Briefe zitieren nach Chicago Fußnoten & Endnoten

Briefe nach Chicago Fußnoten & Endnoten zitieren bedeutet, Briefe je nach Zugänglichkeit unterschiedlich nachzuweisen. Private, unveröffentlichte oder archivierte Briefe erscheinen nur in der Fußnote mit Absender, Empfänger, Datum, Beschreibung, Sammlung, Signatur und Archiv. Veröffentlichte, edierte oder digital kuratierte Briefe werden zusätzlich im Literaturverzeichnis geführt. Wichtig sind klare Angaben zu Briefart, Archivangaben, Digitalisat, DOI oder URL, Blatt- und Folioangaben, Übersetzungen, Sekundärzitaten sowie der Abgrenzung zwischen persönlicher Kommunikation und publizierter Quelle.

Briefe zitieren

Wichtigste Regeln

Briefe zitieren Chicago – Fußnoten & Endnoten

Briefe werden im Chicago Manual of Style (17th ed., Notes & Bibliography) abhängig von ihrer Form und Zugänglichkeit unterschiedlich behandelt. Entscheidend ist, ob ein Brief öffentlich zugänglich ist, etwa in einer Zeitung, einem Sammelband oder einer edierten Briefausgabe, oder ob es sich um einen privaten, unveröffentlichten oder archivierten Brief handelt.

Veröffentlichte Briefe werden wie reguläre Publikationen behandelt und erscheinen in Fußnote und Literaturverzeichnis. Private, unveröffentlichte oder archivierte Briefe werden dagegen grundsätzlich nur in Fußnoten zitiert und nicht in die Bibliografie aufgenommen.

Grundlogik nach Chicago

Die Zitation folgt der typischen Chicago-Logik:

  • Die erste Fußnote enthält die vollständige Angabe.
  • Spätere Fußnoten verwenden eine verkürzte Form.
  • Das Literaturverzeichnis enthält nur veröffentlichte oder edierte Briefe.
  • Private und unveröffentlichte Briefe bleiben vom Literaturverzeichnis ausgeschlossen.

Archivierte oder private Briefe

Bei archivierten Briefen muss die Beschreibung so genau sein, dass das Dokument eindeutig auffindbar bleibt. Wichtig sind Absender, Empfänger, Datum, Sammlung, Signatur und Archiv.

Grundform Fußnote:

Vorname Nachname an Vorname Nachname, Datum, Sammlung / Bestand, Signatur, Archivname, Ort.

Beispiel:

Max Keller an Anna Meyer, 14. Juni 1952, Nachlass Keller, Box 3, Mappe 12, Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin.

Veröffentlichte Briefe

Veröffentlichte Briefe werden wie der jeweilige Publikationstyp behandelt. Ein Brief in einer edierten Briefsammlung folgt dem Schema für Buchkapitel oder Editionen.

Grundform Fußnote:

Vorname Nachname, „Brief an Vorname Nachname, Datum“, in Titel der Briefsammlung, hrsg. von Vorname Nachname (Ort: Verlag, Jahr), Seite.

Beispiel:

Max Keller, „Brief an Anna Meyer, 14. Juni 1952“, in Briefe aus dem Nachlass Keller, hrsg. von Claudia Meyer (München: Beispielverlag, 2021), 214.

Kurzform bei wiederholter Nennung

Nach der vollständigen Erstnennung genügt eine Kurzform mit Absender, Kurztitel oder Briefbeschreibung und genauer Fundstelle.

Beispiel:

Keller, „Brief an Anna Meyer“, 214.

Literaturverzeichnis

Ein Eintrag im Literaturverzeichnis ist nur erforderlich, wenn der Brief veröffentlicht, ediert oder dauerhaft digital zugänglich ist. Reine Privatbriefe und unveröffentlichte Archivbriefe erscheinen nicht im Literaturverzeichnis.

Beispiel für eine edierte Briefsammlung:

Keller, Max. „Brief an Anna Meyer, 14. Juni 1952.“ In Briefe aus dem Nachlass Keller, herausgegeben von Claudia Meyer, 210–216. München: Beispielverlag, 2021.

Merksatz

Veröffentlichte Briefe werden wie publizierte Quellen behandelt und können in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden. Private, unveröffentlichte oder reine Archivbriefe werden nach Chicago nur in Fußnoten nachgewiesen.

