Chicago Style
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Chicago Zitierweise in Fußnoten- / Endnotensystem
Die Chicago Zitierweise zählt zu den etablierten Zitierweisen im wissenschaftlichen Arbeiten. Ursprung dieser Zitierweise ist das Regelwerk Chicago Manual of Style, das an der University of Chicago entwickelt wurde. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts bildet dieses Manual die Grundlage für Zitation, Formatierung und formale Struktur wissenschaftlicher Texte.
Grundlegend unterscheidet Chicago zwei Systeme.
- Fußnoten- beziehungsweise Endnotensystem
- Autor-Datum-System
Beide Systeme verfolgen das gleiche Ziel. Quellen transparent ausweisen und wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit sichern. Die Systeme unterscheiden sich jedoch in der Position der Quellenverweise, im Lesefluss des Textes und in der formalen Struktur der Quellenangaben.
Diese Unterscheidung ist für jede wissenschaftliche Arbeit wichtig. Eine falsche Systemwahl oder ein Wechsel innerhalb der Arbeit gilt als formaler Fehler und kann das Ergebnis einer Prüfung erheblich beeinträchtigen. Die folgenden Abschnitte erklären Aufbau, Funktion und Anwendung des Fußnotensystems nach Chicago detailliert.
Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style
Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!
Inhaltsverzeichnis
Zitieren Chicago Style mit Fußnoten
Das Fußnoten- beziehungsweise Endnotensystem wird häufig als klassischer Chicago Stil bezeichnet. Dieses System wird vor allem in text- und theorieorientierten Disziplinen eingesetzt, z. B. in Geschichte, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Kunst.
Ziel dieses Systems ist es, den Fließtext ruhig zu halten. Quellenangaben werden ausgelagert und stören nicht den Argumentationsgang. Gleichzeitig bleiben alle Quellen jederzeit eindeutig überprüfbar.
Zitation im Text nach Chicago Stil
Beim Zitieren nach Chicago mit Fußnoten wird jede übernommene Textstelle, jede Paraphrase und jedes direkte Zitat mit einer hochgestellten Zahl im Text gekennzeichnet. Diese Zahl verweist auf eine Fußnote am unteren Rand der Seite oder alternativ auf eine Endnote am Ende des Textes.
Beispiel im Fließtext:
Wissenschaftliches Arbeiten erfordert eine saubere Trennung zwischen eigenen Gedanken und fremden Positionen.¹
¹ Frederik Busch und Katrin Meinhardt, Akademische Tendenzen in Deutschland (Stuttgart: Dahlhaus Verlag, 2022), 124–127.
Die hochgestellte Zahl steht in der Regel nach dem Satzzeichen. Diese Positionierung ist typisch für Chicago und unterscheidet sich von anderen Zitierweisen.
Vollbeleg
Der Vollbeleg wird beim ersten Auftreten einer Quelle verwendet. Er enthält alle bibliografischen Angaben, die zur eindeutigen Identifikation notwendig sind.
Bestandteile des Vollbelegs:
- Name des Autors
- Titel des Werkes
- Erscheinungsort
- Verlag
- Jahr
- Seitenzahl der zitierten Textstelle
Beispiel Vollbeleg (Fußnote):
¹ Frederik Busch und Katrin Meinhardt, Akademische Tendenzen in Deutschland (Stuttgart: Dahlhaus Verlag, 2022), 124–127.
Merksatz: Der Vollbeleg stellt die Verbindung zwischen Textstelle und Literaturverzeichnis her.
Kurzbeleg
Wird dieselbe Quelle später erneut verwendet, genügt ein Kurzbeleg. Der Kurzbeleg reduziert die Angabe auf das Notwendigste und verhindert unnötige Wiederholungen.
Bestandteile des Kurzbelegs:
- Nachname des Autors
- gekürzter Titel
- Seitenzahl
Beispiel Kurzbeleg:
² Busch und Meinhardt, Akademische Tendenzen, 130.
Hinweis: Titel mit mehr als vier Wörtern werden im Kurzbeleg gekürzt.
BeispieleFußnoten Chicago Style in wissenschaftlichen Arbeiten
In wissenschaftlichen Arbeiten erfüllt das Fußnotensystem mehrere Funktionen. Einerseits dient es der Quellenangabe, andererseits können zusätzliche Erläuterungen ausgelagert werden, ohne den Textfluss zu unterbrechen.
Verschiedene Quellen = unterschiedliche Zitierweisen
Je nach Quellenart unterscheiden sich Aufbau und Struktur der Fußnote.
Buch (Monografie) – Vollbeleg:
Autor, Buchtitel (Ort: Verlag, Jahr), Seite.
