Chicago Style
Weitere Themen
- Anleitungen + Beispiele
- Bachelorarbeit
- Masterarbeit
- Dissertation
- Hausarbeit
- Seminararbeit
- Studienarbeit
- Praktikumsbericht
- Facharbeit
- Essay
- Report (Bericht)
- Kommentar
- Gutachten
- Hilfe für Akademiker
- Schneller Lernen
- Studium Klausuren
- Wissenschaftliches Schreiben
- Wissenschaftliches Poster
- Abbildungen & Tabellen
- Methodik
- Motivation im Studium
- Literaturrecherche
- Richtig Zitieren
- Plagiate vermeiden
- Richtig Zitieren
- APA 6 und 7
- Harvard zitieren
- IEEE zitieren
- Lexikon
- Experten-Ratgeber (Gratis E-Books)
- Begriffe Studium A – Z
- Geschäftsunterlagen nach DIN
- Groß- und Kleinschreibung
- Abkürzungen A – Z
- Experten helfen dir 🎓
- Bücher + Kurse
- Thesis-Start-Coaching
Historische Manuskripte zitieren nach Chicago (Fußnotenstil)
Historische Manuskripte umfassen einzigartige, unveröffentlichte oder handschriftliche Quellen wie Briefe, Tagebuchblätter, Feldnotizen, Amtsprotokolle, Urkunden, Codices, Skizzen, musikalische Autographen oder archivierte Notizsammlungen. Sie bilden einen wesentlichen Teil geistes- und kulturwissenschaftlicher Forschung und gelten im Chicago Manual of Style (17. Auflage, Notes & Bibliography) als Primärquellen, die nicht wie Bücher oder Aufsätze, sondern als einzelne Archivstücke zitiert werden.
Chicago NB verlangt eine präzise Identifikation jedes einzelnen Stücks, da historische Manuskripte oft Unikate sind. Daher müssen Autor oder Urheber, genaue Datierung, Titel oder sachliche Beschreibung, die Archivsignatur sowie das aufbewahrende Archiv genannt werden.
Die Zitation erfolgt primär in der Fußnote, da Manuskripte nicht als veröffentlichte Werke gelten. Ein Eintrag im Literaturverzeichnis erfolgt nur in Ausnahmefällen (z. B. bei digital kuratierten Editionen, DOIs oder gedruckten Transkripten).
Inhaltsverzeichnis
Historische Manuskripte zitieren Chicago – Fußnoten & Endnoten
Chicago NB behandelt historische Manuskripte als unveröffentlichte Primärquellen, deren Identifikation durch präzise Angaben sicherzustellen ist. Anders als veröffentlichte Bücher oder Artikel besitzen sie keine standardisierten bibliografischen Daten, weshalb die Zitation auf Autor/Urheber, genaue Datierung, Stückbezeichnung und Archivangaben basiert.
Wichtig ist dabei:
Autor / Urheber
- Die verfassende Person steht an erster Stelle; Empfänger werden nicht als Autor genannt.
- Wenn der Autor unbekannt ist, übernimmt eine sachliche Beschreibung diese Position.
Datum
- Manuskripte werden mit dem genauesten verfügbaren Datum zitiert (Jahr, Tag. Monat).
- Falls das Datum unsicher ist, sind ca.-Angaben („ca. 1470“) oder „o. D.“ möglich.
Titel oder Beschreibung des Stücks
- Da Manuskripte häufig keinen Titel tragen, wird eine inhaltliche Beschreibung in Satzanfangsgroßschreibung verwendet, z. B. Notiz zur Vorlesungsvorbereitung, Brief an Friedrich Schiller.
Gattungsangabe in eckigen Klammern
Chicago verlangt eine Materialangabe wie:
- [Brief], [Handschrift], [Tagebuch], [Urkunde], [Notiz], [Skizze], [Protokoll] etc.
Signatur / Bestand / Archiv
Die eindeutige Lokalisierung des Stückes erfolgt durch:
- Sammlungs- oder Nachlassbezeichnung
- Signatur (z. B. „Cod. 123“, „NL-S 12, Bl. 5r“)
- Name des Archivs (keine Ortsangabe notwendig, da Bestandteil des Namens)
Digitalisate mit DOI/URL
- Ein DOI wird bevorzugt; stabile URLs dürfen angegeben werden.
- Abrufdaten nur bei instabilen digitalen Beständen.
Literaturverzeichnis
- Manuskripte erscheinen normalerweise nicht in der Bibliografie.