Im Text

Im Text zitieren: Briefe nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Briefe werden im Chicago-Fußnotensystem über Fußnoten nachgewiesen. Die Fußnote steht direkt an der Stelle im Text, an der ein Brief erwähnt, paraphrasiert oder wörtlich zitiert wird.

Die Form der Fußnote richtet sich nach der Art des Briefes: privat, archiviert, veröffentlicht, zeitungs- oder zeitschriftenbasiert, ediert oder online publiziert.

Grundprinzipien

  • Privatbriefe, persönliche Korrespondenz und unveröffentlichte Archivstücke erscheinen nur in der Fußnote, nicht im Literaturverzeichnis.
  • Veröffentlichte Briefe in Zeitungen, Zeitschriften, Sammelbänden oder offiziellen Editionen erscheinen zusätzlich in der Bibliografie.
  • Die erste Nennung enthält eine vollständige Angabe; spätere Nennungen verwenden eine Kurzform mit Nachname und Kurztitel.
  • Wenn kein Titel existiert, wird eine sachliche Beschreibung verwendet, z. B. „Brief an G. F. Hegel“ oder „Rundschreiben zur Laborordnung“.

Privatbrief / persönliche Kommunikation

Diese Briefe sind nur der zitierenden Person zugänglich. Deshalb erscheinen sie ausschließlich in Fußnoten.

Beispiel:

Karl Müller an Lisa Berger, Brief, 12. März 2024.

Spätere Nennung:

Müller an Berger, Brief, 12. März 2024.

Archivierter Brief mit Sammlung und Signatur

Archivmaterial erhält eine präzise Beschreibung, damit das Dokument eindeutig identifiziert werden kann.

Beispiel erste Nennung:

Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1922, Born-Nachlass, NL 123/4, Staatsbibliothek zu Berlin.

Weitere Nennung:

Einstein an Born, 4. Dezember 1922.

Archivbrief mit Blatt-, Folio- oder Box-Angaben

Für exakte Stellenangaben in Archivalien können Blatt, Folio, Box oder Mappe ergänzt werden.

Beispiel:

Johann Wolfgang von Goethe an Charlotte von Stein, 18. Juli 1781, Bl. 2r, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar.

Veröffentlichtes Briefdokument in einer Zeitung oder Zeitschrift

Diese Form wird wie ein eigener Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel behandelt.

Beispiel:

Thomas Schulz, „Offener Brief zur Forschungsfinanzierung“, Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2023, S. 9.

Weitere Nennung:

Schulz, „Offener Brief“.

Brief in einem Sammelband (edierte Briefsammlung)

Der Autor des Briefes steht an erster Stelle. Danach folgt der Herausgeber der Edition.

Beispiel:

Sigmund Freud, „Brief an Wilhelm Fliess, 3. Januar 1897“, in Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter (Frankfurt am Main: Fischer, 1985), 112.

Weitere Nennung:

Freud, „Brief an Wilhelm Fliess“, 115.

Brief als Kapitel in einem kommentierten Werk

Wenn der Brief eine editorische Kommentierung enthält, wird er wie ein Kapitel zitiert.

Beispiel:

Hannah Arendt, „Letter to Mary McCarthy, 1954“, in The Arendt–McCarthy Correspondence, hrsg. von Carol Brightman (New York: Harcourt, 1995), 54.

Offener Brief auf einer Website

Online veröffentlichte Briefe werden mit Datum, Titel und URL angegeben.

Beispiel:

Friederike Meier, „Offener Brief zur digitalen Bildung“, Bildung Online, 3. Juli 2024, https://www.bildung-online.de/offener-brief

Weitere Nennung:

Meier, „Offener Brief“.

Brief ohne Autor / ohne erkennbare Verfasserschaft

Ist kein Name bekannt, rückt die Beschreibung an die Autorenposition.

Beispiel:

Rundschreiben zur Laborordnung“, 18. Juli 1932, Stadtarchiv Hamburg, I-32-7.

Mehrere Briefe desselben Autors im selben Jahr

Zur Unterscheidung verwendet Chicago Jahrbuchstaben.

Beispiele:

Marie Curie an André Debierne, 4. Januar 1910a.

Marie Curie an André Debierne, 12. Juli 1910b.

Digitale Transkriptionen oder Digitalisate

Wenn die digitale Version eine stabile URL oder DOI besitzt, wird diese am Ende ergänzt.

