Zeitschriftenartikel zitieren nach Chicago – Autor-Datum
Zeitschriftenartikel nach Chicago Autor-Datum zitieren bedeutet, Fachartikel im Text mit Autor, Jahr und ggf. Seitenzahl nachzuweisen. Im Literaturverzeichnis stehen Autor, Jahr, Artikeltitel, Zeitschriftentitel, Volume, Heftnummer, Seitenbereich sowie ggf. DOI oder URL. Wichtig sind konsistente Kurzbelege, Seitenangaben bei konkreten Stellen, „et al.“ ab drei Autoren sowie klare Regeln für Online-first-Artikel, eLocator, Sonderhefte, Artikel ohne Autor und fehlende Jahresangaben.
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Wichtigste Regeln
Zeitschriftenartikel zitieren Chicago – Autor-Datum
Die Zitation von Zeitschriftenartikeln nach Chicago Autor-Datum folgt einem konsistenten Zweischritt. Im Text steht ein Kurzbeleg in Klammern. Im Literaturverzeichnis steht ein ausführlicher Eintrag, der den Artikel und die Zeitschrift eindeutig identifizierbar macht.
Zeitschriftenartikel als eigenständiger Quellentyp
Zeitschriftenartikel sind eigenständige Veröffentlichungen innerhalb eines periodisch erscheinenden Mediums. Für das Chicago Autor-Datum-System bedeutet dies:
Der Kurzbeleg im Text orientiert sich ausschließlich an:
- Autorennachname
- Erscheinungsjahr
- Seitenzahl oder Seitenbereich der zitierten Stelle
Der Eintrag im Literaturverzeichnis enthält zusätzlich:
- vollständigen Titel des Artikels
- Titel der Zeitschrift
- Jahrgang beziehungsweise Volume
- Heftnummer (Issue), sofern vorhanden
- Seitenbereich des gesamten Artikels
- bei digitalen Artikeln gegebenenfalls DOI oder stabile URL
Dadurch wird erkennbar, wer den Artikel verfasst hat, wann er erschienen ist und wo der Artikel in der Fachzeitschrift auffindbar ist.
Grundprinzip im Text
Im Chicago Autor-Datum-System werden Zeitschriftenartikel im Text durch Kurzbelege nach dem Schema Autor, Jahr und Seite nachgewiesen.
Typische Elemente:
- Nachname des Autors
- Erscheinungsjahr des Artikels
- Seitenzahl oder Seitenbereich der zitierten Stelle
Grundformen:
Allgemeiner Verweis auf einen Artikel:
(Müller 2023)
Verweis auf eine konkrete Stelle:
(Müller 2023, 45)
Name im Satz, Jahr und Seite in Klammern:
Müller (2023, 45) zeigt, dass …
Die Struktur entspricht der Zitation von Büchern und Buchkapiteln. Spezifisch für Zeitschriftenartikel ist jedoch, dass sich die Seitenzahlen auf einen Artikel innerhalb eines Jahrgangs beziehen, nicht auf ein Gesamtwerk.
Grundform im Literaturverzeichnis
Der Eintrag eines Zeitschriftenartikels im Literaturverzeichnis folgt einer standardisierten Reihenfolge. Die Grundform im Chicago Autor-Datum-System lautet:
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Titel der Zeitschrift Volume (Nummer) Seitenbereich.
Bei elektronischen Artikeln kann ein DOI oder eine URL angeschlossen werden.
Wesentliche Bausteine:
- Autor in der Form Nachname, Vorname
- Jahr der Veröffentlichung direkt nach dem Namen
- Titel des Artikels in Anführungszeichen
- Titel der Zeitschrift in Kursivschrift
- Volume (Jahrgang) als Zahl
- Heftnummer in runden Klammern, sofern die Zeitschrift diese ausweist
- Seitenbereich des Artikels
- optional DOI oder URL bei Onlineartikeln
Beispiel einer Grundstruktur:
Weber, Anna. 2022. „Digitale Lernräume in der Hochschullehre.“ Zeitschrift für Hochschulforschung 15 (2) 95–118.
Mit DOI:
Weber, Anna. 2022. „Digitale Lernräume in der Hochschullehre.“ Zeitschrift für Hochschulforschung 15 (2) 95–118. https://doi.org/10.xxxx/xxxxxx
Der Kurzbeleg im Text (Weber 2022, 100) verweist eindeutig auf diesen Eintrag.
Zuordnung zwischen Textzitation und Literaturverzeichnis
Die Verbindung zwischen Kurzbeleg im Text und Eintrag im Literaturverzeichnis beruht auf drei grundlegenden Anforderungen:
Eindeutige Identifikation
Jede Kombination aus Nachname und Jahr im Text muss genau einem Eintrag im Literaturverzeichnis entsprechen.
Konsistenz von Namen und Jahr
Schreibweise des Nachnamens und Jahresangabe dürfen zwischen Text und Verzeichnis nicht voneinander abweichen.
Einheitliche Struktur für alle Zeitschriftenartikel
Alle Artikel werden nach demselben Muster aufgebaut. Abweichungen entstehen nur aus fachlich notwendigen Angaben wie Heftnummer, Supplement, DOI oder Online-First-Status.
