FOM Richtlinien für Seminar- und Abschlussarbeiten
Die FOM Richtlinien geben vor, wie Seminararbeiten, Assignments, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten formal aufgebaut, sprachlich gestaltet und wissenschaftlich belegt werden. Entscheidend sind ein sauberer Aufbau, eine einheitliche Formatierung, eine konsistente Zitierweise und eine nachvollziehbare Dokumentation aller verwendeten Quellen und Hilfsmittel.
Hinweis: Diese Übersicht ist keine offizielle Webseite der FOM Hochschule. Die Inhalte dienen der verständlichen Orientierung und ersetzen keine Prüfung des jeweils gültigen Leitfadens, der Modulbeschreibung oder der Vorgaben der Betreuungsperson.
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Orientierung
Was regeln die FOM Richtlinien?
Die FOM Richtlinien beschreiben die formalen und wissenschaftlichen Anforderungen an schriftliche Prüfungsleistungen. Sie betreffen nicht nur Seitenränder und Schriftgröße, sondern auch die Reihenfolge der Bestandteile, die wissenschaftliche Argumentation, die korrekte Zitation, den Umgang mit Quellen, die Nutzung von KI und die Bewertungskriterien.
Eine wissenschaftliche Arbeit ist nach diesen Vorgaben dann überzeugend, wenn alle Elemente zusammenpassen. Die Formatierung sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild. Der Inhaltsaufbau macht die Gedankenführung nachvollziehbar. Die Zitation zeigt, welche Aussagen aus fremden Quellen stammen. Die Sprache stellt sicher, dass der Text sachlich, präzise und fachlich belastbar bleibt.
Formatierung
Seitenränder, Schrift, Zeilenabstand, Fußnoten, Überschriften, Verzeichnisse, Tabellen, Abbildungen und Seitenzahlen.
Inhaltsaufbau
Titelblatt, Verzeichnisse, Textteil, Anhang, Literaturverzeichnis, Quellenverzeichnis, KI-Hilfsmittelverzeichnis und Eigenständigkeitserklärung.
Zitation
Chicago-Style, Harvard-Style, direkte Zitate, indirekte Zitate, Mehrfachbelege, Sekundärzitate, Internetquellen und KI-Nachweise.
Vor Beginn der Ausarbeitung sollte geklärt werden, welcher Leitfaden gilt. Neben dem allgemeinen FOM-Formalleitfaden können fachspezifische Vorgaben gelten, zum Beispiel in der Wirtschaftspsychologie. Bei Abweichungen entscheidet die Vorgabe der Hochschule, der Modulbeschreibung oder der Betreuungsperson.
Aufbau
Aufbau einer FOM-Arbeit
Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit folgt einer festen Reihenfolge. Diese Reihenfolge hilft Gutachtenden, alle Bestandteile schnell zu finden, und zeigt, ob die Arbeit formal vollständig ist. Besonders wichtig ist, dass Verzeichnisse, Textteil, Anhang und Quellenbereiche nicht vermischt werden.
| Position | Bestandteil | Funktion | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| 1 | Titelblatt | Enthält Hochschule, Studiengang, Art der Arbeit, Titel, Name, Matrikelnummer, betreuende Person und Abgabedatum. | Das Titelblatt wird sichtbar nummeriert oder enthält unvollständige Angaben. |
| 2 | Inhaltsverzeichnis | Zeigt die Gliederung der Arbeit mit wortgleichen Überschriften und Seitenzahlen. | Überschriften im Text und im Inhaltsverzeichnis stimmen nicht überein. |
| 3 | Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis | Listet Darstellungen und Abkürzungen getrennt und nachvollziehbar auf. | Tabellen und Abbildungen werden gemeinsam oder nicht fortlaufend erfasst. |
| 4 | ggf. Formel- und Symbolverzeichnis | Erklärt verwendete Formeln, Zeichen und Symbole. | Formeln werden genutzt, aber nicht nummeriert oder erläutert. |
| 5 | ggf. Sperrvermerk | Schützt unternehmensinterne Daten und steht vor dem Textteil. | Der Sperrvermerk steht an falscher Stelle oder fehlt trotz vertraulicher Daten. |
| 6 | Textteil | Bearbeitet Thema, Problemstellung und Forschungsfrage systematisch. | Theorie, Methode, Ergebnisse und Fazit sind nicht logisch getrennt. |
| 7 | ggf. Anhang und Anlagen | Enthält umfangreiche Materialien, die zur Nachvollziehbarkeit beitragen. | Wichtige Inhalte werden in den Anhang ausgelagert, obwohl sie in den Textteil gehören. |
| 8 | Literaturverzeichnis | Führt alle verwendeten Literaturquellen vollständig und einheitlich auf. | Quellen stehen im Literaturverzeichnis, obwohl sie im Text nicht verwendet wurden. |
| 9 | ggf. Rechtsprechungs- oder Quellenverzeichnis | Ordnet Urteile, Gesetze, Interviews, Unternehmensmaterialien oder sonstige Quellen. | Rechtsquellen und Literaturquellen werden ohne System vermischt. |
| 10 | KI-Hilfsmittelverzeichnis | Dokumentiert relevante KI-Anwendungen. | KI-generierte Inhalte werden übernommen, aber nicht lokal nachgewiesen. |
Die Reihenfolge der Bestandteile sollte bereits in der Word-Vorlage korrekt angelegt werden. So lassen sich Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis später sauber automatisch aktualisieren.
