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Chicago Style

Interviews zitieren nach Chicago – Autor-Datum

Interviews zitieren nach Chicago – Autor-Datum-System

Interviews zählen im Chicago Autor-Datum-System zu einer eigenständigen Quellgruppe, weil Aussagen häufig nicht über stabile Seitenzahlen, sondern über Zeitstempel, Transkriptseiten oder Archivsignaturen nachgewiesen werden. Für eine überprüfbare wissenschaftliche Argumentation sind eine eindeutige Autorposition, eine belastbare Datierung sowie präzise Lokatoren erforderlich. Unveröffentlichte Interviews gelten in Chicago-Kontexten häufig als persönliche Kommunikation und werden primär im Text nachgewiesen, während veröffentlichte oder archivierte Interviews regulär im Literaturverzeichnis geführt werden.

 
Wichtigste Regeln

Interviews zitieren Chicago – Autor-Datum

Interviewtypen und Zitierobjekte

Interviewquellen lassen sich im Autor-Datum-System in drei typische Gruppen einordnen: unveröffentlichte persönliche Interviews, archivierte Interviews mit Signatur sowie veröffentlichte Interviews in Print, Online, Audio oder Video. Die Zitierlogik hängt davon ab, ob ein Interview für Dritte wiederauffindbar ist.

Autor, Jahr und Lokator

Das Autor-Datum-System arbeitet im Text mit Autor und Jahr, ergänzt um Lokatoren, sobald konkrete Passagen nachgewiesen werden müssen. Im Literaturverzeichnis werden Angaben ergänzt, die Wiederauffindbarkeit sicherstellen, etwa Medium, Archiv, Kennziffer, URL und Zugriffdatum.

Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style

Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!

Studentin Box
Im Text

Im Text zitieren: Interviews nach Chicago – Autor-Datum

Kurzbelege im Text folgen der Struktur:

  • Klammerbeleg: (Nachname Jahr, Lokator)
  • Autor im Satz: Nachname (Jahr, Lokator)

Lokatoren werden abhängig vom Medium gebildet, etwa 15 für Transkriptseite oder 00:12:30 für Zeitstempel.

Unveröffentlichtes persönliches Interview

Unveröffentlichte Interviews werden im Chicago-Kontext häufig als persönliche Kommunikation behandelt. Textnachweis steht im Vordergrund.

(Keller 2024)
(Keller 2024, 15)
(Keller 2024, 00:12:30)

Eigenes Interview bei Vertraulichkeit oder Anonymisierung

Bei Vertraulichkeit kann eine beschreibende Klammerform ohne Namensnennung genutzt werden.

(Interview mit Pflegefachkraft, Berlin, 15.03.2024)
(Interview mit Projektleitung, Zürich, 07.11.2023, 00:05:10)

Archiviertes Interview mit Signatur

Archivinterviews sind wiederauffindbar. Lokatoren orientieren sich an Interviewkennung, Transkriptseite oder Zeitstempel.

(Meyer 2009, Interview 42A, 7)
(Meyer 2009, Interview 42A, 00:18:40)

Veröffentlichtes Interview als Zeitschriftenbeitrag

Veröffentlichte Interviews werden im Text wie Zeitschriftenartikel zitiert, Seitenzahlen dienen als Lokator.

(Schmidt 2021, 425)
Schmidt (2021, 425)

Veröffentlichtes Interview als Onlineartikel

Bei Onlineinterviews ohne stabile Paginierung ersetzen Abschnitt oder Zeitstempel die Seitenangabe.

(Weber 2023)
(Weber 2023, Abschnitt „Methodik“)

Audiointerview und Podcastinterview

Zeitstempel sind der Standardlokator.

(König 2022, 00:27:10)
König (2022, 00:27:10)

Videointerview

Zeitstempel sichern Nachprüfbarkeit, bei Plattformrisiken kann ein Zugriffhinweis ergänzt werden.

(Braun 2020, 00:14:11)
(Braun 2020, 00:14:11, Zugriff 16.12.2025)

Mehrere Interviews an derselben Textstelle

Mehrere Nachweise werden als getrennte Kurzbelege geführt.

(Keller 2024, 15) (Meyer 2009, Interview 42A, 7) (Schmidt 2021, 425)

Gleiches Jahr, mehrere Interviews derselben Autorposition

Unterscheidung erfolgt über a, b, c.

(Keller 2024a, 12)
(Keller 2024b, 00:05:10)

Namensgleichheit

Initialen dienen der Differenzierung.

