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Chicago Style

Übersetzte Quellen zitieren nach Chicago – Autor-Datum

Übersetzte Quellen zitieren nach Chicago – Autor-Datum-System

Übersetzte Quellen sind im Chicago Autor-Datum-System eine eigenständige Konstellation, weil zwei Ebenen der Referenz zusammengeführt werden müssen. Auf der Inhaltsebene wird ein Originalwerk untersucht, auf der Nachweisebene wird häufig eine Übersetzung als tatsächlich verwendete Textgrundlage zitiert. Für eine überprüfbare Argumentation sind daher Autorposition, Jahr der verwendeten Übersetzung, Übersetzerangabe sowie eine konsistente Behandlung des Originaljahres erforderlich.

 
Wichtigste Regeln

Übersetzte Quellen zitieren Chicago – Autor-Datum

Grundentscheidung: Übersetzung oder Original wird zitiert

Diese Entscheidung richtet sich nach der tatsächlich genutzten Textgrundlage.

  • Übersetzung als Textgrundlage: Zitation der Übersetzung, optional Ergänzung des Originaljahres
  • Original als Textgrundlage: Zitation der Originalausgabe, keine Übersetzerangabe
  • Vergleich Übersetzung und Original: getrennte Nachweise beider Ausgaben

Jahreslogik im Autor-Datum-System

Im Chicago Autor-Datum-System trägt das Jahr im Kurzbeleg die Verknüpfung zum Literaturverzeichnis.

  • Standardfall: Jahr der verwendeten Übersetzung
  • Ergänzungsfall: Originaljahr in eckigen Klammern vor dem Übersetzungsjahr, wenn historische Einordnung untersucht wird

Lokatoren

Lokatoren folgen der genutzten Ausgabe.

  • Buchübersetzung: Seitenzahl der Übersetzung
  • E-Book ohne stabile Paginierung: Kapitel, Abschnitt, Positionsangaben
  • Audioversion: Zeitstempel, Kapitelmarke, Track

Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style

Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!

Studentin Box
Im Text

Im Text zitieren: Übersetzte Quellen nach Chicago – Autor-Datum

Diese Grundform stellt die Verbindung zwischen Kurzbeleg und Literaturverzeichnis her.

  • Klammerbeleg: (Nachname Jahr, Seite)
  • Autor im Satz: Nachname (Jahr, Seite)

Beispiel

(Durkheim 2008, 15)
Durkheim (2008, 15)

Übersetzung mit Angabe des Originaljahres

Diese Variante eignet sich, wenn die historische Einordnung der Erstveröffentlichung untersucht wird.

(Durkheim [1895] 2008, 15)
Durkheim ([1895] 2008, 15)

Zwei Autoren und Übersetzung

(Schmidt und Keller 2021, 44)
Schmidt und Keller (2021, 44)

Drei oder mehr Autoren und Übersetzung

(Lemke et al. 2020, 12)
Lemke et al. (2020, 12)

Herausgeberwerk, übersetztes Kapitel

Im Kurzbeleg steht der Kapitelautor, nicht der Herausgeber.

(García 2019, 73)
García (2019, 73)

Eigene Übersetzung

Bei eigener Übersetzung wird die Originalquelle zitiert. Die Übersetzungsleistung wird im Fließtext kenntlich gemacht.

„…“ (Kant 1781, 112, eigene Übersetzung)

Mehrere Übersetzungen desselben Werks

Wenn zwei Übersetzungen desselben Originals genutzt werden, werden beide Fassungen getrennt zitiert.

(Durkheim 2008, 15)
(Durkheim 2016, 22)

Bei gleichem Jahr der Übersetzungen wird mit a, b, c unterschieden.

(Weber 2020a, 10)
(Weber 2020b, 10)

Übersetzung ohne Datum

Wenn kein Jahr belastbar ist, wird o.D. geführt.

(König o.D., 5)
König (o.D., 5)

Mehrere Nachweise an derselben Textstelle

Getrennte Kurzbelege sichern eindeutige Zuordnung.

(Durkheim [1895] 2008, 15) (Kant 1781, 112) (García 2019, 73)

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis: Chicago – Autor-Datum Übersetzte Quellen

Diese Form eignet sich für eine veröffentlichte Buchübersetzung.

Schema
Nachname, Vorname. Jahr. Titel der Übersetzung. Übersetzt von Vorname Nachname. Ort: Verlag. Optional Erstveröffentlichung.

