Lesedauer: ca. 23 Minuten Artikeltyp: Anleitung

HTW Richtlinien für Abschlussarbeiten im Studiengang Fahrzeugtechnik

Die HTW Richtlinien für wissenschaftliche Arbeiten im Studiengang Fahrzeugtechnik beschreiben, wie Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Praxisberichte und technische Berichte inhaltlich aufgebaut, sprachlich formuliert, zitiert, formatiert und abgegeben werden sollen. Für die Bewertung sind insbesondere die vollständige Bearbeitung der Aufgabenstellung, ein nachvollziehbarer roter Faden, eine begründete Methodik, belastbare Ergebnisse und eine korrekte Quellenarbeit relevant.

Hinweis: Diese Übersicht ist keine offizielle Webseite der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Sie basiert auf dem Leitfaden „Wissenschaftliches Arbeiten unter Berücksichtigung der Anforderungen des Studiengangs Fahrzeugtechnik“. Der Leitfaden wurde 2018 erstellt und bis 2020 überarbeitet. Aktuelle Vorgaben der Prüfungsordnung, des Fachbereichs, der Aufgabenstellung und der Gutachtenden haben Vorrang.

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HTW Richtlinien für Abschlussarbeiten und wissenschaftliche Arbeiten

Orientierung

Was regeln die HTW Richtlinien?

Der Leitfaden verbindet allgemeine Anforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens mit fachbereichsspezifischen Erwartungen des Studiengangs Fahrzeugtechnik. Er behandelt nicht nur Schriftart, Seitenränder und Zitation. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Aufgabenstellung, Ziel, Theorie, Methodik, technischer Durchführung, Ergebnissen, Auswertung und Fazit.

Eine formal korrekte Arbeit kann inhaltliche Schwächen nicht ausgleichen. Ebenso kann eine technisch überzeugende Untersuchung abgewertet werden, wenn Entscheidungen nicht begründet, Quellen nicht nachgewiesen oder Ergebnisse nicht kritisch ausgewertet werden.

Inhalt


Aufgabenstellung, Ziel, Vorgehensweise, Ergebnisse und Schlussfolgerungen müssen vollständig und nachvollziehbar dargestellt werden.

Wissenschaftlichkeit


Fremde Erkenntnisse benötigen Quellen. Eigene Entscheidungen, Berechnungen und Bewertungen müssen fachlich begründet werden.

Formalia


Gliederung, Formatvorlagen, Beschriftungen, Verzeichnisse, Seitenzahlen und Literaturangaben müssen einheitlich umgesetzt werden.

Prüfungsrelevante Kernanforderungen

Prüfbereich Anforderung Prüfungsrelevante Frage
Aufgabenstellung vollständig und zielgerichtet bearbeiten Wurden alle geforderten Punkte tatsächlich beantwortet?
Zielsetzung konkret, überprüfbar und fachlich abgegrenzt formulieren Ist am Ende eindeutig erkennbar, ob das Ziel erreicht wurde?
Roter Faden Kapitel logisch aufeinander aufbauen Trägt jeder Abschnitt zur Bearbeitung der Aufgabe bei?
Methodik Auswahl, Durchführung und Auswertung begründen Ist das Vorgehen nachvollziehbar und fachlich angemessen?
Ergebnisse sachlich darstellen, prüfen und auswerten Werden Ergebnisse nicht nur gezeigt, sondern auch erklärt?
Eigenleistung eigene Entscheidungen und Entwicklungen sichtbar machen Ist der eigenständige Beitrag klar von Literaturwissen getrennt?
Quellenarbeit alle fremden Inhalte eindeutig nachweisen Sind Aussagen, Zahlen, Formeln und Darstellungen überprüfbar?
Reflexion Grenzen, Fehlerquellen und offene Fragen benennen Wird die Aussagekraft der Ergebnisse realistisch eingeordnet?
Grundregel für die Prüfung

Eine Abschlussarbeit wird nicht ausschließlich nach dem Endergebnis bewertet. Bewertet wird auch, wie systematisch das Ergebnis entwickelt, dokumentiert, belegt, geprüft und kritisch eingeordnet wurde.

Verbindlichkeit

Welche Vorgaben haben Vorrang?

Der Leitfaden weist ausdrücklich darauf hin, dass individuelle Anforderungen der betreuenden und prüfenden Personen zusätzlich berücksichtigt werden müssen. Mehrere Vorgaben im Dokument beruhen auf einer Befragung von Lehrenden. Bei einzelnen Punkten bestanden unterschiedliche Auffassungen.

Priorität Vorgabe Bedeutung
1 aktuelle Prüfungs- und Studienordnung Rechtlich und organisatorisch verbindliche Grundlage.
2 offizielle Vorgaben des Fachbereichs Aktuelle Formulare, Abgabeanforderungen und Formatierungshinweise beachten.
3 ausgegebene Aufgabenstellung Legt Inhalt, Ziel und erwartete Bearbeitung fest.
4 Vorgaben der Gutachtenden Abweichende Wünsche frühzeitig schriftlich klären.
5 Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten Dient als ausführliche fachliche und formale Orientierung.

