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Brief zitieren nach MLA

Brief zitieren nach MLA bedeutet, die konkret benutzte Fassung des Briefes nachzuweisen: unveröffentlichter Archivbrief, Brief in privater Sammlung, Digitalisat oder publizierter Brief in einer Edition. Im Text arbeitet MLA mit dem Signalwort-Lokator-System. Der Kurzbeleg verweist auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags, meistens auf den Absender. Beispiel im Text: (Benton, Bl. 2r). Beispiel im Literaturverzeichnis: Benton, Thomas Hart. Brief an Charles Fremont. 22 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.

Briefe zitieren

Wichtigste Fakten

Brief zitieren nach MLA

Briefe werden im MLA-Stil nach der konkret verwendeten Fassung zitiert. Entscheidend ist, ob ein Brief unveröffentlicht, archiviert, digitalisiert, privat überliefert oder in einer Edition veröffentlicht wurde.

  • Bei unveröffentlichten Briefen wird meist eine Beschreibung verwendet, zum Beispiel Brief an ....
  • Die Beschreibung steht nicht in Anführungszeichen und nicht kursiv.
  • Das Briefdatum folgt direkt nach Titel oder Beschreibung.
  • Bei Archivbriefen sind Sammlung, Archiv oder Bibliothek und Signatur wichtig.
  • Bei handschriftlichen Briefen kann Manuskript ergänzt werden.
  • Bei digitalen Briefen wird die Website oder Plattform als Container angegeben.

Briefe als Quellentyp

Briefe besitzen im MLA-Stil eine sammlungsbezogene Struktur. Neben Absender, Empfänger und Datum sind vor allem Fundort, Sammlung und Signatur relevant.

  • Absenderin oder Absender
  • Empfängerin oder Empfänger
  • Datum des Briefes
  • Sammlung oder Nachlass
  • Archiv, Bibliothek oder Repository
  • Box-, Folder-, Manuskript- oder Signaturnummer

Titel, Beschreibung und Datum

Viele Briefe haben keinen offiziellen Titel. In diesem Fall wird eine sachliche Beschreibung genutzt. Das Datum ist besonders wichtig, weil es Briefe derselben Person voneinander unterscheidbar macht.

  • Brief mit Titel: offizieller Titel wird übernommen.
  • Brief ohne Titel: Beschreibung wird verwendet, zum Beispiel Brief an Charles Fremont.
  • Mehrere Briefe derselben Person: Unterscheidung über Datum oder Empfänger.
  • Unsichere Datierung: Kennzeichnung über eine vorsichtige Datumsangabe.

Archivierte und digitale Briefe

Bei archivierten Briefen steht die Auffindbarkeit im Mittelpunkt. Bei digitalen Briefen bleibt der Brief selbst die Quelle; die digitale Plattform dient als Container.

  • Archivbrief: Sammlung, Archiv und Signatur angeben.
  • Privatsammlung: Besitzer oder Sammlung möglichst genau beschreiben.
  • Digitalisat: Website, Datenbank oder Institution als Container nennen.
  • Archivviewer: nicht als eigener Container behandeln, wenn nur eine technische Anzeige vorliegt.
  • Bildweise erschlossene Digitalisate: Bild-, Blatt- oder Sequenznummer als Lokator nutzen.

Unterschiede zwischen MLA 8 und MLA 9

MLA 9 führt für Briefe kein neues Grundschema ein. Die Core-Elements-Logik aus MLA 8 bleibt bestehen. Unterschiede zeigen sich vor allem in zusätzlichen Beispielen und präziseren Erläuterungen zu digitalen und archivalischen Quellen.

