Archivmaterialien zitieren nach MLA
Archivmaterialien zitieren nach MLA bedeutet, die konkret benutzte Form der Quelle präzise nachzuweisen: physisches Archivstück, Sammlung, Digitalisat, Onlinearchiv oder edierte Fassung. Entscheidend sind neben Autor und Titel auch Sammlung, Signatur, Aufbewahrungsort und bei digitalen Fassungen der Container sowie gegebenenfalls URL oder Permalink. Im Text arbeitet MLA mit dem Signalwort-Lokator-System. Beispiel im Text: (Benton 4). Beispiel im Literaturverzeichnis: Benton, Thomas Hart. Letter to Charles Fremont. 22 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.
Brauchst du eine fachliche Einschätzung?
Finde die passende Antwort in der 1a-Studi Akademie oder lass deine konkrete Frage kostenlos von einem Experten einschätzen.
Frage kostenlos prüfen lassen
Wichtigste Fakten
Archivmaterialien zitieren nach MLA
Archivmaterialien erfordern im MLA-Stil eine genaue Dokumentation des konkreten Quellenkontexts. Entscheidend sind nicht nur Autor oder Titel, sondern auch Sammlung, Repository, Aufbewahrungsort, Signatur und bei Digitalisaten der digitale Container mit URL oder Permalink.
- Archivmaterialien werden über die MLA Core Elements erfasst.
- Wichtig sind Sammlung, Archiv oder Bibliothek, Ort und Signatur.
- Bei Quellen ohne Titel wird eine sachliche Beschreibung verwendet.
- Bei digitalen Archivquellen wird zusätzlich der Online-Container angegeben.
- Bei Briefen, Manuskripten und Notizbüchern sind Datum, Materialform und genaue Fundstelle besonders relevant.
Archivmaterialien als sammlungsbezogene Quellen
Archivquellen unterscheiden sich von klassischen Buch- oder Zeitschriftenquellen, weil ihr Nachweis stark vom archivalischen Kontext abhängt. Eine saubere Angabe zeigt daher, in welcher Sammlung sich das Material befindet und über welche Signatur es auffindbar ist.
- Sammlung oder Nachlass
- Archiv, Bibliothek oder Repository
- Ort des Archivs
- Box-, File-, Manuskript- oder Signaturnummer
- bei Digitalisaten: Website, Datenbank, Permalink oder URL
Titel, Beschreibung und Materialform
Viele Archivmaterialien besitzen keinen eindeutigen Titel. In diesem Fall wird keine künstliche Überschrift gebildet, sondern eine präzise Beschreibung genutzt. Das betrifft vor allem Briefe, Aktenstücke, Notizbücher, Manuskripte und Fragmente.
- Bei vorhandenen Titeln wird der Titel übernommen.
- Bei fehlenden Titeln wird eine Beschreibung verwendet, zum Beispiel Letter to ....
- Bei Briefen ist das Datum des Briefes besonders wichtig.
- Bei handschriftlichen Quellen kann die Materialform ergänzt werden, zum Beispiel Manuscript.
- Bei unsicherer Datierung kann die Datumsangabe mit einem Fragezeichen gekennzeichnet werden.
Physisches Archiv und digitales Archiv
MLA verwendet für physische und digitale Archivmaterialien dieselbe Grundlogik. Der Unterschied liegt vor allem darin, ob die Quelle über ein Archiv vor Ort oder über einen digitalen Container zugänglich ist.
- Bei physischen Archivquellen stehen Sammlung, Repository und Signatur im Mittelpunkt.
- Bei digitalen Archivquellen wird zusätzlich die Website oder Datenbank als Container angegeben.
- Viewer oder technische Anzeigeoberflächen gelten in der Regel nicht als eigenständiger Container.
- Für digitale Handschriften können ausgewiesene Bild-, Folio- oder Sequenznummern als Lokator dienen.
