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Chicago Style

Kunstwerke zitieren nach Chicago – Autor-Datum

Kunstwerke zitieren nach Chicago – Autor-Datum-System

Kunstwerke sind Primärquellen, weil Materialität, Form, Ikonografie, Kontext und Rezeptionsgeschichte unmittelbar am Objekt untersucht werden. Im Chicago Autor-Datum-System erfolgt der Nachweis im Text über Kurzbelege mit Autorposition und Jahr, ergänzt um geeignete Lokatoren, sobald keine Seitenzahlen vorliegen. Das Literaturverzeichnis bildet Titel, Datierung, Werktyp, Material, Standort, Sammlung sowie gegebenenfalls Inventarnummer, Werkverzeichnisnummer und Permalink ab.

 
Wichtigste Regeln

Kunstwerke zitieren Chicago – Autor-Datum

Zitierobjekt und Quellenbasis

Kunstwerkzitationen unterscheiden zwei typische Quellenbasen. Erstens steht das Kunstwerk als Objekt im Zentrum, etwa Gemälde, Skulptur oder Installation. Zweitens steht eine Reproduktion im Zentrum, etwa Katalog, Bildband oder digitale Objektseite. Die gewählte Quellenbasis bestimmt, ob das Kunstwerk als eigenes Objekt im Literaturverzeichnis erscheint oder ob zusätzlich die Reproduktionsquelle nachgewiesen wird.

Autorposition, Datierung, Zuschreibung

Die Autorposition entspricht in der Regel der Künstlerin oder dem Künstler. Bei kollektiven Produktionen wird das Kollektiv als Autorposition geführt. Bei unklarer Zuschreibung wird die Zuschreibung im Fließtext oder im Literaturverzeichnis kenntlich gemacht, während die Autor-Jahr-Logik im Kurzbeleg stabil bleibt.

Datierungen werden als Jahr, Datierungsspanne oder ca.-Angabe geführt. Bei fehlender Datierung wird o.D. verwendet.

Lokatoren ohne Seitenzahlen

Kunstwerke besitzen häufig keine Seitenzahlen. Lokatoren werden deshalb über objektbezogene Kennungen gebildet, etwa Inventarnummer, Werkverzeichnisnummer, Edition oder Seriennummer. Bei zeitbasierten Arbeiten dienen Zeitstempel oder Kapitelmarker als Lokatoren.

Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style

Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!

Studentin Box
Im Text

Im Text zitieren: Kunstwerke nach Chicago – Autor-Datum

Grundform

Im Text trägt der Kurzbeleg die Zuordnung zum Literaturverzeichnis. Bei Kunstwerken ohne Seitenzahlen wird ein geeigneter Lokator ergänzt, sobald eine konkrete Stelle oder ein spezifisches Detail untersucht wird.

(Klee 1920)
(Klee 1920, Inv.-Nr. 2020-15)
Klee (1920, Inv.-Nr. 2020-15)

Gemälde oder Zeichnung mit Entstehungsjahr

Bei bildbasierten Werken mit eindeutigem Entstehungsjahr genügt im Regelfall Autor und Jahr. Ein Lokator ist bei Bedarf über Inventarnummer oder Werkverzeichnis möglich.

(Müller 2011)
(Müller 2011, WV 317)

Skulptur oder Objekt mit Edition

Bei Skulpturen und Objekten mit Auflagenstruktur erhöht die Editionsangabe die Nachprüfbarkeit. Lokatoren können Edition und Inventarnummer kombinieren.

(Schmidt 2004, Edition 3/8)
(Schmidt 2004, Edition 3/8, Inv.-Nr. S-44)

Installation und ortsspezifische Arbeiten

Bei ortsspezifischen Arbeiten wird im Kurzbeleg Autor und Jahr geführt. Ergänzend kann der Standort als Lokator im Kurzbeleg erscheinen, wenn mehrere Installationsvarianten existieren.

(Weber 2019)
(Weber 2019, Standort Ausstellung Beispielmuseum)

Fotografische Werke als Kunstwerke

Bei Fotografie als Kunstwerk wird die Fotografin oder der Fotograf als Autorposition geführt. Lokatoren können Edition, Printnummer oder Inventarnummer sein.

