Chicago Style
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Online-Artikel zitieren nach Chicago – Autor-Datum
Online-Artikel sind im Chicago-Stil (Autor-Datum-System) ein eigenständiger Quellentyp, der durch die Verlagerung fachlicher Beiträge auf Verlagswebseiten, Fachportale, institutionelle Blogs und Nachrichtenplattformen an Bedeutung gewinnt. Im Text erfolgt der Nachweis über einen Kurzbeleg mit Autorennachname, Erscheinungsjahr und bei Bedarf Seiten- oder Abschnittsangabe, etwa (Müller 2023) oder (Müller 2023, Abs. 4).
Im Literaturverzeichnis werden in der Regel Autor, Jahr, Titel des Beitrags, Titel der Website oder Plattform, Veröffentlichungs- bzw. Aktualisierungsdatum sowie die URL angegeben. Ein Abrufdatum ist nur bei veränderlichen oder undatierten Inhalten erforderlich. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Zitation von Online-Artikeln ohne eindeutiges Veröffentlichungsdatum, mit institutioneller Autorenschaft, ohne ausgewiesenen Autor, mit DOI oder mit dynamischen Inhalten auf Nachrichten- und Behördenportalen.
Inhaltsverzeichnis
Online-Artikel zitieren Chicago – Autor-Datum
Die Zitation von Online-Artikeln nach Chicago Autor-Datum folgt demselben Grundprinzip wie bei allen anderen Quellenarten. Im Text steht ein Kurzbeleg in Klammern. Im Literaturverzeichnis steht ein vollständiger Eintrag, der den Online-Artikel eindeutig identifizierbar macht. Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei auf Autorenschaft, Datumsangaben und einer stabilen URL.
Online-Artikel als eigener Quellentyp
Online-Artikel im Chicago Autor-Datum-System sind Beiträge, die ausschließlich digital vorliegen. Typische Beispiele sind:
- Fachbeiträge auf Verlags- und Forschungswebseiten
- Artikel auf Portalen von Institutionen, Ministerien, Behörden oder Organisationen
- Online-Dossiers, Themenseiten, Kommentare und Analysen
- qualitativ stabile Blogbeiträge mit erkennbarem Autor und Datum
Im Unterschied zu Zeitschriftenartikeln fehlt häufig eine Zuordnung zu Volumen, Heftnummer und Seitenbereich. Die zeitliche Einordnung und die eindeutige Identifikation erfolgen deshalb über Datumsangaben und URL.
Für Online-Artikel gelten im Chicago Autor-Datum-System im Kern drei grundlegende Anforderungen:
- Eindeutige Autorenschaft: Wer ist für den Inhalt verantwortlich.
- Präzise Datumsangabe: Wann der Beitrag veröffentlicht oder zuletzt aktualisiert wurde.
- Stabiler Zugriffspfad: Unter welcher URL der Beitrag erreichbar ist.
Diese Elemente bilden die Grundlage für Kurzbeleg und Literaturverzeichnis.
Grundform der Zitation im Text
Im Text nutzt das Chicago Autor-Datum-System bei Online-Artikeln denselben Kurzbeleg wie bei anderen Quellen.
Bestandteile:
- Nachname des Autors oder der Autorin
- Erscheinungsjahr des Beitrags
- optional eine Lokatorangabe (Abschnitt, Unterüberschrift)
Typische Formen:
(Müller 2023)
(Müller 2023, Abs. 4)
Müller (2023) argumentiert, dass …
Die gewählte Form der Lokatoren soll in der gesamten Arbeit einheitlich umgesetzt werden.
Grundform im Literaturverzeichnis
Online-Artikel erhalten im Literaturverzeichnis eine standardisierte Struktur:
Typische Bausteine:
- Autor in der Form Nachname, Vorname
- Jahr der Veröffentlichung oder letzten Aktualisierung
- Titel des Beitrags in Anführungszeichen
- Titel der Website kursiv
- präzises Datum im Format „12. März 2023“
- vollständige URL ohne abschließenden Punkt
Wenn nur ein Jahr angegeben ist, genügt dieses an der Jahresposition. Vollständige Datumsangaben werden nach dem Titel der Website ausgewiesen.
Autorenschaft und institutionelle Verantwortung
Bei Online-Artikeln können folgende Konstellationen auftreten:
- namentlich gekennzeichneter Autor
- mehrere personenbezogene Autoren
- institutionelle Autorenschaft (z. B. Ministerium, Organisation)
- Beiträge ohne ausgewiesenen Autor
Chicago-Regel:
- Personen stehen an erster Stelle.
- Institutionen übernehmen die Autorenposition, wenn keine Person genannt ist.
- Ohne Autor und Institution rückt der Titel des Beitrags an die Autorenstelle.
Datumsangaben bei Online-Artikeln
Online-Artikel können folgende Datumsformen aufweisen:
- vollständige Datumsangabe: 12. März 2023
- nur Jahr: 2023
- Aktualisierungsdatum: „zuletzt aktualisiert am …“
- kein Datum: Verwendung von „o. D.“
Im Kurzbeleg wird immer ein Jahr benötigt. Präzisere Datumsformen erscheinen ausschließlich im Literaturverzeichnis.
URL und Erreichbarkeit
Die URL dient als Zugangspunkt. Im Literaturverzeichnis steht sie am Ende des Eintrags.
Grundsätze:
- stabile URL verwenden
- keine Sitzungs- oder Trackingparameter
- DOI hat Vorrang vor URL
- Abrufdatum nur bei dynamischen Inhalten
Zusammenspiel von Kurzbeleg und Vollbeleg
Für Online-Artikel gilt wie für alle Chicago-Autor-Datum-Quellen:
- Nachname und Jahr im Kurzbeleg müssen exakt dem Literaturverzeichnis entsprechen
- Mehrere Beiträge desselben Autors im selben Jahr → Kennzeichnung mit a, b, c
- Der Website-Titel und die URL schaffen die nötige Eindeutigkeit
Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style
Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!
Im Text zitieren: Online-Artikel nach Chicago – Autor-Datum
Diese Sektion behandelt ausschließlich die Zitation von Online-Artikeln im Text nach dem Chicago Autor-Datum-System. Bezugspunkt des Kurzbelegs ist immer die verantwortliche Autorenschaft in Verbindung mit dem Jahr der Veröffentlichung.
Grundform des Kurzbelegs
Online-Artikel werden im Text nach demselben Muster zitiert wie gedruckte Quellen.
