Lesedauer: ca. 12 Minuten Artikeltyp: Beispiel

Unstrukturiertes Interview durchführen

Ein unstrukturiertes Interview ist eine offene qualitative Interviewform ohne festen Fragenkatalog. Das Gespräch orientiert sich nur an Themenbereichen und entwickelt sich flexibel aus den Antworten der befragten Person. Es eignet sich besonders zur Exploration neuer Themen und zur Gewinnung detaillierter Perspektiven. Wichtig sind gute Gesprächsführung, klare Forschungsorientierung, Tonaufnahme, Transkription und nachvollziehbare Auswertung.

Keine passende Antwort gefunden?

Finde eine Antwort in der Akademie oder stelle deine Frage direkt an StudiTutor©.

Frage kostenlos an Experten stellen
Unstrukturiertes Interview

Methodik

Definition unstrukturiertes Interview

Das unstrukturierte Interview ist eine qualitative Interviewmethode, die besonders geeignet ist, wenn ein umfassender Einblick in die Gedankenwelt, Erfahrungen und Sichtweisen einer befragten Person gewonnen werden soll.

Im Gegensatz zum strukturierten Interview folgt das unstrukturierte Interview keinem festen Fragenkatalog. Das Gespräch orientiert sich nur an groben Themenbereichen, Stichworten oder einem allgemeinen Erkenntnisinteresse. Dadurch erhält die befragte Person viel Raum für eigene Erzählungen, Deutungen und Schwerpunktsetzungen.

Für Bachelorarbeiten und Masterarbeiten eignet sich diese Interviewform vor allem dann, wenn ein neues oder wenig erforschtes Thema erkundet werden soll und noch nicht klar ist, welche Aspekte für die Analyse besonders relevant sind.

Kurz erklärt:
Ein unstrukturiertes Interview ist ein offenes Gespräch ohne festen Interviewleitfaden. Es ermöglicht tiefe Einblicke, flexible Nachfragen und ausführliche Antworten, erschwert aber Vergleichbarkeit und Auswertung.

1a-Studi-Tipp

Nutze ein unstrukturiertes Interview nur, wenn dein Forschungsziel Offenheit verlangt. Für viele Abschlussarbeiten ist ein semistrukturiertes Interview methodisch leichter zu begründen und besser vergleichbar.

Tipps

Arten von Interviews: unstrukturiert

Das unstrukturierte Interview gehört zur qualitativen Forschung. Es basiert nicht auf einem vorab festgelegten Ablauf oder einem verbindlichen Interviewleitfaden. Stattdessen entwickelt sich die Gesprächsstruktur aus den Antworten der befragten Person.

Der Interviewer reagiert spontan auf Impulse, stellt Verständnisfragen und vertieft relevante Aussagen. Dadurch ähnelt das Interview stärker einem offenen Gespräch als einem klassischen Frage-Antwort-Verfahren.

Merkmale unstrukturierter Interviews

Merkmal Beschreibung Bedeutung für die Forschung
Keine feste Fragenreihenfolge Das Gespräch folgt keinem starren Ablauf. Die befragte Person kann eigene Schwerpunkte setzen.
Offene Gesprächsführung Fragen entstehen aus dem Gesprächsverlauf. Unerwartete Themen können aufgegriffen werden.
Grober Themenrahmen Stichworte oder Themenbereiche dienen als Orientierung. Der rote Faden bleibt trotz Offenheit erhalten.
Hohe Flexibilität Der Interviewer kann spontan nachfragen und vertiefen. Komplexe Erfahrungen lassen sich differenziert erfassen.
Geringe Standardisierung Interviews unterscheiden sich stärker voneinander. Vergleichbarkeit und Auswertung werden anspruchsvoller.

Wann eignet sich ein unstrukturiertes Interview?

  • wenn ein wenig erforschtes Thema exploriert werden soll
  • wenn ausführliche Informationen zu Erfahrungen und Meinungen benötigt werden
  • wenn die befragte Person eigene Schwerpunkte setzen soll
  • wenn subjektive Sichtweisen und Deutungen im Mittelpunkt stehen
  • wenn noch kein fester Kategorien- oder Fragenrahmen besteht

Wichtig:
Das unstrukturierte Interview darf nicht beliebig geführt werden. Auch ohne festen Fragenkatalog muss das Gespräch auf das Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ausgerichtet bleiben.

