Grundlagen

Was ist die deutsche Zitierweise?

Die deutsche Zitierweise ist ein Zitierstil, bei dem Quellen mithilfe von hochgestellten Ziffern im Text und den dazugehörigen Quellenangaben in Fußnoten nachgewiesen werden. Besonders verbreitet ist diese Form der Zitation in geisteswissenschaftlichen, historischen, theologischen und teilweise rechtswissenschaftlichen Fächern.

Übernimmst du fremdes Gedankengut in eine wissenschaftliche Arbeit, setzt du an der entsprechenden Stelle eine hochgestellte Zahl. Der ausführliche Quellennachweis steht anschließend in der Fußnote. Bei der ersten Nennung einer Quelle wird häufig ein Vollbeleg verwendet. Bei einer späteren Nennung genügt in vielen Vorgaben ein Kurzbeleg.

Die genaue Formatierung kann sich zwischen Hochschule, Fach und Bildungseinrichtung unterscheiden. Deshalb solltest du zusätzlich immer die formalen Vorgaben deiner Universität oder deines Fachbereichs prüfen. Die deutsche Zitierweise beschreibt ein verbreitetes Grundsystem, aber keine einzige für alle Hochschulen verbindliche Form.

So funktioniert die deutsche Zitierweise

Schritt Umsetzung
1. Aussage oder Zitat Die fremde Aussage wird im Fließtext verwendet.
2. Fußnotenzahl Eine hochgestellte Ziffer verweist auf die zugehörige Fußnote.
3. Erste Nennung Die Quelle wird mit einer ausführlichen Quellenangabe belegt.
4. Weitere Nennung Für dieselbe Quelle kann ein Kurzbeleg verwendet werden.
5. Literaturverzeichnis Die verwendete Literatur wird vollständig und meist alphabetisch aufgeführt.
Vorteil der deutschen Zitierweise

Der Fließtext bleibt gut lesbar, weil Autor, Titel, Jahreszahl und Seitenzahl nicht direkt in Klammern im Text stehen. Ausführliche Quelleninformationen können in den Fußnoten angegeben werden.

Zitieren mit Fußnoten

Deutsche Zitierweise mit Fußnoten

Das zentrale Merkmal der deutschen Zitierweise sind Fußnoten. Im Text erscheint lediglich eine hochgestellte Ziffer. Der eigentliche Quellenbeleg steht am unteren Rand der jeweiligen Seite. Dadurch lässt sich ein Zitat direkt einer Quelle zuordnen, ohne den Lesefluss durch längere Klammerangaben zu unterbrechen.

Wie die Fußnotenzahl genau gesetzt wird, hängt vom Bezug ab. Bezieht sich der Nachweis auf einen vollständigen Satz, steht die hochgestellte Zahl nach den Vorgaben vieler Hochschulen am Satzende. Bezieht sich der Verweis nur auf einen bestimmten Begriff oder Satzteil, kann die Ziffer unmittelbar an dieser Stelle stehen.

Fußnoten richtig setzen

  • Fußnoten fortlaufend nummerieren
  • hochgestellte Ziffer eindeutig der Textstelle zuordnen
  • Quellennachweis in der zugehörigen Fußnote angeben
  • Seitenzahl bei konkreten Textstellen ergänzen
  • Vollbeleg und Kurzbeleg einheitlich verwenden
  • Zeichensetzung nach den Vorgaben deiner Hochschule prüfen
Praxis-Tipp

Microsoft Word kann Fußnoten automatisch nummerieren. Setze die Fußnotenzahl deshalb über die Fußnotenfunktion und nicht als manuell hochgestellte Zahl. So bleibt die Nummerierung auch nach späteren Änderungen am Text korrekt.

Erste und weitere Nennung

Vollbeleg und Kurzbeleg unterscheiden

Eine typische Unterscheidung der deutschen Zitierweise betrifft die erste und die zweite Nennung einer Quelle. Beim ersten Mal enthält die Fußnote eine ausführliche Quellenangabe. Wird dieselbe Literatur später erneut verwendet, kann ein verkürzter Verweis eingesetzt werden.

Vollbeleg bei der ersten Nennung

Der Vollbeleg enthält die Informationen, die erforderlich sind, um die Quelle eindeutig zu identifizieren. Bei einem Buch gehören dazu beispielsweise Vorname und Nachname des Autors, Titel, gegebenenfalls Untertitel, Auflage, Erscheinungsort, Jahreszahl und die zitierte Seite.

