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Archivmaterialien zitieren nach IEEE
IEEE ist ein nummerischer Zitationsstandard. Im Text erscheinen fortlaufende Zitationsnummern in eckigen Klammern. Diese Nummern verweisen auf eine nummerierte Literaturliste am Ende. FĂŒr Archivmaterialien ist das besonders praktisch, weil der Textnachweis kurz bleibt, wĂ€hrend Archivname, Bestand, Signatur und die genaue Fundstelle (Blatt/Folio/Seite/Objekt-ID) erst im Literaturverzeichnis vollstĂ€ndig stehen.
Inhaltsverzeichnis
Archivmaterialien zitieren IEEE
FĂŒr Archivmaterialien gilt in IEEE, dass
- Im Text: Nummern in [ ]
- Nummer bei Erstnennung vergeben
- Nummer bleibt fĂŒr Quelle konstant
- Fundstelle: Signatur plus Blatt/Seite
- Direktzitat: Blatt/Seite zwingend nennen
- Paraphrase: Nummer genĂŒgt meist
- Literaturliste: nummeriert, nicht alphabetisch
- Eintrag: Archiv, Bestand, Signatur, Datum
Im FlieĂtext erfolgt der Nachweis durch die Zitationsnummer in eckigen Klammern. Diese Nummer verweist auf genau einen Eintrag in der nummerierten Literaturliste. Bei Archivquellen entscheidet die Auffindbarkeit ĂŒber die QualitĂ€t der Zitation: Ohne Archivname, Bestand und Signatur ist ein Nachweis praktisch nicht ĂŒberprĂŒfbar. FĂŒr punktgenaue Stellen werden statt âSeitenâ hĂ€ufig Blattangaben genutzt (Bl.), bei handschriftlichen Quellen oft mit recto/verso (z. B. 12r/12v). Wenn ein Dokument paginiert ist, kann âS.â verwendet werden.
Die Zitation im Text lautet:
[1]
Diese Form passt, wenn eine Aussage auf eine Archivquelle insgesamt gestĂŒtzt wird, ohne dass eine konkrete Stelle zwingend genannt werden muss.
Bei punktgenauen Fundstellen lautet die Zitation im Text zum Beispiel:
[1, Bl. 12r]
[1, Bl. 12râ13v]
[1, S. 5]
[1, Objekt-ID 2026-0147]
Archivmaterial als direktes Zitat zitieren
Ein direktes Zitat ĂŒbernimmt eine Textstelle wortwörtlich aus dem Archivdokument. Das Zitat steht in AnfĂŒhrungszeichen und erhĂ€lt direkt im Anschluss die Zitationsnummer plus prĂ€zise Fundstelle. Bei Archivmaterialien ist die Fundstelle Pflicht, weil sonst keine verlĂ€ssliche Kontrolle möglich ist.
Beispiel:
ââŠâ [1, Bl. 12r]
Archivmaterial als indirektes Zitat zitieren
Eine Paraphrase gibt den Inhalt sinngemÀà wieder. In IEEE genĂŒgt dafĂŒr in der Regel die Zitationsnummer. Eine Blatt-/Seitenangabe ist nicht verpflichtend, erhöht aber die Nachvollziehbarkeit, wenn eine konkrete Passage argumentativ zentral ist oder wenn mehrere Ă€hnliche Dokumente im selben Bestand existieren.
Beispiele:
Das Schreiben weist auf Konflikte hin [1].
Die Argumentation bezieht sich auf eine konkrete Passage [1, Bl. 12râ12v].
Mehrere Quellen in einem Beleg
Wenn mehrere Archivalien dieselbe Aussage stĂŒtzen, werden mehrere Zitationsnummern gemeinsam genannt. Die Nummern stehen aufsteigend; zusammenhĂ€ngende Nummern können als Spanne erscheinen.
Beispiele:
[2], [4], [7]
[4]â[7]
SekundÀrzitate nach IEEE
SekundĂ€rzitate liegen vor, wenn eine Archivquelle nicht direkt eingesehen wurde und eine Aussage nur ĂŒber eine andere Quelle bekannt ist (z. B. Edition, Aufsatz, Bericht). In IEEE wird im Literaturverzeichnis ausschlieĂlich die tatsĂ€chlich gelesene Quelle gefĂŒhrt. Im Text sollte der indirekte Zugriff erkennbar bleiben. Die Archivquelle erscheint nicht in der Literaturliste, solange keine Einsicht in das Original oder die Reproduktion vorliegt.