Im Text
Im Text zitieren: Zeitschriftenartikel nach Chicago – Autor-Datum
Dieses Kapitel stellt die Zitationsarten im Text für Zeitschriftenartikel nach dem Chicago Autor-Datum-System vor. Ausgangspunkt ist immer ein Kurzbeleg mit Autor, Jahr und bei Bedarf Seitenzahl.
Grundform des Kurzbelegs
Elemente
- Nachname des Autors
- Erscheinungsjahr des Artikels
- Seitenzahl bei konkreten Belegen
Formen
Allgemeiner Verweis auf den Artikel:
(Weber 2022)
Konkrete Textstelle:
(Weber 2022, 100)
Name im Satz, Jahr und Seite in Klammern:
Weber (2022, 100) zeigt, dass …
Seitenzahlen beziehen sich auf den Artikel, nicht auf den gesamten Zeitschriftenjahrgang.
Ein Autor
Bei einem Autor besteht der Kurzbeleg aus Nachname, Jahr und gegebenenfalls Seitenzahl.
(Müller 2023)
(Müller 2023,
45)
Müller
(2023, 45) argumentiert, dass …
Zwei Autoren
Bei zwei Autoren werden beide Nachnamen mit „und“ verbunden.
(Schmidt und Keller 2021)
(Schmidt und Keller 2021,
78)
Schmidt und Keller
(2021, 78) zeigen …
Drei oder mehr Autoren
Ab drei Autoren wird im Text nur der erste Nachname genannt, gefolgt von et al. Die Kurzform bleibt in der gesamten Arbeit unverändert.
(Lemke et al. 2020)
(Lemke et al. 2020,
12)
Lemke et al.
(2020, 12) kommen zu dem Ergebnis, dass …
Institution als Autor
Wenn eine Institution als Autor des Artikels auftritt, steht diese an der Stelle des Autors.
Formen
Erste Nennung mit ausgeschriebenem Namen und Abkürzung:
(Bundesinstitut für Berufsbildung [BIBB] 2021, 33)
Folgezitation mit Abkürzung:
(BIBB 2021, 33)
Artikel ohne Person als Autor (Titelzitat)
Fehlt ein persönlicher Autor, erfolgt der Kurzbeleg über einen Kurztitel.
Form
Kurztitel in Anführungszeichen:
(„Digitale Studienangebote im Vergleich“ 2020, 5)
Der Kurztitel soll eindeutig und möglichst knapp sein.
Gleicher Autor, verschiedene Jahre
Verfasst eine Person mehrere Artikel in unterschiedlichen Jahren, erfolgt die Unterscheidung über das Jahr.
(Meyer 2018)
(Meyer 2021,
60)
Kombiniert:
(Meyer 2018,
30; 2021,
60)
Gleicher Autor, gleiches Jahr (a, b, c)
Schreibt ein Autor mehrere Artikel im selben Jahr, werden Kleinbuchstaben an das Jahr angefügt. Diese Kennzeichnung muss mit dem Literaturverzeichnis übereinstimmen.
(Weise 2020a,
14)
(Weise 2020b,
39)
Gemeinsame Nennung:
(Weise 2020a,
14; 2020b,
39)
Verschiedene Autoren mit gleichem Nachnamen
Bei verschiedenen Autoren mit identischem Nachnamen werden Initialen ergänzt.
(H. Keller 2019,
22)
(T. Keller 2019,
77)
Die Initialen bleiben in allen Kurzbelegen erhalten.
Seitenzahlen und andere Lokatoren
Seitenangaben
Einzelne Seite:
(Müller 2023, 45)
Seitenbereich:
(Müller 2023, 45 bis 47)
Mehrere nicht zusammenhängende Seiten:
(Müller 2023, 45, 52, 60)
Artikel ohne klassische Paginierung
Bei Onlineartikeln ohne durchgehende Seitenzahlen können alternative Lokatoren verwendet werden, zum Beispiel:
(Neuberger 2022,
Abs. 3)
(Neuberger 2022,
Abschnitt „Diskussion“)
Die gewählte Art der Lokatoren soll in der gesamten Arbeit einheitlich bleiben.
Online-First und eLocator-Artikel
Einige Zeitschriften nutzen Artikelnummern oder eLocators statt klassischer Seitenbereiche.
Beispiele
(Fischer 2021,
Art. e102)
(Fischer 2021,
e102)
Die genaue Form orientiert sich an der Darstellung im Literaturverzeichnis und soll dort konsistent gespiegelt werden.
Mehrere Artikel in einer Klammer
Stützt sich eine Aussage auf mehrere Zeitschriftenartikel, werden die Kurzbelege in einer Klammer zusammengeführt, getrennt durch Semikola.
(Weber 2022, 100; Müller 2023, 45; Lemke et al. 2020, 12)
Die Reihenfolge kann alphabetisch oder argumentativ gewählt werden, sollte aber innerhalb der Arbeit konsistent bleiben.
Fehlendes Jahr und Artikel „im Druck“
Kein Erscheinungsjahr
Verwendung von o. D. („ohne Datum“):
(Krämer o. D., 8)
Artikel im Druck
(Kuhl im Druck)
Seitenzahlen stehen in der Regel erst nach Veröffentlichung zur Verfügung und werden dann ergänzt.
Platzierung der Kurzbelege im Satz
Klammernachweis in der Regel vor dem abschließenden Punkt:
… in aktuellen Studien (Müller 2023, 45).