Typisches Muster für ein Buch

Vorname Nachname: Titel. Untertitel, 2. Aufl., Ort 2025, S. 25.

Kurzbeleg bei weiteren Nennungen

Bei einer späteren Nennung kann der Nachweis verkürzt werden. Ein möglicher Kurzbeleg besteht aus Nachname, Kurztitel und Seitenzahl. Welche Bestandteile verlangt werden, richtet sich nach der konkreten Zitierregel deiner Hochschule.

Typisches Muster für einen Kurzbeleg

Nachname: Kurztitel, S. 48.

Zitate

Direkte und indirekte Zitate richtig zitieren

Sowohl ein wörtliches Zitat als auch eine sinngemäße Übernahme benötigt einen Quellennachweis. Die deutsche Zitierweise verändert also nicht die Pflicht zum Zitieren, sondern die Form, in der der Nachweis dargestellt wird.

Wörtliches Zitat

Übernimmst du einen Text wortwörtlich, setzt du ihn in Anführungszeichen und gibst die konkrete Seite der Quelle an. Die Fußnotenzahl verweist anschließend auf die ausführliche oder verkürzte Quellenangabe.

Längere Zitate können entsprechend den Vorgaben der Hochschule als Blockzitat formatiert werden. Auch dabei bleibt der Quellennachweis erforderlich.

Indirektes Zitat

Bei einem indirekten Zitat übernimmst du den Gedanken einer Quelle in eigenen Worten. Auch eine solche Paraphrase enthält fremdes Gedankengut und muss deshalb belegt werden. In vielen deutschen Zitierregeln beginnt der Fußnotenbeleg eines sinngemäßen Zitats mit „Vgl.“. Andere Hochschulen verzichten darauf.

Häufiger Fehler

Eine Formulierung mit eigenen Worten macht eine fremde Aussage nicht zu deiner eigenen Erkenntnis. Fehlt der Quellennachweis, kann daraus ein Plagiat entstehen.

Abkürzungen und Verweise

Vgl., ebd., f. und ff. in der deutschen Zitierweise

In Fußnoten begegnen dir häufig Abkürzungen wie vgl., ebd., f. oder ff.. Ihre Verwendung ist jedoch nicht an jeder Hochschule identisch geregelt. Prüfe deshalb, welche Form dein Leitfaden verlangt.

Typische Abkürzungen in Fußnoten

  • Vgl. – kann ein sinngemäßes Zitat kennzeichnen
  • Ebd. beziehungsweise ebenda – verweist auf dieselbe unmittelbar zuvor genannte Quelle
  • f. – verweist auf die angegebene und die folgende Seite
  • ff. – verweist auf mehrere folgende Seiten
  • ders./dies. – kann für denselben Autor beziehungsweise dieselbe Autorin verwendet werden

Besonders bei ff. kann eine genaue Seitenangabe wissenschaftlich präziser sein. Wenn dein Leitfaden beispielsweise eine konkrete Spanne verlangt, ist „S. 24–27“ eindeutiger als „S. 24 ff.“.

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis nach deutscher Zitierweise

Neben den Fußnoten gehört ein vollständiges Literaturverzeichnis zur wissenschaftlichen Arbeit. Die dort aufgeführten Quellen ermöglichen es, verwendete Bücher, Zeitschriftenartikel, Sammelbände und Internetquellen eindeutig wiederzufinden.

Aufbau des Literaturverzeichnisses

Die Literatur wird üblicherweise in alphabetischer Reihenfolge nach dem Nachnamen des Autors oder der Autorin sortiert. Je nach Quellenart gehören Titel, Herausgeber, Auflage, Erscheinungsort, Verlag, Jahreszahl, Zeitschrift, Band, Ausgabe, Seitenbereich, URL oder Abrufdatum zur Angabe.

Bei einem Zeitschriftenartikel wird im Literaturverzeichnis beispielsweise der vollständige Seitenbereich des Artikels angegeben. Bei einer konkreten Textstelle in der Fußnote wird dagegen die tatsächlich verwendete Seite genannt.

Fußnote und Literaturverzeichnis müssen zusammenpassen

Autor, Titel und weitere bibliografische Angaben sollten in Fußnoten und Literaturverzeichnis widerspruchsfrei sein. Unterschiedliche Schreibweisen, fehlende Jahreszahlen oder abweichende Titel erschweren die Prüfung der Quelle.

Quellenarten

Welche Quellen kannst du nach deutscher Zitierweise zitieren?

