Indirektes Zitat nach Harvard richtig zitieren
Ein indirektes Zitat nach Harvard gibt den Gedanken einer Quelle in deinen eigenen Worten wieder. Du übernimmst also nicht den Originalwortlaut, sondern formulierst die Aussage als Paraphrase neu. Trotzdem benötigt die übernommene Information einen eindeutigen Harvard-Kurzbeleg.
Eine verbreitete deutschsprachige Harvard-Variante kennzeichnet die Paraphrase beispielsweise mit vgl.: Eine systematische Literaturarbeit erleichtert die Nachvollziehbarkeit wissenschaftlicher Argumente (vgl. Sommer 2023: 11). Harvard ist jedoch nicht vollständig standardisiert. Ob du vgl., ein Seitenkürzel oder eine bestimmte Zeichensetzung verwenden sollst, richtet sich deshalb nach dem Leitfaden deiner Hochschule.
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Grundlagen
Was ist ein indirektes Zitat nach Harvard?
Bei einem indirekten Zitat übernimmst du eine fremde Aussage sinngemäß. Deshalb werden indirekte Zitate auch als Paraphrasen oder sinngemäße Zitate bezeichnet.
Der entscheidende Unterschied zum direkten Zitat besteht darin, dass du nicht die ursprüngliche Formulierung übernimmst.
| Direktes Zitat | Indirektes Zitat | |
|---|---|---|
| Übernahme | Originalwortlaut | Gedanke beziehungsweise Aussage |
| Formulierung | wortwörtlich | in eigenen Worten |
| Anführungszeichen | ja beziehungsweise Blockzitat | nein |
| Harvard-Beleg | Autor + Jahr + Fundstelle | Autor + Jahr + je nach Bezug Fundstelle |
| vgl. | nein | abhängig von Harvard-Variante |
Beispiel für ein indirektes Harvard-Zitat
Wissenschaftliche Texte werden nachvollziehbarer, wenn fremde Aussagen eindeutig ihren Quellen zugeordnet werden (vgl. Sommer 2023: 11).
Die Aussage wurde in eigenen Worten formuliert. Trotzdem bleibt das ursprüngliche Gedankengut der Quelle zugeordnet.
Eigene Wörter bedeuten nicht eigene Idee. Sobald du einen Gedanken, ein Ergebnis, eine Definition oder ein Argument aus einer Quelle übernimmst, benötigst du einen Quellenbeleg.
Harvard-Kurzbeleg
Wie sieht ein indirektes Zitat nach Harvard aus?
Harvard arbeitet mit Kurzbelegen direkt im Fließtext. Der vollständige bibliografische Nachweis steht anschließend im Literaturverzeichnis.
Eine häufig verwendete deutschsprachige Variante lautet:
Eigene Paraphrase (vgl. Autor Jahr: Seite).
Beispiel:
Eine nachvollziehbare Quellenarbeit ist eine wesentliche Voraussetzung wissenschaftlicher Argumentation (vgl. Sommer 2023: 18).
Harvard besitzt jedoch kein einziges verbindliches Regelwerk. Je nach Hochschule sind deshalb beispielsweise auch folgende Varianten möglich:
| Variante | Beispiel |
|---|---|
| mit vgl. und Doppelpunkt | (vgl. Sommer 2023: 18) |
| mit vgl. und Komma | (vgl. Sommer 2023, 18) |
| mit Seitenkürzel | (vgl. Sommer 2023, S. 18) |
| ohne vgl. | (Sommer 2023: 18) |
Eine Schreibweise kann nach dem Leitfaden einer Hochschule korrekt und nach einem anderen Leitfaden unerwünscht sein. Wähle deshalb nicht zwischen Internetbeispielen, sondern übernimm die Harvard-Variante deiner Institution konsequent.
vgl. richtig verwenden
Muss bei einem indirekten Harvard-Zitat „vgl.“ stehen?
Nicht zwingend in jeder Harvard-Variante. Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen verschiedenen Hochschulleitfäden.
Viele deutschsprachige Harvard-Systeme kennzeichnen Paraphrasen mit der Abkürzung vgl. für „vergleiche“:
Digitale Literaturverwaltung kann die systematische Quellenarbeit erleichtern (vgl. Sommer 2023: 21).
Andere Harvard-Leitfäden verzichten bei indirekten Zitaten vollständig auf vgl.:
Digitale Literaturverwaltung kann die systematische Quellenarbeit erleichtern (Sommer 2023: 21).