- Ausnahmen:
- digital kuratierte Edition mit DOI/URL
- gedruckte wissenschaftliche Edition oder Transkription
- veröffentlichte Faksimiles
Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style
Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!
Im Text zitieren: Historische Manuskripte nach Chicago – Fußnoten & Endnoten
Im Chicago-Fußnotensystem werden historische Manuskripte ausschließlich in den Fußnoten nachgewiesen, da sie unveröffentlichte Primärquellen sind. Jede Fußnote muss die genaue Identifikation des Stücks ermöglichen – durch Autor (falls bekannt), Datierung, Stückbeschreibung, Gattungsangabe und präzise Archivangabe.
Die folgenden Muster decken alle gängigen Varianten ab, die bei der Arbeit mit Archivquellen auftreten.
Standardfall: Manuskript mit bekanntem Autor
Dieser Fall gilt für Briefe, Notizen, Tagebucheinträge und andere Autographen, deren Verfasser bekannt ist.
Form (erste Nennung):
Vorname Nachname, Titel bzw. Beschreibung [Gattung], Signatur, Archivname, Datum.
Johann Wolfgang von Goethe, Brief an Friedrich Schiller [Brief], GSA 25/B/56, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar, 4. Mai 1800.
Weitere Nennung (Kurzform):
Goethe, Brief an Friedrich Schiller, 4. Mai 1800.
Manuskript ohne Titel – Beschreibung als Titel
Wenn kein offizieller Titel existiert, wird eine sachliche Beschreibung in Satzanfangsgroßschreibung verwendet.
Marie Curie, Notizen zur Radioaktivität [Handschrift], Curie-Papers, Box 4, Fasz. 7, Bibliothèque nationale de France, Paris, 2. November 1903.
Kurzform:
Curie, Notizen zur Radioaktivität.
Unbekannter Autor (Anonymes Manuskript)
In diesem Fall rückt die Beschreibung an die Autorenposition.
Protokoll der Werkbesprechung [Protokoll], Bestand PA 123, Staatsarchiv Hamburg, 1921.
Kurzform:
Protokoll der Werkbesprechung, 1921.
Manuskript mit circa-Datierung
Wenn das genaue Datum nicht bekannt ist, wird „ca.“ verwendet.
Stundenbuchfragment [Handschrift], Fragm. Hs. 9, Bayerische Staatsbibliothek, München, ca. 1470.
Kurzform:
Stundenbuchfragment, ca. 1470.
Manuskript mit vollständiger Foliierung oder Blattangabe
Für genaue Nachweise werden Blattangaben (recto/verso) ergänzt.
Max Planck, Schreiben an die Redaktion [Brief], PN/1900/10/19, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 19. Oktober 1900, Bl. 2r.
Kurzform:
Planck, Schreiben an die Redaktion, Bl. 2r.
Tagebuch- oder Journal-Eintrag
Lotte Schmidt, Eintrag zum Wiederaufbau [Tagebuch], NL-S 12, Bd. 3, Stadtarchiv Hamburg, 18. Juli 1946.
Kurzform:
Schmidt, Eintrag zum Wiederaufbau.
Amtsprotokoll / institutionelles Dokument
Wenn eine Institution der Urheber ist, wird sie als Autor genannt.
Preußische Akademie der Wissenschaften, Protokoll der Sitzung des Plenums [Protokoll], Bestand PAW A-15/3, Mappe 9, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, 4. Dezember 1915.
Kurzform:
Preußische Akademie der Wissenschaften, Protokoll der Sitzung.
Digitalisate mit URL oder DOI
Wenn ein Digitalisat genutzt wird, steht am Ende der Fußnote eine URL oder vorzugsweise ein DOI.
Max Planck, Schreiben an die Redaktion [Brief], PN/1900/10/19, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 19. Oktober 1900, https://digital.bbaw.de/PN/1900_10_19.
Kurzform:
Planck, Schreiben an die Redaktion.
Archivkürzel und Sammlungsangaben
Chicago erlaubt die Nutzung offizieller Archivkürzel, sofern sie gängig sind.
Albert Einstein, Skizze zur Strahlungshypothese [Handschriftliche Skizze], EP-S 1903/1, Hebrew University Archives, ca. 1903.
