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Kalaidos Fachhochschule Richtlinien für wissenschaftliche Arbeiten

Die Richtlinien der Kalaidos Fachhochschule regeln, wie Essays, Seminararbeiten, Forschungsskizzen, Forschungsberichte, Dispositionen sowie Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten formal gestaltet, inhaltlich aufgebaut, wissenschaftlich verfasst, zitiert und bewertet werden. Diese Übersicht bündelt die zentralen Vorgaben, Risiken und Bewertungsschwerpunkte für das Departement Wirtschaft.

Hinweis: Diese Übersicht ist keine offizielle Webseite der Kalaidos Fachhochschule. Für das Zitieren gilt der Leitfaden Version 1.1 mit Ausgabe vom 1. Januar 2026. Die allgemeinen Angaben zu Formatierung, Umfang, Aufbau und Bewertung stammen aus der RESA Version 3.0 von 2015 und müssen mit dem aktuellen Prüfungsreglement, dem Modulauftrag und den Unterlagen im Lernraum abgeglichen werden.

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Richtlinien

Orientierung

Was regeln die Kalaidos Richtlinien?

Die Richtlinien verbinden fünf Prüfungsebenen: formale Gestaltung, inhaltlicher Aufbau, wissenschaftliches Schreiben, Zitieren und Bewertung. Eine Arbeit ist erst dann richtlinienkonform, wenn diese Ebenen zusammenpassen. Eine überzeugende Forschungsfrage kann formale Mängel nicht ausgleichen. Umgekehrt ersetzt eine korrekte Formatierung weder eine tragfähige Literaturbasis noch eine nachvollziehbare Methode.

Formales


Formatierung, Titelblatt, Seitenzählung, Wortumfang, Anmeldung, Abgabe, Vertraulichkeit und Eigenständigkeitserklärung.

Wissenschaftlichkeit


Forschungsfrage, Literaturreview, Theorie, Methode, Auswertung, Diskussion, roter Faden und wissenschaftlicher Sprachstil.

Zitation und Bewertung


APA 7, direkte und indirekte Zitate, Quellenverzeichnis, Darstellungen, wissenschaftliche Integrität und Punktesystem.

Welche Vorgabe hat Vorrang?

Für das Zitieren gilt der KFH-Leitfaden von 2026. Für Formatierung, Aufbau und Bewertung bietet die RESA von 2015 die dokumentierte Grundlage. Weichen Modulauftrag, Prüfungsreglement, aktuelle Vorlage oder schriftliche Vorgabe der Studiengangkoordination davon ab, ist vor der Bearbeitung eine verbindliche Klärung erforderlich. Arbeiten im Fachbereich Recht folgen einem gesonderten juristischen Zitierleitfaden.

Aufbau

Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit an der Kalaidos FH

Der konkrete Aufbau richtet sich nach der Leistungsform und danach, ob eine Literaturarbeit oder eine empirische Arbeit erstellt wird. Die folgende Reihenfolge bildet die gemeinsame Grundstruktur. Zusätzliche Verzeichnisse oder studiengangsspezifische Bestandteile werden nur ergänzt, wenn die aktuelle Vorlage oder die Art der Arbeit dies erfordert.

Position Bestandteil Funktion Typisches Risiko
1 Titelblatt Identifiziert Hochschule, Studiengang, Leistungsform, Thema, verfassende Person, Betreuung und Abgabedatum. Pflichtangaben fehlen oder das Titelblatt erhält eine sichtbare Seitenzahl.
2 Inhaltsverzeichnis Zeigt Kapitel, Unterkapitel und Seitenzahlen in identischer Schreibweise zum Haupttext. Ein Unterpunkt steht allein oder Überschriften stimmen nicht überein.
3 ggf. Verzeichnisse Erfasst Abkürzungen, Abbildungen, Diagramme und Tabellen nachvollziehbar. Fachspezifische Abkürzungen oder verwendete Darstellungen fehlen.
4 Abstract oder Management Summary Verdichtet Forschungsfrage, zentrale Konzepte, Ergebnisse und Schlussfolgerungen. Der Abstract enthält neue Informationen oder bleibt allgemein.
5 Einleitung Leitet Problemstellung, Relevanz, Forschungsfrage, Zielsetzung und Vorgehen her. Die Arbeit beschreibt nur ein Thema, ohne eine beantwortbare Forschungsfrage zu entwickeln.
6 Theorie und Forschungsstand Definiert Begriffe, vergleicht Theorien und ordnet empirische Studien ein. Quellen werden lediglich nacheinander zusammengefasst.
7 Methodenteil Beschreibt bei empirischen Arbeiten Design, Stichprobe, Erhebung, Operationalisierung und Auswertung. Die Methodenwahl bleibt unbegründet oder das Vorgehen ist nicht nachvollziehbar.
8 Auswertung und Diskussion Analysiert Quellen oder Daten, beantwortet die Forschungsfrage und reflektiert Grenzen sowie Praxisfolgen. Ergebnisse werden aufgelistet, aber nicht mit Theorie und Forschungsfrage verbunden.
9 Fazit und Ausblick Verdichtet Ziel, Antwort, zentrale Erkenntnisse, Empfehlungen und weiteren Forschungsbedarf. Frühere Absätze werden wiederholt, ohne eine klare Schlussfolgerung zu formulieren.
10 Quellenverzeichnis Führt sämtliche verwendeten Quellen vollständig und einheitlich nach dem aktuellen KFH-Zitierleitfaden auf. Quellenarten werden getrennt, obwohl der Leitfaden von 2026 ein gemeinsames alphabetisches Verzeichnis verlangt.
11 Eigenständigkeitserklärung Bestätigt die selbstständige Erstellung, die vollständige Quellenkennzeichnung und die angegebene Wortzahl. Die Erklärung fehlt, ist nicht unterschrieben oder enthält eine falsche Wortzahl.
12 Anhang Dokumentiert ergänzende Materialien, auf die im Haupttext ausdrücklich verwiesen wird. Der Anhang wird zur ungeordneten Ablage nicht verwendeter Unterlagen.
Praxis-Tipp