Formatierung
Formatierung und Layout nach FOM Richtlinien
Die Formatierung bildet die formale Grundlage der Arbeit. Abweichungen wirken schnell unprofessionell, auch wenn der Inhalt tragfähig ist. Besonders häufig entstehen Fehler bei Seitenzahlen, Seitenrändern, Schriftgrößen, Fußnoten, Abständen und der Beschriftung von Darstellungen.
Grundlayout
| Bereich | Vorgabe | Umsetzung |
|---|---|---|
| Papierformat | DIN A4 im Hochformat | Das Dokument wird im Standardformat wissenschaftlicher Arbeiten angelegt. |
| Druck | Ein- oder doppelseitig auf weißem Papier | Auch bei digitaler Abgabe muss die PDF-Datei vollständig und formal sauber sein. |
| Haupttext | Times New Roman 12 pt oder Arial 11,5 pt | Die gewählte Schriftart wird einheitlich in der gesamten Arbeit verwendet. |
| Zeilenabstand im Text | 1,5-zeilig | Der Text bleibt lesbar und entspricht dem formalen Standard. |
| Fußnoten | Times New Roman 10 pt oder Arial 9,5 pt; einzeilig | Fußnoten bleiben kleiner als der Haupttext, müssen aber gut lesbar sein. |
| Absatzabstand | 0 pt vor Absatz, 6 pt nach Absatz | Absätze werden sichtbar getrennt, ohne manuelle Leerzeilen einzufügen. |
| Textausrichtung | Blocksatz | Der Fließtext erhält ein geschlossenes Schriftbild. |
Seitenränder
| Rand | Maß | Hinweis |
|---|---|---|
| Oben | 4 cm | Die Kopfzeile wird in diese Einstellung einbezogen. |
| Unten | 2 cm | Die Fußzeile wird in diese Einstellung einbezogen. |
| Links | 4 cm | Der linke Rand berücksichtigt Lesbarkeit und Bindung. |
| Rechts | 2 cm | Der rechte Rand sorgt für ein ausgewogenes Satzbild. |
| Kopfzeile | 2 cm Abstand vom Seitenrand | Die Kopfzeile kann den gekürzten Titel, den Kapitelnamen und/oder die Seitenzahl enthalten. |
Seitenzählung
Die Seitenzählung ist zweigeteilt. Das Titelblatt zählt mit, erhält aber keine sichtbare Seitenzahl. Das Inhaltsverzeichnis beginnt mit römischer Seitenzahl. Ab dem Textteil startet die arabische Nummerierung neu bei 1.
- Vorspann und Verzeichnisse werden mit römischen Zahlen nummeriert.
- Das Inhaltsverzeichnis beginnt in der Regel mit II.
- Der Textteil beginnt mit arabischer Seitenzahl 1.
- Seitenzahlen stehen in der Kopfzeile.
- Ohne Kapitelüberschrift in der Kopfzeile kann die Seitenzahl oben mittig stehen.
- Mit Kapitelüberschrift in der Kopfzeile steht die Seitenzahl oben rechts am Textrand.
Überschriften und Beschriftungen
Überschriften, Tabellenbeschriftungen, Abbildungsbeschriftungen und Formelbeschriftungen werden linksbündig gesetzt und fett hervorgehoben. Der Abstand beträgt vor dem Absatz 12 pt und nach dem Absatz 6 pt.
- Überschriften sollen den Inhalt des Abschnitts präzise wiedergeben.
- Tabellen, Abbildungen und Formeln werden fortlaufend nummeriert.
- Fußnoten werden durch eine Linie vom Haupttext getrennt.
- Kursivschrift, Fettdruck und Unterstreichungen sind nur sparsam einzusetzen.
- Die automatische Silbentrennung sollte aktiviert und kontrolliert werden.