Bestandteile
- Nachname des Autors
- Erscheinungsjahr des Online-Artikels
- optional ein Lokator, etwa Absatz oder Abschnitt
Typische Formen
Allgemeiner Verweis:
(Müller 2023)
Verweis auf spezifische Passage ohne Seitenzahl:
(Müller 2023, Abs. 4)
(Müller 2023, Abschnitt „Ergebnisse“)
Autor im Satz:
Müller (2023) argumentiert, dass …
Nach Darstellung von Müller (2023, Abs. 4) …
Die gewählte Lokatorart, etwa Abschnitte oder Überschriften, soll in der gesamten Arbeit einheitlich bleiben.
Ein Autor
Bei einem namentlich genannten Autor besteht der Kurzbeleg aus Nachname und Jahr, optional mit Lokator.
(Krämer 2022)
(Krämer 2022, Abs. 3)
Krämer (2022, Abs. 3) zeigt, dass …
Zwei Autoren
Bei zwei Autoren werden beide Nachnamen mit „und“ verbunden.
(Schmidt und Keller 2021)
(Schmidt und Keller 2021, Abs. 5)
Schmidt und Keller (2021, Abs. 5) betonen …
Drei oder mehr Autoren
Ab drei Autoren wird im Text nur der erste Nachname genannt, gefolgt von et al.. Diese Form bleibt für den ganzen Online-Artikel unverändert.
(Lemke et al. 2020)
(Lemke et al. 2020, Abs. 7)
Lemke et al. (2020, Abs. 7) kommen zu dem Ergebnis, dass …
Institution als Autor
Trägt ein Online-Artikel ausschließlich institutionelle Autorenschaft, steht der Institutionsname an der Stelle des Autors.
Erste Nennung
(Bundesministerium für Bildung und Forschung 2021, Abs. 2)
Einführung einer Abkürzung möglich:
(Bundesministerium für Bildung und Forschung [BMBF] 2021, Abs. 2)
Folgezitation
(BMBF 2021, Abs. 2)
Online-Artikel ohne ausgewiesenen Autor
Fehlt eine namentliche Autorenschaft, erfolgt die Zitation über einen Kurztitel.
(„Richtlinien für digitale Prüfungen“ 2020)
(„Richtlinien für digitale Prüfungen“ 2020, Abs. 6)
Der Kurztitel soll eindeutig und möglichst knapp sein und an den Titel im Literaturverzeichnis anschließen.
Gleicher Autor mit mehreren Online-Artikeln in verschiedenen Jahren
Mehrere Online-Artikel desselben Autors aus unterschiedlichen Jahren werden ausschließlich über das Jahr unterschieden.
(Meyer 2019)
(Meyer 2022)
gemeinsame Nennung
(Meyer 2019, Abs. 2, 2022, Abs. 4)
Gleicher Autor mit mehreren Online-Artikeln im selben Jahr
Veröffentlicht ein Autor im selben Jahr mehrere Online-Artikel, erfolgt die Unterscheidung über Kleinbuchstaben direkt nach dem Jahr. Diese Kennzeichnung muss mit dem Literaturverzeichnis übereinstimmen.
(Weise 2021a)
(Weise 2021b, Abs. 3)
gemeinsame Nennung
(Weise 2021a, Abs. 2, 2021b, Abs. 3)
Verschiedene Autoren mit gleichem Nachnamen
Bei verschiedenen Autoren mit identischem Nachnamen werden Initialen ergänzt, um Verwechslungen zu vermeiden.
(H. Keller 2020)
(T. Keller 2020, Abs. 5)
Die Initialen bleiben in allen Kurzbelegen erhalten.
Lokatoren bei Online-Texten ohne Seitenzahlen
Online-Artikel besitzen häufig keine Seitenzahlen. Der Chicago Autor-Datum-Stil erlaubt dann alternative Lokatoren. Wichtig ist eine konsequente, einheitliche Anwendung innerhalb der Arbeit.
Mögliche Lokatoren:
- Absätze
(Neuberger 2022, Abs. 4) - nummerierte Unterpunkte
(Neuberger 2022, Punkt 3) - Überschriften
(Neuberger 2022, Abschnitt „Diskussion“)
Bei sehr kurzen Online-Texten kann in Einzelfällen auf Lokatoren verzichtet werden, wenn der Artikel insgesamt überschaubar bleibt.
Mehrere Online-Artikel in einer Klammer
Bezieht sich eine Aussage auf mehrere Online-Artikel, stehen alle Kurzbelege in einer gemeinsamen Klammer, getrennt durch Komma; Semikola werden vermieden.
(Müller 2023, Abs. 4, Schmidt und Keller 2021, Abs. 5, BMBF 2021)
Die Reihenfolge kann alphabetisch oder argumentativ angelegt werden und soll konsistent bleiben.
Fehlendes Datum und „o. D.“
Verfügt ein Online-Artikel über kein erkennbares Erscheinungs- oder Aktualisierungsdatum, verwendet das Chicago Autor-Datum-System „o. D.“ („ohne Datum“).
(König o. D.)
(König o. D., Abs. 3)
Die gleiche Form erscheint an der Jahresposition im Literaturverzeichnis.
Online-Artikel „im Druck“ oder angekündigte Inhalte
Für rein digitale Formate ist ein Status „im Druck“ selten, in Einzelfällen jedoch möglich, etwa bei vorangekündigten, aber noch nicht veröffentlichten Online-Dossiers.
(Kuhl im Druck)
Sobald der Beitrag veröffentlicht und datiert vorliegt, werden Jahr und Kurzbelege entsprechend angepasst.
Platzierung der Kurzbelege im Satz
Auch bei Online-Artikeln gelten die allgemeinen Regeln zur Platzierung:
- Klammernachweis in der Regel vor dem Satzpunkt:
… in aktuellen Leitlinien (BMBF 2021, Abs. 3). - Autor im Satz, Jahr und Lokator in Klammern:
Nach Einschätzung von Meyer (2022, Abs. 5) … - bei direkten Online-Zitaten mit Anführungszeichen:
„…“ (Müller 2023, Abs. 4).
Online-Artikel im Literaturverzeichnis nach Chicago (Autor-Datum-System)
Online-Artikel erhalten im Literaturverzeichnis eine eigene, aber klar strukturierte Form. Entscheidend sind die verantwortliche Autorenschaft, ein belastbares Datum und eine nachvollziehbare Quelle über die URL oder einen DOI.
Grundschema für Online-Artikel nach Chicago Autor-Datum:
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Online-Artikels.“ Titel der Website oder Plattform. Ggf. genaues Datum. URL
Die folgenden Unterabschnitte führen die wichtigsten Varianten für Online-Artikel im Literaturverzeichnis aus.
