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Übersetzte Quellen zitieren nach APA 6

Übersetzte Quellen zitieren nach APA 6 bedeutet, immer den Originalautor zu nennen und die verwendete Übersetzung nachzuweisen. Im Text stehen Autor, Jahr der Übersetzung und ggf. Seitenzahl. Im Literaturverzeichnis folgen Titel, Übersetzer, Ort, Verlag und Originaljahr. Entscheidend ist die klare Trennung zwischen Originalwerk und genutzter Übersetzung.

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Übersetzte Quellen zitieren

Wichtigste Regeln

Übersetzte Quellen zitieren APA 6

Für übersetzte Quellen gilt nach APA 6, dass folgende Angaben erforderlich sind:

  • der Originalautor und das Jahr der verwendeten Übersetzung,
  • der Titel der übersetzten Ausgabe kursiv,
  • der Übersetzer oder die Übersetzer nach dem Titel in Klammern, zum Beispiel (A. Müller, Übers.),
  • Ort und Verlag der Übersetzung,
  • der Hinweis auf das Originaljahr am Ende, zum Beispiel (Original erschienen 1895), sowie
  • bei Online-Ausgaben ohne DOI ein Abrufdatum mit URL.

Im Text wird grundsätzlich das Jahr der verwendeten Übersetzung angegeben. Bei direkten Zitaten kommt die genaue Seitenzahl hinzu. Das Originaljahr erscheint im Literaturverzeichnis und kann im Text zusätzlich genannt werden, wenn der historische Entstehungskontext für die Argumentation wichtig ist.

Die Grundstruktur im Text lautet:

(Autor, Jahr der Übersetzung, S. xx)

Direktes Zitat aus einer Übersetzung

Direkte Zitate werden mit dem Jahr der benutzten Übersetzung und der genauen Seitenangabe belegt.

„Soziale Tatsachen sind Dinge.“ (Durkheim, 2004, S. 17)

Indirektes Zitat aus einer Übersetzung

Bei Paraphrasen genügt der Kurzbeleg aus Originalautor und Jahr der verwendeten Übersetzung. Eine Seitenzahl ist nach APA 6 nicht verpflichtend, kann aber zur besseren Nachvollziehbarkeit ergänzt werden.

Durkheim (2004) definiert soziale Tatsachen als eigenständige Gegenstände.

Soziale Tatsachen werden als eigenständige Gegenstände beschrieben (Durkheim, 2004).

Doppeljahr im Text bei historischem Bezug

Wenn die zeitliche Einordnung für die Analyse relevant ist, kann im Text eine Doppelangabe aus Übersetzungsjahr und Originaljahr verwendet werden. Dadurch wird sichtbar, welche Ausgabe genutzt wurde und auf welches Originalwerk sich die Argumentation bezieht.

Freud (1953/1900) wird häufig als Beginn der Traumdeutung rezipiert.

Die frühe Fassung wird als Ausgangspunkt gesehen (Freud, 1953/1900).

Im Text

Im Text zitieren: Übersetzte Quellen nach APA 6

Im Text erscheint nicht der Übersetzer als Autor. Zitiert wird immer der Originalautor der Quelle. Die Regeln zu Autorenzahlen entsprechen den allgemeinen Vorgaben für Monographien, Aufsätze und andere Quellenarten nach APA 6.

1 Autor

Eine übersetzte Quelle mit einem Autor ist der Standardfall bei übersetzten Monographien. Im Kurzbeleg stehen Originalautor, Jahr der verwendeten Übersetzung und bei direktem Zitat die Seitenzahl.

(Weber, 2005, S. 45)

2 Autoren

Bei 2 Autoren werden beide Nachnamen in jeder Nennung angegeben und in der Klammer mit „&“ verbunden.

(Miller & Rossi, 2012, S. 88)

3 bis 5 Autoren

Bei 3 bis 5 Autoren werden bei der ersten Nennung alle Nachnamen aufgeführt. Ab der zweiten Nennung folgt die Kurzform mit dem ersten Nachnamen und „et al.“.

Erste Nennung:

(Miller, Rossi, & Chen, 2012, S. 88)

Weitere Nennung:

(Miller et al., 2012, S. 88)

6 oder mehr Autoren

Bei 6 oder mehr Autoren wird bereits ab der ersten Nennung mit dem ersten Nachnamen und „et al.“ zitiert.