- Falsche Seitenränder oder uneinheitliche Schriftgrößen.
- Römische und arabische Seitenzahlen werden nicht getrennt.
- Das Titelblatt erhält fälschlich eine sichtbare Seitenzahl.
- Überschriften im Text stimmen nicht mit dem Inhaltsverzeichnis überein.
- Abbildungen und Tabellen werden nicht getrennt nummeriert.
- Quellenhinweise unter Abbildungen oder Tabellen fehlen.
Gliederung
Gliederung und roter Faden
Die Gliederung zeigt, ob die wissenschaftliche Arbeit logisch aufgebaut ist. Sie soll nicht nur Kapitel auflisten, sondern die Gedankenführung der Arbeit sichtbar machen. Ein gutes Inhaltsverzeichnis zeigt bereits vor der Lektüre, wie das Thema eingegrenzt, analysiert und beantwortet wird.
Grundregeln für die Gliederung
- Gliederungspunkte müssen den Inhalt des Abschnitts knapp und präzise beschreiben.
- Unterpunkte dürfen den übergeordneten Punkt nicht wiederholen.
- Jede Gliederungsebene benötigt mindestens zwei Unterpunkte.
- Kapitel derselben Ebene sollten inhaltlich gleichrangig sein.
- Hauptkapitel sollten in ihrer Bedeutung ausgewogen sein.
- Ähnlich lautende Überschriften sollten vermieden werden.
- Die Themenformulierung sollte nicht mehrfach wortgleich wiederholt werden.
Problematisch:
2 Grundlagen
2.1 Grundlagen der Motivation
2.1.1 Grundlagen der Motivation im Studium
Die Überschriften wiederholen denselben Begriff und zeigen keine klare Entwicklung der Argumentation.
Besser:
2 Theoretische Grundlagen der Studienmotivation
2.1 Begriff und Merkmale der Studienmotivation
2.2 Einflussfaktoren auf motivationales Verhalten
Die Überschriften unterscheiden Begriff, Merkmale und Einflussfaktoren.
Jedes Kapitel sollte eine erkennbare Funktion für die Beantwortung der Forschungsfrage haben. Wenn ein Kapitel keine direkte Verbindung zur Problemstellung besitzt, sollte es gekürzt, verschoben oder gestrichen werden.
Textteil
Einleitung, Hauptteil und Schluss
Der allgemeine Textteil besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese drei Bereiche erfüllen unterschiedliche Funktionen und dürfen nicht vermischt werden. Die Einleitung öffnet das Thema. Der Hauptteil bearbeitet die Problemstellung. Der Schluss beantwortet die Forschungsfrage und ordnet die Ergebnisse ein.
| Bereich | Aufgabe | Was Studierende beachten sollten |
|---|---|---|
| Einleitung | Hinführung zum Thema, Problemstellung, Zielsetzung, Forschungsfrage, ggf. Hypothesen und Vorgehensbeschreibung. | Die Forschungsfrage muss klar eingegrenzt und aus der Problemstellung hergeleitet werden. |
| Hauptteil | Theoretische Grundlagen, Analyse, Methode, Ergebnisse oder argumentative Bearbeitung des Themas. | Alle Kapitel müssen zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen. |
| Schluss | Fazit, Beantwortung der Forschungsfrage, zentrale Ergebnisse und Ausblick. | Der Schluss darf nicht nur wiederholen, sondern muss eine klare wissenschaftliche Antwort geben. |
Fachspezifische Struktur in der Wirtschaftspsychologie
In der Wirtschaftspsychologie ist die empirische Struktur besonders wichtig. Der fachspezifische Leitfaden unterscheidet typischerweise Einführung, Methoden, Ergebnisse und Diskussion. Diese Struktur trennt Forschungsstand, Studiendurchführung, Ergebnisbericht und Interpretation.
Einführung
Begründet Fragestellung, Forschungsstand, theoretische Grundlage, Zielsetzung und Hypothesen.
Methoden
Beschreibt Stichprobe, Stichprobenziehung, Stichprobengröße, Variablen, Erhebungsinstrumente, Untersuchungsdesign und Ablauf.
Ergebnisse
Berichtet Daten, Kennwerte, Zusammenhänge, Hypothesenprüfungen und auch nichtsignifikante Ergebnisse ohne Interpretation.
Diskussion
Interpretiert Ergebnisse, vergleicht sie mit Forschung, reflektiert Messqualität, Limitationen und leitet Konsequenzen ab.
- Die Einleitung enthält bereits Ergebnisse oder Bewertungen.
- Der Hauptteil wiederholt Grundlagenliteratur ohne Bezug zur Forschungsfrage.