Die Grundstruktur sollte vor dem Schreiben in der aktuellen Word-Vorlage angelegt werden. Automatische Überschriftenformate, Inhaltsverzeichnis, Beschriftungen und Querverweise verhindern spätere Inkonsistenzen. Die genaue Reihenfolge zusätzlicher Verzeichnisse ist mit der aktuellen Vorlage im Lernraum abzugleichen.

Formatierung

Formatierung und Titelblatt nach RESA

Die RESA Version 3.0 dokumentiert feste Layoutvorgaben. Formale Abweichungen können je nach Schwere zu Punktabzügen oder zur Ablehnung führen. Da diese Angaben aus dem Jahr 2015 stammen, sollten Schrift, Kopfzeile, Fusszeile und Abgabeformat vor der finalen Formatierung mit der aktuellen Hochschulvorlage abgeglichen werden.

Grundlayout

Bereich Vorgabe der RESA 2015 Umsetzung
Seitenformat A4, ein- oder doppelseitig Das gesamte Dokument wird in einem einheitlichen Seitenformat angelegt.
Fliesstext Blocksatz mit Silbentrennung Automatische Silbentrennung aktivieren und fehlerhafte Trennungen kontrollieren.
Schriftart Arial oder Times New Roman Nur eine Schriftfamilie durchgängig verwenden.
Schriftgrösse Überschriften 12–15 pt fett, Fliesstext 11 pt, Fussnoten 9 pt Hierarchien über Formatvorlagen und nicht über manuelle Einzelformatierung steuern.
Zeilenabstand Fliesstext 1,5-zeilig, 6 pt nach Absätzen; Fussnoten einzeilig Keine zusätzlichen Leerzeilen zwischen Absätzen einfügen.
Hervorhebungen Sparsam und ausschliesslich kursiv Fettdruck, Unterstreichungen und dekorative Hervorhebungen im Fliesstext vermeiden.
Seitenzahlen Durchgehend arabisch; Titelblatt ohne Zahl; Inhaltsverzeichnis ist Seite 1 Die sichtbare Nummerierung beginnt auf dem Inhaltsverzeichnis.
Seitenränder oben 2,5 cm; unten 2,5 cm; links 3 cm; rechts 2 cm Die Einstellungen vor dem Schreiben dokumentweit festlegen.
Kopfzeile Titel oder Kurztitel und Name der verfassenden Person Lange Titel werden sinnvoll gekürzt.
Fusszeile Seitenangabe nach dem Muster „30 von 59“ Gesamtseitenzahl automatisch einfügen.
Logos Keine Logos im Text; Titelblatt nach Hochschulvorlage Nur die ausdrücklich zugelassenen Logos auf dem Titelblatt verwenden.

Pflichtangaben auf dem Titelblatt

  • Logo der Kalaidos Fachhochschule und gegebenenfalls das nach Vorlage zugelassene Unternehmenslogo
  • Art der Arbeit, beispielsweise Essay, Forschungsskizze, Seminararbeit oder Masterarbeit
  • Titel und gegebenenfalls Untertitel
  • genaue Bezeichnung des Studiengangs und der Vertiefungsrichtung
  • Vor- und Nachname der Betreuungsperson
  • persönliche Angaben der verfassenden Person nach aktueller Vorlage
  • Abgabedatum
Typische Formatierungsrisiken
  • Das Inhaltsverzeichnis beginnt nicht auf Seite 1.
  • Schriftgrössen, Absatzabstände oder Seitenränder wechseln innerhalb der Arbeit.
  • Kopf- und Fusszeile entsprechen nicht der aktuellen Vorlage.
  • Überschriften im Text und im Inhaltsverzeichnis sind nicht wortgleich.
  • Tabellen und Abbildungen sind nicht fortlaufend nummeriert oder im Text nicht referenziert.