MUSS, SOLL und ABSTIMMEN

MUSS


Anforderungen wie Eigenständigkeit, vollständige Quellenangaben, nachvollziehbare Ergebnisse und die Bearbeitung der Aufgabenstellung sind grundsätzlich einzuhalten.

SOLL


Empfehlungen wie Verdana 11 Punkt, Blocksatz oder bestimmte Abstände sind nach dem Leitfaden anzuwenden, sofern keine abweichende Vorgabe besteht.

ABSTIMMEN


Uneinheitlich bewertete Punkte wie Duplexdruck, Abstract, Formelverzeichnis oder Position einzelner Verzeichnisse sollten vorab geklärt werden.

Technischer Hinweis

Die ausführlichen Bedienhinweise im Leitfaden beziehen sich teilweise auf Microsoft Word 2016 sowie ältere Citavi-Versionen. Die fachlichen Regeln bleiben nutzbar. Menüpfade und Softwarefunktionen können sich in aktuellen Versionen unterscheiden.

Aufbau

Aufbau einer Abschlussarbeit an der HTW

Die Abschlussarbeit besteht aus Titelei, Haupttext, Literaturverzeichnis und Anhang. Der genaue Aufbau hängt von Thema, Aufgabenstellung und Umfang ab. Der Leitfaden schlägt für Abschlussarbeiten eine technische Grundstruktur vor.

Empfohlene Reihenfolge

  • Außentitelblatt bei einer festen Bindung
  • Innentitelblatt
  • gegebenenfalls beschrifteter Buchrücken
  • Sperrvermerk bei vertraulichen Informationen
  • vom Erstgutachter ausgegebene Aufgabenstellung
  • Eidesstattliche beziehungsweise Selbstständigkeitserklärung
  • optional Vorwort oder Danksagung
  • Abkürzungs-, Symbol- und Formelzeichenverzeichnis
  • Inhalt beziehungsweise Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Ausgangssituation und Problemstellung
  • gegebenenfalls selbst formulierte Aufgabenstellung
  • Ziel der Arbeit
  • Grundlagen, Methodik und praktische Bearbeitung
  • Ergebnisse und Auswertung
  • Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
  • Literaturverzeichnis
  • Anhang mit ergänzenden Verzeichnissen und Unterlagen

Mindestangaben auf dem Innentitelblatt

Angabe Inhalt
Hochschule Hochschule beziehungsweise Institution inklusive Logo.
Titel Vollständiger Titel und gegebenenfalls Untertitel.
Art der Arbeit Bachelorarbeit oder Masterarbeit.
Verfasserangaben Vorname, Nachname und Matrikelnummer.
Begutachtung Erstgutachter und Zweitgutachter jeweils mit akademischem Titel.
Bearbeitungszeit Genaues Datum des Beginns und der Abgabe.

Sperrvermerk

Ein Sperrvermerk ist erforderlich, wenn die Arbeit vertrauliche Unternehmensdaten, Geschäftsgeheimnisse, personenbezogene Daten oder unveröffentlichte technische Entwicklungen enthält. Wortlaut, Dauer und zugelassener Personenkreis sind mit Unternehmen, Betreuung und Hochschule abzustimmen.

Kurzreferat oder Abstract

Das Kurzreferat steht vor dem Haupttext und darf nicht mit der Zusammenfassung am Ende verwechselt werden. Es soll das Fachgebiet, die Zielsetzung, die Untersuchungsmethode, die wichtigsten Ergebnisse und die Schlussfolgerungen knapp darstellen. Der Leitfaden nennt als Obergrenze eine Seite beziehungsweise 250 Wörter.

Abstimmung erforderlich:
Das Kurzreferat wurde in der Befragung nicht einheitlich als Pflichtbestandteil bewertet. Vor der Aufnahme sollte geprüft werden, ob die aktuelle Hochschulvorlage oder die Betreuung ein Abstract verlangt.

Einleitung

Einleitung, Problemstellung und Ziel der Arbeit

Die Einleitung eröffnet die fachliche Argumentation. Sie soll nicht nur das Thema ankündigen, sondern erklären, weshalb die Untersuchung erforderlich ist und welche konkrete Aufgabe gelöst werden soll.

Inhalte der Einleitung

  • fachlicher und praktischer Ausgangspunkt
  • Problemstellung und Relevanz des Themas
  • Stand der Technik oder Forschung in knapper Form
  • Ziel der Arbeit
  • Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands
  • Rahmenbedingungen und technisches Umfeld
  • verwendete Methoden in zusammengefasster Form
  • Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit

Der Leitfaden empfiehlt für die Einleitung ungefähr eine Seite. Bei komplexen Themen kann ein größerer Umfang erforderlich sein. Entscheidend ist nicht die Seitenzahl, sondern eine präzise Einführung ohne unnötige Wiederholungen.

Praxis-Tipp

Die Einleitung sollte nach Abschluss des Hauptteils endgültig formuliert werden. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich präziser darstellen, welche Methoden tatsächlich eingesetzt wurden und welche Ergebnisse die Arbeit erreicht.

