Gesetze zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Gesetze nach Chicago Fußnoten & Endnoten zitieren bedeutet, Rechtsnormen in Fußnoten mit Gesetzestitel, Abkürzung, Paragraph oder Artikel, Fassung, Jahr und ggf. amtlicher Fundstelle nachzuweisen. Ein Literaturverzeichnis-Eintrag entfällt bei reinen Gesetzestexten grundsätzlich. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Normzitaten, historischen Fassungen, EU-Recht, internationalen Verträgen und kommentierten oder edierten Gesetzesausgaben, die als eigenständige Publikationen ins Literaturverzeichnis aufgenommen werden.

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Gesetze zitieren

Wichtigste Regeln

Gesetze zitieren Chicago – Fußnoten & Endnoten

Die Zitation von Gesetzen im Chicago-Fußnotensystem (Notes & Bibliography) erfolgt ausschließlich in der Fußnote.

Gesetze, Verordnungen und andere Rechtsnormen werden dort vollständig angegeben – mit offiziellem Titel, Paragraph- oder Artikelnummer und Jahr der maßgeblichen Fassung.

Im Unterschied zu wissenschaftlicher Sekundärliteratur erscheinen Gesetze nicht in der Bibliografie, da sie als amtlich veröffentlichte Primärquellen gelten. Nur kommentierte, übersetzte oder systematisch edierte Ausgaben werden bibliografisch aufgenommen.

Bestandteile einer vollständigen Gesetzeszitation (Fußnote)

Nach dem Chicago Manual of Style (17. Auflage, § 14.273) sollten folgende Angaben enthalten sein:

  • offizieller Titel des Gesetzes oder der Verordnung, bei der ersten Nennung mit ausgeschriebenem Titel und gegebenenfalls gebräuchlicher Abkürzung in Klammern
  • Paragraph, Artikel oder Abschnitt, z. B. „§ 433 BGB“ oder „Art. 20 GG“
  • Jahr der Fassung oder Veröffentlichung, z. B. „(2023)“
  • Jurisdiktion oder Sammlung, z. B. BGBl., U.S. Code, EU Official Journal
  • Fundstelle oder Dokumentnummer, z. B. „BGBl. I 2023, S. 2421“, sofern diese Angabe zur eindeutigen Identifikation erforderlich ist

Hinweis: Bei Gesetzen ohne amtliche Druckfundstelle, etwa bei EU- oder UN-Dokumenten, wird die offizielle Institution oder Quelle genannt.

European Union, Official Journal L 119 (2016): 1–88.

Chicago-Fußnoten – Grundregeln für Gesetze

In Chicago 17 wird zwischen der ersten Nennung als Langform und den weiteren Nennungen als Kurzform unterschieden.

Die erste Nennung identifiziert das Gesetz eindeutig. Spätere Fußnoten verwenden eine verkürzte Form mit der Abkürzung und dem relevanten Paragraphen oder Artikel.

Erste Nennung (Langform)

Gesetzestitel (Abk.), § oder Art. Nummer, Fundstelle (Jahr).

1. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 433, BGBl. I 2023, S. 2421.

2. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG), Art. 20, BGBl. I 1949, S. 1.

Weitere Nennungen (Kurzform)

Abkürzung, § oder Art. Nummer.

1. BGB, § 433.

2. GG, Art. 20.

Im Text

Im Text zitieren: Gesetze nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Gesetze, Verordnungen und andere Rechtsquellen werden nach dem Chicago Manual of Style, 17. Auflage (Notes & Bibliography) direkt in den Fußnoten zitiert.

Die Zitationsform richtet sich nach der Jurisdiktion, etwa Deutschland, EU, USA, Großbritannien oder UN, und nach der Art der Rechtsquelle, etwa Gesetz, Verordnung, Vertrag, Richtlinie oder Satzung.

Erstverweise erfolgen in vollständiger Form, Folgeverweise in verkürzter Form.

Die folgenden Beispiele decken zentrale Varianten für deutschsprachige und internationale Quellen ab.

Deutsches Bundesgesetz

Klassische Form mit Paragraphen- und Absatzangaben. Bei der ersten Nennung wird der vollständige Titel angegeben; ab der zweiten Nennung genügt die Kurzform.

Erste Nennung (Langform):

1. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 433, BGBl. I 2023, S. 2421.