(Krause et al., 2011, S. 12)

Organisation als Autor

Bei institutionellen Originalwerken bleibt die Organisation Autor. Der Übersetzer ersetzt die Organisation nicht.

(UNESCO, 2010, S. 30)

Kein Autor

Wenn keine Autorenschaft angegeben ist, übernimmt der Titel die Autorenposition. Der Titel wird im Kurzbeleg an die Stelle des Autors gesetzt.

(Handbuch der sozialen Fragen, 2001, S. 7)

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis: APA Übersetzte Quellen

Im Literaturverzeichnis wird die übersetzte Ausgabe nachgewiesen, die tatsächlich verwendet wurde. Der Übersetzer steht in Klammern direkt nach dem Titel oder im „In“-Teil, wenn es sich um ein Kapitel handelt. Anschließend folgen Ort und Verlag oder bei Online-Ausgaben Abrufdatum und URL. Das Originaljahr wird am Ende ergänzt.

Monographie als übersetztes Buch

Bei einem übersetzten Buch wird der Übersetzer unmittelbar nach dem Titel genannt. Das Originaljahr steht in einer eigenen Klammer am Ende des Eintrags.

Durkheim, E. (2004). Die Regeln der soziologischen Methode (A. Müller, Übers.). Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Original erschienen 1895).

Kapitel in einem übersetzten Sammelband

Bei einem Kapitel in einem übersetzten Sammelband steht die Übersetzungsangabe im „In“-Teil. Dadurch bleibt klar, dass sich die Seitenangaben auf die verwendete übersetzte Ausgabe beziehen.

Durkheim, E. (2004). Regeln der soziologischen Methode. In A. Müller & P. Schneider (Hrsg.), Die Regeln der soziologischen Methode (A. Müller, Übers., S. 15–42). Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Original erschienen 1895).

Zeitschriftenaufsatz in Übersetzung

Bei einem übersetzten Zeitschriftenaufsatz wird der Übersetzer nach dem Aufsatztitel angegeben, sofern diese Information vorliegt. Danach folgen Zeitschriftentitel, Jahrgang, Heftnummer und Seitenbereich. Fehlt die Übersetzerangabe, entfällt sie; das Originaljahr bleibt bestehen, wenn es bekannt ist.

Simmel, G. (1992). Die Großstädte und das Geistesleben (H. Meier, Übers.). Soziologische Revue, 14(3), 201–213. (Original erschienen 1903).

Online-Übersetzung ohne DOI

Online-Übersetzungen ohne DOI können sich verändern. Deshalb wird das Abrufdatum ergänzt, damit der verwendete Stand der übersetzten Fassung nachvollziehbar bleibt.

Tocqueville, A. de. (2018, 5. September). Über die Demokratie in Amerika: Ausgewählte Kapitel (K. Richter, Übers.). Politik Digital. Abgerufen am 8. Juni 2025 von https://www.politik-digital.de/tocqueville. (Original erschienen 1835).

Sonderregeln

Sonderfälle für übersetzte Quellen zitieren nach APA 6

Bei übersetzten Quellen entstehen nach APA 6 Sonderfälle, wenn mehrere Übersetzer beteiligt sind, nur Teile eines Werks übersetzt wurden, eine übersetzte Ausgabe als Nachdruck vorliegt oder aus der Originalsprache zitiert wird. Entscheidend ist, dass die verwendete Ausgabe, die Übersetzungsleistung und das Originaljahr eindeutig erkennbar bleiben.

Mehrere Übersetzer

Wenn mehrere Übersetzer beteiligt sind, werden sie in der Übersetzerangabe mit „&“ verbunden. Die Angabe steht direkt nach dem Titel oder im „In“-Teil, wenn ein übersetztes Kapitel zitiert wird.

(A. Müller & H. Becker, Übers.)

Teils übersetzte Ausgaben

Wenn nur einzelne Teile eines Werks übersetzt vorliegen, wird die verwendete Seitenstrecke der übersetzten Ausgabe angegeben. Die historische Einordnung bleibt durch den Hinweis auf das Originaljahr erhalten.

Durkheim, E. (2004). Auszüge aus den Regeln der soziologischen Methode. In A. Müller (Hrsg.), Klassische Texte der Soziologie (A. Müller, Übers., S. 15–42). Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Original erschienen 1895).