Grundform: Online-Artikel mit Autor und Veröffentlichungsdatum
Wenn Autor und Veröffentlichungsdatum klar angegeben sind, genügt das Standardschema.
Form
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Online-Artikels.“ Titel der Website oder Plattform. Datum. URL
Beispiel
Müller, Thomas. 2023. „Digitale Prüfungen an Hochschulen verantwortungsvoll gestalten.“ Hochschulforum Digitalisierung. 12. März 2023. https://www.hfd-beispiel.de/digitale-pruefungen
Das Jahr steht direkt hinter dem Namen, damit der Kurzbeleg im Text (Müller 2023) eindeutig zugeordnet werden kann. Das vollständige Datum erscheint später im Eintrag, da Online-Inhalte häufig zeitkritisch sind.
Ein Autor, nur Jahresangabe
Wenn auf der Seite nur ein Jahr und kein genauer Tag angegeben ist, bleibt der Aufbau nahezu identisch. Das Jahr erscheint nach dem Namen und kann nach dem Titel wiederholt werden, falls die Seite nur ein Jahreslabel trägt.
Beispiel
Krämer, Markus. 2022. „Ethische Leitlinien für den Einsatz von KI im Studium.“ Portal Hochschulethik. 2022. https://www.hochschulethik-portal.de/leitlinien-ki
Der Kurzbeleg im Text orientiert sich ausschließlich an Jahr und Autor.
Zwei oder mehr Autoren
Bei Online-Artikeln mit mehreren Autoren gelten im Literaturverzeichnis dieselben Regeln wie bei gedruckten Quellen.
Zwei Autoren
Schmidt, Laura, und Tobias Keller. 2021. „Hybride Lehrformate im Semesterbetrieb.“ Campus Online Magazin. 5. Oktober 2021. https://www.campus-online.de/hybride-lehre
Drei oder mehr Autoren
Lemke, Jana, Peter Albrecht und Nina Braun. 2020. „Studierendenmotivation in digitalen Lernumgebungen.“ Bildungsforschung Digital. 18. Juni 2020. https://www.bildungsforschung-digital.de/motivation-online
Im Text wird ab drei Autoren mit „et al.“ gearbeitet, im Literaturverzeichnis bleiben alle Namen ausgeschrieben.
Institution als Autor
Wenn die Seite keinen persönlichen Autor ausweist, aber eine Institution klar erkennbar ist, steht diese Institution an der Autorenposition.
Beispiel
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). 2021. „Leitfaden zur digitalen Hochschulbildung.“ BMBF Online. 3. Mai 2021. https://www.bmbf.de/digitale-hochschulbildung
Die Abkürzung kann in Klammern ergänzt werden, um im Text mit der Kurzform (BMBF 2021) arbeiten zu können.
Ohne Autor: Titel rückt an die erste Stelle
Fehlt sowohl eine Person als auch eine Institution als erkennbare Autorenschaft, rückt der Titel des Beitrags an die erste Position.
Form
„Titel des Online-Artikels.“ Jahr. Titel der Website. Datum. URL
Beispiel
„Richtlinien für digitale Prüfungen an Universitäten“. 2020. Hochschulkompass Online. 7. September 2020. https://www.hochschulkompass.de/richtlinien-digitale-pruefungen
Im Text erfolgt der Kurzbeleg über einen Kurztitel und das Jahr, etwa („Richtlinien für digitale Prüfungen an Universitäten“ 2020).
Online-Artikel mit DOI
Einige Online-Artikel sind auf Verlagsseiten publiziert und verfügen über einen DOI, ohne klassische Zeitschriftenstruktur. In diesen Fällen wird der DOI wie bei anderen digitalen Quellen an das Ende gesetzt.
Beispiel
Neuberger, Thomas. 2022. „Qualitätskriterien für Online-Lehrmaterialien.“ Open Education Hub. 15. Januar 2022. https://doi.org/10.1234/oeh.2022.001
Wenn ein DOI vorhanden ist, hat dieser Vorrang vor einer reinen URL.
Blogbeiträge und Fachblogs
Blogbeiträge werden wie Online-Artikel behandelt, sofern ein klar erkennbarer Fachkontext und eine verantwortliche Autorenschaft vorliegen. Der Blogtitel steht an der Position der Website oder Plattform.
Beispiel
Weber, Anna. 2021. „Fünf typische Fehler beim Einsatz von KI in Hausarbeiten.“ Blog Wissenschaftliches Schreiben. 9. November 2021. https://www.blog-wissenschaftliches-schreiben.de/ki-fehler
Die Einordnung als Blog kann optional im Seitentitel angedeutet bleiben. Eine zusätzliche Klammerbemerkung ist nicht zwingend.
Online-Artikel auf Nachrichten- und Medienportalen
Beiträge aus Zeitungs- oder Nachrichtenportalen ohne Printbezug werden ebenfalls als Online-Artikel behandelt.
Beispiel
Braun, Nina. 2020. „Studierende zwischen Präsenz und Online-Lehre.“ Zeit Campus Online. 22. Oktober 2020. https://www.zeit-campus.de/studierende-praesenz-online
Besteht ein klarer Bezug zu einer Printausgabe, wäre alternativ eine Zitation als Zeitungsartikel möglich. In rein digitalen Kontexten reicht die Online-Form.
Mehrere Online-Artikel desselben Autors
Veröffentlicht eine Person mehrere Online-Artikel in verschiedenen Jahren, erfolgt die Sortierung chronologisch.
Beispiel
Meyer, Claudia. 2019. „Partizipation von Studierenden in Hochschulgremien.“ Hochschule im Dialog. 2. Juni 2019. https://www.hochschule-im-dialog.de/partizipation-gremien
Meyer, Claudia. 2022. „Digitale Beteiligungsplattformen im Studium.“ Hochschule im Dialog. 14. Februar 2022. https://www.hochschule-im-dialog.de/digitale-beteiligung
Im Text unterscheidet die Jahresangabe die beiden Einträge.
Mehrere Online-Artikel desselben Autors im selben Jahr
Bei mehreren Online-Artikeln desselben Autors im gleichen Jahr werden Buchstaben an das Jahr gesetzt. Diese Buchstaben müssen exakt mit den Kurzbelegen im Text übereinstimmen.
Beispiel
Weise, Laura. 2021a. „Online-Lernstrategien für die Prüfungsphase.“ Studienblog CampusWissen. 10. März 2021. https://www.campuswissen.de/online-lernstrategien
Weise, Laura. 2021b. „Selbstorganisation im hybriden Semester.“ Studienblog CampusWissen. 25. Oktober 2021. https://www.campuswissen.de/selbstorganisation-hybrid
Im Text erscheinen Kurzbelege wie (Weise 2021a) und (Weise 2021b, Abs. 3).
