Datenbanken zitieren nach MLA
Datenbanken zitieren nach MLA bedeutet zuerst zu klären, ob die Datenbank nur der Zugangsweg zu einem Werk ist oder selbst als Quelle zitiert wird. Bei Artikeln, Buchkapiteln, Videos oder Dokumenten erscheint die Datenbank meist als Container. Bei Korpora, Datenportalen oder statistischen Datenbanken kann sie selbst die Quelle sein. Im Text arbeitet MLA mit dem Signalwort-Lokator-System. Beispiel im Text: (Goldman 72). Beispiel im Literaturverzeichnis: Goldman, Anne. „Questions of Transport: Reading Primo Levi Reading Dante.” The Georgia Review, Vol. 64, Nr. 1, spring 2010, S. 69–88. JSTOR, stable URL.
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Wichtigste Fakten
Datenbanken zitieren nach MLA
Datenbanken werden im MLA-Stil entweder als Container oder als eigenständige Quelle behandelt. Entscheidend ist, ob ein einzelnes Werk aus der Datenbank zitiert wird oder ob die Datenbank selbst der zitierte Gegenstand ist.
- Datenbanken sind häufig Container, nicht die eigentliche Quelle.
- Aufsätze, Buchkapitel, Videos oder Dokumente werden als eigentliche Werke zitiert.
- Korpora, Datenportale oder Statistikdatenbanken können eigenständige Quellen sein.
- Für digitale Fundstellen gilt die Reihenfolge: DOI, Permalink, URL.
- Repositorien und Datenbankplattformen gelten nicht automatisch als Publisher.
- Individuelle Datenabfragen können im Text oder in einer Endnote dokumentiert werden.
Datenbank als Container
Wenn ein Werk über eine Datenbank abgerufen wird, bleibt dieses Werk die eigentliche Quelle. Die Datenbank erscheint dann als Container oder zusätzlicher Container.
- Aufsatz aus einer Datenbank: Aufsatz als Quelle, Datenbank als Container
- Buchkapitel aus einer Datenbank: Kapitel als Quelle, Datenbank als Container
- Video aus einer Datenbank: Video als Quelle, Datenbank als Container
- Dokument aus einem Repositorium: Dokument als Quelle, Repositorium als Container
Datenbank als eigenständige Quelle
Wenn die Datenbank selbst analysiert, ausgewertet oder als Datenbasis genutzt wird, kann sie als eigenständiges Werk zitiert werden. Das betrifft vor allem Korpora, Statistikportale und Forschungsdatenbanken.
- Sprachkorpus
- Statistikdatenbank
- Forschungsdatenportal
- Archivdatenbank
- Datensatzsammlung
Publisher, Plattform und Location
Bei Datenbanken muss zwischen Publisher, Plattform und digitaler Fundstelle unterschieden werden. Eine Plattform ist nur dann Publisher, wenn sie die Quelle tatsächlich veröffentlicht und nicht nur zugänglich macht.
- Publisher: verantwortliche veröffentlichende Stelle
- Container: Datenbank, Website oder Plattform der benutzten Version
- Location: DOI, Permalink oder URL
- Repositorium: meist Container, nicht automatisch Publisher
- Sitzungs-URL: möglichst durch DOI oder Permalink ersetzen
Individuelle Datenabfragen
Bei großen Datenbanken entstehen häufig eigene Abfragen, Filter oder Subsets. Diese werden nicht immer als eigener Literaturverzeichnis-Eintrag erfasst. Häufig reicht eine genaue Dokumentation im Text oder in einer Endnote.