Thesis-Sprint

Deine Methodik braucht einen Plan

„Thesis Sprint“ ist dein praktischer Begleiter für Bachelorarbeit, Masterarbeit und Hausarbeit. Das Buch führt dich Schritt für Schritt durch Thema, Fragestellung, Aufbau, Methodik, Zitation und Schreibprozess. Print & E-Book ansehen

  • Forschungsfrage entwickeln
  • Methodik logisch begründen
  • roten Faden in der Arbeit sichern
  • typische Fehler früh vermeiden
Thesis Sprint ansehen

Durchführung

Durchführung eines unstrukturierten Interviews

Die Durchführung eines unstrukturierten Interviews folgt keinem festen Fragenkatalog. Trotzdem sollte ein grober Gesprächsrahmen vorbereitet werden, der Erkenntnisinteresse, Themenbereiche und mögliche Erzählanstöße enthält.

Nach einer erzählgenerierenden Eingangsfrage entwickelt sich ein offenes Gespräch. Der Interviewer lenkt den Verlauf durch Nachfragen, Verständnisfragen und Vertiefungsimpulse, ohne die Antworten zu stark vorzustrukturieren.

Gesprächssteuerung im unstrukturierten Interview

Technik Funktion Beispiel
Erzählanstoß Die befragte Person wird zum ausführlichen Erzählen angeregt. „Bitte führen Sie diesen Punkt weiter aus.“
Verständnisfrage Unklare Aussagen werden präzisiert. „Könnten Sie das näher erläutern?“
Vertiefungsfrage Ein relevanter Aspekt wird genauer untersucht. „Was war in dieser Situation besonders entscheidend?“
Verbalisierung von Denkprozessen Die befragte Person erläutert ihre Entscheidungslogik. „Könnten Sie Ihre Gedanken während dieser Entscheidung beschreiben?“

Beispiel für ein unstrukturiertes Interview

Ein unstrukturiertes Interview kann beispielsweise in einem Bewerbungskontext oder in einer explorativen Studie eingesetzt werden. Der Interviewer fragt zunächst nach bisherigen Erfahrungen. Aus der Antwort ergeben sich weitere spontane Nachfragen, mit denen bestimmte Themenbereiche vertieft werden.

Beispielhafte Eingangsfrage:
Bitte erzählen Sie, welche Erfahrungen Sie bisher mit digitalem Lernen gemacht haben.

Mögliche Nachfrage: Welche Situationen waren für Sie besonders hilfreich oder problematisch?

Durchführung Schritt für Schritt

1. Erkenntnisinteresse klären


Lege fest, welches Thema exploriert werden soll und welche Art von Erfahrungen relevant sind.

2. Themenrahmen vorbereiten


Notiere zentrale Stichworte, ohne einen festen Fragenkatalog zu entwickeln.

3. Eingangsfrage formulieren


Starte mit einer offenen Frage, die zum Erzählen anregt.

4. Gespräch offen führen


Höre aktiv zu, stelle Verständnisfragen und vertiefe relevante Aussagen.

Vor- und Nachteile

Interview zwischen strukturiert und unstrukturiert

Unstrukturierte und strukturierte Interviews unterscheiden sich deutlich in Vorgehen, Zielsetzung und Auswertbarkeit. Während strukturierte Interviews einem festen Fragenkatalog folgen, ermöglichen unstrukturierte Interviews einen freien Zugang zum Forschungsfeld.

Die Wahl der Interviewform hängt davon ab, ob Vergleichbarkeit oder Offenheit wichtiger ist. Für explorative Forschungsvorhaben kann das unstrukturierte Interview wertvoll sein. Für systematische Vergleiche ist ein strukturiertes oder semistrukturiertes Interview meist geeigneter.

