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Chicago Style

Briefe zitieren nach Chicago – Fußnoten

Briefe zitieren nach Chicago (Fußnotenstil) – Einleitung

Briefe gehören in vielen wissenschaftlichen Arbeiten zu den wichtigen Primärquellen – sowohl in Geschichts-, Kultur-, Sozial- als auch in Literaturwissenschaften. Das Chicago Manual of Style (17. Auflage, Fußnotensystem) unterscheidet dabei streng zwischen öffentlichen und nicht öffentlichen Briefquellen: veröffentlichte oder edierte Briefe werden wie reguläre Publikationen zitiert, während private oder archivierte Briefe ausschließlich in Fußnoten erscheinen und keinen Eintrag im Literaturverzeichnis erhalten.

Da Briefe häufig als Einzelstücke, Archivdokumente oder digitalisierte Handschriften vorliegen, ist ihre eindeutige Identifizierbarkeit zentral. Entscheidend sind daher Angaben zum Verfasser, Datum, Titel bzw. sachlichen Beschreibung, zur Gattung (z. B. [Brief], [Handschrift]), zur Sammlung oder Signatur sowie zum Archiv oder Herausgeber.

 
Wichtigste Regeln

Briefe zitieren Chicago – Fußnoten & Endnoten

Briefe werden im Chicago Manual of Style (17, Notes & Bibliography) abhängig von ihrer Form und Zugänglichkeit unterschiedlich behandelt. Entscheidend ist, ob ein Brief öffentlich zugänglich (z. B. in einer Zeitung, einem Sammelband oder einer edierten Ausgabe) oder nicht öffentlich bzw. archiviert ist.

Öffentliche Briefe (z. B. veröffentlichte Briefsammlungen, Zeitschriften- oder Zeitungsbriefe) werden wie normale Publikationen behandelt und erscheinen in Fußnote und Literaturverzeichnis.
Private, unveröffentlichte oder archivierte Briefe werden ausschließlich in Fußnoten zitiert und nicht in die Bibliografie aufgenommen.

Die Grundstruktur orientiert sich an der typischen Chicago-Logik:

  • Fußnote: vollständige Angabe bei erster Nennung; Kurzform bei späteren Nennungen.
  • Bibliografie: nur bei veröffentlichten oder edierten Briefen; Privatbriefe bleiben ausgeschlossen.
  • Titel oder Beschreibung muss bei archivierten Briefen so formuliert werden, dass das Dokument eindeutig identifizierbar bleibt (Datum, Sammlung, Signatur, Archiv).

Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style

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Studentin Box
Im Text

Im Text zitieren: Briefe nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Briefe werden im Chicago-Fußnotensystem ausschließlich über Fußnoten nachgewiesen. Die Fußnote steht direkt an der Stelle im Text, an der ein Brief erwähnt, paraphrasiert oder wörtlich zitiert wird. Die Form der Fußnote richtet sich nach der Art des Briefes: privat, archiviert, veröffentlicht, zeitungs-/zeitschriftenbasiert, ediert oder online publiziert.

Grundprinzipien:

  • Privatbriefe, persönliche Korrespondenz und unveröffentlichte Archivstücke erscheinen nur in der Fußnote, niemals im Literaturverzeichnis.
  • Veröffentlichte Briefe (in Zeitungen, Zeitschriften, Sammelbänden, offiziellen Editionen) erscheinen zusätzlich in der Bibliografie.
  • Die erste Nennung enthält eine vollständige Angabe, während spätere Nennungen kurz mit Nachname + Kurztitel erfolgen.
  • Wenn kein Titel existiert, wird eine sachliche Beschreibung verwendet (z. B. „Brief an G. F. Hegel“, „Rundschreiben zur Laborordnung“).

Privatbrief / persönliche Kommunikation (nicht öffentlich zugänglich)

Diese Briefe sind nur der zitierenden Person zugänglich, daher erscheinen sie ausschließlich in Fußnoten.

Beispiel:

Karl Müller an Lisa Berger, Brief, 12. März 2024.

Spätere Nennung:

Müller an Berger, Brief, 12. März 2024.

Archivierter Brief (mit Sammlung und Signatur)

Archivmaterial erhält eine präzise Beschreibung, damit das Dokument eindeutig identifiziert werden kann.

Beispiel (erste Nennung):

Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1922, Born-Nachlass, NL 123/4, Staatsbibliothek zu Berlin.

Weitere Nennung:

Einstein an Born, 4. Dezember 1922.


