Concept Map für die Literaturrecherche erstellen

Eine Concept Map stellt Begriffe und ihre Beziehungen grafisch dar. Für die Literaturrecherche macht sie sichtbar, welche Teilthemen, Synonyme, Ober- und Unterbegriffe sowie theoretischen Verbindungen in einer Suchstrategie berücksichtigt werden sollten.

Du lernst die Abgrenzung zur Mind Map kennen und entwickelst aus der Concept Map konkrete Suchbegriffe, Suchblöcke und Datenbankabfragen.

Brauchst du eine fachliche Einschätzung?

Finde die passende Antwort in der 1a-Studi Akademie oder lass deine konkrete Frage kostenlos von einem Experten einschätzen.

Frage kostenlos prüfen lassen
Concept Map für die Literaturrecherche erstellen

Definition und Aufbau

Concept Maps als strukturierte Wissensnetze verstehen

Eine Concept Map ordnet Begriffe oder Konzepte in einem Netzwerk und benennt ihre Beziehungen durch Verbindungslinien und Verknüpfungswörter. Anders als eine reine Stichwortsammlung zeigt sie nicht nur, welche Begriffe vorkommen, sondern auch, wie sie fachlich zusammenhängen.

Concept Maps besitzen häufig eine hierarchische Grundstruktur: übergeordnete Konzepte stehen weiter oben, spezifische Unterbegriffe darunter. Querverbindungen machen Beziehungen zwischen verschiedenen Teilbereichen sichtbar.

Element Funktion Beispiel
Konzept fachlich bedeutsamer Begriff oder Gegenstand Bildungsgerechtigkeit
Verbindungslinie zeigt eine Beziehung zwischen Konzepten soziale Herkunft → Bildungschancen
Verknüpfungswort benennt die Art der Beziehung „beeinflusst“, „wird gemessen durch“
Hierarchie ordnet Ober- und Unterbegriffe Bildungssystem → Hochschule → Studienzugang
Querverbindung verknüpft getrennte Teilbereiche Digitalisierung ↔ Teilhabe

Abgrenzung und Nutzen

Concept Map, Mind Map und Suchmatrix unterscheiden

Werkzeug Schwerpunkt Nutzen für die Recherche
Concept Map benannte Beziehungen zwischen mehreren Konzepten Suchkonzepte, theoretische Zusammenhänge und Querverbindungen entwickeln
Mind Map radiale Ideensammlung um ein zentrales Thema erste offene Themen- und Begriffssammlung
Suchmatrix tabellarische Ordnung von Konzepten und Synonymen direkte Vorbereitung Boolescher Suchblöcke

Für eine Literaturrecherche ist die Concept Map besonders nützlich, wenn das Thema mehrdeutige Begriffe, mehrere theoretische Perspektiven oder interdisziplinäre Beziehungen enthält. Sie erhöht nicht automatisch die Vollständigkeit, schafft aber eine nachvollziehbare Grundlage für die Suchplanung.

Grafische Nähe ist noch keine fachliche Beziehung

Jede Verbindung muss durch eine begründete Aussage beschrieben und später anhand wissenschaftlicher Literatur geprüft werden. Dekorative Linien ohne Verknüpfungswort besitzen wenig analytischen Wert.

Praktische Erstellung

Eine Concept Map für die Literaturrecherche erstellen

  1. Fokusfrage formulieren: Lege fest, welche fachliche Frage die Map strukturieren soll.
  2. Ausgangskonzepte sammeln: Nutze Forschungsfrage, Vorwissen und erste orientierende Quellen.
  3. Begriffe bereinigen: Trenne Synonyme, Oberbegriffe, Unterbegriffe und mehrdeutige Bezeichnungen.
  4. Hierarchie entwerfen: Ordne allgemeine Konzepte über spezifischeren Begriffen an.
  5. Beziehungen benennen: Ergänze Verknüpfungswörter, sodass jede Verbindung als verständliche Aussage gelesen werden kann.
  6. Querverbindungen prüfen: Suche Beziehungen zwischen getrennten Teilbereichen und begründe sie.
  7. Literaturbelege ergänzen: Notiere, aus welchen Quellen Begriffe und Beziehungen stammen.
  8. Suchvarianten ableiten: Übertrage Synonyme und verwandte Begriffe in eine Suchmatrix.
  9. Map überarbeiten: Ergänze, verschiebe oder verwerfe Konzepte nach jeder relevanten Suchrunde.

Beispiel: Bildungsgerechtigkeit

Eine Map kann die Oberbegriffe soziale Herkunft, institutionelle Bedingungen, Übergänge, digitale Teilhabe und Fördermaßnahmen enthalten. Unter „soziale Herkunft“ stehen beispielsweise Bildungsstand der Eltern und ökonomische Ressourcen. Eine Querverbindung könnte lauten: „Digitale Ausstattung beeinflusst Teilhabe an Lernangeboten“.

Übertragung in Suchstrategien

Aus der Concept Map Datenbanksuchen entwickeln

Übertrage nicht jede Verbindung direkt in einen einzigen langen Suchstring. Identifiziere zunächst die zentralen Konzepte der Forschungsfrage und bilde für jedes Konzept einen eigenen Synonymblock.