- Suchabfrage oder Query dokumentieren
- Filter, Zeitraum und Auswahlkriterien nennen
- Datensatzname oder Tabellenkennung verwenden
- bei veröffentlichtem Datensatz regulären Literatureintrag erstellen
- bei selbst erzeugtem Subset Abfrage nachvollziehbar beschreiben
Unterschiede zwischen MLA 8 und MLA 9
MLA 9 verändert die Grundlogik von MLA 8 für Datenbanken nicht. Beide Auflagen arbeiten mit den Core Elements. MLA 9 bietet vor allem mehr Beispiele und genauere Erläuterungen zu digitalen Quellen, Containern und Fundstellen.
| Aspekt | MLA 8 | MLA 9 | Bedeutung für Datenbanken |
|---|---|---|---|
| Grundprinzip | Arbeit mit den Core Elements | Fortführung der Core Elements | Datenbankquellen werden weiterhin nach der konkret benutzten Version erfasst. |
| Datenbank als Container | Datenbanken können als Container erscheinen. | Diese Logik bleibt bestehen. | Bei Aufsätzen, Kapiteln oder Videos bleibt das Einzelwerk die eigentliche Quelle. |
| Datenbank als Quelle | Datenbanken können als eigenständige Werke zitiert werden. | Digitale Datenquellen werden ausführlicher erläutert. | Korpora, Statistikportale und Datenzentren lassen sich präziser einordnen. |
| Digitale Fundstelle | DOI, Permalink oder URL werden als Location angegeben. | Die Priorisierung digitaler Fundstellen wird stärker hervorgehoben. | Stabile Fundstellen sind wichtiger als lange Sitzungs-URLs. |
| Praktische Relevanz | Keine starre Sonderformel | Weiterhin keine starre Sonderformel | Entscheidend bleibt die Unterscheidung zwischen Datenbank, Werk, Container und Datensatz. |
Im Text
Zitieren im Text: Datenbanken MLA
Grundform
Der In-Text-Beleg verweist auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Bei einer Quelle aus einer Datenbank ist das meistens der Autor des eigentlichen Werks. Bei einer Datenbank als Quelle ist es häufig der Name des Datenbankautors oder der Institution. Wenn die benutzte Fassung Seitenzahlen hat, wird die Seitenzahl ergänzt; wenn sie keine Seitenzahlen hat, bleibt der Beleg beim Signalwort oder verwendet einen quelleneigenen Lokator.
(Goldman 72)
(Goldman)
(Davies)
(MLA Language Map Data Center)
Aufsatz oder Buchkapitel aus einer Datenbank
Wenn ein Aufsatz oder Buchkapitel über eine Datenbank konsultiert wurde, richtet sich der Klammerbeleg nach dem eigentlichen Werk, nicht nach der Datenbankplattform. Die Datenbank erscheint im Literaturverzeichnis als Container. Bei einer paginierten PDF-Version kann die Seitenzahl normal in den Klammerbeleg aufgenommen werden.
(Goldman 72)
(Porterfield 84)
Goldman beschreibt den Lektürevorgang als Transportproblem (72).
HTML-Version ohne sichtbare Seitenzahlen
Wenn die konsultierte HTML-Version eines ursprünglich gedruckten Artikels keine Seitenzahlen zeigt, rät MLA davon ab, im In-Text-Beleg künstlich Seitenzahlen zu ergänzen. Auch dann, wenn die Datenbank den ursprünglichen Print-Seitenbereich liefert und dieser im Literaturverzeichnis-Eintrag erscheint, bleibt der Klammerbeleg ohne Seitenzahl, weil die benutzte HTML-Version selbst unpaginiert ist.
(Frycek et al.)
Frycek et al. betonen die Bedeutung der Sauerstoffzufuhr.
Datenbank als eigentliche Quelle
Wenn ein Korpus, ein Datenzentrum oder eine Datenbank selbst zitiert wird, verweist der Klammerbeleg direkt auf diese Quelle. Der Klammerbeleg funktioniert dann wie bei einem selbständigen Werk und enthält in der Regel nur das Signalwort, sofern keine stabilen Seiten oder andere Lokatoren vorliegen.
(Davies)
(MLA Language Map Data Center)
Davies dokumentiert die Verwendung des Begriffs seit 2005.
Organisationsautor
Wenn eine Institution oder ein Datenzentrum im Literaturverzeichnis an erster Stelle steht, übernimmt diese Institution die Signalrolle im Text. Das gilt besonders für Statistik- und Datenportale.
(World Bank)
(Eurostat)
(MLA Language Map Data Center)
Kein Autor
Wenn kein Autor genannt ist und der Literaturverzeichnis-Eintrag mit dem Titel beginnt, übernimmt ein Kurztitel diese Funktion im Klammerbeleg. Das entspricht der allgemeinen MLA-Regel für Einträge ohne Autor.