Autor bereits im Satz genannt
Wenn du den Namen der Autorin beziehungsweise des Autors bereits in den Satz integrierst, verwenden viele Harvard-Varianten keinen zusätzlichen vgl.-Zusatz:
Nach Sommer (2023: 21) kann digitale Literaturverwaltung die systematische Quellenarbeit erleichtern.
Auch hier gilt jedoch: Entscheidend ist die konkrete Hochschulvorgabe.
Bei einem direkten Zitat steht kein vgl.. Bei einer Paraphrase kann vgl. in deutschsprachigen Harvard-Varianten vorgesehen sein. Ob es tatsächlich verlangt wird, bestimmt dein Zitierleitfaden.
Paraphrasieren
Indirekt zitieren: Quelle wirklich in eigenen Worten wiedergeben
Eine Paraphrase entsteht nicht dadurch, dass du nur einzelne Wörter des Originals durch Synonyme ersetzt. Satzbau, Schwerpunkt und Formulierung sollten eigenständig entwickelt werden, während die fachliche Aussage korrekt erhalten bleibt.
Fiktive Originalaussage
Digitale Lernplattformen ermöglichen Studierenden einen zeitlich flexibleren Zugang zu Lehrmaterialien.
Zu nah am Original
Digitale Lernsysteme ermöglichen Studierenden einen zeitlich flexiblen Zugang zu Lernmaterialien (vgl. Sommer 2023: 24).
Hier wurden hauptsächlich einzelne Begriffe ausgetauscht. Struktur und Formulierung bleiben sehr nah am Ausgangssatz.
Eigenständige Paraphrase
Studierende können digitale Lehrangebote unabhängig von festen Veranstaltungszeiten nutzen und dadurch Lernmaterialien flexibler abrufen (vgl. Sommer 2023: 24).
Lies die Aussage, schließe die Quelle, formuliere ihren fachlichen Kern aus deinem Verständnis neu und gleiche die Paraphrase anschließend mit dem Original ab. So reduzierst du das Risiko, unbewusst Satzbau und Wortwahl zu kopieren.
Quellenposition
Harvard-Quellenangabe in den Satz integrieren
Du kannst die Quelle entweder vollständig in Klammern setzen oder die Autorenschaft sprachlich in deinen Satz einbauen.
Kurzbeleg am Satzende
Die Qualität wissenschaftlicher Texte hängt auch von einer nachvollziehbaren Quellenführung ab (vgl. Sommer 2023: 31).
Autor in den Satz einbauen
Sommer (2023: 31) betont die Bedeutung einer nachvollziehbaren Quellenführung für die Qualität wissenschaftlicher Texte.
Mit „nach“, „laut“ oder einem Verb einleiten
Nach Sommer (2023: 31) erhöht eine transparente Quellenführung die Nachvollziehbarkeit wissenschaftlicher Argumente.
Ebenso eignen sich wissenschaftliche Verben wie argumentiert, beschreibt, zeigt, unterscheidet, kritisiert oder kommt zu dem Ergebnis.
Ein Harvard-Beleg sollte nicht wie ein Fremdkörper hinter einem Absatz stehen. Durch Formulierungen wie „Nach Sommer …“ oder „Sommer zeigt …“ kannst du deutlich machen, wessen Position du gerade wiedergibst.
Seitenangabe
Braucht ein indirektes Harvard-Zitat eine Seitenzahl?
Auch hier gibt es keine einzige Harvard-Regel für sämtliche Hochschulen.
Bei einer konkreten Paraphrase einer bestimmten Textstelle ist eine genaue Seitenangabe besonders sinnvoll und wird in vielen Hochschulleitfäden verlangt beziehungsweise empfohlen.
Die systematische Dokumentation von Quellen erleichtert die spätere Überprüfung wissenschaftlicher Aussagen (vgl. Sommer 2023: 36).
Bezug auf ein gesamtes Werk
Einige Harvard-Leitfäden erlauben einen Beleg ohne Seitenzahl, wenn du dich nicht auf eine konkrete Passage, sondern allgemein auf die Position oder das Gesamtwerk beziehst:
Sommer (2023) untersucht verschiedene Formen wissenschaftlicher Quellenarbeit.
Ob eine Seitenzahl auch in diesem Fall verpflichtend ist, richtet sich wiederum nach deinem Hochschulleitfaden.
