einer Quelle in eigenen Worten wiedergegeben. „vgl.“ zeigt den sinngemäßen Bezug zur Quelle an.

„Die Digitalisierung verändert das Arbeitsleben nachhaltig (vgl. Müller, 2025, S. 23).“

Vergleichende Quellenangabe

Bei vergleichenden Angaben verweist „vgl.“ auf ähnliche Ergebnisse, verwandte Positionen oder ergänzende Literatur.

„Ähnliche Ergebnisse wurden bereits in früheren Untersuchungen festgestellt (vgl. Schmidt & Meier, 2025, S. 54 f.).“

„vgl.“ in Fußnoten

In der deutschen Fußnotenzitierweise steht „Vgl.“ häufig am Anfang einer Fußnote. In diesem Fall wird die Abkürzung großgeschrieben, weil sie den Fußnotensatz eröffnet.

Fußnote:
Vgl. Müller, 2025, S. 23.

Fußnote mit Seitenbereich:
Vgl. Schmidt & Meier, 2025, S. 54–56.

Englische Entsprechung von „vgl.“

Im Englischen entspricht „vgl.“ häufig der Abkürzung „cf.“. Diese stammt vom lateinischen confer und bedeutet ebenfalls „vergleiche“.

Deutsch Englisch / Latein Beispiel
vgl. cf. / confer The results support earlier findings (cf. Miller, 2020).

Groß- und Kleinschreibung von „vgl.“

Im Satzinneren wird „vgl.“ kleingeschrieben. Am Satzanfang oder am Beginn einer Fußnote wird „Vgl.“ großgeschrieben.

Position Schreibweise Beispiel
Satzinneres vgl. „Die Ergebnisse bestätigen frühere Befunde (vgl. Müller, 2025, S. 12).“
Fußnotenanfang Vgl. „Vgl. Müller, 2025, S. 12.“
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Fehler vermeiden

Häufige Fehler bei der Verwendung von „vgl.“

Bei „vgl.“ entstehen häufig Fehler durch falsche Punktsetzung, falsche Großschreibung, Verwendung bei direkten Zitaten oder unpassende Anwendung in Zitierstilen, die „vgl.“ nicht vorsehen.

Falsche Schreibweise

„vgl.“ wird mit Punkt geschrieben. Varianten ohne Punkt oder mit doppeltem Punkt sind formal falsch.

Richtig


vgl.

Falsch


vgl oder vgl..

Falsche Großschreibung im Satzinneren

Im Satzinneren wird „vgl.“ kleingeschrieben. Die Großschreibung ist nur am Satzanfang oder am Beginn einer Fußnote korrekt.

Richtig


„Die Studie zeigt ähnliche Ergebnisse (vgl. Müller, 2025, S. 12).“

Falsch


„Die Studie zeigt ähnliche Ergebnisse (Vgl. Müller, 2025, S. 12).“

Verwendung bei direkten Zitaten

Bei direkten Zitaten wird eine Textstelle wörtlich übernommen. In diesem Fall ist „vgl.“ nicht passend, weil kein bloßer Vergleich oder sinngemäßer Bezug vorliegt.

Richtig


Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse nachhaltig (vgl. Müller, 2025, S. 23).

Falsch


„Die Digitalisierung ist ein wichtiger Faktor“ (vgl. Müller, 2025, S. 23).

Unpassende Verwendung in APA-orientierten Arbeiten

In APA-orientierten Arbeiten wird „vgl.“ in der Regel nicht als Standardbestandteil indirekter Zitate verwendet. Dort steht meist der Autor-Jahr-Beleg ohne „vgl.“. Maßgeblich bleibt die Richtlinie der Hochschule.

