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Übersetzte Quellen zitieren nach MLA

Übersetzte Quellen zitieren nach MLA bedeutet, die tatsächlich verwendete Textfassung korrekt nachzuweisen: eine veröffentlichte Übersetzung, das Original mit eigener Übersetzung, mehrere Übersetzungen desselben Werks oder eine bilinguale Ausgabe. Im Text verweist MLA auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags, meist den Originalautor. Die Übersetzerangabe steht normalerweise im Literaturverzeichnis, nicht im Klammerbeleg. Beispiel im Text: (Durkheim 15). Beispiel im Literaturverzeichnis: Durkheim, Émile. The Rules of Sociological Method. Übersetzt von Sarah Lewis, Princeton UP, 2014.

Übersetzte Quellen zitieren

Wichtigste Fakten

Übersetzte Quellen zitieren nach MLA

Übersetzte Quellen werden im MLA-Stil nach der tatsächlich verwendeten Fassung zitiert. Entscheidend ist, ob eine veröffentlichte Übersetzung genutzt wurde oder ob die Übersetzung selbst erstellt wurde.

  • Bei veröffentlichter Übersetzung wird die benutzte Übersetzung zitiert.
  • Bei eigener Übersetzung wird die Originalquelle zitiert und der Zusatz meine Übers. ergänzt.
  • Der Originalautor steht meist am Anfang des Eintrags.
  • Der Übersetzer erscheint als Mitwirkender, zum Beispiel übersetzt von.
  • Bei mehreren Übersetzungen desselben Werks wird über den Titel unterschieden.
  • Fehlt der Name des Übersetzers, wird dieses Element ausgelassen.
  • Bei zweisprachigen Titeln können beide Titel mit Schrägstrich angegeben werden.

Übersetzte Quelle als Quellentyp

Übersetzte Quellen bilden in MLA keinen eigenen Sonderquellentyp. Die Quelle bleibt Buch, Kapitel, Artikel oder anderes Werk; die Übersetzung wird als zusätzliche Mitwirkendenangabe dokumentiert.

  • Übersetzte Monografie: Autor, Titel, Übersetzer, Verlag, Jahr
  • Übersetztes Kapitel: Kapitel als Quelle, Buch als Container, Übersetzer als Mitwirkender
  • Übersetzter Artikel: Artikel als Quelle, Zeitschrift oder Website als Container
  • Mehrsprachige Ausgabe: verwendete Sprachfassung klar angeben
  • Eigene Übersetzung: Originalquelle zitieren und Übersetzung im Text kennzeichnen

Veröffentlichte oder eigene Übersetzung

Die wichtigste Unterscheidung betrifft die Textgrundlage. Eine veröffentlichte Übersetzung wird als verwendete Ausgabe nachgewiesen. Eine eigene Übersetzung verweist dagegen bibliografisch auf das Original.

  • Veröffentlichte Übersetzung: Übersetzung ins Literaturverzeichnis aufnehmen.
  • Eigene Übersetzung: Originalquelle ins Literaturverzeichnis aufnehmen.
  • Klammerbeleg bei eigener Übersetzung: Zusatz meine Übers. ergänzen.
  • Sehr kurze Wörter oder Phrasen: Zusatz kann entfallen.
  • Mehrere Übersetzungen: Kurztitel zur Unterscheidung verwenden.

Autor, Übersetzer und Funktionslabels

Der Originalautor bleibt in der Regel das erste Element. Der Übersetzer wird nach dem Titel genannt. Bei deutschsprachigen MLA-Arbeiten können Funktionslabels auf Deutsch stehen.

  • Originalautor: meist erstes Element des Eintrags
  • Übersetzer: Angabe nach dem Titel
  • Herausgeber und Übersetzer: kombinierte Rolle kennzeichnen
  • deutsche Funktionslabels: übersetzt von, hrsg. und übersetzt von
  • Übersetzer im Fokus: nur in Sonderfällen erstes Element

Unterschiede zwischen MLA 8 und MLA 9

MLA 9 verändert die Grundlogik für übersetzte Quellen nicht. Die Core-Elements-Struktur aus MLA 8 bleibt bestehen. Unterschiede liegen vor allem in präziseren Erläuterungen zu eigenen Übersetzungen, mehrsprachigen Ausgaben und kombinierten Mitwirkendenrollen.

