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Chicago Style

Übersetzte Quellen zitieren nach Chicago – Fußnoten

Übersetzte Quellen nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Übersetzte Quellen bilden in der wissenschaftlichen Arbeit einen eigenen Zitationstyp, da sie zwei Zeitebenen und zwei Verantwortlichkeiten vereinen: das Originalwerk und die Übersetzung, die tatsächlich benutzt wurde.

Nach dem Chicago Manual of Style (17th Hrsg., Notes & Bibliography) gilt dabei stets: Zitiert wird die verwendete Übersetzung, nicht das Original – auch wenn das Originaljahr zusätzlich genannt werden kann.

Übersetzte Werke erscheinen wie normale Bücher oder Kapitel im Fußnotensystem, werden aber durch die Angabe des Übersetzers und – wenn sinnvoll – durch das Originaljahr erweitert.

Da Übersetzungen vollwertige Publikationen sind, werden sie immer sowohl in den Fußnoten als auch im Literaturverzeichnis erfasst.

 
Wichtigste Regeln

Übersetzte Quellen zitieren Chicago – Fußnoten & Endnoten

Übersetzte Quellen werden im Chicago-Fußnotensystem wie reguläre Bücher, Kapitel oder Artikel behandelt, erhalten jedoch zusätzliche Angaben, die die Nutzung einer übertragenen Fassung transparent machen.

Chicago unterscheidet dabei zwei Ebenen:

Die verwendete Übersetzung

  • Dies ist die Ausgabe, die tatsächlich konsultiert wurde – sie ist die einzig zitierfähige Quelle.
  • Übersetzer werden nach dem Titel angegeben („Übers. von …“ bzw. „translated by …“).

Das Originalwerk (Originaljahr)

  • Kann fakultativ genannt werden (empfohlen bei historischen, philosophischen oder literarischen Klassikern).
  • Wird in Fußnoten und Literaturverzeichnis in runden Klammern ergänzt:
    (Original erschienen JJJJ) bzw. (originally published YEAR).

Chicago betont dabei, dass niemals das Original zitiert werden darf, wenn nur die Übersetzung benutzt wurde.

Der Nachweis in der Fußnote erfolgt nach denselben Regeln wie bei Büchern oder Sammelbänden — ergänzt um Übersetzer und ggf. Doppeljahr.

Fehlerfreie Zitation nach Chicago Style

Quellen und das Literaturverzeichnis nach Chicago Style (Fußnoten/Autor-Datum). 🔎 Recherche bei Lücken + Abgleich!

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Im Text

Im Text zitieren: Übersetzte Quellen nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Übersetzte Werke werden im Chicago-Fußnotensystem so zitiert wie reguläre Bücher, Artikel oder Kapitel, jedoch mit zusätzlicher Angabe des Übersetzers. Zitierfähig ist immer die benutzte Übersetzung, nicht das Original.

In der ersten Nennung erfolgt die vollständige Angabe; spätere Nennungen nutzen eine Kurzform.

Buch in Übersetzung (ein Autor)

Hier wird gezeigt, wie ein übersetztes Buch mit einer einzelnen Verfasserperson im Chicago-Fußnotensystem nachgewiesen wird. Besonderheit ist die Ergänzung „übers. von …“ direkt nach dem Titel in der Fußnote.

Erste Nennung (Langform):

Émile Durkheim, Die Regeln der soziologischen Methode, übers. von Anna Müller (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004), 17.

Weitere Nennung (Kurzform):

Durkheim, Regeln der soziologischen Methode, 21.

Optional mit Originaljahr (Doppeljahr):

Émile Durkheim, Die Regeln der soziologischen Methode, übers. von Anna Müller (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004; zuerst 1895), 17.

Zwei Autoren – Übersetztes Buch

Dieses Beispiel illustriert die Zitierweise eines übersetzten Buches mit zwei Verfasserpersonen. Kennzeichnend ist die Nennung beider Autorennamen sowie der Übersetzerin in der Langform und die gemeinsame Kurzform in späteren Fußnoten.

Erste Nennung:

John Miller und Carlo Rossi, Grundlagen der Kulturtheorie, übers. von Helene Barth (Berlin: de Gruyter, 2012), 88.

Weitere Nennung:

Miller und Rossi, Grundlagen der Kulturtheorie, 91.