Wenn du einen bestimmten Gedanken oder Befund aus einer bestimmten Passage paraphrasierst, ermöglicht die Seitenzahl eine wesentlich bessere Nachprüfung als der bloße Verweis auf ein ganzes Buch.
Mehrere Seiten
Indirektes Harvard-Zitat über mehrere Seiten
Bezieht sich deine Paraphrase auf einen zusammenhängenden Textbereich, kannst du den entsprechenden Seitenumfang im Kurzbeleg nennen.
| Bezug | Beispiel |
|---|---|
| eine Seite | (vgl. Sommer 2023: 36) |
| Seite und unmittelbar folgende Seite | (vgl. Sommer 2023: 36 f.) |
| klarer Seitenbereich | (vgl. Sommer 2023: 36–39) |
Die Abkürzung ff. wird von manchen Leitfäden verwendet, lässt aber offen, wo der tatsächlich gemeinte Bereich endet. Wenn deine Hochschule keine andere Regel vorgibt, ist eine genaue Spanne wie 36–39 eindeutiger.
Mehrere Sätze
Mehrere Sätze aus derselben Quelle indirekt zitieren
Eine besonders häufige Fehlerquelle entsteht, wenn eine Paraphrase nicht nur einen Satz, sondern mehrere Sätze oder einen ganzen Absatz umfasst.
Die zentrale Regel lautet: Es muss eindeutig bleiben, welche Aussagen noch aus derselben Quelle stammen und wo deine eigene Argumentation wieder beginnt.
Quelle am Beginn des Gedankengangs nennen
Sommer (2023: 40–42) unterscheidet drei Funktionen wissenschaftlicher Quellen. Zunächst dienen Quellen der fachlichen Begründung einer Aussage. Darüber hinaus ermöglichen sie die Überprüfung der verwendeten Informationen. Schließlich ordnen sie die eigene Argumentation in den vorhandenen Forschungsstand ein.
Durch die einleitende Zuordnung ist erkennbar, dass die folgenden Sätze die Position derselben Quelle zusammenfassen.
Beleg wiederholen, wenn die Zuordnung unklar werden kann
Wechselt dein Absatz zwischen fremden Aussagen und eigenen Bewertungen oder zwischen mehreren Quellen, solltest du zusätzliche Kurzbelege setzen.
Ein einzelner Kurzbeleg nach mehreren Sätzen kann mehrdeutig sein. Verwende Quellenangaben so, dass jederzeit erkennbar bleibt, welche Aussage welcher Quelle zugeordnet ist.
Mehrere Quellen
Mehrere Quellen für eine indirekte Aussage nach Harvard angeben
Wird eine Aussage von mehreren Studien oder Fachquellen gestützt, können mehrere Werke in einem gemeinsamen Harvard-Kurzbeleg stehen.
Eine verbreitete Darstellung trennt die Quellen mit Semikolon:
Mehrere Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen systematischer Quellenverwaltung und effizienteren Überarbeitungsprozessen (vgl. Sommer 2021: 18; Winter 2023: 44; Herbst 2024: 12).
Die Reihenfolge mehrerer Quellen ist innerhalb verschiedener Harvard-Systeme nicht vollständig einheitlich geregelt. Manche Leitfäden ordnen chronologisch, andere alphabetisch oder nach einer festgelegten Priorität. Auch hier gilt deshalb die institutionelle Vorgabe.
Setze nicht einfach mehrere Quellen in eine Klammer, weil sie zum gleichen Thema gehören. Alle genannten Quellen müssen die konkrete Aussage tatsächlich stützen.
Autorenschaft
Indirektes Harvard-Zitat mit mehreren Autoren
Wie beim direkten Harvard-Zitat richtet sich die Darstellung mehrerer Autorinnen und Autoren nach deiner konkreten Harvard-Variante.
| Autorenschaft | Beispiel |
|---|---|
| eine Person | (vgl. Sommer 2023: 18) |
| zwei Personen | (vgl. Sommer/Winter 2023: 18) |
| drei oder mehr | (vgl. Sommer et al. 2023: 18) |
| Institution | (vgl. Musterinstitut 2023: 18) |
Bei zwei Personen können einzelne Leitfäden statt des Schrägstrichs auch „und“ oder „&“ vorsehen. Ebenso unterscheidet sich, ab wann et al. verwendet wird.
Mehrere Werke derselben Person aus demselben Jahr
Diese werden häufig durch Buchstaben unterschieden:
(vgl. Sommer 2023a: 18; Sommer 2023b: 27)
Die Buchstaben müssen mit den Einträgen im Literaturverzeichnis übereinstimmen.