- Das Methodenkapitel beschreibt das Vorgehen nicht replizierbar.
- Das Ergebniskapitel interpretiert bereits die Befunde.
- Die Diskussion wiederholt nur Ergebnisse und leitet keine Konsequenzen ab.
Sprache
Wissenschaftlicher Sprachstil
Der wissenschaftliche Sprachstil soll präzise, sachlich und gut nachvollziehbar sein. Eine gute Arbeit konzentriert sich auf die wesentlichen Punkte der Forschungsfrage und vermeidet Weitschweifigkeit, Umgangssprache, unklare Wertungen und Füllwörter.
Perspektive und Formulierungen
- Die Arbeit sollte in der dritten Person formuliert werden.
- Die Ich-Form ist grundsätzlich zu vermeiden.
- Die Wir-Form ist ausgeschlossen.
- Formulierungen wie „ich finde“, „meiner Meinung nach“, „man sagt“ oder „man sollte“ sind zu vermeiden.
- Füllwörter wie „eigentlich“, „sehr“, „ziemlich“, „natürlich“, „sicherlich“ oder „vielleicht“ schwächen wissenschaftliche Aussagen.
- Fachbegriffe müssen präzise und einheitlich verwendet werden.
- Mehrdeutige Fachbegriffe müssen definiert werden.
Ungünstig:
In dieser Arbeit untersuchen wir, warum Motivation im Studium eigentlich sehr wichtig ist.
Besser:
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Studienmotivation beeinflussen und wie diese Faktoren die Leistungsbereitschaft prägen.
Geschlechtersensible Sprache
Die FOM erwartet eine geschlechtersensible Sprache. Besonders geeignet sind neutrale Formulierungen, weil sie wissenschaftlich wirken und zugleich gut lesbar bleiben.
- Studierende statt Studenten
- Teilnehmende statt Teilnehmer
- Beschäftigte statt Mitarbeiter
- Führungskraft statt Vorgesetzter
- Kontaktperson statt Ansprechpartner
- Unternehmen statt Arbeitgeber
Je komplexer der Inhalt ist, desto klarer sollte der Satzbau sein. Kurze Sätze, eindeutige Begriffe und logische Übergänge verbessern die wissenschaftliche Verständlichkeit.
Zitation
Zitation nach FOM Richtlinien
Die Zitation zeigt, welche Gedanken, Daten, Definitionen oder Aussagen aus fremden Quellen stammen. Die FOM beschreibt vor allem zwei Systeme: Chicago-Style mit Fußnoten und Harvard-Style mit Kurzbelegen im Text. Die gewählte Zitierweise muss einheitlich verwendet werden.
| Zitierweise | Position des Belegs | Beispiel | Wichtig |
|---|---|---|---|
| Chicago-Style | Fußnote | Theisen, M. R., Wissenschaftliches Arbeiten, 2021, S. 153. | Direkte Zitate ohne „Vgl.“; indirekte Zitate mit „Vgl.“. |
| Harvard-Style | Klammer im Text | (vgl. Mayer, 2019, S. 438) | Fußnoten dienen dann nur ergänzenden Anmerkungen. |
Direkte Zitate
Direkte Zitate werden buchstabengetreu übernommen und in Anführungszeichen gesetzt. Auch Hervorhebungen, Auslassungen oder Ergänzungen müssen korrekt gekennzeichnet werden.
Beispiel Chicago-Style:
„Bei Auslassungen zu Beginn und am Ende eines direkten Zitates stehen keine Auslassungspunkte.“1
1 Theisen, M. R., Wissenschaftliches Arbeiten, 2021, S. 155.
Beispiel Harvard-Style:
„Bei Auslassungen zu Beginn und am Ende eines direkten Zitates stehen keine Auslassungspunkte“ (Theisen, 2021, S. 155).
Indirekte Zitate
Indirekte Zitate geben fremde Gedanken in eigenen Worten wieder. Der Inhalt bleibt fremd und muss deshalb belegt werden. Im Chicago-Style beginnt der Fußnotenbeleg bei indirekten Zitaten mit „Vgl.“. Im Harvard-Style steht „vgl.“ im Klammerbeleg.
Beispiel Chicago-Style:
Eine klare Gliederung verbessert die Nachvollziehbarkeit der wissenschaftlichen Argumentation.2
2 Vgl. Theisen, M. R., Wissenschaftliches Arbeiten, 2021, S. 138–141.
Beispiel Harvard-Style:
Eine klare Gliederung verbessert die Nachvollziehbarkeit der wissenschaftlichen Argumentation (vgl. Theisen, 2021, S. 138–141).