Unterschiede zwischen MLA 8 und MLA 9
Zwischen MLA 8 und MLA 9 besteht bei Archivmaterialien kein grundlegender Systemwechsel. Beide Auflagen arbeiten mit den Core Elements. MLA 9 präzisiert vor allem die flexible Anwendung des Templates auf unterschiedliche Quellenformen.
| Aspekt | MLA 8 | MLA 9 | Bedeutung für Archivmaterialien |
|---|---|---|---|
| Grundprinzip | Arbeit mit den Core Elements | Fortführung der Core Elements | Archivquellen werden weiterhin flexibel über passende Elemente erfasst. |
| Quellenform | Starker Fokus auf Container und Fundort | Noch stärkere Betonung der konkreten benutzten Version | Die Unterscheidung zwischen Original, Digitalisat und Edition bleibt zentral. |
| Archivkontext | Sammlung, Repository und Signatur sind wesentlich. | Diese Angaben bleiben maßgeblich. | Der Nachweis muss die Quelle eindeutig auffindbar machen. |
| Digitale Quellen | Digitale Container werden in das Template integriert. | Digitale Bereitstellungsformen werden konsequent über Container, URL oder Permalink erfasst. | Bei Digitalisaten zählt die Plattform oder Institution, nicht der technische Viewer. |
| Praktische Relevanz | Keine starre Sonderformel für Archivquellen | Weiterhin keine starre Sonderformel | Entscheidend bleibt die vollständige und nachvollziehbare Anwendung des Templates. |
Im Text
Zitieren im Text: Archivmaterialien MLA
Grundform
Im In-Text-Zitat verweist MLA auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Bei einem archivalischen Dokument mit benanntem Autor ist das gewöhnlich der Nachname. Wenn die Quelle stabile Seiten- oder Blattangaben hat, können diese ergänzt werden. Wenn das Dokument keine Teilnummern besitzt, bleibt der Klammerbeleg beim Signalwort. Die MLA betont ausdrücklich, dass fehlende Seiten oder andere Teilnummern nicht künstlich ergänzt werden sollen.
(Benton)
(Benton 4)
(Benton, Bl. 2r)
Benton beschreibt die Lage als politisch instabil.
Brief in einem Archiv
Bei einem unveröffentlichten Brief mit benanntem Absender verweist der Klammerbeleg auf den Namen des Absenders. Wenn mehrere Briefe derselben Person im Literaturverzeichnis stehen, muss das In-Text-Zitat durch den ersten eindeutigen Unterschied ergänzt werden. Die MLA nennt dafür ausdrücklich das Datum oder – bei unterschiedlichen Empfängern – den Empfänger.
(Benton, Letter [22 June])
(Benton, Letter [23 June])
(Benton, Letter to Charles Fremont)
(Benton, Letter to Jessie Ann Benton Fremont)
Unveröffentlichtes Notebook oder Manuskript
Bei einem unveröffentlichten Notebook oder Manuskript steht im Kurzbeleg der Autor oder, wenn nötig, eine Beschreibung. Wenn die Quelle Seitenzahlen besitzt, können diese verwendet werden. Wenn sie nur teilweise paginiert ist, werden vorhandene Zahlen zitiert und fehlende Bereiche ohne künstliche Ergänzung behandelt.
(Coleridge)
(Coleridge 12)
(Coleridge, fol. 4v)
Dokument in einer Sammlung
Wenn ein einzelnes Dokument in einer archivalischen Sammlung benutzt wurde, verweist der Klammerbeleg weiterhin auf das erste Element des Eintrags, also meist den Autor oder die Beschreibung des Dokuments. Sammlung und Signatur werden im Text nur dann ergänzt, wenn dies zur Unterscheidung mehrerer ähnlich benannter Stücke nötig ist. Diese Logik folgt der allgemeinen MLA-Regel, im Kurzbeleg nur die Informationen aufzunehmen, die die Zuordnung zum Literaturverzeichnis sichern.
(Auden and Mann)
(Auden and Mann, MS 176)
(„Langston Hughes” 3)
Digitales Archiv und Bildnummern
Bei einem Digitalisat einer vollständigen Handschrift oder eines umfangreichen Manuskripts empfiehlt die MLA, im In-Text-Zitat die Bild- oder Sequenznummer zu verwenden, wenn diese vom Archivsystem ausgewiesen wird. Die offizielle Empfehlung nennt hierfür ausdrücklich die Bildnummer seq.