Unstrukturiertes und strukturiertes Interview im Vergleich

Kriterium Unstrukturiertes Interview Strukturiertes Interview
Vorteile viele detaillierte Informationen, hohe Flexibilität, Erkundung unerforschter Bereiche hohe Fallzahlen, klare Struktur, hohe Objektivität, gute Vergleichbarkeit
Nachteile anspruchsvolle Gesprächsführung, Gefahr des Fokusverlusts, geringe Vergleichbarkeit, hoher Transkriptionsaufwand keine spontanen Fragen, eher unpersönlich, individuelle Perspektiven werden nur begrenzt erfasst
Struktur offen, flexibel, ohne festen Fragenkatalog standardisiert, gleicher Wortlaut und gleiche Reihenfolge
Auswertung qualitativ, interpretativ und kategorienbasiert standardisiert, häufig statistisch oder vergleichend
Geeignet für Exploration, tiefes Verstehen und neue Themenfelder Vergleichbarkeit, Hypothesenprüfung und standardisierte Datenerhebung

Typische Herausforderungen

  • Kontrolle über den Gesprächsverlauf behalten
  • spontan auf Impulse reagieren
  • Forschungsinteresse nicht aus dem Blick verlieren
  • lange und umfangreiche Datenmengen auswerten
  • Vergleichbarkeit zwischen mehreren Interviews sichern
  • eigene Einflussnahme als Interviewer reflektieren

Praxis-Tipp:
Wenn du mehrere Interviews vergleichen möchtest, ist ein semistrukturiertes Interview oft geeigneter. Es bietet Offenheit, aber zusätzlich einen stabileren roten Faden.

Transkription

Transkription unstrukturierter Interviews

Die Transkription bildet die Grundlage für die Auswertung und Interpretation unstrukturierter Interviews. Dabei wird das gesprochene Interview in schriftliche Form übertragen.

Da unstrukturierte Interviews häufig lange Redebeiträge und viele Details enthalten, ist der Transkriptionsaufwand besonders hoch. Überlappende Sprechakte, Störgeräusche, Pausen, Betonungen oder nonverbale Kommunikation können die Transkription zusätzlich erschweren.

Vor der Transkription klären

  • Welche Transkriptionsart passt zur Forschungsfrage?
  • Sollen Pausen und Betonungen festgehalten werden?
  • Ist nonverbale Kommunikation relevant?
  • Reicht normales Schriftdeutsch für die Analyse?
  • Welche Transkriptionsregeln werden verwendet?
  • Wie werden Sprecher gekennzeichnet?

Ablauf der Transkription

Schritt Vorgehen Ziel
1. Aufzeichnung anhören Interview mehrfach anhören und relevante Passagen markieren. Überblick über Gesprächsverlauf und Schwerpunkte gewinnen.
2. Gesprochenes verschriftlichen Worte abtippen, Sprecher unterscheiden, Zeilen nummerieren und Zeitmarkierungen setzen. Eine belastbare Grundlage für die Auswertung schaffen.
3. Besonderheiten kennzeichnen Pausen, Betonungen, Störungen oder bei Video Mimik und Gestik ergänzen. Für die Interpretation relevante Kontextinformationen sichern.
4. Transkript prüfen Text mit Aufnahme vergleichen und Transkriptionsregeln kontrollieren. Fehler reduzieren und Auswertbarkeit sichern.

Wichtig:
Plane für die Transkription deutlich mehr Zeit ein als für das Interview selbst. Ein einstündiges Interview kann mehrere Stunden Transkriptionszeit verursachen.

Auswertung

Unstrukturiertes Interview auswerten

Die Auswertung unstrukturierter Interviews erfolgt meist qualitativ. Da kein fester Fragenkatalog vorliegt, müssen Themen, Muster und Kategorien besonders sorgfältig aus dem Material herausgearbeitet werden.

Zitate und inhaltliche Anlehnungen an Interviews werden im Ergebnisteil einer empirischen Arbeit eingefügt und anschließend interpretiert. Wichtig ist, dass Aussagen nicht nur wiedergegeben, sondern im Hinblick auf die Forschungsfrage analysiert werden.

Checkliste unstrukturiertes Interview

  • Ist das Forschungsziel klar genug formuliert?
  • Gibt es einen groben Themenrahmen?
  • Ist die Eingangsfrage offen und erzählgenerierend?
  • Wurde das Gespräch vollständig aufgezeichnet?
  • Wurden Transkriptionsregeln festgelegt?
  • Sind relevante Passagen markiert?
  • Wurden Kategorien aus dem Material entwickelt?
  • Werden Zitate im Ergebnisteil interpretiert?
  • Wird die Rolle des Interviewers reflektiert?
  • Werden Grenzen der Vergleichbarkeit benannt?

