Chicago Style
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Briefe zitieren nach Chicago (Fußnotenstil) – Einleitung
Briefe gehören in vielen wissenschaftlichen Arbeiten zu den wichtigen Primärquellen – sowohl in Geschichts-, Kultur-, Sozial- als auch in Literaturwissenschaften. Das Chicago Manual of Style (17. Auflage, Fußnotensystem) unterscheidet dabei streng zwischen öffentlichen und nicht öffentlichen Briefquellen: veröffentlichte oder edierte Briefe werden wie reguläre Publikationen zitiert, während private oder archivierte Briefe ausschließlich in Fußnoten erscheinen und keinen Eintrag im Literaturverzeichnis erhalten.
Da Briefe häufig als Einzelstücke, Archivdokumente oder digitalisierte Handschriften vorliegen, ist ihre eindeutige Identifizierbarkeit zentral. Entscheidend sind daher Angaben zum Verfasser, Datum, Titel bzw. sachlichen Beschreibung, zur Gattung (z. B. [Brief], [Handschrift]), zur Sammlung oder Signatur sowie zum Archiv oder Herausgeber.
Inhaltsverzeichnis
Briefe zitieren Chicago – Fußnoten & Endnoten
Briefe werden im Chicago Manual of Style (17, Notes & Bibliography) abhängig von ihrer Form und Zugänglichkeit unterschiedlich behandelt. Entscheidend ist, ob ein Brief öffentlich zugänglich (z. B. in einer Zeitung, einem Sammelband oder einer edierten Ausgabe) oder nicht öffentlich bzw. archiviert ist.
Öffentliche Briefe (z. B. veröffentlichte Briefsammlungen, Zeitschriften- oder Zeitungsbriefe) werden wie normale Publikationen behandelt und erscheinen in Fußnote und Literaturverzeichnis.
Private, unveröffentlichte oder archivierte Briefe werden ausschließlich in Fußnoten zitiert und nicht in die Bibliografie aufgenommen.
Die Grundstruktur orientiert sich an der typischen Chicago-Logik:
- Fußnote: vollständige Angabe bei erster Nennung; Kurzform bei späteren Nennungen.
- Bibliografie: nur bei veröffentlichten oder edierten Briefen; Privatbriefe bleiben ausgeschlossen.
- Titel oder Beschreibung muss bei archivierten Briefen so formuliert werden, dass das Dokument eindeutig identifizierbar bleibt (Datum, Sammlung, Signatur, Archiv).
Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style
Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!
Im Text zitieren: Briefe nach Chicago – Fußnoten & Endnoten
Briefe werden im Chicago-Fußnotensystem ausschließlich über Fußnoten nachgewiesen. Die Fußnote steht direkt an der Stelle im Text, an der ein Brief erwähnt, paraphrasiert oder wörtlich zitiert wird. Die Form der Fußnote richtet sich nach der Art des Briefes: privat, archiviert, veröffentlicht, zeitungs-/zeitschriftenbasiert, ediert oder online publiziert.
Grundprinzipien:
- Privatbriefe, persönliche Korrespondenz und unveröffentlichte Archivstücke erscheinen nur in der Fußnote, niemals im Literaturverzeichnis.
- Veröffentlichte Briefe (in Zeitungen, Zeitschriften, Sammelbänden, offiziellen Editionen) erscheinen zusätzlich in der Bibliografie.
- Die erste Nennung enthält eine vollständige Angabe, während spätere Nennungen kurz mit Nachname + Kurztitel erfolgen.
- Wenn kein Titel existiert, wird eine sachliche Beschreibung verwendet (z. B. „Brief an G. F. Hegel“, „Rundschreiben zur Laborordnung“).
Privatbrief / persönliche Kommunikation (nicht öffentlich zugänglich)
Diese Briefe sind nur der zitierenden Person zugänglich, daher erscheinen sie ausschließlich in Fußnoten.
Beispiel:
Karl Müller an Lisa Berger, Brief, 12. März 2024.
Spätere Nennung:
Müller an Berger, Brief, 12. März 2024.
