Briefe zitieren nach Chicago Fußnoten & Endnoten
Briefe nach Chicago mit Fußnoten oder Endnoten zu zitieren bedeutet, die tatsächlich verwendete Korrespondenz anhand von Absender, Empfänger, Datum und Zugänglichkeit eindeutig nachzuweisen. Bei privaten oder unveröffentlichten Briefen reicht die Fußnote beziehungsweise Endnote; archivierte Briefe benötigen zusätzlich Sammlung, Signatur und Archiv. Wird ein Brief dagegen in einer Edition, Zeitung, Zeitschrift oder auf einer Website veröffentlicht, richtet sich der bibliografische Nachweis nach dieser veröffentlichten Fassung. Digitalisate bleiben Archivquellen, solange sie nur das Originalstück reproduzieren; wissenschaftlich kuratierte Editionen werden als veröffentlichte Ausgabe behandelt.
Brauchst du eine fachliche Einschätzung?
Finde die passende Antwort in der 1a-Studi Akademie oder lass deine konkrete Frage kostenlos von einem Experten einschätzen.
Frage kostenlos prüfen lassen
Wichtigste Regeln
Briefe nach Chicago zitieren – Fußnoten & Endnoten
Die allgemeinen Regeln zu Vollbeleg, Kurzbeleg, Fußnoten und Endnoten findest du im Chicago-Fußnoten- und Endnoten-Hub. Wenn du Briefe mit Kurzbelegen direkt im Fließtext nachweist, findest du die entsprechende Form unter Briefe nach Chicago – Autor-Datum.
Bei Briefen entscheidet zuerst die Form der verwendeten Quelle. Ein privater oder unveröffentlichter Brief ist persönliche beziehungsweise archivalische Korrespondenz. Ein veröffentlichter Brief wird dagegen über die tatsächlich verwendete Edition, Zeitung, Zeitschrift oder Online-Veröffentlichung nachgewiesen.
Für allgemeine Handschriften-, Signatur- und Archivfragen gilt ergänzend Historische Manuskripte nach Chicago – Fußnoten & Endnoten.
Welche Angaben sind bei Briefen wichtig?
- Absender beziehungsweise Verfasser
- Empfänger oder Empfängerkreis
- genauestes verfügbares Datum
- Bezeichnung des Briefes, wenn sie zur Identifikation nötig ist
- Sammlung, Nachlass, Bestand und Signatur bei Archivbriefen
- Blatt-, Folio-, Box- oder Mappenangabe bei genauer Fundstelle
- Archiv beziehungsweise aufbewahrende Institution
- DOI, Permalink oder stabile URL bei digital verwendeten Briefen
- verwendete Edition oder Publikation, wenn der Brief veröffentlicht wurde
Archivierter Brief – erste Nennung
Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1922, Born-Nachlass, NL 123/4, Staatsbibliothek zu Berlin.
Weitere Nennung
Einstein an Born, 4. Dezember 1922.
Im Text
Briefe in Chicago-Fußnoten und -Endnoten nachweisen
Privater Brief oder persönliche Kommunikation
Ist der Brief nicht öffentlich zugänglich, wird er nur in der Fußnote oder Endnote genannt. Absender, Empfänger, Briefart und Datum reichen aus, sofern keine weiteren Fundstellen existieren.
Karl Müller an Lisa Berger, Brief, 12. März 2024.
Archivierter Brief mit Sammlung und Signatur
Bei öffentlich zugänglichen Archivbeständen werden zusätzlich Sammlung, Signatur und Archiv angegeben, damit das Originalstück eindeutig auffindbar bleibt.
Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1922, Born-Nachlass, NL 123/4, Staatsbibliothek zu Berlin.
Brief mit Blatt-, Folio-, Box- oder Mappenangabe
Für eine genaue Textstelle oder einen umfangreichen Bestand können zusätzliche interne Fundstellen ergänzt werden.
Johann Wolfgang von Goethe an Charlotte von Stein, 18. Juli 1781, GSA 28/354, Bl. 2r, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar.
Brief ohne bekannten Absender
Ist keine Verfasserschaft ermittelbar, beginnt der Nachweis mit einer eindeutigen sachlichen Beschreibung.
„Rundschreiben zur Laborordnung“, 18. Juli 1932, Bestand Institut X, I-32-7, Stadtarchiv Hamburg.
Mehrere Empfänger oder Rundschreiben
Bei Rundschreiben wird der Empfängerkreis in der Beschreibung genannt. Er ersetzt nicht die Absenderposition.
Albert Einstein, „Rundschreiben an die Institutsleitung“, 2. Januar 1906, Einstein-Nachlass, EN/Briefe/1906/01/02, Archiv der BBAW.
Digitalisat eines Archivbriefs
Ein Scan oder Digitalisat bleibt ein Archivbrief. Die Archivangaben werden deshalb nicht durch die URL ersetzt; DOI, Permalink oder stabile URL kommen zusätzlich hinzu.
Max Planck an die Redaktion, 19. Oktober 1900, Planck-Nachlass, PN/1900/10/19, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19.