(König 1998)
(König 1998, Print 2/10)

Videoarbeit oder Film als Kunstwerk

Bei zeitbasierten Arbeiten wird ein Zeitstempel als Lokator genutzt. Die Zeitangabe folgt dem Muster hh:mm:ss.

(Braun 2016, 00:12:30)
Braun (2016, 00:12:30)

Zwei Urheberinnen oder Urheber

Bei gemeinsamer Autorenschaft werden beide Nachnamen mit „und“ verbunden. Die Reihenfolge folgt der Werkangabe.

(Meyer und Richter 2020)
(Meyer und Richter 2020, Inv.-Nr. A-102)

Drei oder mehr Urheberinnen oder Urheber

Ab drei Urheberinnen oder Urhebern wird im Text „et al.“ verwendet. Diese Form bleibt konstant.

(Meyer et al. 2020)
(Meyer et al. 2020, WV 12)

Kollektiv oder Atelier als Autorposition

Bei Kollektiven oder Werkstätten wird der Kollektivname als Autorposition geführt. Abkürzungen können nach Erstnennung genutzt werden.

(Kollektiv Beispielraum 2017)
(Kollektiv Beispielraum 2017, Serie 4)

Unbekannte Urheberin oder unbekannter Urheber

Bei fehlender Autorposition übernimmt der Titel oder eine kurze Werkbeschreibung die Autorposition.

(„Ohne Titel1975)
(„Ohne Titel1975, Inv.-Nr. U-77)

Datierungsspanne und ca.-Datierung

Bei unscharfer Datierung wird eine Spanne oder ca.-Angabe genutzt. Die Datierung erscheint im Kurzbeleg als Jahresbereich oder ca.-Jahr.

(Müller 1890 bis 1892)
(Müller ca. 1890)

Fehlendes Jahr

Bei fehlender Datierung wird o.D. verwendet. Ein lokatorischer Zusatz wird empfohlen.

(Keller o.D., Inv.-Nr. X-19)
(„Ohne Titelo.D., Inv.-Nr. X-19)

Mehrere Kunstwerke an derselben Textstelle

Bei mehreren Nachweisen werden getrennte Kurzbelege gesetzt, damit die Zuordnung stabil bleibt.

(Klee 1920) (Schmidt 2004, Edition 3/8) (Braun 2016, 00:12:30)

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis: Chicago – Autor-Datum Kunstwerke

Grundform

Einträge im Literaturverzeichnis müssen die Kurzbelege eindeutig auflösen und die Identifikation des Kunstwerks ermöglichen. Bei Kunstwerken sind Titel, Datierung, Werktyp, Material, Standort und gegebenenfalls Inventarnummer oder Werkverzeichnisnummer relevant.

Schema
Autor. Jahr. Werktitel. Werktyp, Material. Standort, Sammlung. Lokatoren. URL. Zugriffdatum, falls erforderlich.

Gemälde, Zeichnung, Druckgrafik

Bei flächigen Werken werden Titel, Jahr, Technik und Standort genannt. Inventarnummer oder Werkverzeichnisnummer erhöht Präzision.

Klee, Paul. 1920. Hauptweg und Nebenwege. Gemälde, Öl auf Leinwand. Beispielmuseum, Beispielstadt. Inv.-Nr. 2020-15.

Skulptur oder Objekt mit Edition

Bei Auflagenwerken wird die Edition ergänzt. Material, Maße und Gussangaben können nach Bedarf ergänzt werden.

Schmidt, Laura. 2004. Formstudie I. Skulptur, Bronze. Beispielmuseum, Beispielstadt. Edition 3/8. Inv.-Nr. S-44.

Installation, ortsspezifische Arbeiten

Bei Installation wird der Werktyp als Installation geführt. Standortangaben werden präzise dokumentiert.

Weber, Nina. 2019. Raumfigur. Installation. Ausstellung Beispielmuseum, Beispielstadt.

Fotografische Werke

Bei Fotografie werden Technik, Printstatus und Edition genannt.

König, Rainer. 1998. Straßenszene. Fotografie, Silbergelatineprint. Beispielmuseum, Beispielstadt. Print 2/10. Inv.-Nr. F-210.

Videoarbeit oder zeitbasiertes Werk

Bei Videoarbeiten wird das Format ergänzt. Laufzeit ist als Zusatz möglich, wenn diese für die Identifikation relevant ist.

