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Harvard Methode zitieren – einfach erklärt

Die Harvard-Methode ist ein Autor-Jahr-System. Quellen werden direkt im Fließtext genannt und im Literaturverzeichnis vollständig aufgeführt. Im Kurzbeleg stehen je nach Hochschulvorgabe Autor, Jahr und bei direkten Zitaten die Seitenzahl, zum Beispiel: (Sommer 2023: 5) oder (Sommer, 2023, S. 5). Entscheidend ist, dass die gewählte Variante einheitlich in der gesamten wissenschaftlichen Arbeit verwendet wird.

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Harvard Methode zitieren

Grundregeln

Harvard Methode zitieren

Die Harvard-Methode verwendet Kurzbelege im Text. Diese Kurzbelege führen zur vollständigen Quellenangabe im Literaturverzeichnis. Fußnoten dienen im Harvard-Stil nicht als regulärer Quellenort, sondern höchstens für ergänzende Hinweise.

Für die Harvard-Zitation im Text sind drei Angaben zentral:

  • Nachname des Autors oder Name der Organisation,
  • Erscheinungsjahr der Quelle,
  • Seitenzahl bei direkten Zitaten und bei genauer Fundstellenangabe.

Viele Hochschulen verwenden eine von zwei Varianten. Beide Varianten sind möglich, sofern der Leitfaden der Hochschule diese Form zulässt.

Variante mit Doppelpunkt:

(Autornachname Jahr: Seite)

Variante mit Komma und Seitenkürzel:

(Autornachname, Jahr, S. Seite)
Praxis-Tipp

Die Harvard-Methode besitzt keine weltweit einheitliche Detailnorm. Deshalb ist der Hochschulleitfaden verbindlich. Besonders Trennzeichen, Seitenangaben, „et al.“ und Internetquellen unterscheiden sich je nach Vorgabe.

Im Text

Im Text zitieren nach Harvard

Beim Zitieren nach Harvard steht der Kurzbeleg direkt im Satz oder am Satzende. Die Quelle muss so platziert werden, dass eindeutig erkennbar bleibt, welche Aussage aus welcher Quelle stammt.

Harvard zitieren: 1 Autor

Hat eine Quelle einen Autor, besteht der Kurzbeleg aus Nachname, Jahr und bei Bedarf Seitenzahl.

(Sommer 2023: 5)
(Sommer, 2023, S. 5)

Harvard zitieren: 2 Autoren

Bei zwei Autoren werden beide Nachnamen genannt. Je nach Hochschulvorgabe erfolgt die Verbindung mit „&“, „und“ oder Schrägstrich.

(Sommer & Winter 2023: 10)
(Sommer/Winter, 2023, S. 10)

Harvard zitieren: mehr als 2 Autoren

Bei drei oder mehr Autoren wird häufig der erste Nachname mit „et al.“ genannt. Einige Leitfäden verlangen bei der ersten Nennung jedoch mehr Namen. Die genaue Regel muss deshalb mit dem Hochschulleitfaden abgeglichen werden.

(Mustermann et al. 2023: 5)
(Mustermann et al., 2023, S. 5)

Organisation als Autor nach Harvard zitieren

Wenn keine Einzelperson als Autor genannt wird, kann eine Organisation, Institution oder ein Unternehmen als Autor auftreten.

(Bundesministerium für Bildung und Forschung 2022: 14)

Quelle ohne Autor nach Harvard zitieren

Fehlt ein Autor vollständig, wird ersatzweise der Titel oder eine verantwortliche Institution verwendet. Ein erfundener Autor darf nicht ergänzt werden.

(Handbuch wissenschaftliches Arbeiten 2021: 33)

Mehrere Quellen in einem Kurzbeleg

Mehrere Quellen in einer Klammer werden durch Semikolon getrennt. Diese Form eignet sich, wenn mehrere Werke dieselbe Aussage stützen.

