Lesedauer: ca. 9 Minuten Artikeltyp: Beispiel

Archivmaterialien zitieren nach APA 7

Archivmaterialien nach APA 7 zitieren bedeutet, ein konkretes Archivstück so nachzuweisen, dass es eindeutig wiedergefunden werden kann. Entscheidend sind Urheber, Datum, Titel oder sachliche Beschreibung, Sammlung bzw. Bestand, Signatur, verwahrende Institution und deren Standort. Bei digitalisierten Archivalien kommen DOI oder eine stabile URL hinzu. Briefe und historische Manuskripte werden hier nur als Archivtypen eingeordnet, weil dafür eigene Detailanleitungen bestehen.

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Archivmaterialien nach APA 7 zitieren

Wichtigste Regeln

Archivmaterialien zitieren APA 7

Bei Archivmaterialien steht nicht nur die bibliografische Beschreibung im Mittelpunkt, sondern die Auffindbarkeit des konkreten Stücks. Die Referenz sollte deshalb alle Angaben enthalten, die erforderlich sind, um das verwendete Dokument im Bestand wiederzufinden.

Typische Bestandteile sind:

  • Urheber oder verantwortliche Institution,
  • Datum des Archivstücks so genau wie möglich,
  • Titel oder – bei untitulierten Stücken – eine sachliche Beschreibung,
  • Sammlung, Nachlass oder Bestand,
  • Signatur sowie ggf. Box, Mappe, Faszikel, Blatt oder Folio,
  • Name der verwahrenden Institution bzw. des Archivs und Standort,
  • DOI oder stabile URL, wenn das Archivstück digital zugänglich ist.

Die Grundform kann abhängig vom Archiv und Materialtyp variieren. Für ein tituliertes Archivstück lässt sie sich vereinfacht so darstellen:

Autor, A. A. (Jahr, Monat Tag). Titel des Archivstücks. Sammlung/Bestand (Signatur), Archiv, Ort, Land.

Hat ein Stück keinen eigenen Titel, kann stattdessen eine beschreibende Bezeichnung in eckigen Klammern stehen, zum Beispiel [Brief an Max Planck].

Archivstandort bleibt relevant

Die bei APA 7 entfallenen Verlagsorte bei Büchern lassen sich nicht pauschal auf Archivmaterialien übertragen. Bei Archivalien kann der Standort der verwahrenden Institution weiterhin Teil der Referenz sein, weil er die Auffindbarkeit des Materials unterstützt.

Im Text

Archivmaterialien im Text nach APA 7 zitieren

Im Text folgt ein Archivstück grundsätzlich dem Autor-Jahr-System. Als Autor gilt die Person oder Institution, die das Dokument geschaffen hat. Bei einem untitulierten oder anonymen Archivstück kann eine geeignete Titel- oder Bestandsbezeichnung zur Identifikation erforderlich sein.

Parenthetisch:
(Einstein, 1905)

Narrativ:
Einstein (1905) hielt fest …

Direktes Zitat aus einem Archivstück

Bei einem direkten Zitat sollte eine möglichst präzise Fundstelle angegeben werden. Je nach Archivstück können dies Seite, Blatt, Folio, Absatz oder eine andere vom Archiv verwendete Lokalisierung sein.

„Die Zusammenarbeit mit Planck ist fortzuführen“ (Einstein, 1905, Bl. 2r).

Mehrere Urheber

Für mehrere Verfasser gelten die allgemeinen APA-7-Regeln. Diese werden nicht erneut vollständig ausgeführt, sondern im Spezialartikel mehrere Autoren nach APA erklärt.

Sekundärzitat aus einem Archivstück

Wurde das Original nicht selbst eingesehen, handelt es sich nicht mehr um einen normalen Archivnachweis, sondern um ein Sekundärzitat. Die ausführlichen Regeln dazu findest du unter Sekundärzitate nach APA.

Im Literaturverzeichnis

Archivmaterialien im Literaturverzeichnis nach APA 7

Im Literaturverzeichnis muss das konkrete Archivstück eindeutig identifizierbar sein. Besonders wichtig sind deshalb Sammlung, Bestand und Signatur. Die folgenden Beispiele zeigen typische Archivtypen, ohne die Detailartikel zu Briefen oder historischen Manuskripten zu ersetzen.

Archivstück mit eigenem Titel

Schmidt, L. (1946, Juli 18). Eintrag zum Wiederaufbau. Nachlass Schmidt (NL-S 12, Bd. 3), Stadtarchiv Hamburg, Hamburg, Deutschland.

Untituliertes Archivstück

Einstein, A. (1905, März 15). [Brief an Max Planck]. Planck-Nachlass (PN/Einstein/1905/03/15), Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, Deutschland.

Für Briefe gilt der eigene Artikel Briefe nach APA 7 zitieren. Handschriftliche historische Quellen werden unter historische Manuskripte nach APA 7 detailliert behandelt.

Institutionelles Archivstück

Preußische Akademie der Wissenschaften. (1915, Dezember 4). Protokoll der Sitzung des Plenums. Bestand PAW (A-15/3, Mappe 9), Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Deutschland.

Fotografie oder Bilddokument

Krupp, W. (1928). Fabrikhof Essen, Blick nach Osten [Fotografie]. Bildarchiv Krupp (BK 1928/471), Historisches Archiv ThyssenKrupp, Essen, Deutschland.

Digitalisiertes Archivstück

Bei einem Digitalisat bleibt die archivische Herkunft erhalten. Zusätzlich wird ein DOI oder eine stabile URL ergänzt. Ein Abrufdatum ist bei stabilen, dauerhaft archivierten Inhalten normalerweise nicht erforderlich.