Beispiel:

Max Planck, „Brief an die Redaktion“, 19. Oktober 1900, Planck-Nachlass, PN 1900/10/19, https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)

Im Unterschied zu Gesetzen erscheinen Briefe im Chicago-Stil (Notes & Bibliography) nur dann im Literaturverzeichnis, wenn sie öffentlich zugänglich sind oder in einer veröffentlichten Edition vorliegen.

Privatbriefe, persönliche Kommunikation und unveröffentlichte Archivbriefe werden ausschließlich in Fußnoten zitiert und nicht im Literaturverzeichnis verzeichnet.

Im Literaturverzeichnis gilt:

  • Privatbrief: keine Aufnahme in das Literaturverzeichnis
  • Archivbrief: nur aufnehmen, wenn eine öffentlich publizierte Edition vorliegt, z. B. eine edierte Briefsammlung
  • Zeitungs- oder Zeitschriftenbrief: wie Artikel zitieren
  • Brief in Sammelband: wie Kapitel zitieren
  • Online-Brief: wie Webseite oder Online-Artikel zitieren
  • Digitalisiertes Archivstück: nur bei stabiler Edition mit DOI oder institutionellem Permalink aufnehmen

Persönliche Kommunikation (nicht öffentlich zugänglich)

Persönliche Kommunikation wird nicht in die Bibliografie aufgenommen. Der Nachweis erfolgt ausschließlich in der Fußnote.

Beispiel Fußnote:

T. Becker, persönliche Kommunikation, 12. Oktober 2024.

Archivbrief (nur bei öffentlicher Edition)

Wenn ein Archivbrief als Teil einer offiziell herausgegebenen Edition erscheint, wird diese Edition im Literaturverzeichnis wie ein Buch oder Sammelband angegeben.

Beispiel edierte Briefsammlung:

Freud, Sigmund. Briefe 1873–1939. Hrsg. von Michael Schröter. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.

Digitalisiertes Archivstück mit DOI oder stabilem Permalink

Digitale Reproduktionen von Archivbriefen erhalten einen eigenen Eintrag, wenn sie eine stabile, zitierfähige Edition darstellen.

Beispiel:

Planck, Max. Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900. Planck-Nachlass, PN/1900/10/19. Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. https://digital.bbaw.de/PN1900_10_19

Brief als Zeitschriftenbeitrag (Leserbrief)

Ein Leserbrief wird wie ein Zeitschriftenartikel im Literaturverzeichnis aufgeführt.

Beispiel:

Hoffmann, Rainer. „Anmerkungen zur Methodik.“ Zeitschrift für Pädagogik 62, Nr. 4 (2016): 311–313.

Brief als Zeitungsartikel

Zeitungsbriefe werden wie reguläre Zeitungsartikel behandelt.

Beispiel:

Schmidt, Laura. „Offener Brief zur Datenethik.“ Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2024, S. 9.

Brief in einem Sammelband (Teil einer wissenschaftlichen Edition)

Der Brief wird als Kapitel oder Beitrag zitiert. Die Sammelbandangaben folgen den Chicago-Regeln.

Beispiel:

Freud, Sigmund. „Brief an W. Fliess, 21. September 1897.“ In Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter, 201–204. Frankfurt am Main: Fischer, 1985.

Online veröffentlichter Brief

Wenn ein Brief offiziell online publiziert wurde, etwa in einem Webmagazin, auf einer Organisationsseite oder in einer redaktionellen Veröffentlichung, wird er wie eine Webseite zitiert.

Beispiel:

Meier, Friederike. „Offener Brief zur digitalen Lehre.“ Bildung Online. 15. März 2023. https://www.bildung-online.de/offener-brief

Brief als Kapitel in einer kommentierten Edition

Wenn der Brief Teil einer wissenschaftlich bearbeiteten Edition ist, etwa mit Anmerkungen oder Kommentarapparat, wird diese Version zitiert.

Beispiel:

Arendt, Hannah. „Letter to Mary McCarthy, 1954.“ In The Arendt–McCarthy Correspondence, edited by Carol Brightman, 53–61. New York: Harcourt, 1995.

Übersetzte Briefe

Übersetzungen werden wie übersetzte Buchkapitel oder übersetzte Texte behandelt.

Beispiel:

Tocqueville, Alexis de. „Letter to Gustave de Beaumont.“ In Selected Letters, übersetzt von Katharina Richter, 55–57. Berlin: Politik Digital, 2018.