Weitere Nennung (Kurzform):

2. BGB, § 433 Abs. 1.

Deutsches Landesgesetz

Landesgesetze werden mit Angabe des Bundeslandes und der üblichen Abkürzung zitiert.

1. Bayerisches Polizeiaufgabengesetz (BayPAG), Art. 13.

2. Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (SchulG NRW), § 10 Abs. 2.

Gesetze mit Artikel statt Paragraph

Verfassungen oder EU-Verträge werden nach Artikel zitiert.

1. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG), Art. 20.

2. GG, Art. 1 Abs. 1.

Verordnungen

Verordnungen folgen demselben Schema, enthalten jedoch den Zusatz „Verordnung“.

1. Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), § 5, Fassung vom 3. Februar 2015 (BGBl. I S. 49).

2. Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Art. 6 Abs. 1 lit. a.

Satzungen und Verwaltungsvorschriften

Kommunale Satzungen oder Richtlinien von Ministerien werden analog zu Gesetzen behandelt.

1. Hauptsatzung der Stadt Leipzig, § 3 Abs. 2, Fassung vom 14. März 2023.

2. Richtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über Projektförderungen (BMBF-RL), Nr. 4.1.

Historische oder außer Kraft getretene Gesetze

Bei historischen Fassungen wird das Jahr oder die amtliche Fundstelle der gültigen Version angegeben.

1. Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG), § 2, BGBl. I 1965, S. 1273.

2. Reichsgewerbeordnung (1869), § 47.

Gesetz mit Fundstelle im Bundesgesetzblatt

Wenn das Gesetz über das BGBl. identifiziert wird, ist die Fundstelle zu nennen.

1. Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), § 4, BGBl. I 2018, S. 2097.

2. Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 11, BGBl. I 2002, S. 2730.

Internationale Verträge und Abkommen

Internationale Rechtsquellen enthalten offiziellen Titel, Fundstelle und Jahr.

1. Treaty of Lisbon Amending the Treaty on European Union (2007) OJ C 306/1.

2. Paris Agreement under the United Nations Framework Convention on Climate Change (2015) UNTS Vol. 3156, p. 3.

EU-Recht (Richtlinien, Verordnungen, Entscheidungen)

EU-Dokumente werden nach offizieller Struktur zitiert – mit Titel, Nummer und Fundstelle im Official Journal (OJ).

1. Directive 2010/13/EU on Audiovisual Media Services, OJ L 95 (2010): 1–24.

2. Regulation (EU) 2016/679 (General Data Protection Regulation), OJ L 119 (2016): 1–88.

US-amerikanische Gesetze

US-Gesetze folgen der Struktur Titelnummer, U.S.C., Abschnitt und Jahr. Der Gesetzestitel kann optional vorangestellt werden.

1. Civil Rights Act of 1964, 42 U.S.C. § 2000e (2018).

2. Freedom of Information Act (FOIA), 5 U.S.C. § 552 (2020).

Britische und Commonwealth-Gesetze

Britische Gesetze werden mit Jahr und Kapitelnummer (c.) zitiert.

1. Equality Act 2010, c. 15.

2. Companies Act 2006, c. 46.

Völkerrechtliche Quellen und UN-Dokumente

UN-Dokumente und Abkommen werden nach offizieller Nummerierung und Jahr angegeben.

1. Charter of the United Nations (1945), 59 Stat. 1031, T.S. No. 993.

2. Universal Declaration of Human Rights (1948), GA Res. 217 A (III), UN Doc. A/810.

Mehrere Gesetze in einer Fußnote

Werden mehrere Gesetze gleichzeitig genannt, werden sie durch Semikolons getrennt.

1. BGB, § 433; HGB, § 377; GmbHG, § 13 Abs. 2.

Zitieren einer bestimmten Änderung oder Neufassung

Wenn sich das Zitat auf eine bestimmte Neufassung bezieht, wird das Änderungsdatum ergänzt.

1. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), § 2 Abs. 3, Fassung vom 1. März 2020 (BGBl. I S. 548).

Wiederholte Zitate

Wenn unmittelbar auf dieselbe Norm verwiesen wird, genügt der Hinweis „Ebd.“ oder die reine Paragraphenangabe.

1. BGB, § 433.

2. Ebd., § 434.

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis: Chicago – Fußnoten & Endnoten für Gesetze

Im Chicago-Stil (Notes & Bibliography) gelten Gesetze, Verordnungen und Verfassungen als offizielle Primärquellen.