Archivbrief mit Blatt-, Folio- oder Box-Angaben

Für exakte Stellenangaben in Archivalien können Blatt oder Folio ergänzt werden.

Beispiel:

Johann Wolfgang von Goethe an Charlotte von Stein, 18. Juli 1781, Bl. 2r, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar.

Veröffentlichtes Briefdokument in einer Zeitung / Zeitschrift

Diese Form wird wie ein eigener Zeitungs-/Zeitschriftenartikel behandelt.

Beispiel:

Thomas Schulz, „Offener Brief zur Forschungsfinanzierung“, Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2023, S. 9.

Weitere Nennung:

Schulz, „Offener Brief“.

Brief in einem Sammelband (edierte Briefsammlung)

Der Autor des Briefes steht an erster Stelle, danach folgt der Herausgeber der Edition.

Beispiel:

Sigmund Freud, „Brief an Wilhelm Fliess, 3. Januar 1897“, in Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter (Frankfurt am Main: Fischer, 1985), 112.

Weitere Nennung:

Freud, „Brief an Wilhelm Fliess“, 115.

Brief als Kapitel in einem kommentierten Werk

Wenn der Brief eine editorische Kommentierung enthält, wird er wie ein Kapitel zitiert.

Beispiel:

Hannah Arendt, „Letter to Mary McCarthy, 1954“, in The Arendt–McCarthy Correspondence, hrsg. von Carol Brightman (New York: Harcourt, 1995), 54.

Offener Brief auf einer Website

Online veröffentlichte Briefe werden mit Datum, Titel und URL angegeben.

Beispiel:

Friederike Meier, „Offener Brief zur digitalen Bildung“, Bildung Online, 3. Juli 2024, https://www.bildung-online.de/offener-brief

Weitere Nennung:

Meier, „Offener Brief“.

Brief ohne Autor / ohne erkennbare Verfasserschaft

Ist kein Name bekannt, rückt die Beschreibung an die Autorstelle.

Beispiel:

Rundschreiben zur Laborordnung, 18. Juli 1932, Stadtarchiv Hamburg, I-32-7.


Mehrere Briefe desselben Autors im selben Jahr

Zur Unterscheidung verwendet Chicago Jahrbuchstaben.

Beispiele:

Marie Curie an André Debierne, 4. Januar 1910a.

Marie Curie an André Debierne, 12. Juli 1910b.

Digitale Transkriptionen oder Digitalisate

Wenn die digitale Version eine stabile URL oder DOI hat, wird diese am Ende ergänzt.

Beispiel:

Max Planck, Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900, Planck-Nachlass, PN 1900/10/19, https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19

im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)

Im Unterschied zu Gesetzen erscheinen Briefe im Chicago-Stil (Notes & Bibliography) nur dann im Literaturverzeichnis, wenn sie öffentlich zugänglich sind oder in einer veröffentlichten Edition (gedruckt oder digital) vorliegen.

Privatbriefe, persönliche Kommunikation und unveröffentlichte Archivbriefe werden ausschließlich in Fußnoten zitiert und nicht im Literaturverzeichnis verzeichnet.

Im Literaturverzeichnis gilt immer:

  • Privatbrief → keine Aufnahme
  • Archivbrief → nur aufnehmen, wenn die Edition öffentlich publiziert ist (z. B. edierte Briefsammlung)
  • Zeitungs-/Zeitschriften-Brief → wie Artikel
  • Brief in Sammelband → wie Kapitel
  • Online-Brief → wie Webseite / Online-Artikel
  • Digitalisiertes Archivstück → nur bei stabiler Edition (DOI oder institutioneller Permalink)

Persönliche Kommunikation (nicht öffentlich zugänglich)

Nicht in der Bibliografie — ausschließlich Fußnote.
Kein Literaturverzeichnis-Eintrag.

Beispiel Fußnote:

T. Becker, persönliche Kommunikation, 12. Oktober 2024.

Archivbrief (nur wenn öffentlich ediert!)

Wenn ein Archivbrief als Teil einer offiziell herausgegebenen Edition erscheint (z. B. „Briefe 1873–1939“), wird diese Edition im Literaturverzeichnis wie ein Buch oder Sammelband angegeben.

Beispiel (edierte Briefsammlung)

Freud, Sigmund. Briefe 1873–1939. Hrsg. von Michael Schröter. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.

Digitalisiertes Archivstück (mit DOI oder stabilem Permalink)

Digitale Reproduktionen von Archivbriefen erhalten einen eigenen Eintrag, wenn sie eine stabile, zitierfähige Edition darstellen.