Briefe ohne Autor

Wenn kein Autor identifizierbar ist, wird der Titel oder eine sachliche Beschreibung an die Autorenposition gesetzt.

Beispiel:

Rundschreiben zur Laborordnung. 18. Juli 1932. Bestand Institut X (I-32-7). Stadtarchiv Hamburg.

Sonderregeln

Sonderfälle für Briefe zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Briefe treten in der wissenschaftlichen Praxis in vielen unterschiedlichen Formen auf: privat, archiviert, digitalisiert, anonym, veröffentlicht oder übersetzt. Der Chicago-Fußnotenstil erlaubt hier flexible, aber klar strukturierte Lösungen.

Entscheidend bleibt immer die Frage: Ist der Brief öffentlich zugänglich? Nur dann darf er im Literaturverzeichnis erscheinen. Alle anderen Fälle werden ausschließlich in Fußnoten behandelt.

Kein Datum („o. D.“) oder unvollständige Datierung

Wenn weder Jahr noch Tagesdatum bekannt sind, wird o. D. verwendet.

Fußnote:

Planck, M., Notiz an A. Einstein, o. D., Planck-Nachlass (PN/HM/37), Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Literaturverzeichnis (nur bei veröffentlichter Edition):

Planck, Max. Notiz an A. Einstein. Planck-Nachlass (PN/HM/37). Archiv der BBAW. o. D.

Mehrere Empfänger oder Rundschreiben

Der Empfängerkreis wird nur in der Beschreibung, nicht als Autor genannt.

Fußnote:

Einstein, A., Rundschreiben an die Institutsleitung, 2. Januar 1906, Einstein-Nachlass (EN/Briefe/1906/01/02), Archiv der BBAW.

Unklare oder fehlende Autorenschaft

Wenn kein Absender identifizierbar ist, tritt der Titel beziehungsweise die Beschreibung an die Autorenposition.

Fußnote:

Rundschreiben zur Laborordnung, 18. Juli 1932, Bestand Institut X (I-32-7), Stadtarchiv Hamburg.

Literaturverzeichnis (nur bei Edition):

Rundschreiben zur Laborordnung. 18. Juli 1932. Bestand Institut X (I-32-7). Stadtarchiv Hamburg.

Übersetzte Briefe oder bilinguale Ausgaben

Bei veröffentlichten Übersetzungen wird die übersetzte Fassung zitiert. Das Originaljahr kann ergänzt werden.

Fußnote:

Alexis de Tocqueville, Brief an G. de Beaumont, 21. September 1835/2018, in Ausgewählte Briefe, hrsg. von K. Richter (Berlin: Politik Digital, 2018), 55–57.

Literaturverzeichnis:

Tocqueville, Alexis de. „Brief an G. de Beaumont.“ In Ausgewählte Briefe, hrsg. von Katharina Richter, 55–57. Berlin: Politik Digital, 2018.

Sekundärzitat (Brief nur über andere Quelle zugänglich)

Wenn der Originalbrief nicht vorliegt, wird „zitiert nach“ verwendet. Im Literaturverzeichnis erscheint nur die tatsächlich konsultierte Quelle.

Fußnote:

Einstein, A., Brief an M. Besso, 1905, zitiert nach P. Schneider, Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese (Berlin: Springer, 2014), 45.

Literaturverzeichnis:

Schneider, Peter. Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese. Berlin: Springer, 2014.

Digitalisat mit instabiler URL

Wenn der Link nicht dauerhaft gesichert ist, wird zusätzlich ein Abrufdatum genannt.

Fußnote:

Borchardt, H., Brief an M. Reiniger, 14. April 1917, Nachlass Borchardt (NB-H-17/04/14), Staatsbibliothek zu Berlin, abgerufen am 8. Juni 2025, https://…

Archivierte Version (Internet Archive)

Falls die Originalquelle entfernt wurde, wird die archivierte URL genutzt.

Fußnote:

Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), Fassung vom 1. Januar 2017, Internet Archive, https://web.archive.org/web/20170101/https://www.gesetze-im-internet.de/bimschg.

Brief in digitaler Kuratierung (mit DOI)

Digitale Editionen mit DOI gelten als zitierfähige Publikationen.

Fußnote:

Max Planck, Brief an die Redaktion, 19. Oktober 1900, PN/1900/10/19, Archiv der BBAW, https://doi.org/10.1234/ual.nlm.1900.19.

