Pearl-Growing-Verfahren (Poster download)
Pearl Growing ist eine Suchstrategie für wissenschaftliche Literatur, die mit einer einzelnen, besonders relevanten Ausgangsquelle beginnt. Diese Quelle wird als „Perle“ bezeichnet. Ausgehend von dieser Perle werden Referenzen, Zitationen, Schlagwörter und weitere thematisch passende Quellen systematisch ausgewertet. Dadurch entsteht ein wachsendes Literaturnetz, das Grundlagen, Schlüsselwerke und aktuelle Forschung sichtbar macht.
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Pearl Growing
Pearl Growing – Definition
Das Pearl-Growing-Verfahren beginnt mit einer einzelnen, thematisch relevanten Quelle, die als „Perle“ bezeichnet wird. Von dieser Quelle aus werden weitere wissenschaftliche Arbeiten über Rückwärtssuche, Vorwärtssuche und zusätzliche Schlagwörter erschlossen. So entsteht ein systematisch wachsendes Netz geprüfter Fachliteratur.
Die Perle bildet den Startpunkt der Recherche. Sie sollte fachlich einschlägig, wissenschaftlich belastbar und klar mit der eigenen Forschungsfrage verbunden sein. Geeignet sind vor allem Review-Artikel, zentrale Fachartikel, Metaanalysen, wissenschaftliche Monografien, Dissertationen oder häufig zitierte Schlüsselwerke.
Pearl Growing kombiniert mehrere Suchlogiken. Zuerst werden Literaturverzeichnisse geprüft, anschließend werden zitierende Publikationen recherchiert. Zusätzlich werden Fachbegriffe, Synonyme, Deskriptoren und Schlagwörter aus den gefundenen Quellen genutzt, um die Recherche gezielt zu erweitern.
Entscheidend ist die iterative Vorgehensweise. Neue Quellen können selbst wieder zu neuen Perlen werden. Dadurch wächst die Literaturbasis nicht zufällig, sondern entlang fachlich begründeter Verbindungen. Jede gefundene Quelle muss nach Relevanz, Qualität, Aktualität und Bezug zur Forschungsfrage geprüft werden.
Die Perle als Ausgangspunkt
Die Qualität der Perle bestimmt die Qualität der weiteren Recherche. Eine starke Perle führt häufig zu relevanten Anschlussquellen, tragfähigen Begriffen und belastbaren Literaturverweisen. Eine schwache oder randständige Perle kann dagegen zu einem einseitigen oder wenig geeigneten Literaturbestand führen.
Eine gute Perle erfüllt mehrere Kriterien: Sie passt präzise zur Forschungsfrage, besitzt ein belastbares Literaturverzeichnis, stammt aus einem wissenschaftlichen Publikationskontext und enthält zentrale Begriffe des Themenfeldes. Besonders wertvoll sind Quellen, die sowohl Grundlagen als auch aktuelle Forschungsbezüge sichtbar machen.
| Geeignete Perle | Ungeeignete Perle |
|---|---|
| peer-reviewter Fachartikel | Wikipedia als Hauptquelle |
| Review-Artikel oder Metaanalyse | private Blogs |
| wissenschaftliche Monografie | ungeprüfte Lernportale |
| Dissertation oder Habilitation | populärwissenschaftliche Webseiten ohne Quellenbasis |
| zentrale Studie mit Literaturverzeichnis | Texte ohne Autor, Jahr oder Herkunft |
| Datenbanktreffer aus Scopus, Web of Science, PubMed, ERIC oder Google Scholar | Forenbeiträge und nicht zitierfähige Online-Texte |
Abgrenzung zur Schneeballsuche
Pearl Growing ist eng mit der Schneeballsuche verwandt, arbeitet jedoch stärker mit einer bewusst ausgewählten Ausgangsquelle. Während die Schneeballsuche häufig allgemein das Weiterverfolgen von Literaturverzeichnissen und Zitationen beschreibt, betont Pearl Growing die Qualität der Perle und den gezielten Ausbau eines Literaturnetzes.