Mehrere Quellen in einer Fußnote
Werden mehrere Quellen in einer Fußnote genannt, werden sie durch Semikolon getrennt und chronologisch geordnet. Dadurch bleibt erkennbar, wie sich der Forschungsstand entwickelt hat.
Beispiel:
Vgl. Sieben, G., Unternehmensbewertung, 1977, S. 28 ff.; Moxter, A., Unternehmensbewertung, 1983, S. 5; Mandl, G., Rabel, K., Unternehmensbewertung, 1997, S. 15 ff.
Sekundärzitate
Grundsätzlich sollte nach der Originalquelle zitiert werden. Ein Sekundärzitat ist nur dann sinnvoll, wenn die Originalquelle nicht zugänglich ist. In diesem Fall wird zuerst die Originalquelle genannt und danach mit „zitiert nach“ auf die tatsächlich gelesene Quelle verwiesen.
Beispiel:
Vgl. Mayer, D., Finanzinvestitionen, 2019, S. 438 zitiert nach Mustermann, M., Investitionen, 2020, S. 13.
Weitere Zitierregeln
- Fußnoten beginnen mit einem Großbuchstaben und enden mit einem Punkt.
- Bei unmittelbar wiederholter Nennung derselben Quelle kann „ebd.“ verwendet werden.
- Bei drei oder mehr Verfassern kann in Fußnoten mit „et al.“ oder „u. a.“ verkürzt werden.
- Bei Internetquellen ohne Seitenzahl wird „o. S.“ verwendet.
- Fehlt das Jahr, wird „o. J.“ verwendet.
- Fehlt der Ort, wird „o. O.“ verwendet.
- Eine Mischung aus Chicago-Style und Harvard-Style ist zu vermeiden.
Viele Arbeiten enthalten formal richtige Einzelbelege, aber keine einheitliche Zitierlogik. Entscheidend ist nicht nur die korrekte Fußnote, sondern die konsistente Anwendung eines Systems über die gesamte Arbeit hinweg.
Literatur
Literaturverzeichnis und Quellenverzeichnisse
Das Literaturverzeichnis enthält alle Quellen, die im Text oder in Fußnoten verwendet wurden. Nicht zitierte Literatur wird nicht aufgenommen. Internetquellen stehen am Ende des Literaturverzeichnisses separat. Rechtsprechung, sonstige Quellen oder KI-Hilfsmittel können eigene Verzeichnisse erfordern.
Grundregeln für das Literaturverzeichnis
- Alle verwendeten Literaturquellen werden vollständig aufgenommen.
- Die Sortierung erfolgt alphabetisch nach Familiennamen.
- Mehrere Werke eines Verfassers werden chronologisch geordnet.
- Werke aus demselben Jahr können mit a, b, c unterschieden werden.
- Akademische Titel und Grade werden nicht genannt.
- Einträge enden ohne Punkt.
- Ab der zweiten Zeile wird jeder Eintrag hängend eingerückt.
- Internetquellen werden gesondert am Ende aufgeführt.
Quellenarten im Überblick
| Quellenart | Benötigte Angaben | Orientierungsbeispiel |
|---|---|---|
| Monografie | Familienname, Vorname, Stichwort/Jahr, Titel, Auflage, Ort, Verlag, Jahr. | Theisen, Manuel R. (Wissenschaftliches Arbeiten, 2021): Wissenschaftliches Arbeiten, München: Vahlen, 2021 |
| Sammelbandbeitrag | Autor, Beitragstitel, in: Herausgeber, Sammelwerk, Jahr, Seitenbereich. | Schuler, Armin (Private Equity, 2012): Beratungs- und Finanzierungsgeschäfte, in: Herausgeberwerk, S. 277–294 |
| Zeitschriftenartikel | Autor, Titel, in: Zeitschrift, Jahrgang, Jahr, Heftnummer, Seitenbereich. | Akerlof, George A. (Lemons, 1970): The Market for „Lemons“, in: Q J Econ, 84 (1970), Nr. 3, S. 488–500 |
| Internetquelle | Verfasser oder Institution, Titel, URL, Datum bzw. Version, Zugriff. | Kaiser, Arvid (VW, 2015): Titel, <URL> (2015-09-30) [Zugriff 2017-11-12] |
| Rechtsprechung | Gericht, Entscheidung, Datum, Aktenzeichen, Fundstelle, Seitenbereich. | BVerfG, Beschl. v. 01.03.1979, 1 BvR 532/77, BVerfGE 50, 290–381 |
| Interviews | Name, Stichwort, Jahr, Anhangsverweis, Interviewtitel, Ort und Datum. | Mustermann, M., Finanzierung, 2006, im Anhang Nr. 2, S. 67 |
| Sonstige Quellen | Je nach Material: Institution, Titel, Datum, Fundstelle, Dokumentart oder Archivangabe. | Unternehmensbericht, Norm, Patent, Interview, interne Unternehmensquelle oder Archivmaterial. |
Internetquellen sichern
Internetquellen sollten sparsam verwendet werden. Wenn eine Quelle auch als Druckversion verfügbar ist, ist die Druckversion vorzuziehen. Da Onlineinhalte verändert oder gelöscht werden können, sollten verwendete Internetquellen als PDF, HTML-Datei oder Screenshot gesichert werden.