Die deutsche Zitierweise lässt sich auf unterschiedliche Quellenarten übertragen. Der genaue Aufbau hängt davon ab, ob du beispielsweise ein Buch, einen Artikel, eine Internetquelle oder eine Abschlussarbeit zitierst.

Bücher, Sammelbände und Zeitschriften

  • Buch und Monographie
  • Kapitel aus einem Sammelband
  • Beitrag eines Herausgebers oder mehrerer Autoren
  • Zeitschriftenartikel
  • E-Book
  • wissenschaftliche Studie

Internetquellen und digitale Inhalte

  • Website oder einzelne Internetseite
  • Online-Artikel
  • PDF-Dokument
  • YouTube-Video und andere audiovisuelle Inhalte
  • digitale Berichte und Veröffentlichungen

Abschlussarbeiten, Abbildungen und weitere Quellen

  • Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation
  • Abbildung, Bild oder Grafik
  • Tabelle
  • Vortrag oder Vorlesungsfolie
  • Pressemitteilung
  • Sekundärquelle und Sekundärzitat

Zitierstile vergleichen

Deutsche Zitierweise, Harvard und Chicago unterscheiden

Die Wahl des Zitierstils bestimmt, wie ein Quellennachweis im Text und im Literaturverzeichnis dargestellt wird. Die deutsche Zitierweise darf deshalb nicht mit anderen fußnoten- oder autorenbasierten Zitierstilen vermischt werden.

Zitierstil Nachweis im Text Typisches Prinzip
Deutsche Zitierweise hochgestellte Ziffer Fußnote mit Voll- oder Kurzbeleg
Harvard Autor und Jahreszahl im Fließtext Autor-Datum-System
Chicago Notes & Bibliography hochgestellte Ziffer eigene normierte Chicago-Fußnotenregeln

Deutsche Zitierweise oder Autor-Datum?

Bei der deutschen Zitierweise steht der ausführliche Nachweis außerhalb des Fließtextes in der Fußnote. Bei Autor-Datum-Systemen stehen Nachname und Jahreszahl unmittelbar im Text. Das sind unterschiedliche Zitierlogiken und nicht zwei gleichwertige Varianten derselben deutschen Zitierweise.

Deutsche Zitierweise oder Chicago?

Chicago kann ebenfalls mit Fußnoten arbeiten. Die Formatierung von Autoren, Titeln, Publikationsdaten, Kurzbelegen und Bibliographie folgt jedoch den eigenen Regeln des Chicago-Stils. Die Systeme sollten deshalb nicht miteinander vermischt werden.

Wissenschaftliche Arbeiten

Deutsche Zitierweise in Hausarbeit, Bachelorarbeit und Masterarbeit

Ob du die deutsche Zitierweise in einer Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder einer anderen wissenschaftlichen Arbeit verwenden sollst, entscheidet in erster Linie die Vorgabe deiner Hochschule. Manche Fachbereiche schreiben einen Zitierstil verbindlich vor, andere erlauben verschiedene Zitierstile, solange die Verwendung konsequent und einheitlich bleibt.

Hochschulvorgaben haben Vorrang

Prüfe vor dem Schreiben den Leitfaden deines Fachbereichs. Dort findest du häufig genaue Regeln zur formalen Gestaltung, zur Position der Fußnotenzahl, zur Schreibweise von Autor und Vorname, zum Kurztitel, zur Zeichensetzung sowie zum Aufbau des Literaturverzeichnisses.

Programme wie Microsoft Word oder Zotero können dich bei der technischen Verwaltung der Literatur unterstützen. Sie ersetzen jedoch nicht die Kontrolle, ob die automatisch erzeugte Angabe tatsächlich den Regeln deiner Universität entspricht.

Abgabe prüfen

Checkliste für die deutsche Zitierweise

Prüfe deine Zitation nicht erst nach Abschluss deiner Arbeit. Eine systematische Kontrolle reduziert Fehler in Fußnoten und Literaturverzeichnis und verhindert, dass Quellen vor der Abgabe fehlen.