Der zentrale Unterschied liegt im strategischen Einstieg. Pearl Growing beginnt nicht mit beliebigen Quellen, sondern mit einer besonders tragfähigen Kernquelle. Diese Perle wird genutzt, um Referenzen, Zitationen und neue Suchbegriffe systematisch zu entwickeln.
| Kriterium | Pearl Growing | Schneeballsuche |
|---|---|---|
| Ausgangspunkt | eine besonders hochwertige Perle | eine oder mehrere gefundene Quellen |
| Suchlogik | iterativer Ausbau eines Literaturnetzes | Weiterverfolgung von Referenzen und Zitationen |
| Schwerpunkt | Qualität der Ausgangsquelle und Schlagworterweiterung | Quellenverweise und Zitationsbeziehungen |
| Ergebnis | kohärentes Netz geprüfter Literatur | wachsender Literaturkorpus |
| Risiko | Verengung durch falsch gewählte Perle | Zitationsspirale oder unkontrollierte Ausweitung |
Ziele und Nutzen
Ziele des Pearl Growing
Pearl Growing folgt einer iterativen Suchstrategie, die von einer einschlägigen Ausgangsquelle ausgeht. Der Ablauf strukturiert die Literaturrecherche so, dass Grundlagen, aktuelle Entwicklungen und thematische Schlüsselwerke systematisch erschlossen werden.
- Aufbau eines kohärenten Netzes relevanter Literatur
- Identifikation von Schlüsselwerken und grundlegenden Theorien
- Erschließung aktueller Forschung durch Vorwärtssuche
- Erweiterung der Recherche durch neue Schlagwörter und Deskriptoren
- Absicherung der Literaturbasis durch methodische Iteration
- Entwicklung einer nachvollziehbaren, dokumentierten Suchspur für die wissenschaftliche Arbeit
Der Nutzen liegt vor allem in der Kombination aus Tiefe und Anschlussfähigkeit. Die Methode hilft Dir, zentrale Quellen nicht isoliert zu betrachten, sondern in ihrem fachlichen Zusammenhang zu verstehen. Dadurch erkennst Du, welche Literatur theoretisch grundlegend ist, welche Studien aktuell weiterführen und welche Begriffe für weitere Datenbanksuchen relevant sind.
Neue Schlagwörter aus der Perle gewinnen
Ein wichtiger Bestandteil des Pearl Growing ist die Erweiterung der Recherche über Schlagwörter. Aus Titel, Abstract, Keywords, Einleitung, Methode, Diskussion und Literaturverzeichnis der Perle lassen sich neue Suchbegriffe ableiten. Diese Begriffe helfen Dir, Datenbanken gezielter zu durchsuchen.
Besonders wertvoll sind Fachbegriffe, Synonyme, englische Übersetzungen, theoretische Konzepte, Modellnamen, Autorennamen und Datenbank-Deskriptoren. Dadurch wird die Suche breiter und zugleich fachlich präziser.
- zentrale Fachbegriffe aus Titel und Abstract
- Keywords der Publikation
- Synonyme und englische Übersetzungen
- Begriffe aus theoretischen Modellen
- Namen zentraler Autoren und Studien
- Datenbank-Deskriptoren und kontrollierte Schlagwörter
- wiederkehrende Begriffe aus Literaturverzeichnissen
Ablauf der Recherche
Ablauf des Pearl-Growing-Verfahrens
Das Pearl-Growing-Verfahren besteht aus mehreren Phasen. Die Phasen bauen logisch aufeinander auf und können mehrfach durchlaufen werden. Dadurch entsteht ein iterativer Suchprozess, der die Literaturbasis Schritt für Schritt erweitert.
Phase A – Erste Perle identifizieren
Eine einschlägige Quelle auswählen, die das Thema präzise erfasst und als Ausgangspunkt dient. Entscheidend sind fachliche Relevanz, wissenschaftliche Qualität und Nähe zur Forschungsfrage.
Phase B – Rückwärtssuche
Das Quellenverzeichnis der Perle analysieren und grundlegende, häufig zitierte Werke erschließen. Diese Suche führt zu Theorien, Modellen, Standardwerken und älteren Studien.
Phase C – Vorwärtssuche
In Zitationsdatenbanken prüfen, welche neueren Arbeiten auf die Perle Bezug nehmen. Dadurch werden aktuelle Forschung, Kritik und Weiterentwicklungen sichtbar.
Phase D – Neue Schlagwörter nutzen
Wichtige Fachbegriffe und Deskriptoren aus den Quellen notieren und für gezielte Datenbanksuchen einsetzen. Dadurch erweitert sich die Suche über reine Zitationsbeziehungen hinaus.
