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Interviews zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Interviews nach Chicago mit Fußnoten oder Endnoten zu zitieren bedeutet, zwischen nicht veröffentlichten persönlichen Interviews und öffentlich zugänglichen Interviews zu unterscheiden. Persönliche Gespräche, E-Mails, Telefonate oder Chats werden als persönliche Kommunikation mit Name, Kommunikationsform und Datum nachgewiesen. Veröffentlichte Interviews richten sich zusätzlich nach dem Medium, in dem sie erschienen sind, etwa Zeitschrift, Sammelband, Podcast, Video, Online-Artikel oder Social Media.

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Interviews zitieren

Wichtigste Regeln

Interviews nach Chicago zitieren – Fußnoten & Endnoten

Die allgemeinen Regeln zu Vollbeleg, Kurzbeleg, Fußnoten und Endnoten findest du im Chicago-Fußnoten- und Endnoten-Hub. Wenn du Interviews mit Kurzbelegen direkt im Fließtext nachweist, findest du die entsprechende Form unter Interviews nach Chicago – Autor-Datum.

Interviews werden im Chicago Notes-&-Bibliography-System entsprechend ihrer Zugänglichkeit und Veröffentlichungsform unterschiedlich behandelt. Entscheidend ist, ob das Interview öffentlich publiziert wurde oder als nicht öffentliche persönliche Kommunikation vorliegt.

Persönliche Interviews, E-Mails, Gespräche, Telefonate oder schriftliche Antworten auf Anfragen gelten als nicht publizierte persönliche Kommunikation. Sie werden in der verwendeten Anmerkung nachgewiesen und nicht als eigenständiger Literaturverzeichnis-Eintrag geführt.

Veröffentlichte Interviews folgen zusätzlich den Regeln des jeweiligen Medientyps, etwa Zeitschriftenaufsatz, Sammelbandkapitel, Podcastfolge, Video oder Online-Artikel. Dadurch bestimmen Interviewform und Veröffentlichungsmedium gemeinsam den vollständigen Nachweis.

Die folgende Grundstruktur bildet die Basis der Zitation im Chicago-Fußnotensystem.

Nicht veröffentlichte Interviews (persönliche Kommunikation)

Diese Quellen erscheinen ausschließlich in Fußnoten. Die Struktur enthält:

  • Initialen und Nachnamen der befragten Person
  • Bezeichnung der Kommunikationsform
  • vollständiges Datum

Form (Fußnote):

Vorname Nachname, Kommunikationsform, Datum.

Beispiel:

T. Becker, persönliche Kommunikation, 14. März 2025.

Veröffentlichte Interviews (öffentlich zugänglich)

Veröffentlichte Interviews werden wie reguläre Publikationen zitiert und im Literaturverzeichnis aufgeführt. Die Struktur richtet sich nach dem Publikationstyp des Interviews:

  • Zeitungsinterview
  • Zeitschrifteninterview
  • Interviewkapitel in einem Sammelband
  • Interview in audiovisuellen Medien
  • Interview in digitalen Formaten

Die Fußnote enthält Autor, Titel des Interviews, Publikationsmedium, Datum und Seiten beziehungsweise Zeitmarken.

Der Eintrag im Literaturverzeichnis folgt den allgemeinen Chicago-Regeln für das entsprechende Format.

Form (Fußnote – Beispiel Zeitungsinterview):

Vorname Nachname, „Titel des Interviews“, Zeitungstitel, Datum, Seitenzahl.

Beispiel:

T. Schulz, „Forschung braucht offene Daten“, Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2024, 9.

Diese Grundstruktur bildet die Basis für die folgenden Abschnitte mit Varianten für Fußnoten, Bibliografie und Sonderfälle.

Im Text

Interviews in Chicago-Fußnoten und -Endnoten nachweisen

Bei Interviews entscheidet zuerst die Zugänglichkeit der Quelle. Nicht veröffentlichte Gespräche werden als persönliche Kommunikation nachgewiesen. Bei veröffentlichten Interviews kommen zusätzlich die bibliografischen Angaben des jeweiligen Mediums hinzu.

Persönliches Interview oder persönliche Kommunikation

Nicht öffentlich zugängliche Gespräche, E-Mails, Telefonate, Chat-Nachrichten oder Video-Calls werden mit Name, Kommunikationsform und Datum angegeben.

Grundform:

Vorname Nachname, Kommunikationsform, Datum.