Mehrsprachige und übersetzte Titel
Bei fremdsprachigen Online-Artikeln kann eine zusätzliche deutsche Übersetzung in eckigen Klammern ergänzt werden. Dies erleichtert die inhaltliche Einordnung.
Beispiel Englisch–Deutsch
Smith, John. 2021. „Digital Learning Environments in Higher Education [Digitale Lernumgebungen in der Hochschulbildung].“ Higher Education Insights. 5. Mai 2021. https://www.he-insights.org/digital-learning
Beispiel Deutsch mit englischer Übersetzung
Müller, Thomas. 2023. „Soziale Ungleichheit im Studium [Social Inequality in Higher Education].“ Hochschulreport Online. 3. April 2023. https://www.hochschulreport.de/soziale-ungleichheit
Die Entscheidung für Übersetzungen sollte einheitlich für alle fremdsprachigen Online-Quellen getroffen werden.
Nicht-lateinische Schrift, Transliteration und Übersetzung
Bei Online-Artikeln in nicht-lateinischer Schrift wird der Titel drei-stufig angegeben.
Form
Nachname, Vorname. Jahr. „Originaltitel“ [Transliteration] [Übersetzung]. Titel der Website. Datum. URL
Beispiel
Zhang, Wei. 2020. „高等教育中的在线学习 [Gaodeng jiàoyù zhōng de zàixiàn xuéxí] [Online-Lernen in der Hochschulbildung].“ China Education Online. 20. September 2020. https://www.china-education-online.cn/online-learning
Im Text genügt der Kurzbeleg (Zhang 2020).
Online-Artikel ohne Datum („o. D.“)
Fehlt jede Datumsangabe, erhält der Eintrag an der Jahresposition die Kennzeichnung „o. D.“.
Beispiel
König, Rainer. o. D. „Checkliste für digitale Lehrplanung.“ LehrePlus Online. https://www.lehreplus.de/checkliste-digitale-lehre
Im Text erscheint der Kurzbeleg (König o. D.). Ein Abrufdatum kann bei stark veränderlichen Seiten zusätzlich hinter der URL angegeben werden, etwa „Zugriff am 15. Oktober 2025“. Diese Praxis sollte in der Arbeit einheitlich gehandhabt werden.
Dynamisch aktualisierte Seiten und Abrufdatum
Bei Online-Quellen, die dauerhaft verändert werden, kann ein Abrufdatum die Nachvollziehbarkeit erhöhen.
Beispiel
Hochschulrektorenkonferenz. 2024. „FAQ zu digitalen Prüfungsformaten.“ HRK Online. 2024. https://www.hrk.de/faq-digitale-pruefungen. Zugriff am 15. Oktober 2025
Das Abrufdatum steht am Ende des Eintrags. Die Jahresangabe bleibt für den Kurzbeleg erhalten.
Sekundärzitate aus Online-Artikeln
Wenn ein Online-Artikel eine Quelle erwähnt, die selbst nicht eingesehen wurde, erscheint im Literaturverzeichnis ausschließlich der tatsächlich konsultierte Online-Artikel.
Beispiel
Müller, Thomas. 2023. „Forschung zu Abbrecherquoten im Überblick.“ Studienreport Online. 7. Juli 2023. https://www.studienreport.de/abbrecherquoten
Im Text kann eine Formulierung wie „zitiert nach“ verwendet werden, etwa Studie X, zitiert nach Müller (2023). Die ursprüngliche Studie ohne eigene Einsicht erhält keinen eigenen Eintrag im Literaturverzeichnis.
Im LiteraturverzeichnisLiteraturverzeichnis: Chicago – Autor-Datum Online-Artikel
Online-Artikel erhalten im Literaturverzeichnis eine eigene, aber klar strukturierte Form. Entscheidend sind die verantwortliche Autorenschaft, ein belastbares Datum und eine nachvollziehbare Quelle über die URL oder einen DOI.
Grundschema für Online-Artikel nach Chicago Autor-Datum:
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Online-Artikels.“ Titel der Website oder Plattform. Ggf. genaues Datum. URL
Die folgenden Unterabschnitte führen die wichtigsten Varianten für Online-Artikel im Literaturverzeichnis aus.
Grundform: Online-Artikel mit Autor und Veröffentlichungsdatum
Wenn Autor und Veröffentlichungsdatum klar angegeben sind, genügt das Standardschema.
Form
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Online-Artikels.“ Titel der Website oder Plattform. Datum. URL
Beispiel
Müller, Thomas. 2023. „Digitale Prüfungen an Hochschulen verantwortungsvoll gestalten.“ Hochschulforum Digitalisierung. 12. März 2023. https://www.hfd-beispiel.de/digitale-pruefungen
Das Jahr steht direkt hinter dem Namen, damit der Kurzbeleg im Text (Müller 2023) eindeutig zugeordnet werden kann. Das vollständige Datum erscheint später im Eintrag, da Online-Inhalte häufig zeitkritisch sind.
Ein Autor, nur Jahresangabe
Wenn auf der Seite nur ein Jahr und kein genauer Tag angegeben ist, bleibt der Aufbau nahezu identisch. Das Jahr erscheint nach dem Namen und kann nach dem Titel wiederholt werden, falls die Seite nur ein Jahreslabel trägt.
Beispiel
Krämer, Markus. 2022. „Ethische Leitlinien für den Einsatz von KI im Studium.“ Portal Hochschulethik. 2022. https://www.hochschulethik-portal.de/leitlinien-ki
Der Kurzbeleg im Text orientiert sich ausschließlich an Jahr und Autor.
Zwei oder mehr Autoren
Bei Online-Artikeln mit mehreren Autoren gelten im Literaturverzeichnis dieselben Regeln wie bei gedruckten Quellen.
Zwei Autoren
Schmidt, Laura, und Tobias Keller. 2021. „Hybride Lehrformate im Semesterbetrieb.“ Campus Online Magazin. 5. Oktober 2021. https://www.campus-online.de/hybride-lehre
Drei oder mehr Autoren
Lemke, Jana, Peter Albrecht und Nina Braun. 2020. „Studierendenmotivation in digitalen Lernumgebungen.“ Bildungsforschung Digital. 18. Juni 2020. https://www.bildungsforschung-digital.de/motivation-online
Im Text wird ab drei Autoren mit „et al.“ gearbeitet, im Literaturverzeichnis bleiben alle Namen ausgeschrieben.
Institution als Autor
Wenn die Seite keinen persönlichen Autor ausweist, aber eine Institution klar erkennbar ist, steht diese Institution an der Autorenposition.