Umfang

Wortumfang und Folgen von Abweichungen

Die RESA berechnet den Umfang anhand des reinen Textteils. Nicht mitgezählt werden Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Abstract, Abbildungs-, Diagramm-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnisse, Quellenverzeichnis, Anhänge und Eigenständigkeitserklärung. Textfelder sowie Fuss- und Endnoten bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Leistungsform Einzelarbeit nach RESA 2015 Gruppenarbeit nach RESA 2015
Essay 1.600–2.000 Wörter nicht vorgesehen
Seminararbeit 6.000–8.000 Wörter nicht vorgesehen
Forschungsskizze BSc: 1.600–2.000 Wörter andere Studiengänge: 1.600–2.000 Wörter
Forschungsbericht nicht vorgesehen 4.800–6.000 Wörter
Disposition Diplomarbeit Richtwert 1.200–1.600 Wörter zu zweit möglich; Umfang unverändert
Disposition Bachelorarbeit Richtwert 1.600–2.000 Wörter zu zweit möglich; Umfang unverändert
Disposition Masterarbeit Richtwert 2.000–2.400 Wörter zu zweit möglich; Umfang unverändert
Diplomarbeit 10.000–12.000 Wörter 16.000–20.000 Wörter
Bachelorarbeit 20.000–28.000 Wörter 32.000–40.000 Wörter
Masterarbeit MSc 20.000–28.000 Wörter 32.000–40.000 Wörter

Dokumentierte Konsequenzen

Abweichung Folge nach RESA 2015
unter dem Mindestumfang Fehlversuch und Bewertung mit Note 1
innerhalb der Vorgaben Annahme ohne Punktabzug
über dem Maximum, aber weniger als 10 Prozent Annahme mit proportionalem Abzug von maximal 10 Punkten
mindestens 10 Prozent über dem Maximum Bewertung als Fehlversuch
Hohes Prüfungsrisiko

Die Unterschreitung des Mindestumfangs wird in der RESA nicht als geringfügiger Formfehler behandelt. Dokumentiert ist ein Fehlversuch mit Note 1. Die Wortzahl sollte deshalb während der Bearbeitung kontrolliert und nach den gültigen Zählregeln auf der Eigenständigkeitserklärung angegeben werden. Vor der Abgabe ist zu prüfen, ob der aktuelle Studiengang dieselben Grenzwerte verwendet.

Leistungsformen

Inhaltliche Anforderungen nach Art der Arbeit

Die Kalaidos Fachhochschule unterscheidet mehrere wissenschaftliche Leistungsformen. Umfang, Erkenntnisziel und Bewertung unterscheiden sich, während Forschungsfrage, theoretische Fundierung, nachvollziehbare Argumentation und korrekte Quellenarbeit als gemeinsame Qualitätsmerkmale bestehen bleiben.

Leistungsform Zweck Inhaltlicher Schwerpunkt
Essay Argumentative Erörterung einer wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Problemstellung Klare Position, stringente Argumentation, zentrale Literatur und kritische Diskussion
Seminararbeit Systematische Beantwortung einer konkreten Forschungsfrage Literaturarbeit oder empirische Arbeit mit Abstract, Theorie, Auswertung und Fazit
Forschungsskizze Planung und Machbarkeitsprüfung einer späteren Studie Fragestellung, Theorie, Methode, Operationalisierung, Zeitplan, erwartete Ergebnisse und Risiken
Forschungsbericht Dokumentation einer tatsächlich durchgeführten empirischen Studie Forschungsstand, Methode, Datenanalyse, Interpretation, Diskussion und Fazit
Disposition Konzeptionelle Grundlage einer Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit Machbarkeit, Literaturvorarbeit, geplantes Vorgehen, Zeitplan und erwartete Probleme
Diplomarbeit Wissenschaftlich fundierte Bearbeitung einer praxisrelevanten Fragestellung Gesichertes Wissen, systematische Analyse und konkrete Empfehlungen oder Konzepte
Bachelorarbeit Praxisorientierte und wissenschaftlich fundierte Abschlussleistung Spezifische Forschungsfrage, nachvollziehbarer Erkenntnisweg und umsetzbare Ableitungen
Masterarbeit MSc Vertiefte wissenschaftliche Bearbeitung einer studienbezogenen Problemstellung Kritischer Forschungsstand, begründete Methode, eigenständige Analyse und belastbare Schlussfolgerungen
International Research Project Quantitatives Gruppenforschungsprojekt mit internationalem Bezug Englischer Forschungsbericht, wirtschaftliche Umsetzung und englische Präsentation
Case Study Bearbeitung eines realen Unternehmensauftrags in der Gruppe Problemabgrenzung, Projektmanagement, wissenschaftliche Lösung, Schlussbericht und Präsentation
Disposition frühzeitig ausarbeiten

Eine Disposition darf nicht nur ankündigen, dass später Literatur gesucht oder eine statistische Auswertung durchgeführt wird. Erste Fachliteratur, zentrale Erkenntnisse, die konkrete Methode und der geplante Auswertungsweg müssen bereits erkennbar sein. Eine präzise Disposition verbessert die Betreuungsrückmeldung und reduziert methodische sowie zeitliche Risiken der Abschlussarbeit.