Reprint plus Übersetzung

Wenn eine übersetzte Ausgabe als Nachdruck oder neu gesetzte Ausgabe verwendet wird, kann im Text eine Doppeljahresangabe sinnvoll sein. Dadurch werden die verwendete Ausgabe und die ursprüngliche Veröffentlichung sichtbar.

Im Text:
(Piaget, 2021/1970, S. 33)

Im Literaturverzeichnis:
Piaget, J. (2021). Das Weltbild des Kindes (A. Müller, Übers.; Nachdruck der Ausg. 1970). Stuttgart: Klett-Cotta. (Original erschienen 1926).

Original statt Übersetzung zitieren

Wenn aus philologischen, historischen oder sprachwissenschaftlichen Gründen die Originalsprache verwendet wird, entfällt die Übersetzerangabe. Eine deutsche Übersetzung des Titels kann optional in eckigen Klammern ergänzt werden.

Freud, S. (1900). Die Traumdeutung [The interpretation of dreams]. Leipzig: Franz Deuticke.

Indirekte Übersetzung

Wird nicht aus dem Original, sondern aus einer Übersetzung einer Übersetzung zitiert, muss dies transparent gemacht werden. Die Übersetzerangabe kann deshalb um einen Hinweis wie „Übers. aus der englischen Ausgabe“ ergänzt werden.

Vygotsky, L. S. (2002). Denken und Sprechen (A. Müller, Übers. aus der englischen Ausgabe). Weinheim: Beltz. (Original erschienen 1934).

E-Book-Übersetzungen

Bei übersetzten E-Books kann die Quellenart in eckigen Klammern ergänzt werden. Wenn ein DOI vorhanden ist, wird dieser bevorzugt. Ohne DOI werden Abrufdatum und URL angegeben.

Durkheim, E. (2004). Die Regeln der soziologischen Methode (A. Müller, Übers.) [E-Book]. Suhrkamp. doi:10.1234/abcd.2004.56

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach APA 6 für die Zitation von übersetzten Quellen verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text nach APA 6

Originalautor


Pflicht

Im Kurzbeleg steht immer der Originalautor der Quelle. Der Übersetzer wird im Text nicht als Autor genannt, sondern nur im Literaturverzeichnis ausgewiesen.

Jahr der verwendeten Übersetzung


Pflicht

Im Text wird das Jahr der tatsächlich verwendeten Übersetzung angegeben, z. B. (Durkheim, 2004).

Empfehlung

Bei historischem oder theoriegeschichtlichem Fokus kann eine Doppelangabe aus Übersetzungsjahr und Originaljahr sinnvoll sein, z. B. (Freud, 1953/1900).

Seitenzahl bei direktem Zitat


Pflicht bei Zitat

Bei einem wörtlichen Zitat aus einer Übersetzung muss die Seitenzahl der verwendeten übersetzten Ausgabe angegeben werden, z. B. (Durkheim, 2004, S. 17).

Seitenzahl bei indirektem Zitat


Empfehlung

Bei Paraphrasen ist die Seitenzahl nach APA 6 nicht verpflichtend. Sie wird jedoch empfohlen, wenn die genaue Stelle in der übersetzten Ausgabe nachvollziehbar bleiben soll.

Mehrere Werke desselben Autors im selben Jahr


Pflicht

Wenn mehrere übersetzte Werke desselben Autors im selben Jahr verwendet werden, werden Kleinbuchstaben an das Jahr angefügt, z. B. 2004a und 2004b. Die Zuordnung muss mit dem Literaturverzeichnis übereinstimmen.

Literaturverzeichnis nach APA 6

Originalautor und Jahr der Übersetzung


Pflicht

Der Eintrag beginnt mit dem Originalautor. Danach folgt das Jahr der verwendeten übersetzten Ausgabe in runden Klammern.

Titel der übersetzten Ausgabe


Pflicht

Der Titel der verwendeten übersetzten Ausgabe wird kursiv gesetzt. Ein vorhandener Untertitel wird vollständig übernommen.

Empfehlung

Wenn ein fremdsprachiger Originaltitel zusätzlich genannt wird, kann eine deutsche Übersetzung in eckigen Klammern ergänzt werden. Der Originaltitel bleibt dabei erhalten.