(„Global Economic Indicators Database”)
(„Patent Statistics Portal”)
Zwei Quellen derselben Institution
Wenn zwei unterschiedliche Datenquellen derselben Institution zitiert werden, reicht der Institutionsname im Klammerbeleg nicht mehr aus. Dann ergänzt MLA einen Kurztitel. Anders als in Autor-Jahr-Systemen wird hier nicht mit 2024a oder 2024b gearbeitet.
(World Bank, World Development Indicators)
(World Bank, Poverty and Equity Data)
Individuelle Abfrage oder benutzerdefiniertes Subset
Wenn ein individuell erzeugtes Daten-Subset aus einer großen Datenquelle verwendet wird, empfiehlt die MLA, die Suchparameter oder Query-Begriffe im Text oder in einer Endnote zu dokumentieren. Ein eigener Literaturverzeichnis-Eintrag ist dann nicht immer erforderlich. Diese Konstellation ist vor allem bei Statistikdatenbanken und Suchportalen wichtig.
Die Abfrage „Greek, New York State, 2010“ im MLA Language Map Data Center zeigt ...
Die Query „GDP, Germany, 2010–2023“ in der Eurostat-Datenbank ergibt ...
Mehrere Datenbankquellen an derselben Textstelle
Wenn mehrere Quellen dieselbe Aussage stützen, werden die Klammerbelege mit Semikolon getrennt. Diese allgemeine MLA-Regel gilt auch für Datenbanken.
(Goldman 72; Davies)
(MLA Language Map Data Center; World Bank)
Im Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis: MLA Datenbanken zitieren
Datenbank als Container für einen Zeitschriftenaufsatz
Wenn ein Zeitschriftenartikel über eine Datenbank konsultiert wurde, steht zuerst der Artikel mit seinem ursprünglichen Container; die Datenbank folgt als zweiter Container. Genau diese Struktur zeigt die MLA in ihren Beispielen für Online Works und Datenbankartikel.
Goldman, Anne. „Questions of Transport: Reading Primo Levi Reading Dante.” The Georgia Review, Vol. 64, Nr. 1, spring 2010, S. 69–88. JSTOR, stable URL.
Datenbankartikel ohne DOI
Wenn ein Datenbankartikel keinen DOI hat, sollte nach MLA ein Permalink verwendet werden; fehlt auch dieser, ist eine URL zulässig, selbst wenn sie zu zugangsbeschränkten Inhalten führt.
Keller, Max. „Digitale Bildung und Bewertungspraktiken.” Journal of Educational Research, Vol. 15, Nr. 2, 2023, S. 44–62. JSTOR, Permalink.
HTML-Version eines ursprünglich gedruckten Artikels
Wenn eine HTML-Version aus einer Datenbank keine Seiten anzeigt, aber der ursprüngliche Print-Seitenbereich bekannt ist, gehört dieser Seitenbereich in den ersten Container. Die Datenbank steht anschließend als zweiter Container.
Frycek, James G., et al. „Aerobic Bioremediation: Progresses to the Next Level.” Pollution Engineering, Vol. 36, Nr. 6, June 2004, S. 16+. Academic OneFile, URL.
Datenbank als eigentliche Quelle: Korpus
Wenn die Datenbank selbst das zitierte Werk ist, beginnt der Eintrag mit dem Autor oder der Institution und nennt die Datenbank als selbständigen Titel. Genau dieses Muster zeigt die MLA für einen linguistischen Korpus.
Davies, Mark. The Corpus of Contemporary American English. 2008, URL.
Datenbank als eigentliche Quelle: Datenportal
Wenn veröffentlichte Daten direkt aus einem Datenzentrum stammen und als Datenquelle verwendet werden, kann das Datenzentrum oder Portal als selbständige Quelle geführt werden. Die MLA zeigt dies ausdrücklich am MLA Language Map Data Center.
MLA Language Map Data Center. Modern Language Association, URL.