Sie werden grundsätzlich nicht in die Bibliografie aufgenommen, da sie öffentlich zugänglich und durch die Fußnote eindeutig identifizierbar sind.

Ein bibliografischer Eintrag ist nur erforderlich, wenn es sich um eine kommentierte, übersetzte, systematisch edierte oder digital kuratierte Ausgabe handelt — also eine Veröffentlichung mit eigenem Verlag oder Herausgeber, die über den bloßen Gesetzestext hinausgeht, z. B. Kommentar, wissenschaftliche Edition oder konsolidierte DOI-Version.

Erforderliche Angaben für bibliografische Einträge

Nach dem Chicago Manual of Style (17th ed., §§ 14.270 ff.) müssen bei Rechtsausgaben oder Editionen folgende Elemente enthalten sein:

  • Titel der Sammlung oder Ausgabe, kursiv; bei Kommentaren mit Untertitel oder Hinweis „Kommentar“
  • Herausgeber oder Institution als verantwortliche Stelle, z. B. „Hrsg. von …“ oder Organisation als Autor
  • Auflage oder Versionsstand, z. B. „10. Aufl.“ oder „Stand 01/2025“
  • Band- oder Teilangabe bei mehrbändigen Werken sowie gegebenenfalls Seiten- oder Paragraphenbereich
  • Ort: Verlag, Jahr
  • DOI bevorzugt oder stabile URL ohne abschließenden Punkt

Kommentierte oder wissenschaftlich edierte Gesetzesausgabe

Diese Werke gelten als kuratierte Sekundärquellen und werden wie Bücher behandelt.

Bürgerliches Gesetzbuch: Kommentar. Hrsg. von Franz Jürgen Säcker, Roland Rixecker, Ulrich H. Schneider und Rolf A. Stürner. 10. Aufl. München: C. H. Beck, 2022.

Amtliche oder institutionelle Gesetzessammlung (gedruckt)

Wenn eine Institution eine systematische Sammlung herausgibt, wird sie wie ein Herausgeberwerk nachgewiesen.

Bundesministerium der Justiz. Gesetzessammlung des Bundes. Berlin: Bundesanzeiger Verlag, 2024.

Übersetzte oder zweisprachige Edition eines Gesetzes oder Verfassungstextes

Übersetzer oder Herausgeber werden ausdrücklich genannt.

Basic Law for the Federal Republic of Germany. Translated by Christian Tomuschat. Baden-Baden: Nomos, 2019.

Digitale, kuratierte Edition mit DOI oder URL

Eine Aufnahme erfolgt nur, wenn eine zitierfähige, offizielle Online-Edition mit DOI oder stabilem Permalink vorliegt.

Treaty on European Union (consolidated version). Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2021. https://doi.org/10.2861/123456

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), konsolidierte Fassung. Luxemburg: Publications Office of the European Union, 2023. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32016R0679

Loseblattwerke / fortlaufend aktualisierte Ausgaben

Bei periodisch gepflegten Kommentaren oder Sammlungen ist der Stand der Ausgabe erforderlich.

BGB – Beck’sche Kurz-Kommentare. Losebl.-Ausg., Stand 01/2025. München: C. H. Beck, 2025. (Loose-leaf ed.)

Gesetzeskommentar einzelner Teile / Bände

Einzelbände werden mit Band- und Paragraphenbereich angegeben.

Palandt, Otto, Hrsg. Bürgerliches Gesetzbuch. 83. Aufl., Bd. 1: Allgemeiner Teil, §§ 1–240. München: C. H. Beck, 2024.

Nicht in die Bibliografie gehören

Die folgenden Nachweise werden nur in Fußnoten geführt und nicht als eigene Literaturverzeichniseinträge aufgenommen:

  • reine Gesetzesnachweise wie „BGB, § 433“ oder „GG, Art. 20“
  • Verordnungen und Richtlinien ohne eigene Edition oder Kommentar
  • amtliche Fundstellen wie „BGBl. I 2023, S. 2421“ ohne begleitende Publikation
Merksatz

Nur dann, wenn ein Gesetz oder eine Rechtsnorm als eigenständige Publikation gedruckt oder digital mit Verlag, Herausgeber oder DOI erscheint, gehört sie in das Literaturverzeichnis. Alle anderen Gesetze werden ausschließlich in den Fußnoten zitiert.

