Lesedauer: ca. 8 Minuten Artikeltyp: Anleitung

„Ihn“ oder „ihm“ groß- oder kleinschreiben?

Die Pronomen „ihn“ und „ihm“ werden grundsätzlich kleingeschrieben, da sie Formen des Personalpronomens „er“ sind. Großschreibung erfolgt nur am Satzanfang. „Ihn“ ist Akkusativ und antwortet auf „wen oder was?“, z. B. „Ich sehe ihn.“ „Ihm“ ist Dativ und antwortet auf „wem?“, z. B. „Ich gebe ihm das Buch.“ Anders als „Sie“, „Ihr“ oder „Ihnen“ sind „ihn“ und „ihm“ keine höflichen Anredepronomen. Häufige Fehler entstehen durch unnötige Großschreibung, Verwechslung von Akkusativ und Dativ oder unklare Bezüge im Satz.

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Schreibweise

„Ihn“ oder „ihm“ groß oder klein?

Die Wörter „ihn“ und „ihm“ sind Formen des Personalpronomens „er“. Sie werden im Satzinneren kleingeschrieben. Eine Großschreibung erfolgt nur am Satzanfang.

Grundregel:
„ihn“ und „ihm“ werden im Satzinneren kleingeschrieben.

Wichtig:
„ihn“ und „ihm“ sind keine Höflichkeitsformen. Deshalb gelten für sie nicht die Großschreibregeln von „Sie“, „Ihr“ oder „Ihnen“.

Richtig


Ich habe den Artikel gelesen, aber ihn nicht vollständig verstanden.

Ich habe ihm eine E-Mail geschickt.

Falsch


Ich habe den Artikel gelesen, aber Ihn nicht vollständig verstanden.

Ich habe Ihm eine E-Mail geschickt.

1a-Studi-Tipp

Schreibe „ihn“ und „ihm“ im Satzinneren immer klein. Prüfe zusätzlich den Kasus: „ihn“ steht im Akkusativ, „ihm“ steht im Dativ.

Regeln

Schreibweise von „ihn“ und „ihm“

„ihn“ und „ihm“ gehören zum Personalpronomen „er“. Dieses Pronomen bezeichnet eine bekannte männliche Person, eine männlich bezeichnete Sache oder ein zuvor genanntes grammatisches Bezugswort.

Obwohl Pronomen anstelle von Nomen stehen können, werden sie im Deutschen kleingeschrieben. Die Großschreibung ist nur am Satzanfang korrekt.

Richtig:
„Der Autor nennt den Ansatz, erklärt ihn aber nicht ausführlich.“

Richtig:
„Ihm wurde ein eigenes Kapitel gewidmet.“

Unterschied zwischen „ihn“ und „ihm“

Die Entscheidung zwischen „ihn“ und „ihm“ hängt vom Kasus ab. „ihn“ steht im Akkusativ und antwortet auf die Frage „wen oder was?“. „ihm“ steht im Dativ und antwortet auf die Frage „wem?“.

Kasus Pronomenform Frage Beispiel
Nominativ er Wer oder was? Er liest ein Buch.
Genitiv seiner Wessen? Die Bedeutung seiner Aussage bleibt unklar.
Akkusativ ihn Wen oder was? Ich sehe ihn.
Dativ ihm Wem? Ich gebe ihm das Buch.

Frageprobe für „ihn“

„ihn“ verwendest du, wenn nach dem direkten Objekt gefragt wird. Die passende Frage lautet „wen oder was?“.

Beispiel:
„Die Hausarbeit kritisiert ihn wegen seiner methodischen Schwäche.“

Frage:
„Wen oder was kritisiert die Hausarbeit?“

Antwort:
Akkusativ → ihn

Frageprobe für „ihm“

„ihm“ verwendest du, wenn nach dem indirekten Objekt gefragt wird. Die passende Frage lautet „wem?“.

Beispiel:
„Der Autor widmet ihm ein ganzes Kapitel.“

Frage:
„Wem widmet der Autor ein ganzes Kapitel?“

Antwort:
Dativ → ihm

Abgrenzung zu Höflichkeitsformen

Die Höflichkeitsformen „Sie“, „Ihr“, „Ihre“ und „Ihnen“ werden in der formellen Anrede großgeschrieben. „ihn“ und „ihm“ gehören jedoch nicht zu diesen Höflichkeitsformen.

Höflichkeitsform:
„Ich sende Ihnen die Unterlagen.“

Personalpronomen:
„Ich sende ihm die Unterlagen.“

Form Schreibweise Funktion
Ihnen groß formelle direkte Anrede
ihm klein Personalpronomen im Dativ
ihn klein Personalpronomen im Akkusativ

Beispiele

Beispiele für „ihn“ und „ihm“ groß oder klein

Die folgenden Beispiele zeigen, wann „ihn“ und „ihm“ kleingeschrieben werden. Die Großschreibung ist nur am Satzanfang korrekt.