Phase E – Prozess wiederholen
Rückwärts- und Vorwärtssuche mit neuen Perlen erneut durchführen, bis sich ein stabiles Literaturnetz bildet. Jede neue Perle wird kritisch geprüft.
Phase F – Dokumentation aller Quellen
Alle Treffer mit vollständigen bibliografischen Angaben, Suchweg, Datenbank, Relevanznotiz und Entscheidung in Referenztools oder Tabellen sichern.
Rückwärtssuche im Pearl Growing
Die Rückwärtssuche prüft das Literaturverzeichnis der Perle. Dadurch findest Du ältere Quellen, auf denen die Perle aufbaut. Diese Suchrichtung eignet sich besonders für den Aufbau des Theorieteils und für die Identifikation zentraler Grundlagenliteratur.
Wichtig ist, nicht jedes Literaturverzeichnis vollständig zu übernehmen. Entscheidend ist die fachliche Auswahl. Eine Quelle wird nur aufgenommen, wenn sie für die Forschungsfrage relevant, wissenschaftlich geeignet und methodisch oder theoretisch nützlich ist.
Vorwärtssuche im Pearl Growing
Die Vorwärtssuche prüft, welche späteren Publikationen die Perle zitieren. Dafür eignen sich Google Scholar, Scopus, Web of Science oder fachspezifische Datenbanken. Diese Suchrichtung zeigt, wie die Perle im späteren Forschungsdiskurs aufgegriffen wurde.
Die Vorwärtssuche ist besonders wertvoll, wenn aktuelle Forschung, Weiterentwicklungen oder Kritik benötigt werden. Sie verhindert, dass eine wissenschaftliche Arbeit nur auf älteren Grundlagen basiert.
Dokumentation des Suchprozesses
Die Dokumentation ist ein zentraler Bestandteil des Pearl Growing. Jede Suchrunde sollte nachvollziehbar festgehalten werden. Dazu gehören Ausgangsquelle, Suchrichtung, Datenbank, Suchdatum, Suchbegriffe, Trefferzahl, Auswahlentscheidung und Relevanzbegründung.
| Dokumentationspunkt | Beispiel | Zweck |
|---|---|---|
| Perle | zentrale Fachpublikation zum Thema | Ausgangspunkt nachvollziehbar machen |
| Suchrichtung | Rückwärtssuche oder Vorwärtssuche | Suchlogik erklären |
| Datenbank | Google Scholar, Scopus, Web of Science | Suchort dokumentieren |
| Suchbegriffe | Keywords, Synonyme, Deskriptoren | Recherche reproduzierbar machen |
| Auswahlentscheidung | aufgenommen, ausgeschlossen, später prüfen | Relevanzprüfung sichern |
| Relevanznotiz | Bezug zur Forschungsfrage | Literaturkorpus begründen |
Stärken und Grenzen
Stärken und Grenzen des Pearl Growing
Pearl Growing unterstützt die Literatursuche, wenn ausgehend von einer hochwertigen Quelle ein fachlich zusammenhängendes Literaturnetz aufgebaut werden soll. Gleichzeitig besitzt die Methode Grenzen, weil der Rechercheweg stark von der gewählten Perle und den zugänglichen Datenbanken abhängt.
- systematischer Netzwerkaufbau ausgehend von einer hochwertigen Perle
- Zugang zu Schlüsselwerken, Grundlagen und zentralen Autoren
- Erschließung aktueller Forschung durch Vorwärtssuche
- Erweiterung der Recherche durch neue Schlagwörter und Deskriptoren
- nachvollziehbarer Ausbau einer konsistenten Literatursammlung
- gute Ergänzung zur systematischen Datenbankrecherche
- Zeitintensität durch wiederholte Suchrunden
- Gefahr thematischer Verengung bei ungünstig gewählter Perle
- Abhängigkeit von Zitationsdatenbanken und Datenbankzugriffen
- erhöhter Aufwand bei Dokumentation und Quellenbewertung
- Risiko eines Zitationsbias durch häufig zitierte Quellen
- begrenzte Vollständigkeit ohne ergänzende systematische Suche
Typische Fehler beim Pearl Growing
Fehler entstehen häufig durch eine ungeeignete Perle, fehlende Abbruchkriterien oder unvollständige Dokumentation. Besonders kritisch ist eine Recherche, die zwar viele Quellen sammelt, aber deren Relevanz für die Forschungsfrage nicht begründet.