Beispiel

Planck, Max. Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900. Planck-Nachlass, PN/1900/10/19. Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19

Brief als Zeitschriftenbeitrag (Leserbrief)

Ein Leserbrief wird wie ein Zeitschriftenartikel im Literaturverzeichnis aufgeführt.

Beispiel

Hoffmann, Rainer. „Anmerkungen zur Methodik.“ Zeitschrift für Pädagogik 62, Nr. 4 (2016): 311–313.

Brief als Zeitungsartikel

Zeitungsbriefe werden wie reguläre Zeitungsartikel behandelt.

Beispiel

Schmidt, Laura. „Offener Brief zur Datenethik.“ Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2024, S. 9.

Brief in einem Sammelband (Teil einer wissenschaftlichen Edition)

Der Brief wird als Kapitel/Beitrag zitiert; die Sammelbandangaben folgen den Chicago-Regeln.

Beispiel

Freud, Sigmund. „Brief an W. Fliess, 21. September 1897.“ In Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter, 201–204. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.

Online veröffentlichter Brief (z. B. offener Brief auf Website)

Wenn ein Brief offiziell online publiziert wurde (Webmagazin, Organisation, Redaktion), wird er wie eine Webseite zitiert.

Beispiel

Meier, Friederike. „Offener Brief zur digitalen Lehre.“ Bildung Online. 15. März 2023. https://www.bildung-online.de/offener-brief

Brief als Kapitel in einer kommentierten Edition

Wenn der Brief Teil einer wissenschaftlich bearbeiteten Edition ist (Anmerkungen, Kommentarapparat), wird diese Version zitiert.

Beispiel

Arendt, Hannah. „Letter to Mary McCarthy, 1954.“ In The Arendt–McCarthy Correspondence, edited by Carol Brightman, 53–61. New York: Harcourt, 1995.

Übersetzte Briefe

Übersetzungen werden wie übersetzte Buchkapitel oder Texte behandelt.

Beispiel

Tocqueville, Alexis de. „Letter to Gustave de Beaumont.“ In Selected Letters, übersetzt von Katharina Richter, 55–57. Berlin: Politik Digital, 2018.

Briefe ohne Autor (z. B. anonym oder unbekannt)

Wenn kein Autor identifizierbar ist, wird der Titel bzw. die Beschreibung an die Autorenposition gesetzt.

Beispiel

Rundschreiben zur Laborordnung. 18. Juli 1932. Bestand Institut X (I-32-7). Stadtarchiv Hamburg.

Sonderregeln

Sonderfälle für Briefe zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Briefe treten in der wissenschaftlichen Praxis in vielen unterschiedlichen Formen auf: privat, archiviert, digitalisiert, anonym, veröffentlicht oder übersetzt. Der Chicago-Fußnotenstil erlaubt hier flexible, aber klar strukturierte Lösungen. Entscheidend bleibt immer die Frage:
Ist der Brief öffentlich zugänglich?
Nur dann darf er im Literaturverzeichnis erscheinen — alle anderen Fälle werden ausschließlich in Fußnoten behandelt.

Kein Datum („o. D.“) oder unvollständige Datierung

Wenn weder Jahr noch Tagesdatum bekannt sind, wird o. D. verwendet.

Fußnote

Planck, M., Notiz an A. Einstein, o. D., Planck-Nachlass (PN/HM/37), Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Literaturverzeichnis (nur bei veröffentlichter Edition)

Planck, Max. Notiz an A. Einstein. Planck-Nachlass (PN/HM/37). Archiv der BBAW. o. D.

Mehrere Empfänger oder Rundschreiben

Der Empfängerkreis wird nur in der Beschreibung, nicht als Autor genannt.

Fußnote

Einstein, A., Rundschreiben an die Institutsleitung, 2. Januar 1906, Einstein-Nachlass (EN/Briefe/1906/01/02), Archiv der BBAW.

Unklare oder fehlende Autorenschaft

Wenn kein Absender identifizierbar ist, tritt der Titel bzw. die Beschreibung an die Autorenposition.

Fußnote

Rundschreiben zur Laborordnung, 18. Juli 1932, Bestand Institut X (I-32-7), Stadtarchiv Hamburg.

Literaturverzeichnis (nur bei Edition)

Rundschreiben zur Laborordnung. 18. Juli 1932. Bestand Institut X (I-32-7). Stadtarchiv Hamburg.