Ab drei Autoren – Übersetztes Buch

Hier wird die Zitierpraxis für übersetzte Monografien mit drei oder mehr Verfasserpersonen dargestellt. In der Kurzform wird nach Chicago mit „et al.“ gearbeitet, während Übersetzerin und vollständige Autorengruppe nur in der ersten Nennung erscheinen.

Erste Nennung:

Geert Hofstede, Gert Jan Hofstede und Michael Minkov, Lokale Kulturen – globale Märkte, übers. von Lisa König (München: Oldenbourg, 2010), 105.

Weitere Nennung:

Hofstede et al., Lokale Kulturen, 110.

Übersetztes Kapitel in einem Sammelband

Dieses Beispiel behandelt ein einzelnes übersetztes Kapitel innerhalb eines Sammelbandes. Besondere Rolle haben hier neben der Verfasserperson des Kapitels die Herausgeberangabe und die Nennung des Übersetzers in derselben Fußnote.

Erste Nennung:

Max Weber, „Protestantische Ethik“, in Soziologische Grundtexte, hrsg. von Klaus Lichtblau, übers. von Jörg Schmidt (Berlin: Springer VS, 2005), 33.

Weitere Nennung:

Weber, „Protestantische Ethik“, 37.

Organisation als Autor (übersetzte Institutionstexte)

Hier wird gezeigt, wie übersetzte Texte von Institutionen oder Organisationen zitiert werden, bei denen keine individuelle Verfasserperson im Vordergrund steht. Die Institution übernimmt die Autorenposition, die Übersetzung wird zusätzlich genannt.

Erste Nennung:

UNESCO, Bildung für das 21. Jahrhundert, übers. von Lena Kraus (Paris: UNESCO Publishing, 2010), 30.

Weitere Nennung:

UNESCO, Bildung für das 21. Jahrhundert, 34.

Kein Autor – Titel übernimmt die Autorenposition

Dieses Beispiel ist für Werke ohne ausgewiesene Verfasserperson vorgesehen. In solchen Fällen rückt der Titel in die Autorenposition, während der Übersetzer wie gewohnt nach dem Titel genannt wird.

Erste Nennung:

Handbuch der sozialen Fragen, übers. von Peter Lang (Hamburg: Hoffmann & Campe, 2001), 7.

Weitere Nennung:

Handbuch der sozialen Fragen, 12.

Doppeljahr bei historischem Kontext (Originaljahr relevant)

Hier wird die Zitierweise für übersetzte Werke mit historisch bedeutsamem Originaljahr gezeigt. Die Besonderheit liegt im Doppeljahr: Das Jahr der Übersetzung steht in der Publikationsangabe, das Originaljahr wird zusätzlich in Klammern ergänzt.

Erste Nennung:

Sigmund Freud, Die Traumdeutung, übers. von Karl Weber (Frankfurt am Main: Fischer, 1953; zuerst 1900), 12.

Weitere Nennung:

Freud, Traumdeutung, 18.

Übersetzte Quelle ohne Seitenzahlen

Dieses Beispiel demonstriert, wie übersetzte Quellen ohne Seitenzählung nach Chicago zitiert werden. Anstelle von Seitenzahlen kommen Strukturangaben wie Kapitel oder Abschnitte zum Einsatz.

Erste Nennung:

Alexis de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika, übers. von Katrin Richter (Berlin: Politik Digital, 2018), Kap. 3.

Weitere Nennung:

Tocqueville, Demokratie in Amerika, Kap. 4.

Übersetztes Online-Werk (ohne DOI)

Hier wird ein übersetztes Werk im Online-Format ohne DOI nachgewiesen. Zentral sind die Kombination aus Übersetzungsangabe, Publikationsangaben und vollständiger URL.

Erste Nennung:

Marie Curie, Wissenschaft und Gesellschaft, übers. von Helga König (Paris: Institut National, 2019), https://….

Weitere Nennung:

Curie, Wissenschaft und Gesellschaft.

Nicht-lateinischer Originaltitel – mit Transliteration

Dieses Beispiel zeigt die Zitierpraxis für übersetzte Werke mit Titeln in nicht-lateinischer Schrift. Kennzeichnend ist die Kombination aus Originalschrift, Transliteration und deutscher Übersetzung des Titels.

Erste Nennung:

王立 (Wáng Lì), 教育中的人工智能 [Künstliche Intelligenz in der Bildung], übers. von Tobias Haas (Shanghai: University Press, 2021), 14.

Weitere Nennung:

Wáng, Künstliche Intelligenz, 20.