Aspekt MLA 8 MLA 9 Bedeutung für Briefe
Grundprinzip Arbeit mit den Core Elements Fortführung der Core Elements Briefe werden weiterhin nach konkreter Überlieferungsform erfasst.
Beschreibung statt Titel Beschreibungen sind bei Briefen ohne Titel möglich. Diese flexible Lösung bleibt bestehen. Unveröffentlichte Briefe können ohne künstlichen Titel zitiert werden.
Archivkontext Sammlung, Archiv und Signatur sind zentrale Angaben. Diese Angaben bleiben maßgeblich. Der Brief muss im Archiv oder Repository eindeutig auffindbar sein.
Digitale Briefe Digitale Plattformen werden als Container integriert. Digitale Sonderfälle werden ausführlicher erläutert. Website, Datenbank, URL oder Permalink erhalten größere praktische Bedeutung.
Praktische Relevanz Keine starre Sonderformel für Briefe Weiterhin keine starre Sonderformel Entscheidend bleibt die nachvollziehbare Anwendung des Templates auf die benutzte Brief-Fassung.

Im Text

Zitieren im Text: Briefe MLA

Grundform

Im Text verweist MLA immer auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Bei einem Brief ist das gewöhnlich der Absender. Hat der Brief keine Seiten- oder Blattangaben, bleibt der Klammerbeleg beim Signalwort. Wenn eine konkrete Stelle über Blatt-, Seiten- oder Bildnummern identifizierbar ist, werden diese ergänzt. Die MLA verlangt ausdrücklich, dass der In-Text-Beleg die kürzeste Information enthalten soll, die sicher zum Literaturverzeichnis-Eintrag führt.

(Benton)

(Benton, Bl. 2r)

Benton beschreibt die politische Lage ungewöhnlich scharf.

Unveröffentlichter Brief in einem Archiv

Bei einem unveröffentlichten Archivbrief dient der Absendername als Signalwort. Wenn der Brief paginiert oder foliiert ist, kann ein entsprechender Lokator ergänzt werden. Wenn keine Teilnummer vorliegt, bleibt der Klammerbeleg beim Namen. Diese Lösung folgt der allgemeinen MLA-Regel für Archivmaterialien.

(Keller)

(Keller, Bl. 4v)

(Keller, fol. 12r)

Mehrere Briefe desselben Autors an denselben Empfänger

Wenn im Literaturverzeichnis mehrere Briefe desselben Absenders an denselben Empfänger stehen, muss der In-Text-Beleg durch das erste eindeutige Unterscheidungsmerkmal erweitert werden. Nach der offiziellen MLA-Hilfe ist das meist das Datum.

(Letter [22 June])

(Letter [23 June])

Im Brief vom 22. Juni wird diese Position noch vorsichtiger formuliert.

Mehrere Briefe desselben Autors an unterschiedliche Empfänger

Wenn mehrere Briefe desselben Absenders an verschiedene Empfänger zitiert werden, genügt nach der offiziellen MLA-Hilfe oft die Angabe des Empfängers als Unterscheidungsmerkmal.

(Brief an Charles Fremont)

(Brief an Jessie Ann Benton Fremont)

Brief in privater Sammlung

Ein Brief aus einer privaten Sammlung folgt derselben MLA-Logik. Das Signalwort im Text bleibt der Name des Absenders, sofern der Literaturverzeichnis-Eintrag mit dem Namen beginnt. Die Information Privatsammlung von ... erscheint nur im Literaturverzeichnis, nicht im Klammerbeleg.

(Grant)

(Grant, 10 Oct. 1946) wenn eine Unterscheidung nötig ist

Publizierter Brief in einer Edition

Wenn ein Brief in einer Edition oder Briefsammlung veröffentlicht wurde, wird der In-Text-Beleg wie bei einem Beitrag in einem Buch gebildet. Das Signalwort ist der Absender, hinzu kommt die Seitenzahl der Edition. Diese Form folgt aus der allgemeinen MLA-Logik für Beiträge in Containern.

(Kafka 214)

(Kafka 214–216)

Kafka formuliert die Selbstbeschreibung in der Edition deutlich schärfer (214).

Digitalisierter Brief in einem Onlinearchiv

Wenn ein Brief als Digitalisat in einem Archivportal benutzt wurde, bleibt das Signalwort der Absender oder – bei anonymen Briefen – die Beschreibung. Bei umfangreicheren Digitalisaten können Bild- oder Sequenznummern als Lokator dienen, sofern die Plattform diese selbst ausweist.