(H. Keller 2024, 15)
(T. Keller 2024, 15)

Fehlendes Datum

Bei fehlender Datierung wird o.D. genutzt.

(Keller o.D., 15)
(Interview mit Projektleitung o.D.)

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis: Chicago – Autor-Datum Audio- und Videoquellen

Verzeichniseinträge sollen Kurzbelege eindeutig auflösen. Bei Interviews hängt die Aufnahme in das Literaturverzeichnis vom Publikationsstatus ab. Unveröffentlichte persönliche Interviews werden in Chicago-Kontexten häufig nicht im Literaturverzeichnis geführt. Veröffentlichtes oder archiviertes Material wird regulär nachgewiesen.

Unveröffentlichtes persönliches Interview

Diese Quelle gilt häufig als nicht wiederauffindbar.

Literaturverzeichnis

  • kein Eintrag

Archiviertes Interview mit Kennung

Archivmaterial ist wiederauffindbar und wird im Literaturverzeichnis geführt.

Meyer, Claudia. 2009. Interview by Laura König. 12.06.2009. Interview 42A, transcript. Archiv für Sozialforschung, München.

Interview in Zeitschrift oder Sammelband

Veröffentlichte Interviews werden wie Artikel oder Kapitel nachgewiesen.

Beispiel Zeitschrift

Schmidt, Laura. 2021. „Titel des Interviews.“ Interview by Thomas Weber. Zeitschrift für Sozialforschung 28 (3) 419–431. https://doi.org/10.1234/abcd5678

Beispiel Sammelband

Weber, Thomas. 2020. „Titel des Interviews.“ Interview by Laura Schmidt. In Interviews in der Sozialforschung, herausgegeben von Jana König, 55–78. Berlin: Beispielverlag.

Interview als Onlineartikel

Onlineinterviews werden mit URL und gegebenenfalls Zugriffdatum geführt.

Braun, Nina. 2023. „Titel des Onlineinterviews.“ Interview by Ralf Fischer. Magazin Forschung Online. 27.02.2023. Zugriff am 16.12.2025. https://example.org/interview

Audiointerview oder Podcastfolge

Audiointerviews werden mit Episodentitel, Format, Datum und URL erfasst.

König, Rainer, Host. 2022. „Titel der Episode.“ Interview with Claudia Meyer. In Podcast Wissenschaft und Praxis. Podcast Audio. 15.09.2022. https://example.org/podcast/episode-12

Videointerview

Videoformate werden mit Videolänge oder Format und URL geführt.

Braun, Nina. 2020. „Titel des Videointerviews.“ Interview by Laura Schmidt. 17.04.2020. Video, 17:24. Zugriff am 16.12.2025. https://example.org/video


Vertrauliches Interview ohne Namensnennung

Bei Anonymisierung bleibt das Interview im Literaturverzeichnis häufig ungenannt.

Literaturverzeichnis

  • kein Eintrag

Fremdsprachige Titel mit Übersetzung

Übersetzungen können in eckigen Klammern ergänzt werden, sofern einheitlich umgesetzt.

García, Elena. 2020. „Título de la entrevista [Titel des Interviews].“ Interview by Nina Braun. Revista de Investigación 12 (2) 33–50. https://doi.org/10.1234/efgh9012

Nicht lateinische Schrift, Transliteration, Übersetzung

Zhang, Wei. 2020. 「访谈标题」 [Fǎngtán biāotí] [Titel des Interviews]. Interview by Anna Weber. Video. Zugriff am 16.12.2025. URL

Fehlendes Jahr

Meyer, Claudia. o.D. Interview by Laura König. Transcript. Archiv für Sozialforschung, München.

Sonderregeln

Sonderegeln für Interviews zitieren nach Chicago – Autor-Datum

Interview liegt als Transkript und als Audio vor

Unterschiedliche Fassungen führen zu getrennten Einträgen, wenn beide Fassungen untersucht werden.

Im Text

Transkript: (Keller 2024, 15)
Audio: (Keller 2024, 00:12:30)

Literaturverzeichnis

  • Transkript: kein Eintrag
  • Audio: kein Eintrag

Archivinterview mit nachträglich digitalisierter Version

Zugriffpfad ergänzt Archivangabe.

Im Text

(Meyer 2009, Interview 42A, 00:18:40)

Literaturverzeichnis

Meyer, Claudia. 2009. Interview by Laura König. 12.06.2009. Interview 42A, audio file. Archiv für Sozialforschung, München. Zugriff am 16.12.2025. URL

Veröffentlichtes Interview später erneut publiziert

Zwei Fassungen werden getrennt geführt, wenn beide Fassungen untersucht werden.