Aufgabenstellung und Ziel unterscheiden

Element Funktion Prüfungsfrage
Ausgangssituation beschreibt den technischen oder organisatorischen Kontext Welche Situation macht die Untersuchung erforderlich?
Problemstellung grenzt das konkrete fachliche Defizit ein Welches Problem ist bisher nicht ausreichend gelöst?
Aufgabenstellung legt die durchzuführenden Arbeitsschritte fest Was muss innerhalb der Arbeit bearbeitet werden?
Ziel definiert das erwartete Ergebnis oder den Erkenntnisgewinn Welcher überprüfbare Zustand soll erreicht werden?
Häufiger Fehler

Eine Einleitung bleibt unvollständig, wenn sie nur das Themengebiet beschreibt. Ohne Problemstellung, Ziel und Abgrenzung fehlt die Grundlage für die spätere Bewertung der Zielerreichung.

Hauptteil

Grundlagen, Methodik und technische Durchführung

Der Hauptteil muss sachlich und logisch gegliedert sein. Umfang und Aufbau richten sich nach der Aufgabenstellung. Technische Grundlagen sind so ausführlich wie nötig, aber so knapp wie möglich darzustellen. Der Hauptteil muss ohne ständigen Rückgriff auf den Anhang verständlich bleiben.

Theoretische und technische Grundlagen

  • vom Allgemeinen zum Speziellen vorgehen
  • nur aufgabenrelevante Grundlagen aufnehmen
  • Fachbegriffe beim ersten Auftreten erklären
  • Stand der Technik oder Forschung mit belastbaren Quellen belegen
  • technische Zusammenhänge nachvollziehbar herleiten
  • Grundlagen auf die spätere Untersuchung ausrichten

Grundlagenkapitel dürfen nicht zu allgemeinen Lehrbuchzusammenfassungen werden. Jeder Abschnitt benötigt eine erkennbare Funktion für die Aufgabenstellung, Methodik oder Ergebnisinterpretation.

Methodik und Forschungsdesign

Die Methodik muss nicht nur benennen, was durchgeführt wurde. Sie muss auch erklären, weshalb dieses Vorgehen geeignet ist. Technische Entscheidungen sind anhand nachvollziehbarer Kriterien zu begründen.

Methodischer Bereich Erforderliche Angaben
Verfahrensauswahl gewählte Methode, Alternativen und Begründung der Auswahl
Versuchsplanung Versuchsaufbau, Randbedingungen, Proben und Anzahl der Durchläufe
Messmittel Geräte, Messbereiche, Genauigkeit und Auswahlbegründung
Datenerhebung Zeitpunkt, Ablauf, Erfassungsweise und Dokumentation
Auswertung Berechnungen, Software, Kennwerte und Bewertungskriterien
Qualitätssicherung Plausibilitätsprüfung, Vergleichswerte und Fehlerbetrachtung

Varianten systematisch bewerten

Werden mehrere technische Lösungen untersucht, empfiehlt der Leitfaden eine strukturierte Gegenüberstellung. Geeignete Instrumente sind beispielsweise ein morphologischer Kasten, eine Bewertungsmatrix oder eine Nutzwertanalyse.

Die Kriterien, Gewichtungen und Punktwerte müssen fachlich begründet werden. Eine Bewertungsmatrix ohne Herleitung der Kriterien bildet keine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Versuche eindeutig benennen

Ungünstig:
Versuch 1
Versuch 2

Besser:
Versuch 1: Kupplung ohne sichtbare Beschädigung
Versuch 2: Kupplungsbelag mit fortgeschrittenem Verschleiß

Fehlgeschlagene Versuche

Ein fehlgeschlagener Versuch führt nicht automatisch zu einer schlechten Arbeit. Relevant ist die fachliche Erklärung des Fehlschlags. Ursachen, Erkenntnisse und Konsequenzen für das weitere Vorgehen sollten knapp und sachlich dargestellt werden.

Ergebnisse

Ergebnisse, Auswertung, Zusammenfassung und Ausblick

Ergebnisse sachlich darstellen

Im Ergebnisteil werden Messwerte, Berechnungsergebnisse, Beobachtungen und entwickelte Lösungen strukturiert präsentiert. Ergebnisse sind zunächst sachlich darzustellen. Die fachliche Interpretation folgt anschließend.

  • relevante Ergebnisse vollständig darstellen
  • Tabellen und Diagramme gezielt einsetzen
  • auffällige Werte benennen
  • Plausibilität der Ergebnisse prüfen
  • Rohdaten bei großem Umfang in den Anhang verschieben
  • entscheidende Ergebnisse im Haupttext belassen

Ergebnisse und Diskussion trennen

Teil Leitfrage Inhalt
Ergebnisse Was wurde festgestellt? Messwerte, Berechnungen, Beobachtungen und technische Befunde.
Auswertung Wie sind die Ergebnisse einzuordnen? Vergleiche, Kennwerte, Abweichungen und Zielerreichung.
Diskussion Was bedeuten die Ergebnisse? Interpretation, Literaturbezug, Grenzen und alternative Erklärungen.

Zusammenfassung

Die Zusammenfassung greift Aufgabenstellung und Ziel erneut auf. Sie muss auch ohne vollständige Kenntnis des Hauptteils verständlich sein. Neue Ergebnisse oder Argumente dürfen nicht erstmals in der Zusammenfassung erscheinen.