Braun, Claudia. 2016. Loop Study. Videoarbeit. Beispielmuseum, Beispielstadt. Laufzeit 18:40.

Kollektiv oder Atelier

Kollektive werden als Autorposition geführt. Serienangaben und Werknummern unterstützen die Identifikation.

Kollektiv Beispielraum. 2017. Serienarbeit 4. Mixed Media. Beispielmuseum, Beispielstadt.

Unbekannte Urheberin oder unbekannter Urheber

Wenn keine Autorposition verfügbar ist, beginnt der Eintrag mit dem Titel. Der Titel kann als Beschreibung geführt werden.

Ohne Titel. 1975. Zeichnung, Graphit auf Papier. Beispielmuseum, Beispielstadt. Inv.-Nr. U-77.

Datierungsspanne und ca.-Angabe

Bei Datierungsspannen wird die Spanne im Jahresfeld geführt. Bei ca.-Datierung wird ca. ergänzt.

Müller, Anna. 1890 bis 1892. Studie zur Figur. Zeichnung, Kohle auf Papier. Beispielsammlung, Beispielstadt.
Müller, Anna. ca. 1890. Studie zur Figur. Zeichnung, Kohle auf Papier. Beispielsammlung, Beispielstadt.

Online-Objektseite eines Museums oder Portals

Bei Nutzung einer Objektseite werden Permalink und Zugriffdatum ergänzt. Dynamische Plattformen sollten grundsätzlich mit Zugriffdatum dokumentiert werden.

Klee, Paul. 1920. Hauptweg und Nebenwege. Gemälde, Öl auf Leinwand. Beispielmuseum, Beispielstadt. Objektseite. Zugriff am 16.12.2025. URL.

Fehlendes Jahr

Bei fehlender Datierung wird o.D. geführt. Zugriffdatum ist bei Onlinezugriff zweckmäßig.

Keller, Max. o.D.. Ohne Titel. Objekt, Material unbekannt. Beispielmuseum, Beispielstadt. Inv.-Nr. X-19. Zugriff am 16.12.2025. URL.

Sonderregeln

Sonderegeln für Kunstwerke zitieren nach Chicago – Autor-Datum

Kunstwerk nur über Reproduktion untersucht

Wenn Analyse ausschließlich auf einer Reproduktion basiert, sollte neben dem Kunstwerk auch die Reproduktionsquelle nachgewiesen werden. Der Kurzbeleg im Text kann beide Nachweise tragen.

Im Text

Kunstwerk: (Klee 1920)
Reproduktion: (Meyer 2021, 55)

Literaturverzeichnis

Klee, Paul. 1920. Hauptweg und Nebenwege. Gemälde, Öl auf Leinwand. Beispielmuseum, Beispielstadt.
Meyer, Julia. 2021. Klee in Kontext. Beispielstadt: Beispielverlag.

Unklare Zuschreibung oder Werkstattzuweisung

Bei unsicherer Zuschreibung sollte die Zuschreibung im Fließtext kenntlich sein. Der Kurzbeleg bleibt an die geführte Autorposition gebunden, während der Verzeichniseintrag die Zuschreibung beschreibt.

Im Text

(van Rijn ca. 1660)

Literaturverzeichnis

van Rijn, Rembrandt. ca. 1660. Porträtstudie. Gemälde, Öl auf Holz. Beispielmuseum, Beispielstadt. Zuschreibung unsicher.

Mehrere Fassungen oder Editionen desselben Werks

Bei Skulpturen oder Fotoeditionen mit mehreren Fassungen sollten Fassungen getrennt geführt werden. a, b, c sichern die Unterscheidung im Text.

Im Text

(Schmidt 2004a, Edition 1/8)
(Schmidt 2004b, Edition 3/8)

Literaturverzeichnis

Schmidt, Laura. 2004a. Formstudie I. Skulptur, Bronze. Beispielmuseum, Beispielstadt. Edition 1/8. Inv.-Nr. S-41.
Schmidt, Laura. 2004b. Formstudie I. Skulptur, Bronze. Beispielmuseum, Beispielstadt. Edition 3/8. Inv.-Nr. S-44.

Standortwechsel und temporäre Ausstellung

Wenn das Werk im Untersuchungszeitraum nur in einer Ausstellung zugänglich war, kann der Ausstellungsstandort als Kontext aufgenommen werden. Bei stabiler Sammlungslage bleibt der Sammlungseintrag ausreichend.

