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Gütekriterien qualitativer Forschung – Mayring, Flick, Kuckartz und Steinke
Wenn du qualitative Forschung betreibst, willst du aussagekräftige Ergebnisse erzielen. Dafür brauchst du sogenannte Gütekriterien. Ein quantitatives Gütekriterium sichert, dass deine qualitative Forschung nachvollziehbar, glaubwürdig und wissenschaftlich akzeptiert wird.
In diesem 1a-Studi Artikel erfährst du mehr über die Bedeutung der Gütekriterien qualitativer Forschung sowie deren Anwendung.
Inhaltsverzeichnis
Definition „Gütekriterien qualitativer Forschung“
Gütekriterien qualitativer Forschung sind Anforderungen, die qualitative Studien erfüllen müssen, damit diese in der Wissenschaft anerkannt werden.
- Transparenz
- Intersubjektivität
- Reichweite deiner Interpretation und Ergebnisse
Anders als quantitative Forschung, bei der Zahlen und Statistiken zählen, setzt qualitative Forschung auf Interpretationen und die subjektiven Erfahrungen der Teilnehmenden.
- Objektivität
- Reliabilität
- Validität
Für deine wissenschaftliche Arbeit bedeutet das, dass du die Gütekriterien in deiner Forschung anwendest und dass dein Prüfer dies auch deutlich erkennt.
1a-Studi-Tipp: Falls du Herausforderungen beim empirischen Arbeiten hast, dann findest du bei 1a-Studi die nötige Experten-Hilfe.
3 Basis GütekriterienGütekriterien der quantitativen Forschung anwenden
Zu den 3 Basiskriterien qualitativer Forschung zählen:
- Transparenz
- Intersubjektivität
- Reichweite
Transparenz
Transparenz bedeutet, dass du deinen Forschungsprozess offen dokumentierst. Andere müssen verstehen können, wie du vorgegangen bist und warum du bestimmte Entscheidungen getroffen hast.
Intersubjektivität
Das Gütekriterium der Intersubjektivität fordert, dass deine Ergebnisse auch für andere nachvollziehbar sind. Obwohl qualitative Studien subjektiv geprägt sind, sollen verschiedene Forschende ähnliche Interpretationen erreichen können.
Reichweite
Reichweite sichert, dass deine Ergebnisse nicht nur auf einzelne Fälle begrenzt bleiben. Du erklärst, inwieweit deine Erkenntnisse auf ähnliche Situationen oder Gruppen übertragen werden können.
Halte dich an diese 3 Schritte, um die Gütekriterien richtig anzuwenden.
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Schritt 1: Konzeptuelle Verankerung der Kriterien
Bevor du mit deiner qualitativen Studie startest, musst du genau festlegen, welche Kriterien qualitativer Forschung du anwenden willst. Definiere klar, warum Transparenz, Intersubjektivität und Reichweite wichtig für dein Thema sind.
Schritt 2: Umsetzung im Forschungsprozess
Während du deine qualitative Studie durchführst, dokumentierst du jeden Schritt detailliert. So können andere nachvollziehen, wie du zu deinen Ergebnissen kommst. Diese Dokumentation erfüllt die Gütekriterien qualitativer Sozialforschung.
Schritt 3: Kritische Bewertung der Ergebnisse und Folgen
Am Ende deiner Forschung bewertest du kritisch, ob du die Kriterien gut erfüllt hast. Durch Peer-Reviews und Diskussionen kannst du überprüfen, ob deine qualitative Forschung qualitativ hochwertige Ergebnisse geliefert hat.
Gütekriterien nach MayringSechs Gütekriterien nach Mayring (2016) für qualitative Forschung
Philipp Mayring ist ein deutscher Psychologe und Sozialforscher, der besonders für die qualitative Inhaltsanalyse bekannt ist. Seine sechs Gütekriterien werden häufig in wissenschaftlichen Studien verwendet, da diese definieren, wie qualitative Forschung nachvollziehbar und wissenschaftlich belastbar durchgeführt werden sollte.
Nach Mayring wird dabei wie folgt vorgegangen:
Methodische Kontrolle
Dokumentiere jeden Schritt deiner Forschung ausführlich. Das bedeutet, alle Entscheidungen und Abläufe müssen nachvollziehbar festgehalten werden, damit andere Forschende genau überprüfen können, wie du zu deinen Ergebnissen gelangt bist.