Typische Fehler

Fehler Problem Bessere Lösung
kein Forschungsfokus Das Gespräch wird zu allgemein und schwer auswertbar. Themenrahmen und Erkenntnisinteresse vorab klären.
zu starke Gesprächslenkung Die Offenheit des unstrukturierten Interviews geht verloren. offene Impulse nutzen und keine erwartungsgeleiteten Fragen stellen.
fehlende Dokumentation Gesprächsverlauf und Kontext bleiben nicht nachvollziehbar. Aufzeichnung, Gesprächsnotizen und Transkript sauber sichern.
reine Nacherzählung Die Auswertung bleibt beschreibend und ohne analytischen Mehrwert. Kategorien bilden und Aussagen auf die Forschungsfrage beziehen.
fehlende Reflexion Einfluss des Interviewers und Grenzen der Methode bleiben unsichtbar. Methodische Grenzen und eigene Rolle kritisch diskutieren.

Wissenschaftlich überzeugend ist ein unstrukturiertes Interview dann, wenn Offenheit, methodische Zielbindung, Transkription, Kategorienbildung und Reflexion nachvollziehbar dokumentiert sind.

Fazit

Das unstrukturierte Interview ist eine offene qualitative Interviewform ohne festen Fragenkatalog. Es eignet sich besonders für explorative Forschung und tiefe Einblicke in Erfahrungen, Meinungen und Deutungen. Die Methode bietet hohe Flexibilität, verlangt aber starke Gesprächsführung, aufwendige Transkription und eine sorgfältige qualitative Auswertung.

Teile oder zitiere diesen Artikel

Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Methodik? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.

Was ist ein unstrukturiertes Interview?

Ein unstrukturiertes Interview ist eine qualitative Interviewform, bei der kein fester Fragenkatalog vorgegeben wird. Das Gespräch orientiert sich an einem Thema, an Stichworten oder an groben Erkenntnisinteressen. Die befragte Person erhält viel Raum, eigene Gedanken, Erfahrungen und Einschätzungen auszuführen. Dadurch eignet sich diese Methode besonders, wenn ein Thema offen erkundet und vertieft verstanden werden soll.

Wann eignet sich ein unstrukturiertes Interview für eine Abschlussarbeit?

Ein unstrukturiertes Interview eignet sich, wenn ein Forschungsfeld noch wenig bekannt ist oder wenn individuelle Erfahrungen, Meinungen und Deutungen im Mittelpunkt stehen. Besonders sinnvoll ist diese Methode, wenn keine festen Antwortkategorien vorgegeben werden sollen und neue Aspekte im Gespräch entstehen dürfen. Für Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation ist wichtig, dass das offene Vorgehen trotzdem zum Forschungsziel passt und methodisch begründet wird.

Wie wird ein unstrukturiertes Interview durchgeführt?

Ein unstrukturiertes Interview beginnt meist mit einer offenen, erzählgenerierenden Eingangsfrage. Danach entwickelt sich das Gespräch flexibel aus den Antworten der befragten Person. Statt eines festen Fragebogens kann ein grober Gesprächsleitfaden mit Themenbereichen als Orientierung dienen. Der Interviewer lenkt das Gespräch durch Erzählanstöße, Verständnisfragen und vertiefende Nachfragen, ohne den offenen Charakter zu verlieren.

Welche Fragen passen zu einem unstrukturierten Interview?

Zu einem unstrukturierten Interview passen offene Fragen, die Erzählungen und Reflexionen ermöglichen. Beispiele sind: „Bitte beschreiben Sie Ihre Erfahrungen mit diesem Thema.“, „Könnten Sie diesen Punkt näher erläutern?“ oder „Was war für Ihre Entscheidung besonders wichtig?“ Die Fragen sollten nicht suggestiv sein und der befragten Person genug Raum geben, eigene Schwerpunkte zu setzen.

Was ist der Unterschied zwischen unstrukturiertem und strukturiertem Interview?