(Keller)

(Keller, seq. 49)

(Keller, seq. 112)

Anonymer oder unsignierter Brief

Wenn ein Brief keinen identifizierbaren Absender hat, übernimmt die Beschreibung des Briefes die Signalrolle im Text. Das entspricht der allgemeinen MLA-Regel für Werke ohne Autor.

(Brief an the mayor)

(Brief an the mayor, 4 May 1891)

Im Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis: MLA Briefe zitieren

Grundform

Für Briefe gilt in MLA das allgemeine Template. Der Eintrag beginnt mit dem Absender, sofern bekannt. Danach folgt eine Beschreibung des Briefes, das Datum, gegebenenfalls die Sammlung als Container und anschließend Archiv oder Bibliothek mit den nötigen Signaturangaben. Die MLA empfiehlt bei unveröffentlichten Briefen ausdrücklich eine generische Beschreibung statt eines formalen Titels.

Das Grundschema lautet:

Absender. Briefbeschreibung. Datum. Sammlung, Archiv oder Bibliothek, Signatur.

Unveröffentlichter Brief in einem Archiv

Diese Form ist der Regelfall für handschriftliche oder maschinenschriftliche Briefe in einem Archivbestand. Nach dem Datum folgen Sammlung, Archiv und gegebenenfalls Signaturen. Die MLA nennt dafür ausdrücklich Briefbeispiele mit Sammlung und Archivort.

Benton, Thomas Hart. Brief an Charles Fremont. 22 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.

Brief in privater Sammlung

Wenn der Brief nicht in einem Archiv, sondern in einer privaten Sammlung liegt, empfiehlt die MLA, dies im optionalen Element ausdrücklich mit Privatsammlung von ... anzugeben.

Grant, Samuel. Brief an Theodore Grant. 10 Oct. 1946. Privatsammlung von Amy Grant.

Unveröffentlichter Brief in einer Sammlung mit Box- und Folderangaben

Wenn eine Sammlung Box-, Folder- oder Manuskriptnummern ausweist, gehören diese in das Location-Element. Genau diese Struktur empfiehlt die MLA für Archivmaterialien allgemein und für Briefe im Besonderen.

Moore, Marianne. Brief an Bryher. 28 Sept. 1954. Bryher Papers, Yale U, New Haven, Beinecke Rare Book and Manuskript Library, GEN MSS 97, box 38, folder 1373.

Publizierter Brief in einer Edition

Wenn der Brief in einer Briefsammlung oder Edition veröffentlicht wurde, wird er wie ein Beitrag in einem Buch behandelt. Der Absender steht zuerst, danach die Beschreibung oder der Titel des Briefes, dann der Titel der Edition als Container, Herausgeber, Verlag, Jahr und Seitenbereich. Diese Form folgt aus der allgemeinen MLA-Logik für Werke in Sammlungen.

Kafka, Franz. Brief an Milena Jesenská. Letters to Milena, überarbeitet von Willy Haas, translated by Tania Stern, Schocken, 1990, S. 214–16.

Digitalisierter Brief in einem Archivportal

Ein digitalisierter Brief wird mit dem Brief selbst als Quelle und dem Archivportal als Container dokumentiert. Wenn die Plattform einen stabilen Permalink ausweist, sollte dieser verwendet werden. Die MLA erklärt für digitale Archive ausdrücklich, dass das eingebettete Objekt die eigentliche Quelle ist und die Website den Container bildet.

Keller, Max. Brief an Anna Meyer. 14 June 1952. Nachlass Keller, Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin. URL.

Unsicher datierter Brief

Wenn das Datum eines Dokuments unsicher ist, empfiehlt die MLA, ein Fragezeichen an die Datierung anzuhängen. Das offizielle Beispiel zu Archivmaterialien zeigt diese Lösung ausdrücklich.