Vor der Abgabe kontrollieren

  • Hat jede fremde Aussage einen nachvollziehbaren Quellennachweis?
  • Sind direkte Zitate eindeutig gekennzeichnet?
  • Sind indirekte Zitate vollständig belegt?
  • Sind alle Fußnoten fortlaufend nummeriert?
  • Wurde die erste Nennung als Vollbeleg formatiert?
  • Sind spätere Kurzbelege einheitlich aufgebaut?
  • Stimmen Seitenzahlen und Quellen tatsächlich mit dem Original überein?
  • Sind alle verwendeten Quellen im Literaturverzeichnis enthalten?
  • Ist das Literaturverzeichnis alphabetisch und formal einheitlich?
  • Entspricht die Zitation den Richtlinien deiner Hochschule?
Typische Risiken vor der Abgabe
  • Quelle steht in der Fußnote, fehlt aber im Literaturverzeichnis
  • Seitenzahl stimmt nicht mit der zitierten Stelle überein
  • Vollbeleg und Kurzbeleg werden uneinheitlich verwendet
  • direkte und indirekte Zitate sind nicht eindeutig unterscheidbar
  • automatisch erzeugte Angaben aus Word oder Zotero enthalten Formatierungsfehler
  • ungekennzeichnete Übernahmen erhöhen das Risiko eines Plagiats
Fazit

Die deutsche Zitierweise verbindet hochgestellte Ziffern im Text mit ausführlichen Quellenangaben in Fußnoten. Entscheidend sind eine klare Unterscheidung zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg, korrekte Seitenangaben, ein vollständiges Literaturverzeichnis und die konsequente Anwendung derselben Regeln in der gesamten Arbeit.

Häufige Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen zur deutschen Zitierweise

Hier findest du kompakte Antworten zu Fußnoten, Kurzbelegen, Literaturverzeichnis und der richtigen Verwendung der deutschen Zitierweise.

Wie zitiert man richtig nach der deutschen Zitierweise?

Bei der deutschen Zitierweise setzt du im Text eine hochgestellte Fußnotenzahl. Die zugehörige Fußnote enthält den Quellennachweis. Bei der ersten Nennung wird häufig ein Vollbeleg und bei späteren Nennungen ein Kurzbeleg verwendet. Zusätzlich werden die verwendeten Quellen im Literaturverzeichnis vollständig aufgeführt.

Wie zitiert man in der deutschen Zitierweise im Text?

Im Fließtext steht normalerweise keine ausführliche Quellenangabe. Stattdessen verweist eine hochgestellte Ziffer auf eine Fußnote am unteren Seitenrand. Dort stehen Autor, Titel, Publikationsdaten und die konkrete Seitenzahl nach den jeweiligen Hochschulvorgaben.

Was ist ein Kurzbeleg bei der deutschen Zitierweise?

Ein Kurzbeleg ist eine verkürzte Quellenangabe für eine Quelle, die bereits vollständig genannt wurde. Häufig besteht er aus dem Nachnamen des Autors, einem Kurztitel und der konkreten Seitenzahl. Welche Form verlangt wird, richtet sich nach der Zitieranleitung deiner Hochschule.

Welche Beispiele gibt es für die deutsche Zitierweise?

Die Form unterscheidet sich nach Quellenart. Ein Buch benötigt andere Angaben als ein Zeitschriftenartikel, eine Internetquelle oder eine Abschlussarbeit. Im Bereich Beispiele für die deutsche Zitierweise findest du Muster für Fußnoten, Kurzbelege und Literaturverzeichnis.

Muss jede Fußnotenquelle auch ins Literaturverzeichnis?

Wissenschaftliche Literatur, die in deiner Arbeit verwendet wird, gehört grundsätzlich auch in das Literaturverzeichnis, sofern die Richtlinien deiner Hochschule keine Ausnahme vorsehen. Bei einzelnen besonderen Quellenarten können abweichende Regeln gelten.

Muss bei indirekten Zitaten immer „vgl.“ stehen?

Nicht zwingend. In vielen deutschen Hochschulrichtlinien wird „Vgl.“ bei sinngemäßen Zitaten verwendet. Andere Leitfäden verzichten darauf. Maßgeblich ist deshalb die Zitierregel deiner Hochschule.

Was ist der Unterschied zwischen deutscher Zitierweise und Harvard?

Die deutsche Zitierweise arbeitet typischerweise mit hochgestellten Ziffern und Fußnoten. Harvard setzt dagegen Autor und Jahreszahl direkt in den Fließtext. Beide Systeme führen die vollständigen Quellen anschließend in einem Literaturverzeichnis auf.

Welche bekannten Zitierweisen gibt es?

Zu den bekannten Zitierstilen gehören neben der deutschen Zitierweise unter anderem APA, Harvard, Chicago, MLA, IEEE, Vancouver, ACS, AMA, OSCOLA, Oxford und weitere fachspezifische Systeme. Welche Zitierweise geeignet ist, hängt vom Fach und den Vorgaben deiner Hochschule ab.