(Cantimpré, seq. 49)
(Cantimpré, seq. 112)
Autor bereits im Satz
Wenn der Name des Autors bereits im Satz genannt wird, enthält der Klammerbeleg nur noch den Lokator oder entfällt ganz, wenn kein Lokator vorhanden ist. Diese Regel gilt auch für Archivmaterialien.
Benton formuliert den politischen Zweck des Schreibens sehr direkt.
Benton vermerkt die Bitte auf Blatt 2r.
Im Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis: MLA Archivmaterialien zitieren
Grundform
Für Archivmaterialien gilt das MLA-Template. Der Eintrag beginnt mit dem Autor, wenn einer vorhanden ist. Danach folgen Titel oder Beschreibung des Dokuments, dann – wenn zutreffend – die Sammlung als Container. Im Location-Element erscheinen Archiv oder Bibliothek sowie Box-, File-, Manuskriptnummern oder andere Signaturen. Genau diese Struktur nennt das MLA Style Center für physische Archive ausdrücklich.
Das Grundschema lautet:
Autor. Titel oder Beschreibung. Datum. Sammlung oder Repository, Archiv, Ort, Signatur.
Einzelnes Werk in einem physischen Archiv
Wenn ein eigenständiges Werk wie eine Handschrift oder ein vollständiges Manuskript zitiert wird, kann das Archiv direkt im Location-Element erscheinen. Die MLA zeigt dies am Beispiel einer Handschrift von Chaucer.
Chaucer, Geoffrey. The Canterbury Tales. Circa 1400–10, British Library, London, Harley MS 7334.
Dokument in einer Archivsammlung
Wenn ein Einzelstück Teil einer Sammlung ist, erscheint die Sammlung als Container. Danach folgen Archiv, Standort und Signaturangaben. Die MLA nennt dafür ausdrücklich Box-, Folder- und Manuskriptnummern als Location-Elemente.
Auden, W. H., and Klaus Mann. Prospectus. Decision Magazine Papers, Yale U Library, New Haven, Manuscripts and Archives, MS 176, box 1, folder 20.
Unveröffentlichter Brief
Für unveröffentlichte Briefe verlangt MLA eine generische Beschreibung statt eines formalen Titels. Diese Beschreibung steht nicht in Anführungszeichen und nicht in Kursivschrift. Danach folgt das Datum des Briefes. Falls die Handschrift als Manuskript gekennzeichnet werden soll, kann Manuskript am Ende ergänzt werden.
Benton, Thomas Hart. Letter to Charles Fremont. 22 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.
Moore, Marianne. Letter to Bryher. 28 Sept. 1954. Bryher Papers, Yale U, New Haven, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, GEN MSS 97, box 38, folder 1373.
Unveröffentlichtes Notebook
Für ein unveröffentlichtes Notebook nennt die MLA als Grundform: Autor, Titel in Anführungszeichen – wenn es einen Titel gibt – oder Beschreibung, dann Datum und am Ende die Kennzeichnung des Formats.
Coleridge, Samuel Taylor. Unpublished notebook. 1794. Manuskript.
Unsicher datiertes Dokument
Wenn das Datum eines Dokuments unsicher ist, empfiehlt MLA, ein Fragezeichen an die Datierung anzuhängen. Die offizielle MLA-Hilfe zeigt das am Beispiel eines Borges-Manuskripts.
Borges, Jorge Luis. „Thorkelin y el Beowulf.” 1955–60? Jorge Luis Borges Papers, U of Texas, Austin, Harry Ransom Center, Sektion 2, container 1.14, ff. 1r–11v.
Digitalisat in einem digitalen Archiv
Wenn ein Objekt in einem digitalen Archiv eingebettet ist, wird das Originalobjekt zuerst genannt; der Name der Website oder Institution erscheint als Container. Ein Viewer muss in der Regel nicht als eigener Container dokumentiert werden. Genau diese Regel nennt das MLA Style Center für Digitalisate ausdrücklich.
Thomas de Cantimpré. Sermo generalis de naturis rerum. Fourteenth century, Harvard U, Houghton Library, Cambridge, Massachusetts, MS Riant 19. Harvard University, iiif.lib.harvard.edu/manifests/view/drs:45440668$1i.