Sonderregeln

Sonderfälle für Gesetze zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Nach dem Chicago Manual of Style (17th ed.) werden Gesetze in der Regel nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt, da sie als amtliche Primärquellen gelten.

Ein Eintrag ist nur dann erforderlich, wenn es sich um eine kommentierte, edierte, übersetzte oder digital kuratierte Ausgabe handelt oder wenn der Publikationskontext eine bibliografische Nachverfolgbarkeit erfordert – etwa bei wissenschaftlichen Editionen, internationalen Verträgen oder historischen Rechtsausgaben.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie solche Sonderfälle im Literaturverzeichnis korrekt angegeben werden.

Historische oder ersetzte Gesetzesfassungen

Wenn eine ältere oder historische Edition genutzt wird, bleibt das Originaljahr erhalten; Herausgeber oder Editor werden ergänzt.

Allgemeines Preußisches Landrecht für die Staaten Preußischer Monarchie. Hrsg. von G. Friedrich Pütter. Berlin: Reimer, 1830.

Allgemeines Preußisches Landrecht. Nachdruck der Ausgabe von 1794. Berlin: de Gruyter, 1970.

Kommentierte oder systematische Gesetzesausgaben

Gesetzeskommentare oder systematische Sammlungen gelten als eigenständige Bücher und werden entsprechend nachgewiesen.

Handkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Hrsg. von Reinhard Bork und Christoph Berger. 4. Aufl. München: C. H. Beck, 2022.

Palandt, Otto, Hrsg. Bürgerliches Gesetzbuch. 83. Aufl., Bd. 1: §§ 1–240. München: C. H. Beck, 2024.

Übersetzte oder zweisprachige Editionen

Übersetzte oder bilinguale Gesetzestexte werden nach den Chicago-Regeln für Bücher angegeben.

Basic Law for the Federal Republic of Germany. Translated by Christian Tomuschat. Baden-Baden: Nomos, 2019.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland / Basic Law for the Federal Republic of Germany. Zweisprachige Ausgabe. Berlin: Bundeszentrale für politische Bildung, 2021.

Digitale oder konsolidierte Rechtsausgaben

Kuratierten Online-Ausgaben oder konsolidierten Versionen mit DOI oder stabiler URL wird ein eigenständiger Eintrag zugewiesen.

Treaty on European Union (Consolidated Version). Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2021. https://doi.org/10.2861/123456

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), konsolidierte Fassung. Luxemburg: Publications Office of the European Union, 2023. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32016R0679

Internationale oder supranationale Rechtssammlungen

Internationale Abkommen und UN- oder EU-Verträge werden mit offiziellem Titel, Fundstelle und Jahr aufgeführt.

Charter of the United Nations. Treaties and Other International Acts Series No. 993. Washington, DC: U.S. Government Printing Office, 1945.

Treaty of Lisbon Amending the Treaty on European Union. Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2007. OJ C 306/1.

Mehrbändige oder fortlaufend aktualisierte Gesetzeswerke

Loseblatt- oder periodisch aktualisierte Kommentare werden mit dem Standdatum versehen.

BGB – Beck’sche Kurz-Kommentare. Losebl.-Ausg., Stand 01/2025. München: C. H. Beck, 2025. (Loose-leaf ed.)

Amtliche Editionen durch Ministerien oder Behörden

Offizielle, redaktionell betreute Gesetzessammlungen werden unter dem Namen der Institution angegeben.

Bundesministerium der Justiz. Gesetzessammlung des Bundes. Berlin: Bundesanzeiger Verlag, 2024.

Übersetzte internationale Rechtsnormen (private Edition)

Private Übersetzungen internationaler Normen werden wie Bücher mit Übersetzer und Herausgeber behandelt.

Convention on the Rights of the Child. Translated by Jürgen Kühn. Frankfurt am Main: Peter Lang, 2018.

Archivierte oder ersetzte digitale Fassungen

Ist die Originalversion nicht mehr online verfügbar, wird die archivierte URL zitiert.

Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Fassung vom 1. Januar 2017. Accessed via Internet Archive. https://web.archive.org/web/20170101/https://www.gesetze-im-internet.de/bimschg

Interne oder unveröffentlichte Rechtsdokumente

Nicht publizierte Entwürfe oder interne Richtlinien werden als unveröffentlichte Dokumente gekennzeichnet.