Veröffentlichter Brief
Ist der Brief in einer Edition, Zeitung, Zeitschrift oder auf einer Website erschienen, bleibt der Brief zwar der zitierte Inhalt, die bibliografische Form richtet sich aber nach der verwendeten Veröffentlichung:
| Veröffentlichungsform | Passende Detailseite |
|---|---|
| Brief in einer edierten Sammlung oder einem Sammelband | Buchkapitel – Fußnoten & Endnoten |
| Brief oder Leserbrief in einer Zeitschrift | Zeitschriftenartikel – Fußnoten & Endnoten |
| Online veröffentlichter offener Brief oder redaktioneller Beitrag | Online-Artikel – Fußnoten & Endnoten |
| Gewöhnliche Organisations- oder Projektseite mit Brieftext | Webseiten – Fußnoten & Endnoten |
Im Literaturverzeichnis
Briefe im Chicago-Literaturverzeichnis
Private Briefe, persönliche Kommunikation und unveröffentlichte Archivbriefe werden auf dieser Seite über Fußnoten oder Endnoten nachgewiesen. Ein Literaturverzeichnis-Eintrag wird relevant, wenn du eine veröffentlichte, edierte oder eigenständig kuratierte Fassung verwendest.
| Verwendete Briefquelle | Literaturverzeichnis | Behandlung |
|---|---|---|
| Privater, nicht öffentlich zugänglicher Brief | Nein | Nur Fußnote oder Endnote |
| Unveröffentlichter Archivbrief | Nein | Archivfundstelle in der Anmerkung |
| Digitalisat des unveröffentlichten Archivbriefs | In der Regel nein | Archivangaben plus DOI/Permalink/URL in der Anmerkung |
| Brief in wissenschaftlicher Edition | Ja | Verwendete Edition beziehungsweise Briefbeitrag bibliografieren |
| Brief in Zeitschrift oder Zeitung | Ja | Nach der verwendeten Publikationsform bibliografieren |
| Online veröffentlichter Brief | Ja, wenn als eigenständige öffentliche Publikation verwendet | Nach Online-Artikel- beziehungsweise Webseitenregeln |
Beispiel: edierte Briefsammlung
Freud, Sigmund. Briefe 1873–1939. Hrsg. von Michael Schröter. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.
Wenn du einen einzelnen Brief innerhalb einer solchen Edition als Beitrag nachweist, richtet sich die vollständige Form nach der Buchkapitel-/Sammelband-Seite. Übersetzte Briefeditionen folgen zusätzlich den Regeln für übersetzte Quellen.
Sonderregeln
Sonderfälle für Briefe nach Chicago – Fußnoten & Endnoten
Brief ohne genaues Datum
Wenn kein vollständiges Datum überliefert ist, wird die genaueste belastbare Datierung verwendet. Ein Monat, Jahr, Zeitraum oder o. D. kann dabei sinnvoller sein als eine nicht belegte Präzisierung.
Mehrere Briefe zwischen denselben Personen
Bei mehreren Schreiben zwischen denselben Personen sorgen das konkrete Datum, die Signatur und gegebenenfalls eine kurze Inhaltsbeschreibung für die eindeutige Unterscheidung. Zusätzliche Jahrbuchstaben sind nur sinnvoll, wenn sie im gewählten Nachweissystem tatsächlich benötigt und konsequent geführt werden.
Übersetzter oder zweisprachiger Brief
Wenn du eine veröffentlichte Übersetzung oder bilinguale Edition verwendest, muss genau diese Fassung nachgewiesen werden. Die ergänzenden Regeln für Übersetzer und Originalbezug findest du unter Übersetzte Quellen nach Chicago – Fußnoten & Endnoten.
Brief nur über eine Sekundärquelle bekannt
Wenn der Originalbrief nicht selbst eingesehen wurde, wird die tatsächlich konsultierte Sekundärquelle nachgewiesen. Der Brief kann im Anmerkungstext als indirekt überlieferte Quelle genannt werden; im Literaturverzeichnis steht die verwendete Sekundärpublikation.
Instabile oder archivierte Online-Fassung
Ist ein digitalisierter Brief nur unter einer veränderlichen Adresse erreichbar, kann ein Abrufdatum ergänzt werden. Ist die ursprüngliche Seite nicht mehr verfügbar, kann die tatsächlich verwendete Archiv-URL dokumentiert werden. Die ursprünglichen Brief- und Archivangaben bleiben bestehen.
Brief in einer wissenschaftlich kuratierten digitalen Edition
Besitzt die digitale Fassung einen eigenen Editionstitel, Herausgeber, Version oder DOI, wird sie als veröffentlichte Edition behandelt und nicht nur als Scan eines Archivstücks.
Internes Schreiben oder Rundschreiben
Interne Schreiben, die nicht öffentlich zugänglich sind, werden als nicht veröffentlichte Korrespondenz behandelt. Absender beziehungsweise Institution, Empfängerkreis, Datum und gegebenenfalls interne Dokumentbezeichnung müssen die Quelle eindeutig identifizieren.
Originalbrief oder veröffentlichte Edition?