Online-Quellen
Internetquelle ohne Seitenzahl indirekt nach Harvard zitieren
Webseiten besitzen häufig keine festen Seitenzahlen. In diesem Fall solltest du keine Fundstelle erfinden.
Eine mögliche Harvard-Variante lautet:
Digitale Quellen müssen ebenfalls eindeutig ihrer verantwortlichen Organisation zugeordnet werden (vgl. Musterinstitut 2026).
Wenn dein Hochschulleitfaden alternative Fundstellen wie Absatznummern, Kapitel oder Abschnittsüberschriften vorsieht und diese eindeutig bestimmbar sind, kannst du diese entsprechend ergänzen.
Online-PDF mit Seitenzahlen
Eine PDF ist nicht automatisch eine Quelle ohne Seitenzahl. Besitzt das Dokument eine feste Paginierung, kann der betreffende Seitenbereich auch beim indirekten Zitat angegeben werden.
Entscheidend ist nicht, ob du eine Quelle online gefunden hast, sondern welche eindeutigen bibliografischen und textlichen Merkmale die Quelle selbst besitzt.
Wiederholungen
Mehrmals hintereinander dieselbe Quelle: ebd. nach Harvard?
Einige Harvard-Leitfäden erlauben die Abkürzung ebd. beziehungsweise „ebenda“, wenn unmittelbar hintereinander auf dieselbe Quelle verwiesen wird.
Beispiel einer Variante, die ebd. zulässt:
Die Literaturverwaltung unterstützt die systematische Quellenorganisation (vgl. Sommer 2023: 18). Eine konsistente Verschlagwortung erleichtert anschließend die thematische Zuordnung (vgl. ebd.: 21).
Andere Harvard-Varianten verzichten auf ebd. und wiederholen stattdessen Autor und Jahr.
Da Harvard kein zentral normierter Zitierstandard ist, solltest du ebd. nicht allein deshalb verwenden, weil du die Abkürzung in einem Online-Ratgeber gefunden hast.
Schreibstil
Indirektes Zitat im Konjunktiv oder Indikativ?
Der Harvard-Zitierstil schreibt nicht allgemein vor, dass jede Paraphrase im Konjunktiv formuliert werden muss.
Welche Verbform sinnvoll ist, hängt vielmehr davon ab, wie du die fremde Aussage sprachlich in deinen Text einordnest und welche Konventionen in deinem Fach gelten.
Indikativ
Der Indikativ ist in wissenschaftlichen Texten häufig möglich, wenn die Quellenzuordnung eindeutig ist:
Sommer (2023: 45) unterscheidet zwischen formaler und inhaltlicher Quellenprüfung.
Konjunktiv
Der Konjunktiv kann sinnvoll sein, wenn du eine fremde Position ausdrücklich als solche referierst oder sprachliche Distanz markieren möchtest:
Sommer argumentiert, eine systematische Quellenprüfung sei für die wissenschaftliche Qualität besonders relevant (2023: 45).
Harvard regelt die Quellenangabe, nicht sämtliche sprachlichen Entscheidungen deines wissenschaftlichen Textes. Wichtig ist, dass eine fremde Position klar als fremde Position erkennbar bleibt.
Abgrenzung
Indirektes oder direktes Zitat nach Harvard?
Direkte und indirekte Zitate erfüllen unterschiedliche Funktionen.
Ein direktes Zitat eignet sich, wenn der genaue Wortlaut selbst wichtig ist, beispielsweise bei einer Definition, einer besonders prägnanten Formulierung oder einer Aussage, die anschließend sprachlich analysiert wird.
Ein indirektes Zitat eignet sich dagegen, wenn du einen Gedanken in deine eigene wissenschaftliche Argumentation integrieren und zusammenfassen möchtest.
| Situation | Geeignete Zitierform |
|---|---|
| exakte Definition analysieren | direktes Zitat |
| Forschungsergebnis zusammenfassen | indirektes Zitat |
| Argument einer Quelle in eigene Argumentation einbauen | indirektes Zitat |
| besonders charakteristische Formulierung untersuchen | direktes Zitat |
Die Regeln zur wörtlichen Übernahme findest du ausführlich im Artikel direktes Zitat nach Harvard.
