Lesedauer: ca. 11 Minuten Artikeltyp: Beispiel

Interviews zitieren nach APA 7

Interviews nach APA 7 zu zitieren hängt davon ab, welche Art von Interview du verwendest. Ein selbst geführtes Forschungs- oder Experteninterview ist Teil deiner eigenen empirischen Daten und wird nicht wie persönliche Kommunikation zitiert. Ein privates, nicht öffentlich zugängliches Gespräch außerhalb deiner Studie gilt dagegen als persönliche Kommunikation und erscheint nur im Text. Veröffentlichte Interviews werden nach dem jeweiligen Medium zitiert, zum Beispiel als Zeitschriftenartikel, Podcast, Video oder öffentliches Transkript.

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Interviews nach APA 7 zitieren

Wichtigste Regeln

Interview nach APA 7 zitieren: zuerst den Interviewtyp bestimmen

Für APA 7 ist entscheidend, wie das Interview entstanden ist und ob es für andere nachvollziehbar bzw. veröffentlicht ist. Drei Fälle müssen getrennt werden.

Interviewtyp APA-7-Behandlung
Eigenes Forschungsinterview, Experteninterview oder Fokusgruppe eigene qualitative Forschungsdaten; nicht als persönliche Kommunikation zitieren und kein Literaturverzeichniseintrag
Privates Interview, Gespräch, E-Mail oder Telefonat außerhalb der eigenen Studie persönliche Kommunikation; nur im Text, nicht im Literaturverzeichnis
Veröffentlichtes oder öffentlich wiederauffindbares Interview nach dem tatsächlichen Publikationstyp zitieren und ins Literaturverzeichnis aufnehmen
Eigenes Experteninterview ist Forschungsdatenmaterial

Führst du Interviews mit Teilnehmenden für deine eigene empirische Untersuchung, sind deren Aussagen Teil deiner Forschungsdaten. Sie werden im Ergebnisteil mit Pseudonym, Interviewcode oder einer vergleichbaren Kennzeichnung dargestellt. Die Regeln zu Erhebung, Anonymisierung, Transkription und Auswertung erläuterst du in deiner Methodik.

Für die allgemeine wissenschaftliche Verwendung von Interviews unabhängig vom Zitierstil nutze Interviews in wissenschaftlichen Arbeiten zitieren.

Eigene Forschung

Eigenes Interview und Experteninterview nach APA 7

Ein selbst erhobenes Forschungsinterview wird nicht als externe Quelle behandelt. Das gilt auch für Experteninterviews, leitfadengestützte Interviews, Fokusgruppen und andere qualitative Interviews, wenn die befragten Personen Teil deiner eigenen Untersuchung sind.

Teilnehmerzitat im Ergebnisteil

Zitate aus den eigenen Interviews werden so gekennzeichnet, dass die jeweilige Aussage innerhalb deiner Studie eindeutig zugeordnet werden kann. Dabei dürfen zugesagte Vertraulichkeit und Anonymisierung nicht verletzt werden.

„Die digitale Abstimmung hat die Bearbeitungszeit deutlich verkürzt.“ (Interviewpartner A, Interview 3, Z. 42–44)

Die konkrete Form für Interviewcode, Zeilenangabe oder Zeitmarke ist Teil deiner methodischen Dokumentation und kann zusätzlich durch Hochschulvorgaben bestimmt werden. Es handelt sich dabei nicht um einen gewöhnlichen APA-Kurzbeleg mit Autor und Jahr.

Pseudonyme und Interviewcodes

Nutze beispielsweise Interviewpartner A, IP3 oder ein methodisch definiertes Pseudonym. Die gewählte Kennzeichnung muss in Methodik, Ergebnissen und gegebenenfalls Transkriptübersicht konsistent verwendet werden.

Fokusgruppen

Fokusgruppen aus der eigenen Untersuchung werden ebenfalls als Forschungsdaten behandelt. Einzelne Personen können mit Teilnehmercodes unterschieden werden, wenn dies analytisch erforderlich und datenschutzrechtlich vertretbar ist.