Wissenschaftliches Schreiben

Forschungsfrage, roter Faden und Sprachstil

Wissenschaftliches Schreiben zielt auf Präzision, Nachvollziehbarkeit und fachliche Begründung. Eine Arbeit soll keine allgemeine Themenübersicht liefern, sondern eine klar eingegrenzte Forschungsfrage systematisch beantworten. Titel, Problemstellung, Zielsetzung, Methode, Ergebnisse und Fazit müssen deshalb inhaltlich aufeinander abgestimmt sein.

Forschungsfrage


Die Frage ist präzise, realistisch, methodisch bearbeitbar und weder zu eng noch zu allgemein formuliert.

Literaturreview


Theorien und Studien werden verglichen, kritisch gewichtet und auf die Forschungsfrage bezogen.

Argumentation


Jeder Abschnitt erfüllt eine erkennbare Funktion und führt logisch zur Beantwortung der Forschungsfrage.

Qualitätsanforderungen

Bereich Erwartung Typische Schwäche
Begriffsdefinition Zentrale Konstrukte werden aus einschlägiger wissenschaftlicher Literatur präzise definiert. Definitionen stammen aus allgemeinen Onlinewörterbüchern oder bleiben widersprüchlich.
Forschungsstand Theoretische Ansätze und empirische Befunde werden miteinander verglichen. Quellen erscheinen als isolierte Zusammenfassungen ohne Synthese.
Roter Faden Jeder Absatz und jedes Kapitel unterstützt die Forschungsfrage. Nebenthemen verdrängen den Untersuchungsfokus.
Praxisbezug Empfehlungen werden nachvollziehbar aus Theorie und Ergebnissen abgeleitet. Handlungsempfehlungen beruhen auf persönlicher Einschätzung.
Reflexion Gegenbefunde, Grenzen, alternative Erklärungen und Generalisierbarkeit werden offengelegt. Schlussfolgerungen reichen weiter als die Daten oder Quellenbasis.
Sprache Formulierungen sind neutral, präzise, fachsprachlich und gut verständlich. Füllwörter, Umgangssprache, unklare Wertungen und überlange Sätze schwächen die Aussage.

Geschlechtergerechte und verständliche Sprache

  • Neutrale Bezeichnungen wie Studierende, Dozierende, Beschäftigte oder Studienleitung verbessern die Lesbarkeit.
  • Eine pauschale Fussnote, nach der ausschliesslich männliche Formen alle Geschlechter einschliessen, genügt nach dem bereitgestellten Sprachleitfaden nicht.
  • Fachsprache soll präzise eingesetzt werden, ohne unnötig komplizierte Satzstrukturen zu erzeugen.
  • Als Faustregel nennt die RESA eine Satzlänge von höchstens ungefähr drei Zeilen.
  • Füllwörter und wiederholte Aussagen sind konsequent zu entfernen.
Roter-Faden-Prüfung

Nach dem ersten Entwurf kann für jeden Absatz eine kurze Kernaussage notiert werden. Die Abfolge dieser Kernaussagen muss eine logische, widerspruchsfreie und nicht redundante Argumentation ergeben. Absätze ohne erkennbare Funktion für die Forschungsfrage sind zu kürzen, zu verschieben oder zu entfernen.

Forschungsdesign

Literaturarbeit und empirische Arbeit unterscheiden

Literaturarbeiten und empirische Arbeiten verfolgen dasselbe Ziel: eine Forschungsfrage auf nachvollziehbarer wissenschaftlicher Grundlage zu beantworten. Der Erkenntnisweg unterscheidet sich jedoch. Literaturarbeiten analysieren vorhandene Forschung. Empirische Arbeiten verbinden den Forschungsstand mit selbst erhobenen oder systematisch ausgewerteten Daten.

Kriterium Literaturarbeit Empirische Arbeit
Erkenntnisgrundlage Publizierte Theorien und empirische Studien Fachliteratur und selbst erhobene oder ausgewertete Daten
Theorieteil Vergleicht Positionen, Befunde, Unterschiede und Widersprüche. Leitet Forschungsmodell, Fragen oder Hypothesen aus dem Forschungsstand ab.
Methodenteil Beschreibt das systematische Vorgehen der Recherche, Auswahl und Analyse. Begründet Design, Stichprobe, Erhebung, Operationalisierung und Auswertung.
Auswertung Unterzieht die ausgewählten Quellen einer vergleichenden Analyse. Analysiert quantitative oder qualitative Daten und berichtet sämtliche relevanten Ergebnisse.
Diskussion Begründet eine Position und ordnet die Erkenntnisse für Forschung und Praxis ein. Vergleicht Befunde mit Theorie, reflektiert Stärken, Grenzen und Generalisierbarkeit.
Ergebnis Theoretisch oder praxisbezogen begründete Antwort auf die Forschungsfrage Empirisch gestützte Antwort mit nachvollziehbarer Interpretation