Concept-Map-Bereich Mögliche Suchvarianten Boolesche Funktion
soziale Herkunft social background , socioeconomic status , parental education Varianten mit OR
Bildungschancen educational opportunity , access to education , educational inequality Varianten mit OR
Hochschule higher education , university , college student* Varianten mit OR

Verbinde anschließend nur die für die konkrete Teilfrage notwendigen Konzeptblöcke mit AND. Zusätzliche Querverbindungen können separate Suchläufe begründen. Kontrollierte Deskriptoren, Phrasen, Trunkierung und Feldcodes werden datenbankspezifisch ergänzt.

Map und Suchprotokoll verbinden

Versioniere die Concept Map und notiere, welche Begriffe in welchem Suchstring verwendet, verworfen oder ergänzt wurden. Dadurch bleibt die Entwicklung der Suchstrategie nachvollziehbar.

Verwandte Recherchemethoden

Concept Maps mit iterativen Suchmethoden kombinieren

Pearl Growing, Berry Picking und Zitationssuche liefern neue Begriffe, Autorennamen und theoretische Verbindungen. Diese Erkenntnisse können in die Concept Map zurückgeführt werden. Umgekehrt zeigt die Map, welche Teilbereiche bisher wenig Literatur besitzen und gezielt weitergesucht werden sollten.

  • Pearl Growing: Keywords und Deskriptoren aus geeigneten Startquellen ergänzen.
  • Rückwärts- und Vorwärtssuche: historische und aktuelle Entwicklungslinien als Beziehungen eintragen.
  • Iteratives Suchmodell: Map nach jeder Suchrunde versionieren und Änderungen begründen.
  • Thesaurusarbeit: kontrollierte Ober-, Unter- und verwandte Begriffe fachlich einordnen.
  • Suchmatrix: zentrale Konzepte in direkt ausführbare Suchblöcke übertragen.

Digitale Werkzeuge und KI

Concept Maps digital erstellen und KI-Vorschläge prüfen

Concept Maps können auf Papier, mit Präsentations- und Diagrammprogrammen oder in spezialisierten Mapping-Werkzeugen erstellt werden. Entscheidend sind Exportierbarkeit, Versionierung, lesbare Beschriftung und eine Struktur, die sich später noch überarbeiten lässt.

Generative KI kann erste Begriffe, Synonyme oder mögliche Beziehungen vorschlagen. Diese Vorschläge sind weder vollständig noch zuverlässig und dürfen nicht als wissenschaftliche Quelle behandelt werden.

  1. Fokusfrage und vorhandene Begriffe präzise vorgeben.
  2. Vorschläge getrennt als ungeprüft kennzeichnen.
  3. Fachbegriffe in Thesauri, Lehrbüchern und wissenschaftlichen Artikeln verifizieren.
  4. jede Beziehung als fachliche Aussage formulieren und belegen.
  5. erfundene Quellen, unklare Kategorien und zu allgemeine Begriffe entfernen.
  6. KI-Nutzung nach den Vorgaben der Hochschule dokumentieren.

Ordne die folgenden geprüften Begriffe nach Oberbegriffen, Unterbegriffen und möglichen Beziehungen. Markiere unsichere Vorschläge ausdrücklich und erfinde keine Literaturquellen.

Fazit

Eine Concept Map verbindet Themenverständnis und Suchplanung. Sie ist besonders nützlich, wenn aus Begriffen systematische Suchblöcke entwickelt, Beziehungen fachlich geprüft und Änderungen während der Recherche nachvollziehbar dokumentiert werden.

Teile oder zitiere diesen Artikel

Häufige Fragen und Antworten

Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Anwendungsfragen zu dieser Recherchetechnik zusammen.

Was ist eine Concept Map?

Eine Concept Map ordnet Konzepte und benennt ihre Beziehungen durch Verbindungslinien oder Verknüpfungswörter. Dadurch entsteht ein strukturiertes Wissensnetz.

Wie unterstützt sie die Literaturrecherche?

Aus den Konzepten lassen sich Synonyme, Ober- und Unterbegriffe sowie Suchblöcke ableiten. Beziehungen helfen außerdem, alternative theoretische Perspektiven zu erkennen.

Was ist der Unterschied zur Mind Map?

Eine Mind Map entwickelt Begriffe meist radial von einem Zentrum aus. Eine Concept Map bildet zusätzlich hierarchische und quer verlaufende Beziehungen zwischen mehreren Konzepten ab.

Darf KI eine Concept Map erstellen?

KI kann Begriffe vorschlagen, doch jede Verbindung und jedes Fachwort muss anhand wissenschaftlicher Literatur geprüft werden. Die fachliche Verantwortung bleibt bei dir.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Dein Feedback hilft dabei, die 1a-Studi Akademie gezielter auszubauen und passende Inhalte schneller auffindbar zu machen.

Quellen & Literaturverzeichnis korrigieren

Quellenangaben, Zitationen und Literaturverzeichnis auf Vollständigkeit und korrekte Umsetzung nach APA, Harvard, Chicago oder weiteren Zitierstilen prüfen lassen.

Quellen & Zitation prüfen
KI-Quellenanalyse durchführen

Prüfe, ob durch KI verwendete Quellen tatsächlich existieren und ob Aussagen, Zitate und Belege inhaltlich mit den Originalquellen übereinstimmen.

KI-Quellenanalyse ansehe
Text, Plagiate & KI prüfen lassen

Lass deinen wissenschaftlichen Text sprachlich korrigieren und zusätzlich auf Plagiate, KI-Auffälligkeiten und problematische Textstellen überprüfen.

Plagiat & KI-Check ansehen