Adjunkte Definition
Adjunkte sind Güter, deren Nachfrage unmittelbar miteinander verbunden ist, da diese Güter in ihrem Nutzen komplementär sind. Steigt oder sinkt die Nachfrage nach einem Gut, beeinflusst dies direkt die Nachfrage nach dem entsprechenden Komplementärgut. Klar abzugrenzen sind Adjunkte von Substitutionsgütern, die sich in ihrer Nachfrage gegenseitig ersetzen können.
Bedeutung von Adjunkten
Der Begriff der Adjunkte stammt aus der mikroökonomischen Nachfragetheorie und basiert auf dem Prinzip komplementärer Güter.
Die theoretische Grundlage bildet das Konzept der Kreuzpreiselastizität der Nachfrage, welche bei Adjunkten negativ ausfällt, da Preissteigerungen eines Gutes die Nachfrage nach dem anderen Gut reduzieren.
Berechnungen Kreuzpreiselastizität
- \(\%\text{-Veränderung der Nachfrage nach Gut A}\)
- Prozentuale Nachfrageänderung des Gutes A.
- \(\%\text{-Veränderung des Preises von Gut B}\)
- Prozentuale Preisänderung des Gutes B.
Für Adjunkte ergibt sich eine negative Kreuzpreiselastizität (<0).
Anwendungsbereiche von Adjunkten
Adjunkte kommen typischerweise in folgenden Branchen und Bereichen vor:
- Elektronikindustrie (z. B. Drucker und Tinte, Smartphones und Zubehör)
- Automobilindustrie (z. B. Fahrzeuge und Kraftstoff)
- Software und Hardware (z. B. Betriebssystem und Hardwarekomponenten)
- Freizeitindustrie (z. B. Skier und Skibindungen)
Strategisch sind Adjunkte für Unternehmen entscheidend, da sie oft die Grundlage von Produktstrategien bilden (z. B. Razor-and-Blades-Modell). Operativ ist eine genaue Kenntnis komplementärer Güter essenziell für Preissetzung, Marketing und Bestandsplanung.
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Fallbeispiel Adjunkte
Ein Hersteller von Smartphones bietet zu seinen Geräten auch Zubehör wie Ladekabel, Kopfhörer und Schutzhüllen an. Die Nachfrage nach diesem Zubehör (Adjunkten) hängt unmittelbar von der Anzahl der verkauften Smartphones ab. Senkt der Hersteller den Preis für seine Smartphones, steigt deren Absatz, und folglich nimmt auch die Nachfrage nach Zubehörartikeln zu.
Rechenbeispiel (Kreuzpreiselastizität):
Der Preis eines Smartphones sinkt um 10 %.
Dadurch erhöht sich die Nachfrage nach Schutzhüllen um 20 %.
- \(+20\,\%\)
- Prozentuale Veränderung der Nachfrage nach Schutzhüllen (Gut A).
- \(-10\,\%\)
- Prozentuale Veränderung des Preises von Smartphones (Gut B).
- \(-2\)
- Negative Kreuzpreiselastizität (starke komplementäre Beziehung).
Die negative Kreuzpreiselastizität von −2 zeigt die starke komplementäre Beziehung zwischen Smartphones und Schutzhüllen als Adjunkten.
Hierzu passende Studiengänge
Folgende Studiengänge aus dem Bereich Wirtschaft und Management vermitteln tiefgehendes Wissen über Adjunkte und deren Absatzwirkungen:
Volkswirtschaftslehre (VWL)
Analyse und Berechnung von Elastizitäten und Marktabhängigkeiten.
Marketing
Strategische Planung von Produktangeboten und komplementären Gütern.
Betriebswirtschaftslehre (BWL)
Grundlagen zu Preisbildung und Absatzstrategien.
Industrieökonomik
Vertiefte Analyse der Produkt- und Marktstrukturen.
Wirtschaftspsychologie
Konsumentenverhalten in Bezug auf komplementäre Produktnutzung.
Produktmanagement
Konzeption und Vermarktung komplementärer Produkte.
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Weiterführende Artikel im Lexikon:
- Kreuzpreiselastizität
- Substitutionsgüter
- Preisgestaltung
- Komplementärgüter
Empfohlene Standardwerke und Fachliteratur:
Varian, H. R. (2020): Grundzüge der Mikroökonomik, 10. Auflage, München: De Gruyter Oldenbourg.
Pindyck, R. S./Rubinfeld, D. L. (2022): Mikroökonomie, 10. Auflage, Hallbergmoos: Pearson Studium.
Quellenangaben: Varian, H. R. (2020): Grundzüge der Mikroökonomik, 10. Auflage, München: De Gruyter Oldenbourg, S. 102–107.