Archivierter Brief (mit Sammlung und Signatur)
Archivmaterial erhält eine präzise Beschreibung, damit das Dokument eindeutig identifiziert werden kann.
Beispiel (erste Nennung):
Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1922, Born-Nachlass, NL 123/4, Staatsbibliothek zu Berlin.
Weitere Nennung:
Einstein an Born, 4. Dezember 1922.
Archivbrief mit Blatt-, Folio- oder Box-Angaben
Für exakte Stellenangaben in Archivalien können Blatt oder Folio ergänzt werden.
Beispiel:
Johann Wolfgang von Goethe an Charlotte von Stein, 18. Juli 1781, Bl. 2r, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar.
Veröffentlichtes Briefdokument in einer Zeitung / Zeitschrift
Diese Form wird wie ein eigener Zeitungs-/Zeitschriftenartikel behandelt.
Beispiel:
Thomas Schulz, „Offener Brief zur Forschungsfinanzierung“, Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2023, S. 9.
Weitere Nennung:
Schulz, „Offener Brief“.
Brief in einem Sammelband (edierte Briefsammlung)
Der Autor des Briefes steht an erster Stelle, danach folgt der Herausgeber der Edition.
Beispiel:
Sigmund Freud, „Brief an Wilhelm Fliess, 3. Januar 1897“, in Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter (Frankfurt am Main: Fischer, 1985), 112.
Weitere Nennung:
Freud, „Brief an Wilhelm Fliess“, 115.
Brief als Kapitel in einem kommentierten Werk
Wenn der Brief eine editorische Kommentierung enthält, wird er wie ein Kapitel zitiert.
Beispiel:
Hannah Arendt, „Letter to Mary McCarthy, 1954“, in The Arendt–McCarthy Correspondence, hrsg. von Carol Brightman (New York: Harcourt, 1995), 54.
Offener Brief auf einer Website
Online veröffentlichte Briefe werden mit Datum, Titel und URL angegeben.
Beispiel:
Friederike Meier, „Offener Brief zur digitalen Bildung“, Bildung Online, 3. Juli 2024, https://www.bildung-online.de/offener-brief
Weitere Nennung:
Meier, „Offener Brief“.
Brief ohne Autor / ohne erkennbare Verfasserschaft
Ist kein Name bekannt, rückt die Beschreibung an die Autorstelle.
Beispiel:
Rundschreiben zur Laborordnung, 18. Juli 1932, Stadtarchiv Hamburg, I-32-7.
Mehrere Briefe desselben Autors im selben Jahr
Zur Unterscheidung verwendet Chicago Jahrbuchstaben.
Beispiele:
Marie Curie an André Debierne, 4. Januar 1910a.
Marie Curie an André Debierne, 12. Juli 1910b.
Digitale Transkriptionen oder Digitalisate
Wenn die digitale Version eine stabile URL oder DOI hat, wird diese am Ende ergänzt.
Beispiel:
Max Planck, Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900, Planck-Nachlass, PN 1900/10/19, https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19
im LiteraturverzeichnisLiteraturverzeichnis – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)
Im Unterschied zu Gesetzen erscheinen Briefe im Chicago-Stil (Notes & Bibliography) nur dann im Literaturverzeichnis, wenn sie öffentlich zugänglich sind oder in einer veröffentlichten Edition (gedruckt oder digital) vorliegen.
Privatbriefe, persönliche Kommunikation und unveröffentlichte Archivbriefe werden ausschließlich in Fußnoten zitiert und nicht im Literaturverzeichnis verzeichnet.
Im Literaturverzeichnis gilt immer:
- Privatbrief → keine Aufnahme
- Archivbrief → nur aufnehmen, wenn die Edition öffentlich publiziert ist (z. B. edierte Briefsammlung)
- Zeitungs-/Zeitschriften-Brief → wie Artikel
- Brief in Sammelband → wie Kapitel
- Online-Brief → wie Webseite / Online-Artikel
- Digitalisiertes Archivstück → nur bei stabiler Edition (DOI oder institutioneller Permalink)
Persönliche Kommunikation (nicht öffentlich zugänglich)
Nicht in der Bibliografie — ausschließlich Fußnote.
