IEEE
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Übersetzte Quellen zitieren nach IEEE
IEEE ist ein nummerischer Zitationsstandard. Im Text erscheinen fortlaufende Zitationsnummern in eckigen Klammern. Diese Nummern verweisen auf eine nummerierte Literaturliste am Ende. Bei übersetzten Quellen ist entscheidend, dass die tatsächlich verwendete Ausgabe eindeutig nachweisbar bleibt. Dafür wird im Literaturverzeichnis die Übersetzung als benutzte Fassung dokumentiert, inklusive Übersetzerangabe und – falls relevant – Hinweis auf das Original.
Inhaltsverzeichnis
Übersetzte Quellen zitieren IEEE
Für übersetzte Quellen gilt in IEEE, dass
- Im Text: Nummern in [ ]
- Nummer bei Erstnennung vergeben
- Nummer bleibt für Quelle konstant
- Zitiert wird genutzte Übersetzung
- Direktzitat: Seite der Übersetzung
- Originaljahr optional ergänzen
- Übersetzer im Verzeichnis nennen
- Original und Übersetzung getrennt führen
Im Fließtext erfolgt der Nachweis durch die Zitationsnummer in eckigen Klammern. Die Nummer verweist auf genau einen Eintrag in der nummerierten Literaturliste. Bei Übersetzungen gilt als Grundregel: Der Nachweis bezieht sich auf die verwendete Übersetzung, weil genau diese Fassung gelesen und zitiert wurde.
Seitenangaben beziehen sich deshalb auf die Übersetzung. Wenn für die Einordnung wichtig ist, wann das Original erstmals erschien, kann das Originaljahr im Literaturverzeichnis als Zusatz aufgenommen werden. Wenn sowohl Original als auch Übersetzung verwendet werden, erhalten beide Fassungen eigene Einträge mit eigenen Nummern.
Die Zitation im Text lautet:
[1]
Bei wörtlichen Zitaten lautet die Zitation im Text:
[1, S. 25]
bei Seitenbereichen:
[1, S. 25–27]
Übersetzte Quelle als direktes Zitat zitieren
Ein direktes Zitat übernimmt eine Textstelle wortwörtlich aus der Übersetzung. Dafür steht das Zitat in Anführungszeichen und erhält direkt im Anschluss die Zitationsnummer mit Seitenangabe der Übersetzung. So bleibt nachvollziehbar, welche Formulierung tatsächlich vorliegt.
Beispiel:
„Bildung ist ein lebenslanger Prozess.“ [1, S. 25]
Übersetzte Quelle als indirektes Zitat zitieren
Eine Paraphrase gibt den Inhalt sinngemäß wieder. In IEEE genügt dafür in der Regel die Zitationsnummer. Eine Seitenzahl ist nicht verpflichtend, erhöht aber die Nachvollziehbarkeit, wenn eine konkrete Passage der Übersetzung argumentativ zentral ist.
Beispiele:
Die Übersetzung beschreibt Bildung als Prozess [1].
Der Begriff wird als historisch gewachsen eingeordnet [1, S. 40].
Sekundärzitate bei Übersetzungen
Wenn eine Aussage nur über eine andere Quelle bekannt ist und weder Original noch Übersetzung vorliegen, wird im Literaturverzeichnis ausschließlich die tatsächlich gelesene Quelle geführt. Im Text sollte die indirekte Übernahme klar erkennbar bleiben. Sobald die Übersetzung oder das Original vorliegt, sollte der Nachweis auf die Primärquelle umgestellt werden.
Im Text zitieren: Übersetzte Quellen nach IEEEIm Text zitieren: Übersetzte Quellen nach IEEE
Im Text arbeitet IEEE mit fortlaufenden Zitationsnummern in eckigen Klammern. Eine Nummer wird bei der ersten Nennung vergeben und bleibt für die verwendete Übersetzung gleich. Bei wörtlichen Zitaten ist zusätzlich eine genaue Fundstelle erforderlich; diese Fundstelle bezieht sich auf die Übersetzung (Seite oder Seitenbereich).
Bei Paraphrasen genügt meist die Nummer; eine Seitenangabe erhöht die Prüfbarkeit. Wenn eine Aussage explizit als Übersetzungsentscheidung thematisiert wird (z. B. Begriffswahl), ist ein Seitenbezug empfehlenswert, weil genau an dieser Stelle die Übersetzung überprüfbar sein muss.