Aspekt MLA 8 MLA 9 Bedeutung für übersetzte Quellen
Grundprinzip Arbeit mit den Core Elements Fortführung der Core Elements Übersetzte Quellen werden weiterhin nach der konkret verwendeten Fassung erfasst.
Veröffentlichte Übersetzung Übersetzung wird als benutzte Ausgabe zitiert. Diese Struktur bleibt bestehen. Autor, Titel, Übersetzer, Verlag und Jahr bilden die zentrale Grundform.
Eigene Übersetzung Originalquelle wird zitiert; eigene Übersetzung wird kenntlich gemacht. Diese Praxis wird genauer erläutert. Der Zusatz meine Übers. erhöht die Nachvollziehbarkeit.
Mitwirkende Übersetzer werden als Mitwirkende angegeben. Kombinierte Rollen werden ausführlicher erklärt. Angaben wie übersetzt von oder hrsg. und übersetzt von lassen sich präziser einsetzen.
Mehrsprachige Fassungen Mehrere Fassungen können über Titel unterschieden werden. Mehrsprachige und mehrteilige Fassungen werden stärker erläutert. Unterschiedliche Übersetzungen desselben Werks bleiben eindeutig trennbar.
Praktische Relevanz Keine starre Sonderformel Weiterhin keine starre Sonderformel Entscheidend bleibt die klare Unterscheidung zwischen Original, veröffentlichter Übersetzung und eigener Übersetzung.

Im Text

Zitieren im Text: Übersetzte Quellen MLA

Grundform bei einer veröffentlichten Übersetzung

Wenn eine veröffentlichte Übersetzung benutzt wurde, verweist der Klammerbeleg wie üblich auf das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags. Das ist in der Regel der Autor des Originalwerks. Wenn eine konkrete Stelle zitiert oder eng paraphrasiert wird, kommt die Seitenzahl hinzu. Der Übersetzer erscheint normalerweise nicht im Kurzbeleg.

(Durkheim 15)

(Freud 84)

Durkheim beschreibt die methodische Regel als systematische Selbstdisziplin des Forschens (15).

Autor bereits im Satz

Wenn der Name des Autors bereits im Fließtext steht, bleibt in der Klammer nur die Seitenzahl. Diese Grundregel gilt auch für Übersetzungen.

Durkheim entwickelt diesen Gedanken bereits in der Einleitung (15).

Freud verbindet in dieser Passage Kulturkritik und Triebtheorie (84).

Übersetztes Kapitel oder übersetzter Aufsatz

Wenn nicht ein ganzes Buch, sondern ein übersetztes Kapitel oder ein übersetzter Aufsatz benutzt wird, verweist der Kurzbeleg ebenfalls auf den Autor des Beitrags. Die Übersetzerangabe gehört in den Literaturverzeichnis-Eintrag, weil sie dort als Mitwirkender-Element dokumentiert wird. Das folgt direkt aus der MLA-Template-Logik für Beiträge in Containern.

(García 73)

(Leopardi 24)

García formuliert den Zusammenhang bewusst relational (73).

Mehrere Übersetzungen desselben Werks

Wenn ein Werk in mehreren Übersetzungen oder in mehreren Sprachen verwendet wird, reicht der Autorenname im Text nicht mehr aus. Die MLA differenziert solche Fassungen dann über die Titel der jeweiligen Übersetzungen. Das Style Center zeigt dies ausdrücklich am Beispiel mehrerer Übersetzungen von Never Let Me Go.

(Ishiguro, Never Let Me Go 3)

(Ishiguro, Laat me nooit alleen 9)

(Ishiguro, Auprès de moi toujours 13)

Eigene Übersetzung eines Zitats

Wenn die zitierte Passage nicht aus einer veröffentlichten Übersetzung stammt, sondern selbst übersetzt wurde, verlangt MLA in vielen Fällen den Zusatz meine Übers. im Klammerbeleg. Das gilt besonders bei vollständigen Zitaten oder längeren Passagen. Die Quelle im Literaturverzeichnis bleibt dann das Originalwerk.

(Mistral 17; meine Übers.)

(Dante 42; meine Übers.)