Steht der Autor im Satz, folgt Jahr und Seite direkt nach dem Namen:
Müller (2023, 45) zeigt, dass …
Bei wörtlichen Zitaten steht die Klammer üblicherweise nach dem Anführungszeichen und vor dem Punkt:
„…“ (Weber 2022, 100).
Im Literaturverzeichnis
Literaturverzeichnis: Chicago – Autor-Datum Zeitschriftenartikel
Im Chicago Autor-Datum-System werden Zeitschriftenartikel im Literaturverzeichnis nach einem klaren Schema aufgebaut. Die Einträge dienen als Referenz für die Kurzbelege im Text und müssen daher vollständig und formal einheitlich gestaltet sein.
Grundprinzip: Zuerst stehen Autor und Jahr, danach Titel des Artikels, gefolgt von Titel der Zeitschrift, Volume, Heftnummer und Seitenbereich. Bei digitalen Artikeln schließen sich DOI oder stabile URL an.
Grundform: Zeitschriftenartikel
Allgemeine Standardform:
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Titel der Zeitschrift Volume (Heftnummer) Seitenbereich.
Mit DOI:
Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Titel der Zeitschrift Volume (Heftnummer) Seitenbereich. DOI
Beispiel:
Weber, Anna.
2022.
„Digitale Lernräume in der Hochschullehre.“
Zeitschrift für Hochschulforschung
15 (2) 95–118.
Weber, Anna.
2022.
„Digitale Lernräume in der Hochschullehre.“
Zeitschrift für Hochschulforschung
15 (2) 95–118.
https://doi.org/10.1234/abcd5678
Der Eintrag deckt alle Pflichtangaben ab und erlaubt eine eindeutige Zuordnung zum Kurzbeleg im Text, etwa (Weber 2022, 100).
Ein Autor
Bei einem Autor bleibt die Grundform unverändert.
Beispiel:
Müller, Thomas. 2023. „Soziale Ungleichheit im Studium.“ Journal für Sozialforschung 28 (1) 33–56.
Dieser Eintrag entspricht Kurzbelegen wie (Müller 2023) oder (Müller 2023, 45).
Zwei Autoren
Bei zwei Autoren werden beide Namen in der Reihenfolge der Veröffentlichung genannt. Zwischen den Namen steht „und“.
Beispiel:
Schmidt, Laura, und Tobias Keller. 2021. „Kooperative Lernformen in Seminaren.“ Zeitschrift für Hochschuldidaktik 10 (3) 60–82.
Im Text wird dieser Artikel als (Schmidt und Keller 2021, 78) zitiert.
Drei oder mehr Autoren
Ab drei Autoren nennt das Literaturverzeichnis alle Verfasser in der Reihenfolge der Zeitschrift. Im Text kann ab drei Autoren mit „et al.“ gearbeitet werden, im Verzeichnis stehen die Namen vollständig.
Beispiel:
Lemke, Jana, Peter Albrecht und Nina Braun. 2020. „Empirische Methoden in der Bildungsforschung.“ Empirische Pädagogik 34 (4) 201–228.
Im Text erfolgt der Kurzbeleg in der Form (Lemke et al. 2020, 212).
Institution als Autor
Wenn eine Institution als Verfasser auftritt, steht diese an der Autorenposition. Eine gängige Abkürzung kann in Klammern ergänzt werden.
Beispiel:
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). 2021. „Trends in der dualen Ausbildung.“ Berufsbildungsjournal 19 (2) 5–24.
Im Text kann dann (Bundesinstitut für Berufsbildung 2021, 10) oder nach Einführung der Abkürzung (BIBB 2021, 10) verwendet werden.
Artikel ohne Person als Autor
Fehlt ein individueller Autor, beginnt der Eintrag mit dem Titel des Artikels. Dieser ersetzt die Autorenposition.
Beispiel:
„Digitale Studienangebote im internationalen Vergleich.“ 2020. Hochschulkompass 7 (1) 15–34.
Im Text steht hierzu ein Kurzbeleg mit Kurztitel, etwa („Digitale Studienangebote im internationalen Vergleich“ 2020, 20).
Gleicher Autor mit mehreren Artikeln in verschiedenen Jahren
Bei mehreren Artikeln derselben Person aus unterschiedlichen Jahren werden die Einträge chronologisch sortiert.
Beispiel:
Meyer, Claudia.
2018.
„Partizipation im Stadtteil.“
Soziale Arbeit im Quartier
5 (1) 40–58.
Meyer, Claudia.
2021.
„Beteiligungsformate für Jugendliche.“
Zeitschrift für Sozialraumforschung
9 (3) 102–124.
Im Text erfolgt die Unterscheidung allein durch das Jahr, etwa (Meyer 2018, 45) und (Meyer 2021, 110).
Gleicher Autor mit mehreren Artikeln im selben Jahr
Veröffentlicht ein Autor mehrere Artikel im selben Jahr, werden diese mit a, b, c direkt nach dem Jahr gekennzeichnet. Diese Buchstaben müssen exakt mit den Textzitaten übereinstimmen.
Beispiel:
Weise, Laura.
2020a.
„Online-Lernplattformen im Studium.“
Medienpädagogische Rundschau
12 (1) 30–52.