„Die Umstellung war für unser Team zunächst schwer nachvollziehbar.“ (FG1-P2, Z. 118–120)

Interviewtranskript im Anhang

Ein Transkript im Anhang verbessert die Nachvollziehbarkeit deiner eigenen Erhebung, macht das Forschungsinterview aber nicht automatisch zu einer veröffentlichten externen Quelle. Du kannst im Fließtext oder in der Methodik auf den Anhang verweisen.

Hinweise zum Aufbau findest du unter Anhang einer wissenschaftlichen Arbeit.

Kein Literaturverzeichniseintrag

Eigene Forschungsinterviews erscheinen nicht als gewöhnliche Literaturquellen im Literaturverzeichnis. Dokumentiert werden sie innerhalb der Methodik, der Ergebnisdarstellung, einer Interviewübersicht und – wenn vorgesehen – im Anhang oder in einem Forschungsdatenanhang.

Persönliche Kommunikation

Privates Interview und persönliche Kommunikation nach APA 7

Ein nicht öffentlich zugängliches Interview außerhalb deiner eigenen Studie kann als persönliche Kommunikation behandelt werden. Dazu zählen zum Beispiel ein privates Fachgespräch, eine persönliche Auskunft per E-Mail, ein Telefonat oder eine nicht veröffentlichte mündliche Auskunft.

Persönliche Kommunikation steht ausschließlich im Text, weil Lesende die Quelle nicht selbst wiederauffinden können.

(T. Becker, persönliche Kommunikation, 14. März 2025)

Narrative Form

T. Becker (persönliche Kommunikation, 14. März 2025) erläuterte, dass …

E-Mail, Chat und Telefonat

Auch nicht öffentlich zugängliche E-Mails, Chats oder Telefongespräche können als persönliche Kommunikation behandelt werden. Der Kommunikationsweg kann im Text beschrieben werden, muss aber nicht als eigener Publikationstyp im Literaturverzeichnis erscheinen.

(L. Schmidt, persönliche Kommunikation, 3. Juli 2024)

Kein Eintrag im Literaturverzeichnis

Persönliche Kommunikation wird nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen. Das unterscheidet sie von einem veröffentlichten oder öffentlich archivierten Interview.

Veröffentlichte Interviews

Veröffentlichtes Interview nach APA 7 zitieren

Ist ein Interview veröffentlicht oder dauerhaft wiederauffindbar, wird es nach der tatsächlichen Veröffentlichungsform zitiert. Es gibt deshalb kein universelles Literaturverzeichnis-Schema nur für „Interview“.

Veröffentlichungsform Zitierlogik
Interview in Zeitschrift wie Zeitschriftenartikel
Interview in Zeitung oder Magazin wie Zeitungs- bzw. Magazinartikel
Interview in Sammelband wie Kapitel im herausgegebenen Werk
Podcastinterview wie Podcastfolge
Video- oder Radiointerview wie Audio-/Videoquelle
Öffentliches Repositoriums-Transkript nach der im Repositorium veröffentlichten Ressourcenart

Wer ist Autor eines veröffentlichten Interviews?

Entscheidend ist die Autoren- bzw. Urheberangabe des veröffentlichten Mediums. Bei einem Zeitungsinterview kann dies die interviewende Person oder Redaktion sein, bei einem Podcast der Host und bei einem Video eine Institution oder ein Kanal. Die interviewte Person wird nicht automatisch zum Autor der veröffentlichten Quelle.

Interview in einer Zeitschrift

Ein veröffentlichtes Zeitschrifteninterview folgt dem Artikelschema. Für die vollständigen Regeln nutze Zeitschriftenaufsatz nach APA 7 zitieren.

Meier, F. (2023). Wir priorisieren Evidenz: Interview mit T. Müller. Zeitschrift für Pädagogik, 69(2), 5–15. https://doi.org/10.xxxx/abcd1234

Podcast- oder Videointerview

Bei Podcast-, Radio- und Videointerviews ist der jeweilige audiovisuelle Quellentyp maßgeblich. Für ein direktes Zitat wird eine Zeitmarke als Lokator verwendet.