Im Text zitieren: Archivmaterialien nach IEEEIm Text zitieren: Archivmaterialien nach IEEE
Im Text arbeitet IEEE mit fortlaufenden Zitationsnummern in eckigen Klammern. Eine Nummer wird bei der ersten Nennung einer Archivquelle vergeben und bleibt fĂŒr diese Quelle im gesamten Text gleich. FĂŒr Archivmaterialien ersetzt die genaue Fundstelle die klassische Seitenlogik: BlĂ€tter (Bl.), recto/verso (r/v), Seiten (S.) oder objektbezogene Kennungen (Objekt-ID, Foto-Nr., Karten-Nr.). Bei wörtlichen Zitaten ist diese Fundstelle zwingend. Bei Paraphrasen genĂŒgt meist die Nummer; eine Fundstelle erhöht die PrĂŒfbarkeit bei zentralen Passagen.
Grundform im FlieĂtext
Belegform: [1]
Diese Grundform wird genutzt, wenn eine Aussage auf das Dokument insgesamt gestĂŒtzt wird.
Beispiel: Das Protokoll dokumentiert einen Richtungswechsel [1].
Direktes Zitat (wörtlich)
Bei wörtlichen Zitaten wird eine Passage exakt ĂŒbernommen. Direkt danach folgt die Zitationsnummer plus Blatt-/Seitenangabe. Bei handschriftlichen Quellen ist r/v sinnvoll, wenn die Quelle so erschlossen ist.
Beispiel: ââŠâ [1, Bl. 12r]
Indirektes Zitat (Paraphrase)
Bei Paraphrasen genĂŒgt die Zitationsnummer. Eine Blatt-/Seitenangabe ist empfehlenswert, wenn eine konkrete Stelle argumentativ entscheidend ist.
Beispiele:
Das Schreiben betont die Dringlichkeit [1].
Die BegrĂŒndung steht in der Mitte des Dokuments [1, Bl. 12v].
Blatt- und Seitenbereiche
Wenn sich der Bezug ĂŒber mehrere BlĂ€tter/Seiten erstreckt, wird ein Bereich angegeben.
Beispiele:[1, Bl. 12râ13v][1, S. 5â7]
Keine Blatt-/Seitenangaben (z. B. Fotos, Objekte, DatenbankeintrÀge)
Wenn ein Archival kein Blatt- oder Seitenkonzept hat (z. B. Foto, Karte, Objekt), wird ein stabiler Lokator genutzt: Objekt-ID, Foto-Nr., Repro-Nr., Scan-ID oder Inventarnummer. Der Lokator muss innerhalb des Archivs eindeutig sein.
Beispiele:[1, Foto-Nr. 27][1, Objekt-ID 2026-0147]
Mehrere Quellen in einem Beleg
Beispiele:
⊠[2], [4], [7].
⊠[4]â[7].
Hinweis: Die Reihenfolge folgt der Nummernlogik (aufsteigend), nicht dem Alphabet.
Archivname im Satz (optional)
IEEE verlangt keinen Autor-Jahr-Kurzbeleg. Wenn der Archivname im Satz steht, folgt direkt die Zitationsnummer.
Beispiel: Im Stadtarchiv wird der Vorgang dokumentiert [1].
Im Literaturverzeichnis: IEEE Archivmaterialien zitierenIm Literaturverzeichnis: IEEE Archivmaterialien zitieren
Im Literaturverzeichnis werden Archivmaterialien als einzelne, nummerierte EintrĂ€ge gefĂŒhrt. Die Nummerierung folgt der Reihenfolge, in der eine Quelle erstmals im Text zitiert wird. Jeder Eintrag steht fĂŒr genau eine Archivalie und enthĂ€lt die Kerndaten so, dass das StĂŒck eindeutig auffindbar ist: Archivname, Bestand (oder Abteilung), Signatur (oder Aktenzeichen), Dokumenttyp (z. B. Brief, Protokoll), Datum sowie bei Bedarf Titel/Betreff. Wenn eine digitale Reproduktion genutzt wurde, können zusĂ€tzlich [Online], URL und Zugriffdatum ergĂ€nzt werden.
Grundschema (Archivalie, physisch)
[Nummer] Archivname, Bestand/Abteilung, Signatur, Dokumenttyp, Titel/Betreff, Datum.
Beispiel (Schema)
[1] Stadtarchiv Musterstadt, Bestand A 12, Signatur 4/17, Protokoll, âSitzung des Gemeinderatsâ, 12.03.1954.
Brief / Schreiben
[2] Landesarchiv Beispiel, Bestand B 3, Signatur 15/2, Brief, âBetreff âŠâ, 08.11.1932.