Kurzform:
Einstein, Skizze zur Strahlungshypothese.
im LiteraturverzeichnisLiteraturverzeichnis – Historische Manuskripte nach Chicago (Notes & Bibliography)
Historische Manuskripte gelten im Chicago-Fußnotensystem als unveröffentlichte Primärquellen. Solche Quellen werden nur in den Fußnoten zitiert und nicht in die Bibliografie aufgenommen.
Ein Eintrag im Literaturverzeichnis erfolgt ausschließlich in folgenden Ausnahmefällen:
- wenn das Manuskript in einer edierten Sammlung veröffentlicht wurde,
- wenn es als Teil einer wissenschaftlichen Edition erscheint,
- wenn es als Faksimile mit Verlag publiziert wurde,
- wenn es über eine digitale Edition mit DOI/Permalink erhältlich ist,
- wenn ein Archivstück als selbstständiges Werk herausgegeben wurde.
Nur dann wird das Manuskript wie ein Buch oder Kapitel nachgewiesen.
Bestandteile eines Bibliografieeintrags (nur bei veröffentlichten Manuskripten)
Wenn ein Archivstück in einer publizierten Ausgabe erscheint, benötigt der Eintrag:
- Autor bzw. historische Urheberschaft
- Jahr der Edition (nicht das historische Originaldatum!)
- Titel der Edition / Werkbezeichnung
- Herausgeber („Hrsg. von …“ / „edited by …“)
- Band- und Abschnittsangaben, falls vorhanden
- Verlagsort und Verlag
- DOI oder stabile URL (falls digitale Edition)
Das Originaljahr kann ergänzend am Ende stehen – jedoch nur informativ, nicht als primäres Publikationsjahr.
Manuskript in einer wissenschaftlichen Edition
Beispiel:
Ein Brief Goethes, der in einer Herausgeberedition veröffentlicht wurde.
Bibliografie:
Goethe, Johann Wolfgang von. Briefe 1800–1805. Hrsg. von Renate Böschenstein-Schäfer. München: C. H. Beck, 1995.
Hinweis: Das Originaldatum (z. B. „Brief vom 4. Mai 1800“) erscheint NICHT in der Bibliografie, sondern in der Fußnote.
Manuskript als Kapitel in einer edierten Sammlung
Beispiel:
Historische Notizen, die in einem Sammelband ediert wurden.
Bibliografie:
Curie, Marie. „Notizen zur Radioaktivität.“ In Frühe Dokumente zur Radioaktivitätsforschung, hrsg. von Alain Pire, 33–41. Paris: CNRS Editions, 2018.
Digitalisierte Manuskripte mit DOI
Bibliografie:
Planck, Max. Scientific Correspondence, Volume 1: 1874–1902. Hrsg. von Dieter Hoffmann. Berlin: Akademie Verlag, 2014. https://doi.org/10.1234/planck.1874-1902.
Gedrucktes Faksimile
Bibliografie:
Einstein, Albert. Notebook on Special Relativity (1905). Faksimile-Ausgabe. Berlin: Springer, 2011.
Bilinguale oder kommentierte Editionen
Bibliografie:
Hildegard von Bingen. Visionary Writings / Visiones. Hrsg. und übers. von Peter Dronke. Oxford: Oxford University Press, 2008.
Herausgegebene Archivsammlung mit mehreren Autoren
Bibliografie:
Stadtarchiv Hamburg, Hrsg. Dokumente zur Stadtgeschichte: Handschriften 1750–1850. Hamburg: HafenCity Press, 2020.
Wann Manuskripte NICHT ins Literaturverzeichnis gehören
Nie eintragen, wenn es sich handelt um:
- einen Brief, der nur im Archiv existiert (keine Edition),
- Tagebücher, Notizen oder Protokolle, die nur als Archivbestand vorliegen,
- Transkriptionen oder Scans ohne Verlag oder DOI,
- digitale Archivbestände, die reine Reproduktionen sind (ohne editorische Bearbeitung).
Beispiele, die NICHT ins Literaturverzeichnis gehören:
- Goethes Brief vom 4. Mai 1800
- Planck Archivstück PN/1900/10/19
- Einstein Skizze EP-S 1903/1
Diese Quellen werden nur in Fußnoten zitiert, nicht in der Bibliografie.
SonderregelnSonderfälle für Historische Manuskripte zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten
Historische Manuskripte treten in der Praxis in vielen unterschiedlichen Formen auf – von unedierten Archivbeständen über digitalisierte Faksimiles bis hin zu kritisch edierten oder kommentierten wissenschaftlichen Ausgaben. Chicago erlaubt hier Flexibilität, verlangt aber immer: Die genutzte Version muss eindeutig identifizierbar sein.