| Fehler | Folge | Korrektur |
|---|---|---|
| schwache Perle gewählt | einseitiger Literaturbestand | Perle nach Qualität und Themenbezug prüfen |
| nur Rückwärtssuche genutzt | aktuelle Forschung fehlt | Vorwärtssuche ergänzen |
| nur Vorwärtssuche genutzt | Grundlagenliteratur fehlt | Literaturverzeichnis der Perle auswerten |
| keine Suchbegriffe dokumentiert | Recherche nicht nachvollziehbar | Suchprotokoll führen |
| zu viele Treffer übernommen | unklarer Literaturkorpus | Relevanz- und Qualitätskriterien anwenden |
| keine Abbruchkriterien festgelegt | Recherche wächst unkontrolliert | Sättigung, Relevanz und Umfang prüfen |
Abbruchkriterien
Abbruchkriterien beim Pearl Growing
Abbruchkriterien legen fest, wann das Pearl-Growing-Verfahren beendet, eingegrenzt oder ergänzt wird. Sie verhindern, dass der Suchprozess unkontrolliert wächst und den Bezug zur Forschungsfrage verliert. Entscheidend sind thematische Sättigung, Relevanz, Qualität, Aktualität und Bearbeitbarkeit.
- Thematische Sättigung: Neue Quellen wiederholen bereits bekannte Inhalte.
- Relevanzgrenze: Neue Treffer entfernen sich von der Forschungsfrage.
- Qualitätsgrenze: Gefundene Quellen erfüllen wissenschaftliche Mindeststandards nicht.
- Aktualitätsprüfung: Es fehlen aktuelle Anschlussstudien oder neuere Diskussionen.
- Umfangsgrenze: Der Literaturkorpus ist für die Arbeit ausreichend und auswertbar.
- Perlenstabilität: Neue Perlen führen nicht mehr zu relevanten neuen Literatursträngen.
| Fall | Entscheidung | Begründung |
|---|---|---|
| Neue Perlen führen immer wieder zu denselben Quellen | Suche beenden | Thematische Sättigung erreicht |
| Neue Treffer passen nur noch randständig zum Thema | Nicht weiterverfolgen | Relevanzgrenze überschritten |
| Quelle ist thematisch passend, aber nicht zitierfähig | Ausschließen | Wissenschaftliche Qualität fehlt |
| Nur ältere Grundlagenliteratur vorhanden | Vorwärtssuche ergänzen | Aktuelle Forschung fehlt |
| Viele aktuelle Treffer ohne klaren Themenbezug | Eingrenzen | Suchrichtung zu breit |
| Zentrale Schlüsselwerke fehlen noch | Suche fortsetzen | Fachliche Grundlage unvollständig |
| Neue Schlagwörter liefern relevante Treffer | Weiter prüfen | Mögliche Erweiterung des Literaturnetzes |
| Literaturkorpus ist ausreichend und auswertbar | Suche abschließen | Umfangsgrenze erreicht |
Pearl Growing endet nicht nach einer festen Anzahl von Quellen. Entscheidend ist, ob neue Suchrunden noch fachlich relevante, wissenschaftlich belastbare und für die Forschungsfrage verwertbare Literatur liefern.
Methodik beschreiben
Pearl Growing in der Methodik beschreiben
Wenn Pearl Growing in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet wird, sollte die Methode kurz und transparent beschrieben werden. Wichtig sind die Perle, die Suchrichtungen, die verwendeten Datenbanken, die Auswahlkriterien, die Suchrunden und die Abbruchregel.
Eine mögliche Formulierung lautet:
Die Literaturrecherche wurde durch Pearl Growing ergänzt. Ausgangspunkt war eine thematisch zentrale Fachpublikation, die als Perle genutzt wurde. Zunächst wurde das Literaturverzeichnis dieser Quelle rückwärtsgerichtet nach relevanter Grundlagenliteratur ausgewertet. Anschließend wurden über Google Scholar und Fachdatenbanken vorwärtsgerichtet Publikationen geprüft, die diese Perle zitiert haben. Zusätzlich wurden zentrale Schlagwörter und Deskriptoren aus den gefundenen Quellen für weitere Datenbanksuchen genutzt. Aufgenommene Quellen wurden anhand von Relevanz, Aktualität, wissenschaftlicher Qualität und Bezug zur Forschungsfrage bewertet. Die Suche wurde beendet, sobald keine neuen thematisch relevanten Treffer mehr identifiziert wurden.