Kein Literaturverzeichnis-Eintrag.
Beispiel Fußnote:
T. Becker, persönliche Kommunikation, 12. Oktober 2024.
Archivbrief (nur wenn öffentlich ediert!)
Wenn ein Archivbrief als Teil einer offiziell herausgegebenen Edition erscheint (z. B. „Briefe 1873–1939“), wird diese Edition im Literaturverzeichnis wie ein Buch oder Sammelband angegeben.
Beispiel (edierte Briefsammlung)
Freud, Sigmund. Briefe 1873–1939. Hrsg. von Michael Schröter. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.
Digitalisiertes Archivstück (mit DOI oder stabilem Permalink)
Digitale Reproduktionen von Archivbriefen erhalten einen eigenen Eintrag, wenn sie eine stabile, zitierfähige Edition darstellen.
Beispiel
Planck, Max. Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900. Planck-Nachlass, PN/1900/10/19. Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19
Brief als Zeitschriftenbeitrag (Leserbrief)
Ein Leserbrief wird wie ein Zeitschriftenartikel im Literaturverzeichnis aufgeführt.
Beispiel
Hoffmann, Rainer. „Anmerkungen zur Methodik.“ Zeitschrift für Pädagogik 62, Nr. 4 (2016): 311–313.
Brief als Zeitungsartikel
Zeitungsbriefe werden wie reguläre Zeitungsartikel behandelt.
Beispiel
Schmidt, Laura. „Offener Brief zur Datenethik.“ Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2024, S. 9.
Brief in einem Sammelband (Teil einer wissenschaftlichen Edition)
Der Brief wird als Kapitel/Beitrag zitiert; die Sammelbandangaben folgen den Chicago-Regeln.
Beispiel
Freud, Sigmund. „Brief an W. Fliess, 21. September 1897.“ In Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter, 201–204. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.
Online veröffentlichter Brief (z. B. offener Brief auf Website)
Wenn ein Brief offiziell online publiziert wurde (Webmagazin, Organisation, Redaktion), wird er wie eine Webseite zitiert.
Beispiel
Meier, Friederike. „Offener Brief zur digitalen Lehre.“ Bildung Online. 15. März 2023. https://www.bildung-online.de/offener-brief
Brief als Kapitel in einer kommentierten Edition
Wenn der Brief Teil einer wissenschaftlich bearbeiteten Edition ist (Anmerkungen, Kommentarapparat), wird diese Version zitiert.
Beispiel
Arendt, Hannah. „Letter to Mary McCarthy, 1954.“ In The Arendt–McCarthy Correspondence, edited by Carol Brightman, 53–61. New York: Harcourt, 1995.
Übersetzte Briefe
Übersetzungen werden wie übersetzte Buchkapitel oder Texte behandelt.
Beispiel
Tocqueville, Alexis de. „Letter to Gustave de Beaumont.“ In Selected Letters, übersetzt von Katharina Richter, 55–57. Berlin: Politik Digital, 2018.
Briefe ohne Autor (z. B. anonym oder unbekannt)
Wenn kein Autor identifizierbar ist, wird der Titel bzw. die Beschreibung an die Autorenposition gesetzt.
Beispiel
Rundschreiben zur Laborordnung. 18. Juli 1932. Bestand Institut X (I-32-7). Stadtarchiv Hamburg.
SonderregelnSonderfälle für Briefe zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten
Briefe treten in der wissenschaftlichen Praxis in vielen unterschiedlichen Formen auf: privat, archiviert, digitalisiert, anonym, veröffentlicht oder übersetzt. Der Chicago-Fußnotenstil erlaubt hier flexible, aber klar strukturierte Lösungen. Entscheidend bleibt immer die Frage:
Ist der Brief öffentlich zugänglich?
Nur dann darf er im Literaturverzeichnis erscheinen — alle anderen Fälle werden ausschließlich in Fußnoten behandelt.
Kein Datum („o. D.“) oder unvollständige Datierung
Wenn weder Jahr noch Tagesdatum bekannt sind, wird o. D. verwendet.