Richtige Schreibweise Falsche Schreibweise
Ich habe den Artikel gelesen, aber ihn nicht vollständig verstanden. Ich habe den Artikel gelesen, aber Ihn nicht vollständig verstanden.
Ich habe ihm eine E-Mail geschickt. Ich habe Ihm eine E-Mail geschickt.
Die Studie nennt den Ansatz, erläutert ihn jedoch nur kurz. Die Studie nennt den Ansatz, erläutert Ihn jedoch nur kurz.
Der Theorie wurde ein eigenes Kapitel gewidmet; in ihm werden die zentralen Begriffe erläutert. Der Theorie wurde ein eigenes Kapitel gewidmet; in Ihm werden die zentralen Begriffe erläutert.
Ihn betrifft diese Kritik nur teilweise. ihn betrifft diese Kritik nur teilweise.

„ihn“ im Akkusativ

Richtig


Die Analyse berücksichtigt ihn nur am Rand.

Der Autor beschreibt ihn als zentralen Einflussfaktor.

Frageprobe


Wen oder was berücksichtigt die Analyse?

Wen oder was beschreibt der Autor?

„ihm“ im Dativ

Richtig


Dem Ansatz wird viel Bedeutung zugeschrieben; ihm kommt eine zentrale Rolle zu.

Der Autor widmet ihm ein eigenes Kapitel.

Frageprobe


Wem kommt eine zentrale Rolle zu?

Wem widmet der Autor ein eigenes Kapitel?

Häufige Fehler

Häufig werden „ihn“ und „ihm“ fälschlich großgeschrieben, weil sie mit der Höflichkeitsform „Ihnen“ verwechselt werden. Diese Verwechslung ist grammatisch falsch.

Richtig


Ich habe ihm die Unterlagen geschickt.

Falsch


Ich habe Ihm die Unterlagen geschickt.

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Wissenschaft

„ihn“ und „ihm“ in wissenschaftlichen Arbeiten

In wissenschaftlichen Arbeiten können „ihn“ und „ihm“ verwendet werden, um Wiederholungen zu vermeiden. Die Pronomen ersetzen ein zuvor genanntes Bezugswort und machen den Text flüssiger.

Wichtig ist jedoch, dass der Bezug eindeutig bleibt. Wenn mehrere mögliche Bezugswörter im Satz vorkommen, kann „ihn“ oder „ihm“ missverständlich wirken.

Geeignete Verwendung

„Soziale Medien haben einen großen Einfluss auf junge Menschen. Zahlreiche Studien haben ihn untersucht und festgestellt, dass er eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung sozialer Interaktionen spielt.“

In diesem Beispiel bezieht sich „ihn“ klar auf „den Einfluss“. Der Bezug ist nachvollziehbar.

Unklare Verwendung

„Der Autor beschreibt den Ansatz, den Einfluss und den Kontext. Später analysiert er ihn genauer.“

Diese Formulierung ist unklar, weil mehrere männliche Bezugswörter möglich sind: Ansatz, Einfluss oder Kontext.

Präzisere wissenschaftliche Formulierung

„Der Autor beschreibt den Ansatz, den Einfluss und den Kontext. Anschließend analysiert er den Ansatz genauer.“

Wie lassen sich „ihn“ und „ihm“ präzise verwenden?

  • Bezugswort eindeutig benennen
  • bei mehreren möglichen Bezügen das Nomen wiederholen
  • Kasus mit der Frageprobe prüfen
  • Höflichkeitsformen wie „Ihnen“ nicht mit „ihm“ verwechseln
Unklar oder fehlerhaft Wissenschaftlich präziser
Der Ansatz und der Kontext werden beschrieben. Ihn analysiert die Arbeit später. Der Ansatz und der Kontext werden beschrieben. Den Ansatz analysiert die Arbeit später.
Der Autor widmet ihn ein Kapitel. Der Autor widmet ihm ein Kapitel.
Die Studie nennt den Einfluss und untersucht ihm anschließend. Die Studie nennt den Einfluss und untersucht ihn anschließend.

Eine eindeutige Bezugnahme stärkt die Verständlichkeit und verhindert Missverständnisse in der wissenschaftlichen Argumentation.

Reflexion

Kritische Reflexion

Die Schreibweise von „ihn“ und „ihm“ ist formal eindeutig: Beide Formen werden im Satzinneren kleingeschrieben. Eine Großschreibung ist nur am Satzanfang korrekt.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Höflichkeitsform „Ihnen“. Während „Ihnen“ eine direkte formelle Anrede ist, bezeichnen „ihn“ und „ihm“ eine Person, Sache oder ein Bezugswort, über das gesprochen wird.

In wissenschaftlichen Arbeiten ist zusätzlich der Bezug entscheidend. Pronomen verbessern den Lesefluss, können aber unklar werden, wenn mehrere mögliche Bezugswörter vorhanden sind.

Wissenschaftlich überzeugend ist eine Formulierung dann, wenn Kasus, Kleinschreibung und Bezugswort eindeutig sind. Bei Unsicherheit sollte das Nomen wiederholt werden.

Fazit

„ihn“ und „ihm“ werden im Satzinneren kleingeschrieben, weil sie Personalpronomen sind. „ihn“ steht im Akkusativ, „ihm“ im Dativ. Beide Formen sind keine Höflichkeitspronomen und dürfen nicht mit „Ihnen“ verwechselt werden.

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