1a-Studi-Tipp: Führe während der gesamten Forschungszeit ein Forschungstagebuch. So behältst du den Überblick und kannst später leichter nachvollziehen, warum du bestimmte Entscheidungen getroffen hast.
Nähe zum Gegenstand
Deine qualitative Studie sollte nah an der Realität deiner Befragten sein. Wenn du beispielsweise Studierende interviewst, dann führe deine Interviews idealerweise in einer Umgebung durch, in der sie sich normalerweise aufhalten (Campus oder Bibliothek). So erzielst du authentischere und aussagekräftigere Ergebnisse.
1a-Studi-Tipp: Besuche den Ort deiner Befragung vorher und prüfe, ob es Ablenkungen gibt, die dein Interview beeinträchtigen könnten.
Argumentative Interpretationsabsicherung
Begründe deine Interpretationen immer nachvollziehbar anhand der Daten, die du erhoben hast. Erläutere auch mögliche alternative Interpretationen und begründe, warum du dich letztlich für deine Interpretation entschieden hast.
1a-Studi-Tipp: Erstelle während der Auswertung eine Übersicht möglicher Interpretationen und notiere, warum bestimmte Interpretationen ausgeschlossen wurden.
Regelgeleitetheit
Vor Beginn deiner Studie legst du klare Regeln für die Datenauswertung fest. Sollten während der Forschung Änderungen notwendig sein, musst du diese gut dokumentieren und nachvollziehbar machen, um Transparenz zu gewährleisten.
1a-Studi-Tipp: Nutze Checklisten oder Leitfäden für deine Analyse, um Konsistenz und Transparenz zu gewährleisten.
Reflexivität des Forschenden
Reflektiere offen deine Rolle als Forschende und deine eigenen Vorannahmen oder Voreingenommenheiten. Diese reflektierte Subjektivität sorgt dafür, dass du dir bewusst bist, wie deine persönlichen Einstellungen deine Forschungsergebnisse beeinflussen könnten.
1a-Studi-Tipp: Schreibe regelmäßig in einem Reflexionsjournal, um deine Gedanken, Annahmen und Gefühle während des Forschungsprozesses festzuhalten.
Triangulation
Nutze mehrere Methoden, unterschiedliche Datenquellen oder verschiedene theoretische Perspektiven, um deine Ergebnisse zu überprüfen und zu bestätigen. Durch diese Triangulation wird deine qualitative Forschung robuster und glaubwürdiger.
1a-Studi-Tipp: Plane frühzeitig ein, wie du verschiedene Methoden oder Datenquellen sinnvoll miteinander kombinieren kannst.
Bedingungen für die Erfüllung der Kategorien
Um die sechs Kriterien von Mayring zu erfüllen, solltest du ausreichend Zeit für Planung, Durchführung und Auswertung einplanen. Sei methodisch sorgfältig, halte deine Prozesse transparent und lass deine Ergebnisse kritisch überprüfen, beispielsweise durch Peer-Reviews.
1a-Studi-Tipp: Kalkuliere stets etwas mehr Zeit als nötig ein, um auf unerwartete Herausforderungen während deiner Forschung reagieren zu können.
Gütekriterien nach SteinkeGütekriterien qualitativer Forschung nach Steinke
Ines Steinke ist eine deutsche Psychologin, die sich intensiv mit qualitativer Sozialforschung auseinandergesetzt hat. Ihr Modell mit sieben Gütekriterien hilft dir, deine qualitative Studie umfassend zu überprüfen und überzeugende Ergebnisse zu präsentieren.
Diese Kriterien werden besonders genutzt, wenn die Qualität qualitativer empirischer Sozialforschung umfassend und differenziert bewertet werden soll.
Ines Steinke schlägt sieben Gütekriterien qualitativer Forschung vor:
- Intersubjektive Nachvollziehbarkeit
- Empirische Verankerung
- Limitation
- Kohärenz
- Relevanz
- Reflektierte Subjektivität
Intersubjektive Nachvollziehbarkeit
Intersubjektive Nachvollziehbarkeit bedeutet, dass andere Forschende deinen gesamten Forschungsprozess problemlos nachvollziehen können. Dazu gehört, dass du deine Vorgehensweise genau dokumentierst und offenlegst.
1a-Studi-Tipp: Nutze Checklisten und Protokolle, um deinen Forschungsprozess systematisch zu dokumentieren.
Empirische Verankerung
Dieses Gütekriterium verlangt, dass deine Interpretationen und Schlussfolgerungen eindeutig in den erhobenen Daten begründet sind.