Richtig


APA-orientiert: „Die Ergebnisse bestätigen frühere Befunde (Müller, 2025).“

Weniger geeignet


APA-orientiert: „Die Ergebnisse bestätigen frühere Befunde (vgl. Müller, 2025).“

„vgl.“ ohne tatsächlichen Vergleich

„vgl.“ sollte nicht automatisch vor jede Quelle gesetzt werden. Die Abkürzung ist sinnvoll, wenn ein sinngemäßer oder vergleichender Bezug vorliegt.

Richtig


„Ähnliche Ergebnisse finden sich bei Schmidt (vgl. Schmidt, 2024, S. 18).“

Falsch


Jede Quellenangabe pauschal mit „vgl.“ einleiten.

Abkürzungsverzeichnis

vgl. Beispiel im Abkürzungsverzeichnis

Wenn „vgl.“ in einer wissenschaftlichen Arbeit häufig verwendet wird, kann die Abkürzung im Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden. Das ist besonders sinnvoll, wenn weitere zitiertechnische Abkürzungen wie „ebd.“, „S.“, „Rn.“ oder „a. a. O.“ vorkommen.

Abkürzung Bedeutung
vgl. vergleiche
cf. confer / vergleiche
ebd. ebenda
S. Seite / Seiten

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Studiengänge

Hierzu passende Studiengänge

Die Abkürzung „vgl.“ ist besonders in Studiengängen relevant, in denen viele indirekte Zitate, Fußnoten, Literaturvergleiche und wissenschaftliche Argumentationsbezüge vorkommen.

Rechtswissenschaft


In juristischen Fußnoten wird „Vgl.“ häufig bei indirekten Belegen, Literaturvergleichen und Streitstandsdarstellungen genutzt.

Geschichtswissenschaft


Historische Arbeiten verwenden „vgl.“ häufig bei Quellenvergleichen, Forschungspositionen und Literaturbezügen.

Germanistik / Literaturwissenschaft


Textanalysen und Forschungsdiskussionen nutzen „vgl.“, um verwandte Deutungen oder vergleichbare Literaturstellen einzubeziehen.

Sozialwissenschaften


In theoretischen und empirischen Arbeiten kann „vgl.“ auf ähnliche Studien, Modelle oder Befunde verweisen.

Philosophie


Argumentationsvergleiche und Bezugnahmen auf theoretische Positionen werden häufig mit „vgl.“ markiert.

Theologie / Religionswissenschaft


In exegetischen und historischen Arbeiten dient „vgl.“ zur Verbindung ähnlicher Quellenstellen und Forschungspositionen.

Reflexion

Kritische Reflexion

Die Abkürzung „vgl.“ ist für wissenschaftliche Texte nützlich, weil sie indirekte, vergleichende oder ergänzende Quellenbezüge knapp markiert. Sie unterstützt damit eine transparente Verbindung zwischen eigener Aussage und Fachliteratur.

Gleichzeitig kann „vgl.“ falsch eingesetzt werden, wenn die Abkürzung pauschal vor jede Quelle gesetzt wird. Nicht jede Quellenangabe ist automatisch ein Vergleich. Bei direkten Zitaten ist „vgl.“ grundsätzlich unpassend.

Besonders wichtig ist die Anpassung an den Zitierstil. In deutschen Fußnotensystemen ist „Vgl.“ häufig üblich. In APA-orientierten Arbeiten wird „vgl.“ dagegen meist nicht verwendet. Die Hochschulrichtlinie bleibt daher entscheidend.

Wissenschaftlich überzeugend ist eine differenzierte Verwendung: direkte Zitate ohne „vgl.“, sinngemäße Übernahmen je nach Vorgabe mit oder ohne „vgl.“ und vergleichende Hinweise nur dort, wo tatsächlich ein Vergleich oder ergänzender Literaturbezug besteht.

Fazit

„vgl.“ steht für „vergleiche“ und kennzeichnet sinngemäße, indirekte oder vergleichende Quellenbezüge. Die Abkürzung wird mit Punkt geschrieben, im Satzinneren klein verwendet und sollte nicht bei direkten Zitaten stehen.

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