Im Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis: Chicago – Fußnoten & Endnoten für Übersetzte Quellen

Übersetzte Werke werden im Literaturverzeichnis wie reguläre Monografien, Sammelbände oder Artikel erfasst – zusätzlich mit Nennung des Übersetzers. Damit folgt Chicago dem Grundprinzip: Zitiert wird stets die benutzte Übersetzung.

Das Originaljahr wird nicht an die Jahresposition gesetzt, sondern am Ende in Klammern ergänzt, wenn relevant.

Chicago unterscheidet zwischen:

  • übersetzten Büchern,
  • übersetzten Kapiteln / Beiträgen,
  • übersetzten Zeitschriftenaufsätzen,
  • übersetzten Onlinewerken,
  • mehrsprachigen oder transliterierten Titeln,
  • amtlichen Übersetzungen.

Der Eintrag im Literaturverzeichnis bezieht sich immer auf die vollständige Ausgabe, nicht auf die zitierte Seite oder auf die Fußnotenzitation.

Grundregeln im Literaturverzeichnis

  • Autor: Nachname, Vorname.
  • Jahr: Jahr der benutzten Übersetzung.
  • Titel: kursiv in Satzanfangsgroßschreibung.
  • Übersetzer: in Klammern direkt nach dem Titel.
  • Verlag: nur Verlagsname.
  • Originaljahr (optional): am Ende als Zusatz.
  • DOI/URL: falls digital veröffentlicht.

Übersetzte Monografie (Standardfall)

Dieses Beispiel zeigt den Regelfall: eine vollständig übersetzte Monografie mit einer Verfasserperson. Besonderheiten sind die Klammerangabe zur Übersetzerin und die optionale Ergänzung des Originaljahres am Ende.

Durkheim, Émile. Die Regeln der soziologischen Methode. (Übersetzt von Anna Müller.) Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. (Originalarbeit veröffentlicht 1895.)

Übersetzte Monografie – zwei Autoren

Hier wird die Form eines Literaturverzeichniseintrags für eine übersetzte Monografie mit zwei Verfasserpersonen dargestellt. Auffällig ist die Verwendung von „und“ zwischen den Autorennamen sowie die nachgestellte Übersetzungsangabe.

Miller, John, und Carlo Rossi. Grundlagen der Kulturtheorie. (Übersetzt von Helene Barth.) Berlin: de Gruyter, 2012.

Übersetzte Monografie – ab drei Autoren

Dieses Beispiel illustriert den Eintrag für übersetzte Monografien mit drei Verfasserpersonen. Im Literaturverzeichnis werden alle Beteiligten ausgeschrieben, während sich die Abkürzung „et al.“ nur im Fußnotensystem findet.

Hofstede, Geert, Gert Jan Hofstede, und Michael Minkov. Lokale Kulturen – globale Märkte. (Übersetzt von Lisa König.) München: Oldenbourg, 2010.

Übersetztes Kapitel in einem Sammelband

Hier wird gezeigt, wie ein übersetztes Kapitel in einem Sammelband im Literaturverzeichnis erscheint. Wesentliche Elemente sind der Kapitelautor, der Buchtitel, die Herausgeberangabe, der Übersetzer und der Seitenbereich.

Weber, Max. „Protestantische Ethik.“ In Soziologische Grundtexte, herausgegeben von Klaus Lichtblau, übersetzt von Jörg Schmidt, 15–45. Berlin: Springer VS, 2005.

Übersetzter Zeitschriftenaufsatz (Print)

Dieses Beispiel behandelt einen übersetzten Zeitschriftenaufsatz in gedruckter Form. Kennzeichnend sind die Kombination aus Zeitschriftentitel, Jahrgang, Heftnummer, Seitenbereich und optionaler Hinweis auf das ursprüngliche Erscheinungsjahr.

Simmel, Georg. „Die Großstädte und das Geistesleben.“ Übersetzt von Heinz Meier. Soziologische Revue 14, Nr. 3 (1992): 201–213. (Originalarbeit veröffentlicht 1903.)

Übersetzter Artikel mit DOI (Online)

Hier wird die Form eines übersetzten Zeitschriftenartikels mit DOI im Literaturverzeichnis demonstriert. Die DOI schließt den Nachweis ab und macht den Beitrag eindeutig auffindbar.

Giddens, Anthony. „Modernität und Selbstidentität.“ Übersetzt von Lena Schmidt. Zeitschrift für Sozialtheorie 34, Nr. 2 (2022): 105–120. https://doi.org/10.1234/szt2022.02.105. (Originalarbeit veröffentlicht 1991.)