Was im Methodenteil einer empirischen Arbeit erwartet wird

  • Begründung des Forschungsdesigns und der Erhebungsmethode
  • Beschreibung von Stichprobe, Stichprobenziehung und Untersuchungsablauf
  • Entwicklung des Erhebungsinstruments einschliesslich eines möglichen Pretests
  • Operationalisierung zentraler Begriffe und gegebenenfalls Ableitung messbarer Hypothesen
  • Begründung des qualitativen oder quantitativen Auswertungsverfahrens
  • Berücksichtigung einschlägiger Gütekriterien, insbesondere Objektivität, Reliabilität und Validität
  • Darstellung der bereits abgeschlossenen Datenerhebung in der Vergangenheitsform
Häufiger Methodenfehler

Die Aussage, Daten würden „statistisch“ oder Interviews „qualitativ“ ausgewertet, ist nicht ausreichend. Die konkrete Methode, ihre Eignung für die Forschungsfrage, die Datenvoraussetzungen und der geplante beziehungsweise durchgeführte Auswertungsweg müssen nachvollziehbar erklärt und mit Methodenliteratur begründet werden.

Zitation

Zitieren nach dem KFH-Leitfaden 2026

Der aktuelle Leitfaden orientiert sich an der siebten Auflage der American Psychological Association. Alternativ sind die Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zulässig. Die gewählte Variante muss in der gesamten Arbeit konsistent bleiben. Sämtliche Kurzbelege stehen direkt im Fliesstext und nicht in Fussnoten.

Grundform:
(Nachname, Erscheinungsjahr, S. Seitenzahl)

Formbeispiel:
(Muster, 2025, S. 24)

Zitierform Kennzeichnung Seitenangabe Risiko
Direktes Zitat Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion werden identisch übernommen; kurze Zitate stehen in Anführungszeichen. obligatorisch Eine wörtliche Übernahme ohne vollständige Kennzeichnung ist ein Plagiat.
Blockzitat Direkte Zitate mit mehr als 40 Wörtern werden eingerückt und ohne äussere Anführungszeichen dargestellt. obligatorisch; Beleg nach dem Schlusspunkt Blockformat und Quellenposition werden häufig falsch umgesetzt.
Indirektes Zitat Fremdes Gedankengut wird eigenständig formuliert und unmittelbar an der betreffenden Aussage belegt. bei konkreten Textstellen von der KFH erwartet Der Austausch einzelner Wörter gilt nicht als eigenständige Paraphrase.

Autorinnen und Autoren im Kurzbeleg

Quelle Form im Kurzbeleg
eine Person (Meier, 2025, S. 20)
zwei Personen in Klammern (Meier & Müller, 2025, S. 20)
zwei Personen im Satz Meier und Müller (2025, S. 20)
mehr als zwei Personen (Meier et al., 2025, S. 20)
Organisation Beim ersten Auftreten vollständiger Name, danach eine eingeführte Abkürzung
keine namentliche Person erste zwei oder drei Wörter des Titels

Sonderfälle

  • Sekundärzitate sind nur zu verwenden, wenn die Originalquelle nicht beschafft werden kann. Im Quellenverzeichnis steht nur die tatsächlich gelesene Sekundärquelle.
  • Onlinequellen werden wie andere Quellen zitiert. Fehlt eine namentliche Person, wird die verantwortliche Organisation verwendet.
  • Fehlt ein Veröffentlichungsdatum, wird n.d. für „no date“ beziehungsweise „nicht datiert“ angegeben.
  • Persönliche Kommunikation wird nur ausnahmsweise verwendet, im Text belegt und nicht in das Quellenverzeichnis aufgenommen.
  • Mehrere Quellen in einer Klammer werden alphabetisch geordnet und durch Semikola getrennt.
Häufiger Zitierfehler

Eine Quelle ausschliesslich im Quellenverzeichnis aufzuführen genügt nicht. Der Kurzbeleg muss unmittelbar an der Aussage stehen, die auf fremdem Gedankengut beruht. Ein Beleg erst am Ende einer langen Passage lässt nicht eindeutig erkennen, welche Aussagen übernommen wurden und welche Eigenleistung darstellen.

Quellen und Darstellungen

Quellenverzeichnis, DOI, Tabellen und Abbildungen

Das Quellenverzeichnis enthält ausnahmslos alle im Text verwendeten Quellen und ermöglicht deren eindeutige Identifikation. Es wird nach dem Leitfaden von 2026 als gemeinsames alphabetisches Verzeichnis geführt. Eine Unterteilung in Bücher, Fachartikel, Internetquellen oder interne Dokumente ist nicht vorgesehen.

Grundregeln für das Quellenverzeichnis

  • Ab der zweiten Zeile wird jeder Eintrag hängend eingerückt.
  • Vornamen werden auf Initialen gekürzt; akademische Grade entfallen.
  • Die Sortierung erfolgt alphabetisch nach dem ersten Familiennamen.
  • Mehrere Werke derselben Person werden chronologisch vom ältesten zum jüngsten Werk geordnet.
  • Mehrere Werke desselben Jahres erhalten die Zusätze a, b, c in Kurzbeleg und Quellenverzeichnis.
  • Bis zu 20 Autorinnen und Autoren werden vollständig genannt; bei 21 oder mehr gelten die Verkürzungsregeln des aktuellen Leitfadens.
  • Fehlt eine namentliche Person, übernimmt der Titel die Sortierposition.
  • Ein vorhandener DOI ist verpflichtend im Format https://doi.org/DOI-Code anzugeben.