Übersetzerangabe


Pflicht

Der Übersetzer wird nach dem Titel in Klammern genannt, z. B. (A. Müller, Übers.).

Empfehlung

Mehrere Übersetzer werden mit „&“ verbunden, z. B. (A. Müller & H. Becker, Übers.).

Ort und Verlag bei Printausgaben


Pflicht

Bei gedruckten übersetzten Quellen werden Erscheinungsort und Verlag angegeben, z. B. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Empfehlung

Bei Reihen, mehrbändigen Werken oder speziellen Ausgaben können Band-, Reihen- oder Ausgabenangaben ergänzt werden, wenn sie die Quelle genauer identifizieren.

DOI oder URL


Pflicht bei digitaler Quelle

Wenn ein DOI vorhanden ist, wird dieser bevorzugt angegeben. Ohne DOI wird bei Online-Ausgaben die URL ergänzt.

Empfehlung

Bei Online-Übersetzungen ohne DOI sollte eine stabile URL oder ein Permalink verwendet werden. Ein Abrufdatum dokumentiert den verwendeten Stand der Quelle.

Originaljahr


Pflicht

Das Originaljahr wird am Ende des Eintrags ergänzt, z. B. (Original erschienen 1895). Dadurch bleibt die historische Erstveröffentlichung der Quelle sichtbar.

Zitationsvergleich APA 6 vs. APA 7

Wähle eine Quellenart und erfahre, welche Unterschiede es zwischen APA 6 und APA 7 gibt.

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Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach APA? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.

Wie zitiere ich ein Kapitel aus einem übersetzten Sammelband?

Autor, Jahr, Kapiteltitel, Hrsg. des Sammelbands, Titel des Sammelbands, Übersetzer, Seiten, Verlag, Ort, Originaljahr. Beispiel: Durkheim, E. (2004). Regeln der Methode. In A. Müller & P. Schneider (Hrsg.), Die Regeln der soziologischen Methode (A. Müller, Übers., S. 15–42). Frankfurt: Suhrkamp. (Original erschienen 1895).

Wie zitiere ich einen Zeitschriftenaufsatz in Übersetzung?

Autor, Jahr, Titel, Übersetzer, Zeitschrift, Ausgabe, Seitenzahlen, Originaljahr. Beispiel: Simmel, G. (1992). Großstädte und Geistesleben (H. Meier, Übers.). Soziologische Revue, 14(3), 201–213. (Original erschienen 1903).

Wie gehe ich bei Online-Übersetzungen ohne DOI vor?

Autor, Datum, Titel, Übersetzer, Webseite, Abrufdatum, URL, Originaljahr. Beispiel: Tocqueville, A. (2018, 5. September). Über Demokratie in Amerika (K. Richter, Übers.). Politik Digital. Abgerufen am 8. Juni 2025 von URL. (Original erschienen 1835).

Wie zitiere ich übersetzte Werke im Text?

Nenne Autor, Jahr der verwendeten Übersetzung und Seitenzahl: (Durkheim, 2004, S. 17).

Wo wird der Übersetzer im Literaturverzeichnis genannt?

Der Übersetzer erscheint direkt nach dem Titel in Klammern. Beispiel: (A. Müller, Übers.).

Wie gebe ich das Originaljahr eines übersetzten Werkes an?

Setze das Originaljahr am Ende des Eintrags in Klammern: (Original erschienen JJJJ).

Was tun bei mehreren Übersetzern?

Nenne mehrere Übersetzer mit „&“ verbunden, z. B. (A. Müller & H. Becker, Übers.).

Wie zitiere ich E-Book-Übersetzungen?

Autor, Jahr, Titel, Übersetzer, [E-Book], Verlag, DOI/URL, Originaljahr. Beispiel: Durkheim, E. (2004). Regeln (A. Müller, Übers.) [E-Book]. Suhrkamp. doi:10.1234/abcd.

Wie zitiere ich Übersetzungen ohne Datum?

Nutze „o. D.“ im Text und Literaturverzeichnis. Beispiel: (Weber, o. D.).

Muss der Titel der übersetzten Version kursiv sein?

Ja, der Titel der übersetzten Version steht immer kursiv.

Was unterscheidet APA 6 von APA 7 bei übersetzten Quellen?

APA 7 verzichtet auf den Ort, formatiert DOI/URL als Hyperlink und reduziert die Angabe des Abrufdatums.

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