Übersetzte Online-Quelle ohne DOI

Dieses Beispiel zeigt die Zitierweise für eine übersetzte Online-Quelle ohne DOI. An die Stelle der DOI tritt eine stabile URL, kombiniert mit Übersetzungsangabe und Verlags- bzw. Plattformnamen.

Tocqueville, Alexis de. Über die Demokratie in Amerika. Ausgewählte Kapitel. Übersetzt von Katrin Richter. Politik Digital, 2018. https://www.politik-digital.de/tocqueville. (Originalarbeit veröffentlicht 1835.)

Übersetzter Zeitungsartikel

Hier wird ein übersetzter Zeitungsartikel im Literaturverzeichnis nachgewiesen. Besonderheiten sind das genaue Erscheinungsdatum sowie gegebenenfalls die Seitenangabe der Ausgabe.

Foucault, Michel. „Überwachung und Strafe.“ Übersetzt von Gerhard Müller. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2002, S. 13. (Originalarbeit veröffentlicht 1975.)

Übersetzte Dissertation oder Abschlussarbeit

Dieses Beispiel illustriert den Eintrag für eine übersetzte Hochschulschrift. Neben Übersetzungsangabe und Titel stehen Hochschulart, Institution und Erscheinungsjahr im Fokus.

Ito, Makoto. Bildungsreformen in Japan. Übersetzt von Lara Schmidt. Dissertation, Universität Tokio, 2022. https://doi.org/10.1234/ut2022.01. (Originalarbeit veröffentlicht 2018.)

Übersetztes audiovisuelles Werk

Hier wird die Zitierweise eines übersetzten audiovisuellen Werkes, etwa eines Films, dargestellt. Relevante Angaben sind Regie, übersetzter Titel, Produktionsfirma, Erscheinungsjahr und Hinweis auf das ursprüngliche Veröffentlichungsjahr.

Godard, Jean-Luc (Regie). Die Verachtung. Übersetzt von Thomas Meier. Studiocanal, 2018. (Originalarbeit veröffentlicht 1963.)

Übersetzter Gesetzestext oder internationale Norm

Dieses Beispiel zeigt, wie übersetzte Rechtsakte oder Normen nachgewiesen werden. Zentral sind die offizielle Institution, der Titel des Rechtsakts, die Übersetzerangabe, das Publikationsorgan und gegebenenfalls eine URL.

Europäisches Parlament. Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Übersetzt von Lara Schmidt. EUR-Lex, 2021. https://eur-lex.europa.eu/dsgvo. (Originalarbeit veröffentlicht 2016.)

Mehrsprachige Ausgabe

Hier wird eine Ausgabe behandelt, die Original und Übersetzung in einem Band vereint. Die Darstellung macht deutlich, dass beide Sprachfassungen Teil derselben Publikation sind.

Eco, Umberto. Das offene Kunstwerk / Opera aperta. Übersetzt von Georg Meier. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002. (Originalarbeit veröffentlicht 1962.)

Nicht-lateinische Schrift + Transliteration + Übersetzung

Dieses Beispiel zeigt den Aufbau eines Eintrags mit Originaltitel in nicht-lateinischer Schrift. In einer Abfolge werden Originalschrift, Transliteration und deutschsprachige Titelübersetzung erfasst.

王立 (Wáng Lì). 教育中的人工智能 [Jiàoyù zhōng de réngōng zhìnéng] [Künstliche Intelligenz in der Bildung]. Übersetzt von Tobias Haas. Shanghai: University Press, 2021.

Sonderregeln

Sonderfälle für Übersetzte Quellen zitieren nach Chicago – Fußnoten & Endnoten

Übersetzte Werke können in unterschiedlichsten Formen erscheinen: mehrsprachig, teilweise übersetzt, historisch, digital, mit mehreren Übersetzern, ohne Autor usw. Der Chicago-Stil erlaubt hier flexible Lösungen – entscheidend bleibt stets:

  • Nachgewiesen wird die tatsächlich verwendete Übersetzung.
  • Die Quelle muss eindeutig identifizierbar sein.

Im Folgenden stehen alle relevanten Sonderfälle systematisch aufgeführt – jeweils mit vollständig formatierten Beispielen.

Mehrere Übersetzer

Hier wird die Zitierweise für Werke mit mehr als einer Übersetzerperson dargestellt. Die Besonderheit liegt in der vollständigen Nennung aller Übersetzer sowohl in Fußnote als auch im Literaturverzeichnis.