Häufige Quellenarten

Quellenart Grundstruktur
Monografie Nachname, Initiale. (Jahr). Titel (Auflage). Verlag. DOI oder stabile URL
Herausgeberwerk Nachname, Initiale. (Hrsg.). (Jahr). Titel. Verlag. DOI
Buchkapitel Nachname, Initiale. (Jahr). Titel des Kapitels. In Initiale Nachname (Hrsg.), Buchtitel (S. xx–yy). Verlag. DOI
Fachzeitschrift Nachname, Initiale. (Jahr). Titel des Artikels. Zeitschrift, Band(Heft), Seiten. DOI
Website Person oder Organisation. (Jahr, Datum). Titel der Seite. URL
Gesetz oder Norm Körperschaft beziehungsweise amtliche Bezeichnung, Datum, Identifikationsnummer und URL
Unveröffentlichte Arbeit Nachname, Initiale. (Jahr). Titel. Unveröffentlichtes Manuskript oder unveröffentlichte Abschlussarbeit, Institution
Firmeninterne Quelle Nachname, Initiale. (Jahr). Titel [Art des Dokuments]. Unternehmen und Ort

Tabellen, Diagramme und Abbildungen belegen

  • Übernommene Darstellungen erhalten direkt unterhalb der Darstellung den Hinweis „Quelle: Darstellung entnommen aus …“.
  • Bearbeitete Darstellungen erhalten den Hinweis „Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an …“.
  • Die vollständige bibliografische Angabe erscheint zusätzlich im Quellenverzeichnis.
  • Jede Tabelle und Abbildung wird nummeriert, beschriftet und im Fliesstext unter Nennung der Nummer erläutert.
  • Grafische Elemente unterstützen die Argumentation, ersetzen aber keine textliche Analyse.
Veraltete RESA-Struktur nicht übernehmen

Die RESA von 2015 zeigt noch getrennte Bereiche für Literatur, Interviews, interne Dokumente und Internetquellen. Diese Darstellung ist für aktuelle Arbeiten nicht mehr massgeblich. Der Zitierleitfaden von 2026 verlangt ein einheitliches, alphabetisch geordnetes Quellenverzeichnis ohne Unterteilung nach Publikationsarten.

Anhang und Daten

Anhang, Forschungsdaten und Vertraulichkeit

Der Anhang enthält Materialien, die für Verständnis und Beurteilung notwendig sind, den Lesefluss im Haupttext jedoch stören würden. Zentrale Argumente, Ergebnisse und methodische Entscheidungen gehören weiterhin in den Textteil. Auf jedes relevante Anhangselement muss im Haupttext ausdrücklich verwiesen werden.

Typische Inhalte im Anhang

  • Fragebogen und Erhebungsinstrumente
  • Interviewleitfäden und Transkriptionen
  • ergänzende Datentabellen und Auswertungen
  • Dokumentation von Pretests und Kodierregeln
  • SPSS-, R-, Excel- oder andere Analysedateien, sofern die Abgabe dies verlangt
  • interne Dokumente, deren Verwendung für die Argumentation erforderlich ist

Forschungsdaten dokumentieren

Datenerhebungen müssen nachvollziehbar dokumentiert und sicher aufbewahrt werden. Zuständigkeiten, Zugriffsrechte und der Umgang mit vertraulichen Informationen sind frühzeitig festzulegen. Rohdaten, ausgefüllte Fragebogen, Aufnahmen und Transkriptionen dürfen nicht ungeordnet oder ungesichert abgelegt werden.

Vertrauliche Unternehmensdaten

Die RESA geht grundsätzlich von öffentlichen studentischen Arbeiten aus, die bei Eignung archiviert oder publiziert werden können. Enthält eine Arbeit sensible Unternehmens-, Personen- oder Projektdaten, ist rechtzeitig eine Vertraulichkeitserklärung einzureichen. Die aktuelle Regelung zu Sperrfristen, Kennzeichnung, Zugriff und Publikation ist mit der Studiengangkoordination und dem Praxispartner abzustimmen.

Der Anhang ist keine Ablage

Materialien ohne erkennbare Funktion für die Nachvollziehbarkeit gehören nicht in den Anhang. Jede Anlage benötigt eine klare Bezeichnung und einen Bezug im Haupttext. Das Auslagern zentraler Ergebnisse in den Anhang schwächt die wissenschaftliche Argumentation und erschwert die Bewertung.

Integrität

Plagiate, wissenschaftliche Integrität und KI

Wissenschaftliche Integrität umfasst mehr als korrekte Zitate. Erforderlich sind ehrliche Datenerhebung, transparente Dokumentation, faire Autorschaft, Offenlegung möglicher Interessenkonflikte, Schutz vertraulicher Informationen und eine nachvollziehbare Trennung zwischen eigener Leistung und fremden Beiträgen.