Borges, Jorge Luis. Brief an Adolfo Bioy Casares. 1955–60? Jorge Luis Borges Papers, U of Texas, Austin, Harry Ransom Center, Sektion 2, container 1.14, ff. 1r–11v.

Gefälschter oder zweifelhaft zugeschriebener Brief

Für einen gefälschten oder unsicher zugeschriebenen Brief empfiehlt die MLA, im Autor-Element sowohl den im Brief genannten Namen als auch den zugeschriebenen Autor in eckigen Klammern anzugeben. Wenn die Zuschreibung unsicher ist, kann ein Fragezeichen ergänzt werden.

Peale, Rembrandt [Ferdinand Danton, Jr.?]. Brief an Peter Roller. 5 April 1851. Washington College, Archives and Special Collections, MS 0116, URL.

Sonderfälle

Sonderfälle für Briefe MLA

Mehrere Briefe desselben Absenders

Wenn mehrere Briefe desselben Absenders im Literaturverzeichnis stehen, verlangt MLA im Text die erste eindeutige Unterscheidung. Bei demselben Empfänger ist das meist das Datum; bei verschiedenen Empfängern ist es oft der Empfängername. Diese Regel ist für Briefe besonders wichtig.

Im Text

(Letter [22 June])

(Letter [23 June])

(Brief an Charles Fremont)

(Brief an Jessie Ann Benton Fremont)

Literaturverzeichnis

Benton, Thomas Hart. Brief an Charles Fremont. 22 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.

---. Brief an Charles Fremont. 23 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.

---. Brief an Jessie Ann Benton Fremont. 24 June 1847. John Charles Fremont Papers, Southwest Museum Library, Los Angeles. Manuskript.

Briefe in unbearbeiteten Sammlungen

Wenn ein Brief in einer unverarbeiteten Sammlung liegt, empfiehlt die MLA, keinen Literaturverzeichnis-Eintrag zu erstellen. Stattdessen sollen beschreibende In-Text-Zitationen verwendet werden. Dieser Punkt ist für Archivmaterialien ein zentraler Sonderfall.

Im Text

(Letter from Max Keller to Anna Meyer, undated, unprocessed papers)

Vgl. Endnote 3.

Literaturverzeichnis

kein Eintrag

Digitalisierte Briefe mit Bild- oder Sequenznummern

Wenn ein Digitalisat einen längeren Brief oder sogar einen ganzen Band bildweise erschließt, empfiehlt die MLA für den In-Text-Beleg die Sequenz- oder Bildnummer, sofern diese auf der Plattform ausgewiesen ist. So lässt sich auch ohne Seitenzahlen eine präzise Fundstelle angeben.

Im Text

(Keller, seq. 49)

(Keller, seq. 112)

Literaturverzeichnis

Keller, Max. Brief an Anna Meyer. 14 June 1952. Nachlass Keller, Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin. URL.

Brief ohne bekanntes Datum

Wenn das Datum unbekannt ist, wird es im Literaturverzeichnis-Eintrag weggelassen. Wenn eine ungefähre Datierung möglich ist, kann eine unsichere Datierung mit Fragezeichen angegeben werden. Die MLA fordert hier keine künstlichen Platzhalter.

Im Text

(Keller)

(Brief an Anna Meyer)

Literaturverzeichnis

Keller, Max. Brief an Anna Meyer. Nachlass Keller, Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin.

Brief an Anna Meyer.1955–60? Private Papers of ..., Archivname, Ort.

Sekundärzitat eines Briefes

Wenn ein Brief nur indirekt über eine andere Quelle bekannt ist, steht im Literaturverzeichnis nur die tatsächlich konsultierte Quelle. Im Text wird der indirekte Bezug mit zit. in markiert. Das folgt der allgemeinen MLA-Logik für indirekte Nachweise.

Im Text

(zit. in Meyer 55)

Literaturverzeichnis

Meyer, Claudia. Briefe und Quellenkritik in der Moderne. Beispielverlag, 2021.