Fußnote
Planck, M., Notiz an A. Einstein, o. D., Planck-Nachlass (PN/HM/37), Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Literaturverzeichnis (nur bei veröffentlichter Edition)
Planck, Max. Notiz an A. Einstein. Planck-Nachlass (PN/HM/37). Archiv der BBAW. o. D.
Mehrere Empfänger oder Rundschreiben
Der Empfängerkreis wird nur in der Beschreibung, nicht als Autor genannt.
Fußnote
Einstein, A., Rundschreiben an die Institutsleitung, 2. Januar 1906, Einstein-Nachlass (EN/Briefe/1906/01/02), Archiv der BBAW.
Unklare oder fehlende Autorenschaft
Wenn kein Absender identifizierbar ist, tritt der Titel bzw. die Beschreibung an die Autorenposition.
Fußnote
Rundschreiben zur Laborordnung, 18. Juli 1932, Bestand Institut X (I-32-7), Stadtarchiv Hamburg.
Literaturverzeichnis (nur bei Edition)
Rundschreiben zur Laborordnung. 18. Juli 1932. Bestand Institut X (I-32-7). Stadtarchiv Hamburg.
Übersetzte Briefe oder bilinguale Ausgaben
Bei veröffentlichten Übersetzungen wird die übersetzte Fassung zitiert; das Originaljahr kann ergänzt werden.
Fußnote
Alexis de Tocqueville, Brief an G. de Beaumont, 21. September 1835/2018, in Ausgewählte Briefe, hrsg. von K. Richter (Berlin: Politik Digital, 2018), 55–57.
Literaturverzeichnis
Tocqueville, Alexis de. „Brief an G. de Beaumont.“ In Ausgewählte Briefe, hrsg. von Katharina Richter, 55–57. Berlin: Politik Digital, 2018.
Sekundärzitat (Brief nur über andere Quelle zugänglich)
Wenn der Originalbrief nicht vorliegt, wird „zitiert nach“ verwendet.
Fußnote
Einstein, A., Brief an M. Besso, 1905, zitiert nach P. Schneider, Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese (Berlin: Springer, 2014), 45.
Literaturverzeichnis
Schneider, Peter. Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese. Berlin: Springer, 2014.
Digitalisat mit instabiler URL
Wenn der Link nicht dauerhaft gesichert ist, wird zusätzlich ein Abrufdatum genannt.
Fußnote
Borchardt, H., Brief an M. Reiniger, 14. April 1917, Nachlass Borchardt (NB-H-17/04/14), Staatsbibliothek zu Berlin, abgerufen am 8. Juni 2025, https://…
Archivierte Version (Internet Archive)
Falls die Originalquelle entfernt wurde, wird die archivierte URL genutzt.
Fußnote
Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), Fassung vom 1. Januar 2017, Internet Archive, https://web.archive.org/web/20170101/https://www.gesetze-im-internet.de/bimschg.
Brief in digitaler Kuratierung (mit DOI)
Digitale Editionen mit DOI gelten als zitierfähige Publikationen.
Fußnote
Max Planck, Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900, PN/1900/10/19, Archiv der BBAW, https://doi.org/10.1234/ual.nlm.1900.19.
Literaturverzeichnis
Planck, Max. Brief an die Redaktion. PN/1900/10/19. Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. https://doi.org/10.1234/ual.nlm.1900.19
Brief als Teil eines Sammelkommentars oder einer Edition
Wenn der Brief innerhalb eines Editionsbandes erscheint, gilt das Schema „Buchkapitel“.
Fußnote
Sigmund Freud, „Brief an W. Fliess, 21. September 1897,“ in Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter (Frankfurt am Main: Fischer, 1985), 201–204.
Interne oder unveröffentlichte Briefe
Nicht öffentlich zugängliche interne Dokumente werden als [Unveröffentlichtes Dokument] gekennzeichnet.
Fußnote
Richtlinie zur Datenverarbeitung im Labor, internes Schreiben, Max-Planck-Institut, 2024, [Unveröffentlichtes Dokument].