Richtlinie zur Datenverarbeitung in Forschungseinrichtungen [Unveröffentlichtes Dokument]. Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, 2024.

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Fußnoten & Endnoten für die Zitation von Gesetzen verpflichtend und was wird empfohlen?

Die folgenden Angaben fassen zusammen, welche Bestandteile für Gesetze und Rechtsquellen im Chicago-Fußnotenstil (Notes & Bibliography) verpflichtend sind und welche ergänzend empfohlen werden.

Da Gesetze meist in den Fußnoten erscheinen, ist zwischen Fußnotenzitation und Bibliografie-Einträgen zu unterscheiden.

Zitation in den Fußnoten nach Chicago (Gesetze, Verordnungen, Verträge)

Gesetzestitel / offizieller Name


Pflicht

Vollständiger Titel bei der ersten Nennung, z. B. Bürgerliches Gesetzbuch.

Empfehlung

Abkürzung bei Folgezitationen, z. B. BGB.

Paragraph oder Artikel


Pflicht

Immer erforderlich, z. B. § 433 BGB oder Art. 20 GG.

Empfehlung

Untergliederung wie Abs., Satz oder Nr. bei Bedarf ergänzen.

Fassung oder Jahr


Pflicht

Jahr der zitierten Version oder Fassung.

Empfehlung

Volles Datum bei historischen Fassungen, z. B. Fassung vom 1. März 2023.

Fundstelle / Quelle


Pflicht, wenn erforderlich

Nur bei Gesetzen mit spezifischer oder historischer Fundstelle, z. B. BGBl. I 2023, S. 2421.

Empfehlung

Ergänzend bei älteren oder nicht online verfügbaren Fassungen.

Jurisdiktion / Rechtskreis


Pflicht, wenn international oder ausländisch

Bei internationalen oder ausländischen Gesetzen, z. B. EU-Recht oder US Code.

Empfehlung

Für nationale Gesetze nur bei Bedarf, z. B. BayPAG oder WFNG NRW.

Abkürzung bei Wiederholung


Empfehlung

Einheitliche Kurzform für alle Folgezitate verwenden, z. B. BGB, § 433.

Mehrere Gesetze in einer Fußnote


Empfehlung

Mit Semikolon trennen, z. B. BGB, § 433; HGB, § 377.

Zitationssprache


Pflicht

Originalsprache des Gesetzes.

Empfehlung

Übersetzung in Klammern zur Orientierung ergänzen.

Direkte Zitate


Pflicht

Exakte Normstelle, z. B. § 823 Abs. 2.

Empfehlung

Detaillierung durch Satz oder Nummer, z. B. § 823 Abs. 2 Satz 1.

Wiederholungszitate


Pflicht

Kurzform oder „Ebd.“.

Empfehlung

„Ebd.“ nur verwenden, wenn keine andere Fußnote dazwischenliegt.

Bibliografie nach Chicago (Gesetzesausgaben, Kommentare, Übersetzungen, Editionen)

Titel der Edition / Sammlung


Pflicht

Vollständiger offizieller Titel, kursiv gesetzt.

Empfehlung

Band-, Teil- oder Abschnittsangabe ergänzen.

Herausgeber / Institution


Pflicht, wenn zutreffend

Pflicht bei kommentierten, amtlichen oder wissenschaftlich edierten Ausgaben.

Empfehlung

Zusätzliche Herausgeber oder Mitarbeitende anführen.

Auflage / Version


Pflicht, wenn zutreffend

Bei revidierten oder fortlaufend aktualisierten Ausgaben.

Empfehlung

Versionshinweis oder Standdatum ergänzen, z. B. Stand: 01/2025.

Verlagsangabe


Pflicht

Ort und Verlag bei Druckausgaben.

Empfehlung

Bei Online-Ausgaben Herausgeberinstitution oder Plattform angeben.

Jahr


Pflicht

Erscheinungsjahr oder Jahr der Edition.

Empfehlung

Volles Datum bei tagesaktuellen Online-Editionen.

DOI / URL


Pflicht, wenn digital

Pflicht bei digitalen Editionen.

Empfehlung

DOI bevorzugt; stabile URL ohne abschließenden Punkt.

Abrufdatum


Pflicht, wenn dynamisch

Nur bei veränderlichen oder instabilen Quellen.

Empfehlung

Sinnvoll bei Gesetze-im-Internet oder nicht versionierten Online-Sammlungen.