Fußnote:

Émile Durkheim, Regeln der soziologischen Methode, übers. von Anna Müller und Hans Becker (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004), 17.

Bibliografie:

Durkheim, Émile. Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Anna Müller und Hans Becker. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. (Originalarbeit veröffentlicht 1895.)

Teilweise Übersetzungen oder Auszüge

Dieses Beispiel betrifft Auswahlausgaben oder nur teilweise übersetzte Werke. Im Titel und in der Übersetzungsangabe wird deutlich gemacht, dass es sich nicht um die vollständige Originalfassung handelt.

Fußnote:

Alexis de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika: Ausgewählte Kapitel, übers. von Katrin Richter (Berlin: Politik Digital, 2018), 5.

Bibliografie:

Tocqueville, Alexis de. Über die Demokratie in Amerika: Ausgewählte Kapitel. Übersetzt von Katrin Richter. Berlin: Politik Digital, 2018.

Doppeljahr (Originaljahr + Übersetzungsjahr)

Hier wird eine Variante des Doppeljahres gezeigt, bei der Originaljahr und Übersetzungsjahr besonders hervorgehoben sind. Die Darstellung betont den historischen Kontext des Originals bei gleichzeitigem Bezug auf die benutzte Übersetzung.

Fußnote:

Sigmund Freud, Die Traumdeutung, 1900/1953, übers. von L. König (Frankfurt am Main: Fischer, 1953), 44.

Bibliografie:

Freud, Sigmund. Die Traumdeutung. Übersetzt von L. König. Frankfurt am Main: Fischer, 1953. (Originalarbeit veröffentlicht 1900.)

Reprint, Neuausgabe oder historisch gesetzte Neuauflagen

Dieses Beispiel behandelt Neuauflagen und Nachdrucke übersetzter Werke. Der Eintrag macht sowohl die verwendete Ausgabe als auch frühere Auflagen transparent.

Bibliografie:

Durkheim, Émile. Regeln der soziologischen Methode. Übersetzt von Anna Müller. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. Nachdruck der Ausgabe von 1968. (Originalarbeit veröffentlicht 1895.)

Eigenständiger deutscher Titel / nicht wortgetreue Übersetzung

Hier steht ein Werk im Fokus, dessen deutscher Titel nicht wörtlich dem Original entspricht. Die Zitierweise verdeutlicht, dass eine eigenständige Titelgestaltung vorliegt, während der Originalbezug über das Erscheinungsjahr sichtbar bleibt.

Bibliografie:

Bourdieu, Pierre. Die feinen Unterschiede. Übersetzt von Bernd Schwibs. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1982. (Originalarbeit veröffentlicht 1979.)

Nicht-lateinische Schrift + Transliteration + Übersetzung

Dieses Beispiel greift den Umgang mit nicht-lateinischen Schriften im Sonderfallbereich auf. Die Kombination aus Originalschrift, Transliteration und Übersetzung sorgt für fachliche Präzision und Wiederauffindbarkeit.

Bibliografie:

王立 (Wáng Lì). 教育中的人工智能 [Jiàoyù zhōng de réngōng zhìnéng] [Künstliche Intelligenz in der Bildung]. Übersetzt von Tobias Haas. Shanghai: University Press, 2021.

Mehrsprachige oder zweisprachige Ausgaben

Hier werden Ausgaben gezeigt, die zwei Sprachfassungen parallel präsentieren. Die Darstellung im Literaturverzeichnis macht beide Titel sichtbar, ohne die Ausgabe zu duplizieren.

Bibliografie:

Eco, Umberto. Das offene Kunstwerk / Opera aperta. Übersetzt von Georg Meier. Berlin: Suhrkamp, 2002. (Originalarbeit veröffentlicht 1962.)

Übersetzte Kapitel in Sammelbänden

Dieses Beispiel überträgt die allgemeinen Regeln auf Sammelbände mit übersetzten Einzelbeiträgen. Herausgeber, Übersetzer und Seitenangaben werden präzise miteinander kombiniert.

Fußnote:

Max Weber, „Protestantische Ethik“, in Soziologische Grundtexte, hrsg. von Klaus Lichtblau, übers. von Jörg Schmidt (Berlin: Springer VS, 2005), 33.