Literaturverzeichnis:

Planck, Max. Brief an die Redaktion. PN/1900/10/19. Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. https://doi.org/10.1234/ual.nlm.1900.19

Brief als Teil eines Sammelkommentars oder einer Edition

Wenn der Brief innerhalb eines Editionsbandes erscheint, gilt das Schema für Buchkapitel.

Fußnote:

Sigmund Freud, „Brief an W. Fliess, 21. September 1897,“ in Briefe 1873–1939, hrsg. von Michael Schröter (Frankfurt am Main: Fischer, 1985), 201–204.

Interne oder unveröffentlichte Briefe

Nicht öffentlich zugängliche interne Dokumente werden als [Unveröffentlichtes Dokument] gekennzeichnet.

Fußnote:

Richtlinie zur Datenverarbeitung im Labor, internes Schreiben, Max-Planck-Institut, 2024, [Unveröffentlichtes Dokument].

Kombination aus Print- und Digitalfassung

Wenn sowohl die gedruckte als auch die digitale Version herangezogen wurden, können beide Nachweise kombiniert erscheinen.

Fußnote:

Schmidt, H., Arbeitsbriefe 1919–1923 (Berlin: Reimer, 1981), 77; Digitalisat: https://digital.stabi.de/…

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Fußnoten & Endnoten für die Zitation von Briefen verpflichtend und was wird empfohlen?

Die folgenden Übersichten trennen Fußnote und Literaturverzeichnis, weil Chicago bei Briefen deutlich zwischen privaten, archivierten und veröffentlichten Quellen unterscheidet.

  • Private oder persönliche Briefe erscheinen nur in der Fußnote, niemals im Literaturverzeichnis.
  • Archivalien und Digitalisate erscheinen nur dann im Literaturverzeichnis, wenn sie veröffentlicht, ediert oder digital kuratiert sind.
  • Veröffentlichte Briefe in Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern erscheinen in Fußnote und Literaturverzeichnis.

Fußnoten – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)

Autor / Absender


Pflicht

Vollständiger Name oder Titel bei unbekannter Verfasserschaft.

Empfehlung

Funktionsbezug ergänzen, wenn dieser für die Einordnung relevant ist, z. B. Pressestelle BMBF.

Datum


Pflicht

Vollständiges Datum angeben, sofern vorhanden; sonst o. D. verwenden.

Empfehlung

Monat und Jahr angeben, wenn der genaue Tag nicht rekonstruierbar ist.

Titel / Beschreibung


Pflicht

Titel oder knappe sachliche Beschreibung angeben, z. B. „Brief an A. Einstein“.

Empfehlung

Empfängernennung innerhalb der Beschreibung ergänzen.

Gattungsangabe


Pflicht

Materialart in eckigen Klammern angeben, z. B. [Brief], [Handschrift] oder [Digitalisat].

Empfehlung

Spezifizierung ergänzen, z. B. [Transkript eines Briefes] oder [Digitalisat].

Archivangaben


Pflicht bei Archivbriefen

Sammlung, Signatur und Archivname angeben.

Empfehlung

Box-, Faszikel- oder Blattangaben zur präziseren Identifizierung ergänzen.

Digitalisat / DOI / URL


Pflicht bei Online-Fassung

DOI oder URL angeben, wenn die Online-Fassung die zitierte Version ist.

Empfehlung

Abrufdatum nur bei instabilen URLs ergänzen.

Seiten-/Blattangabe in der Fußnote


Pflicht bei Direktzitaten

Genaue Seite, Blatt- oder Folioangabe angeben.

Empfehlung

Folio- oder Blattbereich für längere Passagen ergänzen.

Wiederholungszitat


Pflicht bei erneuter Nennung

Kurzform aus Autor, Kurztitel und Blatt- oder Seitenangabe verwenden.

Empfehlung

„Ebd.“ nur bei unmittelbar wiederholten identischen Quellen nutzen.

Sekundärzitat


Pflicht, wenn Original nicht zugänglich ist

Form „Autor, Jahr, zitiert nach …“ verwenden.

Empfehlung

Original nach Möglichkeit konsultieren.

Nicht öffentliche Briefe


Pflicht

Als persönliche Kommunikation kennzeichnen.

Empfehlung

Hinweis auf Anhang oder Transkript ergänzen, wenn eine interne Dokumentation vorliegt.

Literaturverzeichnis – Briefe nach Chicago (Notes & Bibliography)

Diese Angaben gelten nur für veröffentlichte, edierte, übersetzte oder digital kuratierte Briefe. Privatbriefe und persönliche Kommunikation werden nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen.