Kombination aus Print- und Digitalfassung
Wenn sowohl die gedruckte als auch die digitale Version herangezogen wurden, können beide kombiniert erscheinen.
Fußnote
Schmidt, H., Arbeitsbriefe 1919–1923 (Berlin: Reimer, 1981), 77; Digitalisat: https://digital.stabi.de/…
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach Chicago – Fußnoten & Endnoten für die Zitation von Briefen verpflichtend und was wird empfohlen?
Die Tabellen trennen – wie immer – Fußnote und Literaturverzeichnis, weil Chicago hier deutlich differenziert:
- Privat- / persönliche Briefe → nur Fußnote, niemals Literaturverzeichnis
- Archivalien & Digitalisate → Fußnote + Literaturverzeichnis (wenn veröffentlicht/ediert)
- Veröffentlichte Briefe (Zeitung/Zeitschrift/Buch) → Fußnote + Literaturverzeichnis
Fußnoten – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)
| Angabe | Verpflichtend | Empfohlen / fakultativ |
|---|---|---|
| Autor / Absender | Vollständiger Name oder Titel (bei unbekannter Verfasserschaft) | Funktionsbezug (z. B. „Pressestelle BMBF“), wenn relevant |
| Datum | Vollständiges Datum, wenn vorhanden; sonst o. D. | Monat/Jahr, wenn Tag nicht rekonstruierbar |
| Titel / Beschreibung | Titel oder knappe sachliche Beschreibung (z. B. „Brief an A. Einstein“) | Empfängernennung innerhalb der Beschreibung |
| Gattungsangabe | Pflicht: [Brief], [Handschrift], [Digitalisat], etc. | Spezifizierung: [Transkript eines Briefes], [Digitalisat] |
| Archivangaben | Pflicht: Sammlung + Signatur + Archivname | Box/Faszikel/Blattangaben für präzisere Identifizierung |
| Digitalisat / DOI / URL | Pflicht, wenn Online-Fassung die zitierte Version ist | Abrufdatum nur bei instabilen URLs |
| Seiten-/Blattangabe in Fußnote | Pflicht, wenn direkt zitiert wird | Folio- oder Blattbereich für längere Passagen |
| Wiederholungszitat | Kurzform (Autor + Kurztitel + Blatt/Seite) | „Ebd.“ nur bei unmittelbar wiederholten identischen Quellen |
| Sekundärzitat | Pflichtform „Autor, Jahr, zitiert nach …“ | Wenn möglich, Original konsultieren |
| Nicht öffentliche Briefe | Kennzeichnung: „persönliche Kommunikation“ | Hinweis auf Anhang/Transkript |
Literaturverzeichnis – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)
(gilt nur für veröffentlichte/edierte/übersetzte/digital kuratierte Briefe – nicht für Privatbriefe!)
| Angabe | Verpflichtend | Empfohlen / fakultativ |
|---|---|---|
| Autor / Herausgeber | Autor oder Herausgeber in voller Form | Rollenangabe: „Hrsg.“, „Übers.“, „Bearb.“ |
| Titel des Briefs / Sammlung | Pflicht: Kursiv für gesamte Edition; Beitragstitel in Anführungszeichen | Untertitel oder Editionstitel ergänzen |
| Datum des Briefs | Falls im Titel erwähnt, übernehmen; sonst im Brieftext | Doppeljahr für Original-/Übersetzungsjahr |
| Gattungsangabe | Nicht obligatorisch im Verzeichnis | [Brief], [Digitalisat], [Transkript] bei Bedarf |
| Sammlung/Signatur | Pflicht bei Archiv-Editionen | Blatt-/Folioangaben zur Präzisierung |
| Bandangabe | Pflicht bei mehrbändigen Editionen | Paragraphen-/Briefnummernbereich |
| Auflage | Pflicht, wenn relevant | Zusatz: „revidierte Auflage“ |
| Verlagsangabe | Ort + Verlag | Verlag der Originalausgabe optional erwähnen |
| Jahr | Pflichtangabe | Tag/Monat bei tagesaktuellen Digitaleditionen |
| DOI/URL | Pflicht bei digitalen oder online zugänglichen Editionen | Abrufdatum bei instabilen Quellen |
| Übersetzer | Pflicht bei übersetzten Briefen | Sprachhinweis (Deutsch/Englisch) |
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.