Anwendung im Studium
Pearl Growing im Studium
Pearl Growing wird in Lehrveranstaltungen zu Literaturrecherche, Wissenschaftstheorie und Methodik vermittelt. Studenten lernen, den Suchprozess transparent zu dokumentieren, Rückwärts- und Vorwärtssuche systematisch einzusetzen und den Ausbau der Literatursammlung nachvollziehbar zu begründen.
Typische Prüfungsformen
- Darstellung des vollständigen Ablaufs mit allen Phasen A–F
- Vergleich von Pearl Growing mit Schneeballsuche oder systematischer Recherche
- Reflexion von Grenzen, Abbruchkriterien und Dokumentationspraxis
- Begründung einer geeigneten Perle für ein Forschungsthema
- Dokumentation einer beispielhaften Rückwärts- und Vorwärtssuche
Empfehlungen für die Prüfungsvorbereitung
- Definition und Ablaufphasen von Pearl Growing sicher beherrschen
- Unterschied zwischen Rückwärtssuche und Vorwärtssuche erläutern können
- Stärken und Grenzen der Methode reflektieren
- Geeignetheit einer Perle fachlich begründen können
- Abbruchkriterien und Dokumentationsanforderungen erklären
- Anwendungsschritte in eigenen Worten skizzieren und grafisch darstellen können
Hierzu passende Studiengänge
Pädagogik und Sozialwissenschaften
Pearl Growing unterstützt den Aufbau von Theorieteilen und die Erarbeitung empirischer Fragestellungen durch systematische Literatursuche.
Psychologie
Die Methode erleichtert die Identifikation von Grundlagenwerken und aktuellen Studien in Diagnostik, Therapie- und Evaluationsforschung.
Kommunikations- und Medienwissenschaft
Pearl Growing ermöglicht die gezielte Suche nach Schlüsseltexten zur Analyse von Diskursen, Narrativen und Interaktionsprozessen.
Kultur- und Politikwissenschaft
Mit Pearl Growing lassen sich klassische Theorien und neuere Beiträge auffinden, die gesellschaftliche Strukturen, Machtverhältnisse und Handlungsmuster untersuchen.
Das Pearl-Growing-Verfahren ist eine hilfreiche Suchstrategie, um wissenschaftliche Literatur ausgehend von einer hochwertigen Ausgangsquelle zu erschließen. Die Perle bildet den methodischen Startpunkt. Über Rückwärtssuche, Vorwärtssuche und neue Schlagwörter entsteht ein wachsendes, fachlich verbundenes Literaturnetz.
Besonders wertvoll ist die Methode für Theorieteile, Forschungsstände und Abschlussarbeiten, in denen zentrale Literatur systematisch gefunden und begründet werden soll. Entscheidend bleibt die kritische Prüfung jeder Quelle nach Relevanz, Qualität, Aktualität und Bezug zur Forschungsfrage.
Pearl Growing ersetzt keine systematische Datenbankrecherche, sondern ergänzt sie. Erst durch eine geeignete Perle, dokumentierte Suchrunden, klare Abbruchkriterien und eine ergänzende Datenbankrecherche entsteht eine tragfähige Literaturbasis für Bachelorarbeit, Masterarbeit oder andere wissenschaftliche Arbeiten.
Häufige Fragen & Antworten
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Was ist Pearl Growing?
Pearl Growing ist eine Suchstrategie für wissenschaftliche Literatur. Sie beginnt mit einer einzelnen, besonders relevanten Ausgangsquelle, die als Perle bezeichnet wird. Ausgehend von dieser Perle prüfst Du Literaturverzeichnisse, Zitationen und neue Schlagwörter. Dadurch entsteht ein wachsendes Netz geprüfter Fachliteratur, das Grundlagen, Schlüsselwerke und aktuelle Forschung sichtbar macht.
Wie funktioniert Pearl Growing Schritt für Schritt?