Beispiel

Durkheim, Émile. 2008. Die Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Karl Müller. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Erstveröffentlichung 1895.

Grundform: Originalausgabe ohne Übersetzung

Diese Form eignet sich für eigene Übersetzungen oder direkte Arbeit am Original.

Kant, Immanuel. 1781. Kritik der reinen Vernunft. Riga: Hartknoch.

Übersetztes Kapitel in einem Herausgeberband

Diese Form eignet sich für Übersetzungen in Sammelbänden und Handbüchern.

García, Elena. 2019. „Partizipation in urbanen Schulen.“ Übersetzt von Nina Braun. In Bildung und Stadt, herausgegeben von Laura Schmidt, 60–85. Berlin: Beispielverlag.

Übersetzter Zeitschriftenartikel

Diese Form eignet sich für publizierte Übersetzungen in Journals oder Sonderheften.

Schmidt, Laura. 2021. „Titel des übersetzten Artikels.“ Übersetzt von Tobias Keller. Zeitschrift für Sozialforschung 28 (3) 419–431. https://doi.org/10.1234/abcd5678

Mehrere Übersetzungen desselben Originals

Zwei Einträge, getrennt nach Jahr.

Durkheim, Émile. 2008. Die Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Karl Müller. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Erstveröffentlichung 1895.
Durkheim, Émile. 2016. The Rules of Sociological Method. Translated by Anna Weber. London: Example Press. Originally published 1895.

Übersetzung als E-Book

Formatangabe ist nur dann sinnvoll, wenn diese die Zitierbarkeit beeinflusst.

Weber, Anna. 2022. Methoden der Empirie. Übersetzt von Claudia Meyer. Kindle-Ausgabe. Göttingen: Beispielverlag.

Übersetzung ohne Jahr

König, Rainer. o.D. Titel der Übersetzung. Übersetzt von Julia Meyer. Ort: Verlag. Zugriff am 16.12.2025. URL

Nicht-lateinische Schrift, Transliteration, Übersetzung

Diese Form eignet sich für Originaltitel in Originalschrift mit transliterierter und übersetzter Ergänzung.

Zhang, Wei. 2020. 高等教育方法论 [Gaodeng jiàoyù fāngfǎlùn] [Methoden der Hochschulbildung]. Übersetzt von Li Ming. Peking: Example Press.

Sonderregeln

Sonderegeln für Übersetzte Quellen zitieren nach Chicago – Autor-Datum

Übersetzung und Original werden beide untersucht

Diese Konstellation ist relevant, wenn Begriffsdifferenzen oder Übersetzungsentscheidungen untersucht werden.

Im Text

(Durkheim [1895] 2008, 15)
(Durkheim 1895, 22)

Literaturverzeichnis

Durkheim, Émile. 2008. Die Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Karl Müller. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Erstveröffentlichung 1895.
Durkheim, Émile. 1895. Les règles de la méthode sociologique. Paris: Félix Alcan.

Übersetztes Werk erscheint in einer revidierten Ausgabe

Diese Konstellation ist relevant, wenn eine spätere Ausgabe einen anderen Textstand liefert.

Im Text

(Kant 2018, 40)
(Kant 2004, 38)

Literaturverzeichnis

Kant, Immanuel. 2004. Kritik der reinen Vernunft. Übersetzt von Andreas Reuter. Hamburg: Beispielverlag.
Kant, Immanuel. 2018. Kritik der reinen Vernunft. Übersetzt von Andreas Reuter. Revidierte Ausgabe. Hamburg: Beispielverlag.

Übersetztes Kapitel in einem mehrbändigen Werk

Diese Konstellation ist relevant, wenn Bandzuordnung für Auffindbarkeit erforderlich ist.

Im Text

(García 2019, Bd. 2, 73)

Literaturverzeichnis

García, Elena. 2019. „Partizipation in urbanen Schulen.“ Übersetzt von Nina Braun. In Bildung und Stadt, Bd. 2, herausgegeben von Laura Schmidt, 60–85. Berlin: Beispielverlag.

Übersetzung ohne stabile Seitenzahlen

Diese Konstellation ist relevant bei E-Books, Online-Lesefassungen oder Datenbankansichten.