Autor / Herausgeber


Pflicht

Autor oder Herausgeber in voller Form angeben.

Empfehlung

Rollenangabe ergänzen, z. B. Hrsg., Übers. oder Bearb..

Titel des Briefs / Sammlung


Pflicht

Gesamte Edition kursiv setzen; Beitragstitel in Anführungszeichen setzen.

Empfehlung

Untertitel oder Editionstitel ergänzen.

Datum des Briefs


Pflicht, wenn titelrelevant

Datum übernehmen, wenn es im Titel oder in der Briefbeschreibung steht.

Empfehlung

Doppeljahr für Original- und Übersetzungsjahr verwenden, wenn eine Übersetzung genutzt wurde.

Gattungsangabe


Nicht immer obligatorisch

Im Literaturverzeichnis nur ergänzen, wenn die Materialart für die Identifikation nötig ist.

Empfehlung

[Brief], [Digitalisat] oder [Transkript] bei Bedarf ergänzen.

Sammlung / Signatur


Pflicht bei Archiv-Editionen

Sammlung oder Signatur angeben, wenn die Edition auf Archivmaterial basiert.

Empfehlung

Blatt- oder Folioangaben zur Präzisierung ergänzen.

Bandangabe


Pflicht bei mehrbändigen Editionen

Bandangabe aufnehmen, wenn die Briefedition mehrbändig ist.

Empfehlung

Briefnummern- oder Paragraphenbereich ergänzen.

Auflage


Pflicht, wenn relevant

Auflage angeben, wenn nicht die Erstauflage verwendet wurde.

Empfehlung

Zusatz wie revidierte Auflage ergänzen.

Verlagsangabe


Pflicht

Ort und Verlag angeben.

Empfehlung

Verlag der Originalausgabe optional erwähnen.

Jahr


Pflicht

Erscheinungsjahr der veröffentlichten oder edierten Ausgabe angeben.

Empfehlung

Tag und Monat bei tagesaktuellen Digitaleditionen ergänzen.

DOI / URL


Pflicht bei digitalen Editionen

DOI oder URL bei digitalen oder online zugänglichen Editionen angeben.

Empfehlung

Abrufdatum bei instabilen Quellen ergänzen.

Übersetzer


Pflicht bei übersetzten Briefen

Übersetzerangabe aufnehmen.

Empfehlung

Sprachhinweis ergänzen, z. B. Deutsch/Englisch.

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Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Style? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.

Wie zitiere ich einen Brief nach Chicago im Fußnotenstil?

Ein Brief wird direkt an der betreffenden Textstelle in einer Fußnote nachgewiesen. Die erste Fußnote enthält die vollständige Angabe mit Absender, Empfänger, Datum, Beschreibung, Archiv- oder Publikationsangaben. Spätere Nachweise verwenden eine Kurzform, meist mit Nachname, Kurztitel und Datum oder Seitenangabe.

Muss ein Brief ins Literaturverzeichnis?

Nur veröffentlichte, edierte oder digital kuratierte Briefe erscheinen im Literaturverzeichnis. Private Briefe, persönliche Kommunikation und unveröffentlichte Archivbriefe werden ausschließlich in Fußnoten nachgewiesen. Entscheidend ist, ob der Brief für Dritte öffentlich auffindbar und überprüfbar ist.

Wie zitiere ich einen privaten Brief?

Ein privater Brief wird nur in der Fußnote angegeben. Der Nachweis enthält Absender, Empfänger, Gattungsangabe und Datum. Beispiel: Karl Müller an Lisa Berger, Brief, 12. März 2024. Ein Literaturverzeichniseintrag entfällt, weil die Quelle nicht öffentlich zugänglich ist.

Wie zitiere ich einen archivierten Brief?

Ein archivierter Brief benötigt eine genaue Archivangabe. Die Fußnote enthält Absender, Empfänger, Datum, Sammlung, Signatur und Archiv. Beispiel: Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1922, Born-Nachlass, NL 123/4, Staatsbibliothek zu Berlin.

Wie sieht die Kurzform bei wiederholter Nennung aus?

Nach der ersten vollständigen Fußnote genügt eine Kurzform. Diese enthält meist Absender, Empfänger, Kurztitel oder Datum. Beispiel: Einstein an Born, 4. Dezember 1922. Bei veröffentlichten Briefen kann zusätzlich eine Seitenzahl stehen.