Zuerst wählst Du eine hochwertige Perle aus. Danach prüfst Du rückwärtsgerichtet das Literaturverzeichnis und vorwärtsgerichtet die Publikationen, die diese Perle zitieren. Zusätzlich sammelst Du neue Schlagwörter und Deskriptoren aus den gefundenen Quellen. Diese Begriffe nutzt Du für weitere Datenbanksuchen. Der Prozess wird wiederholt, bis ein stabiles und relevantes Literaturnetz entstanden ist.
Was ist eine Perle bei Pearl Growing?
Eine Perle ist die Ausgangsquelle der Recherche. Sie sollte thematisch genau zur Forschungsfrage passen, wissenschaftlich belastbar sein und ein gutes Literaturverzeichnis besitzen. Geeignet sind zum Beispiel Review-Artikel, Metaanalysen, zentrale Fachartikel, wissenschaftliche Monografien oder Schlüsselstudien. Die Qualität dieser Perle beeinflusst den weiteren Rechercheerfolg stark.
Was ist der Unterschied zwischen Pearl Growing und Schneeballsuche?
Pearl Growing beginnt gezielt mit einer besonders hochwertigen Ausgangsquelle. Die Schneeballsuche beschreibt allgemeiner das Weiterverfolgen von Literaturverzeichnissen und Zitationen. Pearl Growing betont stärker die Qualität der Perle, die iterative Erweiterung der Recherche und die Nutzung neuer Schlagwörter. Beide Methoden sind verwandt und können sinnvoll kombiniert werden.
Wann eignet sich Pearl Growing?
Pearl Growing eignet sich, wenn Du ein Forschungsfeld über eine zentrale Quelle erschließen möchtest. Besonders hilfreich ist die Methode für Theorieteile, Forschungsstände, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten. Sie unterstützt Dich dabei, Grundlagenwerke, aktuelle Studien, wichtige Autoren und neue Suchbegriffe zu finden. Ergänzend sollte eine Datenbankrecherche genutzt werden.
Welche Vorteile hat Pearl Growing?
Pearl Growing ermöglicht einen systematischen Aufbau eines Literaturnetzes. Du findest Grundlagenliteratur, aktuelle Anschlussforschung und neue Suchbegriffe ausgehend von einer hochwertigen Perle. Die Methode hilft Dir außerdem, Zusammenhänge zwischen Quellen zu erkennen und den Suchprozess nachvollziehbar zu dokumentieren. Dadurch wird die Literaturbasis fachlich kohärenter.
Welche Nachteile hat Pearl Growing?
Pearl Growing kann zeitintensiv sein, weil Rückwärtssuche, Vorwärtssuche und Schlagwortsuche wiederholt durchgeführt werden. Zusätzlich besteht die Gefahr einer thematischen Verengung, wenn die Perle ungünstig gewählt wurde. Auch Zitationsbias und eingeschränkter Datenbankzugriff können die Recherche beeinflussen. Deshalb sind klare Auswahlkriterien, Abbruchregeln und ergänzende Datenbanksuchen wichtig.
Wie dokumentiere ich Pearl Growing?
Du solltest Perle, Suchrichtung, Datenbank, Suchdatum, Suchbegriffe, Trefferzahl, Auswahlentscheidung und Relevanznotiz dokumentieren. Sinnvoll ist eine Tabelle oder ein Literaturverwaltungsprogramm. Dadurch bleibt nachvollziehbar, welche Suchwege genutzt wurden, warum bestimmte Quellen aufgenommen wurden und wann die Suche beendet wurde.
Wann sollte Pearl Growing beendet werden?
Pearl Growing sollte beendet werden, wenn neue Perlen keine relevanten Treffer mehr liefern, sich dieselben Quellen wiederholen oder neue Literatur nur noch randständig zur Forschungsfrage passt. Auch ein ausreichend großer und gut auswertbarer Literaturkorpus kann ein Abbruchkriterium sein. Fehlen zentrale Grundlagen oder aktuelle Studien, sollte die Suche fortgesetzt werden.
Ist Pearl Growing eine systematische Literaturrecherche?
Pearl Growing ist keine vollständig systematische Literaturrecherche im engeren Sinn. Eine systematische Recherche arbeitet mit festgelegten Datenbanken, Suchstrings, Ein- und Ausschlusskriterien sowie genauer Dokumentation. Pearl Growing folgt dagegen einer hochwertigen Ausgangsquelle und erweitert die Suche iterativ. Die Methode kann jedoch methodisch sauber eingesetzt und als Ergänzung zur systematischen Recherche genutzt werden.
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