APA zitieren
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Historische Manuskripte zitieren nach APA 6
Historische Manuskripte umfassen Autographen, Briefe, Tagebücher, Codices, Urkunden, Marginalien, Amtsprotokolle, kartographische Handschriften sowie Skizzen und Notizblätter. Diese Quellen liegen häufig als Einzelstücke in Archiven und Nachlässen vor, teils als Digitalisate.
Nach APA 6 werden historische Manuskripte als Archivalien nachgewiesen. Entscheidend sind eine eindeutige Stückbeschreibung, die Signatur, der Bestand, das Archiv und der Ort.
Wird statt des Originals eine moderne Edition benutzt, gilt das Schema für Bücher oder Sammelbandkapitel. Diese Abgrenzung wird im Folgenden untersucht.
Inhaltsverzeichnis
APA 7 Richtlinien
APA Manusskript in einer verständlichen Übersicht.
Historische Manuskripte zitieren APA 6
Für historische Manuskripte gilt nach APA 6, dass
- Autor bzw. verfassende Person oder Institution,
- Datum so genau wie möglich,
- Titel oder sachliche Beschreibung des Stücks,
- Gattungsangabe in eckigen Klammern, z. B. [Brief], [Handschriftliches Manuskript], [Urkunde], [Tagebuch],
- Bestand und Signatur,
- Archivname und Ort
im Literaturverzeichnis erscheinen. Bei Digitalisaten ohne DOI werden Abrufdatum und URL ergänzt.
Grundstruktur im Text:
(Autor, Jahr, ggf. Blatt- oder Folioangabe)
Zitation im Text
Direktes Zitat
Historische Handschriften haben keine durchgehenden Seiten. Es wird mit Blattangaben gearbeitet, bei Bedarf mit recto und verso.
„Die Zusammenarbeit wird fortgesetzt“ (Goethe, 1800, Bl. 23 r)
Indirektes Zitat
Für Paraphrasen genügt Autor und Jahr. Die Blattangabe erhöht die Nachvollziehbarkeit.
Goethe (1800) befürwortet die Fortführung des Austauschs.
Die Fortführung des Austauschs wird bestätigt (Goethe, 1800).
Fehlerfreie Zitation nach APA
Quellen und das Literaturverzeichnis nach 100 % APA 6 oder 7. 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!
Im Text zitieren: Historische Manuskripte nach APA 6
Als Autor gilt die verfassende Person des Stücks. Empfängerinnen erscheinen in der Titelbeschreibung. Institutionen werden als Autor geführt, wenn ein individueller Verfasser nicht ermittelbar ist. In der Praxis dominiert Einzelautorschaft.
1 Autor
Regelfall bei Autographen und Briefen.
(Goethe, 1800)
2 Autoren
Gemeinsam verfasste Protokolle oder Memoranden.
(Müller & Schneider, 1799)
3 bis 5 Autoren
Erste Nennung vollständig, danach „et al.“
Erste Nennung:
(Müller, Schneider, & Weber, 1799)
Weitere Nennung:
(Müller et al., 1799)
Organisation als Autor
Für Amtsprotokolle oder Urkunden.
(Rat der Stadt Lübeck, 1502)
Kein Autor
Der Titel übernimmt die Autorenstelle.
(Protokoll der Kanzlei, 1521)
Gleiches Jahr, mehrere Stücke
Unterscheidung mit Kleinbuchstaben.
(Goethe, 1800a) und (Goethe, 1800b)
Im LiteraturverzeichnisLiteraturverzeichnis: APA Historische Manuskripte
Der Eintrag muss das einzelne Stück identifizieren. Titel oder Beschreibung werden nicht kursiv gesetzt. Die Gattungsangabe steht in eckigen Klammern. Bestand, Signatur, Archiv und Ort sichern die Auffindbarkeit. Bei Online-Nutzung ohne DOI kommen Abrufdatum und URL hinzu.
Grundform
Autor, A. A. (Jahr, Tag. Monat). Titel bzw. sachliche Beschreibung [Gattung]. Signatur, Bestandsbezeichnung, Archivname, Ort.
Online: … Archivname, Ort. Abgerufen am TT. Monat JJJJ von URL
Beispiele
Brief
Goethe, J. W. v. (1800, 4. Mai). Brief an Friedrich Schiller [Brief]. Sign. GSA 25/B/56, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar.