  • Aufgabenstellung und Ziel knapp aufgreifen
  • Vorgehen zusammenfassen
  • wichtigste Ergebnisse nennen
  • Zielerreichung bewerten
  • nicht erreichte Ziele offen benennen
  • keine Literaturhinweise verwenden
  • keine neuen Erkenntnisse einführen

Der Leitfaden empfiehlt einen Umfang von mindestens ungefähr einer halben Seite und höchstens wenigen Seiten.

Fazit und Ausblick

Das Fazit muss eine klare Antwort auf die Aufgabenstellung geben. Der Ausblick beschreibt offene Fragestellungen, mögliche Optimierungen und sinnvolle Folgeuntersuchungen. Allgemeine Aussagen ohne Bezug zu den eigenen Ergebnissen sind zu vermeiden.

Formatierung

Formatierung nach den HTW-Richtlinien

Die Formatierung soll ein einheitliches, gut lesbares und technisch-seriöses Erscheinungsbild schaffen. Abweichende Formatvorgaben der Hochschule, des Unternehmens oder der Gutachtenden haben Vorrang.

Seitenlayout

Bereich Vorgabe des Leitfadens Hinweis
Papierformat DIN A4 Einheitlich für die gesamte Arbeit verwenden.
oberer Rand 2,0 cm Bezug einschließlich Kopfzeilenbereich beachten.
unterer Rand 2,0 cm Fußnoten und Seitenzahl dürfen nicht zu eng stehen.
linker Rand 3,0 cm Bindekorrektur berücksichtigen.
rechter Rand 2,5 cm Ausreichenden Korrekturrand erhalten.
Kopf- und Fußzeile 2,0 cm vom Seitenrand Deutlichen Abstand zum Fließtext einhalten.
Druck grundsätzlich einseitig Duplexdruck vorab mit der Betreuung abstimmen.

Fließtext

Element Vorgabe
Schriftart Verdana
Schriftgröße 11 Punkt
Zeilenabstand 1,5-zeilig
Ausrichtung Blocksatz
Silbentrennung automatisch, anschließend vollständig kontrollieren
Absatzabstand 6 Punkt vor und 6 Punkt nach
Erstzeileneinzug nicht verwenden

Arial oder Times New Roman wurden von einzelnen befragten Lehrenden ebenfalls akzeptiert. Der Leitfaden legt jedoch Verdana 11 Punkt und einen Zeilenabstand von 1,5 als Standard fest.

Überschriften

Ebene Schriftgröße Gestaltung Abstand davor / danach
Überschrift 1 16 Punkt fett, linksbündig 28 Punkt / 12 Punkt
Überschrift 2 14 Punkt fett, linksbündig 24 Punkt / 12 Punkt
Überschrift 3 12 Punkt fett, linksbündig 18 Punkt / 6 Punkt
Überschrift 4 12 Punkt laut Leitfaden unterstrichen 12 Punkt / 6 Punkt
Vierte Gliederungsebene

Die Unterstreichung der vierten Ebene wurde durch einzelne Lehrende abgelehnt. Eine vierte Ebene sollte möglichst vermieden oder vorab abgestimmt werden. Drei Gliederungsebenen reichen für die meisten Abschlussarbeiten aus.

Formatvorlagen verwenden

Überschriften, Fließtext, Aufzählungen, Beschriftungen und Fußnoten sollten über zentrale Formatvorlagen gesteuert werden. Dadurch bleiben Schriftbild, Abstände und Seitenumbrüche einheitlich.

  • Überschriften mit dem nachfolgenden Absatz zusammenhalten
  • einzelne Absatzzeilen am Seitenanfang oder Seitenende vermeiden
  • Bildunterschriften nicht von der Abbildung trennen
  • Tabellenüberschriften mit der Tabelle zusammenhalten
  • keine Abstände mit mehrfachen Leerzeilen erzeugen

Seitenzahlen

Seitenzählung und Verzeichnisse

Römische und arabische Seitenzahlen

Die Titelei wird mit römischen Ziffern gezählt. Das erste Titelblatt zählt als Seite I, die Seitenzahl wird jedoch nicht sichtbar gedruckt. Mit dem ersten nummerierten Hauptkapitel beginnt die arabische Seitenzählung neu bei Seite 1.

Bestandteil Zählweise Sichtbare Seitenzahl? Hinweis
Außentitelblatt I Nein Wird mitgezählt, aber nicht sichtbar nummeriert.
leeres Zwischenblatt II Nein Nur bei entsprechender Bindungsform relevant.
Innentitelblatt III Nein Wird römisch mitgezählt.
Erklärung und Verzeichnisse römisch fortlaufend Ja Die tatsächliche Position bestimmt die konkrete Zahl.
Einleitung 1 Ja Beginn der arabischen Seitenzählung.
Haupttext 2 ff. Ja Arabisch fortlaufend.
Literaturverzeichnis fortlaufend Ja Die arabische Zählung wird fortgeführt.
Anhang fortlaufend Ja Keine neue römische Zählung beginnen.

Die Seitenzahl kann unten mittig oder unten rechts stehen. Der Zusatz „Seite“ ist nicht erforderlich. Bei Kopfzeilen mit Kapitelangaben kann eine Positionierung der Seitenzahl in der Kopfzeile ebenfalls sinnvoll sein.