Im Text

(Weber 2019, Standort Ausstellung Beispielmuseum)

Literaturverzeichnis

Weber, Nina. 2019. Raumfigur. Installation. Ausstellung Beispielmuseum, Beispielstadt. Ausstellungszeitraum 01.05.2019 bis 30.08.2019.

Digitale Kunst mit Versionsstand

Bei digitaler Kunst kann ein Versionsstand erforderlich sein. Versionsstand wird im Text als Lokator ergänzt und im Literaturverzeichnis dokumentiert.

Im Text

(Braun 2022, Version 2.1)

Literaturverzeichnis

Braun, Claudia. 2022. Generatives Raster. Digitale Arbeit. Version 2.1. Beispielplattform. Zugriff am 16.12.2025. URL.

Sekundärzitat eines Kunstwerks

Wenn ein Kunstwerk nur indirekt über Sekundärliteratur bekannt ist, sollte im Literaturverzeichnis die tatsächlich konsultierte Sekundärquelle stehen. Der indirekte Bezug wird im Text markiert.

Im Text

(Werk X, zitiert nach Meyer 2021, 55)

Literaturverzeichnis

Meyer, Julia. 2021. Klee in Kontext. Beispielstadt: Beispielverlag.

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Autor-Datum für die Zitation von Kunstwerken verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text

Angabe Verpflichtend Empfohlen
Autor Künstlerin oder Künstler, Kollektiv, Titelersatz Initialen bei Namensgleichheit
Jahr Jahr, Spanne, ca., o.D. a, b, c bei gleichem Jahr
Lokator bei Detailbezug Inv.-Nr., WV, Edition, Zeitstempel
Form (Autor Jahr) konsistente Variantenwahl
Mehrfachbelege getrennte Kurzbelege konsistente Reihenfolge
Onlinezugriff nur bei Bedarf im Text Zugriffdatum im Verzeichnis

Literaturverzeichnis

Angabe Verpflichtend Empfohlen
Autor Künstlerin oder Künstler, Kollektiv, Titelersatz Zuschreibungshinweis im Eintrag
Jahr Jahr, Spanne, ca., o.D. Ausstellungszeitraum bei temporärem Standort
Titel Werktitel kursiv Übersetzung in eckigen Klammern
Werktyp, Material Werktyp, Technik Maße, Edition, Gussangabe
Standort Museum, Sammlung, Ort Inv.-Nr., WV-Nummer
URL bei Onlineobjektseite stabiler Permalink
Zugriffdatum bei dynamisch oder o.D. einheitliche Zugriffpraxis
Schriftvarianten Originalschrift möglich Transliteration, Übersetzung

Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.