EBSCOhost oder konkrete Datenbank als Container
Bei Plattformen wie EBSCOhost kann entweder die Plattform selbst oder – wenn eindeutig identifizierbar – die konkrete Datenbank als zweiter Container genannt werden. Die MLA weist ausdrücklich darauf hin, dass EBSCOhost als Container immer klar erkennbar ist; fortgeschrittene Nutzer können stattdessen auch die spezifische Datenbank nennen.
Corral, Eduardo C.
„Watermark.”
New England Review,
Vol. 30, Nr. 4,
fall 2009,
S. 24–25.
EBSCOhost, URL.
Corral, Eduardo C.
„Watermark.”
New England Review,
Vol. 30, Nr. 4,
fall 2009,
S. 24–25.
Academic Search Complete, URL.
Datenbank oder Repositorium ist nicht Publisher
Wenn eine Datenbank oder ein Repositorium ein Werk nur bereitstellt, aber nicht selbst produziert, erscheint es in MLA nicht als Publisher, sondern nur als Container. Diese Unterscheidung ist gerade bei JSTOR, Gale, EBSCOhost oder Repositorien wichtig.
Porterfield, Allen W. „Zacharias Werner as a Preacher.” Nineteenth-Century Literature Criticism, edited by Russel Whitaker and Kathy D. Darrow, Vol. 189, Gale, 2008. Literary Sources, URL. Originally published in Germanic Review, Vol. 8, Nr. 2, Apr. 1933, S. 84–98.
Kein Autor
Wenn weder Autor noch Institution genannt sind, beginnt der Eintrag mit dem Titel des Datensatzes oder der Datenbank. Das entspricht der allgemeinen MLA-Logik für anonyme Werke.
Global Economic Indicators Database. Example Data Portal, URL.
Sonderfälle
Sonderfälle für Datenbanken MLA
Datenbank als Container versus Datenbank als Quelle
Dies ist der wichtigste Spezialfall bei Datenbanken. Wenn ein Aufsatz, Buchkapitel oder Video in einer Datenbank gefunden wird, wird die benutzte Version des eigentlichen Werks zitiert und die Datenbank erscheint als Container. Wenn dagegen die Datenbank selbst die Quelle ist, wird sie als eigenständiges Werk behandelt.
Im Text
Artikel aus Datenbank: (Goldman 72)
Datenbank als Quelle: (Davies)
Literaturverzeichnis
Goldman, Anne.
„Questions of Transport: Reading Primo Levi Reading Dante.”
The Georgia Review,
Vol. 64, Nr. 1,
spring 2010,
S. 69–88.
JSTOR, stable URL.
Davies, Mark.
The Corpus of Contemporary American English.
2008, URL.
HTML-Version ohne Seiten, aber mit ursprünglichem Print-Seitenbereich
Wenn eine unpaginierte HTML-Version aus einer Datenbank den ursprünglichen Print-Seitenbereich erkennen lässt, gehört dieser Seitenbereich in den Literaturverzeichnis-Eintrag. Im Text wird trotzdem keine Seitenzahl verwendet, wenn die benutzte HTML-Version selbst unpaginiert ist.
Im Text
(Frycek et al.)
Literaturverzeichnis
Frycek, James G., et al. „Aerobic Bioremediation: Progresses to the Next Level.” Pollution Engineering, Vol. 36, Nr. 6, June 2004, S. 16+. Academic OneFile, URL.
EBSCOhost-Plattform versus konkrete Datenbank
Bei EBSCOhost ist häufig nur die Plattform sicher erkennbar. Die MLA erklärt deshalb, dass EBSCOhost als Container immer eine vertretbare Lösung ist. Wer die konkrete Datenbank eindeutig erkennen kann, kann stattdessen diese nennen. Beide Wege sind also möglich, solange die Beobachtung der tatsächlich benutzten Oberfläche sauber dokumentiert wird.
Im Text
(Corral 24)
(Corral)
Literaturverzeichnis
Corral, Eduardo C.
„Watermark.”
New England Review,
Vol. 30, Nr. 4,
fall 2009,
S. 24–25.
EBSCOhost, URL.
Corral, Eduardo C.
„Watermark.”