Weise, Laura.
2020b.
„Selbstgesteuertes Lernen im Netz.“
Zeitschrift für E-Learning
8 (2) 75–96.
Im Text stehen dann Kurzbelege wie (Weise 2020a, 35) und (Weise 2020b, 80).
Autoren mit identischem Nachnamen
Wenn verschiedene Autoren denselben Nachnamen tragen, steht im Literaturverzeichnis der ausgeschriebene Vorname. Die Unterscheidung im Text erfolgt über Initialen.
Beispiele:
Keller, Hans.
2019.
„Sozialstrukturen in Europa.“
Europäische Sozialforschung
14 (2) 120–142.
Keller, Thomas.
2019.
„Globale Netzwerkökonomien.“
Wirtschaft und Gesellschaft
41 (3) 210–233.
Im Text werden Kurzbelege wie (H. Keller 2019, 125) und (T. Keller 2019, 215) verwendet.
Online-Artikel mit DOI
Bei elektronischen Zeitschriftenartikeln mit DOI wird der DOI am Ende des Eintrags angefügt. Der DOI ersetzt in der Regel eine URL.
Beispiel:
Aranda, Javier, und Georgia Tsitsanis. 2023. „Data-Driven Energy Services in Residential Buildings.“ Sustainability 15 (4) 1–23. https://doi.org/10.3390/su15043742
Im Text kann dieser Artikel als (Aranda und Tsitsanis 2023, 7) zitiert werden.
Online-Artikel ohne DOI, mit URL
Fehlt ein DOI, wird eine stabile URL angegeben. Die URL erhält keinen abschließenden Punkt.
Beispiel:
Krause, Martin. 2021. „Blended Learning in der Hochschullehre.“ Online-Journal für Bildungsforschung 6 (1) 1–19. https://www.beispieljournal.de/blended-learning-hochschule
Im Text entspricht dies Kurzbelegen wie (Krause 2021, 10).
Artikel mit eLocator statt Seitenzahlen
Einige Zeitschriften arbeiten mit Artikelnummern oder eLocators. Diese ersetzen den klassischen Seitenbereich.
Beispiel:
Fischer, Ralf. 2021. „Adaptive Lernsysteme im Hochschulbereich.“ Journal of Educational Technology 9 (3) e102.
Im Text kann dies etwa als (Fischer 2021, e102) ausgegeben werden. Die genaue Form des Lokators sollte im gesamten Literaturverzeichnis einheitlich bleiben.
Supplement-Hefte und Sonderausgaben
Bei Supplementen oder Sonderheften bleibt die Struktur gleich. Zusatzinformationen zu Supplement oder Sonderband können nach Volume und Heftnummer ergänzt werden.
Beispiel:
Braun, Nina. 2020. „Evaluation von Förderprogrammen.“ Sozialforschung heute 22 (Sonderheft 1) 45–68.
Im Text steht hierzu ein Kurzbeleg wie (Braun 2020, 60).
Artikel ohne Erscheinungsjahr
Wenn kein Erscheinungsjahr ermittelt werden kann, verwendet das Chicago Autor-Datum-System „o. D.“ an der Jahresposition.
Beispiel:
Krämer, Markus. o. D. „Ethische Fragen der Studienfinanzierung.“ Journal für Hochschulpolitik 4 (2) 77–93.
Im Text wird dieser Artikel als (Krämer o. D., 80) zitiert.
Artikel „im Druck“
Bei bereits angenommenen, aber noch nicht erschienenen Artikeln wird „im Druck“ an Stelle des Jahres verwendet.
Beispiel:
Kuhl, Jonas. im Druck. „Strategien wissenschaftlichen Schreibens im digitalen Umfeld.“ Zeitschrift für Schreibforschung.
Seitenzahlen liegen in der Regel erst nach dem Erscheinen vor und werden dann ergänzt. Im Text lautet der Kurzbeleg (Kuhl im Druck).
Konsistenz zwischen Literaturverzeichnis und Text
Für alle Zeitschriftenartikel gilt:
- Nachname und Jahr im Literaturverzeichnis müssen exakt den Angaben im Kurzbeleg entsprechen.
- a, b, c bei gleichen Jahrgängen werden in Verzeichnis und Text identisch geführt.
- Reihenfolge der bibliografischen Elemente bleibt immer gleich, unabhängig von digitalen oder gedruckten Fassungen.
Sonderregeln
Sonderfälle für Zeitschriftenartikel zitieren nach Chicago – Autor-Datum
Dieses Kapitel bündelt spezielle Konstellationen bei Zeitschriftenartikeln im Chicago Autor-Datum-System. Im Mittelpunkt stehen Situationen, in denen mehrere Regeln gleichzeitig greifen und für Zitation im Text und im Literaturverzeichnis besonders sorgfältig gearbeitet werden muss.
Viele Autoren und sehr lange Autorlisten
Im Text
Bis zwei Autoren werden beide Nachnamen mit „und“ genannt.
(Schmidt und Keller 2021, 78)
Ab drei Autoren wird der erste Nachname mit „et al.“ geführt.
(Lemke et al. 2020, 12)
Diese Form wird für denselben Artikel im gesamten Text beibehalten.