Ein strukturiertes Interview folgt einem festen Fragenkatalog mit gleicher Reihenfolge und gleichem Wortlaut. Dadurch sind die Antworten gut vergleichbar und einfacher auszuwerten. Ein unstrukturiertes Interview ist dagegen offen, flexibel und stark vom Gesprächsverlauf abhängig. Es eignet sich besser für neue Themenfelder, individuelle Perspektiven und detaillierte Informationen, bietet aber weniger Standardisierung und Vergleichbarkeit.

Welche Vorteile hat ein unstrukturiertes Interview?

Ein unstrukturiertes Interview ermöglicht viele detaillierte Informationen und bietet hohe Flexibilität im Gespräch. Der Interviewer kann spontan auf interessante Aussagen reagieren und neue Themen vertiefen. Dadurch lassen sich unerforschte Bereiche erschließen, subjektive Erfahrungen sichtbar machen und Zusammenhänge erfassen, die bei stark standardisierten Befragungen leicht verborgen bleiben.

Welche Nachteile hat ein unstrukturiertes Interview?

Ein unstrukturiertes Interview stellt hohe Anforderungen an die Gesprächsführung. Der Interviewer muss aufmerksam zuhören, spontan nachfragen und zugleich den Bezug zum Forschungsinteresse sichern. Risiken bestehen darin, den Fokus zu verlieren, wichtige Themen nicht anzusprechen oder schwer vergleichbare Daten zu erhalten. Zusätzlich ist der Transkriptions- und Auswertungsaufwand meist deutlich höher als bei strukturierten Interviews.

Wie wird ein unstrukturiertes Interview transkribiert?

Ein unstrukturiertes Interview wird transkribiert, indem die Aufnahme zuerst mehrfach angehört und relevante Passagen markiert werden. Danach werden die gesprochenen Worte verschriftlicht, Sprecher unterschieden, Zeilen nummeriert und Zeitmarken gesetzt. Je nach Forschungsziel können auch Pausen, Betonungen, Mimik oder Gestik dokumentiert werden. Abschließend sollte das Transkript mit der Aufnahme abgeglichen und nach einheitlichen Transkriptionsregeln überarbeitet werden.

Warum ist die Transkription bei unstrukturierten Interviews aufwendig?

Die Transkription unstrukturierter Interviews ist aufwendig, weil die Gespräche oft lang, frei und detailreich verlaufen. Lange Redebeiträge, Sprecherwechsel, Überlappungen, Störgeräusche und spontane Themenwechsel erschweren die Verschriftlichung. Außerdem muss entschieden werden, ob nur der Wortlaut oder auch Pausen, Betonungen und nonverbale Elemente erfasst werden. Deshalb sollte für die Transkription deutlich mehr Zeit eingeplant werden als für die eigentliche Interviewdauer.

Wie wird ein unstrukturiertes Interview in der wissenschaftlichen Arbeit ausgewertet?

Ein unstrukturiertes Interview wird meist qualitativ ausgewertet. Nach der Transkription werden zentrale Aussagen codiert, thematisch geordnet und in Bezug auf die Forschungsfrage interpretiert. Geeignet sind zum Beispiel qualitative Inhaltsanalyse, thematische Analyse oder fallbezogene Auswertung. Wichtig ist, dass der offene Charakter des Interviews nicht zu einer beliebigen Interpretation führt. Kategorien, Auswertungsschritte und Zitatauswahl müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Dein Feedback hilft dabei, die 1a-Studi Akademie gezielter auszubauen und passende Inhalte schneller auffindbar zu machen.

Methodisches Design & Ergebnisse prüfen

Die 1a-Studi Expereten prüfen die Durchführung und Auswertung deiner Literaturarbeit oder empirischen Forschung.

Inhalts-Check ansehen
Korrektur der Schachstellen

Hast du alle wissenschaftlichen Kriterien und Inhalte richtig und vollständig umgesetzt? Experten finden es heraus.

zum LektoratPremium
Experten fragen (kostenlos)

Du schreibst noch an deine Arbeit oder hast Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten? Experten beantworten dir deine Fragen.

Dann nutze StudiTutor©
Persönliche Unterstützung

Du bis dir unsicher bei der methodischen Umsetzung deiner Forschung?

Bei 1a-Studi findest du die passende Unterstützung. Mit unseren Expertenanleitungen und einer akademischen Betreuung führen wir deine Arbeit zum studentischen Erfolg.

Mehr über Beratung & Coaching
Methodik Coaching