Bibliografie:

Weber, Max. „Protestantische Ethik.“ In Soziologische Grundtexte, hrsg. von Klaus Lichtblau, übersetzt von Jörg Schmidt, 15–45. Berlin: Springer VS, 2005.

Übersetzte Artikel in Zeitschriften

Hier wird die Anwendung des Chicago-Stils auf übersetzte Zeitschriftenaufsätze im Sonderfallkontext vertieft. Im Fokus stehen die Kennzeichnung der Übersetzung und der Bezug zur Originalpublikation.

Bibliografie:

Simmel, Georg. „Die Großstädte und das Geistesleben.“ Übersetzt von Heinz Meier. Soziologische Revue 14, Nr. 3 (1992): 201–213. (Originalarbeit veröffentlicht 1903.)

Übersetzte digitale Quellen (mit DOI oder URL)

Dieses Beispiel zeigt die spezifische Behandlung digital publizierter Übersetzungen. DOI oder URL stellen sicher, dass die exakte Version der Übersetzung auffindbar bleibt.

Bibliografie:

Giddens, Anthony. „Modernität und Selbstidentität.“ Übersetzt von Lena Schmidt. Zeitschrift für Sozialtheorie 34, Nr. 2 (2022): 105–120. https://doi.org/10.1234/szt2022.02.105. (Originalarbeit veröffentlicht 1991.)

Übersetzte Dissertationen und Hochschulschriften

Hier werden formale Besonderheiten bei übersetzten Abschlussarbeiten erläutert. Die Kombination aus Hochschulart, Institution, Übersetzung und Veröffentlichungsjahr wird klar strukturiert.

Bibliografie:

Ito, Makoto. Bildungsreformen in Japan. Übersetzt von Lara Schmidt. Dissertation, Universität Tokio, 2022. https://doi.org/10.1234/ut2022.01. (Originalarbeit veröffentlicht 2018.)

Privat übersetzte Dokumente oder nicht veröffentlichte Übersetzungen

Dieses Beispiel bezieht sich auf Übersetzungen, die nicht offiziell publiziert wurden. Die Kennzeichnung als unveröffentlichte Übersetzung ist entscheidend für Transparenz und wissenschaftliche Redlichkeit.

Bibliografie:

X., Y. Title of Work. Übersetzt von Max Mustermann [unveröffentlichte Übersetzung], 2023.

Übersetzte internationale Rechtsakte

Hier wird gezeigt, wie internationale Rechtsakte in deutscher Übersetzung nachgewiesen werden. Neben der Institution treten offizielle Titel, Übersetzerangabe, Publikationsort und Erscheinungsjahr in den Vordergrund.

Bibliografie:

Europäisches Parlament. Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Übersetzt von Lara Schmidt. Luxemburg: Publications Office of the EU, 2021. (Originalarbeit veröffentlicht 2016.)

Mehrere Übersetzungen desselben Originals

Dieses Beispiel behandelt den Fall, dass ein Originalwerk in mehreren Übersetzungen verwendet wird. Die Einträge unterscheiden die Ausgaben eindeutig, sodass die jeweils zitierte Fassung klar erkennbar bleibt.

Wenn im Text mehrere unterschiedliche Übersetzungen genutzt werden, muss eindeutig erkennbar sein, welche Ausgabe verwendet wurde.

Aristoteles. Politik. Übersetzt von Franz Susemihl. Leipzig: Teubner, 1879.

Aristoteles. Politik. Übersetzt von H. Rackham. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1932.

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach Chicago – Fußnoten & Endnoten für die Zitation von Übersetzte Quellen verpflichtend und was wird empfohlen?

Dieser Abschnitt kann genutzt werden, um zwischen zwingend erforderlichen und fakultativen Angaben zu differenzieren. Dadurch entsteht Orientierung, welche Informationen in jedem Fall erscheinen müssen und welche ergänzend sinnvoll sind.

Fußnoten (Notes) – Pflicht vs. Empfehlung

Angabe Verpflichtend Empfohlen / fakultativ
Originalautor Immer nennen (Autor steht in der Fußnote an erster Stelle)
Übersetzungsjahr / Jahr der verwendeten Ausgabe Pflicht (Jahr der tatsächlich benutzten Übersetzung) Doppeljahr (Originaljahr/Übersetzungsjahr), wenn historisch relevant
Titel des übersetzten Werkes Pflicht; kursiv bei Monografien Originaltitel in Klammern bei abweichendem deutschen Titel
Übersetzerangabe Pflicht („übers. von …“) Alle Übersetzer vollständig nennen
Verlagsort und Verlag Pflicht bei gedruckten Werken
Seitenzahl / Randnummer Pflicht bei direkten Zitaten Bei Paraphrasen optional, aber empfohlen
Edition / Auflage / Band Pflicht, wenn relevant
URL oder DOI (Online-Ausgaben) Pflicht bei digitalen Quellen Abrufdatum bei dynamischen Editionen
Hinweis auf Teilausgabe Pflicht bei Auszügen („Ausgewählte Kapitel“)
Transliteration Pflicht bei nicht-lateinischer Schrift Deutsche Übersetzung in eckigen Klammern