Beispiel:
³ Max Mustermann, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens (Berlin: Beispielverlag, 2021), 45.
Fachzeitschriftenartikel – Vollbeleg:
Autor, „Titel des Artikels“, Titel der Zeitschrift Band, Heft (Jahr): Seiten.
Beispiel:
⁴ Stefan Engelberg, „Sprachwandel und Normdiskussion im Gegenwartsdeutschen“, Zeitschrift für germanistische Linguistik 49, Nr. 3 (2021): 417–445.
Internetquelle – Vollbeleg:
Autor, „Titel des Beitrags“, Website, Veröffentlichungsdatum oder Zugriff, URL.
Beispiel:
⁵ Julia Reuter, „Richtig zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten“, Studis Online, Zugriff 15.02.2023, https://www.studis-online.de.
Risiko: Fehlende URL oder fehlendes Zugriffsdatum führen zu unvollständigen Quellenangaben.
Im LiteraturverzeichnisBeispiele für Chicago Fußnoten- / Endnotensystem für das Literaturverzeichnis
Auch beim Fußnotensystem ist ein vollständiges Literaturverzeichnis erforderlich. Es befindet sich am Ende der wissenschaftlichen Arbeit und listet alle verwendeten Quellen alphabetisch nach Nachnamen.
Besonderheiten des Literaturverzeichnisses:
- hängender Einzug ab der zweiten Zeile
- keine Seitenzahlen bei Büchern
- vollständige Vornamen der Autoren
- Kursivsetzung von Buchtiteln und Zeitschriften
Beispiel Buch im Literaturverzeichnis:
Busch, Frederik und Katrin Meinhardt. Akademische Tendenzen in Deutschland. Stuttgart: Dahlhaus Verlag, 2022.
Unterschied zum Vollbeleg: Das Literaturverzeichnis enthält keine Seitenzahl, da es das Werk insgesamt nachweist.
Vergleich Chicago, APA, Harvard, IEEE, MLA und deutsche Zitierweise
Zum Abschluss erfolgt eine kurze Einordnung des Chicago Fußnotensystems im Vergleich zu anderen Zitierweisen.
| Zitierweise | Quellenverweis im Text | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Chicago Fußnoten | hochgestellte Zahl | Geisteswissenschaften |
| APA | (Autor Jahr) | Psychologie |
| Harvard | (Autor Jahr) | Sozial- und Wirtschaftswissenschaften |
| IEEE | [Nummer] | Ingenieurwissenschaften |
| MLA | (Autor Seite) | Literatur |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote mit „vgl.“ | deutschsprachiger Raum |
Unterschied zur deutschen Zitierweise: Chicago verzichtet auf Abkürzungen wie „vgl.“ und folgt international standardisierten Regeln.
Fußnote oder EndnoteWann Fußnote oder Endnote im Chicago Style wählen?
Im Chicago Style werden Quellen entweder über Fußnoten oder über Endnoten geführt. Beide Varianten erfüllen dieselbe Aufgabe. Unterschiede betreffen Lesefluss, Layout und Handhabung.
Fußnoten im Chicago System
Fußnoten stehen am Ende der jeweiligen Seite. Die hochgestellte Zahl im Fließtext verweist direkt nach unten. Diese Variante erleichtert Kontrolle beim Schreiben, weil die Quelle sofort sichtbar ist.
Typischer Vorteil: schnelle Kontrolle beim Korrekturlesen.
Typisches Risiko: Seitenlayout wirkt bei vielen Quellen dicht.
Endnoten im Chicago System
Endnoten stehen gesammelt am Ende eines Kapitels oder am Ende der gesamten Arbeit. Diese Variante wirkt optisch ruhiger, erfordert jedoch häufiges Springen zwischen Text und Anmerkungsbereich.
Typischer Vorteil: ruhiger Satzspiegel im Text.
Typisches Risiko: Quellenprüfung wird langsamer, wenn viele Textstellen geprüft werden.
Fußnoten in Word setzen
Chicago Zitierweise Fußnoten in Word setzen
Die Chicago Zitierweise mit Fußnoten ist sehr umfangreich und daher fehleranfällig. Verwendet werden können Fußnoten oder Endnoten. Nachfolgend werden die Unterschiede erklärt und wie diese in Word gesetzt werden können.
Fußnoten sind nummerierte Anmerkungen am Seitenende, die über eine hochgestellte Zahl im Fließtext aufgerufen werden.
Endnoten sind nummerierte Anmerkungen am Dokumentende oder Kapitelende. Beide erfüllen im Chicago System dieselbe Funktion. Quellenangaben werden aus dem Text ausgelagert und bleiben trotzdem eindeutig prüfbar.