Übersetzer / Editor


Pflicht, wenn zutreffend

Bei übersetzten oder bearbeiteten Ausgaben.

Empfehlung

Hinweise wie „Übers. von …“ oder „Kommentar von …“ ergänzen.

Kommentar / Editionstyp


Empfehlung

In eckigen Klammern kennzeichnen, z. B. [Kommentierte Ausgabe].

Mehrbändige Werke


Pflicht

Bandangabe verpflichtend.

Empfehlung

Seiten- oder Paragraphenbereich ergänzen.

Amtliche Sammlungen


Pflicht

Institution als Autor oder Herausgeber.

Empfehlung

Jahr und Ausgabe ergänzen, z. B. Gesetzessammlung des Bundes, 2024.

Historische / Nachdruckausgaben


Pflicht

Jahr der Originalfassung.

Empfehlung

Zusatz wie „Nachdruck der Ausgabe von 1794“.

Übersetzte oder bilinguale Ausgaben


Pflicht

Übersetzername und Originaljahr.

Empfehlung

Hinweis auf Zweisprachigkeit, z. B. „Deutsch / Englisch“.

Nicht veröffentlichte Rechtsquellen


Empfehlung

Kennzeichnung als [Unveröffentlichtes Dokument].

Internationale Verträge


Pflicht

Titel und Jahr.

Empfehlung

Fundstelle ergänzen, z. B. OJ C 306/1 oder UNTS Vol. 993.

Loseblattwerke / Online-Kommentare


Pflicht

Standdatum oder Version.

Empfehlung

DOI / URL und Herausgeberinstitution ergänzen.

Alphabetisierung


Pflicht

Nach dem ersten Substantiv des Titels.

Empfehlung

Bei mehreren Werken desselben Herausgebers chronologisch ordnen.

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Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Style? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.

Wie zitiere ich ein Gesetz nach Chicago in der Fußnote?

Nach Chicago erfolgt die Zitierung eines Gesetzes ausschließlich in der Fußnote. Zuerst steht der offizielle Titel mit eingeführter Abkürzung in Klammern, danach die konkrete Norm, etwa § 433 oder Art. 20, anschließend Fundstelle und Jahr der Fassung. Ein Beispiel lautet: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 433, BGBl. I 2023, S. 2421. Diese Form identifiziert die Rechtsnorm eindeutig nach Titel, Normstelle, Sammlung und zeitlicher Fassung.

Welche Pflichtangaben braucht eine Gesetzeszitation nach Chicago?

Eine vollständige Gesetzeszitation nach Chicago enthält den offiziellen Titel, gegebenenfalls mit Abkürzung, die genaue Normstelle mit Paragraph oder Artikel, das Jahr der maßgeblichen Fassung sowie bei Bedarf die amtliche Fundstelle, zum Beispiel BGBl. I 2023, S. 2421. Bei ausländischem oder internationalem Recht kommt die Jurisdiktion oder Sammlung hinzu, etwa U.S. Code oder Official Journal der Europäischen Union. Jede Angabe dient der eindeutigen Zuordnung der verwendeten Rechtsnorm.

Wie unterscheiden sich Erstnennung und Kurzform bei Gesetzen nach Chicago?

In der Erstnennung wird ein Gesetz mit ausgeschriebenem Titel, eingeführter Abkürzung, konkreter Normstelle, Jahr und gegebenenfalls Fundstelle angegeben. Beispiel: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG), Art. 20, BGBl. I 1949, S. 1. In späteren Fußnoten genügt die Kurzform aus Abkürzung und Normstelle, etwa GG, Art. 20 Abs. 1. Diese Verdichtung setzt voraus, dass die Langform zuvor eindeutig eingeführt wurde und keine Verwechslungsgefahr zwischen mehreren Gesetzen besteht.

Werden Gesetze im Chicago-Literaturverzeichnis aufgeführt?

Reine Gesetzestexte gelten im Chicago-Stil als amtliche Primärquellen und erscheinen in der Regel nicht im Literaturverzeichnis. Die Angabe in den Fußnoten reicht aus, weil Titel, Normstelle, Jahr und Fundstelle die Rechtsquelle eindeutig identifizieren. Eine Aufnahme in die Bibliografie erfolgt nur bei kommentierten Ausgaben, wissenschaftlichen Editionen, Übersetzungen oder kuratierten digitalen Versionen mit Verlag oder Herausgeber. In diesen Fällen werden die Werke wie eigenständige Bücher oder Sammelbände behandelt und vollständig bibliografiert.