Diese Seite erklärt Paraphrasen und indirekte Harvard-Belege. Anführungszeichen, Blockzitate, Auslassungen und Veränderungen am Originalwortlaut werden auf der Seite zum direkten Harvard-Zitat vertieft.
Literaturverzeichnis
Indirektes Harvard-Zitat im Literaturverzeichnis
Eine indirekt zitierte Quelle wird im Literaturverzeichnis nicht anders behandelt als eine direkt zitierte Quelle.
Das bedeutet:
- Im Text steht nur der Harvard-Kurzbeleg.
- Im Literaturverzeichnis steht der vollständige bibliografische Nachweis.
- vgl. gehört nicht als Bestandteil vor den Literaturverzeichnis-Eintrag.
- Die Formatierung richtet sich nach der Quellenart.
Kurzbeleg: (vgl. Sommer 2023: 18)
Den vollständigen Aufbau von Büchern, Fachartikeln, Webseiten und weiteren Quellen findest du im eigenen Artikel Literaturverzeichnis nach Harvard.
Kontrolle
Indirektes Harvard-Zitat in 7 Schritten prüfen
Eigene Formulierung
Ist die Aussage wirklich selbstständig formuliert und nicht nur mit einzelnen Synonymen verändert?
Sinn erhalten
Gibt deine Paraphrase die Aussage der Originalquelle fachlich korrekt wieder?
Quellenzuordnung
Ist eindeutig erkennbar, welcher Gedanke aus welcher Quelle stammt?
Seitenangabe
Ist bei einer konkreten Passage die Fundstelle entsprechend deiner Hochschulvorgabe angegeben?
vgl.
Verwendest beziehungsweise vermeidest du „vgl.“ entsprechend deiner Harvard-Variante?
Literaturverzeichnis
Führt jeder Harvard-Kurzbeleg eindeutig zum richtigen Vollbeleg?
Lies deine Paraphrase zunächst ohne den Quellenbeleg. Klingt sie wie dein eigener wissenschaftlicher Text? Prüfe anschließend mit dem Original, ob der fachliche Sinn trotzdem vollständig erhalten geblieben ist.
Fehler vermeiden
Häufige Fehler beim indirekten Zitieren nach Harvard
Nur einzelne Wörter werden ersetzt
Eine Paraphrase ist mehr als eine synonymisierte Version des Originals. Entwickle eine eigenständige Satzstruktur und fasse den relevanten Gedanken aus deinem Verständnis zusammen.
Der Quellenbeleg fehlt
Auch wenn du vollständig eigene Wörter verwendest, stammt die fachliche Aussage weiterhin aus einer fremden Quelle.
vgl. wird als allgemeingültige Harvard-Pflicht dargestellt
Viele deutschsprachige Harvard-Leitfäden verwenden vgl., andere nicht. Maßgeblich ist deine institutionelle Regel.
Die Seitenzahl wird grundsätzlich weggelassen
Bei einer konkreten Paraphrase ist die genaue Fundstelle in vielen Harvard-Systemen vorgesehen und erhöht die Nachvollziehbarkeit deutlich.
Ein Beleg am Absatzende soll mehrere unklare Aussagen abdecken
Die Reichweite des Belegs muss eindeutig sein. Setze zusätzliche Quellenangaben, sobald eigene Argumente oder andere Quellen hinzukommen.
Mehrere Quellen werden genannt, obwohl nicht alle die Aussage stützen
Jede Quelle innerhalb eines Sammelbelegs muss sich tatsächlich auf die formulierte Aussage beziehen.
Der Konjunktiv wird mechanisch verwendet
Harvard schreibt keinen allgemeinen Konjunktiv für jede Paraphrase vor. Wähle die sprachliche Form passend zur Funktion der fremden Aussage.
Direktes und indirektes Zitat werden vermischt
Wenn du charakteristische Formulierungen aus dem Original beibehältst, musst du prüfen, ob diese Wörter nicht als direktes Zitat gekennzeichnet werden müssen.
Eigenständig formuliert? Aussage korrekt wiedergegeben? Quelle eindeutig zugeordnet? Fundstelle geprüft? vgl.-Regel der Hochschule beachtet? Mehrere Sätze eindeutig abgegrenzt? Literaturverzeichnis vollständig? Dann erfüllt deine Paraphrase die zentralen Anforderungen.
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zum indirekten Zitieren nach Harvard? In der 1a-Studi Wissensdatenbank findest du weitere Harvard-Regeln und Beispiele für unterschiedliche Quellenarten.