Sehr kurze Wörter oder Phrasen

Für einzelne Wörter oder sehr kurze Wortgruppen erlaubt MLA eine pragmatische Vereinfachung: Wenn nur ein sehr kurzes fremdsprachiges Wort oder eine knappe Phrase übersetzt wird, kann meine Übers. entfallen.

(Neruda 30)

Der Begriff hermano lässt sich hier als „Bruder“ wiedergeben (30).

Wenn der Fließtext schon klarstellt, dass die Übersetzung selbst stammt

Wenn der Satz selbst bereits deutlich macht, dass die Übersetzung eine eigene Wiedergabe ist, kann auf meine Übers. verzichtet werden. Das Style Center nennt diese Lösung ausdrücklich als Alternative.

Eigene Übersetzung aus dem Italienischen nach Dante (42).

Im Folgenden erscheint eine eigene Übersetzung der Passage aus Mistral (17).

Eigene Übersetzung eines Werktitels

Wenn keine veröffentlichte Übersetzung eines Titels existiert und im Text eine eigene Übersetzung des Titels gegeben wird, verlangt MLA keine zusätzliche Kennzeichnung wie meine Übers. Für Titel gilt diese Erleichterung ausdrücklich.

José Aricós La cola del diablo (The Devil’s Tail) ...

(Aricó 44)

Im Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis: MLA Übersetzte Quellen zitieren

Grundform für ein übersetztes Buch

Für ein übersetztes Buch bleibt die Grundform sehr klar: Autor. Titel der Übersetzung. Übersetzt von ..., Verlag, Jahr. Die offiziellen MLA-Beispiele für Bücher mit Übersetzern folgen genau diesem Muster.

Durkheim, Émile. The Rules of Sociological Method. Übersetzt von Sarah Lewis, Princeton UP, 2014.

Buch ohne ausgewiesenen Autor

Wenn ein übersetztes Buch keinen Autor hat, beginnt der Eintrag mit dem Titel. Der Übersetzer erscheint danach als Mitwirkender. Das zeigt das offizielle MLA-Beispiel zu Beowulf.

Beowulf. Übersetzt von Alan Sullivan and Timothy Murphy, edited by Sarah Anderson, Pearson, 2004.

Übersetzer unbekannt oder nicht genannt

Wenn die Quelle keinen Übersetzer nennt, wird dieses Element in MLA einfach ausgelassen. Das Style Center formuliert diese Regel ausdrücklich.

Baudelaire, Charles.Autumn.My Poetic Side, URL.

Autor plus Redakteur-Übersetzer

Wenn ein Werk einen Autor hat und dieselbe Person zugleich Herausgeber und Übersetzer der benutzten Ausgabe ist, bleibt der Autor an erster Stelle. Die doppelte Rolle der anderen Person wird im Mitwirkender-Element als überarbeitet und übersetzt von ... angegeben.

Freud, Sigmund. Civilization and Its Discontents. überarbeitet und übersetzt von James Strachey, W. W. Norton, 2005.

Editor-Übersetzer ohne separaten Autor

Wenn ein Werk keinen separaten Autor hat oder wenn der Redakteur-Übersetzer als eigentliche schöpferische Bezugsperson gilt, kann diese Person an erster Stelle stehen. Das Style Center zeigt dies ausdrücklich für Werke, bei denen eine Person Redakteur und Übersetzer ist.

Kepner, Susan Fulop, Redakteur und Übersetzer. The Lioness in Bloom: Modern Thai Fiction about Women. U of California P, 1996.

Fokus auf den Redakteur-Übersetzer statt auf den Originalautor

Wenn die Analyse sich gezielt auf die redaktionelle oder übersetzerische Leistung richtet, kann der Redakteur-Übersetzer an den Anfang des Eintrags rücken, während der Originalautor im Mitwirkender-Bereich mit By ... erscheint. Auch diese Möglichkeit nennt das MLA Style Center ausdrücklich.

Strachey, James, Redakteur und Übersetzer. Civilization and Its Discontents. By Sigmund Freud, W. W. Norton, 2005.

Übersetztes Kapitel oder übersetzter Beitrag

Für ein übersetztes Kapitel oder einen übersetzten Beitrag wird nach dem allgemeinen MLA-Template der Autor des Beitrags zuerst genannt. Danach folgen Titel, Übersetzer und der Container des Werks. Da MLA Übersetzungen grundsätzlich über das Mitwirkender-Element abbildet, lässt sich diese Form direkt aus dem Core-Elements-System ableiten.