Die folgende Übersicht fasst die MLA-Regeln für Briefe in demselben Raster zusammen wie die übrigen MLA-Quellenarten. Grundlage sind die offiziellen Hinweise des MLA Style Center zu Briefen, physischen Archiven, persönlichen Sammlungen, Digitalisaten und problematischen Zuschreibungen.

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach MLA für Briefe verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text nach MLA

Signal im Kurzbeleg


Pflicht

Im Kurzbeleg steht das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Bei Briefen ist dies meistens der Name des Absenders, z. B. (Benton).

Empfehlung

Das Signal sollte möglichst kurz und eindeutig sein. Bei anonymen oder unsignierten Briefen übernimmt eine Beschreibung oder ein Kurztitel die Signalfunktion.

Lokator


Pflicht bei stabilem Marker

Ein Lokator wird nur ergänzt, wenn die Quelle selbst einen stabilen Marker bietet, etwa Seite, Blatt, Folio, Bild- oder Sequenznummer.

Empfehlung

Bei Archivbriefen sind Blatt-, Folio-, Bild- oder seq.-Angaben besonders hilfreich, sofern sie in der Quelle oder Plattform vorhanden sind.

Form des Kurzbelegs


Pflicht

Der Kurzbeleg folgt der Form (Signal) oder (Signal, Lokator), z. B. (Keller, fol. 12r).

Mehrere Briefe desselben Absenders


Pflicht zur Unterscheidung

Wenn mehrere Briefe desselben Absenders zitiert werden, wird der Kurzbeleg durch Datum oder Empfänger präzisiert, z. B. (Letter [22 June]).

Empfehlung

Das erste eindeutige Unterscheidungsmerkmal sollte im gesamten Text konsequent verwendet werden.

Unbearbeitete Sammlungen


Sonderfall

Bei Briefen aus unverarbeiteten Sammlungen kann eine beschreibende In-Text-Zitation verwendet werden, ohne dass ein Literaturverzeichnis-Eintrag erstellt wird.

Empfehlung

Eine Endnote kann zusätzliche Kontextinformationen liefern, wenn die Wiederauffindbarkeit über eine stabile Signatur nicht gesichert ist.

Digitalisat


Pflicht zur Versionsbindung

Bei digitalisierten Briefen verweist der Kurzbeleg weiterhin auf das Signalwort des Briefes. Bei längeren Digitalisaten können Plattform-Lokatoren wie seq. 49 ergänzt werden.

Empfehlung

Digitale und physische Fassung sollten nicht vermischt werden. Zitiert wird die tatsächlich benutzte Version.

Literaturverzeichnis nach MLA

Autor


Pflicht, sofern bekannt

Der Eintrag beginnt mit dem Absender des Briefes. Wenn kein Absender bekannt ist, übernimmt eine Beschreibung oder ein Titelersatz die erste Position.

Sonderfall

Bei Fälschungen oder unsicherer Zuschreibung kann der zugeschriebene Autor in eckigen Klammern ergänzt werden, z. B. Peale, Rembrandt [Ferdinand Danton, Jr.?].

Beschreibung oder Titel


Pflicht

Bei unveröffentlichten Briefen wird eine generische Briefbeschreibung verwendet, z. B. Brief an Charles Fremont.

Hinweis

Diese Beschreibung steht nicht in Anführungszeichen und nicht in Kursivschrift. Der Empfänger sollte im Beschreibungsteil genannt werden.

Datum


Pflicht, sofern vorhanden

Das vorhandene Briefdatum folgt direkt nach der Beschreibung, z. B. 22 June 1847.

Sonderfall

Bei unsicherer Datierung kann ein Fragezeichen ergänzt werden, z. B. 1955–60?

Sammlung oder Container


Pflicht bei Sammlung

Wenn der Brief Teil einer Sammlung ist, wird die Sammlung als Container genannt, z. B. John Charles Fremont Papers.

Empfehlung

Bei publizierten Briefen übernimmt die Edition oder Briefsammlung die Containerfunktion.