Grundform im Fließtext
Belegform: [1]
Diese Grundform stützt eine Aussage auf die Übersetzung insgesamt, ohne eine konkrete Stelle zu fokussieren.
Beispiel: Der Text ordnet Bildung in soziale Kontexte ein [1].
Direktes Zitat (wörtlich)
Ein wörtliches Zitat wird exakt aus der Übersetzung übernommen. Direkt danach folgt die Zitationsnummer mit Seitenangabe aus der Übersetzung. Das ist Pflicht, weil die wörtliche Formulierung ohne Fundstelle nicht sauber prüfbar ist.
Beispiel:
„Der Begriff ist mehrdeutig.“ [1, S. 18]
Indirektes Zitat (Paraphrase)
Bei Paraphrasen genügt die Nummer. Eine Seitenangabe ist empfehlenswert, wenn die Argumentation an einer konkreten Stelle hängt oder wenn Übersetzungsnuancen fachlich relevant sind.
Beispiele:
Der Text begründet die Position über Systematik [1].
Die Definition wird an zentraler Stelle präzisiert [1, S. 22].
Seitenbereiche
Wenn sich der Bezug über mehrere zusammenhängende Seiten erstreckt, wird ein Seitenbereich genutzt.
Beispiel:[1, S. 18–21]
Keine Seitenzahlen (z. B. E-Book ohne feste Paginierung)
Wenn keine verlässlichen Seitenzahlen existieren, können Kapitel oder Abschnitte als Lokatoren genutzt werden, sofern die Ausgabe diese eindeutig ausweist.
Beispiele:
[1, Kap. 3] oder [1, Abschn. 2.1]
Mehrere Quellen in einem Beleg
Wenn mehrere Übersetzungen oder zusätzlich das Original dieselbe Aussage stützen, werden mehrere Nummern zusammen genannt. Nummern stehen aufsteigend; zusammenhängende Nummern können als Spanne dargestellt werden.
Beispiele:
… [2], [4], [7].
… [4]–[7].
Autorname im Satz (optional)
IEEE verlangt keinen Autor-Jahr-Kurzbeleg. Wenn der Autorname im Satz stehen soll, folgt direkt die Zitationsnummer.
Beispiel: Durkheim beschreibt die Methode als Regelwerk [1].
Im Literaturverzeichnis: IEEE Übersetzungen zitierenIm Literaturverzeichnis: IEEE Übersetzungen zitieren
Im Literaturverzeichnis wird die Übersetzung als eigenständiger, nummerierter Eintrag geführt, weil sie die tatsächlich genutzte Fassung ist. Der Eintrag enthält zusätzlich die Übersetzerangabe („Übers.“). Optional kann ein Hinweis auf das Originaljahr ergänzt werden, wenn dies für die historische Einordnung relevant ist. Wenn sowohl Übersetzung als auch Original verwendet werden, werden beide als getrennte Einträge geführt, damit die Zitationsnummern eindeutig bleiben.
Grundschema (übersetztes Buch / Monografie)
[Nummer] Initiale. Nachname, Titel der Übersetzung, Initiale. Nachname, Übers. Ort: Verlag, Jahr. (Original erschienen Jahr)
Beispiel (Schema)
[1] E. Durkheim, Die Regeln der soziologischen Methode, A. Müller, Übers. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. (Original erschienen 1895)
1 Autor (Übersetzung)
Der Originalautor bleibt führend. Der Übersetzer wird ergänzt, weil die benutzte Fassung die Übersetzung ist.
[1] A. Autor, Titel der Übersetzung, B. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr. (Original erschienen Jahr)
2 Autoren (Übersetzung)
Beide Originalautoren werden genannt; Übersetzerangabe folgt danach.
[2] A. Autor und B. Autor, Titel der Übersetzung, C. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr.
3 bis 6 Autoren (Übersetzung)
Alle Originalautoren werden vollständig genannt; Übersetzerangabe wird ergänzt.
[3] A. Autor, B. Autor und C. Autor, Titel der Übersetzung, D. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr.
7 oder mehr Autoren (Übersetzung)
Erster Autor, danach „u. a.“; Übersetzerangabe bleibt erhalten.