Als Plagiat gelten insbesondere

  • die Einreichung eines durch Dritte erstellten Werks oder eines fremden Gesamtwerks
  • die nicht gekennzeichnete Wiederverwendung eigener früherer Texte
  • die Übersetzung fremdsprachiger Texte ohne Quellenangabe
  • die Übernahme von Texten, Abbildungen oder Internetinhalten ohne Beleg
  • oberflächliches Paraphrasieren ohne unmittelbaren Quellenverweis
  • eine Quellenangabe, die nicht der konkret übernommenen Passage zugeordnet werden kann

Weitere Verstösse gegen wissenschaftliche Integrität

  • Erfinden, Fälschen oder Manipulieren von Forschungsergebnissen
  • Verschweigen, Beseitigen oder unzulässige Nutzung von Daten
  • Verletzung zugesicherter Anonymität oder Vertraulichkeit
  • Falschzitate und unrichtige Angaben zum Publikationsstatus
  • unzulässige Ehrenautorschaft oder Verschweigen wesentlicher Beiträge

KI-generierte Inhalte

Der KFH-Zitierleitfaden stellt klar, dass durch KI-Hilfsmittel generierte Texte und Bilder nicht als wissenschaftliche Quellen verwendet oder zitiert werden können. Wissenschaftliche Arbeiten werden auf korrektes Zitieren sowie auf Anzeichen plagiierter oder KI-generierter Inhalte geprüft. Die erlaubten Einsatzzwecke, Dokumentationspflichten und Rahmenbedingungen ergeben sich aus einem separaten KFH-Leitfaden, der in den bereitgestellten Unterlagen nicht enthalten ist.

Mögliche Folgen

Die ältere Plagiatsrichtlinie nennt je nach Schwere unter anderem Überarbeitung mit Notenabzug, Nichtbestehen, Wiederholung mit neuem Thema, schriftlichen Verweis, Disziplinarverfahren, Studienausschluss und nachträglichen Titelentzug. Für einen konkreten Fall gilt ausschliesslich das aktuelle Prüfungs- und Disziplinarreglement.

Abgabe

Anmeldung, Abgabe und Eigenständigkeitserklärung

Seminar-, Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten werden nach der RESA mit dem vorgesehenen Formular angemeldet. Abschlussarbeiten benötigen zusätzlich eine Disposition. Fristen liegen in der Verantwortung der Studierenden. Verspätete oder unvollständige Unterlagen konnten nach der dokumentierten Regelung im jeweiligen Korrekturzyklus unberücksichtigt bleiben.

Eigenständigkeitserklärung

Die Eigenständigkeitserklärung wird als letzte Seite eingefügt und nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Sie bestätigt die selbstständige Erstellung, die vollständige Kennzeichnung fremder Inhalte und die Einhaltung wissenschaftlicher Zitierregeln. Zusätzlich ist die anrechenbare Wortzahl anzugeben. Bei Gruppenarbeiten unterzeichnen sämtliche beteiligten Personen.

Aktuellen Abgabeweg prüfen

Die RESA von 2015 nennt Word- und PDF-Dateien, ein Papierexemplar, E-Mail-Adressen und konkrete Dateinamen. Solche organisatorischen Abläufe können inzwischen geändert worden sein. Verbindlich sind deshalb die aktuelle Uploadplattform, die Dateivorgaben, die Benennung, der Abgabetermin und die Hinweise der Studiengangkoordination.

Kontrolle vor der Einreichung

  • Aktuelles Prüfungsreglement, Modulauftrag und Hochschulvorlage wurden geprüft.
  • Die Forschungsfrage wird in Einleitung, Analyse, Diskussion und Fazit erkennbar beantwortet.
  • Wortumfang und Zählweise entsprechen den gültigen Vorgaben.
  • Inhalts-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis wurden aktualisiert.
  • Alle Kurzbelege stimmen mit dem Quellenverzeichnis überein.
  • Vorhandene DOI wurden ergänzt.
  • Tabellen, Abbildungen und Anhänge sind nummeriert, belegt und im Text referenziert.
  • Vertrauliche Daten sind nach den geltenden Vorgaben geschützt.
  • Die Eigenständigkeitserklärung ist vollständig und unterschrieben.
  • Dateiformat, Dateiname, Uploadweg und Frist wurden abschliessend kontrolliert.

Bewertung

Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten

Die RESA verwendet für wissenschaftliche Arbeiten grundsätzlich ein 100-Punkte-System. Die Note wird nach der Formel (erreichte Punkte × 5 ÷ 100) + 1 berechnet und anschliessend mathematisch gerundet. Inhaltliche Qualität, methodische Nachvollziehbarkeit, Argumentationslinie, Sprache und formale Regelkonformität wirken gemeinsam auf die Bewertung.