Archivierte Briefe werden im Text mit einem Kurzbeleg in Klammern zitiert, der aus Absender, Jahr und Lokator besteht. Eine typische Form lautet (Keller 1952, Nachlass Keller, Box 3, Folder 12) oder bei konkretem Blatt (Keller 1952, Nachlass Keller, Box 3, Folder 12, Blatt 2). Steht der Name im Satz, folgen Jahr und Lokator direkt dahinter, etwa Keller (1952, Nachlass Keller, Box 3, Folder 12).
Für archivierte Briefe folgt der Eintrag dem Schema: Nachname, Vorname. Jahr. „Beschreibung des Briefs, Datum.“ Brief. Bestand, Lokatoren. Repository, Ort. Ein Beispiel ist: Keller, Max. 1952. „Brief an Anna Meyer, 14.06.1952.“ Brief. Nachlass Keller, Box 3, Folder 12. Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin. Der Kurzbeleg (Keller 1952, Nachlass Keller, Box 3, Folder 12) verweist eindeutig auf diesen Eintrag.
Briefe in einer gedruckten Edition werden im Text wie Buchbeiträge mit Seitenzahl zitiert, zum Beispiel (Keller 1952, 214). Im Literaturverzeichnis wird der Brief als Teil der Edition geführt: Keller, Max. 1952. „Brief an Anna Meyer, 14.06.1952.“ In Briefe aus dem Nachlass Keller, hrsg. von Claudia Meyer, 210 bis 216. München: Beispielverlag. Der Kurzbeleg verweist dabei auf Jahr und Seitenzahl der Edition, nicht auf die Archivsignatur.
Bei Digitalisaten bleibt der Kurzbeleg an Autor und Jahr orientiert, der Lokator kann eine Objekt-ID oder Signatur enthalten, zum Beispiel (Keller 1952, Objekt-ID A001234) oder mit Zugriffhinweis (Keller 1952, Objekt-ID A001234, Zugriff 16.12.2025). Im Literaturverzeichnis wird ergänzt: Keller, Max. 1952. „Brief an Anna Meyer, 14.06.1952.“ Digitalisat eines Briefs. Nachlass Keller, Box 3, Folder 12. Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin. Zugriff am 16.12.2025. https://example.org/object/A001234.
Bei Verwaltungskorrespondenz ohne personenbezogene Autorposition wird die Körperschaft an der Autorenstelle geführt. Ein Kurzbeleg kann zum Beispiel (Bundesministerium des Innern 1974, Bestand R 58, Signatur 12345, Blatt 7) lauten. Im Literaturverzeichnis steht dann: Bundesministerium des Innern. 1974. „Schreiben an das Landesvermessungsamt, 22.01.1974.“ Schreiben. Bestand R 58, Signatur 12345, Blatt 1 bis 12. Bundesarchiv, Koblenz. So bleibt der institutionelle Ursprung des Briefes erkennbar.
Liegen mehrere Briefe derselben Person aus demselben Jahr vor, werden die Jahresangaben im Kurzbeleg mit a, b, c differenziert, etwa (Keller 1952a, Nachlass Keller, Box 3, Folder 12) und (Keller 1952b, Nachlass Keller, Box 4, Folder 2). Im Literaturverzeichnis erscheinen entsprechende Einträge mit 1952a und 1952b. Diese Kennzeichnung muss in Text und Verzeichnis konsequent übereinstimmen, damit jeder Brief eindeutig identifizierbar bleibt.
Fehlt ein belastbares Datum, wird im Kurzbeleg „o.D.“ an der Jahresposition gesetzt, zum Beispiel (Keller o.D., Nachlass Keller, Box 3, Folder 12) oder („Brief an Anna Meyer“ o.D., Nachlass Keller, Box 3, Folder 12). Im Literaturverzeichnis steht „o.D.“ als Jahr, eine Datumsnäherung kann in der Beschreibung ergänzt werden, etwa „um 1952“, um den historischen Kontext zu präzisieren, ohne die formale Jahreslogik zu verändern.
Private Briefe ohne Archivzugang gelten als nicht wiederauffindbare Korrespondenz und werden typischerweise ausschließlich im Text nachgewiesen, etwa (Keller 2024, Brief, 15.03.2024). Ein Eintrag im Literaturverzeichnis entfällt in der Regel, weil Dritte den Brief nicht konsultieren können. Relevante Kontextinformationen wie Datum, Ort oder Beziehung können im Fließtext beschrieben werden, um die Quelle inhaltlich einzuordnen.
Fremdsprachige Briefe können im Literaturverzeichnis eine Übersetzung in eckigen Klammern erhalten, zum Beispiel: García, Elena. 1978. „Carta a Miguel Torres [Brief an Miguel Torres], 12.09.1978.“ Brief. Archivo Histórico Nacional, Madrid. Bei nicht lateinischer Schrift empfiehlt sich eine dreistufige Darstellung aus Originaltitel, Transliteration und Übersetzung, etwa: Zhang, Wei. 1965. 「书信」 [Shūxìn] [Brief], 20.09.1965. Brief. National Archives of China, Beijing. Im Text genügt jeweils der Kurzbeleg (García 1978) bzw. (Zhang 1965).
Wenn ein Brief nur über eine Studie oder Edition bekannt ist, wird im Literaturverzeichnis nur diese Sekundärquelle aufgenommen, im Text kann ein Sekundärzitat wie (Brief X, zitiert nach Meyer 2021, 55) verwendet werden. Werden Originalbrief und edierte Transkription parallel ausgewertet, erhalten beide Fassungen eigene Nachweise: etwa (Keller 1952, Nachlass Keller, Box 3, Folder 12) für das Original und (Keller 1952, 214) für die Edition. Im Literaturverzeichnis erscheinen dann getrennte Einträge für Archivbrief und edierten Brief.
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