Faksimiles, edierte oder transkribierte Versionen (anstelle des Originals verwendet)
Wird nicht das Originalmanuskript, sondern eine herausgegebene Edition genutzt, wird diese als Buch bzw. Kapitel zitiert – nicht als Archivmaterial.
Fußnote (edierte Ausgabe):
Hildegard of Bingen: Visions and Letters, Hrsg. Peter Dronke (Oxford: Oxford University Press, 2008), 45.
Bibliografie:
Hildegard of Bingen. Visions and Letters. Edited by Peter Dronke. Oxford: Oxford University Press, 2008.
Regel:
Der Editor ersetzt das Archiv. Originaljahr gehört nicht an die Jahresposition, sondern optional ins Nachwort oder in eine Anmerkung – nicht in die bibliografische Jahresangabe.
Digitalisierte Manuskripte mit DOI oder stabilem Permalink
Wenn ein Archivstück als wissenschaftlich kuratierte digitale Edition publiziert wurde, wird die digitale Edition wie ein Buch / eine Edition zitiert.
Fußnote:
Max Planck, Scientific Correspondence: Volume 1, 1874–1902, Hrsg. Dieter Hoffmann (Berlin: Akademie Verlag, 2014), https://doi.org/10.1234/planck.1874-1902.
Bibliografie:
Planck, Max. Scientific Correspondence: Volume 1, 1874–1902. Edited by Dieter Hoffmann. Berlin: Akademie Verlag, 2014. https://doi.org/10.1234/planck.1874-1902.
Archivstücke mit unklarem Datum (ca., Jahrhundert, Intervall)
Bei unsicherer Datierung erlaubt Chicago:
- „ca.“ für ungefähre Jahresangaben
- Jahrhundertangaben
- Jahresintervalle, wenn belegt
Fußnote:
Anonymous, Illumination Fragment, ca. 1470, Fragm. 12, Bayerische Staatsbibliothek, Munich.
Bibliografie (nur wenn publizierte Edition existiert):
Anonymous. Illumination Fragment. In Medieval Manuscript Fragments, Hrsg. Anna Müller. Berlin: De Gruyter, 2019.
Mehrere Hände / Schreiber im selben Manuskript
Wenn mehrere Schreiber beteiligt waren, bleibt die inhaltliche Urheberschaft Autor. Hinweise zu „Hand A“, „Hand B“ kommen in die Stückbeschreibung.
Fußnote:
Philipp Melanchthon, Vorlesungsnotizen zur Rhetorik, 1531, Cod. M 31 (mit späteren Händen), Universitätsbibliothek Wittenberg.
Fragmente, Palimpseste, beschädigte Stücke
- [Pergamentfragment]
- [Papyrus]
- [Palimpsest]
- [Fragment]
Fußnote:
Anonymous, Evangelienzeile [Pergamentfragment], 6th century, Biblioteca Vaticana, Rome.
Archivstücke, die nur vor Ort einsehbar sind
Fußnote:
Walter Krupp, Fabrikhof Essen, Blick nach Osten [Fotografie], 1928, Historisches Archiv ThyssenKrupp, BK 1928/471 (Benutzung nur vor Ort möglich).
Archivierte Online-Fassungen (wenn das Original nicht mehr verfügbar ist)
Fußnote:
Planck Manuscript PN/1900/10/19 [Brief], Archiv BBAW, Berlin, accessed January 10, 2025, https://web.archive.org/...
Sekundärzitat aus einem Manuskript
Fußnote:
Johann Wolfgang von Goethe, Brief an Schiller, 1800, zitiert nach Peter Schneider, Goethes Briefe (Berlin: Humboldt Verlag, 2014), 55.
Bibliografie:
Schneider, Peter. Goethes Briefe. Berlin: Humboldt Verlag, 2014.
Manuskript in einer mehrbändigen Edition
Bibliografie:
Einstein, Albert. Collected Papers of Albert Einstein, Volume 5. Edited by John Stachel. Princeton: Princeton University Press, 1993.
Eigene Transkription eines Archivstücks
Fußnote:
Martin Luther, Glossen zum Römerbrief [Eigene Transkription], 1522, Ms. L8, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Jena.