García, Elena.Participatory Learning.” Übersetzt von Nina Braun. Education and Democracy, edited by Laura Schmidt, Example Press, 2021, S. 60-85.

Zweisprachiger Titel in derselben Ausgabe

Wenn ein Werk in einem bilingualen Band mit Originaltitel und englischem Titel erscheint, werden nach offizieller MLA-Hilfe beide Titel mit einem Schrägstrich angegeben.

Leopardi, Giacomo.Storia del genere umano / History of the Human Race.Operette morali / Essays and Dialogues, translated and introduced by Giovanni Cecchetti, U of California P, 1982, S. 22-55.

Mehrere Übersetzungen desselben Werks

Wenn ein Werk in mehreren Sprachen oder Übersetzungen benutzt wird, stehen alle Einträge im Literaturverzeichnis unter dem Namen des Originalautors. Die Unterscheidung erfolgt dann über die verschiedenen Titel. Das zeigt die offizielle MLA-Hilfe am Beispiel von Ishiguro.

Ishiguro, Kazuo. Auprès de moi toujours. Übersetzt von Anne Rabinovitch, Éditions de Deux Terres, 2006.

Ishiguro, Kazuo. Laat me nooit alleen. Übersetzt von Bartho Kriek, Atlas, 2017.

Ishiguro, Kazuo. Never Let Me Go. Vintage Books, 2005.

Sonderfälle

Sonderfälle für übersetzte Quellen MLA

Veröffentlichtes Original und veröffentlichte Übersetzung werden beide benutzt

Wenn sowohl das Original als auch eine veröffentlichte Übersetzung in der Analyse verwendet werden, braucht jede Fassung einen eigenen Literaturverzeichnis-Eintrag. Im Text wird dann über die Titel oder – wenn nur eine Fassung im Original vorliegt – über Titel und Autor unterschieden. Die MLA regelt diese Differenzierung über das erste Element und gegebenenfalls den Kurztitel.

Im Text

(Durkheim 15)

(Durkheim, Les règles 22)

Literaturverzeichnis

Durkheim, Émile. The Rules of Sociological Method. Übersetzt von Sarah Lewis, Princeton UP, 2014.

Durkheim, Émile. Les règles de la méthode sociologique. Félix Alcan, 1895.

Mehrere Übersetzungen desselben Werks in verschiedenen Sprachen

Wenn dieselbe Primärquelle in mehreren Übersetzungen benutzt wird, differenziert MLA die Fassungen über ihre Titel, nicht über a, b oder c. Das Style Center zeigt diese Regel ausdrücklich.

Im Text

(Ishiguro, Never Let Me Go 3)

(Ishiguro, Laat me nooit alleen 9)

(Ishiguro, Auprès de moi toujours 13)

Literaturverzeichnis

Ishiguro, Kazuo. Auprès de moi toujours. Übersetzt von Anne Rabinovitch, Éditions de Deux Terres, 2006.

Ishiguro, Kazuo. Laat me nooit alleen. Übersetzt von Bartho Kriek, Atlas, 2017.

Ishiguro, Kazuo. Never Let Me Go. Vintage Books, 2005.

Eigene Übersetzung eines Zitats aus dem Original

Wenn kein veröffentlichter Übersetzungstext benutzt wurde, sondern eine Passage selbst übertragen wurde, bleibt die Originalquelle im Literaturverzeichnis. Im Text wird die eigene Übersetzung durch meine Übers. markiert, sofern nicht der Satz selbst bereits klarstellt, dass die Übersetzung eigenständig ist.

Im Text

(Mistral 17; meine Übers.)

Literaturverzeichnis

Mistral, Gabriela. Poema de Chile. La Pollera Ediciones, 2015.

Sehr kurze Wörter oder knappe Wortgruppen

Bei einzelnen Wörtern oder sehr kurzen Phrasen erlaubt MLA, auf meine Übers. zu verzichten. Das gilt besonders dann, wenn die Übersetzungsentscheidung unkompliziert ist.

Im Text

(Neruda 30)

Das Wort hermano lässt sich hier als „Bruder“ wiedergeben (30).

