Archivmaterialien zitieren nach IEEE

Archivmaterialien werden im IEEE-Stil im Text mit einer fortlaufenden Nummer in eckigen Klammern belegt, z. B. [1]. Die Nummer bezieht sich auf genau eine Archivalie und bleibt im gesamten Text gleich. Bei direkten Zitaten wird eine präzise Fundstelle ergänzt, z. B. [1, Bl. 12r], [1, Bl. 12r–13v], [1, S. 5] oder [1, Objekt-ID 2026-0147]. Im Literaturverzeichnis stehen Archivname, Bestand oder Abteilung, Signatur, Dokumenttyp, Titel oder Betreff, Datum sowie ggf. URL und Zugriffdatum bei Digitalisaten. Sonderfälle betreffen mehrteilige Signaturen, Konvolute, Fotos, Karten, Pläne, eingeschränkten Zugang, fehlende Kerndaten sowie die Abgrenzung zwischen Originalarchiv und Edition.

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Archivmaterialien zitieren

Wichtigste Regeln

Archivmaterialien zitieren IEEE

Für Archivmaterialien gilt im IEEE-Zitierstil ein nummerisches Nachweissystem. Im Text stehen Quellen nicht mit Autor und Jahr, sondern mit fortlaufenden Nummern in eckigen Klammern.

Für Archivmaterialien nach IEEE gelten folgende Grundregeln:

  • Im Text stehen Zitationsnummern in eckigen Klammern.
  • Die Nummer wird bei der ersten Nennung einer Quelle vergeben.
  • Die Nummer bleibt für dieselbe Quelle in der gesamten Arbeit konstant.
  • Die Fundstelle enthält Signatur plus Blatt- oder Seitenangabe.
  • Direkte Zitate benötigen zwingend eine Blatt- oder Seitenangabe.
  • Bei Paraphrasen genügt meist die Zitationsnummer.
  • Die Literaturliste wird nummeriert und nicht alphabetisch sortiert.
  • Der Eintrag enthält Archiv, Bestand, Signatur und Datum.

Im Fließtext erfolgt der Nachweis durch die Zitationsnummer in eckigen Klammern. Diese Nummer verweist auf genau einen Eintrag in der nummerierten Literaturliste. Bei Archivquellen entscheidet die Auffindbarkeit über die Qualität der Zitation: Ohne Archivname, Bestand und Signatur ist ein Nachweis praktisch nicht überprüfbar.

Für punktgenaue Stellen werden statt Seiten häufig Blattangaben genutzt, abgekürzt als Bl.. Bei handschriftlichen Quellen erscheinen Blattangaben oft mit recto/verso, zum Beispiel 12r oder 12v. Wenn ein Dokument paginiert ist, kann S. verwendet werden.

Zitation im Text bei allgemeinen Paraphrasen

Die Zitation im Text lautet:

[1]

Diese Form passt, wenn eine Aussage auf eine Archivquelle insgesamt gestützt wird, ohne dass eine konkrete Stelle zwingend genannt werden muss.

Zitation im Text bei punktgenauen Fundstellen

Bei punktgenauen Fundstellen wird zusätzlich zur Zitationsnummer eine Blatt-, Seiten- oder Objektangabe ergänzt.

Beispiele:

[1, Bl. 12r]

[1, Bl. 12r–13v]

[1, S. 5]

[1, Objekt-ID 2026-0147]

Archivmaterial als direktes Zitat zitieren

Ein direktes Zitat übernimmt eine Textstelle wortwörtlich aus dem Archivdokument. Das Zitat steht in Anführungszeichen und erhält direkt im Anschluss die Zitationsnummer plus präzise Fundstelle. Bei Archivmaterialien ist die Fundstelle Pflicht, weil sonst keine verlässliche Kontrolle möglich ist.

Beispiel:

“ [1, Bl. 12r]

Archivmaterial als indirektes Zitat zitieren

Eine Paraphrase gibt den Inhalt sinngemäß wieder. In IEEE genügt dafür in der Regel die Zitationsnummer. Eine Blatt- oder Seitenangabe ist nicht verpflichtend, erhöht aber die Nachvollziehbarkeit, wenn eine konkrete Passage argumentativ zentral ist oder wenn mehrere ähnliche Dokumente im selben Bestand existieren.

Beispiele:

Das Schreiben weist auf Konflikte hin [1].

Die Argumentation bezieht sich auf eine konkrete Passage [1, Bl. 12r–12v].