Literaturarbeit und empirische Arbeit

Bewertungsbereich Literaturarbeit Empirische Arbeit
Einleitung: Aufbau, Relevanz und Forschungsfrage 10 Punkte 10 Punkte
Literaturreview 20 Punkte 15 Punkte
Theoretische Ausführungen 20 Punkte 10 Punkte
Methodenteil im analytischen Vorgehen enthalten 15 Punkte
Auswertung beziehungsweise Datenanalyse 25 Punkte 15 Punkte
Diskussion in Auswertung und Fazit integriert 10 Punkte
Fazit und Ausblick 10 Punkte 10 Punkte
Argumentationslinie und Abstract 5 Punkte 5 Punkte
Sprache 5 Punkte 5 Punkte
Regelkonformität 5 Punkte 5 Punkte
Gesamt 100 Punkte 100 Punkte

Besondere Bewertungsmodelle

Leistungsform Bewertungsschwerpunkt
Essay Problemstellung und Relevanz 25 Punkte, Literatur und Argumentation 35 Punkte, Diskussion 10 Punkte, roter Faden 15 Punkte, Sprache 5 Punkte, Regelkonformität 10 Punkte
Forschungsskizze Forschungsfrage, Theorie, Methode, Operationalisierung, Zeitplan, erwartete Ergebnisse, Risiken und Formales
Disposition Nach der RESA keine Note, sondern Beurteilung als ausreichend oder ungenügend
International Research Project 70 Prozent Forschungsbericht und 30 Prozent Präsentation
Case Study Eigenes Raster für Schlussbericht, Projektmanagement und Kick-off sowie separate Präsentationsbewertung
Fazit

Eine sehr gute Kalaidos-Arbeit verbindet eine präzise Forschungsfrage mit einer belastbaren Literaturbasis, einem begründeten methodischen Vorgehen und einer kritischen Auswertung. Formale Korrektheit bleibt notwendig, trägt allein jedoch nicht zu einer hohen Bewertung. Besonders stark gewichtet werden die Qualität der theoretischen Auseinandersetzung, die Analyse, die Beantwortung der Forschungsfrage und die nachvollziehbare Ableitung von Schlussfolgerungen.

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Häufige Fragen & Antworten

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Welche Zitierweise gilt an der Kalaidos Fachhochschule?

Seit dem 1. Januar 2026 gilt der KFH-Leitfaden auf Grundlage von APA 7. Alternativ sind die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zulässig. Kurzbelege stehen direkt im Fliesstext. Die gewählte Variante muss konsequent angewendet werden. Für Arbeiten im Fachbereich Recht gilt ein gesonderter juristischer Zitierleitfaden.

Wie umfangreich sind Bachelor- und Masterarbeiten?

Die RESA von 2015 nennt für Bachelor- und Masterarbeiten jeweils 20.000 bis 28.000 Wörter als Einzelarbeit und 32.000 bis 40.000 Wörter als Gruppenarbeit. Gezählt wird der Textteil ohne Verzeichnisse, Abstract, Anhang und Eigenständigkeitserklärung. Vor der Planung müssen die aktuellen Werte des Studiengangs geprüft werden.

Was passiert bei einer Abweichung vom Wortumfang?

Nach der RESA von 2015 führt eine Unterschreitung des Mindestumfangs zu einem Fehlversuch mit Note 1. Eine Überschreitung unter 10 Prozent kann bis zu 10 Punkte kosten. Ab 10 Prozent über dem Maximum ist ebenfalls ein Fehlversuch dokumentiert. Massgeblich bleibt das aktuelle Prüfungsreglement.

Wie unterscheiden sich Literaturarbeit und empirische Arbeit?

Eine Literaturarbeit beantwortet die Forschungsfrage durch die systematische und kritische Analyse vorhandener Forschung. Eine empirische Arbeit ergänzt den Forschungsstand durch eigene oder systematisch ausgewertete Daten. Sie benötigt zusätzlich einen begründeten Methodenteil mit Forschungsdesign, Stichprobe, Erhebung, Operationalisierung, Auswertung und Gütekriterien.

Ist eine Eigenständigkeitserklärung erforderlich?

Ja. Die Eigenständigkeitserklärung wird als letzte Seite beigefügt, unterschrieben und nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Sie bestätigt die selbstständige Erstellung und die vollständige Kennzeichnung aller Quellen. Zusätzlich wird die anrechenbare Wortzahl angegeben. Bei Gruppenarbeiten müssen sämtliche beteiligten Personen unterzeichnen.

Dürfen KI-generierte Texte als Quelle zitiert werden?

Nein. Der KFH-Zitierleitfaden erklärt ausdrücklich, dass KI-generierte Texte und Bilder keine wissenschaftlichen Quellen sind. Welche unterstützenden Anwendungen erlaubt sind und wie diese dokumentiert werden müssen, regelt ein separater KI-Leitfaden. Wissenschaftliche Aussagen benötigen weiterhin überprüfbare Fachquellen.

Was ist für eine gute Bewertung besonders wichtig?

Besonders wichtig sind eine präzise Forschungsfrage, ein kritischer Literaturreview, eine passende und begründete Methode, eine nachvollziehbare Analyse sowie eine klare Beantwortung der Forschungsfrage. Hinzu kommen roter Faden, wissenschaftliche Sprache, korrekte Zitation und formale Regelkonformität. Bei Literaturarbeiten entfallen besonders viele Punkte auf Theorie und vergleichende Auswertung.

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