Inhaltsverzeichnis

  • Überschriften und Seitenzahlen automatisch erzeugen
  • Überschriften im Text und Verzeichnis wortgleich halten
  • Seitenzahlen rechtsbündig darstellen
  • Führungspunkte zwischen Überschrift und Seitenzahl verwenden
  • Bestandteile der Titelei ohne Abschnittsnummer aufführen
  • Gliederungsebenen optisch erkennbar formatieren
  • mehrzeilige Einträge mit hängendem Einzug gestalten

Der Leitfaden verwendet die Überschrift „Inhalt“. Einzelne befragte Lehrende bevorzugten „Inhaltsverzeichnis“. Die gewählte Bezeichnung sollte mit der offiziellen Vorlage abgestimmt werden.

Abbildungs-, Tabellen- und Formelverzeichnisse

Mehrere Lehrende nannten fünf Elemente als sinnvolle Grenze für ein eigenes Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis. Der Leitfaden positioniert diese Verzeichnisse im Anhang. In anderen Hochschulvorlagen stehen sie häufig vor dem Haupttext.

Verzeichnis Empfehlung
Abbildungsverzeichnis ab ungefähr fünf Abbildungen beziehungsweise nach Vorgabe
Tabellenverzeichnis ab ungefähr fünf Tabellen beziehungsweise nach Vorgabe
Formelzeichenverzeichnis bei mehreren verwendeten Formelzeichen und Symbolen
Formelverzeichnis nur bei ausdrücklicher Anforderung
Nicht verwechseln

Ein Formelzeichenverzeichnis erklärt verwendete Symbole wie m, v oder F. Ein Formelverzeichnis listet vollständige Formeln auf. Mehrere Lehrende lehnten ein allgemeines Formelverzeichnis ausdrücklich ab.

Gliederung

Gliederung und roter Faden

Die Gliederung muss die fachliche Argumentation abbilden. Überschriften sollen den Inhalt präzise ankündigen. Allgemeine Bezeichnungen wie „Hauptteil“, „Allgemeines“ oder „Sonstiges“ vermitteln keine klare inhaltliche Funktion.

Grundregeln

  • Überschriften kurz, präzise und inhaltlich aussagekräftig formulieren.
  • Abschnittsnummern enden nicht mit einem Punkt.
  • Eine Untergliederung benötigt mindestens zwei Unterpunkte.
  • Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Überschriften steht ein einleitender Text.
  • Abbildungen und Tabellen folgen nicht unmittelbar auf eine Überschrift.
  • Jedes Kapitel muss zur Bearbeitung der Aufgabenstellung beitragen.
  • Kapitelübergänge sollen den Zusammenhang zur folgenden Untersuchung herstellen.

Ungünstig:
4 Methodik
4.1 Versuchsaufbau

Besser:
4 Methodik

Zur Überprüfung der technischen Anforderungen werden drei aufeinander aufbauende Versuchsreihen durchgeführt. Die folgenden Abschnitte erläutern Versuchsaufbau, Messdurchführung und Auswertungsverfahren.

4.1 Versuchsaufbau

Kapitelinterne Struktur

Ein wissenschaftlicher Abschnitt sollte aus einer kurzen Hinführung, der eigentlichen Ausarbeitung und einem erkennbaren Teilergebnis bestehen. Diese Struktur erleichtert die Orientierung und stärkt den roten Faden.

Hinführung


Gegenstand, Ziel und Funktion des Abschnitts ankündigen.

Ausarbeitung


Sachverhalt erklären, untersuchen, vergleichen oder berechnen.

Teilergebnis


Erkenntnis sichern und Übergang zum nächsten Abschnitt herstellen.

Roter-Faden-Prüfung

Für jedes Kapitel sollte eine konkrete Funktion benannt werden können. Fehlt ein erkennbarer Beitrag zur Aufgabenstellung, Methodik oder Ergebnisinterpretation, ist der Abschnitt zu kürzen, neu einzuordnen oder zu streichen.

Sprache

Wissenschaftlicher Schreibstil

Der wissenschaftliche Schreibstil soll sachlich, präzise, objektiv und fachsprachlich korrekt sein. Eine inhaltlich überzeugende Arbeit kann durch unklare Sprache, lange Schachtelsätze und uneinheitliche Begriffe deutlich abgewertet werden.

Zu vermeiden

  • Ich-, Wir- und unpersönliche „man“-Formulierungen
  • Umgangssprache und werbliche Aussagen
  • verstärkende Adverbien und unbelegte Superlative
  • Wörter wie „bekanntlich“, „natürlich“ oder „selbstverständlich“
  • lange Schachtelsätze
  • übermäßige Passivkonstruktionen
  • unnötige Substantivierungen
  • Amtsdeutsch wie „erfolgt“, „wird durchgeführt“ oder „geschieht“
  • unklare Pronomen und wechselnde Fachbegriffe
  • firmenspezifische Abkürzungen ohne ausreichende Erklärung
Ungünstig Präziser
Es wurde sich für Variante B entschieden. Die Bewertungsmatrix führt zur Auswahl von Variante B.
Die Durchführung der Messung wurde vorgenommen. Die Untersuchung erfasst die Temperatur in fünf Messintervallen.
Man erkennt deutlich eine Abweichung. Die Messwerte zeigen eine Abweichung von 4,2 %.
Die optimalste Lösung ist Variante C. Variante C erreicht im Kriterienvergleich die höchste Bewertung.
Das Ergebnis ist natürlich plausibel. Der Vergleich mit den Referenzwerten bestätigt die Plausibilität.