Mehrere Quellen in einem Beleg

Wenn mehrere Archivalien dieselbe Aussage stützen, werden mehrere Zitationsnummern gemeinsam genannt. Die Nummern stehen aufsteigend; zusammenhängende Nummern können als Spanne erscheinen.

Beispiele:

[2], [4], [7]

[4]–[7]

Sekundärzitate nach IEEE

Sekundärzitate liegen vor, wenn eine Archivquelle nicht direkt eingesehen wurde und eine Aussage nur über eine andere Quelle bekannt ist, zum Beispiel über eine Edition, einen Aufsatz oder einen Bericht. In IEEE wird im Literaturverzeichnis ausschließlich die Quelle geführt, die tatsächlich gelesen wurde. Im Text sollte der indirekte Zugriff erkennbar bleiben.

Die Archivquelle erscheint nicht in der Literaturliste, solange keine Einsicht in das Original oder die Reproduktion vorliegt.

Beispiel im Text:

Die Archivquelle wird bei Schneider ediert [2, S. 45].

Literaturverzeichnis:

Nur Schneider erscheint als [2].

Hinweis

Bei Archivmaterialien ist die präzise Fundstelle zentral. Archivname, Bestand, Signatur und Blatt- oder Seitenangabe sichern die spätere Nachprüfbarkeit der Quelle.

Im Text

Im Text zitieren: Archivmaterialien nach IEEE

Im Text arbeitet IEEE mit fortlaufenden Zitationsnummern in eckigen Klammern. Eine Nummer wird bei der ersten Nennung einer Archivquelle vergeben und bleibt für diese Quelle im gesamten Text gleich. Für Archivmaterialien ersetzt die genaue Fundstelle die klassische Seitenlogik: Blätter (Bl.), recto/verso (r/v), Seiten (S.) oder objektbezogene Kennungen wie Objekt-ID, Foto-Nr. oder Karten-Nr.

Bei wörtlichen Zitaten ist diese Fundstelle zwingend. Bei Paraphrasen genügt meist die Nummer; eine Fundstelle erhöht die Prüfbarkeit bei zentralen Passagen.

Grundform im Fließtext

Belegform:

[1]

Diese Grundform wird genutzt, wenn eine Aussage auf das Dokument insgesamt gestützt wird.

Beispiel:

Das Protokoll dokumentiert einen Richtungswechsel [1].

Direktes Zitat (wörtlich)

Bei wörtlichen Zitaten wird eine Passage exakt übernommen. Direkt danach folgt die Zitationsnummer plus Blatt- oder Seitenangabe. Bei handschriftlichen Quellen ist r/v sinnvoll, wenn die Quelle so erschlossen ist.

Beispiel:

“ [1, Bl. 12r]

Indirektes Zitat (Paraphrase)

Bei Paraphrasen genügt die Zitationsnummer. Eine Blatt- oder Seitenangabe ist empfehlenswert, wenn eine konkrete Stelle argumentativ entscheidend ist.

Beispiele:

Das Schreiben betont die Dringlichkeit [1].

Die Begründung steht in der Mitte des Dokuments [1, Bl. 12v].

Blatt- und Seitenbereiche

Wenn sich der Bezug über mehrere Blätter oder Seiten erstreckt, wird ein Bereich angegeben.

Beispiele:

[1, Bl. 12r–13v]

[1, S. 5–7]

Keine Blatt-/Seitenangaben

Wenn ein Archival kein Blatt- oder Seitenkonzept hat, zum Beispiel Foto, Karte oder Objekt, wird ein stabiler Lokator genutzt: Objekt-ID, Foto-Nr., Repro-Nr., Scan-ID oder Inventarnummer. Der Lokator muss innerhalb des Archivs eindeutig sein.

Beispiele:

[1, Foto-Nr. 27]

[1, Objekt-ID 2026-0147]

Praxis-Tipp

Bei Archivmaterialien sollte die Fundstelle immer zur Erschließungslogik des Archivs passen. Blattangaben, Seitenzahlen, Foto-Nummern, Objekt-IDs oder Inventarnummern dürfen nicht vermischt werden, wenn sie unterschiedliche Ordnungssysteme bezeichnen.

Mehrere Quellen in einem Beleg

Beispiele:

… [2], [4], [7].

… [4]–[7].

Die Reihenfolge folgt der Nummernlogik, also aufsteigend, und nicht dem Alphabet.

Archivname im Satz (optional)

IEEE verlangt keinen Autor-Jahr-Kurzbeleg. Wenn der Archivname im Satz steht, folgt direkt die Zitationsnummer.