Literaturverzeichnis

Neruda, Pablo. Canto general. Biblioteca Ayacucho, 1981.

Übersetzer zugleich Herausgeber

Wenn dieselbe Person sowohl Redakteur als auch Übersetzer der benutzten Ausgabe ist, muss diese Doppelrolle im Literaturverzeichnis-Eintrag sichtbar sein. Je nach Fokus der Analyse bleibt der Originalautor vorn oder der Redakteur-Übersetzer rückt an den Anfang. Das Style Center nennt beide Varianten ausdrücklich.

Im Text

Standardfokus auf den Autor: (Freud 84)

Fokus auf den Redakteur-Übersetzer: (Strachey 12)

Literaturverzeichnis

Freud, Sigmund. Civilization and Its Discontents. überarbeitet und übersetzt von James Strachey, W. W. Norton, 2005.

Strachey, James, Redakteur und Übersetzer. Civilization and Its Discontents. By Sigmund Freud, W. W. Norton, 2005.

Übersetzer nicht genannt

Wenn die Quelle keine Übersetzerangabe enthält, wird dieses Element weggelassen. MLA verlangt also keinen Platzhalter und keine künstliche Ergänzung.

Im Text

(Baudelaire)

(Baudelaire 14) bei paginierter Quelle

Literaturverzeichnis

Baudelaire, Charles.Autumn.My Poetic Side, URL.

Zweisprachiger Titel in einem bilingualen Band

Wenn Originaltitel und Übersetzung gemeinsam auf dem Titelblatt oder im Inhaltsverzeichnis stehen, werden beide Titel mit Schrägstrich erfasst. Diese Form ist für bilinguale Ausgaben besonders wichtig.

Im Text

(Leopardi 24)

Literaturverzeichnis

Leopardi, Giacomo.Storia del genere umano / History of the Human Race.Operette morali / Essays and Dialogues, translated and introduced by Giovanni Cecchetti, U of California P, 1982, S. 22-55.

Die folgende Übersicht bündelt die MLA-Regeln für übersetzte Quellen im gleichen Raster wie die übrigen MLA-Quellenarten. Grundlage sind die offiziellen Hinweise des MLA Style Center zu Übersetzungen, mehreren Sprachfassungen, eigenen Übersetzungen, Redakteur-Übersetzer-Konstellationen und zweisprachigen Titeln.

Verpflichtende und empfohlene Angaben

Was ist nach MLA für übersetzte Quellen verpflichtend und was wird empfohlen?

Zitation im Text nach MLA

Signal im Kurzbeleg


Pflicht

Im Kurzbeleg steht das erste Element des Literaturverzeichnis-Eintrags, meist der Originalautor.

Empfehlung

Das Signal sollte möglichst kurz und eindeutig sein. Bei mehreren Fassungen wird ein Kurztitel ergänzt.

Seitenzahl


Pflicht bei konkreter Stelle

Bei einer paginierten benutzten Übersetzung wird bei direktem Zitat oder enger Paraphrase die Seitenzahl angegeben.

Empfehlung

Bei einem Gesamtbezug auf das Werk kann die Seitenzahl entfallen.

Mehrere Übersetzungen desselben Werks


Pflicht zur Unterscheidung

Wenn mehrere Übersetzungen desselben Werks verwendet werden, wird im Kurzbeleg ein Kurztitel ergänzt.

Empfehlung

Der Titel sollte so gekürzt werden, dass die Sprachfassung eindeutig bleibt.

Eigene Übersetzung


Pflicht zur Kennzeichnung

Bei eigener Übersetzung bleibt die Originalquelle der Bezug. Bei längeren Zitaten wird im Klammerbeleg meine Übers. ergänzt.

Empfehlung

Die Kennzeichnung sollte einheitlich erfolgen, wenn mehrere eigene Übersetzungen verwendet werden.

Sehr kurze Wörter oder Phrasen


Vereinfachung möglich

Bei einzelnen Wörtern oder knappen Phrasen ist kein zusätzlicher Marker nötig.

Empfehlung

Die Übersetzung sollte direkt im Satz erläutert werden, wenn sie für das Verständnis relevant ist.

Eigene Übersetzung im Fließtext erklärt


Alternative

Wenn der Satz bereits eindeutig erklärt, dass eine eigene Übersetzung vorliegt, kann die Klammer ohne meine Übers. auskommen.