Beispiele:

T. Becker, persönliche Kommunikation, 14. März 2025.

L. Schmidt, E-Mail an den Autor, 2. April 2024.

S. Krause, Telefonat, 5. Februar 2025.

Mehrere oder institutionell eingeordnete Interviewpartner

Werden mehrere Personen gemeinsam befragt, können die beteiligten Personen beziehungsweise eine eindeutige Gruppenbezeichnung angegeben werden. Bei institutionellen Gesprächskontexten kann zusätzlich die Funktion oder Stelle ergänzt werden.

T. Becker und L. Schmidt, persönliche Kommunikation, 14. März 2025.

Fokusgruppe Logistik, persönliche Kommunikation, 12. Mai 2024.

S. Krause, Pressestelle BMBF, persönliche Kommunikation, 5. Februar 2025.

Veröffentlichte Interviews nach Medium

Ist ein Interview öffentlich zugänglich, richtet sich die vollständige Form zusätzlich nach dem Medium, in dem es veröffentlicht wurde.

VeröffentlichungsformZusätzliche AngabenPassende Chicago-Seite
Zeitschrifteninterview Zeitschrift, Band, Heft, Jahr, Seitenbereich, DOI/URL Zeitschriftenartikel – Fußnoten & Endnoten
Interview im Sammelband Sammelbandtitel, Herausgeber, Seitenbereich, Verlag, Jahr Buchkapitel – Fußnoten & Endnoten
Podcast, Radio oder Video Format, Sendung/Episode, Plattform, Datum, Zeitmarke, URL Audio & Video – Fußnoten & Endnoten
Online veröffentlichtes Interview Artikeltitel, Plattform, Veröffentlichungsdatum und direkte URL Online-Artikel – Fußnoten & Endnoten
Interview auf Social Media Name oder Handle, Plattform, Format, Datum und Beitrags-URL Soziale Medien – Fußnoten & Endnoten
Interview in einer Abschlussarbeit Art der Arbeit, Hochschule, Jahr, Seiten und gegebenenfalls URL Abschlussarbeit – Fußnoten & Endnoten

Im Literaturverzeichnis

Interviews im Chicago-Literaturverzeichnis

Persönliche, nicht veröffentlichte Kommunikation wird nicht als eigenständiger Eintrag im Literaturverzeichnis geführt. Öffentlich zugängliche Interviews erscheinen dagegen im Literaturverzeichnis nach den Regeln ihrer Veröffentlichungsform.

Veröffentlichtes Interview

Bei einem veröffentlichten Interview bestimmen Medium und Publikationsform den Aufbau des Literaturverzeichnis-Eintrags. Ein Zeitschrifteninterview folgt daher der Zeitschriftenstruktur, ein Interviewkapitel der Buchkapitelstruktur und ein Podcast- oder Videointerview den Regeln für audiovisuelle Quellen.

Öffentlich zugängliches Interviewtranskript

Ist ein Interviewtranskript als eigenständige Publikation in einem Repositorium dauerhaft zugänglich, kann es mit Titel, Kennzeichnung des Transkripts, Institution oder Repositorium, Jahr und DOI beziehungsweise URL nachgewiesen werden.

Grundform:

Nachname, Vorname. Titel des Transkripts [Interviewtranskript]. Institution / Repositorium, Jahr. DOI/URL

Beispiel:

Becker, Thomas. Experteninterview zur Projektsteuerung: Transkript [Interviewtranskript]. Universitätsrepositorium Berlin, 2025. https://doi.org/10.1234/abcd.2025.01

Sonderregeln

Sonderfälle für Interviews nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Anonymisierte Interviews

Wenn die Identität der befragten Person geschützt wird, wird eine neutrale und in der Arbeit konsistent verwendete Bezeichnung eingesetzt.

Interviewpartner A, persönliche Kommunikation, 12. März 2025.

Mehrere Gespräche mit derselben Person

Mehrere Gespräche mit derselben Person müssen eindeutig unterscheidbar bleiben. Dafür können die einzelnen Gesprächstermine getrennt angegeben werden.

Thomas Becker, persönliche Kommunikation, 14. März 2025.

Thomas Becker, persönliche Kommunikation, 28. April 2025.

Unvollständiges Datum

Ist das vollständige Datum nicht dokumentiert, wird nur die tatsächlich verfügbare Datumsangabe verwendet.

Claudia Wagner, persönliche Kommunikation, März 2025.

Interviewtranskript im Anhang

Wenn ein eigenes Interviewtranskript im Anhang dokumentiert wird, kann der entsprechende Anhang im Nachweis ergänzt werden.

Thomas Becker, persönliche Kommunikation, 14. März 2025, siehe Anhang A.