Akte / Vorgang (wenn Einzeldokument nicht trennbar)
Wenn ein Vorgang als Akte zitiert wird, sollte der Aktencharakter kenntlich bleiben.
[3] Archivname, Bestand, Signatur, Akte, âVorgang âŠâ, Datierung/Zeitraum.
Ohne Titel/Betreff
Wenn kein Titel vorhanden ist, kann eine kurze Funktionsbeschreibung genutzt werden (z. B. âProtokollâ, âVermerkâ).
[4] Archivname, Bestand, Signatur, Vermerk, 17.05.1941.
Digitale Archivkopie (deutsche Kennzeichnung)
Wenn eine Archivalie ĂŒber ein Digitalisat genutzt wurde, kann die Online-VerfĂŒgbarkeit ergĂ€nzt werden.
[5] Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp, Titel/Betreff, Datum. [Online]. VerfĂŒgbar unter: URL. Zugriff am: 08.02.2026
Hinweis: Einheitlichkeit ist entscheidend. Wenn âVerfĂŒgbar unterâ und âZugriff amâ genutzt werden, sollte diese Form bei allen Online-EintrĂ€gen gleich aussehen.
SonderfÀlle Archivmaterialien zitieren nach IEEESonderfÀlle Archivmaterialien zitieren nach IEEE
SonderfĂ€lle betreffen Archivquellen, deren Identifikation zusĂ€tzliche Angaben benötigt oder deren Struktur vom Standard abweicht. Ziel bleibt eine eindeutige, prĂŒfbare Referenz.
Mehrteilige Signaturen und Untereinheiten
Wenn Signaturen Untereinheiten enthalten (Mappe, Konvolut, Heft), sollte die Untereinheit ergÀnzt werden, damit die Fundstelle innerhalb der Signatur auffindbar bleibt.
Konvolute und Sammelakten
Wenn ein Dokument nur als Teil eines Konvoluts existiert, sollte die Referenz den Konvolut-Charakter sichtbar machen und im Text eine prÀzise Blatt-/Objektangabe nutzen.
Fotos, Karten, PlÀne
Bei Bildmaterial sind Blattangaben oft ungeeignet. Foto-Nr., Objekt-ID, Inventarnummer oder Repro-Nr. sind die verlÀsslichere Fundstelle.
Editionen vs. Originalarchiv
Wenn eine Edition zitiert wird, ist die Edition eine eigenstÀndige Quelle. Eine parallele Archivsignatur ist nur sinnvoll, wenn zusÀtzlich das Original eingesehen wurde.
Sperrfristen und eingeschrÀnkter Zugang
Wenn eine Quelle nur intern zugĂ€nglich ist, bleibt der Eintrag trotzdem möglich (Archiv, Bestand, Signatur, Datum). URL entfĂ€llt; eine interne Zugangsnotiz sollte auĂerhalb der Referenzliste dokumentiert werden.
Fehlende Kerndaten (Datum, Bestand, Signatur)
Wenn Kerndaten fehlen, sollte eine Nachrecherche erfolgen (Findbuch, Archivdatenbank, Repro-Metadaten). Wenn Angaben nicht sicher sind, ist ein Weglassen besser als eine ersetzende Fantasieangabe. In solchen FĂ€llen gewinnt die Signatur oder Objekt-ID maximale Bedeutung.
Verpflichtend vs. empfohlenWas ist nach IEEE fĂŒr die Zitation von Archivmaterialien verpflichtend und was wird empfohlen?
Die folgenden Tabellen trennen Mindestanforderungen von sinnvollen PrĂ€zisierungen. âVerpflichtendâ beschreibt Angaben, ohne die eine Archivzitation nicht eindeutig auffindbar ist.