Literaturverzeichnis (Bibliography) – Pflicht vs. Empfehlung

Angabe Verpflichtend Empfohlen / fakultativ
Originalautor (Nachname, Vorname) Pflicht
Jahr der verwendeten Übersetzung Pflicht Optional: Originaljahr in Zusatzklausel
Vollständiger Titel der Übersetzung Pflicht; kursiv Untertitel vollständig aufnehmen
Übersetzername Pflicht („Übersetzt von …“) Mehrere Übersetzer vollständig angeben
Verlagsangaben Pflicht (Ort + Verlag) Reihenname ergänzen bei bekannten Editionen
DOI oder stabile URL Pflicht bei digitalen Quellen DOI bevorzugt vor URL
Auflage / Version Pflicht, falls vorhanden Versionshinweis bei digitalen Neuauflagen
Bandangaben Pflicht bei mehrbändigen Werken Abschnitts- oder Paragraphenbereiche
Transliteration Pflicht bei nicht-lateinischer Schrift Zweite Klammer für deutsche Übersetzung
Werkart Pflicht bei Dissertation, Kommentar, Kapitel
Hinweis auf Teilausgabe Pflicht („Ausgewählte Kapitel“)

Besondere Hinweise – Pflicht & Empfehlung im Chicago-Kontext

Sonderfall Pflicht Empfohlen
Mehrere Übersetzungen eines Originals Jede Ausgabe erhält einen eigenen Eintrag Im Text klar markieren, welche Ausgabe verwendet wurde
Reprints oder Nachdrucke Jahr der benutzten Ausgabe nennen Originaljahr additionally angeben
Teilübersetzungen Titel muss Hinweis tragen („Ausgewählte Kapitel“) Seitenbereiche exakt angeben
Nicht veröffentlichte Übersetzungen Als unveröffentlichte Übersetzung kennzeichnen Institution / Kontext ergänzen
Übersetzte Kapitel oder Artikel Kapitelautor zuerst; Herausgeber danach Rn.- oder Seitenangaben aufnehmen
Mehrsprachige Editionen Titel der verwendeten Sprachfassung Originaltitel optional zusätzlich

Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Stil, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für Chicago Stil Zitation hier bei 1a-Studi.