[4] A. Autor u. a., Titel der Übersetzung, B. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr.
Mehrere Übersetzer
Wenn mehrere Übersetzer ausgewiesen sind, werden sie wie mehrere Personen genannt.
[5] A. Autor, Titel der Übersetzung, B. Übersetzer und C. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr.
Übersetzter Zeitschriftenaufsatz
Wenn ein Aufsatz in übersetzter Fassung zitiert wird, wird die übersetzte Veröffentlichungsform dokumentiert.
[6] A. Autor, „Titel des Aufsatzes (Übersetzung)“, Zeitschrift, Bd. x, Nr. y, S. xx–yy, Jahr.
Übersetzte Online-Quelle
Wenn die Übersetzung online genutzt wurde, wird die Online-Verfügbarkeit ergänzt.
[7] A. Autor, „Titel“, Plattform, Datum. [Online]. Verfügbar unter: URL. Zugriff am: 08.02.2026
Hinweis: Einheitlichkeit ist entscheidend. Wenn „Verfügbar unter“ und „Zugriff am“ genutzt werden, sollte diese Form bei allen Online-Einträgen gleich aussehen.
Sonderfälle Übersetzte Quellen zitieren nach IEEESonderfälle Übersetzte Quellen zitieren nach IEEE
Sonderfälle betreffen Übersetzungen, bei denen die Identifikation oder die korrekte Zuordnung zwischen Original und Übersetzung zusätzliche Angaben benötigt.
Original und Übersetzung werden beide verwendet
Wenn sowohl Originaltext als auch Übersetzung genutzt werden, sollten beide Fassungen separat im Literaturverzeichnis stehen. Im Text ist dann klar erkennbar, ob sich der Nachweis auf das Original oder auf die Übersetzung bezieht (jeweils über unterschiedliche Zitationsnummern).
Bilinguale Ausgaben (Original + Übersetzung im selben Band)
Bei zweisprachigen Ausgaben sollte die benutzte Textseite eindeutig nachweisbar bleiben. Wenn die Ausgabe getrennte Seitenzählungen hat, wird die tatsächlich verwendete Seitenzählung zitiert. Wenn die Ausgabe zwei Sprachen parallel führt, kann eine kurze Klarstellung im Fließtext sinnvoll sein (z. B. Bezug auf die deutsche Übersetzung).
Titelübersetzung in eckigen Klammern
Wenn der übersetzte Titel nicht selbsterklärend ist oder wenn der Originaltitel für die Identifikation wichtig ist, kann der Originaltitel in eckigen Klammern ergänzt werden. Die Ergänzung sollte konsequent und sparsam genutzt werden.
Unklarer Übersetzer / fehlende Übersetzerangabe
Wenn die Übersetzerangabe fehlt, sollte zuerst in Titelblatt/Impressum nachrecherchiert werden. Wenn die Angabe nicht ermittelbar ist, entfällt sie, statt eine Ersatzangabe zu setzen.
Eigene Übersetzung
Wenn eine Passage eigenständig übersetzt wurde, sollte im Text transparent gemacht werden, dass eine eigene Übersetzung vorliegt. Im Literaturverzeichnis wird dennoch die Originalquelle geführt, weil sie die Grundlage der Übersetzung ist. Ein kurzer Hinweis zur eigenen Übersetzung kann im Fließtext oder im Anhang der Arbeit dokumentiert werden.
Verpflichtend vs. empfohlenWas ist nach IEEE für die Zitation einer Übersetzung verpflichtend und was wird empfohlen?
Die folgenden Tabellen trennen Mindestanforderungen von sinnvollen Präzisierungen. „Verpflichtend“ beschreibt die Angaben, ohne die eine IEEE-Zitation formal unvollständig oder nicht eindeutig zuordenbar ist.