Übersetzte Briefe oder bilinguale Ausgaben

Bei veröffentlichten Übersetzungen wird die übersetzte Fassung zitiert; das Originaljahr kann ergänzt werden.

Fußnote

Alexis de Tocqueville, Brief an G. de Beaumont, 21. September 1835/2018, in Ausgewählte Briefe, hrsg. von K. Richter (Berlin: Politik Digital, 2018), 55–57.

Literaturverzeichnis

Tocqueville, Alexis de. „Brief an G. de Beaumont.“ In Ausgewählte Briefe, hrsg. von Katharina Richter, 55–57. Berlin: Politik Digital, 2018.

Sekundärzitat (Brief nur über andere Quelle zugänglich)

Wenn der Originalbrief nicht vorliegt, wird „zitiert nach“ verwendet.

Fußnote

Einstein, A., Brief an M. Besso, 1905, zitiert nach P. Schneider, Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese (Berlin: Springer, 2014), 45.

Literaturverzeichnis

Schneider, Peter. Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese. Berlin: Springer, 2014.

Digitalisat mit instabiler URL

Wenn der Link nicht dauerhaft gesichert ist, wird zusätzlich ein Abrufdatum genannt.

Fußnote

Borchardt, H., Brief an M. Reiniger, 14. April 1917, Nachlass Borchardt (NB-H-17/04/14), Staatsbibliothek zu Berlin, abgerufen am 8. Juni 2025, https://…

Archivierte Version (Internet Archive)

Falls die Originalquelle entfernt wurde, wird die archivierte URL genutzt.

Fußnote

Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), Fassung vom 1. Januar 2017, Internet Archive, https://web.archive.org/web/20170101/https://www.gesetze-im-internet.de/bimschg.

Brief in digitaler Kuratierung (mit DOI)

Digitale Editionen mit DOI gelten als zitierfähige Publikationen.

Fußnote

Max Planck, Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900, PN/1900/10/19, Archiv der BBAW, https://doi.org/10.1234/ual.nlm.1900.19.

Literaturverzeichnis

Planck, Max. Brief an die Redaktion. PN/1900/10/19. Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. https://doi.org/10.1234/ual.nlm.1900.19

Brief als Teil eines Sammelkommentars oder einer Edition

Wenn der Brief innerhalb eines Editionsbandes erscheint, gilt das Schema „Buchkapitel“.

Fußnote

Sigmund Freud, „Brief an W. Fliess, 21. September 1897,“ in Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter (Frankfurt am Main: Fischer, 1985), 201–204.

Interne oder unveröffentlichte Briefe

Nicht öffentlich zugängliche interne Dokumente werden als [Unveröffentlichtes Dokument] gekennzeichnet.

Fußnote

Richtlinie zur Datenverarbeitung im Labor, internes Schreiben, Max-Planck-Institut, 2024, [Unveröffentlichtes Dokument].

Kombination aus Print- und Digitalfassung

Wenn sowohl die gedruckte als auch die digitale Version herangezogen wurden, können beide kombiniert erscheinen.

Fußnote

Schmidt, H., Arbeitsbriefe 1919–1923 (Berlin: Reimer, 1981), 77; Digitalisat: https://digital.stabi.de/…

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Fußnoten & Endnoten für die Zitation von Briefen verpflichtend und was wird empfohlen?

Die Tabellen trennen – wie immer – Fußnote und Literaturverzeichnis, weil Chicago hier deutlich differenziert:

  • Privat- / persönliche Briefe → nur Fußnote, niemals Literaturverzeichnis
  • Archivalien & Digitalisate → Fußnote + Literaturverzeichnis (wenn veröffentlicht/ediert)
  • Veröffentlichte Briefe (Zeitung/Zeitschrift/Buch) → Fußnote + Literaturverzeichnis

Fußnoten – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)