Im Text

(Weber 2022, Kap. 4)
(Weber 2022, Abschnitt „Diskussion“)

Literaturverzeichnis

Weber, Anna. 2022. Methoden der Empirie. Übersetzt von Claudia Meyer. E-Book. Göttingen: Beispielverlag.

Eigene Übersetzung bei unveröffentlichtem Material

Diese Konstellation ist relevant bei Archivmaterial oder Interviewtranskripten in Fremdsprache.

Im Text

(Meyer 2009, Interview 42A, 7, eigene Übersetzung)

Literaturverzeichnis

Meyer, Claudia. 2009. Interview by Laura König. 12.06.2009. Interview 42A, transcript. Archiv für Sozialforschung, München.

Mehrere Übersetzungen im selben Jahr

Diese Konstellation ist relevant, wenn zwei Übersetzungen derselben Person im selben Jahr genutzt werden.

Im Text

(Weber 2020a, 10)
(Weber 2020b, 10)

Literaturverzeichnis

Weber, Anna. 2020a. Titel der Übersetzung 1. Übersetzt von Claudia Meyer. Ort: Verlag.
Weber, Anna. 2020b. Titel der Übersetzung 2. Übersetzt von Claudia Meyer. Ort: Verlag.

Sekundärzitat bei übersetzter Quelle

Diese Konstellation ist riskant, weil Übersetzung und Original unterschiedliche Textstände abbilden können. Im Literaturverzeichnis steht die tatsächlich konsultierte Quelle.

Im Text

(Originalwerk, zitiert nach Durkheim 2008, 15)

Literaturverzeichnis

Durkheim, Émile. 2008. Die Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Karl Müller. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Erstveröffentlichung 1895.

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Autor-Datum für die Zitation von Übersetzte Quellen verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text

Angabe Verpflichtend Empfohlen
Autor Nachname, Organisationsname Initialen bei Namensgleichheit
Jahr Jahr der verwendeten Übersetzung, o.D. Originaljahr in eckigen Klammern
Lokator Seite, Kap., Abschnitt, Zeitstempel Segmenttitel, Bandangabe
Mehrere Autoren „und“, ab drei „et al.“ konsistente Anwendung
Mehrere Übersetzungen getrennte Kurzbelege a, b, c bei gleichem Jahr
Eigene Übersetzung Originalquelle Kennzeichnung „eigene Übersetzung“

Literaturverzeichnis

Angabe Verpflichtend Empfohlen
Autor Originalautor einheitliche Namensform
Jahr Jahr der Übersetzung, o.D. Erstveröffentlichung
Titel Titel der Übersetzung Übersetzung in eckigen Klammern bei Fremdsprache
Übersetzer „Übersetzt von …“ zusätzliche Rollen, etwa Hrsg.
Publikationsrahmen Ort, Verlag, Format Bandangabe, Reihe
DOI oder URL bei Onlinezugriff DOI vor URL, stabile Permalinks
Zugriffdatum bei dynamisch, o.D. einheitliche Zugriffpraxis
Schriftvarianten Originalschrift möglich Transliteration und Übersetzung in eckigen Klammern

Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.