- Verfasser oder Institution nennen.
- Titel der Internetquelle angeben.
- URL vollständig dokumentieren.
- Datum, Version oder Veröffentlichungsstand nennen, sofern vorhanden.
- Zugriffsdatum angeben.
- Bei fehlender Seitenzahl im Beleg „o. S.“ verwenden.
- Quellen im Literaturverzeichnis wurden im Text nicht verwendet.
- Im Text zitierte Quellen fehlen im Literaturverzeichnis.
- Internetquellen enthalten kein Zugriffsdatum.
- Autorennamen sind im Text anders geschrieben als im Verzeichnis.
- Monografien, Aufsätze und Internetquellen werden ohne einheitliches Muster dargestellt.
Darstellungen
Abbildungen, Tabellen und Formeln
Abbildungen, Tabellen und Formeln dienen der Verständlichkeit. Sie dürfen nicht nur dekorativ eingesetzt werden. Jede Darstellung muss im Text eingeführt, erläutert, nummeriert, beschriftet und mit einer Quelle versehen werden.
Regeln für Abbildungen und Tabellen
- Tabellen und Abbildungen werden getrennt fortlaufend nummeriert.
- Die Überschrift steht oberhalb der Darstellung.
- Die Quelle steht unmittelbar unterhalb der Darstellung.
- Bei originalgetreuer Übernahme wird die Quelle direkt angegeben.
- Bei inhaltlicher Anlehnung wird „Quelle: In Anlehnung an ...“ verwendet.
- Bei eigener Erstellung wird „Quelle: Eigene Darstellung“ angegeben.
- Darstellungen dürfen nicht unkommentiert am Abschnittsbeginn stehen.
- Zahlenangaben im Text müssen aus Tabellen nachvollziehbar hervorgehen.
Beispiel Tabelle:
Tabelle 1: Übersicht der formalen Anforderungen nach FOM
[Tabelle]
Quelle: Eigene Darstellung.
Beispiel Abbildung:
Abbildung 1: Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit nach FOM
[Abbildung]
Quelle: In Anlehnung an Theisen, M. R., Wissenschaftliches Arbeiten, 2021, S. 179–193.
Formeln
Formeln werden fortlaufend nummeriert. Die Nummerierung steht am Ende der Formelzeile in runden Klammern. Umformungen können mit Buchstaben ergänzt werden. Auch Formeln müssen beschriftet und bei fremder Herkunft mit einer Quelle belegt werden.
Beispiel:
Formel 1: Erste binomische Formel
(a + b)² = a² + 2ab + b². (1)
Quelle: Eigene Darstellung.
Anhang
Anhang, Anlagen und empirische Materialien
Der Anhang enthält Materialien, die für die Nachvollziehbarkeit wichtig sind, den Lesefluss im Haupttext aber stören würden. Der Anhang ersetzt keine inhaltliche Darstellung im Textteil. Zentrale Ergebnisse müssen im Haupttext verständlich erklärt werden.
Typische Inhalte im Anhang
- Fragebögen und Erhebungsinstrumente
- Interviewleitfäden
- Interviewtranskripte
- Datensätze und Datenbeschreibungen
- SPSS-, Excel-, R- oder MAXQDA-Auswertungen
- Auswertungsskripte und Berechnungswege
- umfangreiche Tabellen
- ergänzende Abbildungen
- gesicherte Internetquellen als PDF, HTML-Datei oder Screenshot
Struktur des Anhangs
Mehrere Anhänge werden getrennt bezeichnet. Geeignet sind klare Bezeichnungen wie „Anhang I: Fragebogen“, „Anhang II: Interviewtranskripte“ oder „Anhang III: Datenauswertung“. Abbildungen, Tabellen und Formeln im Anhang müssen genauso beschriftet und belegt werden wie im Textteil.
Bei empirischen Arbeiten sollten Daten, Datenbeschreibung, Auswertungsskript und Transkripte so abgelegt werden, dass Gutachtende das Vorgehen nachvollziehen können.