New England Review,
Vol. 30, Nr. 4,
fall 2009,
S. 24–25.
Academic Search Complete, URL.
Individuelle Datenabfrage statt festem Datensatz
Bei individuell erzeugten Tabellen oder Abfragen aus einer größeren Datenquelle ist laut MLA nicht zwingend ein eigener Literaturverzeichnis-Eintrag nötig. Entscheidend ist, dass die Query im Text oder in einer Endnote nachvollziehbar beschrieben wird. Das ist vor allem bei Statistik- und Suchdatenbanken relevant.
Im Text
Die Abfrage „Greek, New York State, 2010“ im MLA Language Map Data Center zeigt ...
Die Query „GDP, Germany, 2010–2023“ in der Eurostat-Datenbank ergibt ...
Literaturverzeichnis
kein eigener Eintrag zwingend erforderlich
In Datenbank enthaltener Wiederabdruck
Wenn eine Datenbank eine Version eines Textes bereitstellt, die bereits zuvor in anderer Form wiederabgedruckt wurde, soll nach MLA genau die Version zitiert werden, die die Datenbank enthält. Die ursprüngliche Erstveröffentlichung kann als optionales Element ergänzt werden.
Im Text
(Porterfield 84)
Literaturverzeichnis
Porterfield, Allen W. „Zacharias Werner as a Preacher.” Nineteenth-Century Literature Criticism, edited by Russel Whitaker and Kathy D. Darrow, Vol. 189, Gale, 2008. Literary Sources, URL. Originally published in Germanic Review, Vol. 8, Nr. 2, Apr. 1933, S. 84–98.
Sekundärzitat über eine Datenbankquelle
Wenn eine Datenbankquelle nicht direkt, sondern nur über eine andere Quelle bekannt ist, steht im Literaturverzeichnis nur die tatsächlich konsultierte Quelle. Im Text wird der indirekte Bezug markiert. Diese Regel folgt der allgemeinen MLA-Logik für Sekundärzitate.
Im Text
(zit. in Meyer 55)
Literaturverzeichnis
Meyer, Claudia. Digitale Bildung im Wandel. Campus, 2023.
Die folgende Übersicht fasst die MLA-Regeln für Datenbanken zusammen. Grundlage sind die offiziellen MLA-Hinweise zu Online Works, Datenbanken als Containern, Korpora und publizierten Daten.
Verpflichtende und empfohlene Angaben
Was ist nach MLA für Datenbanken verpflichtend und was wird empfohlen?
Zitation im Text nach MLA
Signal im Kurzbeleg
Im Kurzbeleg steht das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Das kann der Autor des eigentlichen Werks, eine Institution oder ein Titel sein.
Das Signal sollte möglichst kurz und eindeutig sein. Die Datenbank selbst wird nur dann Signalwort, wenn sie als Quelle und nicht nur als Container zitiert wird.
Seitenzahl
Bei paginierten PDF- oder Druckversionen wird die Seitenzahl angegeben, wenn eine konkrete Stelle zitiert oder eng paraphrasiert wird.
Bei unpaginierten HTML-Versionen wird keine Seitenzahl ergänzt, auch wenn der ursprüngliche Print-Seitenbereich im Literaturverzeichnis steht.
Anderer Lokator
Ein anderer Lokator wird nur verwendet, wenn die Quelle selbst einen stabilen Marker bietet, etwa Datensatzname, Tabellenkennung, Record-ID oder Abschnitt.
Selbst gezählte Absätze oder künstliche Positionsangaben sollten nicht verwendet werden.
Form des Kurzbelegs
Der Kurzbeleg folgt der Form (Signal Lokator) oder (Signal). Die Form richtet sich nach der tatsächlich benutzten Version.
Zwei Werke derselben Institution
Wenn mehrere Datenquellen derselben Institution zitiert werden, wird ein Kurztitel ergänzt, z. B. (World Bank, World Development Indicators).
Die Titelkürzung sollte kurz, eindeutig und im gesamten Text einheitlich verwendet werden.
Individuelle Query
Bei individuellen Datenabfragen werden Query-Begriffe, Filter, Zeitraum oder Suchparameter im Text oder in einer Endnote erläutert.