Beispiel:

Im Stadtarchiv wird der Vorgang dokumentiert [1].

Im Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis: IEEE Archivmaterialien zitieren

Im Literaturverzeichnis werden Archivmaterialien als einzelne, nummerierte Einträge geführt. Die Nummerierung folgt der Reihenfolge, in der eine Quelle erstmals im Text zitiert wird. Jeder Eintrag steht für genau eine Archivalie und enthält die Kerndaten so, dass das Stück eindeutig auffindbar ist.

Dazu gehören Archivname, Bestand oder Abteilung, Signatur oder Aktenzeichen, Dokumenttyp, zum Beispiel Brief oder Protokoll, Datum sowie bei Bedarf Titel oder Betreff. Wenn eine digitale Reproduktion genutzt wurde, können zusätzlich [Online], URL und Zugriffsdatum ergänzt werden.

Grundschema (Archivalie, physisch)

Schema:

[Nummer] Archivname, Bestand/Abteilung, Signatur, Dokumenttyp, „Titel/Betreff“, Datum.

Beispiel:

[1] Stadtarchiv Musterstadt, Bestand A 12, Signatur 4/17, Protokoll, „Sitzung des Gemeinderats“, 12.03.1954.

Brief / Schreiben

Bei Briefen oder Schreiben werden Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp, Betreff oder kurzer Titel und Datum angegeben.

[2] Landesarchiv Beispiel, Bestand B 3, Signatur 15/2, Brief, „Betreff …“, 08.11.1932.

Akte / Vorgang

Wenn ein Vorgang als Akte zitiert wird und kein einzelnes Dokument trennbar ist, sollte der Aktencharakter kenntlich bleiben.

[3] Archivname, Bestand, Signatur, Akte, „Vorgang …“, Datierung/Zeitraum.

Ohne Titel/Betreff

Wenn kein Titel vorhanden ist, kann eine kurze Funktionsbeschreibung genutzt werden, zum Beispiel Protokoll oder Vermerk.

[4] Archivname, Bestand, Signatur, Vermerk, 17.05.1941.

Digitale Archivkopie

Wenn eine Archivalie über ein Digitalisat genutzt wurde, kann die Online-Verfügbarkeit ergänzt werden.

[5] Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp, „Titel/Betreff“, Datum. [Online]. Verfügbar unter: URL. Zugriff am: 08.02.2026

Hinweis

Einheitlichkeit ist entscheidend. Wenn „Verfügbar unter“ und „Zugriff am“ genutzt werden, sollte diese Form bei allen Online-Einträgen gleich aussehen. Bei Archivmaterialien sollten Archivname, Bestand und Signatur besonders sorgfältig übernommen werden, weil diese Angaben die Quelle auffindbar machen.

Sonderfälle

Sonderfälle Archivmaterialien zitieren nach IEEE

Sonderfälle betreffen Archivquellen, deren Identifikation zusätzliche Angaben benötigt oder deren Struktur vom Standard abweicht. Ziel bleibt eine eindeutige, prüfbare Referenz.

Besonders wichtig sind präzise Angaben zu Signatur, Untereinheit, Objektkennung und Zugangssituation. Wenn eine Archivquelle nicht über klassische Seiten oder Blätter erschlossen ist, muss der Nachweis der jeweiligen Archivlogik folgen.

Mehrteilige Signaturen und Untereinheiten

Wenn Signaturen Untereinheiten enthalten, zum Beispiel Mappe, Konvolut oder Heft, sollte die Untereinheit ergänzt werden. Dadurch bleibt die Fundstelle innerhalb der Signatur auffindbar.

Beispiel:

[6] Archivname, Bestand, Signatur 15/2, Mappe 4, Brief, „Betreff …“, 08.11.1932.

Konvolute und Sammelakten

Wenn ein Dokument nur als Teil eines Konvoluts existiert, sollte die Referenz den Konvolut-Charakter sichtbar machen. Im Text wird zusätzlich eine präzise Blatt- oder Objektangabe genutzt.

Beispiel im Literaturverzeichnis:

[7] Archivname, Bestand, Signatur 22/9, Konvolut, „Korrespondenz zum Vorgang …“, 1932–1934.

Beispiel im Text:

Das Schreiben verweist auf die interne Abstimmung [7, Bl. 12r].

Fotos, Karten, Pläne

Bei Bildmaterial sind Blattangaben oft ungeeignet. Foto-Nr., Objekt-ID, Inventarnummer oder Repro-Nr. sind die verlässlichere Fundstelle, wenn diese Angaben im Archivsystem eindeutig vergeben sind.