Wie zitiere ich deutsche Bundes- und Landesgesetze nach Chicago?

Deutsche Bundesgesetze werden mit offiziellem Titel, Abkürzung, Paragraph und gegebenenfalls Absatz sowie Jahr und Fundstelle zitiert. Beispiel: Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), § 4, BGBl. I 2018, S. 2097. Landesgesetze erhalten zusätzlich den Hinweis auf das Bundesland, etwa Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (SchulG NRW), § 10 Abs. 2. In Folgezitaten genügt die Kurzform mit Abkürzung und genauer Normstelle, sofern keine andere Rechtsnorm mit gleicher Abkürzung verwendet wird.

Wie zitiere ich Verordnungen, Satzungen und Verwaltungsvorschriften?

Verordnungen, kommunale Satzungen und Verwaltungsvorschriften folgen im Chicago-Stil demselben Grundschema wie Gesetze. Zuerst steht der vollständige Titel mit möglicher Abkürzung, anschließend die konkrete Normstelle, etwa §, Art. oder Nummer, dazu Fassung oder Datum und gegebenenfalls Fundstelle. Ein Beispiel lautet: Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), § 5, Fassung vom 3. Februar 2015, BGBl. I S. 49. In Folgezitaten reicht die Abkürzung mit Normstelle, sofern zuvor eine eindeutige Einführung erfolgt ist.

Wie zitiere ich EU-Recht und internationale Verträge nach Chicago?

EU-Recht wird mit offiziellem Titel, Dokumentart, Nummer, Jahr und Fundstelle im Official Journal nachgewiesen. Beispiel: Regulation (EU) 2016/679, OJ L 119 (2016): 1–88. Internationale Verträge erhalten Titel, Jahr, Sammlung und Band- oder Dokumentnummer, etwa Paris Agreement under the United Nations Framework Convention on Climate Change (2015) UNTS Vol. 3156, p. 3. Diese Struktur hebt Rechtsraum und Veröffentlichungsorgan klar hervor und ermöglicht eine präzise Auffindbarkeit der zitierten Norm.

Wie gehe ich mit historischen oder außer Kraft getretenen Gesetzen um?

Historische oder außer Kraft getretene Gesetze werden mit Titel, maßgeblicher Normstelle und der Fassung zitiert, auf die sich die Argumentation bezieht. Häufig wird das Jahr der ursprünglichen Verabschiedung oder der zitierten Neufassung ergänzt, teilweise mit genauer Fundstelle, etwa Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG), § 2, BGBl. I 1965, S. 1273. Dadurch bleibt transparent, auf welche rechtshistorische Situation sich die Darstellung konkret bezieht und welche Version angewendet wird.

Wie zitiere ich mehrere Gesetze in einer Fußnote nach Chicago?

Wenn mehrere Gesetze in einer Fußnote erscheinen, werden diese mit Semikolon voneinander getrennt. Ein Beispiel ist: BGB, § 433; HGB, § 377; GmbHG, § 13 Abs. 2. Jede Norm erhält die Kurzform mit Abkürzung und genauer Paragraph- oder Artikelangabe. Diese Struktur erlaubt eine kompakte Darstellung, ohne die Zuordnung einzelner Normen zu verlieren. Die vollständige Langform jeder Abkürzung sollte vorher mindestens einmal im Text oder in früheren Fußnoten eingeführt werden.

Wie werden Gesetzeskommentare und Rechtsausgaben im Literaturverzeichnis zitiert?

Kommentierte Gesetzesausgaben, wissenschaftliche Editionen oder bilinguale Fassungen gelten als eigenständige Werke und werden wie Bücher bibliografiert. Erforderlich sind der Titel der Ausgabe kursiv, Herausgeber oder Institution, Auflage oder Versionsstand, gegebenenfalls Bandangabe, Ort, Verlag, Jahr und bei digitalen Versionen DOI oder stabile URL. Ein Beispiel lautet: Bürgerliches Gesetzbuch: Kommentar. Hrsg. von Franz Jürgen Säcker u. a. 10. Aufl. München: C. H. Beck, 2022. Gesetze selbst bleiben dabei Primärquellen in den Fußnoten.

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Korrektur Zitation & Fußnoten

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