Beispiel
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). 2021. „Leitfaden zur digitalen Hochschulbildung.“ BMBF Online. 3. Mai 2021. https://www.bmbf.de/digitale-hochschulbildung
Die Abkürzung kann in Klammern ergänzt werden, um im Text mit der Kurzform (BMBF 2021) arbeiten zu können.
Ohne Autor: Titel rückt an die erste Stelle
Fehlt sowohl eine Person als auch eine Institution als erkennbare Autorenschaft, rückt der Titel des Beitrags an die erste Position.
Form
„Titel des Online-Artikels.“ Jahr. Titel der Website. Datum. URL
Beispiel
„Richtlinien für digitale Prüfungen an Universitäten“. 2020. Hochschulkompass Online. 7. September 2020. https://www.hochschulkompass.de/richtlinien-digitale-pruefungen
Im Text erfolgt der Kurzbeleg über einen Kurztitel und das Jahr, etwa („Richtlinien für digitale Prüfungen an Universitäten“ 2020).
Online-Artikel mit DOI
Einige Online-Artikel sind auf Verlagsseiten publiziert und verfügen über einen DOI, ohne klassische Zeitschriftenstruktur. In diesen Fällen wird der DOI wie bei anderen digitalen Quellen an das Ende gesetzt.
Beispiel
Neuberger, Thomas. 2022. „Qualitätskriterien für Online-Lehrmaterialien.“ Open Education Hub. 15. Januar 2022. https://doi.org/10.1234/oeh.2022.001
Wenn ein DOI vorhanden ist, hat dieser Vorrang vor einer reinen URL.
Blogbeiträge und Fachblogs
Blogbeiträge werden wie Online-Artikel behandelt, sofern ein klar erkennbarer Fachkontext und eine verantwortliche Autorenschaft vorliegen. Der Blogtitel steht an der Position der Website oder Plattform.
Beispiel
Weber, Anna. 2021. „Fünf typische Fehler beim Einsatz von KI in Hausarbeiten.“ Blog Wissenschaftliches Schreiben. 9. November 2021. https://www.blog-wissenschaftliches-schreiben.de/ki-fehler
Die Einordnung als Blog kann optional im Seitentitel angedeutet bleiben. Eine zusätzliche Klammerbemerkung ist nicht zwingend.
Online-Artikel auf Nachrichten- und Medienportalen
Beiträge aus Zeitungs- oder Nachrichtenportalen ohne Printbezug werden ebenfalls als Online-Artikel behandelt.
Beispiel
Braun, Nina. 2020. „Studierende zwischen Präsenz und Online-Lehre.“ Zeit Campus Online. 22. Oktober 2020. https://www.zeit-campus.de/studierende-praesenz-online
Besteht ein klarer Bezug zu einer Printausgabe, wäre alternativ eine Zitation als Zeitungsartikel möglich. In rein digitalen Kontexten reicht die Online-Form.
Mehrere Online-Artikel desselben Autors
Veröffentlicht eine Person mehrere Online-Artikel in verschiedenen Jahren, erfolgt die Sortierung chronologisch.
Beispiel
Meyer, Claudia. 2019. „Partizipation von Studierenden in Hochschulgremien.“ Hochschule im Dialog. 2. Juni 2019. https://www.hochschule-im-dialog.de/partizipation-gremien
Meyer, Claudia. 2022. „Digitale Beteiligungsplattformen im Studium.“ Hochschule im Dialog. 14. Februar 2022. https://www.hochschule-im-dialog.de/digitale-beteiligung
Im Text unterscheidet die Jahresangabe die beiden Einträge.
Mehrere Online-Artikel desselben Autors im selben Jahr
Bei mehreren Online-Artikeln desselben Autors im gleichen Jahr werden Buchstaben an das Jahr gesetzt. Diese Buchstaben müssen exakt mit den Kurzbelegen im Text übereinstimmen.
Beispiel
Weise, Laura. 2021a. „Online-Lernstrategien für die Prüfungsphase.“ Studienblog CampusWissen. 10. März 2021. https://www.campuswissen.de/online-lernstrategien
Weise, Laura. 2021b. „Selbstorganisation im hybriden Semester.“ Studienblog CampusWissen. 25. Oktober 2021. https://www.campuswissen.de/selbstorganisation-hybrid
Im Text erscheinen Kurzbelege wie (Weise 2021a) und (Weise 2021b, Abs. 3).
Mehrsprachige und übersetzte Titel
Bei fremdsprachigen Online-Artikeln kann eine zusätzliche deutsche Übersetzung in eckigen Klammern ergänzt werden. Dies erleichtert die inhaltliche Einordnung.
Beispiel Englisch–Deutsch
Smith, John. 2021. „Digital Learning Environments in Higher Education [Digitale Lernumgebungen in der Hochschulbildung].“ Higher Education Insights. 5. Mai 2021. https://www.he-insights.org/digital-learning
Beispiel Deutsch mit englischer Übersetzung
Müller, Thomas. 2023. „Soziale Ungleichheit im Studium [Social Inequality in Higher Education].“ Hochschulreport Online. 3. April 2023. https://www.hochschulreport.de/soziale-ungleichheit
Die Entscheidung für Übersetzungen sollte einheitlich für alle fremdsprachigen Online-Quellen getroffen werden.
Nicht-lateinische Schrift, Transliteration und Übersetzung
Bei Online-Artikeln in nicht-lateinischer Schrift wird der Titel drei-stufig angegeben.
Form
Nachname, Vorname. Jahr. „Originaltitel“ [Transliteration] [Übersetzung]. Titel der Website. Datum. URL
Beispiel
Zhang, Wei. 2020. „高等教育中的在线学习 [Gaodeng jiàoyù zhōng de zàixiàn xuéxí] [Online-Lernen in der Hochschulbildung].“ China Education Online. 20. September 2020. https://www.china-education-online.cn/online-learning
Im Text genügt der Kurzbeleg (Zhang 2020).
Online-Artikel ohne Datum („o. D.“)
Fehlt jede Datumsangabe, erhält der Eintrag an der Jahresposition die Kennzeichnung „o. D.“.
Beispiel
König, Rainer. o. D. „Checkliste für digitale Lehrplanung.“ LehrePlus Online. https://www.lehreplus.de/checkliste-digitale-lehre
Im Text erscheint der Kurzbeleg (König o. D.). Ein Abrufdatum kann bei stark veränderlichen Seiten zusätzlich hinter der URL angegeben werden, etwa „Zugriff am 15. Oktober 2025“. Diese Praxis sollte in der Arbeit einheitlich gehandhabt werden.