Fachbegriffe einheitlich verwenden

Fachbegriffe sind beim ersten Auftreten zu definieren und anschließend einheitlich zu verwenden. Die Wiederholung eines technisch korrekten Begriffs ist kein stilistischer Fehler. Bei zentralen Bezeichnungen besitzt terminologische Genauigkeit Vorrang vor sprachlicher Abwechslung.

Absätze und Satzbau

  • möglichst eine zentrale Aussage pro Satz
  • lange Sätze in mehrere nachvollziehbare Einheiten aufteilen
  • Absätze nach inhaltlichen Gesichtspunkten bilden
  • Ein-Satz-Absätze vermeiden
  • vollständige Seiten ohne Absatz vermeiden
  • Absätze nicht künstlich mit Leerzeilen erzeugen

Zahlen, Einheiten und Leerzeichen

Fall Korrekte Schreibweise
Zahl und Einheit 12 kW
Temperatur 22 °C
Prozentangabe 10 %
Abmessungen 300 mm × 160 mm × 70 mm
Wortzusammensetzung 24-Stunden-Messung
technische Zusammensetzung O2-Gehalt

Zwischen Zahl und Einheit ist ein geschütztes Leerzeichen zu verwenden. Dadurch bleiben Zahl und Einheit auch bei einem Zeilenumbruch zusammen.

Zitation

Zitation nach dem HTW-Leitfaden

Der Leitfaden verwendet für technische Arbeiten ein numerisches Nachweissystem. Quellen werden mit fortlaufenden Nummern in eckigen Klammern angegeben. Die Nummer richtet sich nach der ersten Verwendung der Quelle im Text.

Zentrale Zitierregel

Jede Aussage, Definition, Zahl, Formel, Methode oder Darstellung, die nicht aus eigener Erkenntnis stammt, benötigt einen eindeutigen Quellenbeleg. Eine vollständig neu formulierte Paraphrase bleibt zitierpflichtig.

Einordnungsformel

Fall Beispiel Erklärung
eine Quelle [4, S. 15] Quelle 4, Fundstelle auf Seite 15.
Seitenbereich [4, S. 15-18] Fundstelle umfasst die Seiten 15 bis 18.
mehrere Quellen [4, S. 15; 9, S. 37-39] Mehrere Belege werden durch Semikolon getrennt.
Quelle ohne Seitenzahl [4] Nur verwenden, wenn die Quelle keine Seitenzählung besitzt.

Wichtig:
Dieses numerische System ist eine spezielle Empfehlung des Leitfadens. Der aktuell verbindliche Zitationsstil sollte vor Beginn der Arbeit mit der Betreuung abgestimmt werden.

Direkte Zitate

Direkte Zitate übernehmen den Wortlaut buchstaben- und zeichengetreu. Sie stehen in Anführungszeichen und erhalten unmittelbar anschließend einen Quellenverweis mit Seitenzahl.

  • Wortlaut und Zeichensetzung exakt übernehmen.
  • Auslassungen durch „(…)“ kennzeichnen.
  • eigene Ergänzungen mit „Anm. d. Verf.“ kennzeichnen.
  • eigene Hervorhebungen mit „Herv. d. Verf.“ kennzeichnen.
  • Anführungszeichen innerhalb des Zitats als einfache Anführungszeichen darstellen.

Indirekte Zitate

Indirekte Zitate geben fremde Gedanken in eigenen Worten wieder. Anführungszeichen entfallen. Der Quellenverweis muss so positioniert werden, dass der Umfang der übernommenen Aussage eindeutig erkennbar bleibt.

Umfang Position des Nachweises
ein Begriff oder Zahlenwert unmittelbar nach dem übernommenen Element
ein vollständiger Satz vor dem abschließenden Satzzeichen
mehrere Sätze nach dem letzten Satzzeichen, sofern die Zuordnung eindeutig bleibt
längerer Absatz mehrere Quellenhinweise innerhalb des Absatzes setzen

Sekundärzitate

Die Originalquelle ist grundsätzlich vorzuziehen. Ein Sekundärzitat ist nur vertretbar, wenn die Originalquelle trotz ernsthafter Recherche nicht verfügbar ist.

Beispiel:
[18, S. 123 zitiert nach 19, S. 456]

Nach dem Leitfaden werden sowohl die Originalquelle als auch die tatsächlich eingesehene Sekundärquelle im Literaturverzeichnis aufgeführt.

Fußnoten

Fußnoten dienen in technischen Arbeiten vor allem ergänzenden Erläuterungen, Kommentaren, Begriffsdefinitionen oder dem Originaltext eigener Übersetzungen. Der Leitfaden empfiehlt Quellenangaben grundsätzlich im Fließtext und nicht über Fußnoten.