Wie zitiere ich einen Brief aus einer edierten Briefsammlung?

Ein Brief aus einer Edition wird wie ein Beitrag in einem Sammelband zitiert. Die Fußnote enthält Absender, Brieftitel, Editionstitel, Herausgeber, Erscheinungsort, Verlag, Jahr und Seitenzahl. Im Literaturverzeichnis wird die Edition oder der konkrete Briefbeitrag aufgenommen.

Wie zitiere ich einen veröffentlichten Brief in einer Zeitung?

Ein veröffentlichter Brief in einer Zeitung wird wie ein Zeitungsartikel behandelt. Die Fußnote enthält Autor, Titel, Zeitung, Datum und Seite. Beispiel: Thomas Schulz, „Offener Brief zur Forschungsfinanzierung“, Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2023, S. 9.

Wie zitiere ich einen offenen Brief auf einer Website?

Ein online veröffentlichter offener Brief wird wie eine Webseite oder ein Onlineartikel zitiert. Die Fußnote enthält Autor, Titel, Website, Veröffentlichungsdatum und URL. Bei instabilen oder veränderlichen Seiten sollte ein Abrufdatum ergänzt werden.

Was gilt bei Briefen ohne bekannten Autor?

Fehlt der Absender, rückt eine sachliche Beschreibung an die erste Stelle. Beispiel: Rundschreiben zur Laborordnung, 18. Juli 1932, Stadtarchiv Hamburg, I-32-7. Die Beschreibung muss so präzise sein, dass der Brief eindeutig identifizierbar bleibt.

Wie zitiere ich einen Brief ohne Datum?

Ist kein Datum bekannt, wird o. D. verwendet. Die Fußnote sollte dann besonders genaue Archivangaben enthalten, etwa Sammlung, Signatur, Bestand und Archivname. Dadurch bleibt der Brief trotz fehlender Datierung auffindbar.

Wie zitiere ich mehrere Briefe desselben Autors aus demselben Jahr?

Mehrere Briefe desselben Absenders aus demselben Jahr werden durch ergänzende Unterscheidungen kenntlich gemacht, etwa über das genaue Datum, den Empfänger oder Jahrbuchstaben wie 1910a und 1910b. Diese Unterscheidung muss im Text und in den Fußnoten konsistent bleiben.

Wie zitiere ich ein Digitalisat eines Briefes?

Ein Digitalisat wird mit Absender, Empfänger, Datum, Archivsignatur, Institution und URL oder DOI zitiert. Bei stabilen institutionellen Permalinks reicht die URL häufig aus. Bei instabilen Links sollte ein Abrufdatum ergänzt werden.

Wann braucht ein digitalisierter Brief ein Literaturverzeichnis?

Ein digitalisierter Brief erscheint im Literaturverzeichnis, wenn er Teil einer zitierfähigen digitalen Edition ist, etwa mit DOI, institutionellem Permalink oder kuratierter Sammlungsseite. Ein bloß intern zugängliches oder unveröffentlichtes Digitalisat bleibt dagegen eine Fußnotenquelle.

Wie zitiere ich einen übersetzten Brief?

Ein übersetzter Brief wird nach der verwendeten Fassung zitiert. Bei einer Edition stehen Brieftitel, Editionstitel, Herausgeber, Übersetzer, Seitenbereich, Ort, Verlag und Jahr im Nachweis. Das Originaljahr kann ergänzt werden, wenn es für die historische Einordnung relevant ist.

Wie wird ein Sekundärzitat eines Briefs angegeben?

Liegt der Originalbrief nicht vor, wird die konsultierte Sekundärquelle zitiert. In der Fußnote steht ein Hinweis wie zitiert nach. Im Literaturverzeichnis erscheint nur die tatsächlich verwendete Sekundärquelle. Für wissenschaftliche Arbeiten bleibt die Prüfung des Originals vorzugswürdig.

Was ist der häufigste Fehler beim Zitieren von Briefen nach Chicago?

Der häufigste Fehler ist die falsche Aufnahme privater oder unveröffentlichter Briefe ins Literaturverzeichnis. Chicago unterscheidet hier klar: Nicht öffentlich zugängliche Briefe erscheinen nur in Fußnoten. Veröffentlichte, edierte oder digital kuratierte Briefe dürfen zusätzlich ins Literaturverzeichnis.

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