Öffentliches Transkript oder archiviertes Interview

Öffentlich zugängliche Transkripte oder archivierte Interviews können zusätzlich im Literaturverzeichnis geführt werden, wenn die verwendete Fassung über DOI oder URL dauerhaft nachprüfbar ist.

Sekundärzitat aus einem Interview

Wird ein Interview nicht im Original, sondern nur über eine andere Publikation verwendet, wird die tatsächlich konsultierte Sekundärquelle nachgewiesen.

Max Müller, Interview 2010, zitiert nach Petra Schneider, Einstein und die Anfänge der Quantenhypothese (Berlin: Springer, 2014), 45.

Interview ohne offiziellen Titel

Fehlt bei einem veröffentlichten Interview ein offizieller Titel, kann eine kurze beschreibende Bezeichnung verwendet werden, damit der Beitrag eindeutig identifizierbar bleibt.

Übersetztes Interview

Wurde eine Übersetzung verwendet, gelten zusätzlich die Regeln für übersetzte Quellen nach Chicago – Fußnoten & Endnoten.

Kontrollübersicht

Pflichtangaben für Interviews nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Welche Angaben erforderlich sind, hängt davon ab, ob das Interview persönliche Kommunikation oder eine veröffentlichte Quelle ist.

ElementPersönliches InterviewVeröffentlichtes Interview
Interviewte PersonName oder neutrale KennzeichnungJe nach Publikationsform Person, Autor oder verantwortliche Stelle
KommunikationsformGespräch, E-Mail, Telefonat, Chat, Videocall usw.Publikationsmedium oder Format angeben
DatumDatum des Gesprächs beziehungsweise der KommunikationVeröffentlichungsdatum der publizierten Fassung
TitelNormalerweise nicht erforderlichTitel des veröffentlichten Interviews beziehungsweise Beitrags
FundstelleBei Bedarf Anhang oder interne DokumentationSeite, Seitenbereich oder Zeitmarke je nach Medium
LiteraturverzeichnisKein eigenständiger EintragNach den Regeln des Veröffentlichungsmediums
DOI / URLNicht erforderlich bei nicht öffentlicher KommunikationBei digital zugänglichen Veröffentlichungen ergänzen
Archiv / RepositoriumNur wenn eine öffentlich zugängliche Fassung existiertBei archivierter oder repository-basierter Fassung angeben
AnonymisierungNeutrale Kennzeichnung verwendenNur soweit für die publizierte Quelle relevant

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Häufige Fragen & Antworten

Hier findest du die wichtigsten Fragen zu Interviews im Chicago Notes-&-Bibliography-System.

Wie zitiere ich ein persönliches Interview nach Chicago?

Ein nicht veröffentlichtes persönliches Interview wird mit Name der befragten Person, Kommunikationsform und Datum nachgewiesen. Dazu zählen auch E-Mails, Telefonate, Chats und Videocalls.

Wann gehört ein Interview nicht ins Literaturverzeichnis?

Persönliche, nicht öffentlich zugängliche Kommunikation wird nicht als eigenständiger Literaturverzeichnis-Eintrag geführt. Öffentlich veröffentlichte oder dauerhaft archivierte Interviews werden dagegen nach ihrer Publikationsform dokumentiert.

Wie zitiere ich ein veröffentlichtes Interview nach Chicago?

Bei veröffentlichten Interviews richtet sich der vollständige Nachweis nach dem Medium. Ein Interview in einer Zeitschrift folgt der Zeitschriftenstruktur, ein Podcast- oder Videointerview den Regeln für audiovisuelle Quellen und ein Online-Interview der entsprechenden Online-Publikation.

Wie zitiere ich anonymisierte Interviews nach Chicago?

Für anonymisierte Interviews wird eine neutrale und in der Arbeit konsistent verwendete Bezeichnung eingesetzt, zum Beispiel „Interviewpartner A“ oder eine eindeutige Gruppenbezeichnung. Kommunikationsform und Datum bleiben erhalten.

Wie wird ein Interviewtranskript aus einem Repositorium nach Chicago zitiert?

Ein öffentlich zugängliches Interviewtranskript kann als eigenständige Publikation mit Name, Titel des Transkripts, Institution oder Repositorium, Jahr und DOI beziehungsweise URL nachgewiesen werden.

Was unterscheidet Interviews nach Chicago Fußnoten vom Autor-Datum-System?

Im Notes-&-Bibliography-System wird der Nachweis über Fußnoten oder Endnoten geführt. Im Autor-Datum-System stehen Kurzbelege im Fließtext. Die Unterscheidung zwischen persönlicher Kommunikation und veröffentlichtem Interview bleibt dennoch entscheidend.

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