Angabe Verpflichtend Empfohlen / fakultativ
Autor / Absender Vollständiger Name oder Titel (bei unbekannter Verfasserschaft) Funktionsbezug (z. B. „Pressestelle BMBF“), wenn relevant
Datum Vollständiges Datum, wenn vorhanden; sonst o. D. Monat/Jahr, wenn Tag nicht rekonstruierbar
Titel / Beschreibung Titel oder knappe sachliche Beschreibung (z. B. „Brief an A. Einstein“) Empfängernennung innerhalb der Beschreibung
Gattungsangabe Pflicht: [Brief], [Handschrift], [Digitalisat], etc. Spezifizierung: [Transkript eines Briefes], [Digitalisat]
Archivangaben Pflicht: Sammlung + Signatur + Archivname Box/Faszikel/Blattangaben für präzisere Identifizierung
Digitalisat / DOI / URL Pflicht, wenn Online-Fassung die zitierte Version ist Abrufdatum nur bei instabilen URLs
Seiten-/Blattangabe in Fußnote Pflicht, wenn direkt zitiert wird Folio- oder Blattbereich für längere Passagen
Wiederholungszitat Kurzform (Autor + Kurztitel + Blatt/Seite) „Ebd.“ nur bei unmittelbar wiederholten identischen Quellen
Sekundärzitat Pflichtform „Autor, Jahr, zitiert nach …“ Wenn möglich, Original konsultieren
Nicht öffentliche Briefe Kennzeichnung: „persönliche Kommunikation“ Hinweis auf Anhang/Transkript

Literaturverzeichnis – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)

(gilt nur für veröffentlichte/edierte/übersetzte/digital kuratierte Briefe – nicht für Privatbriefe!)

Angabe Verpflichtend Empfohlen / fakultativ
Autor / Herausgeber Autor oder Herausgeber in voller Form Rollenangabe: „Hrsg.“, „Übers.“, „Bearb.“
Titel des Briefs / Sammlung Pflicht: Kursiv für gesamte Edition; Beitragstitel in Anführungszeichen Untertitel oder Editionstitel ergänzen
Datum des Briefs Falls im Titel erwähnt, übernehmen; sonst im Brieftext Doppeljahr für Original-/Übersetzungsjahr
Gattungsangabe Nicht obligatorisch im Verzeichnis [Brief], [Digitalisat], [Transkript] bei Bedarf
Sammlung/Signatur Pflicht bei Archiv-Editionen Blatt-/Folioangaben zur Präzisierung
Bandangabe Pflicht bei mehrbändigen Editionen Paragraphen-/Briefnummernbereich
Auflage Pflicht, wenn relevant Zusatz: „revidierte Auflage“
Verlagsangabe Ort + Verlag Verlag der Originalausgabe optional erwähnen
Jahr Pflichtangabe Tag/Monat bei tagesaktuellen Digitaleditionen
DOI/URL Pflicht bei digitalen oder online zugänglichen Editionen Abrufdatum bei instabilen Quellen
Übersetzer Pflicht bei übersetzten Briefen Sprachhinweis (Deutsch/Englisch)

Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.

Im Chicago Manual of Style (17th, Notes & Bibliography) werden Patente wie eigenständige technische Veröffentlichungen behandelt. In der ersten Fußnote (Langform) enthält der Nachweis alle Identifikationsmerkmale des Patents: Erfindername oder Organisation, Titel der Erfindung, vollständiger Dokumentcode (z. B. DE102020000123A1, EP3216543B1, US Patent No. 9,876,543 B2), publizierende Behörde (z. B. DPMA, EPO, USPTO) und das Jahr der verwendeten Fassung. Alle weiteren Fußnoten verwenden eine verkürzte, aber eindeutig zuordenbare Kurzform mit Nachname, Kurztitel und Dokumentcode.
Die erste Nennung eines Patents muss es eindeutig identifizierbar machen. Die Langform enthält:
  • Erfinder oder Organisation (wie im Patentdokument angegeben),
  • vollständiger Patenttitel,
  • Dokumentcode inkl. Länder- und Kindcode (z. B. DE…A1/B1, EP…B1, WO…A1, U.S. Patent No. …),
  • Patentamt oder Behörde (DPMA, European Patent Office, U.S. Patent and Trademark Office, WIPO),
  • Jahr der veröffentlichten Fassung (Anmeldung oder Erteilung).
Optional können zusätzlich Absatzangaben (z. B. Abs. [0032], col. 5, ll. 12–18) und bei Onlinezugriff DOI oder URL ergänzt werden.
Ab der zweiten Nennung genügt eine komprimierte Kurzform, sofern das Patent zuvor vollständig nachgewiesen wurde. Chicago empfiehlt:

Nachname, Kurztitel (Dokumentcode).