Wie zitiert man ein indirektes Zitat nach Harvard?
Du gibst die fremde Aussage in eigenen Worten wieder und ergänzt einen Harvard-Kurzbeleg. Eine verbreitete deutschsprachige Variante lautet beispielsweise: Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang … (vgl. Sommer 2023: 18). Die genaue Schreibweise richtet sich nach dem Leitfaden deiner Hochschule.
Muss beim indirekten Harvard-Zitat „vgl.“ stehen?
Nicht in jeder Harvard-Variante. Viele deutschsprachige Hochschulleitfäden kennzeichnen Paraphrasen mit „vgl.“, andere Harvard-Systeme verzichten darauf. Entscheidend ist deshalb die für deine wissenschaftliche Arbeit vorgeschriebene Harvard-Variante.
Braucht ein indirektes Harvard-Zitat eine Seitenzahl?
Bei einer Paraphrase einer konkreten Textstelle wird eine Seitenzahl in vielen Harvard-Leitfäden verlangt oder empfohlen. Bei einem allgemeinen Bezug auf ein gesamtes Werk erlauben einzelne Varianten dagegen Autor und Jahr ohne Seitenzahl. Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule.
Wie zitiere ich mehrere Sätze indirekt nach Harvard?
Die Quellenzuordnung muss für den gesamten übernommenen Gedankengang eindeutig bleiben. Du kannst die Quelle beispielsweise am Beginn der Passage sprachlich einführen. Sobald eigene Argumente oder weitere Quellen folgen, solltest du einen neuen Kurzbeleg setzen, damit die Reichweite nicht missverständlich wird.
Wie zitiere ich mehrere Quellen in einer Paraphrase nach Harvard?
Mehrere Quellen können in vielen Harvard-Varianten innerhalb einer Klammer durch Semikolon getrennt werden, beispielsweise (vgl. Sommer 2021: 18; Winter 2023: 44). Die konkrete Reihenfolge richtet sich nach deinem Hochschulleitfaden.
Wie zitiere ich mehrere Autoren indirekt nach Harvard?
Bei zwei Autoren werden in vielen Harvard-Varianten beide Namen genannt. Bei drei oder mehr Autoren kann mit dem ersten Namen und „et al.“ abgekürzt werden. Ab welcher Anzahl diese Regel gilt und wie die Namen verbunden werden, bestimmt die jeweilige Harvard-Richtlinie.
Muss ein indirektes Zitat im Konjunktiv stehen?
Nein, Harvard selbst schreibt keinen allgemeinen Konjunktiv für Paraphrasen vor. Der Konjunktiv kann verwendet werden, um eine fremde Position sprachlich zu markieren. Häufig ist aber auch der Indikativ möglich, wenn die Quellenzuordnung eindeutig ist und die Fachkonvention dies zulässt.
Wie zitiere ich eine Internetquelle ohne Seitenzahl indirekt nach Harvard?
Besitzt eine Webseite keine Seitenzahlen, darf keine Seitenzahl erfunden werden. Der Kurzbeleg kann dann beispielsweise Autor beziehungsweise Organisation und Jahr enthalten. Alternative Fundstellen wie Absätze oder Abschnitte verwendest du nur nach den Vorgaben deiner Hochschule.
Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Harvard-Zitat?
Ein direktes Zitat übernimmt den Originalwortlaut und wird entsprechend als wörtliche Übernahme gekennzeichnet. Ein indirektes Zitat gibt den Gedanken der Quelle in eigenen Worten wieder. Beide Formen benötigen einen eindeutigen Harvard-Quellenbeleg.
Kann ich bei einem indirekten Harvard-Zitat „ebd.“ verwenden?
Nur wenn deine verwendete Harvard-Variante „ebd.“ zulässt. Einige Hochschulleitfäden verwenden die Abkürzung bei unmittelbar wiederholten Quellen, andere verlangen erneut Autor und Jahr. Richte dich deshalb nach deiner institutionellen Vorgabe.
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Recherche und Korrektur der Zitation im Text nach APA, Chicago, Harvard und Hochschulrichtlinien
Zitationskorrektur ansehenRecherche und Korrektur der Quellen im Literaturverzeichnis nach Hochschulrichtlinien sowie APA, Chicago, Harvard, IEEE etc.
Literaturverzeichnis ansehenJede Quelle muss die richtigen bibliografischen Angaben tragen. Alle Quellen müssen im Text und im Literaturverzeichnis übereinstimmen.
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