Empfehlung

Die Formulierung im Satz muss eindeutig machen, dass keine veröffentlichte Übersetzung zitiert wird.

Literaturverzeichnis nach MLA

Autor


Pflicht

Der Eintrag beginnt normalerweise mit dem Originalautor. Im Sonderfall kann ein Redakteur-Übersetzer an erster Stelle stehen.

Empfehlung

Die Namensform sollte im gesamten Literaturverzeichnis konsistent bleiben.

Titel


Pflicht

Angegeben wird der Titel der benutzten Übersetzung oder des Originals.

Empfehlung

Bei bilingualen Ausgaben werden die Doppeltitel mit Schrägstrich verbunden.

Übersetzer


Pflicht, wenn angegeben

Der Übersetzer wird mit Übersetzt von ... angegeben, sofern die Quelle ihn nennt.

Ausnahme

Bei unbekanntem oder nicht genanntem Übersetzer wird das Element weggelassen.

Herausgeber und Übersetzer


Pflicht bei kombinierter Rolle

Wenn dieselbe Person Herausgeber und Übersetzer ist, wird diese Doppelrolle ausdrücklich angegeben.

Sonderfall

Wenn die redaktionelle oder übersetzerische Leistung im Fokus steht, kann der Redakteur-Übersetzer an die erste Stelle rücken.

Container


Pflicht bei Containerquelle

Bei Kapiteln, Beiträgen, Sammelbänden, Websites oder anderen übergeordneten Werken wird der Container nach dem MLA-Template vollständig aufgebaut.

Empfehlung

Die Containerangaben sollten genau zur benutzten Ausgabe passen.

Jahr


Pflicht, sofern vorhanden

Angegeben wird das Erscheinungsjahr der benutzten Ausgabe.

Hinweis

Das Originaljahr wird nur dann separat relevant, wenn die Originalausgabe selbst als eigene Quelle dokumentiert wird.

Mehrere Übersetzungen


Pflicht zur Trennung

Jede benutzte Übersetzung oder Sprachfassung erhält einen eigenen Literaturverzeichnis-Eintrag.

Empfehlung

Die Einträge sollten unter dem Originalautor gruppiert und über die Titel unterscheidbar gemacht werden.

Labels


Anpassbar

In englischen MLA-Beispielen stehen die Labels standardmäßig auf Englisch.

Empfehlung

In anderssprachigen MLA-Arbeiten können Funktionslabels an die Sprache der Arbeit angepasst werden, etwa Übersetzt von.

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Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation nach MLA? Dann recherchiere weiter in der 1a-Studi Wissensdatenbank.

Welche Grundentscheidung steht bei übersetzten Quellen nach MLA am Anfang?

Zunächst ist festzulegen, welche Textgrundlage tatsächlich benutzt wurde: eine veröffentlichte Übersetzung oder das Original mit eigener Übersetzung. Bei Nutzung einer veröffentlichten Übersetzung bezieht sich der Eintrag im Literaturverzeichnis auf diese Übersetzung. Bei eigener Übersetzung bleibt die Originalquelle der bibliografische Bezugspunkt, und die eigene Übersetzungsleistung wird im Text kenntlich gemacht.

Wie funktioniert der MLA-Kurzbeleg im Text bei veröffentlichten Übersetzungen?

MLA arbeitet mit dem Autor-Seite-System. Das Signalwort im Kurzbeleg verweist auf das erste Element des passenden Eintrags im Literaturverzeichnis, meistens auf den Autor des Originalwerks, nicht auf den Übersetzer. Bei konkreten Stellen wird die Seitenzahl der benutzten Übersetzung ergänzt, zum Beispiel (Durkheim 15). Steht der Autor bereits im Satz, bleibt in der Klammer nur die Seitenzahl.

Gehört die Übersetzerangabe in MLA in den Klammerbeleg oder ins Literaturverzeichnis?

Die Übersetzerangabe gehört grundsätzlich in den Eintrag im Literaturverzeichnis, also in das Mitwirkender-Element „Übersetzt von …“. Im Klammerbeleg steht normalerweise nur Autor plus Seitenzahl. Eine Ausnahme entsteht bei eigenen Übersetzungen, wenn ein Zusatz wie meine Übers. im Kurzbeleg erforderlich ist.