Literatur

Quellenrecherche und Literaturverzeichnis

Geeignete Quellen

Die Qualität der verwendeten Quellen beeinflusst die wissenschaftliche Qualität der gesamten Arbeit. Primärquellen und überprüfbare wissenschaftliche Veröffentlichungen sind grundsätzlich vorzuziehen.

Quellentyp Eignung Verwendung
Normen und Richtlinien sehr hoch technische Anforderungen, Definitionen und Verfahren
peer-reviewte Fachartikel sehr hoch aktueller Forschungsstand und spezialisierte Ergebnisse
Fachbücher und Monografien hoch Grundlagen, Modelle und technische Zusammenhänge
Dissertationen und Hochschulschriften hoch spezialisierte Forschung und methodische Orientierung
Herstellerunterlagen abhängig vom Zweck Produktspezifikationen und technische Dokumentation
Lexika und Handbücher eingeschränkt Einstieg, Begriffsorientierung und Grundlagen
allgemeine Webseiten kritisch prüfen nur bei nachvollziehbarer Autorenschaft und Herkunft
Foren und private Blogs regelmäßig ungeeignet nicht als wissenschaftliche Hauptquelle verwenden

Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis steht nach dem letzten Textkapitel und vor dem Anhang. Es erhält eine eigene nummerierte Überschrift erster Ebene. Der Leitfaden empfiehlt ein zweispaltiges Blockformat.

  • Quellennummer in eckigen Klammern in der linken Spalte
  • vollständige bibliografische Angaben in der rechten Spalte
  • Sortierung nach der ersten Verwendung im Text
  • linksbündige Formatierung
  • keine Silbentrennung
  • kein Rahmen um das Literaturverzeichnis
  • einheitliche Interpunktion und Schreibweise
Abgleich vor der Abgabe
  • Jede zitierte Quelle muss im Literaturverzeichnis stehen.
  • Jede Quelle im Literaturverzeichnis muss im Text verwendet werden.
  • Nicht verwendete Literatur gehört nicht in das Verzeichnis.
  • Quellennummern müssen zwischen Text und Verzeichnis übereinstimmen.

Internetquellen

Internetquellen sollen Autor oder Institution, Titel, vollständige URL, gegebenenfalls Aktualisierungsdatum und Überprüfungsdatum enthalten. Zusätzlich empfiehlt der Leitfaden, zitierte Webseiten als PDF zu speichern und mit den digitalen Unterlagen einzureichen.

Beispiele für Quellenangaben

Quellenart Erforderliche Angaben
Monografie Autor, Titel, Untertitel, Auflage, Ort, Verlag und Jahr.
Zeitschriftenartikel Autor, Beitragstitel, Zeitschrift, Jahrgang, Jahr, Heft und Seiten.
Hochschulschrift Autor, Titel, Hochschulort, Hochschule, Fachbereich, Art der Arbeit und Jahr.
Norm Normtyp, Nummer, Ausgabedatum, Titel und Untertitel.
Internetseite Autor oder Institution, Titel, URL, Aktualisierungsdatum und Überprüfungsdatum.

Darstellungen

Abbildungen, Tabellen, Diagramme und Formeln

Darstellungen sollen komplexe Sachverhalte verständlicher machen. Sie dürfen nicht lediglich dekorativ eingesetzt werden. Jede Abbildung, Tabelle und Formel muss im Text erwähnt, eingeordnet und abhängig von der Komplexität erläutert werden.

Grundregeln

  • Jedes Element erhält eine eindeutige Nummer und Beschriftung.
  • Jedes Element wird im Fließtext mit Nummer erwähnt.
  • Jedes Element steht möglichst in der Nähe der zugehörigen Erläuterung.
  • Kein Element folgt unmittelbar auf eine Überschrift.
  • Fremde Darstellungen benötigen einen Quellenbeleg.
  • Beschriftung und Element dürfen nicht durch einen Seitenumbruch getrennt werden.
  • Schrift, Linien und Achsen müssen auch im Ausdruck lesbar bleiben.
Element Position der Beschriftung Besonderheit
Abbildung unterhalb Bezeichnung „Abb.“ mit fortlaufender Nummer.
Diagramm unterhalb Kann einheitlich als Abbildung beschriftet werden.
Tabelle oberhalb Bei Seitenumbruch Tabellenkopf wiederholen.
Formel Nummer rechts neben der Formel Fortlaufende Nummer in runden Klammern.

Abbildungen

  • wichtige Inhalte hervorheben
  • unwichtige Details entfernen
  • lesbare Schrift- und Liniengrößen verwenden
  • eingescannte Darstellungen möglichst mit 300 dpi einfügen
  • Querformat so drehen, dass die Oberseite zur Bindung zeigt
  • Legenden für Symbole und Abkürzungen ergänzen

Beispiel Beschriftung:
Abb. 4  Schematischer Aufbau des Prüfstands [8, S. 42]

Wird eine fremde Darstellung verändert oder nachgezeichnet, ist die Formulierung „in Anlehnung an“ zu verwenden.