Unterschied Fußnoten und Endnoten
| Kriterium | Fußnoten | Endnoten |
|---|---|---|
| Position | unten auf derselben Seite | gesammelt am Ende des Dokuments oder Kapitels |
| Lesefluss | schneller Zugriff auf Quellen | weniger Unterbrechung im Layout, mehr Blättern |
| Kontrolle beim Schreiben | leichter, weil sichtbar | schwieriger, weil gesammelt |
| Layout | kann Seiten überladen | Textseiten wirken ruhiger |
| Typische Nutzung | Abschlussarbeit mit vielen Belegen | längere Texte mit Fokus auf ruhigen Textseiten |
Merksatz: Fußnoten sind praktischer beim Arbeiten im Text. Endnoten wirken ruhiger im Dokumentlayout.
Fußnoten in Word Schritt für Schritt setzen
Schritt 1: Cursor korrekt positionieren
Den Cursor direkt hinter die Stelle setzen, die belegt werden soll. In Chicago steht die hochgestellte Zahl in der Regel nach dem Satzzeichen.
Beispiel im Fließtext:
… im wissenschaftlichen Arbeiten.¹
Schritt 2: Fußnote einfügen
- Registerkarte Referenzen öffnen
- Bereich Fußnoten auswählen
- „Fußnote einfügen“ anklicken
Ergebnis: Word setzt im Text eine hochgestellte Zahl und springt automatisch in den Fußnotenbereich.
Schritt 3: Quellenangabe eintragen
Im Fußnotenbereich den Vollbeleg oder Kurzbeleg einfügen.
Hinweis: Für Chicago werden Vollbeleg und Kurzbeleg systematisch getrennt.
Schritt 4: Formatierung prüfen
- Fußnotentext markieren
- Schriftgröße und Zeilenabstand gemäß Vorgaben der Fakultät einstellen
- Einheitliche Interpunktion sicherstellen
Schritt 5: Nummerierung kontrollieren
Word nummeriert fortlaufend. Änderungen im Text verschieben die Nummern automatisch. Das reduziert Versehen bei späterer Korrektur.
Endnoten in Word Schritt für Schritt setzen
Endnoten eignen sich, wenn Quellen gesammelt am Ende stehen sollen, ohne jede Seite optisch zu belasten.
Schritt 1: Cursor korrekt positionieren
Den Cursor direkt hinter die belegte Textstelle setzen, üblicherweise nach dem Satzzeichen.
Schritt 2: Endnote einfügen
- Registerkarte Referenzen öffnen
- Bereich Fußnoten auswählen
- „Endnote einfügen“ anklicken
Ergebnis: Word setzt im Fließtext eine hochgestellte Zahl und springt automatisch zum Endnotenbereich am Dokumentende.
Schritt 3: Quellenangabe eintragen
Im Endnotenbereich den Vollbeleg oder Kurzbeleg eingeben. Die Logik der Zitation bleibt identisch zum Fußnotensystem.
Schritt 4: Endnotenplatzierung steuern
- In Referenzen im Bereich Fußnoten auf das kleine Dialogfeld-Symbol klicken
- Bei Position „Endnoten“ wählen
- „Ende des Dokuments“ oder „Ende des Abschnitts“ einstellen
- Bestätigen
Schritt 5: Übersichtlichkeit prüfen
Endnoten sind im Schreibprozess weniger sichtbar. Deshalb ist eine abschließende Korrektur der Endnoten zwingend, insbesondere vor der Abgabe einer Abschlussarbeit.
Am Ende werden alle verwendeten Quellen in einem Literaturverzeichnis gelistet, das alphabetisch sortiert ist. Dieses Vorgehen reduziert das Risiko eines Plagiats erheblich, sofern jede Quelle vollständig und konsistent dokumentiert wird.
Hinweis zur Vorbereitung: Vor dem ersten Kapitel lohnt sich ein kurzer Abgleich mit Vorgaben der Fakultät. Einige Institute fordern besondere Zeichenregeln oder eine abweichende Formatierung.
1a-Studi-Tipp: 1a Studi prüft, korrigiert und recherchiert die Zitation nach Chicago in deiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit. Hierbei werden die Besonderheiten der Richtlinien der Hochschulen berücksichtigt.
Position der hochgestellten Zahl im Text
Die Position der hochgestellten Zahl ist eine typische Fehlerquelle beim Zitieren nach Chicago. In der Regel steht die hochgestellte Zahl nach dem Satzzeichen. Diese Position zeigt, dass die gesamte Aussage bis zum Punkt oder bis zum abschließenden Anführungszeichen von der Quelle gestützt wird.