Query-Begriffe sollten wörtlich dokumentiert werden, damit die Abfrage methodisch nachvollziehbar bleibt.
Literaturverzeichnis nach MLA
Erstes Element
Der Eintrag beginnt mit dem Autor, der Institution oder dem Titel des eigentlichen Werks. Bei einer Datenbank als Quelle steht der Autor, die Institution oder der Datenbanktitel am Anfang.
Das erste Element sollte exakt zum Signal im Kurzbeleg passen.
Titel des Werks
Der vollständige Werk-, Datenbank- oder Datensatztitel wird übernommen. Bei Datenbanken als Quelle wird der Datenbanktitel wie ein selbständiges Werk behandelt.
Datensatz, Korpus oder Portal sollten klar bezeichnet werden, damit die Quelle eindeutig identifizierbar bleibt.
Datenbank als Container
Wenn die Datenbank die benutzte Version eines eigentlichen Werks beherbergt, wird sie als Container genannt.
Der Plattformname sollte nach tatsächlicher Beobachtung gewählt werden, etwa EBSCOhost oder Academic Search Complete.
Publisher
Ein Publisher wird nur genannt, wenn die Datenbank oder Website die Quelle tatsächlich publiziert.
Bei reinen Repositorien und Datenbankplattformen wird der Publisher in der Regel weggelassen, weil diese nur den Zugriff bereitstellen.
DOI, Permalink oder URL
Bei online konsultierten Datenbankquellen wird ein Zugriffspfad angegeben. Die MLA-Reihenfolge lautet DOI vor Permalink vor URL.
Ein stabiler Link ist gegenüber einer Sitzungsadresse zu bevorzugen.
Ursprüngliche Publikationsdaten
Bei wiederabgedruckten oder digitalisierten Texten können ursprüngliche Publikationsdaten als optionales Element ergänzt werden.
Zitiert wird immer die Version, die tatsächlich in der Datenbank konsultiert wurde.
Zugriffsdatum
Ein Zugriffsdatum ist sinnvoll, wenn die Quelle instabil ist, kein klares Datum besitzt oder sich die Datenbankinhalte verändern können.
Die Zugriffspraxis sollte in der gesamten Arbeit einheitlich sein.
Häufige Fragen & Antworten
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Was ist in MLA bei Datenbanken der erste Entscheidungspunkt: Container oder Quelle?
Zuerst wird geklärt, ob die Datenbank nur der Zugangsweg zu einem eigenständigen Werk ist oder ob die Datenbank selbst das zitierte Werk ist, etwa Korpus, Datenportal oder Statistikdatenbank. Diese Unterscheidung steuert sowohl den Eintrag im Literaturverzeichnis als auch das Signalwort im Kurzbeleg.
Wie zitiere ich in MLA einen Zeitschriftenartikel, den ich über eine Datenbank genutzt habe?
Zitiert wird der Artikel als Quelle: Autor, Artikeltitel, Journal-Container mit Band, Heft, Datum und Seiten. Die Datenbank folgt als zweiter Container, zum Beispiel JSTOR, Gale oder EBSCOhost, mit DOI, Permalink oder URL. Im Text richtet sich der Kurzbeleg nach dem ersten Element des Eintrags und ergänzt eine Seitenzahl, wenn die benutzte Fassung paginiert ist.
Darf ich im MLA-Kurzbeleg die Datenbank statt des Autors nennen?
Nein, sofern ein Autor oder Signalwort des eigentlichen Werks vorhanden ist. Der MLA-Kurzbeleg verweist auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags, typischerweise den Autor. Die Datenbank wird in der Regel nicht zum Signalwort, sondern bleibt im Literaturverzeichnis als Container sichtbar.
Was gilt bei einer HTML-Datenbankansicht ohne sichtbare Seitenzahlen?
Der ursprüngliche Seitenbereich gehört in den Literaturverzeichnis-Eintrag im Journal-Teil des ersten Containers. Im Text wird keine Seitenzahl ergänzt, wenn die benutzte HTML-Version selbst unpaginiert ist. Der Kurzbeleg bleibt dann beim Signalwort, zum Beispiel (Frycek et al.).