Beispiel:

[8] Archivname, Bildsammlung, Foto-Nr. 27, Fotografie, „Ansicht des Gebäudes …“, 1954.

Editionen vs. Originalarchiv

Wenn eine Edition zitiert wird, ist die Edition eine eigenständige Quelle. Eine parallele Archivsignatur ist nur sinnvoll, wenn zusätzlich das Original eingesehen wurde.

Beispiel Edition:

[9] A. Herausgeber, Titel der Edition. Ort: Verlag, Jahr.

Beispiel Originalarchiv:

[10] Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp, „Titel/Betreff“, Datum.

Sperrfristen und eingeschränkter Zugang

Wenn eine Quelle nur intern zugänglich ist, bleibt der Eintrag trotzdem möglich. Archiv, Bestand, Signatur und Datum sichern die Identifikation. Eine URL entfällt. Eine interne Zugangsnotiz sollte außerhalb der Referenzliste dokumentiert werden.

Beispiel:

[11] Archivname, Bestand, Signatur, Akte, „Vorgang …“, Datum.

Fehlende Kerndaten

Wenn Kerndaten wie Datum, Bestand oder Signatur fehlen, sollte eine Nachrecherche erfolgen. Geeignete Prüfstellen sind Findbuch, Archivdatenbank, Repro-Metadaten oder Begleitvermerk des Archivs.

Wenn Angaben nicht sicher sind, ist ein Weglassen besser als eine ersetzende Fantasieangabe. In solchen Fällen gewinnt die Signatur oder Objekt-ID maximale Bedeutung.

Beispiel:

[12] Archivname, Bestand, Objekt-ID 2026-0147, Objekt, „Kurzbeschreibung …“.

Praxis-Tipp

Bei Archivmaterialien sollte die Referenz immer der Erschließungslogik des Archivs folgen. Mehrteilige Signaturen, Konvolute, Foto-Nummern, Objekt-IDs und Zugangsbeschränkungen müssen so dokumentiert werden, dass die Quelle später eindeutig auffindbar bleibt.

Verpflichtend vs. empfohlen

Was ist nach IEEE für die Zitation von Archivmaterialien verpflichtend und was wird empfohlen?

Die folgenden Übersichten trennen Mindestanforderungen von sinnvollen Präzisierungen. Verpflichtend sind Angaben, ohne die eine Archivzitation nicht eindeutig auffindbar ist.

Zitation im Text nach IEEE (Archivmaterial)

Zitationsnummer


Pflicht

Nummer in eckigen Klammern angeben, z. B. [1].

Empfehlung

Nummer vor das Satzzeichen setzen und diese Position im gesamten Text einheitlich beibehalten.

Wiederholte Nennung


Pflicht

Dieselbe Nummer für dieselbe Quelle verwenden.

Empfehlung

Fundstelle ergänzen, wenn sich die Aussage auf eine Kernpassage des Archivmaterials bezieht.

Direktes Zitat


Pflicht

Nummer und Blatt-, Seiten- oder Objektangabe zwingend angeben, z. B. [1, Bl. 12r], [1, S. 5] oder [1, Objekt-ID 2026-0147].

Empfehlung

Bereich angeben, wenn sich das Zitat oder die relevante Aussage über mehrere Blätter, Seiten oder Objekte erstreckt.

Paraphrase


Pflicht

Zitationsnummer angeben, z. B. [1].

Empfehlung

Blatt-, Seiten- oder Objektangabe ergänzen, wenn eine präzise Fundstelle für die Argumentation wichtig ist.

Lokator


Optional

Bei Überblicksaussagen ist ein Lokator nicht zwingend erforderlich.

Empfehlung

Passende Lokatoren verwenden, z. B. Bl. 12r, Bl. 12v, S. 5 oder Objekt-ID.

Mehrere Quellen


Pflicht

Mehrere Nummern getrennt angeben, z. B. [2], [4].

Empfehlung

Zusammenhängende Nummern als Spanne darstellen, z. B. [4]–[7].

Sekundärzitat


Pflicht

Nur die tatsächlich gelesene Quelle belegen, wenn das Archivmaterial nicht direkt eingesehen wurde.

Empfehlung

Indirekten Zugriff klar benennen, z. B. mit „zitiert nach“ oder „ediert bei“.