Im Literaturverzeichnis
Alle Autoren werden in der Reihenfolge der Zeitschrift genannt. Bei sehr langen Listen kann nach Fachkonvention ab einer bestimmten Zahl mit „et al.“ abgekürzt werden. Die Entscheidung muss innerhalb der Arbeit einheitlich bleiben.
Gleicher Erstautor, mehrere Artikel im selben Jahr mit Koautoren
Im Text
Wenn ein Erstautor im selben Jahr mehrere Artikel mit unterschiedlichen Koautoren veröffentlicht, genügt die Nennung des Erstautors nicht mehr. Zur Unterscheidung dienen Kleinbuchstaben und gegebenenfalls die Koautorennennung im Fließtext.
Kurzbelege:
(Meyer
2021a,
40)
(Meyer
2021b,
15)
Im Fließtext kann zusätzlich präzisiert werden, etwa: Meyer und Krause (2021a, 40) bzw. Meyer und Braun (2021b, 15).
Im Literaturverzeichnis
Die Einträge werden nach Jahr sortiert. Innerhalb desselben Jahres erfolgt die Ordnung nach Titel oder nach einer systematischen Logik. Das Jahr wird mit a, b, c gekennzeichnet.
Meyer, Claudia, und Thomas Krause.
2021a.
„Partizipation im Stadtteil.“
Soziale Quartiersforschung
7 (1) 35–52.
Meyer, Claudia, und Nina Braun.
2021b.
„Jugendliche in Beteiligungsprozessen.“
Zeitschrift für Sozialraumforschung
9 (2) 60–81.
Online-first, Early-Access und Articles in Press
Im Text
Die Zitation erfolgt wie bei normalen Artikeln.
(Kuhl 2024, 7)
Wenn noch keine endgültige Seitenzählung vorliegt, kann mit Abschnittsangaben gearbeitet werden.
(Kuhl 2024, Abs. 3)
Im Literaturverzeichnis
Solange der Artikel nur als Online-first ohne endgültigen Jahrgang oder Seiten vorliegt, wird der Status kenntlich gemacht.
Kuhl, Jonas. 2024. „Strategien wissenschaftlichen Schreibens im digitalen Umfeld.“ Zeitschrift für Schreibforschung. Online First.
Sobald Volume, Heft und Seiten bekannt sind, sollte der Eintrag aktualisiert werden.
Artikel mit eLocator oder Artikelnummer statt Seitenbereich
Im Text
Der Kurzbeleg kann die Artikelnummer als Lokator enthalten.
(Fischer 2021, e102)
Im Literaturverzeichnis
Fischer, Ralf. 2021. „Adaptive Lernsysteme im Hochschulbereich.“ Journal of Educational Technology 9 (3) e102.
Die Schreibweise des eLocators im Verzeichnis sollte identisch zur Form im Kurzbeleg sein.
Supplement-Hefte, Sonderhefte und S-Seiten
Im Text
Der Kurzbeleg folgt der normalen Form. Der Lokator kann S-Seiten enthalten, wenn die Zeitschrift diese Form verwendet.
(Braun
2020,
S45)
(Braun
2020,
S45 bis S48)
Im Literaturverzeichnis
Braun, Nina. 2020. „Evaluation von Förderprogrammen.“ Sozialforschung heute 22 (Sonderheft 1) S45–S68.
Die Bezeichnung des Sonderheftes wird entsprechend der Zeitschrift übernommen und konsistent angewendet.
Mehrsprachige Titel und Übersetzungen
Im Text
Der Kurzbeleg bleibt unverändert.
(García 2020, 12)
Im Literaturverzeichnis
Mehrsprachige oder übersetzte Titel können mit einer zusätzlichen Sprachfassung in eckigen Klammern ergänzt werden.
García, Elena. 2020. „Participatory Learning in Urban Schools [Partizipatives Lernen in städtischen Schulen].“ European Journal of Urban Education 5 (2) 55–78.
Diese Ergänzung erleichtert die inhaltliche Einordnung, besonders bei fremdsprachigen Artikeln.
Nicht-lateinische Schrift und Transliteration
Im Text
Die Zitation erfolgt mit transliteriertem Nachnamen.
(Zhang 2020, 88)
Im Literaturverzeichnis
Zhang, Wei. 2020. „高等教育方法论 [Gaodeng jiàoyù fāngfǎlùn] [Methoden der Hochschulbildung].“ Journal of Higher Education Studies 12 (3) 120–145.
Die Reihenfolge lautet: Originaltitel, Transliteration in eckigen Klammern, optional deutsche Übersetzung ebenfalls in eckigen Klammern.
Rezensionen, Editorials, Kommentare und kurze Formate
Im Text
Der Kurzbeleg folgt der normalen Artikelform.
(König 2019, 3)
Im Literaturverzeichnis
Rezension:
König, Rainer. 2019. „Rezension zu: Studieren mit Strategie von Jonas Kuhl.“ Zeitschrift für Hochschuldidaktik 11 (1) 3–5.
Editorial:
Weber, Anna. 2021. „Editorial: Digitale Transformation in der Hochschullehre.“ Zeitschrift für Hochschulforschung 16 (1) 1–3.
Kommentar:
Lemke, Jana. 2022. „Kommentar zu ‚Empirische Methoden in der Bildungsforschung‘.“ Empirische Pädagogik 35 (2) 210–215.
Die Textart sollte im Titel oder im Kontext deutlich erkennbar sein.