Wie funktioniert in MLA der Location-Bereich bei Datenbankquellen?
Für online konsultierte Quellen folgt MLA der Reihenfolge DOI vor Permalink vor URL. Bei Datenbanken ist ein Permalink oft geeigneter als eine Sitzungs-URL. Eine URL hinter einer Zugangsschranke bleibt in MLA zulässig, wenn keine bessere stabile Adresse verfügbar ist.
Wie zitiere ich eine Datenbank, die selbst die Quelle ist?
Die Datenbank wird wie ein selbständiges Werk geführt: verantwortlicher Autor oder Institution, Titel der Datenbank, gegebenenfalls Jahr oder Version und dann Location mit DOI, Permalink oder URL. Der Kurzbeleg im Text verweist auf dieses Signalwort, meist ohne Seitenzahl, zum Beispiel (Davies) oder (MLA Language Map Data Center).
Sind Datenbanken oder Repositorien in MLA automatisch Publisher?
Nein. Wenn eine Plattform ein Werk nur bereitstellt, erscheint sie in MLA typischerweise als Container, nicht als Publisher. Ein Publisher wird nur genannt, wenn er tatsächlich als veröffentlichende Stelle der benutzten Version fungiert und nicht bloß als Zugangsoberfläche.
Wie gehe ich in MLA mit EBSCOhost um: Plattform oder konkrete Datenbank?
Wenn nur die Plattform sicher erkennbar ist, wird EBSCOhost als Container genannt. Wenn die konkrete Datenbank eindeutig identifizierbar ist, etwa Academic Search Complete, kann stattdessen diese als Container genannt werden. Entscheidend ist, dass der Eintrag die benutzte Oberfläche korrekt abbildet.
Braucht eine individuelle Datenabfrage immer einen eigenen Eintrag im Literaturverzeichnis?
Nicht zwingend. Bei benutzerdefinierten Subsets kann die Query oft im Fließtext oder in einer Endnote dokumentiert werden, etwa mit Suchbegriffen, Filtern und Zeitraum. Ein eigener Literaturverzeichnis-Eintrag ist nur erforderlich, wenn ein klarer, zitierbarer Datensatz als eigene Einheit vorliegt oder die Abfrage als reproduzierbare Ressource formal dokumentiert werden muss.
Welche Lokatoren sind in MLA für Datenbankinhalte sinnvoll, wenn keine Seitenzahlen existieren?
MLA nutzt nur Lokatoren, die die Quelle selbst stabil bereitstellt, zum Beispiel Datensatzname, Tabellenkennung, Record-ID oder Abschnittsüberschrift. Unnummerierte Absätze sollten nicht eigenständig durchgezählt werden. Wenn kein stabiler Lokator vorhanden ist, bleibt der Kurzbeleg beim Signalwort.
Wie zitiere ich in MLA mehrere Datenbankquellen in einem Kurzbeleg?
Mehrere MLA-Kurzbelege werden in einer Klammer durch Semikolon getrennt, zum Beispiel (Goldman 72; Davies) oder (MLA Language Map Data Center; World Bank).
Wie gehe ich in MLA mit Sekundärzitaten aus Datenbanken um?
Wenn ein Datenbankinhalt nicht direkt eingesehen wurde, steht im Literaturverzeichnis nur die tatsächlich konsultierte Quelle. Im Text wird der indirekte Bezug kenntlich gemacht, zum Beispiel mit zit. in oder qtd. in, abhängig vom Sprachrahmen der Arbeit. Sobald der Datenbankeintrag oder Datensatz direkt vorliegt, sollte der Nachweis auf die Primärquelle umgestellt werden.
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Prüfung und Korrektur der Zitation im Text nach MLA-Stil sowie nach ergänzenden Hochschulrichtlinien
Zitationskorrektur ansehenKorrektur und Vereinheitlichung der Quellen im Literaturverzeichnis nach MLA-Stil und Hochschulvorgaben
Literaturverzeichnis ansehenAbgleich der In-Text-Zitationen mit dem Literaturverzeichnis, damit alle Quellen vollständig, korrekt und einheitlich sind
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