Dynamisch aktualisierte Seiten und Abrufdatum
Bei Online-Quellen, die dauerhaft verändert werden, kann ein Abrufdatum die Nachvollziehbarkeit erhöhen.
Beispiel
Hochschulrektorenkonferenz. 2024. „FAQ zu digitalen Prüfungsformaten.“ HRK Online. 2024. https://www.hrk.de/faq-digitale-pruefungen. Zugriff am 15. Oktober 2025
Das Abrufdatum steht am Ende des Eintrags. Die Jahresangabe bleibt für den Kurzbeleg erhalten.
Sekundärzitate aus Online-Artikeln
Wenn ein Online-Artikel eine Quelle erwähnt, die selbst nicht eingesehen wurde, erscheint im Literaturverzeichnis ausschließlich der tatsächlich konsultierte Online-Artikel.
Beispiel
Müller, Thomas. 2023. „Forschung zu Abbrecherquoten im Überblick.“ Studienreport Online. 7. Juli 2023. https://www.studienreport.de/abbrecherquoten
Im Text kann eine Formulierung wie „zitiert nach“ verwendet werden, etwa Studie X, zitiert nach Müller (2023). Die ursprüngliche Studie ohne eigene Einsicht erhält keinen eigenen Eintrag im Literaturverzeichnis.
SonderregelnSonderfälle für Online-Artikel zitieren nach Chicago – Autor-Datum
Sonderfälle bei Online-Artikeln entstehen vor allem durch fehlende oder ungewöhnliche Angaben zu Autor, Datum, Titel oder Stabilität der Quelle. Die folgenden Konstellationen ergänzen die Grundlagen und zeigen, wie diese im Literaturverzeichnis nach Chicago Autor-Datum gehandhabt werden können.
Online-Artikel mit sehr langen oder komplexen Titeln
Online-Titel sind häufig ausführlich und enthalten Untertitel oder Fragestellungen. Im Literaturverzeichnis wird der vollständige Titel übernommen. Eine Kürzung erfolgt nicht.
Beispiel
Müller, Thomas. 2023. „Wie Hochschulen digitale Prüfungen fair gestalten können: Handlungsfelder, Risiken und Lösungsansätze.“ Hochschulforum Digitalisierung. 12. März 2023. https://www.hfd-beispiel.de/digitale-pruefungen-fair
Wichtig ist, dass Titel im Literaturverzeichnis vollständig erfasst werden, auch wenn im Text mit verkürztem Kurztitel gearbeitet wird.
Online-Artikel mit Rubriktitel oder Plattformstruktur
Viele Webangebote besitzen Rubriken, Ressorts oder Reihen. Diese Elemente können zur Identifikation beitragen, sind jedoch vom eigentlichen Plattformtitel zu unterscheiden.
Variante mit Rubrik im Seitentitel
Weber, Anna. 2022. „KI in der Hochschullehre verantwortungsvoll einsetzen.“ Dossier Digitale Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung. 5. Mai 2022. https://www.bpb.de/digitale-bildung/ki-hochschule
Je nach Struktur kann der Rubriktitel Teil des kursiven Website-Namens oder als Teil des Artikeltitels geführt werden. Eine konsequente Linie innerhalb der Arbeit ist entscheidend.
Online-Artikel mit sehr langen oder „technischen“ URLs
Viele URLs enthalten Sitzungsparameter oder sehr lange Abfragen. Im Literaturverzeichnis sollte eine möglichst kurze, stabile URL verwendet werden, sofern diese existiert.
Beispiel
Hochschulrektorenkonferenz. 2024. „Empfehlungen zu digitalen Prüfungsformaten.“ HRK Online. 3. Februar 2024. https://www.hrk.de/digitale-pruefungen
Sitzungs-IDs, Suchparameter und Tracking-Parameter sollten entfernt werden, wenn die Seite auch ohne diese erreichbar ist.
PDF-Downloads als Online-Artikel
Viele Online-Artikel werden direkt als PDF bereitgestellt, häufig ohne klassische Zeitschriftenstruktur. Entscheidend ist die Webseite als Publikationsort, nicht die Dateiendung.
Beispiel
Neuberger, Thomas. 2022. „Leitfaden zur Gestaltung digitaler Seminare.“ Hochschulnetzwerk LehreDigital. 2022. https://www.lehre-digital.de/leitfaden-seminare.pdf
Die Endung „.pdf“ bleibt Teil der URL. Der Eintrag wird inhaltlich wie ein Online-Artikel behandelt, solange keine eigene Reihen- oder Berichtssystematik vorliegt, die eher in Richtung Bericht oder Working Paper führt.
Online-Artikel in Wissensportalen und Enzyklopädien
Fachlich gepflegte Wissensportale, etwa Online-Enzyklopädien, werden formal wie Online-Artikel behandelt. Die genaue Klassifikation (Enzyklopädie, Lexikon) betrifft eher die inhaltliche Bewertung als die Zitationsform.
Beispiel
„Digitale Hochschullehre“. 2021. Online-Lexikon Bildung & Digitalisierung. 2021. https://www.bildungslexikon-digital.de/digitale-hochschullehre
Fehlt ein individueller Autor, beginnt der Eintrag mit dem Stichwort bzw. Titel. Bei stark veränderlichen Portalen kann zusätzlich ein Abrufdatum ergänzt werden.
Social-Media-nahe Online-Artikel (institutionelle Blogs, Magazin-Bereiche)
Beiträge institutioneller Blogs oder Magazinbereiche auf Websites bewegen sich zwischen klassischem Online-Artikel und Social-Media-Beitrag. Wenn klar erkennbare Autorenschaft und fachlicher Anspruch vorliegen, spricht nichts gegen eine Behandlung als Online-Artikel.
Beispiel
Braun, Nina. 2021. „Drei Erfahrungen mit hybrider Lehre im Sommersemester.“ Blog Hochschulcampus Digital. 30. Juli 2021. https://www.campus-digital-blog.de/hybride-erfahrungen
Eine zusätzliche Markierung als „Blogbeitrag“ im Titel ist nicht zwingend erforderlich. Die Einordnung ergibt sich aus Website-Namen und Kontext.
Online-Artikel mit häufig aktualisierten Versionen
Dynamisch gepflegte Seiten, etwa FAQ-Seiten oder thematische Dossiers, werden oft regelmäßig verändert. Wenn ein Veröffentlichungsjahr oder ein Aktualisierungshinweis vorhanden ist, wird dieses Jahr übernommen. Ein Abrufdatum kann die zeitliche Einordnung ergänzen.