Zitation im Text nach IEEE (Archivmaterial)
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Zitationsnummer | Nummer in eckigen Klammern | Nummer vor Satzzeichen setzen |
| Wiederholte Nennung | dieselbe Nummer fĂŒr dieselbe Quelle | Fundstelle bei Kernpassagen ergĂ€nzen |
| Direktes Zitat | Nummer + Bl./S./ID zwingend | Bereich bei lÀngeren Passagen |
| Paraphrase | Nummer: [1] | Bl./S./ID bei PrÀzision |
| Lokator | nicht zwingend bei Ăberblick | Bl. r/v, S., Objekt-ID |
| Mehrere Quellen | mehrere Nummern: [2], [4] | Spanne: [4]â[7] |
| SekundÀrzitat | nur gelesene Quelle belegen | indirekten Zugriff klar benennen |
Literaturverzeichnis nach IEEE (Archivmaterial)
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Nummerierung | Reihenfolge der Erstnennung im Text | eine Quelle pro Nummer |
| Archivname | Archiv eindeutig nennen | Standort ergÀnzen, falls nötig |
| Bestand/Abteilung | Bestand/Abteilung angeben | Findbuch-/Sammlungsangabe |
| Signatur | Signatur zwingend nennen | Untereinheit ergÀnzen (Mappe) |
| Dokumenttyp | Typ kenntlich machen | kurzer Titel/Betreff ergÀnzen |
| Datum | Datum nennen, falls vorhanden | Zeitraum bei Aktenkonvolut |
| Online-Angabe | bei Digitalisat: URL + Zugriffdatum | dauerhafte URL bevorzugen |
HĂ€ufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach IEEE, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank fĂŒr IEEE Zitation hier bei 1a-Studi.
[1], die im gesamten Text fĂŒr genau dieses Dokument konstant bleibt. Ein allgemeiner Verweis kann etwa lauten: Das Protokoll dokumentiert einen Richtungswechsel [1]. Die Nummer verweist auf einen eindeutig zugeordneten Eintrag in der nummerierten Literaturliste am Ende des Dokuments. [1, Bl. 12r] oder [1, Bl. 12râ13v]), Seitenangaben bei paginierten Dokumenten ([1, S. 5]) oder objektbezogene Kennungen wie [1, Foto-Nr. 27] beziehungsweise [1, Objekt-ID 2026-0147]. Diese Angaben ersetzen die Seitenlogik und machen die Fundstelle im Archiv eindeutig auffindbar. [1, Bl. 12r]. Die Angabe von Blatt oder Seite ist Pflicht, da Archivmaterial ohne genaue Lokalisierung kaum ĂŒberprĂŒfbar ist. Bei lĂ€ngeren wörtlichen Abschnitten kann ein Bereich angegeben werden, etwa [1, Bl. 12râ12v] oder [1, S. 5â7]. [1]. Eine Blatt- oder Seitenangabe ist nicht zwingend, erhöht aber die Nachvollziehbarkeit, wenn eine konkrete Passage argumentativ zentral ist oder wenn mehrere Ă€hnliche Dokumente im selben Bestand existieren, etwa [1, Bl. 12râ12v] oder [1, S. 5]. [Nr.] Archivname, Bestand/Abteilung, Signatur, Dokumenttyp, Titel/Betreff, Datum.Ein Beispiel ist:
[1] Stadtarchiv Musterstadt, Bestand A 12, Signatur 4/17, Protokoll, âSitzung des Gemeinderatsâ, 12.03.1954.FĂŒr Briefe, Akten oder Vermerke wird der Dokumenttyp entsprechend angepasst, etwa âBriefâ oder âAkte, âVorgang âŠâ, Datierung/Zeitraumâ.
[5] Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp, Titel/Betreff, Datum. [Online]. VerfĂŒgbar unter: URL. Zugriff am: 08.02.2026Damit werden Archivname, Bestand, Signatur, Dokumenttyp und Datum dokumentiert sowie die konkrete Online-Ansicht ĂŒber URL und Zugriffsdatum festgehalten. Einheitliche Formulierungen wie âVerfĂŒgbar unterâ und âZugriff amâ sollten in allen Online-EintrĂ€gen konsequent verwendet werden.
[1, Foto-Nr. 27] oder [1, Objekt-ID 2026-0147] verwenden. Im Literaturverzeichnis wird der Dokumenttyp entsprechend benannt, etwa âFotografieâ, âKarteâ oder âPlanâ, und die Kennung als Teil von Signatur oder Objekt-ID erfasst. Entscheidend ist, dass die Kennung innerhalb des Archivs eindeutig ist und die genaue Fundstelle ersetzt. [2], [4], [7] oder, bei direkt aufeinanderfolgenden Nummern, eine Spanne wie [4]â[7]. Die Reihenfolge richtet sich stets nach der Nummernlogik und nicht nach Archivnamen oder BestĂ€nden. Bei Bedarf können einzelne Nummern zusĂ€tzlich mit Fundstellen ergĂ€nzt werden, etwa [2, Bl. 3r] [4, S. 5]. [1]. Die Edition erhĂ€lt einen separaten Eintrag als Buch oder Aufsatz mit eigenen bibliografischen Daten, zum Beispiel [2]. Im Text können dann beide Fassungen getrennt zitiert werden, etwa [1, Bl. 12r] fĂŒr das Original und [2, S. 210] fĂŒr die Edition.