In der ersten Fußnote steht zuerst der Originalautor mit Vorname und Nachname, danach der deutsche Titel kursiv und unmittelbar anschließend „übers. von …“ mit dem Namen der Übersetzerin oder des Übersetzers. Es folgen Verlagsort, Verlag, Jahr und Seitenzahl, zum Beispiel: Émile Durkheim, Die Regeln der soziologischen Methode, übers. von Anna Müller (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004), 17. Spätere Nennungen verwenden eine Kurzform mit Nachname, Kurztitel und Seitenzahl, etwa „Durkheim, Regeln der soziologischen Methode, 21“.
Pflichtangaben sind der Originalautor, der Titel der Übersetzung, die Übersetzerangabe mit „übers. von …“, Verlagsort, Verlag, Jahr der benutzten Ausgabe und bei wörtlichen Nachweisen die Seitenzahl. Bei Kapiteln kommen zusätzlich Buchtitel, Herausgeber, Seitenbereich und ggf. Auflage hinzu. Optional kann das Originaljahr ergänzt werden, um den historischen Kontext zu verdeutlichen, etwa „(zuerst 1895)“ oder „(Originalarbeit veröffentlicht 1895)“ am Ende der Angabe.
Zitiert wird stets das Jahr der verwendeten Übersetzung, da diese Ausgabe tatsächlich vorliegt. Das Originaljahr kann zusätzlich genannt werden, etwa in der Fußnote als „(Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004; zuerst 1895)“ oder im Literaturverzeichnis als Zusatz „(Originalarbeit veröffentlicht 1895.)“. Diese Doppelangabe hält die historische Entstehung des Textes transparent, ohne die Übersetzung als eigenständige Publikation zu relativieren.
In der Fußnote steht zuerst der Kapitelautor mit Titel des Beitrags in Anführungszeichen. Danach folgt „in“ plus Buchtitel kursiv, die Herausgeberangabe, der Hinweis „übers. von …“, Verlagsort, Verlag, Jahr und Seitenzahl, zum Beispiel: Max Weber, „Protestantische Ethik“, in Soziologische Grundtexte, hrsg. von Klaus Lichtblau, übers. von Jörg Schmidt (Berlin: Springer VS, 2005), 33. In der Kurzform genügt „Weber, „Protestantische Ethik“, 37“, solange die Langform zuvor eingeführt wurde.
Bei zwei Autoren werden in der Langform beide vollständig genannt, gefolgt von der Übersetzerangabe, etwa „John Miller und Carlo Rossi, Grundlagen der Kulturtheorie, übers. von Helene Barth (Berlin: de Gruyter, 2012), 88“. Ab drei Autoren erscheinen alle Namen in der ersten Fußnote, während die Kurzform nach Chicago „et al.“ nutzt, zum Beispiel „Hofstede et al., Lokale Kulturen, 110“. Institutionen als Urheber stehen an der Autorenposition und erhalten ebenfalls eine Übersetzerangabe, etwa „UNESCO, Bildung für das 21. Jahrhundert, übers. von …“.
Für digitale Übersetzungen ohne DOI gilt die gleiche Struktur wie bei gedruckten Werken, ergänzt um eine stabile URL. In der Fußnote stehen Autor, Titel, Übersetzer, Publikationsangaben und direkt danach die URL, zum Beispiel: Marie Curie, Wissenschaft und Gesellschaft, übers. von Helga König (Paris: Institut National, 2019), https://…. Ein Abrufdatum ist nur nötig, wenn die Ausgabe erkennbar dynamisch gepflegt wird oder kein klares Veröffentlichungsjahr trägt.
Im Literaturverzeichnis steht zuerst Nachname und Vorname des Originalautors. Danach folgt der übersetzte Titel kursiv und in Klammern die Übersetzerangabe, etwa „(Übersetzt von Anna Müller.)“. Anschließend werden Verlagsort, Verlag und Jahr genannt, zum Beispiel: Durkheim, Émile. Die Regeln der soziologischen Methode. (Übersetzt von Anna Müller.) Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. Optional erscheint am Ende der Hinweis auf das Originaljahr, etwa „(Originalarbeit veröffentlicht 1895.)“.
Bei Auswahlausgaben oder nur teilweise übersetzten Werken muss der Titel diesen Charakter sichtbar machen, etwa durch Zusätze wie „Ausgewählte Kapitel“ oder „Ausgewählte Texte“. In Fußnote und Literaturverzeichnis erscheint dieser Hinweis im Titel, zum Beispiel: Alexis de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika: Ausgewählte Kapitel, übers. von Katrin Richter (Berlin: Politik Digital, 2018), 5. So wird deutlich, dass nicht die vollständige Originalfassung, sondern eine kuratierte Auswahl genutzt wurde.
Für Werke mit nicht-lateinischer Schrift empfiehlt Chicago eine Kombination aus Originalschrift, Transliteration und ggf. deutscher Titelübersetzung. In der Fußnote kann dies so aussehen: 王立 (Wáng Lì), 教育中的人工智能 [Künstliche Intelligenz in der Bildung], übers. von Tobias Haas (Shanghai: University Press, 2021), 14. Im Literaturverzeichnis werden diese Ebenen ebenfalls erfasst, etwa „王立 (Wáng Lì). 教育中的人工智能 [Jiàoyù zhōng de réngōng zhìnéng] [Künstliche Intelligenz in der Bildung]. Übersetzt von Tobias Haas. Shanghai: University Press, 2021.“
Nutzt eine Arbeit mehrere Übersetzungen desselben Originals, erhält jede Übersetzung einen eigenen Eintrag im Literaturverzeichnis mit eigener Übersetzerangabe, Verlagsort, Verlag und Jahr. Im Text sollte jeweils erkennbar bleiben, auf welche Ausgabe sich ein Zitat bezieht, etwa durch unterschiedliche Kurzformen oder ergänzende Hinweise im Argumentationsgang. So bleibt die Zuordnung zwischen konkreter Übersetzung und zitiertem Beleg eindeutig und nachvollziehbar.
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