Maßgeblich ist die tatsächlich verwendete Textgrundlage. Wird inhaltlich mit der Übersetzung gearbeitet, wird diese als primäre Quelle zitiert; das Originaljahr kann optional ergänzend geführt werden. Wird direkt mit der Originalausgabe gearbeitet, wird ausschließlich das Original nachgewiesen, ohne Übersetzerangabe. Werden Original und Übersetzung systematisch verglichen, erhalten beide Fassungen eigene Kurzbelege und getrennte Einträge im Literaturverzeichnis.
Der Kurzbeleg folgt der allgemeinen Form (Nachname Jahr, Seite) und richtet sich nach der verwendeten Übersetzung. Ein typisches Beispiel lautet (Durkheim 2008, 15). Steht der Autorenname im Satz, folgt Jahr und Seite direkt dahinter, etwa Durkheim (2008, 15). Die Seitenzahl verweist stets auf die Seitenzählung der benutzten Übersetzung, nicht der Originalausgabe.
Das Originaljahr wird in eckigen Klammern vor dem Jahr der Übersetzung angegeben, wenn die historische Einordnung der Erstveröffentlichung analytisch relevant ist. Die Kurzform lautet dann beispielsweise (Durkheim [1895] 2008, 15) oder im Satz Durkheim ([1895] 2008, 15). Im Literaturverzeichnis kann zusätzlich ein Hinweis wie „Erstveröffentlichung 1895“ aufgenommen werden, während das Jahr der Übersetzung die Verknüpfung zum Kurzbeleg trägt.
Die Standardform lautet: Nachname, Vorname. Jahr. Titel der Übersetzung. Übersetzt von Vorname Nachname. Ort: Verlag. Optional kann die Erstveröffentlichung ergänzt werden. Ein Beispiel ist: Durkheim, Émile. 2008. Die Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Karl Müller. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Erstveröffentlichung 1895. Der Kurzbeleg im Text richtet sich nach „2008“, optional mit Originaljahr in eckigen Klammern.
Im Text steht der Kapitelautor im Kurzbeleg, zum Beispiel (García 2019, 73). Im Literaturverzeichnis wird zuerst der Kapitelautor angegeben, gefolgt von Jahr, Kapiteltitel in Anführungszeichen, Übersetzerangabe, Buchtitel kursiv, Herausgeber, Seitenbereich, Ort und Verlag. Eine typische Form lautet: García, Elena. 2019. „Partizipation in urbanen Schulen.“ Übersetzt von Nina Braun. In Bildung und Stadt, herausgegeben von Laura Schmidt, 60–85. Berlin: Beispielverlag.
Nutzen Untersuchungen mehrere Übersetzungen desselben Originals, erhält jede Übersetzung einen eigenen Eintrag mit eigenem Jahr, etwa Durkheim 2008 und Durkheim 2016. Im Text entstehen Kurzbelege wie (Durkheim 2008, 15) und (Durkheim 2016, 22). Liegen zwei Übersetzungen im selben Jahr vor, werden Buchstaben ergänzt, zum Beispiel (Weber 2020a, 10) und (Weber 2020b, 10). Die Kennzeichnung a, b, c muss im Literaturverzeichnis identisch aufgegriffen werden, um jede Fassung eindeutig zuzuordnen.
Fehlt eine verlässliche Paginierung, wird im Kurzbeleg auf alternative Lokatoren zurückgegriffen, etwa Kapitel-, Abschnitts- oder Positionsangaben. Beispiele sind (Weber 2022, Kap. 4) oder (Weber 2022, Abschnitt „Diskussion“). Im Literaturverzeichnis kann das Format als E-Book ausgewiesen werden, etwa: Weber, Anna. 2022. Methoden der Empirie. Übersetzt von Claudia Meyer. E-Book. Göttingen: Beispielverlag. Wichtig ist eine einheitliche Lokatorpraxis in der gesamten Arbeit.
Bei eigener Übersetzung unveröffentlichter oder fremdsprachiger Texte wird im Kurzbeleg und im Literaturverzeichnis das Originalwerk zitiert. Die eigene Übersetzungsleistung wird im Fließtext markiert, zum Beispiel mit Zusätzen wie „eigene Übersetzung“: „…“ (Kant 1781, 112, eigene Übersetzung) oder (Meyer 2009, Interview 42A, 7, eigene Übersetzung). Im Literaturverzeichnis bleibt der Eintrag auf die Originalquelle bezogen, gegebenenfalls mit Hinweis auf Transkript oder Archivposition.
Für Titel in nicht lateinischer Schrift empfiehlt Chicago eine dreistufige Darstellung. Zuerst steht der Originaltitel, daran schließen sich Transliteration und deutsche Übersetzung in eckigen Klammern an. Ein Beispiel ist: Zhang, Wei. 2020. 高等教育方法论 [Gaodeng jiàoyù fāngfǎlùn] [Methoden der Hochschulbildung]. Übersetzt von Li Ming. Peking: Example Press. Im Text genügt der Kurzbeleg (Zhang 2020, 45), während das Literaturverzeichnis die verschiedenen Ebenen der Titelangabe sichtbar macht.
Bei Sekundärzitaten wird im Literaturverzeichnis ausschließlich die tatsächlich konsultierte Übersetzung aufgeführt, nicht das nur indirekt bekannte Original. Im Text kann die indirekte Übernahme markiert werden, zum Beispiel (Originalwerk, zitiert nach Durkheim 2008, 15). Damit bleibt erkennbar, dass sowohl Übersetzung als auch Sekundärfilter die Textfassung prägen und dass keine direkte Arbeit mit der ursprünglichen Ausgabe erfolgt ist.
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