Archiv oder Bibliothek


Pflicht bei Archivbriefen

Archiv, Bibliothek und Ort werden angegeben, damit der Brief wiederauffindbar bleibt.

Empfehlung

Die vollständige Institutionsbezeichnung sollte übernommen werden, wenn sie im Katalog oder Findmittel angegeben ist.

Signatur


Pflicht, sofern vorhanden

Box-, Folder-, Manuskript- oder Bestandsnummern gehören in das Location-Element, z. B. GEN MSS 97, box 38, folder 1373.

Empfehlung

Die Signatur sollte so präzise wie möglich übernommen werden, weil Archivbriefe häufig nur darüber zuverlässig auffindbar sind.

Manuskript


Empfehlung

Bei handschriftlichen oder physischen Originalbriefen kann am Ende des Eintrags Manuskript ergänzt werden.

Hinweis

Die Angabe ist besonders hilfreich, wenn zwischen Original, Abschrift, Edition und Digitalisat unterschieden werden muss.

URL oder Permalink


Pflicht bei digitalem Zugriff

Bei digitalisierten Briefen wird ein stabiler Zugriffspfad angegeben. Ein Permalink ist gegenüber einer instabilen Such- oder Sitzungs-URL zu bevorzugen.

Empfehlung

Der Link sollte direkt zur benutzten Digitalisatfassung oder zur stabilen Objektseite des Archivs führen.

Private Sammlung


Pflicht bei privater Aufbewahrung

Wenn der Brief in einer privaten Sammlung liegt, wird diese Aufbewahrung ausdrücklich genannt, z. B. Privatsammlung von Amy Grant.

Empfehlung

Die private Sammlung sollte so bezeichnet werden, dass Herkunft und Nachweisrahmen nachvollziehbar bleiben.

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Häufige Fragen & Antworten

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Wovon hängt bei Briefen nach MLA ab, wie die Quelle zitiert wird?

Entscheidend ist der Überlieferungs- und Publikationsstatus: unveröffentlicht im Archiv, private Sammlung, Digitalisat im Onlinearchiv oder publiziert in einer Edition. MLA dokumentiert immer die tatsächlich benutzte Fassung; daraus ergibt sich, ob Sammlung und Archivsignatur oder stattdessen Verlag, Herausgeber und Seitenbereich der Edition in den Eintrag gehören.

Wie funktioniert der Kurzbeleg im Text bei Briefen nach MLA?

Der Kurzbeleg folgt dem Signalwort-Lokator-Prinzip: Er verweist auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Bei Briefen ist das meist der Name des Absenders. Lokatoren wie Seite, Blatt, fol. oder seq. werden nur ergänzt, wenn die benutzte Fassung solche Marker tatsächlich ausweist.

Welche Form hat der MLA-Textbeleg bei einem unveröffentlichten Archivbrief?

In der Regel genügt der Absender als Signalwort, etwa (Keller). Wenn das Stück foliiert oder paginiert ist, kann ein Lokator ergänzt werden, etwa (Keller, fol. 12r) oder (Keller, Bl. 4v). Ohne stabile Lokatoren bleibt der Beleg beim Signalwort.

Wie werden mehrere Briefe desselben Absenders im MLA-Textbeleg unterschieden?

MLA ergänzt das erste eindeutige Unterscheidungsmerkmal. Bei gleichem Empfänger ist das meist das Datum, bei unterschiedlichen Empfängern der Empfänger. Typisch sind Formen wie (Benton, Letter [22 June]) versus (Benton, Letter [23 June]) oder (Benton, Letter to Charles Fremont).

Wann wird bei Briefen im MLA-Literaturverzeichnis eine generische Beschreibung statt eines Titels verwendet?

Bei unveröffentlichten Briefen ohne normierten Werktitel wird in MLA typischerweise eine generische Beschreibung verwendet, etwa Brief an … oder Letter to …. Diese Beschreibung steht nicht in Anführungszeichen und nicht in Kursivschrift. Direkt danach folgt das Briefdatum.