Zusammenfassung: Sonderfälle – Was Chicago verlangt
| Sonderfall | Fußnote | Bibliografie |
|---|---|---|
| Archivstück (unveröffentlicht) | ✔️ | ❌ |
| Digitalisat ohne DOI | ✔️ | ❌ |
| Edition / Faksimile / kritische Ausgabe | ✔️ | ✔️ |
| DOI-Edition | ✔️ | ✔️ |
| Sekundärzitat | ✔️ (mit „zitiert nach“) | ❌ |
| Palimpsest / Fragment | ✔️ | ❌ |
| Unsicheres Datum (ca./Jh.) | ✔️ | ✔️ |
| Nur vor Ort einsehbar | ✔️ | ❌ |
| Mehrbändige Edition | ✔️ | ✔️ |
| Eigene Transkription | ✔️ | ❌ |
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach Chicago – Fußnoten & Endnoten für die Zitation von Historische Manuskripten verpflichtend und was wird empfohlen?
Fußnoten – verpflichtende & empfohlene Angaben
| Angabe | Verpflichtend | Empfohlen / fakultativ |
|---|---|---|
| Autor / Verfasser | Name der verfassenden Person oder Institution. | Funktionszusätze oder Kontextangaben („Schreiber A“) nur in der Beschreibung. |
| Datum | Genaues Datum, wenn vorhanden; sonst „ca.“ oder Jahrhundert; bei fehlender Datierbarkeit „o. D.“. | Zusätze wie „frühe Fassung“, Intervalljahr (z. B. 1470–1480). |
| Titel oder sachliche Beschreibung | Pflicht; nicht kursiv gesetzt. | Präzisere Objektbeschreibung, Empfängernennung („Brief an …“). |
| Gattungsangabe | Pflicht, z. B. [Brief], [Handschrift], [Tagebuch], [Pergamentfragment]. | Genauere Materialangaben: [Palimpsest], [Papyrus], [Faksimile]. |
| Sammlung / Nachlass | Pflicht; eindeutige Bestandsbezeichnung. | Ergänzung von Box, Mappe, Faszikel, Blattangaben. |
| Signatur | Pflicht zur eindeutigen Identifikation. | Blatt/Folio im Text zusätzlich vermerken (Bl. 12r). |
| Archiv / Institution | Pflicht; Archivname ohne Ortsangabe. | Archiv-Abteilung oder Fonds-Signatur. |
| URL / DOI | Nur wenn ein digitales Faksimile / Edition verwendet wurde. | DOI bevorzugt; URL nur stabil. |
| Abrufdatum | Nur bei nicht stabilen oder veränderlichen Online-Quellen. | – |
| Zugangshinweis | – | „Benutzung nur vor Ort möglich“ (falls relevant für Leser). |
| Sekundärzitat | Pflichtform bei indirektem Zugriff („zitiert nach …“). | Hinweis im Text, weshalb Original nicht zugänglich war. |
Bibliografie – verpflichtende & empfohlene Angaben
(Nur für edierte, kommentierte, übersetzte oder digital kuratierte Ausgaben! Nicht für Archivmaterial im Original!)
| Angabe | Verpflichtend | Empfohlen / fakultativ |
|---|---|---|
| Autor / Editor | Wer die Edition herausgegeben oder bearbeitet hat. | Ergänzende Editorrollen („transcribed by“, „annotated by“). |
| Jahr | Erscheinungsjahr der Edition. | Exaktes Datum (Tag/Monat) nur bei zeitbasierten Online-Editionen. |
| Titel der Edition | Pflicht, kursiv. | Zusätze wie „Critical Edition“, „Faksimile-Ausgabe“. |
| Übersetzer / Herausgeber | Pflicht bei übersetzten/edierten Manuskripten. | Zusätzliche Mitwirkende („unter Mitarbeit von …“). |
| Bandangaben | Pflicht bei mehrbändigen Editionen. | Paragraph-/Seitenbereich der kommentierten Teile. |
| Verlag | Pflichtangabe. Ortsangabe entfällt bei Chicago NB nicht, wird aber oft fakultativ behandelt. | Mehrere Verlage (Co-Publishing) angeben. |
| DOI / URL | Pflicht bei digitalen oder DOI-basierten Editionen. | Archiv-Permalink (z. B. Handle, ARK). |
| Editionstyp | – | [Faksimile], [Transkription], [Kommentierte Ausgabe]. |
| Originaljahr | – | Nur im Kommentartext, nicht in der Jahresposition. |
| Archiv / Standort | – | Nur relevant in Anmerkungen, nicht im Literaturverzeichnis. |
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.