Archivalisches Digitalisat eines Dokuments ohne Autor
Wenn ein Digitalisat keinen Autor ausweist, beginnt der Eintrag mit dem Titel oder mit einer Beschreibung des Dokuments. Die MLA zeigt dies am Beispiel einer FBI-Akte.
„Langston Hughes.” FBI file for Langston Hughes, Part 4, document Nr. 100-25776, 4 Oct. 1944. The FBI: Federal Bureau of Investigation, US Department of Justice, vault.fbi.gov/langston-hughes/langston-hughes-part-04-of-04/view.
Sonderfälle
Sonderfälle für Archivmaterialien MLA
Mehrere unveröffentlichte Briefe desselben Autors
Wenn mehrere unveröffentlichte Briefe derselben Person im Literaturverzeichnis stehen, reicht der Nachname im Text nicht mehr aus. Die MLA empfiehlt, die Briefe im Klammerbeleg durch das erste eindeutige Unterscheidungsmerkmal zu unterscheiden – meist durch das Datum oder den Empfänger.
Im Text
(Benton, Letter [22 June])
(Benton, Letter [23 June])
(Benton, Letter to Charles Fremont)
(Benton, Letter to Jessie Ann Benton Fremont)
Literaturverzeichnis
Benton, Thomas Hart. Letter to Charles Fremont. 22 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.
---. Letter to Charles Fremont. 23 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.
---. Letter to Jessie Ann Benton Fremont. 24 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.
Uneinheitliche Paginierung im Manuskript
Wenn ein Manuskript in manchen Teilen Seitenzahlen hat und in anderen nicht, verlangt MLA, vorhandene Seitenzahlen zu zitieren und fehlende nicht künstlich zu ergänzen. Bei der ersten Nennung kann ein erläuternder Hinweis im Fließtext sinnvoll sein.
Im Text
(Coleridge 12)
(Coleridge)
Die Handschrift ist nur teilweise paginiert; vorhandene Seitenzahlen werden hier übernommen.
Literaturverzeichnis
Coleridge, Samuel Taylor. Unpublished notebook. 1794. Manuskript.
Digitalisat einer vollständigen Handschrift
Wenn eine ganze Handschrift in einem Digitalisat als Bildfolge angezeigt wird, empfiehlt MLA die Sequenznummer des Bildes als In-Text-Lokator. Dadurch wird auch ohne gedruckte Seitenzahlen eine präzise Fundstelle möglich.
Im Text
(Cantimpré, seq. 49)
(Cantimpré, seq. 112)
Literaturverzeichnis
Thomas de Cantimpré. Sermo generalis de naturis rerum. Fourteenth century, Harvard U, Houghton Library, Cambridge, Massachusetts, MS Riant 19. Harvard University, iiif.lib.harvard.edu/manifests/view/drs:45440668$1i.
Gefälschter oder zweifelhaft zugeschriebener Brief
Für Briefe, die als Fälschung gelten oder nur unsicher zugeschrieben sind, empfiehlt die MLA, den im Brief angegebenen Autorennamen und den zugeschriebenen Autor in eckigen Klammern im Autor-Element zu kombinieren. Bei unsicherer Zuschreibung kann zusätzlich ein Fragezeichen stehen. Das ist ein besonders wichtiger Sonderfall für Archivmaterialien.
Im Text
(Peale [Danton?])
Literaturverzeichnis
Peale, Rembrandt [Ferdinand Danton, Jr.?]. Letter to Peter Roller. 5 April 1851. Washington College, Archives and Special Collections, MS 0116, washcoll.whirlihost.com/Detail/objects/6724.
Digitales Archiv versus Wayback- oder Webarchivversion
Wenn eine archivierte Webversion benutzt wird, wird nicht das physische Archiv, sondern das archivierte Webdokument in seinem digitalen Container zitiert. Für klassische Archivmaterialien gilt diese Logik nur dann, wenn die konkrete benutzte Version tatsächlich über ein Webarchiv vermittelt wurde. Die MLA behandelt solche archivierten Webquellen als Onlinecontainer.