Maßgeblich ist immer die tatsächlich konsultierte Fassung: Wer das Originalarchivstück beziehungsweise dessen reine Reproduktion verwendet, zitiert den Brief als archivalische Quelle. Wer eine editorisch bearbeitete Veröffentlichung nutzt, zitiert die Edition beziehungsweise den publizierten Briefbeitrag.
Kontrollübersicht
Pflichtangaben für Briefe nach Chicago – Fußnoten & Endnoten
Welche Angaben erforderlich sind, hängt davon ab, ob der Brief privat, archivalisch, digital reproduziert oder veröffentlicht vorliegt.
| Element | Angabe | Besonderheit bei Briefen |
|---|---|---|
| Absender | Verfasser des Briefes | Bei unbekannter Verfasserschaft mit sachlicher Beschreibung beginnen |
| Empfänger | Person oder Empfängerkreis | Zentrale briefspezifische Identifikation |
| Datum | Genauestes verfügbares Datum | Bei fehlender Datierung Zeitraum oder o. D. verwenden |
| Briefbezeichnung | Bei Bedarf kurze sachliche Beschreibung | Zum Beispiel „Brief an …“ oder „Rundschreiben an …“ |
| Sammlung / Bestand | Bei Archivbriefen | Nachlass, Box, Mappe oder Faszikel übernehmen |
| Signatur | Bei Archivbriefen | Eindeutige Fundstelle des Originalstücks |
| Blatt / Folio | Bei genauer Stelle | Kann Seitenangaben eines publizierten Briefes ersetzen |
| Archiv / Institution | Bei archivierten Briefen | Aufbewahrende Einrichtung angeben |
| DOI / Permalink / URL | Bei digital verwendeter Fassung | Bei reinem Digitalisat zusätzlich zu den Archivangaben |
| Publizierte Ausgabe | Bei veröffentlichten oder edierten Briefen | Nach der tatsächlich verwendeten Publikationsform bibliografieren |
Häufige Fragen & Antworten
Hier findest du die wichtigsten Fragen zu Briefen im Chicago Notes-&-Bibliography-System.
Wie zitiere ich einen Brief nach Chicago in einer Fußnote oder Endnote?
Ein Brief wird mit Absender, Empfänger und Datum nachgewiesen. Bei Archivbriefen kommen Sammlung beziehungsweise Bestand, Signatur und Archiv hinzu. Wird eine veröffentlichte Briefedition verwendet, richtet sich der Nachweis nach dieser publizierten Ausgabe.
Wie zitiere ich einen privaten Brief?
Ein privater, nicht öffentlich zugänglicher Brief wird nur in der Fußnote oder Endnote genannt. Absender, Empfänger, Briefart und Datum identifizieren die persönliche Kommunikation; ein Eintrag im Literaturverzeichnis entfällt.
Wie zitiere ich einen archivierten Brief?
Zusätzlich zu Absender, Empfänger und Datum werden Sammlung beziehungsweise Nachlass, Signatur und Archiv angegeben. Bei einer konkreten Fundstelle können Blatt-, Folio-, Box- oder Mappenangaben ergänzt werden.
Wann gehört ein Brief ins Chicago-Literaturverzeichnis?
Private und unveröffentlichte Archivbriefe werden auf dieser Seite über Fußnoten oder Endnoten nachgewiesen. Ein Literaturverzeichnis-Eintrag wird relevant, wenn eine veröffentlichte Edition, ein öffentlich publizierter Briefbeitrag oder eine eigenständige digitale Edition verwendet wurde.
Wie zitiere ich ein Digitalisat eines Briefes?
Ein Digitalisat des Originalbriefs bleibt eine Archivquelle. Absender, Empfänger, Datum, Sammlung, Signatur und Archiv werden deshalb beibehalten; DOI, Permalink oder stabile URL kommen zusätzlich hinzu. Eine wissenschaftlich kuratierte digitale Edition wird dagegen als publizierte Ausgabe behandelt.
Was gilt für einen Brief aus einer edierten Briefsammlung?
Wird der Brief in einer wissenschaftlichen Edition verwendet, wird diese veröffentlichte Fassung zitiert. Der konkrete Brief kann als Beitrag innerhalb der Edition nachgewiesen werden; Herausgeber, Editionstitel, Publikationsangaben und Seitenbereich gehören dann zur verwendeten Quelle.
Hat dir dieser Artikel geholfen?
Dein Feedback hilft dabei, die 1a-Studi Akademie gezielter auszubauen und passende Inhalte schneller auffindbar zu machen.
Recherche und Korrektur der Zitation im Text nach APA, Chicago, Harvard und Hochschulrichtlinien
Zitationskorrektur ansehenRecherche und Korrektur der Quellen im Literaturverzeichnis nach Hochschulrichtlinien sowie APA, Chicago, Harvard, IEEE etc.
Literaturverzeichnis ansehenJede Quelle muss die richtigen bibliografischen Angaben tragen. Alle Quellen müssen im Text und im Literaturverzeichnis übereinstimmen.
Mehr über Abgleich & Recherche