(Sommer 2023: 5; Winter 2021: 18)

Praxis-Tipp

Setze Quellen möglichst nah an die Aussage, auf die sie sich beziehen. Bei langen Absätzen mit mehreren Gedanken sollte nicht erst am Absatzende eine Sammelquelle stehen.

Zitatarten

Direkte und indirekte Zitate nach Harvard

Nach Harvard werden direkte und indirekte Zitate im Text nachgewiesen. Der Unterschied liegt nicht in der Grundstruktur des Kurzbelegs, sondern in der Art der übernommenen Information.

Indirektes Zitat nach Harvard

Ein indirektes Zitat gibt fremde Inhalte in eigenen Worten wieder. Viele Harvard-Leitfäden verlangen keine Seitenzahl bei Paraphrasen, dennoch ist eine Seitenzahl empfehlenswert, wenn die Aussage einer konkreten Textstelle entnommen wurde.

Die Forschung beschreibt Motivation als Zusammenspiel von Zielbindung, Erwartung und Selbstregulation (Sommer 2023: 42).

Direktes Zitat nach Harvard

Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut exakt. Der zitierte Text steht in Anführungszeichen. Die Quellenangabe folgt direkt nach dem schließenden Anführungszeichen.

„Wissenschaftliches Arbeiten verlangt eine eindeutige Trennung zwischen eigener Argumentation und fremdem Gedankengut“ (Sommer 2023: 27).

Lange wörtliche Zitate nach Harvard

Längere wörtliche Zitate werden häufig als Blockzitat gesetzt. Viele Hochschulen verlangen dafür eine kleinere Schriftgröße, Einrückung und keinen zusätzlichen Gebrauch von Anführungszeichen. Die genaue Länge richtet sich nach dem Leitfaden, häufig ab drei Zeilen oder ab etwa 40 Wörtern.

Wissenschaftliche Texte gewinnen an Nachvollziehbarkeit, wenn direkte Übernahmen sparsam eingesetzt und präzise belegt werden. Ein langes Zitat sollte nur dann verwendet werden, wenn der exakte Wortlaut für die Argumentation notwendig ist (Sommer 2023: 102).

Zitat im Zitat nach Harvard

Enthält ein direktes Zitat bereits ein weiteres Zitat, wird dieses innere Zitat mit einfachen Anführungszeichen markiert. Das äußere Zitat bleibt in doppelten Anführungszeichen stehen.

„Die Autorin beschreibt den Begriff als ‘zentrale Grundlage wissenschaftlicher Nachvollziehbarkeit’ und verbindet ihn mit der Quellenprüfung“ (Sommer 2023: 53).

Sekundärzitate nach Harvard

Ein Sekundärzitat liegt vor, wenn eine Quelle über eine andere Quelle zitiert wird. Wissenschaftlich besser ist immer die Prüfung der Originalquelle. Nur wenn das Original nicht zugänglich ist, sollte ein Sekundärzitat verwendet werden.

Im Text:
(Weber 1922, zitiert nach Sommer 2023: 45)

Im Literaturverzeichnis:
Nur die tatsächlich gelesene Quelle wird vollständig angegeben:
Sommer, T. (2023). Wissenschaftliches Arbeiten im Studium. Berlin: Beispiel Verlag.

Sonderregeln

Sonderregeln beim Zitieren nach Harvard

Die Harvard-Methode benötigt zusätzliche Regeln, wenn Quellen mehrfach hintereinander zitiert werden, mehrere Werke desselben Autors im selben Jahr erschienen sind oder direkte Zitate verändert werden müssen.

„Ebd.“ nach Harvard zitieren

„Ebd.“ verweist auf dieselbe Quelle wie im unmittelbar vorherigen Beleg. Diese Abkürzung ist nicht in allen Harvard-Leitfäden vorgesehen. Wenn der Hochschulleitfaden „ebd.“ nicht ausdrücklich erlaubt, ist die Wiederholung des Kurzbelegs die sicherere Lösung.

„Wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit entsteht durch präzise Belege“ (Sommer 2023: 12). Die Autorin ergänzt, dass Quellenangaben die Prüfung einer Aussage ermöglichen (ebd.: 13).

Doppelte Publikationsjahre eines Autors

Veröffentlicht derselbe Autor mehrere Werke im selben Jahr, werden Kleinbuchstaben an die Jahreszahl angehängt. Diese Kennzeichnung muss im Text und im Literaturverzeichnis identisch sein.

(Sommer 2023a: 10)
(Sommer 2023b: 25)

Auslassungen im direkten Zitat

Wenn ein direktes Zitat gekürzt wird, kennzeichnet die eckige Klammer mit Auslassungspunkten die entfernte Stelle.

„Wissenschaftliches Arbeiten verlangt [...] eine eindeutige Kennzeichnung fremder Inhalte“ (Sommer 2023b: 25).

Eigene Einfügungen im direkten Zitat

Eigene Ergänzungen, grammatische Anpassungen oder erklärende Wörter stehen in eckigen Klammern. Dadurch bleibt sichtbar, dass der Originaltext verändert wurde.

„Diese Regel [zur Quellenangabe] sichert die Nachvollziehbarkeit wissenschaftlicher Aussagen“ (Sommer 2023b: 31).

Eigene Anmerkungen im direkten Zitat

Eigene Anmerkungen können eingefügt werden, wenn ein Begriff erklärt oder ein Bezug zur Arbeit hergestellt werden muss. Die Kennzeichnung erfolgt ebenfalls in eckigen Klammern.

„Die Teilnehmenden [Anm. d. Verf.: Studierende im ersten Semester] bewerteten die Anleitung als verständlich“ (Sommer 2023b: 44).

Rechtschreibfehler mit [sic!] markieren

Enthält das Original einen Fehler, wird dieser Fehler im direkten Zitat nicht korrigiert. Das Kürzel [sic!] zeigt, dass der Fehler bereits im Original vorhanden ist.

„Die Quelle ist für die Argumantation [sic!] zentral“ (Sommer 2023b: 5).

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis nach Harvard

Das Literaturverzeichnis enthält alle Quellen, die im Text zitiert wurden. Jeder Kurzbeleg im Text muss eindeutig einem vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis zugeordnet werden können.

Buch nach Harvard zitieren

Bei einem Buch werden Autor, Jahr, Titel, Ort und Verlag genannt. Je nach Hochschulvorgabe kann der Titel kursiv oder in einfachen Anführungszeichen stehen.

Sommer, T. (2023). Wissenschaftliches Arbeiten im Studium. Berlin: Beispiel Verlag.

Kapitel aus einem Sammelband nach Harvard zitieren

Bei einem Sammelbandkapitel werden zuerst der Autor des Kapitels und danach der Herausgeber des Gesamtwerks genannt.

Meier, F. (2021). Quellenarbeit im Studium. In: Keller, S., Hrsg. Handbuch wissenschaftliches Schreiben. München: Beispiel Verlag, S. 55–78.

Zeitschriftenartikel nach Harvard zitieren

Bei einem Zeitschriftenartikel werden Zeitschriftentitel, Jahrgang, Heftnummer und Seitenbereich ergänzt.

Winter, L. (2022). Zitationskompetenz in wissenschaftlichen Arbeiten. Journal für Hochschuldidaktik, 12(3), S. 44–61.

Internetquelle nach Harvard zitieren

Bei Internetquellen werden Autor oder Organisation, Jahr, Titel, Website, URL und Zugriffsdatum angegeben. Seitenzahlen fehlen bei Webseiten häufig.

1a-Studi (2023). Harvard Methode zitieren. Verfügbar unter: URL (Zugriff am: 12.06.2026).

Dissertation nach Harvard zitieren

Bei Dissertationen werden Autor, Jahr, Titel, Art der Arbeit, Hochschule und Ort genannt.

Müller, A. (2023). Titel der Dissertation. Dissertation. Universität München, München.

