Accounting Definition
Accounting bezeichnet die systematische Erfassung, Aufbereitung und Analyse finanzieller Transaktionen eines Unternehmens. Ziel ist die Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen für interne und externe Adressaten. Abzugrenzen ist Accounting vom Controlling, das primär auf interne Steuerungsinformationen ausgerichtet ist.
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BWL & VWL Lexikon
Bedeutung von Accounting
Accounting (Rechnungswesen) ist ein Bestandteil der Betriebswirtschaftslehre und umfasst im Wesentlichen drei Teilgebiete:
Rechnungstechnisch werden Acontozahlungen wie folgt behandelt: Die geleisteten Acontozahlungen werden bei endgültiger Rechnungsstellung von der Gesamtsumme abgezogen.
- Externes Rechnungswesen (Financial Accounting): Erstellung des Jahresabschlusses nach gesetzlichen Vorgaben für externe Stakeholder.
- Internes Rechnungswesen (Management Accounting): Bereitstellung von Daten zur internen Steuerung und Entscheidungsfindung.
- Steuerliches Rechnungswesen: Ermittlung von Bemessungsgrundlagen für steuerliche Zwecke.
Die theoretische Grundlage des Accountings bilden insbesondere die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB), das Matching Principle (Zuordnung von Aufwand und Ertrag) sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsregeln nach HGB und IFRS.
Begriff in 60 Sekunden erklärt
Berechnung
Berechnungen im Accounting
Im Accounting werden folgende Hauptinstrumente eingesetzt:
- Bilanz (Balance Sheet)
- Gegenüberstellung von Vermögenswerten (Aktiva) und Kapitalquellen (Passiva) eines Unternehmens zu einem Stichtag.
- Gewinn- und Verlustrechnung (Income Statement)
- Erfasst Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens innerhalb einer Periode und weist das Ergebnis (Gewinn oder Verlust) aus.
- Kapitalflussrechnung (Cashflow Statement)
- Zeigt die Geldzu- und -abflüsse eines Unternehmens innerhalb einer Periode, gegliedert nach operativen, investiven und finanziellen Aktivitäten.
Visualisierung
Grafische Darstellung von Accounting
Die wichtigsten Accounting-Kennzahlen werden häufig in Form von Bilanzschemata, Ergebnisrechnungen und Cashflow-Diagrammen visualisiert.
Simuliere ein Geschäftsjahr. Beobachte, wie der in der GuV berechnete Jahresüberschuss das Eigenkapital und die Liquidität in der Bilanz erhöht.
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Bilanz (Stichtag)
Anwendungsbeispiel
Anwendungsbereiche von Accounting
Strategisch dient Accounting der Unterstützung fundierter Unternehmensentscheidungen und Transparenz gegenüber Stakeholdern. Operativ stellt Accounting sicher, dass finanzielle Vorgänge korrekt erfasst und berichtet werden.
Accounting ist branchenübergreifend relevant und findet insbesondere Anwendung in:
- Industrie und Produktion (Kosten- und Leistungsrechnung, Bestandsbewertungen)
- Handel und Dienstleistungssektor (Umsatz-, Kosten- und Rentabilitätsanalysen)
- Finanzwesen (Jahresabschlussanalyse, Bilanzierung von Finanzinstrumenten)
- Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung (Compliance, Bilanzierung und Steuererklärungen)
Fallbeispiel Accounting
Ein mittelständischer Automobilzulieferer möchte seine Geschäftszahlen transparenter und vergleichbarer machen. Dazu wechselt er von der Bilanzierung nach HGB auf internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS).
Maßnahmen:
- Umstellung der Buchführungs- und Bewertungssysteme auf IFRS
- Erstellung eines neuen internen Berichtssystems für Managemententscheidungen
- Schulung der Mitarbeiter im Bereich Accounting zur Sicherstellung einer fehlerfreien Bilanzierung
Durch diese Umstellung gelingt dem Unternehmen eine verbesserte Kommunikation mit internationalen Investoren sowie Banken.
Rechenbeispiel (vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung):
| Umsatz | 500.000 € |
| – Materialaufwand | 150.000 € |
| – Personalaufwand | 120.000 € |
| – Abschreibungen | 50.000 € |
| = Betriebsergebnis (EBIT) | 180.000 € |
Im Studium
Anwendung im Studium
Studierende lernen, Jahresabschlüsse nach HGB und IFRS zu erstellen, verschiedene Rechnungslegungsinstrumente korrekt anzuwenden und Jahresabschlussanalysen durchzuführen. Die praktische Anwendung wird in Fallstudien, Projekten und Klausuren gefordert.
Accounting ist im Studium insbesondere wichtig für:
- Bilanzierung und
- Kostenrechnung und internationalen Rechnungslegung
Typische Prüfungsformen
Bei den Prüfungen, Klausuren und wissenschaftlichen Arbeiten solltest du über die Kenntnisse über folgende Punkte haben, wenn es um den Begriff Accounting geht.
- Klausuraufgaben zur Bilanzierung und Erstellung von Jahresabschlüssen
- Fallstudien zu bilanziellen Fragestellungen (HGB/IFRS)
- Praxisprojekte zur Jahresabschlussanalyse und Interpretation
Empfehlungen für die Prüfungsvorbereitung
- Sichere Kenntnis der Bilanzierungsgrundlagen (HGB, IFRS)
- Übung der Erstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
- Kenntnis häufiger Fehlerquellen (z. B. falsche Zuordnung von Aufwand und Ertrag, Bewertungsfehler)
Hierzu passende Studiengänge
Betriebswirtschaftslehre (BWL)
Breites Grundlagenwissen im Rechnungswesen und in der Bilanzierung.
Accounting & Controlling
Spezialisierter Studiengang für intensive Kenntnisse in Bilanzierung und Kostenrechnung.
Wirtschaftsprüfung & Steuerwesen
Vertiefung zu rechtlichen und steuerlichen Aspekten der Rechnungslegung.
Finanzmanagement / Finance
Fokussierung auf Kapitalmarktkommunikation und Finanzberichterstattung.
International Management
Bilanzierung und Reporting nach internationalen Standards (IFRS).
Controlling
Verbindung von Accounting und internen Steuerungsprozessen.
Fazit
Kritische Reflexion
Ein Kritikpunkt an Accounting ist die teils hohe Komplexität und Intransparenz, insbesondere durch unterschiedliche internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS vs. HGB). Wissenschaftlich wird daher verstärkt diskutiert, wie eine stärkere Standardisierung und Vereinfachung der Berichterstattung erreicht werden kann, ohne dabei notwendige Detailtiefe zu verlieren.
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