Tagebucheintrag
Schopenhauer, A. (1815, 12. Oktober). Eintrag zur Vorlesungsvorbereitung [Tagebuch]. Sign. NL Schopenhauer 3, Bl. 12r, Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin.
Amtsprotokoll
Rat der Stadt Lübeck. (1502, 7. Juni). Beschluss zur Hafengebühr [Protokoll]. Sign. A 12, Fasc. 3, Stadtarchiv Lübeck, Lübeck.
Urkunde
Erzbistum Köln. (1298, 21. März). Schenkungsbestätigung für das Kloster X [Urkunde]. Sign. U 1298/03/21, Historisches Archiv des Erzbistums Köln, Köln.
Codex-Beschreibung
Anonym. (ca. 1450). Psalter mit Initialschmuck [Handschrift]. Sign. Cod. 123, Österreichische Nationalbibliothek, Wien.
Digitalisat ohne DOI
Planck, M. (1900, 19. Oktober). Schreiben an die Redaktion [Brief]. PN/1900/10/19, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin. Abgerufen am 8. Juni 2025 von https://…
Digitalisat mit DOI
Kepler, J. (1612, 3. Mai). Notiz zur Ellipsenbahn [Handschrift]. Ms. K 12, Bl. 7v, Universitätsarchiv Linz, Linz. doi:10.1234/uarch.k12.7v
Ohne Datum
Hildegard von Bingen. (o. D.). Rezepturen für Heilkunde [Handschrift]. Hs. 45, Landesbibliothek Rheinland-Pfalz, Koblenz.
SonderregelnSonderfälle für Historische Manuskripte zitieren nach APA 6
Foliierung statt Paginierung
Blattangaben ersetzen Seiten. recto wird mit r, verso mit v gekennzeichnet.
Beispiel Literaturverzeichnis:
Kant, I.. (1784, 3. November). Randbemerkungen zur Kritik [Handschrift]. Ms. A 23, Bl. 45r, Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin.
Beispiel Zitation im Text:
(Kant, 1784, Bl. 45 r)
Circa- oder Intervall-Datierung
Unsichere Datierungen werden mit ca. oder mit Jahresintervall notiert.
Anonym. (ca. 1470). Stundenbuchfragment [Handschrift]. Fragm. Hs. 9, Bayerische Staatsbibliothek, München.
(Anonym, ca. 1470)
Mehrere Hände im selben Stück
Bei mehreren Schreibern bleibt der Autor des Inhalts maßgeblich. Hinweise zu Händen können in der Beschreibung stehen.
Melanchthon, P. und weitere Hände. (1531). Vorlesungsnotizen zur Rhetorik [Handschrift]. Cod. M 31, Universitätsbibliothek Wittenberg, Wittenberg.
(Melanchthon, 1531)
Fragment oder Palimpsest
Die Materiallage wird in der Gattungsangabe kenntlich gemacht.
Anonym. (6. Jh.). Evangelienzeile [Pergamentfragment]. Fragm. 12, Biblioteca Vaticana, Rom.
(Anonym, 6. Jh.)
Sprache und Transkription
Zitiert wird aus der benutzten Fassung. Bei eigener Transkription kann dies in Klammern ergänzt werden.
Luther, M.. (1522). Glossen zum Römerbrief [Handschrift, eigene Transkription]. Ms. L 8, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Jena.
(Luther, 1522)
Benutzung einer Edition statt des Originals
Wird eine gedruckte oder digitale Edition genutzt, gilt das Buch- oder Kapitel-Schema.
Goethe, J. W. v. (1800). Brief an F. Schiller. In M. Müller & H. Becker (Hrsg.), Briefe 1799–1801 (S. 201–204). Frankfurt am Main: Fischer.
(Goethe, 1800, S. 202)
Wechsel der Signatur oder des Standorts
Es wird der recherchierte aktuelle Stand belegt. Frühere Signaturen können in Klammern ergänzt werden.
Bacon, F.. (1620). Notiz zur Methode [Handschrift]. Sign. Ms. 77 (früher Hs. 55), British Library, London.
(Bacon, 1620)
Hey! IIIF-Viewer oder persistente Handles
Bei stabilen Kennungen werden DOI oder Handle bevorzugt.
Ptolemaios. (ca. 1455). Cosmographia, Karte III [Handschrift]. Hs. P 17, Bibliothèque nationale de France, Paris. doi:10.5678/bnf.p17.map3
(Ptolemaios, ca. 1455)
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach APA 6 für die Zitation von Historische Manuskripten verpflichtend und was wird empfohlen?