KI-Nutzung
KI-Richtlinien der FOM
Die Nutzung von KI muss transparent dokumentiert werden, wenn KI-generierte oder KI-überarbeitete Inhalte in die Arbeit übernommen werden. Die FOM unterscheidet zwischen lokalem Nachweis im Text und summarischem KI-Hilfsmittelverzeichnis.
Wann ist ein lokaler KI-Nachweis erforderlich?
| Nutzung | Lokaler Nachweis? | Begründung |
|---|---|---|
| Themenfindung | in der Regel nein | Konzeptionelle Unterstützung im Arbeitsprozess ist nicht generell lokal nachweispflichtig. |
| Rechercheunterstützung | in der Regel nein | Gefundene Literatur muss dennoch selbst geprüft und korrekt zitiert werden. |
| Textgenerierung | ja | Übernommener KI-Text muss kenntlich gemacht werden. |
| Paraphrasierung | ja | Überarbeitete KI-Inhalte benötigen ebenfalls einen Nachweis. |
| Übersetzung | ja | Übernommene KI-Übersetzungen müssen transparent dokumentiert werden. |
| KI-generierte Tabellen oder Grafiken | ja | Auch nicht-textliche KI-Ergebnisse sind nachweispflichtig, wenn sie übernommen werden. |
Beispiele für KI-Nachweise
Originalgetreue Übernahme nach Chicago:
„Text der KI“1
1 ChatGPT, Version 3.5, Zugriff am 01.11.2023.
Überarbeitete Übernahme nach Chicago:
Text der KI2
2 Vgl. ChatGPT, Version 3.5, Zugriff am 01.11.2023.
Originalgetreue Übernahme nach Harvard:
„Text der KI“ (ChatGPT, Version 3.5, Zugriff am 01.11.2023).
Überarbeitete Übernahme nach Harvard:
Text der KI (vgl. ChatGPT, Version 3.5, Zugriff am 01.11.2023).
Ein KI-Nachweis ersetzt keine wissenschaftliche Quelle. Sachliche Aussagen aus KI-generierten Texten müssen fachlich geprüft und mit belastbarer Fachliteratur belegt werden.
KI-Hilfsmittelverzeichnis
Alle verwendeten KI-Anwendungen werden in einem KI-Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt, sofern sie für die Erstellung der Arbeit relevant eingesetzt wurden. Rechtschreibprüfung oder Taschenrechner zählen nicht zu den einzutragenden KI-Hilfsmitteln.
Beispiel:
ChatGPT, Version 3.5
DeepL Write, Version BETA
QuillBot, Version 14
Abgabe
Abgabe, Upload und Eigenständigkeitserklärung
Abschlussarbeiten und Anlagen sind vollständig und fristgerecht einzureichen. In der Regel erfolgt die Abgabe als PDF-Upload. Wenn empirische Materialien erforderlich sind, müssen diese so beigefügt werden, dass das Vorgehen prüfbar und reproduzierbar bleibt.
Wichtige Punkte vor dem Upload
- Die finale Datei liegt als PDF vor.
- Die Verzeichnisse wurden aktualisiert.
- Die Seitenzahlen stimmen mit dem Inhaltsverzeichnis überein.
- Abbildungen, Tabellen und Formeln sind vollständig nummeriert.
- Alle Quellen im Text erscheinen im Literaturverzeichnis.
- Alle Internetquellen sind gesichert.
- KI-Nutzung ist lokal nachgewiesen und im KI-Hilfsmittelverzeichnis dokumentiert.
- Empirische Anlagen sind vollständig beigefügt.
- Die Eigenständigkeitserklärung wurde nach den geltenden Vorgaben bestätigt oder beigefügt.
Bewertung
Bewertungskriterien für FOM-Arbeiten
Die Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit umfasst nicht nur den Inhalt. Auch Formales, Rechtschreibung, Grammatik, Zitierweise, Literaturverzeichnis, Umfang, Methodik, Sprache und roter Faden beeinflussen die Gesamtbewertung.
| Bewertungsbereich | Worauf geachtet wird | Typische Schwächen |
|---|---|---|
| Formales | Vollständigkeit, Gestaltung, Rechtschreibung, Grammatik, Zitierweise, Literaturverzeichnis und Umfang. | Fehlende Verzeichnisse, falsche Seitenzählung, uneinheitliches Layout oder fehlerhafte Quellenangaben. |
| Methoden | Passung der Methode zur Fragestellung, nachvollziehbare Anwendung und begründete Ergebnisinterpretation. | Methode wird nicht begründet, Datenerhebung bleibt unklar oder Auswertung ist nicht reproduzierbar. |
| Inhalt | Gliederung, Problemstellung, Zielsetzung, Argumentation, Literaturnutzung und Problemlösung. | Roter Faden fehlt, Literaturbasis ist zu schmal oder Forschungsfrage wird nicht beantwortet. |
| Sprache | Nachvollziehbarkeit, Verständlichkeit und korrekte Verwendung von Fachtermini. | Umgangssprache, Füllwörter, Schachtelsätze oder unpräzise Begriffe. |
Checkliste für eine richtlinienkonforme Arbeit
- Der gültige FOM-Leitfaden und ggf. der fachspezifische Leitfaden wurden geprüft.