Im Text

Magazinversion: (Braun 2020)
Buchversion: (Braun 2022, 55)

Literaturverzeichnis

Braun, Nina. 2020. „Titel des Interviews.“ Interview by Laura Schmidt. Magazin Forschung 5 (1) 12–18.
Braun, Nina. 2022. „Titel des Interviews.“ Interview by Laura Schmidt. In Interviewsammlung 2022, herausgegeben von Ralf Fischer, 55–78. München: Beispielverlag.

Interview ohne klare Autorposition, nur Redaktion erkennbar

Kurztitel übernimmt Autorenposition.

Im Text

(„Interviewreihe Bildungspolitik2021)

Literaturverzeichnis

Interviewreihe Bildungspolitik.“ 2021. Portal Bildungspolitik. Zugriff am 16.12.2025. URL

Zeitstempel nicht verfügbar, Zitieren über Segmenttitel

Segmenttitel oder Kapitelmarken ersetzen Zeitstempel.

Im Text

(König 2022, Segment „Ergebnisse“)

Literaturverzeichnis

König, Rainer, Host. 2022. „Titel der Episode.“ Interview with Claudia Meyer. In Podcast Wissenschaft und Praxis. Podcast Audio. 15.09.2022. URL

Gelöschtes Onlineinterview und Archivversion

Archivlink erhöht Nachprüfbarkeit.

Im Text

(Braun 2020, 00:14:11, Zugriff 16.12.2025)

Literaturverzeichnis

Braun, Nina. 2020. „Titel des Videointerviews.“ Interview by Laura Schmidt. 17.04.2020. Video, 17:24. Archivversion. Zugriff am 16.12.2025. https://web.archive.org/

Sekundärzitat aus Interviewmaterial

Indirekter Bezug wird im Text markiert, im Literaturverzeichnis steht nur die konsultierte Quelle.

Im Text

(Studie X, zitiert nach Keller 2024, 15)

Literaturverzeichnis

  • kein Eintrag

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Autor-Datum für die Zitation von Interviews verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text

Angabe Verpflichtend Empfohlen
Autor Nachname oder Organisationsname Handle, Rollenhinweis
Jahr Jahr oder o.D. a, b, c
Lokator Seite oder Zeitstempel Segmenttitel, Interviewkennung
Formatbezug Interviewbezug erkennbar Mediumhinweis Audio, Video
Mehrfachbelege getrennte Kurzbelege konsistente Reihenfolge

Literaturverzeichnis

Angabe Verpflichtend Empfohlen
Eintragstyp veröffentlicht, archiviert getrennte Fassungen
Autor interviewte Person oder Titel Interviewer, Rolle
Jahr Jahr oder o.D. Versionsstand
Titel Interviewtitel oder Textanfang Übersetzung in eckigen Klammern
Kontext Zeitschrift, Sammelband, Archiv Kennung, Sammlung, Signatur
URL bei Onlinezugriff Archivlink
Zugriffdatum bei dynamisch, o.D. einheitliche Zugriffpraxis

Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.