Im Text
(„Langston Hughes“ 3)
Literaturverzeichnis
„Langston Hughes.” FBI file for Langston Hughes, Part 4, document Nr. 100-25776, 4 Oct. 1944. The FBI: Federal Bureau of Investigation, US Department of Justice, vault.fbi.gov/langston-hughes/langston-hughes-part-04-of-04/view.
Sekundärzitat aus Archivmaterial
Wenn Archivmaterial nur indirekt über eine andere Quelle bekannt ist, steht im Literaturverzeichnis nur die tatsächlich konsultierte Quelle. Im Text wird der indirekte Bezug markiert. Das folgt der allgemeinen MLA-Logik für indirekte Nachweise.
Im Text
(zit. in Meyer 55)
Literaturverzeichnis
Meyer, Claudia. Historische Quellen im Kontext. Beispielverlag, 2021.
Die folgende Übersicht fasst die MLA-Regeln für Archivmaterialien im selben Raster wie die übrigen MLA-Quellenarten zusammen. Grundlage sind die aktuellen MLA-Hinweise zu physischen Archiven, digitalen Archiven, Manuskripten, Notebooks und Briefen.
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach MLA für die Zitation von Archivmaterialien verpflichtend und was wird empfohlen?
Zitation im Text nach MLA
Signal im Kurzbeleg
Im Kurzbeleg steht das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Bei benannten Archivquellen ist dies meistens der Nachname des Verfassers oder Absenders, z. B. (Benton).
Das Signal sollte möglichst kurz und eindeutig sein. Bei anonymen oder unsignierten Stücken übernimmt ein Titel oder eine knappe Beschreibung die Signalfunktion.
Seiten-, Blatt- oder Folioangabe
Seiten-, Blatt-, Folio- oder Sequenzangaben werden nur verwendet, wenn die Quelle selbst oder das Archivsystem einen stabilen Lokator bietet, z. B. (Benton, Bl. 2r).
Fehlende Seitenzahlen, Absätze oder Blattangaben werden nicht künstlich gezählt. Die Fundstelle kann stattdessen im Fließtext beschrieben werden.
Form des Kurzbelegs
Der MLA-Kurzbeleg folgt der Form (Signal) oder (Signal Lokator). Bei Archivmaterialien kann der Lokator auch ein Blatt, Folio, Manuskriptsignal oder eine Sequenznummer sein.
Mehrere Briefe desselben Autors
Wenn mehrere Briefe derselben Person zitiert werden, reicht der Nachname im Text nicht aus. Der Kurzbeleg ergänzt dann Datum oder Empfänger, z. B. (Benton, Letter [22 June]).
Das erste eindeutige Unterscheidungsmerkmal sollte im gesamten Text konsequent verwendet werden.
Digitale Handschrift
Wenn das digitale Archiv eine Handschrift als Bildfolge mit stabilen Sequenznummern ausweist, kann die Sequenznummer im Kurzbeleg verwendet werden, z. B. (Cantimpré, seq. 49).
Zusätzlich kann der Satzkontext erläutern, auf welches Blatt, Bild oder Dokumentsegment sich der Verweis bezieht.
Fehlende Teilnummern
Wenn eine Archivquelle keine Seiten, Blätter, Folios oder Sequenznummern besitzt, bleibt der Kurzbeleg beim Signalwort, z. B. (Benton).
Es dürfen keine selbst erzeugten Seiten-, Absatz- oder Bildnummern ergänzt werden, wenn diese nicht aus der Quelle oder dem Archivsystem stammen.
Literaturverzeichnis nach MLA
Autor oder Beschreibung
Der Eintrag beginnt mit dem Verfasser, einer Körperschaft oder – falls kein Autor vorhanden ist – mit Titel oder Beschreibung des Archivstücks.
Bei unsicherer Zuschreibung kann der zugeschriebene Autor in eckigen Klammern ergänzt werden, z. B. Peale, Rembrandt [Ferdinand Danton, Jr.?].
Titel oder sachliche Beschreibung
Wenn ein Titel vorhanden ist, wird dieser übernommen. Wenn kein normierter Titel vorliegt, wird eine sachliche Beschreibung verwendet.
Bei Briefen ist eine generische Beschreibung wie Letter to ... üblich. Ein künstlich erfundener Titel sollte vermieden werden.