Beispiel
Hochschulrektorenkonferenz. 2024. „FAQ zu digitalen Prüfungsformaten.“ HRK Online. 2024. https://www.hrk.de/faq-digitale-pruefungen. Zugriff am 15. Oktober 2025
Entscheidend ist eine konsistente Praxis: Entweder Abrufdaten systematisch für alle stark veränderlichen Quellen ergänzen oder nur dann, wenn weder Veröffentlichungs- noch Aktualisierungsdatum erkennbar ist.
Online-Artikel ohne Datum und mit unklarer Aktualisierung („o. D.“)
Fehlt jede Datumsinformation, wird im Jahrfeld „o. D.“ eingesetzt. Ein Abrufdatum steigert in dieser Konstellation die Nachvollziehbarkeit.
Beispiel
König, Rainer. o. D. „Checkliste für digitale Lehrplanung.“ LehrePlus Online. https://www.lehreplus.de/checkliste-digitale-lehre. Zugriff am 15. Oktober 2025
„o. D.“ bleibt auch dann erhalten, wenn ein Abrufdatum ergänzt wird, da dieses kein Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum ersetzt.
Mehrsprachige Versionen desselben Online-Artikels
Einige Websites bieten dieselben Inhalte in mehreren Sprachen an. Wird nur eine Sprachversion verwendet, erscheint ausschließlich diese im Literaturverzeichnis. Die parallele Existenz weiterer Sprachversionen wird nicht gesondert dokumentiert.
Beispiel deutschsprachige Version
European Commission. 2023. „Leitlinien zum Einsatz von KI im Bildungsbereich.“ EU Education Online. 2023. https://education.ec.europa.eu/de/leitlinien-ki-bildung
Wird im Text auf die englische Version verwiesen, erhält die englische Fassung einen eigenen Eintrag. Übersetzungen in eckigen Klammern werden nur ergänzt, wenn dies der eigenen Arbeit dient und konsistent umgesetzt wird.
Kombination von Plattformnamen und Unterportalen
Große Plattformen besitzen häufig Unterportale oder thematische Bereiche. Im Literaturverzeichnis kann mit einer hierarchischen Schreibweise gearbeitet werden, solange Eindeutigkeit und Wiedererkennbarkeit gegeben bleiben.
Beispiel
Bundeszentrale für politische Bildung. 2022. „Künstliche Intelligenz im Bildungswesen.“ bpb.de, Dossier Digitale Bildung. 2022. https://www.bpb.de/digitale-bildung/kuenstliche-intelligenz
Der Hauptseitenname und das Dossier oder Unterportal stehen gemeinsam in Kursivschrift. Wichtig ist eine einheitliche Behandlung solcher Strukturen in allen Einträgen.
Grenzfälle zwischen Online-Artikel und anderem Quellentyp
Einige digitale Inhalte liegen formal zwischen Online-Artikel, Bericht, Working Paper oder Zeitschriftenartikel. Für die Einordnung kann folgende pragmatische Abwägung genutzt werden:
- klare Zeitschrift mit Jahrgang und Heftnummer → Zeitschriftenartikel
- numerierte Reihe mit institutionellem Herausgeber → Bericht, Working Paper oder Reihenpublikation
- eigenständiger Beitrag auf Website ohne Reihe und ohne Zeitschrift → Online-Artikel
Für Grenzfälle ist wichtig, innerhalb einer Arbeit konsequent nach demselben Muster zu entscheiden, damit die Zitationslogik nachvollziehbar bleibt.
Sekundärzitate aus Online-Quellen
Wenn ein Online-Artikel eine andere Quelle referiert, die nicht direkt eingesehen wird, erhält ausschließlich der konsultierte Online-Artikel einen Eintrag im Literaturverzeichnis. Dies gilt auch dann, wenn die ursprünglich genannte Quelle gedruckt vorliegt.
Beispiel
Müller, Thomas. 2023. „Forschung zu Abbrecherquoten im Überblick.“ Studienreport Online. 7. Juli 2023. https://www.studienreport.de/abbrecherquoten
Im Text kann auf die indirekte Übernahme hingewiesen werden. Im Literaturverzeichnis bleibt nur der Online-Artikel, nicht die nicht eingesehene Primärquelle.
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach Chicago – Autor-Datum für die Zitation von Online-Artikel verpflichtend und was wird empfohlen?
Zitation im Text – Online-Artikel nach Chicago Autor-Datum
| Angabe | Verpflichtend | Empfohlen / fakultativ |
|---|---|---|
| Autorenname | Nachname im Kurzbeleg, zum Beispiel (Müller 2023) | Initialen bei Namensgleichheit, zum Beispiel (H. Müller 2023) |
| Jahr der Veröffentlichung | Jahr in jedem Kurzbeleg, vierstellig | Bei mehreren Online-Artikeln im selben Jahr Ergänzung durch a, b, c, zum Beispiel 2023a, 2023b |
| Lokator bei konkreten Belegen | Lokator bei direkten Zitaten und engen Paraphrasen, zum Beispiel Absatz, Abschnitt | Einheitlicher Lokatortyp für die gesamte Arbeit, etwa konsequent Absätze oder konsequent Abschnittsüberschriften |
| Form des Kurzbelegs | Schema wie (Müller 2023, Abs. 4) oder Müller (2023, Abs. 4) | Durchgängig identische Variante in der gesamten Arbeit verwenden |
| Zwei Autoren | Beide Nachnamen mit „und“, zum Beispiel (Schmidt und Keller 2021) | Reihenfolge gemäß Originalbeitrag beibehalten |
| Drei oder mehr Autoren | Erster Nachname mit „et al.“, zum Beispiel (Lemke et al. 2020) | Verwendung von „et al.“ in allen Kurzbelegen einheitlich handhaben |
| Institutioneller Autor | Institutionsname an Stelle des Autors, zum Beispiel (Bundesministerium für Bildung und Forschung 2021) | Erste Nennung mit ausgeschriebenem Namen und Abkürzung in eckigen Klammern, Folgezitation nur mit Abkürzung, zum Beispiel (BMBF 2021) |
| Artikel ohne Autor | Kurztitel mit Jahr, zum Beispiel („Richtlinien für digitale Prüfungen“ 2020) | Kurzform des Titels knapp halten und exakt an die erste Titelfassung im Literaturverzeichnis anschließen |
| Mehrere Online-Artikel eines Autors | Unterscheidung über Jahreszahl, etwa (Meyer 2019) und (Meyer 2022) | Kombination in einer Klammer in chronologischer Reihenfolge, zum Beispiel (Meyer 2019, Abs. 2, 2022, Abs. 4) |