(Richter, 2025, 00:45)

Die vollständigen Formate findest du unter Audio und Video nach APA 7 zitieren.

Interview in einem Sammelband

Ist das Interview als eigenständiges Kapitel in einem herausgegebenen Werk veröffentlicht, wird die Kapitelstruktur verwendet. Nutze dafür Kapitel im Sammelband nach APA 7 zitieren.

Öffentliches Interviewtranskript

Ein Transkript, das über ein Repositorium, eine Forschungsdatenplattform oder ein Archiv eigenständig öffentlich verfügbar ist, wird als wiederauffindbare Quelle behandelt. Die Referenz folgt der dort ausgewiesenen Ressourcenart und enthält bei digitaler Veröffentlichung DOI oder stabile URL.

Interview nur über eine Abschlussarbeit gefunden

Hast du ein Interview ausschließlich innerhalb einer veröffentlichten Abschlussarbeit gelesen, erstellst du nicht automatisch einen eigenständigen Intervieweintrag. Zitiert wird die tatsächlich verwendete Abschlussarbeit. Wenn du eine darin wiedergegebene Aussage aus dem ursprünglichen Interview übernimmst, ist zusätzlich die Logik für Sekundärzitate zu beachten.

Sonderfälle

Anonymisierung, Transkript und weitere Interview-Sonderfälle

Anonymisierung bei Forschungsinterviews

Bei eigenen Forschungsinterviews schützt du die Identität der Teilnehmenden entsprechend Einwilligung, Datenschutz- und Ethikvorgaben. Neutrale Codes oder Pseudonyme dürfen keine unbeabsichtigten Rückschlüsse auf die Person ermöglichen.

Anhang macht ein Interview nicht öffentlich

Ein Transkript im Anhang deiner Arbeit erhöht die Transparenz der Untersuchung, verändert aber die methodische Rolle des Interviews nicht. Eigene Teilnehmerinterviews bleiben Forschungsdaten deiner Studie.

Mehrere Gespräche mit derselben Person

Bei persönlicher Kommunikation werden mehrere Gespräche durch ihr tatsächliches vollständiges Datum unterschieden. Dafür werden nicht automatisch Jahresbuchstaben wie 2025a und 2025b vergeben.

Jahresbuchstaben gelten dagegen bei mehreren veröffentlichten Werken desselben Autors aus demselben Jahr, wenn diese entsprechend im Literaturverzeichnis unterschieden werden.

Zeitmarken und Transkriptzeilen

Bei veröffentlichten Audio- oder Videoquellen dienen Zeitmarken zur Lokalisierung direkter Zitate. Bei eigenen Forschungsinterviews können Zeilen- oder Absatznummern des Transkripts verwendet werden, wenn dein Transkriptions- und Auswertungssystem dies vorsieht.

Sekundärzitat eines veröffentlichten Interviews

Wenn du die Originalquelle nicht selbst gelesen oder angesehen hast, sondern eine Interviewaussage nur über eine andere Publikation kennst, gelten die Regeln für Sekundärzitate. Im Literaturverzeichnis steht die tatsächlich genutzte Quelle.

Die vollständigen Regeln findest du unter Sekundärzitate nach APA.

Interviewtyp bestimmt


Eigene Forschungsdaten, persönliche Kommunikation und veröffentlichte Interviews wurden getrennt.

Forschungsdaten anonymisiert


Interviewcodes oder Pseudonyme entsprechen Methodik, Datenschutz und Einwilligung.

Persönliche Kommunikation


Nicht wiederauffindbare private Auskünfte stehen nur im Text und nicht im Literaturverzeichnis.

Publikationstyp geprüft


Veröffentlichte Interviews werden nach Artikel, Podcast, Video, Kapitel oder anderer Ressourcenart zitiert.

Lokator verwendet


Seite, Zeitmarke oder methodisch definierte Transkriptstelle macht das direkte Zitat auffindbar.

Quelle tatsächlich gelesen


Bei indirektem Zugriff wird die Sekundärzitat-Logik angewendet.