- Alle Bestandteile stehen in der richtigen Reihenfolge.
- Das Inhaltsverzeichnis stimmt wortgleich mit den Überschriften im Text überein.
- Die Gliederung zeigt eine nachvollziehbare Gedankenfolge.
- Jede Untergliederung enthält mindestens zwei Unterpunkte.
- Seitenränder, Schriftgröße, Zeilenabstand und Absatzabstände entsprechen den Vorgaben.
- Die römische und arabische Seitenzählung ist korrekt eingerichtet.
- Der Text verwendet eine wissenschaftliche, präzise und sachliche Sprache.
- Die Zitierweise ist einheitlich.
- Direkte und indirekte Zitate sind korrekt unterschieden.
- Alle Fußnoten oder Kurzbelege sind mit dem Literaturverzeichnis abgeglichen.
- Internetquellen sind vollständig dokumentiert und gesichert.
- Abbildungen, Tabellen und Formeln sind beschriftet, nummeriert und belegt.
- Der Anhang enthält nur ergänzende, nachvollziehbarkeitsrelevante Materialien.
- KI-Nutzung ist korrekt nachgewiesen und im KI-Hilfsmittelverzeichnis dokumentiert.
Die FOM Richtlinien lassen sich am besten über drei Ebenen prüfen: Formatierung, Inhaltsaufbau und Zitation. Eine überzeugende Arbeit erfüllt alle drei Ebenen gleichzeitig. Das Layout muss formal korrekt sein, die Gliederung muss den roten Faden zeigen und jede fremde Aussage muss sauber belegt werden. Für eine sehr gute Bewertung braucht die Arbeit zusätzlich eine klare Problemstellung, eine belastbare Literaturbasis, eine nachvollziehbare Methode und eine präzise wissenschaftliche Sprache.
Häufige Fragen & Antworten
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Welche Bestandteile hat eine wissenschaftliche Arbeit nach FOM?
Eine wissenschaftliche Arbeit enthält Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, ggf. Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungs-, Formel- und Symbolverzeichnisse, ggf. Sperrvermerk, Textteil, ggf. Anhang, Literaturverzeichnis, ggf. Rechtsprechungs- oder Quellenverzeichnis, KI-Hilfsmittelverzeichnis und die Eigenständigkeitserklärung nach den jeweils geltenden Vorgaben.
Welche Zitierweise ist nach FOM möglich?
Die FOM beschreibt vor allem den Chicago-Style mit Fußnoten und den Harvard-Style mit Kurzbelegen im Text. Die gewählte Zitierweise muss konsequent angewendet werden. Eine Mischung beider Systeme ist zu vermeiden.
Wie werden Abbildungen und Tabellen nach FOM beschriftet?
Abbildungen und Tabellen werden getrennt fortlaufend nummeriert. Die Überschrift steht oberhalb der Darstellung. Die Quelle steht unmittelbar darunter, zum Beispiel als „Quelle: Eigene Darstellung“ oder „Quelle: In Anlehnung an ...“.
Muss KI-Nutzung in einer FOM-Arbeit angegeben werden?
KI-Nutzung muss angegeben werden, wenn KI-generierte oder KI-überarbeitete Inhalte in die Arbeit übernommen werden. Der Nachweis erfolgt lokal im Text und zusätzlich über das KI-Hilfsmittelverzeichnis.
Was gehört in den Anhang einer FOM-Arbeit?
In den Anhang gehören umfangreiche Materialien, die für die Nachvollziehbarkeit wichtig sind, aber den Lesefluss im Haupttext stören würden. Dazu zählen Fragebögen, Interviewleitfäden, Transkripte, Datensätze, Auswertungsskripte, umfangreiche Tabellen und gesicherte Internetquellen.
Was ist für eine sehr gute Bewertung besonders wichtig?
Eine sehr gute Bewertung setzt eine formal fehlerfreie Arbeit, eine klare Gliederung, eine nachvollziehbare Argumentation, eine belastbare Literaturbasis, eine passende Methode und eine präzise wissenschaftliche Sprache voraus.
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