| Fehlendes Datum | Verwendung von „o. D.“ an der Jahresposition, etwa (König o. D.) | Lokator auch bei „o. D.“ beibehalten, zum Beispiel (König o. D., Abs. 3) |
| Online-Artikel im Druck | Einsatz von „im Druck“ an Stelle des Jahres, zum Beispiel (Kuhl im Druck) | Nach Erscheinen die Kurzbelege an das tatsächliche Jahr anpassen |
| Mehrere Online-Artikel in einer Klammer | Alle Kurzbelege in einer Klammer, getrennt durch Kommas, zum Beispiel (Müller 2023, Abs. 4, Schmidt und Keller 2021, Abs. 5) | Reihenfolge alphabetisch oder argumentativ wählen und in der gesamten Arbeit beibehalten |
| Platzierung im Satz | Klammernachweis vor dem abschließenden Punkt oder direkt hinter der relevanten Aussage | Autor im Satz, Jahr und Lokator in Klammern platzieren, zum Beispiel Meyer (2022, Abs. 5) |
Literaturverzeichnis – Online-Artikel nach Chicago Autor-Datum
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Autorenschaft | Nachname, Vorname oder Institution, zum Beispiel Müller, Thomas oder Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | Vornamen ausgeschrieben, Abkürzungen von Institutionen in Klammern zur späteren Verwendung im Kurzbeleg |
| Jahr | Jahr direkt nach dem Namen, zum Beispiel 2023 oder „o. D.“ | Bei mehreren Beiträgen im selben Jahr Kennzeichnung mit 2023a, 2023b und identische Verwendung im Text |
| Titel des Online-Artikels | Vollständiger Titel in Anführungszeichen, etwa „Digitale Prüfungen an Hochschulen verantwortungsvoll gestalten“ | Untertitel vollständig übernehmen und Groß- und Kleinschreibung in allen Einträgen konsistent führen |
| Titel der Website oder Plattform | Kursiv gesetzter Websitename, zum Beispiel Hochschulforum Digitalisierung | Einheitliche Verwendung der offiziellen Langform der Website |
| Veröffentlichungsdatum | Datum, sofern vorhanden, mindestens das Jahr, bei Online-Quellen häufig mit Tag und Monat | „Zuletzt aktualisiert am …“ vermerken, wenn die Seite dies ausweist und diese Information für die Forschungslage relevant ist |
| URL | Vollständige URL am Ende des Eintrags ohne abschließenden Punkt | Verwendung stabiler Adressen ohne Sitzungsparameter, einheitliche Formatierung aller Links |
| DOI | DOI anstelle der URL, falls vorhanden | DOI immer als bevorzugten Identifikator nutzen, etwa https://doi.org/… |
| Institution als Autor | Institution an der Autorenposition, zum Beispiel Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) | Bei Untereinheiten genauere Angaben möglich, zum Beispiel Fachbereich, Referat |
| Einträge ohne Autor | Titel des Beitrags an Autorenstelle, zum Beispiel „Richtlinien für digitale Prüfungen an Universitäten“ | Kurzform des Titels im Text identisch zur Titelfassung im Literaturverzeichnis halten |
| Mehrere Online-Artikel eines Autors | Eigener Eintrag für jeden Online-Artikel, sortiert nach Jahr | Innerhalb desselben Jahres alphabetische Ordnung nach Titel oder fachlich begründete Reihenfolge, a, b, c entsprechend vergeben |
| Mehrsprachige Titel | Originaltitel im Eintrag | Ergänzung einer Übersetzung in eckigen Klammern, zum Beispiel [Digitale Lernumgebungen in der Hochschulbildung] |
| Nicht lateinische Schrift | Originaltitel des Beitrags | Transliteration und deutsche Übersetzung in eckigen Klammern ergänzen, einheitlich in allen entsprechenden Einträgen |
| Online-Artikel ohne Datum | „o. D.“ an der Jahresposition | Optional Abrufdatum nach der URL, etwa „Zugriff am 15. Oktober 2025“, wenn Inhalte häufig aktualisiert werden |
| Dynamische Inhalte | Mindestens Jahr oder Jahr mit Hinweis im Text | Im Eintrag Angabe eines Abrufdatums und gegebenenfalls eines Versionshinweises, wenn relevant |
| Blogbeiträge | Behandlung wie Online-Artikel mit Autor, Titel und Blogname als Plattform | Optionaler Hinweis auf den Blogcharakter im Titelteil, zum Beispiel „Blog Wissenschaftliches Schreiben“ |
| Sekundärzitate | Nur der tatsächlich gelesene Online-Artikel erhält einen Eintrag | Hinweis „zitiert nach“ ausschließlich im Fließtext, nicht im Literaturverzeichnis |
| Konsistenz mit Kurzbelegen | Nachname und Jahr im Literaturverzeichnis müssen exakt den Kurzbelegen entsprechen | a, b, c beim Jahr identisch in Einträgen und Kurzbelegen führen, identische Schreibweise der Institutionen einhalten |
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.
(Müller 2023) oder (Müller 2023, Abs. 4). Steht der Name im Satz, folgt Jahr und Lokator direkt dahinter, etwa Müller (2023, Abs. 4). (Müller 2023). (Schmidt und Keller 2021, Abs. 5). Ab drei Autoren wird nur der erste Nachname genannt, gefolgt von et al., zum Beispiel (Lemke et al. 2020, Abs. 7). Im Literaturverzeichnis werden alle Autoren in der Reihenfolge des Beitrags vollständig ausgeschrieben; die Abkürzung et al. bleibt auf die Kurzbelege im Text beschränkt. (BMBF 2021, Abs. 2) gearbeitet werden. Fehlt jede namentliche oder institutionelle Autorenschaft, rückt der Titel an die erste Position, etwa „Richtlinien für digitale Prüfungen an Universitäten“. 2020. … (König o. D., Abs. 3). Ein ergänztes Abrufdatum erhöht die Nachvollziehbarkeit, ersetzt jedoch die Kennzeichnung „o. D.“ nicht. (Meyer 2019) und (Meyer 2022, Abs. 5). Liegen mehrere Online-Artikel desselben Autors im selben Jahr vor, werden an das Jahr Kleinbuchstaben angehängt, zum Beispiel 2021a und 2021b. Literaturverzeichnis und Kurzbelege müssen diese Kennzeichnung identisch verwenden, etwa (Weise 2021a) und (Weise 2021b, Abs. 3). (Zhang 2020). Bei fremdsprachigen Titeln in lateinischer Schrift kann eine Übersetzung in eckigen Klammern ergänzt werden, sofern dies in der Arbeit durchgängig einheitlich erfolgt.