- Erfinder oder Organisation (wie im Patentdokument angegeben),
- vollständiger Patenttitel,
- Dokumentcode inkl. Länder- und Kindcode (z. B. DE…A1/B1, EP…B1, WO…A1, U.S. Patent No. …),
- Patentamt oder Behörde (DPMA, European Patent Office, U.S. Patent and Trademark Office, WIPO),
- Jahr der veröffentlichten Fassung (Anmeldung oder Erteilung).
Nachname, Kurztitel (Dokumentcode).
Beispiel: Müller, Energieoptimierung (DE102020000123A1).
Bei mehreren Erfindern kann in der Fußnote eine verkürzte Nennung mit „et al.“ verwendet werden, etwa Müller et al., Sensorsystem (DE102019009876A1), während im Literaturverzeichnis alle Erfinder vollständig ausgeschrieben werden.
- Deutsche Patente (DE…A1/B1): Titel, DE-Nummer, Deutsches Patent- und Markenamt, Jahr.
- Europäische Patente (EP…A1/B1): Titel, EP-Nummer mit Kennbuchstaben, European Patent Office, Jahr.
- PCT-Patente (WO…A1): Titel, WO-Nummer, World Intellectual Property Organization (WIPO), Jahr.
- US-Patente: „U.S. Patent No. …“ oder „U.S. Patent Application No. …“, Nummer, U.S. Patent and Trademark Office, Jahr.
Nachname, Vorname. Titel des Patents. Dokumentcode. Behörde, Jahr.
Beispiel: Müller, Anna. Verfahren zur Energieoptimierung in Gebäuden. DE102020000123A1. Deutsches Patent- und Markenamt, 2021.
Für EP-, WO- und US-Patente werden entsprechend die EP-/WO-/U.S.-Nummer und das zuständige Amt (EPO, WIPO, USPTO) angegeben. DOI oder stabile URL können ergänzt werden, sind aber keine Pflichtangaben im Chicago-Stil.
Im Literaturverzeichnis verlangt Chicago jedoch die vollständige Nennung aller Erfinder, ohne „et al.“. Bei institutioneller Autorenschaft (z. B. Siemens AG, UNESCO) steht der Organisationsname an der Autorenposition und wird in Fußnote und Bibliografie identisch verwendet, etwa Siemens AG. Power-Grid Stabilization Circuit. EP4123001A1. European Patent Office, 2023.
- DOI, wenn verfügbar, ohne abschließenden Punkt,
- stabile URL (z. B. Espacenet, WIPO, USPTO) bei fehlendem DOI,
- Abrufdatum nur bei instabilen oder archivierten Quellen sinnvoll.
- unterschiedliche Fassungen (A1-Anmeldung, B1-Erteilung) – die verwendete Fassung muss eindeutig genannt werden,
- Patentfamilien – es wird immer nur eine konkrete Publikation zitiert, nicht alle parallelen Nummern,
- historische Patente – Titel, Nummer, Behörde und Jahr werden wie bei aktuellen Patenten angegeben,
- unveröffentlichte Patentanmeldungen – als unveröffentlichte Dokumente oder persönliche Mitteilung gekennzeichnet,
- Übersetzte oder mehrsprachige Patente – die verwendete Sprachversion wird ausdrücklich genannt.
In Fußnoten sind verpflichtend:
- Erfinder oder Organisation,
- Patentstitel,
- Dokumentcode (DE…, EP…, WO…, U.S. Patent No. …),
- Behörde (DPMA, EPO, USPTO, WIPO),
- Jahr der verwendeten Fassung.
Im Literaturverzeichnis sind verpflichtend:
- vollständiger Name aller Erfinder oder die Organisation,
- Jahr,
- vollständiger Titel,
- Dokumentcode,
- Behörde.