Artikel aus Datenbanken und ohne klare Zeitschriftenstruktur
Im Text
Der Kurzbeleg bleibt standardisiert.
(Neuberger
2022)
(Neuberger
2022,
Abs. 4)
Im Literaturverzeichnis
Wenn der Artikel nur in einer Datenbank vorliegt und keine klassische Zeitschrift genannt ist, wird die Datenbank als Publikationsort geführt.
Neuberger, Thomas. 2022. „Auswertung qualitativer Interviews.“ Datenbank Bildungsforschung Online.
Bei Fachzeitschriften, die ausschließlich über Plattformen wie „Online Journal X“ laufen, wird der Plattformtitel als Zeitschriftentitel geführt. DOI oder URL sind in diesen Fällen besonders wichtig.
Sekundärzitate aus Zeitschriftenartikeln
Im Text
Ein Sekundärzitat entsteht, wenn ein Artikel referiert wird, der selbst eine andere Studie zitiert, die nicht im Original eingesehen wurde. Chicago empfiehlt den direkten Zugriff auf das Original. Wenn dies nicht möglich ist, sollte die indirekte Übernahme kenntlich bleiben.
Formulierung im Fließtext:
Die Studie von Autor Y berichtet von einem deutlichen Anstieg der Teilnahmequoten, zitiert in einem Artikel von Müller (Müller 2023, 48).
Oder explizit:
Die Ergebnisse von Autor Y werden nur über den Artikel von Müller vermittelt (Studie Y, zitiert nach Müller 2023, 48).
Der Kurzbeleg verweist auf den tatsächlich konsultierten Artikel.
Im Literaturverzeichnis
Nur der tatsächlich gelesene Artikel erscheint im Verzeichnis. Die nicht eingesehene Originalstudie wird nicht aufgenommen.
Beispiel:
Müller, Thomas. 2023. „Soziale Ungleichheit im Studium.“ Journal für Sozialforschung 28 (1) 33–56.
Konsistenz bei Lokatoren und Formaten
Für alle Sonderfälle gilt:
- Einheitlicher Umgang mit Seitenangaben, S-Seiten, eLocator, Kapiteln oder Abschnitten.
- Einheitliche Entscheidung zur Darstellung von Supplement, Sonderheft und Online-first.
- Durchgängig dieselbe Notation von „o. D.“, „im Druck“, a/b/c beim Jahr und „et al.“.
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach Chicago – Autor-Datum für die Zitation von Zeitschriftenartikeln verpflichtend und was wird empfohlen?
Zitation im Text – Zeitschriftenartikel nach Chicago Autor-Datum
Autorenname(n)
Nachname im Kurzbeleg.
Initialen bei Namensgleichheit, „et al.“ ab drei Autoren.
Jahr der Veröffentlichung
Jahr in jedem Kurzbeleg.
Vierstellig, einheitliche Schreibweise, ohne Zusätze im Standardfall.
Seitenzahl / Lokator
Angabe bei direkten Zitaten und engen Paraphrasen.
Weglassung bei Gesamtbezug, Nutzung von „bis“ für Bereiche, Alternativen wie Abs., Abschnitt, eLocator.
Form des Kurzbelegs
Schema „(Nachname Jahr, Seite)“ oder „Nachname (Jahr, Seite)“.
Durchgängig gleiche Variante in der gesamten Arbeit.
Zwei Autoren
Beide Nachnamen, verbunden durch „und“.
Reihenfolge gemäß Originalartikel.
Drei oder mehr Autoren
Erster Nachname + „et al.“.
Anpassung an Fachkonvention, konsequente Anwendung in allen Kurzbelegen.
Institutioneller Autor
Institutionsname an Stelle des Autors.
Erste Nennung ausgeschrieben + Abkürzung in Klammern, Folgezitation mit Abkürzung.
Artikel ohne Autor
Kurztitel + Jahr im Kurzbeleg.
Kurztitel kurz, eindeutig, konsistent mit Verzeichnis.
Gleicher Autor, verschiedene Jahre
Unterscheidung über Jahreszahl.
Kombination mehrerer Jahre in einer Klammer, chronologische Ordnung.
Gleicher Autor, gleiches Jahr
Buchstaben an Jahreszahl, z. B. 2020a, 2020b.
Einheitliche Zuordnung von a/b/c in Text und Verzeichnis.
Verschiedene Autoren mit gleichem Nachnamen
Initialen im Kurzbeleg ergänzen.
Einheitliche Nutzung der Initialen in allen Zitaten.
Online-Artikel ohne Seiten
Jahr im Kurzbeleg, Lokator über Abschnitte, eLocator oder Überschriften.
Einheitlicher Lokatortyp in der gesamten Arbeit.
eLocator / Artikelnummer
Verwendung des eLocators als Lokator.
Schreibweise identisch zum Literaturverzeichnis.
Mehrere Artikel in einer Klammer
Alle Kurzbelege in einer Klammer, getrennt durch Semikola.
Reihenfolge alphabetisch oder argumentativ, konsistente Praxis.
Fehlendes Jahr
Einsatz von „o. D.“.
Einheitliche Verwendung von „o. D.“ für alle betroffenen Artikel.
Artikel im Druck
Kennzeichnung „im Druck“ statt Jahreszahl.