Datum
Vorhandene Datumsangaben werden übernommen. Bei Briefen steht das Datum direkt nach der Beschreibung, z. B. 22 June 1847.
Unsichere Datierungen können mit einem Fragezeichen markiert werden, z. B. 1955–60?
Sammlung oder digitaler Container
Wenn ein Stück Teil einer Sammlung ist, wird die Sammlung als Container genannt, z. B. Decision Magazine Papers.
Bei Digitalisaten sollte das digitale Archiv oder die bereitstellende Website als Container erscheinen; ein Viewer muss in der Regel nicht separat genannt werden.
Location und Signatur
Archiv, Bibliothek, Ort und Signaturangaben sichern die Wiederauffindbarkeit. Dazu gehören z. B. Manuskriptnummer, Box, Folder, Container oder Blattangaben.
Die Signatur sollte so genau wie möglich übernommen werden, weil Archivbestände häufig nicht über klassische Seiten- oder Verlagsangaben auffindbar sind.
Formatangabe
Eine Formatangabe wie Manuskript kann sinnvoll sein, wenn die Materialform für die Identifikation oder Bewertung der Quelle relevant ist.
Bei digitalen Fassungen kann eine ergänzende Angabe als Digitalisat sinnvoll sein, wenn mehrere Versionen derselben Quelle existieren.
URL oder Permalink
Bei digital konsultierten Archivmaterialien wird ein stabiler Zugriffspfad angegeben. Ein Permalink ist gegenüber einer instabilen Such- oder Sitzungs-URL zu bevorzugen.
Die URL sollte direkt zur benutzten Quelle oder zur stabilen Landingpage des Archivobjekts führen.
Zugriffsangabe
Eine Zugriffsangabe kann sinnvoll sein, wenn der digitale Zugang schwer reproduzierbar ist, sich die Darstellung ändern kann oder die Hochschule eine solche Angabe verlangt.
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach MLA? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.
Was ist bei Archivmaterialien nach MLA die zentrale Vorentscheidung?
Zuerst ist zu klären, in welcher Form das Archivmaterial tatsächlich benutzt wurde: als physisches Stück im Archiv, als Teil einer Sammlung, als Digitalisat in einem Onlinearchiv oder als edierte Fassung in einer Veröffentlichung. Diese benutzte Form steuert, welche Container- und Location-Elemente im Literaturverzeichnis erscheinen, zum Beispiel Sammlung, Repository, Signatur oder URL.
Wie funktioniert der MLA-Kurzbeleg im Text bei Archivmaterialien?
Der Kurzbeleg verweist auf das erste Element des passenden Eintrags im Literaturverzeichnis. Das ist meist der Nachname des Verfassers oder Absenders; bei anonymen oder unsignierten Stücken ist es der Titel oder eine kurze Beschreibung. Ein Lokator wie Seite, Folio, Blatt oder seq.-Bildnummer wird nur ergänzt, wenn die Quelle selbst einen stabilen Marker bereitstellt.
Welche Lokatoren sind bei Archivmaterialien im MLA-Kurzbeleg zulässig?
Zulässig sind Lokatoren, die das Material selbst oder das Archivsystem stabil ausweist, etwa Seitenzahlen, Folio- oder Blattangaben wie fol. 4v oder Bl. 2r, Signaturkürzel oder Bild- und Sequenznummern in Digitalisaten wie seq. 49. Selbst erzeugte Lokatoren, etwa selbst gezählte Absätze bei unpaginierten Dokumenten, sollten nicht verwendet werden.
Wie wird ein Dokument ohne normierten Titel im MLA-Literaturverzeichnis behandelt?
Wenn kein Titel vorhanden ist, wird eine sachliche Beschreibung verwendet, statt einen Titel zu konstruieren. Bei Briefen ist eine generische Beschreibung wie Letter to ... üblich; bei Notebooks oder Aktenstücken kann eine Beschreibung wie Unpublished notebook oder eine präzise Materialbeschreibung eingesetzt werden.
Wie sieht ein MLA-Eintrag für ein Stück in einer physischen Archivsammlung typischerweise aus?