Wie sieht ein MLA-Literaturverzeichnis-Eintrag für einen unveröffentlichten Brief im Archiv aus?

Die Grundstruktur lautet: Absender. Briefbeschreibung, zum Beispiel Brief an Empfänger. Datum. Sammlung, falls vorhanden. Archiv oder Bibliothek, Ort, Signaturangaben wie Box, Folder oder Manuskript-Nummer. Optional kann am Ende Manuskript stehen, wenn es sich um ein handschriftliches Original handelt.

Wie werden Box-, Folder- und Signaturangaben im MLA-Eintrag platziert?

Box-, Folder- und Manuskript- beziehungsweise Bestandsnummern gehören in das Location-Element, also an den Teil des Eintrags, der Archiv, Bibliothek und die genaue Aufbewahrungsstelle dokumentiert. Dadurch wird das Stück im Repository wiederauffindbar.

Wie wird ein Brief aus einer privaten Sammlung nach MLA dokumentiert?

Der Eintrag nennt Absender, Briefbeschreibung, Datum und anschließend den Hinweis auf die private Aufbewahrung, etwa Privatsammlung von …. Im Text bleibt das Signalwort der Absender, zum Beispiel (Grant); die private Sammlung wird nicht in den Kurzbeleg gezogen, außer sie ist zur Unterscheidung zwingend.

Wie werden publizierte Briefe in einer Edition nach MLA zitiert?

Ein publizierter Brief wird wie ein Beitrag in einem Buch behandelt: Absender. Titel oder Beschreibung des Briefes. Titel der Edition als Container, Herausgeber oder Übersetzer, falls relevant, Verlag, Jahr und Seitenbereich. Im Text wird dann mit Absender und Seitenzahl der Edition zitiert, zum Beispiel (Kafka 214).

Wie wird ein digitalisierter Brief in einem Onlinearchiv nach MLA behandelt?

Das zugrunde liegende Dokument bleibt die Quelle; die Website beziehungsweise Institution, die das Digitalisat bereitstellt, wird als Container dokumentiert. Ein stabiler Permalink oder eine URL gehört in das Location-Element. Ein eingebetteter Viewer wird in der Regel nicht als eigener Container geführt.

Welche Lokatoren sind bei Digitalisaten im MLA-Textbeleg zulässig?

Zulässig sind nur Lokatoren, die die Plattform selbst bereitstellt, etwa Bild- oder Sequenznummern wie seq. 49. Solche Marker können im Textbeleg ergänzt werden, etwa (Keller, seq. 49). Unnummerierte Absätze sollten nicht selbst gezählt werden.

Wie wird ein anonymer oder unsignierter Brief in MLA belegt?

Wenn kein identifizierbarer Absender vorliegt, übernimmt eine Beschreibung oder ein Titelersatz die erste Position im Literaturverzeichnis. Im Textbeleg wird dann auf diese Beschreibung beziehungsweise einen Kurztitel verwiesen, zum Beispiel (Brief an den Bürgermeister). Eine ergänzende Datierung kann folgen, wenn sie zur Unterscheidung nötig ist.

Wie geht MLA mit unsicherer Datierung bei Briefen um?

Bei unsicherer Datierung kann ein Fragezeichen an die Datumsangabe gesetzt werden, um die Unsicherheit sichtbar zu machen. Wenn gar kein Datum vorliegt, wird das Datumselement weggelassen; eine ungefähre Datierung sollte nur übernommen werden, wenn sie verlässlich begründet ist.

Wann ist für Briefe nach MLA kein Literaturverzeichnis-Eintrag erforderlich?

Bei Briefen aus unverarbeiteten, nicht erschlossenen Sammlungen kann MLA statt eines Literaturverzeichnis-Eintrags einen rein beschreibenden Nachweis im Text und bei Bedarf eine Endnote vorsehen. Das ist sinnvoll, wenn keine stabile Signatur oder Collection-Angabe existiert, die eine Wiederauffindbarkeit für Dritte sicherstellt.

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