Wie wird eine übersetzte Monografie im MLA-Literaturverzeichnis aufgebaut?

Die Standardform lautet: Autor. Titel der Übersetzung. Übersetzt von Vorname Nachname, Verlag, Jahr. Beispiel: Durkheim, Émile. The Rules of Sociological Method. Übersetzt von Sarah Lewis, Princeton UP, 2014. Der Eintrag beschreibt die benutzte Übersetzung als konkrete Ausgabe.

Wie zitiere ich ein übersetztes Kapitel oder einen übersetzten Aufsatz nach MLA?

Im Text verweist der Kurzbeleg auf den Autor des Beitrags im Autor-Seite-System, zum Beispiel (García 73). Im Literaturverzeichnis steht der Beitragstitel in Anführungszeichen, der Übersetzer als Mitwirkender und anschließend der Container mit Seitenbereich.

Wie kennzeichne ich eine eigene Übersetzung eines Zitats nach MLA?

Bei eigener Übersetzung bleibt die Originalquelle im Literaturverzeichnis. Im Text wird die Übersetzungsleistung kenntlich gemacht, häufig durch den Zusatz meine Übers. im Klammerbeleg, zum Beispiel (Dante 42; meine Übers.). Alternativ kann der Satz selbst ausdrücklich formulieren, dass eine eigene Übersetzung vorliegt; dann kann der Zusatz entfallen, wenn die Zuordnung eindeutig bleibt.

Wann kann der Zusatz „meine Übers.“ bei eigener Übersetzung entfallen?

Bei sehr kurzen Wörtern oder knappen Wortgruppen kann meine Übers. entfallen, wenn die Übersetzung im Satz unmittelbar erläutert wird und die Stelle trotzdem klar auf die Originalquelle zurückführbar bleibt. Ebenfalls möglich ist der Verzicht, wenn der Fließtext explizit sagt, dass es sich um eine eigene Übersetzung handelt.

Wie unterscheidet MLA mehrere Übersetzungen desselben Werks im Text?

MLA nutzt keine Jahresbuchstaben. Bei mehreren Übersetzungen desselben Originalwerks erfolgt die Unterscheidung im Text über Kurztitel, also über die verschiedenen Titel der jeweiligen Übersetzungen, zum Beispiel (Ishiguro, Never Let Me Go 3) versus (Ishiguro, Laat me nooit alleen 9).

Was gilt, wenn Übersetzer und Herausgeber dieselbe Person sind?

Die Doppelfunktion wird im Literaturverzeichnis sichtbar gemacht, etwa durch Formulierungen wie überarbeitet und übersetzt von oder die kombinierte Rollenangabe Redakteur und Übersetzer. Je nach Analysefokus bleibt der Originalautor an erster Stelle oder der Redakteur-Übersetzer rückt an den Anfang, wenn die editorische oder translatorische Leistung selbst Untersuchungsgegenstand ist.

Was passiert, wenn in der Quelle kein Übersetzer genannt ist?

Fehlt der Übersetzername, wird dieses Element im Literaturverzeichnis schlicht ausgelassen. MLA verlangt keinen Platzhalter und keine ersetzende Angabe; entscheidend bleibt die korrekte Dokumentation der tatsächlich benutzten Ausgabe.

Wie werden zweisprachige Titel in einer bilingualen Ausgabe nach MLA geschrieben?

Wenn Originaltitel und Übersetzung im Werk selbst parallel ausgewiesen sind, werden beide Titel mit einem Schrägstrich verbunden. Das gilt sowohl für einzelne Texte als auch für Container, sofern die zweisprachige Titelführung die benutzte Ausgabe korrekt abbildet.

Unterscheiden sich MLA 8 und MLA 9 bei übersetzten Quellen?

Die Grundlogik bleibt unverändert: Übersetzungen werden über das allgemeine MLA-Template mit Mitwirkender-Element dokumentiert, und im Text gilt weiterhin Autor-Seite. MLA 9 liefert vor allem mehr Beispiele und erläutert Sonderfälle wie eigene Übersetzung, mehrere Übersetzungen und kombinierte Rollen ausführlicher, ohne das Basisschema zu verändern.

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