Legacy-Regeln

Interviews: APA 6 vs. APA 7

Die bisherige APA-6-Seite wird in diesen Artikel integriert. Die grundlegende Unterscheidung zwischen nicht wiederauffindbarer persönlicher Kommunikation, eigenen Forschungsinterviews und veröffentlichten Quellen ist nicht erst mit APA 7 entstanden. Unterschiede zwischen APA 6 und APA 7 betreffen deshalb vor allem die Referenzformate der veröffentlichten Medien.

Merkmal APA 6 APA 7
Forschungsinterviews mit Studienteilnehmenden Forschungsdaten; nicht als gewöhnliche persönliche Kommunikation behandeln Forschungsdaten; nicht als persönliche Kommunikation zitieren
Private, nicht wiederauffindbare Kommunikation nur im Text, kein Literaturverzeichniseintrag weiterhin nur im Text, kein Literaturverzeichniseintrag
Veröffentlichte Interviews nach dem jeweiligen Publikationstyp nach APA 6 nach dem jeweiligen Publikationstyp nach APA 7
Verlagsort bei Buch-/Kapitelquellen Ort und Verlag Verlagsort entfällt
DOI ältere Form häufig doi:10.xxxx/... https://doi.org/...
Stabile Onlinequellen ältere Nachweise verwenden häufiger „Retrieved from / Abgerufen von“ stabile URL direkt; Abrufdatum nur bei veränderlichen Inhalten

Für allgemeine Unterschiede zwischen den beiden Editionen nutze APA 6 vs. APA 7.

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Häufige Fragen & Antworten

Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Regeln für Interviews nach APA 7 zusammen.

Wie zitiere ich ein eigenes Experteninterview nach APA 7?

Ein Experteninterview, das du als Teil deiner eigenen empirischen Untersuchung geführt hast, ist Forschungsdatenmaterial und keine persönliche Kommunikation. Teilnehmerzitate werden mit Interviewcode oder Pseudonym und gegebenenfalls einer Transkriptstelle gekennzeichnet. Ein gewöhnlicher Literaturverzeichniseintrag entfällt.

Wann gilt ein Interview als persönliche Kommunikation nach APA 7?

Ein nicht öffentlich zugängliches Gespräch oder eine private Auskunft außerhalb deiner eigenen Forschungsstudie kann als persönliche Kommunikation zitiert werden. Der Nachweis steht nur im Text und enthält den Namen der Person, den Hinweis auf persönliche Kommunikation und das möglichst genaue Datum.

Muss ein selbst geführtes Interview ins Literaturverzeichnis?

Ein Interview mit Studienteilnehmenden aus deiner eigenen empirischen Untersuchung wird nicht als gewöhnliche Literaturquelle in das Literaturverzeichnis aufgenommen. Es wird innerhalb der Methodik und Ergebnisdarstellung dokumentiert und kann zusätzlich über Interviewübersicht oder Anhang nachvollziehbar gemacht werden.

Wie zitiere ich ein veröffentlichtes Interview nach APA 7?

Ein veröffentlichtes Interview wird nach seinem tatsächlichen Medium zitiert, zum Beispiel als Zeitschriftenartikel, Zeitungsartikel, Podcastfolge, Video oder Kapitel. Im Literaturverzeichnis steht die wiederauffindbare Publikation und nicht automatisch die interviewte Person als Autor.

Wie zitiere ich ein Interviewtranskript im Anhang?

Bei einem eigenen Forschungsinterview kannst du im Text oder in der Methodik auf das Transkript im Anhang verweisen. Das Transkript im Anhang macht das Interview nicht automatisch zu einer veröffentlichten Quelle. Bei einem öffentlich publizierten Repositoriums-Transkript gilt dagegen die dort ausgewiesene Ressourcenart.

Brauche ich bei mehreren privaten Interviews Jahrbuchstaben wie 2025a und 2025b?

Nein. Mehrere persönliche Kommunikationen werden durch ihr tatsächliches Datum unterschieden. Jahresbuchstaben werden für mehrere veröffentlichte Werke desselben Autors aus demselben Jahr verwendet, wenn diese im Literaturverzeichnis entsprechend unterschieden werden.

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