Typisch ist: Autor, falls vorhanden, Titel oder Beschreibung, dann die Sammlung als Container, anschließend Repository, Archiv oder Bibliothek, Ort sowie Signatur- und Strukturangaben wie Manuskriptnummer, Box oder Folder. Dadurch bleibt die Wiederauffindbarkeit im Archiv gesichert.
Wie werden unveröffentlichte Briefe nach MLA dokumentiert?
Unveröffentlichte Briefe werden mit Absender als Autor und einer generischen Beschreibung dokumentiert, zum Beispiel Letter to ..., gefolgt vom Datum. Danach folgen Sammlung, Archiv oder Bibliothek, Ort und Signaturangaben. Optional kann am Ende Manuskript ergänzt werden, wenn die Materialform relevant ist.
Wie wird mit unsicherer Datierung bei Archivmaterialien in MLA umgegangen?
Unsichere Datierungen werden als solche kenntlich gemacht, typischerweise durch ein Fragezeichen direkt an der Datumsangabe, zum Beispiel 1955–60?. Dadurch bleibt transparent, dass die Datierung eine begründete, aber nicht gesicherte Einordnung ist.
Wie zitiert MLA Digitalisate aus Onlinearchiven und was ist mit dem Viewer?
Bei Digitalisaten wird das Objekt zuerst als Quelle beschrieben. Danach erscheint das digitale Archiv oder die Website beziehungsweise Institution als Container. Als Location folgt ein stabiler Permalink oder eine URL. Ein Viewer wird in der Regel nicht als eigener Container geführt, sofern die Website oder Institution bereits der maßgebliche Bereitsteller der benutzten Version ist.
Wann wird bei Digitalisaten im MLA-Kurzbeleg eine Sequenz- oder Bildnummer verwendet?
Wenn das digitale Archivsystem für eine Handschrift oder einen umfangreichen Bestand stabile Bild- oder Sequenznummern ausweist, kann diese Nummer als Lokator im Kurzbeleg verwendet werden, häufig mit seq., zum Beispiel (Cantimpré, seq. 49). Dadurch entsteht eine prüfbare Fundstelle auch ohne klassische Seitenzahlen.
Wie geht MLA mit teilweise paginierten Manuskripten um?
Vorhandene Seitenzahlen oder Folio- beziehungsweise Blattangaben werden verwendet. Bereiche ohne Paginierung erhalten keine künstlichen Seitenzahlen. Bei Bedarf kann der Fließtext kurz erläutern, dass die Quelle nur teilweise paginiert ist und deshalb nicht überall ein numerischer Lokator möglich ist.
Wie unterscheidet MLA mehrere unveröffentlichte Briefe derselben Person im Text?
Wenn mehrere Briefe derselben Person im Literaturverzeichnis stehen, reicht der Nachname im Kurzbeleg nicht aus. Dann wird das erste eindeutige Unterscheidungsmerkmal ergänzt, typischerweise das Datum in eckigen Klammern oder der Empfänger, zum Beispiel (Benton, Letter [22 June]) oder (Benton, Letter to Charles Fremont).
Wie werden Sekundärzitate bei Archivmaterialien in MLA behandelt?
Wenn das Archivmaterial nicht direkt eingesehen wurde, steht im Literaturverzeichnis nur die tatsächlich konsultierte Quelle, zum Beispiel eine Edition, ein Aufsatz oder eine Studie. Im Text wird der indirekte Bezug markiert, etwa mit zit. in. Das Archivstück selbst wird nicht als eigener Eintrag geführt, solange keine direkte Einsicht in Original oder Digitalisat vorliegt.
Hat dir dieser Artikel geholfen?
Dein Feedback hilft dabei, die 1a-Studi Akademie gezielter auszubauen und passende Inhalte schneller auffindbar zu machen.
Prüfung und Korrektur der Zitation im Text nach MLA-Stil sowie nach ergänzenden Hochschulrichtlinien
Zitationskorrektur ansehenKorrektur und Vereinheitlichung der Quellen im Literaturverzeichnis nach MLA-Stil und Hochschulvorgaben
Literaturverzeichnis ansehenAbgleich der In-Text-Zitationen mit dem Literaturverzeichnis, damit alle Quellen vollständig, korrekt und einheitlich sind
Mehr über Abgleich & Recherche