Pflichtangaben

Was ist beim Harvard-Zitieren verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text

Autor oder Organisation


Pflicht

Der Kurzbeleg nennt den Nachnamen des Autors oder den Namen der verantwortlichen Organisation.

Erscheinungsjahr


Pflicht

Das Jahr steht direkt beim Autor. Bei mehreren Werken desselben Autors im selben Jahr werden a, b, c ergänzt.

Seitenzahl


Pflicht bei direktem Zitat

Direkte Zitate benötigen eine genaue Seitenzahl.

Empfehlung

Bei indirekten Zitaten ist eine Seitenzahl empfehlenswert, wenn die Aussage einer konkreten Textstelle entnommen wurde.

Einheitliche Variante


Pflicht

Die gewählte Harvard-Variante muss im gesamten Text gleich bleiben. Ein Wechsel zwischen Doppelpunkt- und Komma-Variante wirkt formal unsauber.

Literaturverzeichnis nach Harvard

Vollständige Quellenangabe


Pflicht

Jede im Text zitierte Quelle muss vollständig im Literaturverzeichnis stehen.

Alphabetische Sortierung


Pflicht

Die Einträge werden alphabetisch nach dem Nachnamen des ersten Autors oder nach der Organisation sortiert.

Titel und Publikationsdaten


Pflicht

Titel, Erscheinungsjahr, Verlag, Zeitschrift, URL oder weitere Publikationsdaten müssen je nach Quellenart vollständig angegeben werden.

Zugriffsdatum bei Onlinequellen


Empfehlung / häufig Pflicht

Viele Hochschulen verlangen bei Webseiten ein Zugriffsdatum, da sich Onlineinhalte ändern können.

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Häufige Fragen & Antworten

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Wie zitiere ich nach Harvard?

Nach Harvard wird direkt im Text zitiert. Der Kurzbeleg enthält Autor, Jahr und bei direkten Zitaten eine Seitenzahl. Beispiel: (Sommer 2023: 11). Im Literaturverzeichnis steht anschließend die vollständige Quelle.

Wie werden Internetquellen im Text nach Harvard zitiert?

Internetquellen werden im Text ebenfalls mit Autor oder Organisation und Jahr zitiert. Da Webseiten häufig keine Seitenzahlen besitzen, entfällt die Seitenangabe. Beispiel: (1a-Studi 2023). Im Literaturverzeichnis werden Titel, Website, URL und Zugriffsdatum ergänzt.

Wie zitiere ich mehrere Autoren nach Harvard?

Bei zwei Autoren werden beide Nachnamen genannt, zum Beispiel (Sommer & Winter 2023: 10). Bei drei oder mehr Autoren wird häufig ab der ersten Nennung mit „et al.“ verkürzt: (Mustermann et al. 2023: 5). Der Hochschulleitfaden entscheidet über die genaue Variante.

Wie zitiere ich eine Dissertation nach Harvard?

Im Text wird eine Dissertation wie andere Quellen mit Autor und Jahr zitiert, zum Beispiel (Müller 2023). Im Literaturverzeichnis werden Autor, Jahr, Titel, Art der Arbeit, Hochschule und Ort genannt: Müller, A. (2023). Titel der Dissertation. Dissertation. Universität München, München.

Wie zitiere ich eine Studie nach Harvard?

Eine Studie wird im Text mit Autor, Jahr und gegebenenfalls Seite zitiert. Im Literaturverzeichnis richtet sich der Eintrag nach der Veröffentlichungsform. Bei einem Zeitschriftenartikel gehören Autor, Jahr, Artikeltitel, Zeitschrift, Jahrgang, Heftnummer und Seitenbereich dazu.

Darf „ebd.“ nach Harvard verwendet werden?

„Ebd.“ darf nur verwendet werden, wenn der Hochschulleitfaden diese Abkürzung zulässt. Viele Harvard-Varianten bevorzugen die Wiederholung des Kurzbelegs, weil dadurch jede Quellenangabe auch für sich allein eindeutig bleibt.

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