Literaturverzeichnis nach IEEE (Archivmaterial)

Nummerierung


Pflicht

Nummerierung nach Reihenfolge der Erstnennung im Text führen.

Empfehlung

Eine Quelle pro Nummer verwenden, damit jede Archivalie eindeutig zugeordnet bleibt.

Archivname


Pflicht

Archiv eindeutig nennen.

Empfehlung

Standort ergänzen, wenn der Archivname allein nicht eindeutig ist.

Bestand/Abteilung


Pflicht

Bestand oder Abteilung angeben.

Empfehlung

Findbuch- oder Sammlungsangabe ergänzen, wenn diese Angabe die Auffindbarkeit verbessert.

Signatur


Pflicht

Signatur zwingend nennen.

Empfehlung

Untereinheit ergänzen, wenn die Signatur Mappen, Konvolute, Hefte oder Teilbestände enthält.

Dokumenttyp


Pflicht

Typ der Archivalie kenntlich machen, z. B. Brief, Protokoll, Akte oder Fotografie.

Empfehlung

Kurzen Titel oder Betreff ergänzen, wenn diese Angabe die Quelle genauer identifiziert.

Datum


Pflicht, wenn vorhanden

Datum nennen, wenn die Archivalie diese Angabe ausweist.

Empfehlung

Zeitraum angeben, wenn es sich um eine Akte, ein Konvolut oder eine Sammelüberlieferung handelt.

Online-Angabe


Pflicht bei Digitalisat

Bei digital genutzten Archivalien URL und Zugriffsdatum angeben, z. B. „Verfügbar unter: URL. Zugriff am: TT.MM.JJJJ“.

Empfehlung

Dauerhafte URL oder stabile Digitalisat-ID bevorzugen.

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Häufige Fragen & Antworten

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Wie werden Archivmaterialien im Text nach IEEE grundsätzlich zitiert?

Im IEEE-Stil werden Archivmaterialien im Text mit fortlaufenden Zitationsnummern in eckigen Klammern zitiert. Bei der ersten Nennung einer Archivalie erhält sie eine Nummer, zum Beispiel [1], die im gesamten Text für genau dieses Dokument konstant bleibt. Ein allgemeiner Verweis kann etwa lauten: Das Protokoll dokumentiert einen Richtungswechsel [1]. Die Nummer verweist auf einen eindeutig zugeordneten Eintrag in der nummerierten Literaturliste am Ende des Dokuments.

Welche Lokatoren nutze ich bei Archivmaterialien anstelle von Seitenzahlen im IEEE-Stil?

Da viele Archivquellen keine klassischen Seitenzahlen besitzen, werden im IEEE-Stil alternative Lokatoren genutzt. Übliche Varianten sind Blattangaben mit recto/verso (z. B. [1, Bl. 12r] oder [1, Bl. 12r–13v]), Seitenangaben bei paginierten Dokumenten ([1, S. 5]) oder objektbezogene Kennungen wie [1, Foto-Nr. 27] beziehungsweise [1, Objekt-ID 2026-0147]. Diese Angaben ersetzen die Seitenlogik und machen die Fundstelle im Archiv eindeutig auffindbar.

Wie zitiere ich ein direktes (wörtliches) Zitat aus einem Archivdokument nach IEEE im Text?

Ein direktes Zitat übernimmt eine Passage aus dem Archivdokument wortwörtlich und setzt sie in Anführungszeichen. Direkt danach folgt die Zitationsnummer plus präzise Fundstelle. Ein Beispiel lautet: „…“ [1, Bl. 12r]. Die Angabe von Blatt oder Seite ist Pflicht, da Archivmaterial ohne genaue Lokalisierung kaum überprüfbar ist. Bei längeren wörtlichen Abschnitten kann ein Bereich angegeben werden, etwa [1, Bl. 12r–12v] oder [1, S. 5–7].

Wie zitiere ich Archivmaterialien als Paraphrase nach IEEE, und wann ist eine Fundstellenangabe sinnvoll?

Bei Paraphrasen wird der Inhalt der Archivalie sinngemäß wiedergegeben. In IEEE genügt dafür in der Regel die Zitationsnummer, zum Beispiel: Das Schreiben weist auf Konflikte hin [1]. Eine Blatt- oder Seitenangabe ist nicht zwingend, erhöht aber die Nachvollziehbarkeit, wenn eine konkrete Passage argumentativ zentral ist oder wenn mehrere ähnliche Dokumente im selben Bestand existieren, etwa [1, Bl. 12r–12v] oder [1, S. 5].