Beispiel zur Position im Fließtext
Direktes Zitat:
„Die Methode gilt als etabliert.“¹
Paraphrase:
Die Methode gilt als etabliert.²
Hinweis: Einzelfälle können je nach Hochschule abweichen. Ein kurzer Blick in den Leitfaden der Universität verhindert späteres Versehen.
Vollbeleg und Kurzbeleg
Vollbeleg und Kurzbeleg im Chicago Fußnotensystem
Die wichtigste Unterscheidung beim Zitieren im Chicago Style ist Vollbeleg versus Kurzbeleg. Der Vollbeleg erscheint beim ersten Mal. Der Kurzbeleg erscheint ab der zweiten Nennung derselben Quelle.
Vollbeleg im Chicago Stil
Der Vollbeleg enthält alle notwendigen Angaben: Autor, Titel, Ort, Verlag, Jahr, Seitenzahl. Bei Internetquellen zusätzlich URL und Zugriff.
Beispiel Vollbeleg Buch:
¹ Frederik Busch und Katrin Meinhardt, Akademische Tendenzen in Deutschland (Stuttgart: Dahlhaus Verlag, 2022), 124–127.
Kurzbeleg im Chicago Stil
Der Kurzbeleg reduziert die Angaben: Nachname des Autors, gekürzter Titel, Seitenzahl. Bei Titeln mit mehr als vier Wörtern wird gekürzt.
Beispiel Kurzbeleg:
² Busch und Meinhardt, Akademische Tendenzen, 130.
Quellenarten
Quellenarten im Chicago Style
Beim Chicago zitieren hängt die Struktur der Quellenangaben von der Quellenart ab.
Buchquelle im Fußnotensystem
Schema: Autor Vorname Nachname, Buchtitel (Ort: Verlag, Jahr), Seitenzahl.
Beispiel:
³ Max Muster, Einführung in die Methodik (Berlin: Beispielverlag, 2021), 45.
Zeitschriftenartikel im Fußnotensystem
Schema: Autor, „Aufsatztitel“, Zeitschriftentitel Band, Heft (Jahr): Seitenbereich, DOI wenn vorhanden.
Beispiel:
⁴ Norbert Dittmar, „Jugendsprache im Wandel: Sprachliche Innovationen und soziale Markierung“, Muttersprache 129, Nr. 3 (2019): 201–220.
Für die Kontrolle in der eigenen Bachelorarbeit ist „Zeitschriftenartikel“ eine gute Suchmarke, weil häufig Band und Heft vergessen werden.
Internetquelle im Fußnotensystem
Schema: Autor, „Titel“, Website, Aktualisierungsdatum oder Hinweis, URL, Zugriff.
Beispiel:
⁵ Universität Mannheim, „Leitfaden zum wissenschaftlichen Zitieren“, Universität Mannheim, zuletzt aktualisiert am 15.03.2023, https://www.uni-mannheim.de/bibliothek/service/zitieren/ (Zugriff 30.12.2025).
Artikel (2)
Risiko: Fehlende Datumsangabe führt häufig zu unvollständigen Quellenangaben und zu einer nötigen Korrektur der Zitation vor Abgabe der Arbeit.
Literaturverzeichnis
Literaturverzeichnis im Chicago System
Ein vollständiges Literaturverzeichnis ist im Chicago Fußnotensystem zwingend nötig. Auch wenn Fußnoten bereits Vollbelege enthalten, bleibt das Literaturverzeichnis die Sammelstelle der Literatur. Alphabetische Sortierung nach Nachnamen ist Pflicht. Der hängende Einzug gehört zur typischen Formatierung nach Chicago.
Unterschied zwischen Fußnote und Literaturverzeichnis
| Element | Fußnote Vollbeleg | Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| Name | Vorname Nachname | Nachname, Vorname |
| Seitenzahl | enthalten | nicht enthalten |
| Zweck | Nachweis einer Textstelle | Nachweis des gesamten Werkes |
| Reihenfolge | nach Auftreten im Text | alphabetisch |
Merksatz: Fußnote erklärt die Textstelle. Literaturverzeichnis erklärt die Literaturbasis.
Hängender Einzug in Word
Dieses Tutorial dient der schnellen Umsetzung. In Word wird ein Absatz markiert. Danach wird im Absatzmenü „Sondereinzug“ auf „hängend“ gesetzt. Ergebnis ist ein Literaturverzeichnis, das professionell wirkt und formale Vorgaben häufig erfüllt.
Häufige Fragen & Antworten
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