Ergänzung von Seitenangaben nach Erscheinen.
Literaturverzeichnis – Zeitschriftenartikel nach Chicago Autor-Datum
Autorenname(n)
Nachname, Vorname an erster Position.
Vornamen ausgeschrieben, einheitliche Namensform.
Jahr der Veröffentlichung
Jahr direkt nach dem Namen.
Ergänzung von Erstveröffentlichung bei Nachdrucken nur bei Bedarf.
Titel des Artikels
Vollständiger Titel in Anführungszeichen.
Untertitel vollständig, konsistente Groß- und Kleinschreibung.
Titel der Zeitschrift
Vollständiger Zeitschriftentitel kursiv.
Offizielle Langform, Abkürzungen nur bei gefestigter Fachkonvention.
Volumen (Jahrgang)
Angabe des Volumen als Zahl.
Einheitliche Schreibweise für alle Einträge.
Heftnummer (Ausgabe)
Angabe in Klammern, sofern vorhanden.
Zusatz zu Sonderheft, Supplement, Themenheft.
Seitenbereich
Vollständiger Seitenbereich des Artikels.
Einheitliche Darstellung, z. B. 95–118 oder 95 bis 118.
DOI
Angabe bei vorhandenen DOIs.
DOI bevorzugt gegenüber URL, ohne Schlusspunkt.
URL
Angabe bei Onlineartikeln ohne DOI.
Stabile, dauerhafte URL, ohne Schlusspunkt.
Institutioneller Autor
Vollständige Institutionsbezeichnung an Autorenposition.
Abkürzung in Klammern nach Erstnennung.
Mehrere Artikel desselben Autors, verschiedene Jahre
Eigener Eintrag je Artikel, chronologische Ordnung.
Verbindung zu Kurzbelegen über identische Namens- und Jahresangaben.
Mehrere Artikel desselben Autors, gleiches Jahr
Kennzeichnung mit a/b/c am Jahr.
Reihenfolge nach Titel oder Systematik, a/b/c identisch zu Textzitaten.
Autoren mit gleichem Nachnamen
Vollständige Vorname-Nachname-Schreibweise.
Optionale Sortierung nach Vornamen, wenn sinnvoll.
Online-first / Early Access
Vollständige Artikelangabe mit Hinweis „Online First“ o. Ä.
Aktualisierung des Eintrags nach Vergabe von Volumen, Ausgabe, Seiten.
eLocator statt Seitenbereich
Angabe des eLocators an Stelle der Seiten.
Einheitliche Notation in allen entsprechenden Einträgen.
Supplement / Sonderheft
Kennzeichnung von Sonderheft oder Supplement im Zeitschriftenteil.
Ergänzung von Angaben wie „Sonderheft“, „Supplement“, S-Seitenbereich.
Mehrsprachige Titel
Originaltitel im Artikelteil.
Zweite Sprachfassung in eckigen Klammern nach dem Titel.
Nicht-lateinische Schrift
Originaltitel im Artikelteil.
Transliteration und ggf. deutsche Übersetzung in eckigen Klammern.
Fehlendes Jahr
Einsatz von „o. D.“ an Jahresposition.
Einheitliche Nutzung von „o. D.“ in allen entsprechenden Einträgen.
Artikel im Druck
Kennzeichnung „im Druck“ statt Jahr.
Ergänzung von Volumen, Ausgabe, Seiten nach Erscheinen.
Sekundärzitat
Eintrag nur für tatsächlich konsultierten Artikel.
Hinweis „zitiert nach“ ausschließlich im Fließtext, nicht im Eintrag.
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach Chicago Style? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.
Wie zitiere ich einen Zeitschriftenartikel im Text nach Chicago Autor-Datum?
Im Chicago Autor-Datum-System erfolgt der Nachweis eines Zeitschriftenartikels im Text mit einem Kurzbeleg in runden Klammern: Nachname des Autors, Erscheinungsjahr und bei Bedarf Seitenzahl. Ein allgemeiner Verweis lautet zum Beispiel (Müller 2023), ein Nachweis einer konkreten Stelle (Müller 2023, 45). Steht der Name im Satz, folgt die Klammer direkt dahinter, etwa Müller (2023, 45).
Wie sieht der Standard-Eintrag eines Zeitschriftenartikels im Literaturverzeichnis aus?
Die Grundform im Literaturverzeichnis lautet: Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Titel der Zeitschrift Volume (Heftnummer) Seitenbereich. Bei digitalen Artikeln kann am Ende ein DOI oder eine stabile URL ergänzt werden. Ein Beispiel ist: Weber, Anna. 2022. „Digitale Lernräume in der Hochschullehre.“ Zeitschrift für Hochschulforschung 15 (2) 95–118. https://doi.org/10.1234/abcd5678.
Wie zitiere ich Zeitschriftenartikel mit mehreren Autoren im Chicago Autor-Datum-Stil?
Bei zwei Autoren werden im Kurzbeleg beide Nachnamen mit „und“ verbunden, etwa (Schmidt und Keller 2021, 78). Ab drei Autoren wird nur der erste Nachname genannt, gefolgt von et al., zum Beispiel (Lemke et al. 2020, 12). Im Literaturverzeichnis werden alle Autoren in der Reihenfolge der Zeitschrift vollständig ausgeschrieben, während im Text konsequent die Kurzform mit „und“ bzw. et al. verwendet wird.