Zitation im Text nach APA 6
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Autor bzw. Institution | Pflicht | Funktionszusatz im Fließtext erläutern |
| Jahr | Pflicht, bei Fehlen „o. D.“ | circa-Datierung „ca.“ bei Unsicherheit |
| Fundstelle bei direktem Zitat | Blattangabe, z. B. Bl. 23 r | Blattbereich bei längeren Passagen |
| a, b, c … bei gleichem Jahr | Pflicht | — |
| Initialen bei gleichem Nachnamen | Pflicht | — |
Literaturverzeichnis nach APA 6
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Autor, vollständiges Datum | Pflicht | Tagesdatum, wenn bekannt |
| Titel oder sachliche Beschreibung | Pflicht, nicht kursiv | Empfänger in der Beschreibung nennen |
| Gattungsangabe | Pflicht, z. B. [Brief], [Handschrift], [Urkunde] | Spezifizierung, z. B. [Pergamentfragment] |
| Signatur und Bestand | Pflicht | Box, Mappe, Blatt ergänzen |
| Archivname und Ort | Pflicht | Abteilung oder Depot ergänzen |
| DOI oder URL | DOI bevorzugt, sonst URL | Abrufdatum bei Online ohne DOI |
| Editionsnutzung | — | bei Nutzung einer Edition das Buchschema anwenden |
APA 6 vs. APA 7
Gegenüberstellung: Historische Manuskripte zitieren APA 6 vs. APA 7
Nur abweichende Punkte für veröffentlichte bzw. online zugängliche Manuskripte; persönliche Kommunikation ist hiervon unberührt.
DOI und URL
APA 6: DOI mit „doi:…“. URLs mit „Abgerufen am … von …“.
APA 7: DOI und URL als Hyperlinks; „Abgerufen von“ entfällt; Abrufdatum nur bei dynamischen Inhalten.
Folgen: Darstellung der Links wird modernisiert, Abrufdaten werden seltener gefordert.
| APA 6 | APA 7 |
|---|---|
| Kepler, J.. (1612, 3. Mai). Notiz zur Ellipsenbahn [Handschrift]. Ms. K 12, Bl. 7v, Universitätsarchiv Linz, Linz. doi:10.1234/uarch.k12.7v Planck, M.. (1900, 19. Oktober). Schreiben an die Redaktion [Brief]. PN/1900/10/19, BBAW-Archiv, Berlin. Abgerufen am 8. Juni 2025 von https://… | Kepler, J.. (1612, 3. Mai). Notiz zur Ellipsenbahn [Handschrift]. Ms. K 12, Bl. 7v, Universitätsarchiv Linz. https://doi.org/10.1234/uarch.k12.7v Planck, M.. (1900, 19. Oktober). Schreiben an die Redaktion [Brief]. PN/1900/10/19, BBAW-Archiv. https://… |
Ortsangabe
APA 6: Archivname und Ort werden genannt.
APA 7: Ortsangabe kann entfallen, wenn die Repositoriumsangabe eindeutig ist.
Folgen: Einträge werden kompakter, Identifizierbarkeit bleibt über Signatur/Repository gesichert.
| APA 6 | APA 7 |
|---|---|
| Goethe, J. W. v.. (1800, 4. Mai). Brief an Friedrich Schiller [Brief]. Sign. GSA 25/B/56, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar. | Goethe, J. W. v.. (1800, 4. Mai). Brief an Friedrich Schiller [Brief]. Sign. GSA 25/B/56, Goethe- und Schiller-Archiv. |
Autorenanzahl im Literaturverzeichnis
APA 6: Bis zu sieben Namen vollständig; ab acht erste sechs, Auslassungspunkte, letzter Name.
APA 7: Bis zu zwanzig vollständig; ab 21 erste neunzehn, Auslassungspunkte, letzter Name.
Folgen: Kollektive werden umfangreicher ausgewiesen.
| APA 6 | APA 7 |
|---|---|
| Müller, A., Schneider, B., Weber, C., Fischer, D., Krause, E., Hoffmann, F., … Lehmann, Z. | Müller, A., Schneider, B., Weber, C., Fischer, D., Krause, E., Hoffmann, F., Neumann, G., Krüger, H., Peters, I., Lorenz, J., Hartmann, K., Bauer, L., König, M., Brandt, N., Schulze, O., … Lehmann, Z. |
Häufige Fragen & Antworten
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