Beispiel: Müller, Energieoptimierung (DE102020000123A1).
Bei mehreren Erfindern kann in der Fußnote eine verkürzte Nennung mit „et al.“ verwendet werden, etwa Müller et al., Sensorsystem (DE102019009876A1), während im Literaturverzeichnis alle Erfinder vollständig ausgeschrieben werden.
Chicago unterscheidet Patente primär anhand Dokumentcode und Amt:
  • Deutsche Patente (DE…A1/B1): Titel, DE-Nummer, Deutsches Patent- und Markenamt, Jahr.
  • Europäische Patente (EP…A1/B1): Titel, EP-Nummer mit Kennbuchstaben, European Patent Office, Jahr.
  • PCT-Patente (WO…A1): Titel, WO-Nummer, World Intellectual Property Organization (WIPO), Jahr.
  • US-Patente: „U.S. Patent No. …“ oder „U.S. Patent Application No. …“, Nummer, U.S. Patent and Trademark Office, Jahr.
Design- und Plant-Patente werden mit ihrer spezifischen Bezeichnung („U.S. Design Patent No. …“, „U.S. Plant Patent No. …“) vollständig wiedergegeben, um die Schutzrechtskategorie klar zu kennzeichnen.
Im Literaturverzeichnis gelten Patente als veröffentlichte technische Dokumente und werden immer vollständig bibliografisch erfasst. Die Grundform lautet:

Nachname, Vorname. Titel des Patents. Dokumentcode. Behörde, Jahr.

Beispiel: Müller, Anna. Verfahren zur Energieoptimierung in Gebäuden. DE102020000123A1. Deutsches Patent- und Markenamt, 2021.

Für EP-, WO- und US-Patente werden entsprechend die EP-/WO-/U.S.-Nummer und das zuständige Amt (EPO, WIPO, USPTO) angegeben. DOI oder stabile URL können ergänzt werden, sind aber keine Pflichtangaben im Chicago-Stil.
In der Fußnote kann bei drei oder mehr Erfindern eine Kurzform mit „et al.“ verwendet werden, etwa Müller et al., Sensorsystem (DE102019009876A1).

Im Literaturverzeichnis verlangt Chicago jedoch die vollständige Nennung aller Erfinder, ohne „et al.“. Bei institutioneller Autorenschaft (z. B. Siemens AG, UNESCO) steht der Organisationsname an der Autorenposition und wird in Fußnote und Bibliografie identisch verwendet, etwa Siemens AG. Power-Grid Stabilization Circuit. EP4123001A1. European Patent Office, 2023.
Für online recherchierte Patente können DOI oder stabile URLs ergänzend angegeben werden. Chicago bevorzugt:
  • DOI, wenn verfügbar, ohne abschließenden Punkt,
  • stabile URL (z. B. Espacenet, WIPO, USPTO) bei fehlendem DOI,
  • Abrufdatum nur bei instabilen oder archivierten Quellen sinnvoll.
Archive-Versionen (z. B. Internet Archive) werden als solche gekennzeichnet, damit die verwendete Fassung langfristig nachprüfbar bleibt.
Zu den wichtigsten Sonderfällen zählen:
  • unterschiedliche Fassungen (A1-Anmeldung, B1-Erteilung) – die verwendete Fassung muss eindeutig genannt werden,
  • Patentfamilien – es wird immer nur eine konkrete Publikation zitiert, nicht alle parallelen Nummern,
  • historische Patente – Titel, Nummer, Behörde und Jahr werden wie bei aktuellen Patenten angegeben,
  • unveröffentlichte Patentanmeldungen – als unveröffentlichte Dokumente oder persönliche Mitteilung gekennzeichnet,
  • Übersetzte oder mehrsprachige Patente – die verwendete Sprachversion wird ausdrücklich genannt.
Grundsatz: Die Zitation muss das Patent eindeutig identifizierbar machen und die tatsächlich ausgewertete Fassung klar benennen.
Chicago 17 unterscheidet zwischen Pflichtangaben und empfohlenen Ergänzungen:

In Fußnoten sind verpflichtend:
  • Erfinder oder Organisation,
  • Patentstitel,
  • Dokumentcode (DE…, EP…, WO…, U.S. Patent No. …),
  • Behörde (DPMA, EPO, USPTO, WIPO),
  • Jahr der verwendeten Fassung.
Empfohlen sind genaue Daten, URL/DOI bei Onlinezugriff sowie Lokatoren (Absätze, Spalten, Claims).

Im Literaturverzeichnis sind verpflichtend:
  • vollständiger Name aller Erfinder oder die Organisation,
  • Jahr,
  • vollständiger Titel,
  • Dokumentcode,
  • Behörde.
Ergänzend können DOI/URL, exakte Daten, Hinweise auf besondere Fassungen (Reissue, Continuation-in-Part) oder Originaljahre bei Übersetzungen angegeben werden.
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