Zitation im Text nach IEEE (Übersetzung)
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Zitationsnummer | Nummer in eckigen Klammern | Nummer vor Satzzeichen setzen |
| Wiederholte Nennung | dieselbe Nummer für Übersetzung | Seitenangaben bei Kernpassagen ergänzen |
| Direktes Zitat | Seitenzahl/Seitenbereich der Übersetzung | Seitenbereich bei längeren Zitaten |
| Paraphrase | Nummer: [1] | Seitenzahl bei punktgenauer Argumentation |
| Mehrere Quellen | mehrere Nummern: [2], [4] | Spanne: [4]–[7] |
| Original zusätzlich | eigene Nummer bei Nutzung | klare Trennung Original/Übersetzung |
Literaturverzeichnis nach IEEE (Übersetzung)
| Angabe | Verpflichtend | Empfehlung / fakultativ |
|---|---|---|
| Nummerierung | Reihenfolge der Erstnennung im Text | eine Quelle pro Nummer |
| Originalautor | Initialen + Nachname | Schreibweise exakt nach Quelle übernehmen |
| Titel | Titel der benutzten Übersetzung | Originaltitel in [ ] bei Bedarf |
| Übersetzer | „Übers.“ mit Namen nennen | mehrere Übersetzer vollständig nennen |
| Ort, Verlag, Jahr | Kerndaten der Übersetzung | Auflage prüfen und ggf. ergänzen |
| Originaljahr | nicht zwingend | bei historischer Einordnung ergänzen |
| Online-Angabe | bei Online-Nutzung: URL + Zugriffdatum | Schreibweise im Verzeichnis vereinheitlichen |
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach IEEE, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank für IEEE Zitation hier bei 1a-Studi.
[1], die im gesamten Text für genau diese Fassung konstant bleibt. Ein allgemeiner Verweis kann etwa lauten: Der Text ordnet Bildung in soziale Kontexte ein [1]. Die Nummer verweist auf einen eindeutig zugeordneten Eintrag im Literaturverzeichnis, der die benutzte Übersetzung dokumentiert – nicht das Original. [1, S. 18] belegt. Der Leser greift dann zur angegebenen Übersetzung, um die zitierte Formulierung nachzuvollziehen. Für längere Passagen wird ein Seitenbereich angegeben, etwa [1, S. 18–21]. [1, S. 25]. Die Seitenangabe ist Pflicht, weil die genaue Formulierung sonst nicht sauber überprüfbar ist. Bei längeren Zitaten kann ein Seitenbereich ergänzt werden, etwa [1, S. 25–27]. [1]. Eine Seitenangabe ist nicht verpflichtend, erhöht aber die Nachvollziehbarkeit, wenn die Argumentation an einer konkreten Passage der Übersetzung hängt oder wenn Übersetzungsnuancen wichtig sind, etwa [1, S. 40] für eine definierende Stelle. [Nr.] Initiale. Nachname, Titel der Übersetzung, Initiale. Nachname, Übers. Ort: Verlag, Jahr. (Original erschienen Jahr)Ein konkretes Beispiel ist:
[1] E. Durkheim, Die Regeln der soziologischen Methode, A. Müller, Übers. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. (Original erschienen 1895)Damit werden Originalautor, Übersetzungstitel, Übersetzer, Publikationsdaten der Übersetzung und optional das Originaljahr dokumentiert.
[2] A. Autor und B. Autor, Titel der Übersetzung, C. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr.. Bei drei bis sechs Autoren werden alle aufgeführt, bei sieben oder mehr folgt nach dem ersten Autor „u. a.“. Mehrere Übersetzer werden ebenfalls vollständig genannt, etwa: [5] A. Autor, Titel der Übersetzung, B. Übersetzer und C. Übersetzer, Übers. Ort: Verlag, Jahr.. So bleibt klar, wer das Original verfasst und wer die Fassung übertragen hat. [6] A. Autor, „Titel des Aufsatzes (Übersetzung)“, Zeitschrift, Bd. x, Nr. y, S. xx–yy, Jahr.Bei übersetzten Online-Quellen wird zusätzlich die Online-Kennzeichnung ergänzt, etwa:
[7] A. Autor, „Titel“, Plattform, Datum. [Online]. Verfügbar unter: URL. Zugriff am: 08.02.2026Entscheidend ist, dass auch hier die tatsächlich genutzte Fassung (Übersetzung) und nicht nur das Original dokumentiert wird.
[1] für die Übersetzung und [2] für das Original. … Ort: Verlag, 2004. (Original erschienen 1895). So bleibt sichtbar, dass die zitierte Fassung von 2004 stammt, das Werk inhaltlich aber auf eine Erstveröffentlichung von 1895 zurückgeht. Die Seitenangaben im Text beziehen sich trotzdem ausschließlich auf die verwendete Übersetzung.