Im Chicago Autor-Datum-System wird ein Interview im Text mit einem Kurzbeleg in Klammern zitiert, bestehend aus Nachname der interviewten Person (oder einer anderen gewählten Autorposition), Jahr und Lokator. Beispiele sind (Keller 2024) für einen allgemeinen Verweis, (Keller 2024, 15) für eine Transkriptseite oder (Keller 2024, 00:12:30) für einen Zeitstempel in einer Audio- oder Videoaufzeichnung. Steht der Name im Satz, folgen Jahr und Lokator direkt dahinter, zum Beispiel Keller (2024, 15).
Unveröffentlichte persönliche Interviews gelten in Chicago-Kontexten als persönliche Kommunikation und werden in der Regel nur im Text nachgewiesen. Der Kurzbeleg folgt der Form (Keller 2024), (Keller 2024, 15) oder (Keller 2024, 00:12:30), je nach Lokator. Ein eigener Eintrag im Literaturverzeichnis ist häufig nicht erforderlich, solange das Interview nicht archiviert oder veröffentlicht ist; maßgeblich ist der klar erkennbare Textnachweis.
Bei vertraulichen oder anonymisierten Interviews kann eine beschreibende Klammerform ohne Namensnennung genutzt werden. Beispiele sind (Interview mit Pflegefachkraft, Berlin, 15.03.2024) oder (Interview mit Projektleitung, Zürich, 07.11.2023, 00:05:10). Die Klammer enthält dann Funktions- oder Rollenbezeichnung, Ort, Datum und optional einen Zeitstempel oder Seitenverweis, ohne die Identität der interviewten Person offenzulegen.
Archivierte Interviews werden im Text wie andere Quellen mit Autor und Jahr zitiert, ergänzt um Interviewkennung und Lokator. Beispiele sind (Meyer 2009, Interview 42A, 7) für Transkriptseite oder (Meyer 2009, Interview 42A, 00:18:40) für einen Zeitstempel. Im Literaturverzeichnis werden Interviewnummer, Medium (z. B. Audiofile), Archivname, Ort und gegebenenfalls URL und Zugriffdatum angegeben, damit die Quelle wiederauffindbar bleibt.
Veröffentliche Interviews in Zeitschriften werden im Text wie Zeitschriftenartikel zitiert, etwa (Schmidt 2021, 425). Im Literaturverzeichnis stehen Autor der Interviewquelle (z. B. die interviewte Person oder der journalistische Autor), Jahr, Interviewtitel in Anführungszeichen, Zeitschriftentitel, Volume, Heftnummer, Seitenbereich und gegebenenfalls DOI oder URL. Online-Interviews ohne Paginierung erhalten im Kurzbeleg Abschnitts- oder Zeitstempelverweise, etwa (Weber 2023, Abschnitt „Methodik“).
Audio- und Video-Interviews erhalten im Text Kurzbelege mit Autor, Jahr und Zeitstempel, etwa (König 2022, 00:27:10) oder (Braun 2020, 00:14:11). Im Literaturverzeichnis wird die interviewte Person als Autor geführt, gefolgt von Jahr, Interviewtitel oder Textanfang, Hinweis auf Interviewkontext („Interview by …“), Medium (Audio, Video), Datum, Archiv bzw. Plattform sowie URL und Zugriffdatum bei Onlinequellen. Damit ist sowohl die Aussagequelle als auch die technische Fassung eindeutig dokumentiert.
Führen mehrere Interviews derselben Person zu unterschiedlichen Jahren, wird allein über die Jahresangabe unterschieden, etwa (Keller 2023, 12) und (Keller 2024, 15). Gibt es mehrere Interviews im selben Jahr, werden Kleinbuchstaben an das Jahr angefügt, zum Beispiel (Keller 2024a, 12) und (Keller 2024b, 00:05:10). Die Kennzeichnung a, b, c muss im Literaturverzeichnis übernommen werden, sodass jeder Kurzbeleg eindeutig auf einen Eintrag verweist.
Fehlt eine belastbare Datierung, wird im Kurzbeleg „o.D.“ verwendet, etwa (Keller o.D., 15) oder (Interview mit Projektleitung o.D.). Im Literaturverzeichnis steht „o.D.“ an der Jahresposition. Fehlt eine eindeutige Autorposition, kann ein Kurztitel die Autorenrolle übernehmen, zum Beispiel („Interviewreihe Bildungspolitik“ 2021) im Text und „Interviewreihe Bildungspolitik.“ 2021. Portal Bildungspolitik. Zugriffdatum und URL im Literaturverzeichnis, damit der Kontext erkennbar bleibt.
Wird sowohl mit Transkript als auch mit Audio gearbeitet, können im Text unterschiedliche Lokatoren genutzt werden, zum Beispiel (Keller 2024, 15) für Seite 15 im Transkript und (Keller 2024, 00:12:30) für denselben Ausschnitt in der Audiofassung. Ob beide Fassungen im Literaturverzeichnis einzeln erscheinen, hängt von der Zugänglichkeit ab: archivierte oder veröffentlichte Versionen erhalten eigene Einträge, rein persönliche Transkripte bleiben häufig ohne separaten Verzeichniseintrag und werden nur im Text nachgewiesen.
Wenn Interviewmaterial nur über eine Sekundärquelle bekannt ist, erscheint im Literaturverzeichnis ausschließlich die tatsächlich konsultierte Quelle. Im Text wird die indirekte Übernahme markiert, etwa (Studie X, zitiert nach Keller 2024, 15). Die Originalinterviews, die nicht direkt eingesehen wurden, erhalten keinen eigenen Eintrag. So bleibt transparent, dass die Aussage aus der Sekundärdarstellung übernommen wurde und nicht aus unmittelbarer Auswertung des Interviewmaterials.
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