Planck, M. (1900, Oktober 19). [Schreiben an die Redaktion]. Planck-Nachlass (PN/1900/10/19), Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, Deutschland. https://digital.bbaw.de/PN/1900_10_19

Archivische Sonderfälle

Sonderfälle bei Archivmaterialien nach APA 7

Kein Autor

Ist kein Urheber ermittelbar, beginnt die Referenz mit dem Titel oder einer sachlichen Beschreibung. Die Bezeichnung muss das Archivstück eindeutig identifizieren.

Kein oder unsicheres Datum

Fehlt eine Datierung, wird eine passende Kennzeichnung für „ohne Datum“ verwendet. Ist nur ein ungefährer Zeitraum bekannt, sollte die Unsicherheit transparent gemacht werden. Bei historischen Archivalien sind zusätzlich die Konventionen des jeweiligen Archivs und die Hochschulrichtlinien zu prüfen.

Serienstücke, Bände und Aktenreihen

Bei fortlaufenden Protokollen, Aktenreihen oder mehrteiligen Beständen werden Band, Heft, Mappe, Box oder Faszikel ergänzt, wenn diese Angaben zur eindeutigen Identifikation des Stücks erforderlich sind.

Eingeschränkter Zugang

Ein interner Nutzungshinweis wie „Benutzung nur vor Ort“ ist keine allgemeine Pflichtangabe nach APA. Er kann jedoch sinnvoll sein, wenn die Zugänglichkeit für die Nachprüfbarkeit der Quelle wesentlich ist oder die Hochschule eine solche Information verlangt.

Transkript statt Original

Wird ausschließlich ein Transkript verwendet, sollte die tatsächlich genutzte Fassung transparent bezeichnet werden. Ein Transkript darf nicht so zitiert werden, als sei das handschriftliche Original selbst eingesehen worden.

Blatt-, Folio- und Signaturangaben

Blatt- und Folioangaben dienen als Lokatoren im Text. Signatur, Box, Mappe oder Bestandsnummer gehören dagegen vor allem zur archivischen Identifikation in der vollständigen Referenz.

Archivsystem übernehmen

Nutze die Signatur und Bestandsbezeichnung in der Form, in der das Archiv sie selbst führt. Eigene Vereinfachungen können die Wiederauffindbarkeit verschlechtern.

Abschlusscheck

APA-7-Checkliste für Archivmaterialien

Archivstück identifiziert


Urheber, Datum und Titel oder sachliche Beschreibung sind eindeutig erfasst.

Bestand und Signatur


Sammlung, Bestand, Signatur und erforderliche Untergliederungen sind übernommen.

Archiv und Standort


Verwahrende Institution und Standort ermöglichen die eindeutige Auffindbarkeit.

Digitalisat


Bei Online-Zugriff ist DOI oder stabile URL ergänzt; ein Abrufdatum nur bei veränderlichem Inhalt.

Fundstelle im Text


Direkte Zitate enthalten einen geeigneten Lokator wie Seite, Blatt oder Folio.

Spezialquelle geprüft


Für Briefe, Manuskripte oder Sekundärzitate wurde die jeweilige Spezialanleitung genutzt.

Editionsunterschiede

Archivmaterialien: APA 6 vs. APA 7

Die archivische Grundlogik bleibt in beiden Editionen ähnlich: Ein Archivstück muss eindeutig identifizierbar und wiederauffindbar sein. Die wichtigsten Unterschiede betreffen deshalb vor allem allgemeine APA-Regeln rund um Autorenzahl, DOI-Darstellung und Online-Nachweise.

Merkmal APA 6 APA 7
3–5 Urheber im Text bei erster Nennung alle, danach et al. ab der ersten Nennung Erstautor + et al.
DOI häufig ältere Form doi:10.xxxx/... https://doi.org/10.xxxx/...
stabile Online-Archivalie häufig „Retrieved from / Abgerufen von“ stabile URL direkt; Abrufdatum nur bei veränderlichen Inhalten
Archivstandort für die Auffindbarkeit relevant für die Auffindbarkeit weiterhin relevant

Die allgemeinen Unterschiede zwischen beiden Auflagen findest du im Artikel APA 6 vs. APA 7. Dieser Abschnitt beschränkt sich bewusst auf Unterschiede, die Archivmaterialien unmittelbar betreffen.

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Häufige Fragen & Antworten

Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Regeln für Archivmaterialien nach APA 7 zusammen.

Welche Angaben braucht ein Archivstück nach APA 7?

Benötigt werden je nach Material Urheber, Datum, Titel oder Beschreibung, Sammlung bzw. Bestand, Signatur, verwahrende Institution und Standort. Bei digitalen Archivalien kommt DOI oder eine stabile URL hinzu.

Muss der Standort des Archivs nach APA 7 angegeben werden?

Bei Archivmaterialien kann der Standort der verwahrenden Institution weiterhin Bestandteil der Referenz sein, weil er zur eindeutigen Auffindbarkeit des Materials beiträgt. Die Regel zum Wegfall von Verlagsorten bei Büchern ist darauf nicht pauschal übertragbar.

Wie zitiere ich ein digitalisiertes Archivstück?

Die archivische Referenz bleibt erhalten und wird um DOI oder eine stabile URL ergänzt. Ein Abrufdatum ist bei dauerhaft archivierten Inhalten normalerweise nicht erforderlich.

Wie zitiere ich einen Brief oder ein historisches Manuskript aus einem Archiv?

Beide Quellenarten gehören zu Archivmaterialien, besitzen aber eigene Detailregeln. Nutze deshalb die spezialisierten 1a-Studi-Anleitungen für Briefe beziehungsweise historische Manuskripte nach APA 7.

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