Wie gehe ich mit DOIs und Onlineartikeln ohne DOI nach Chicago Autor-Datum um?
Liegt ein DOI vor, wird dieser im Literaturverzeichnis am Ende des Eintrags angegeben und ersetzt in der Regel eine URL, zum Beispiel https://doi.org/10.3390/su15043742. Fehlt ein DOI, wird eine stabile URL ohne abschließenden Punkt genutzt, etwa https://www.beispieljournal.de/blended-learning-hochschule. Im Text bleibt der Kurzbeleg in beiden Fällen gleich, zum Beispiel (Krause 2021, 10); DOI oder URL erscheinen nur im Verzeichnis.
Wie zitiere ich mehrere Artikel desselben Autors im Chicago Autor-Datum-System?
Verfasst eine Person mehrere Artikel in unterschiedlichen Jahren, erfolgt die Unterscheidung im Text ausschließlich über das Jahr, zum Beispiel (Meyer 2018) und (Meyer 2021, 60). Erscheinen mehrere Artikel im selben Jahr, werden Kleinbuchstaben direkt an das Jahr angefügt, etwa (Weise 2020a, 14) und (Weise 2020b, 39). Die Kennzeichnung mit a, b, c muss im Literaturverzeichnis identisch geführt werden, damit jeder Kurzbeleg eindeutig zugeordnet werden kann.
Wie werden Zeitschriftenartikel ohne Autor oder mit institutionellem Autor nach Chicago Autor-Datum behandelt?
Bei institutionellen Autoren steht der Name der Organisation an der Autorenposition, zum Beispiel im Verzeichnis: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). 2021. „Trends in der dualen Ausbildung.“ Berufsbildungsjournal 19 (2) 5–24. Im Text kann zunächst (Bundesinstitut für Berufsbildung [BIBB] 2021, 10) und später (BIBB 2021, 10) verwendet werden. Fehlt ein persönlicher oder institutioneller Autor, beginnt der Eintrag im Verzeichnis mit dem Titel, und der Kurzbeleg nutzt einen Kurztitel mit Jahr, etwa („Digitale Studienangebote im internationalen Vergleich“ 2020, 20).
Wie zitiere ich Online-Artikel ohne Seitenzahlen und Artikel mit eLocator nach Chicago Autor-Datum?
Online-Artikel ohne klassische Paginierung erhalten alternative Lokatoren, zum Beispiel Abschnitte oder Überschriften, etwa (Neuberger 2022, Abs. 3) oder (Neuberger 2022, Abschnitt „Diskussion“). Bei Zeitschriften mit Artikelnummern oder eLocators kann dieser als Lokator genutzt werden, zum Beispiel (Fischer 2021, e102). Im Literaturverzeichnis erscheint der eLocator anstelle eines Seitenbereichs, etwa „… 9 (3) e102.“ Die gewählte Form der Lokatoren soll in der gesamten Arbeit einheitlich eingesetzt werden.
Wie zitiere ich Artikel ohne Erscheinungsjahr oder Artikel „im Druck“ nach Chicago Autor-Datum?
Fehlt ein Erscheinungsjahr, wird im Chicago Autor-Datum-System „o. D.“ an der Jahresposition verwendet, etwa im Text (Krämer o. D., 8) und im Literaturverzeichnis „Krämer, Markus. o. D. „…““. Befindet sich ein Artikel im Druck, erscheint im Verzeichnis „im Druck“ anstelle des Jahres, zum Beispiel: Kuhl, Jonas. im Druck. „Strategien wissenschaftlichen Schreibens im digitalen Umfeld.“ Zeitschrift für Schreibforschung. Im Text lautet der Kurzbeleg dann (Kuhl im Druck); Seitenzahlen werden ergänzt, sobald die Druckfassung vorliegt.
Wie zitiere ich mehrere Zeitschriftenartikel gleichzeitig in einer Klammer nach Chicago Autor-Datum?
Wenn eine Aussage auf mehrere Zeitschriftenartikel gestützt wird, können alle Kurzbelege in einer gemeinsamen Klammer aufgeführt werden, getrennt durch Semikola. Eine typische Form lautet (Weber 2022, 100; Müller 2023, 45; Lemke et al. 2020, 12). Die Reihenfolge der Belege kann alphabetisch oder argumentativ gewählt werden, sollte jedoch innerhalb der gesamten Arbeit konsistent bleiben, damit die Struktur für Leserinnen und Leser nachvollziehbar bleibt.
Wie werden Sekundärzitate aus Zeitschriftenartikeln im Chicago Autor-Datum-System kenntlich gemacht?
Sekundärzitate entstehen, wenn Ergebnisse einer Studie nur über einen anderen Artikel bekannt sind. Chicago empfiehlt nach Möglichkeit die direkte Nutzung des Originalartikels. Ist dies nicht möglich, sollte die indirekte Übernahme im Fließtext markiert werden, zum Beispiel: Die Studie von Autor Y berichtet von einem Anstieg der Teilnahmequoten, zitiert in einem Artikel von Müller (Müller 2023, 48). Im Literaturverzeichnis erscheint nur der tatsächlich konsultierte Artikel, nicht die nicht eingesehene Originalstudie.
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