1a-Studi-Tipp: Verweise bei jeder Aussage konsequent auf konkrete Datenstellen oder Zitate.
Limitation
Limitation bezieht sich auf die Grenzen deiner Studie. Du beschreibst offen, welche Ergebnisse verallgemeinert werden können und welche nicht.
1a-Studi-Tipp: Erwähne deutlich die spezifischen Bedingungen deiner Studie und erkläre, warum diese möglicherweise nicht verallgemeinerbar sind.
Kohärenz
Kohärenz meint die innere Logik deiner Forschung. Deine Forschungsfrage, Methodik, Auswertung und Schlussfolgerungen müssen logisch zusammenpassen und widerspruchsfrei sein.
1a-Studi-Tipp: Erstelle vorab einen Forschungsplan, in dem du die Zusammenhänge aller Teile deiner Studie übersichtlich darstellst.
Relevanz
Relevanz bewertet, wie wichtig und nützlich deine Studie für die Wissenschaft und Praxis ist.
1a-Studi-Tipp: Zeige konkret auf, welche praktischen oder theoretischen Beiträge deine Studie liefert.
Reflektierte Subjektivität
Dieses Kriterium fordert, dass du deine persönliche Haltung und mögliche Voreingenommenheiten reflektierst und transparent darlegst.
1a-Studi-Tipp: Führe regelmäßig ein Forschungstagebuch, in dem du deine Gedanken und Wahrnehmungen während des gesamten Forschungsprozesses festhältst.
nach SteinkeGütekriterien qualitativer Forschung Qualitätsrahmen nach Flick
Uwe Flick ist ein deutscher Soziologe und Experte für qualitative Forschung, insbesondere für methodische Qualitätssicherung in qualitativen Studien. Sein Qualitätsrahmen ergänzt die klassischen Gütekriterien um wichtige Aspekte, die besonders hilfreich sind, wenn du qualitative und quantitative Forschungsmethoden miteinander verbindest (Mixed-Methods-Ansatz).
Uwe Flick ergänzt weitere Gütekriterien:
- Prozedurale Reliabilität (einheitliche Durchführung)
- Validität (du misst wirklich das, was du messen willst)
- Analytische Induktion (kontinuierliche Anpassung deiner Hypothesen anhand neuer Daten)
Prozedurale Reliabilität
Prozedurale Reliabilität bedeutet, dass du während deiner Studie sicherstellst, dass dein Vorgehen einheitlich und konstant bleibt. Wenn mehrere Forschende beteiligt sind, sollten alle dieselben Regeln und Vorgehensweisen verwenden.
Beispiel: Du nutzt einen festen Interviewleitfaden, der sicherstellt, dass alle Teilnehmenden unter vergleichbaren Bedingungen befragt werden.
1a-Studi-Tipp: Entwickle klare Anweisungen für alle Beteiligten und führe regelmäßige Trainings durch, um sicherzustellen, dass jeder dieselben Vorgehensweisen verwendet.
Validität
Validität bezeichnet die Genauigkeit und Relevanz deiner Studie – misst du tatsächlich das, was du untersuchen wolltest? Validität sicherst du, indem du geeignete Methoden wählst und diese klar auf deine Forschungsfrage abstimmst.
Beispiel: Du willst die Zufriedenheit von Studierenden mit digitalen Lehrmethoden messen und verwendest dazu gezielt Methoden (z. B. Interviews), die exakt diese Einstellungen erfassen.
1a-Studi-Tipp: Prüfe vorab mit Expertinnen und Experten oder durch Vorstudien, ob deine gewählten Methoden wirklich geeignet sind, um deine Forschungsfragen zu beantworten.
Analytische Induktion
Analytische Induktion meint die fortlaufende Anpassung und Verfeinerung deiner Hypothesen anhand neuer Daten. Du überprüfst kontinuierlich deine Annahmen und passt sie gegebenenfalls an.
Beispiel: Du startest mit einer Hypothese über Lernverhalten und merkst im Verlauf der Interviews, dass du diese Hypothese anpassen musst, da die Realität komplexer ist als angenommen.
1a-Studi-Tipp: Sei offen für Veränderungen deiner Hypothesen während der Forschung und dokumentiere jede Anpassung detailliert und nachvollziehbar.
Häufige Fragen & AntwortenDu hast noch weitere Fragen zur Methodik, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Akademie.