Wie sieht ein Standard-Literaturverzeichniseintrag für eine Archivalie nach IEEE aus?

Archivmaterialien werden im Literaturverzeichnis so angegeben, dass Archivname, Bestand, Signatur und Dokumenttyp klar erkennbar sind. Das Grundschema lautet:
[Nr.] Archivname, Bestand/Abteilung, Signatur, Dokumenttyp, Titel/Betreff, Datum.
Ein Beispiel ist:
[1] Stadtarchiv Musterstadt, Bestand A 12, Signatur 4/17, Protokoll, „Sitzung des Gemeinderats“, 12.03.1954.
Für Briefe, Akten oder Vermerke wird der Dokumenttyp entsprechend angepasst, etwa „Brief“ oder „Akte, ‚Vorgang …‘, Datierung/Zeitraum“.

Wie zitiere ich digitale Archivkopien (Digitalisate) nach IEEE im Literaturverzeichnis?

Bei Digitalisaten wird das Schema für physische Archivalien um die Online-Kennzeichnung ergänzt. Ein typischer Eintrag lautet:
[5] Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp, Titel/Betreff, Datum. [Online]. Verfügbar unter: URL. Zugriff am: 08.02.2026
Damit werden Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp und Datum dokumentiert sowie die konkrete Online-Ansicht über URL und Zugriffsdatum festgehalten. Einheitliche Formulierungen wie „Verfügbar unter“ und „Zugriff am“ sollten in allen Online-Einträgen konsequent verwendet werden.

Wie gehe ich mit Fotos, Karten, Plänen und anderen Objekten ohne Seitenzahlen im IEEE-Stil um?

Bei Archivobjekten ohne Blatt- oder Seitenzählung werden stabile objektbezogene Kennungen als Lokatoren genutzt. Im Text können Sie zum Beispiel [1, Foto-Nr. 27] oder [1, Objekt-ID 2026-0147] verwenden. Im Literaturverzeichnis wird der Dokumenttyp entsprechend benannt, etwa „Fotografie“, „Karte“ oder „Plan“, und die Kennung als Teil von Signatur oder Objekt-ID erfasst. Entscheidend ist, dass die Kennung innerhalb des Archivs eindeutig ist und die genaue Fundstelle ersetzt.

Wie werden mehrere Archivquellen in einem gemeinsamen IEEE-Beleg zitiert?

Stützen mehrere Archivalien dieselbe Aussage, werden ihre Zitationsnummern im Beleg zusammengeführt und aufsteigend sortiert. Beispiele sind [2], [4], [7] oder, bei direkt aufeinanderfolgenden Nummern, eine Spanne wie [4]–[7]. Die Reihenfolge richtet sich stets nach der Nummernlogik und nicht nach Archivnamen oder Beständen. Bei Bedarf können einzelne Nummern zusätzlich mit Fundstellen ergänzt werden, etwa [2, Bl. 3r] [4, S. 5].

Wie unterscheide ich im IEEE-Nachweis zwischen Originalarchiv und Edition, wenn beides genutzt wird?

Wenn das Original im Archiv und eine gedruckte oder digitale Edition parallel verwendet werden, sind dies zwei verschiedene Quellen mit eigenen Nummern. Das Originalarchiv wird mit Archivname, Bestand, Signatur und Dokumenttyp geführt, zum Beispiel [1]. Die Edition erhält einen separaten Eintrag als Buch oder Aufsatz mit eigenen bibliografischen Daten, zum Beispiel [2]. Im Text können dann beide Fassungen getrennt zitiert werden, etwa [1, Bl. 12r] für das Original und [2, S. 210] für die Edition.

Welche Angaben sind bei Archivmaterialien nach IEEE verpflichtend und welche nur empfohlen?

Zwingend im Text sind eine Zitationsnummer in eckigen Klammern und bei wörtlichen Zitaten eine präzise Fundstelle (Blatt, Seite oder Objekt-ID). Im Literaturverzeichnis sind mindestens die Nummerierung nach Erstnennung, der Archivname, der Bestand oder die Abteilung, die Signatur, der Dokumenttyp und das Datum der Archivalie erforderlich. Empfohlen sind ergänzende Angaben wie Titel oder Betreff, Untereinheiten (Mappe/Konvolut), Blatt- oder Seitenbereiche, Standort des Archivs sowie URL und Zugriffsdatum bei Digitalisaten. Diese Präzisierungen erhöhen die Auffindbarkeit, sind aber nicht in jedem Fall zwingend vorgeschrieben.

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