Tabellen

  • Spaltenbreiten an den tatsächlichen Inhalt anpassen
  • Zahlen stellenwertrichtig ausrichten
  • einheitliche Zahlenformate und Dezimalstellen verwenden
  • Einheiten eindeutig im Tabellenkopf nennen
  • leere Zellen in statistischen Tabellen vermeiden
  • bei mehrseitigen Tabellen „wird fortgesetzt“ und „Fortsetzung“ verwenden

Diagramme

  • Achsen eindeutig beschriften
  • Einheiten angeben
  • Datenreihen und Kurven klar kennzeichnen
  • Skalierung fachlich nachvollziehbar wählen
  • Unterschiede auch in Schwarz-Weiß erkennbar machen
  • Darstellung nach der ersten Erwähnung im Text positionieren

Formeln

Formeln werden grundsätzlich in einem eigenen Absatz dargestellt. Der Leitfaden empfiehlt eine Einrückung von 1 cm vom linken Satzspiegelrand und eine fortlaufende Nummerierung am rechten Rand.

a2 + b2 = c2 (1)

  • Formel im Text einführen und erläutern
  • alle Formelzeichen beim ersten Auftreten definieren
  • verwendete Einheiten nennen
  • Dimensionen und Einheiten kontrollieren
  • übernommene Formeln mit einer Quelle belegen
  • Formelzeichen zusätzlich in ein Verzeichnis aufnehmen
Häufiger Formelfehler

Ein Formelzeichenverzeichnis ersetzt die Erklärung im Fließtext nicht. Jedes Symbol und jede Einheit müssen bei der ersten Verwendung direkt im Zusammenhang mit der Formel erläutert werden.

Abgabe

Anhang, Selbstständigkeitserklärung und digitale Abgabe

Anhang

Der Anhang enthält umfangreiche oder ergänzende Materialien, die den Lesefluss des Hauptteils beeinträchtigen würden. Der Haupttext muss dennoch ohne ständigen Blick in den Anhang verständlich bleiben.

  • umfangreiche Messwerttabellen
  • technische Zeichnungen und Stücklisten
  • Datenblätter und Betriebsanleitungen
  • ausführliche mathematische Herleitungen
  • Fragebögen und Interviewleitfäden
  • Programmcodes und Softwaredokumentationen
  • zusätzliche Diagramme
  • Versuchsprotokolle und selbsterstellte Unterlagen
Verweis auf den Anhang

Jeder inhaltliche Bestandteil des Anhangs muss im Haupttext erwähnt werden, beispielsweise durch „siehe Anhang 9.3“. Nicht referenzierte Anhänge wirken wie eine künstliche Erweiterung des Seitenumfangs.

Selbstständigkeitserklärung

Die vorgeschriebene Erklärung bestätigt, dass die Arbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe erstellt wurde. Fremde Inhalte müssen vollständig gekennzeichnet sein. Die Arbeit darf nicht bereits in gleicher oder ähnlicher Form als Prüfungsleistung eingereicht worden sein.

  • offizielles Muster der Hochschule verwenden
  • Ort und Datum ergänzen
  • eigenhändig beziehungsweise nach aktueller Vorgabe unterschreiben
  • in jedem erforderlichen Exemplar aufnehmen
  • alle verwendeten Quellen und Hilfsmittel vollständig angeben

Digitale Abgabe

Der Leitfaden empfiehlt eine vollständige digitale Übergabe der Arbeit und aller relevanten Arbeitsunterlagen. Datenträger, Uploadsystem und Dateiformat sind mit der Betreuung abzustimmen.

  • Abschlussarbeit im PDF-Format
  • gegebenenfalls bearbeitbare Originaldatei
  • zitierte Internetseiten als PDF
  • Rohdaten und Messreihen
  • Berechnungsdateien
  • CAD-Dateien und technische Zeichnungen
  • Programmcodes
  • Versuchsunterlagen
  • selbsterstellte Abbildungen und Tabellen

Fehler vermeiden

Häufige Fehler und finale Checkliste

Die Befragung der Lehrenden nennt wiederkehrende Schwächen in studentischen Arbeiten. Viele dieser Fehler betreffen nicht einzelne Details, sondern die Nachvollziehbarkeit der gesamten Untersuchung.

Fehler Warum kritisch? Besser
Aufgabenstellung nur teilweise bearbeitet Prüfungsanforderungen bleiben offen. Jeden Aufgabenpunkt einem Kapitel oder Ergebnis zuordnen.
kein erkennbarer roter Faden Kapitel wirken wie einzelne Textsammlungen. Problem, Ziel, Methode, Ergebnis und Fazit logisch verknüpfen.
Methodenentscheidung nicht begründet Das Vorgehen wirkt beliebig. Alternativen, Kriterien und Auswahlentscheidung erläutern.
Ergebnisse nur dargestellt Die fachliche Leistung der Auswertung fehlt. Ergebnisse prüfen, vergleichen und kritisch interpretieren.
Abkürzungen übermäßig verwendet Lesefluss und Verständlichkeit sinken. Nur fachlich erforderliche Abkürzungen einsetzen.
schwache Internetquellen Aussagen sind nicht wissenschaftlich belastbar. Primärquellen, Fachliteratur, Normen und Fachartikel bevorzugen.
Abbildungen ohne Textbezug Darstellungen bleiben dekorativ. Jedes Element einführen, erläutern und auswerten.
Formelzeichen nicht erklärt Berechnungen sind nicht nachvollziehbar. Symbol und Einheit bei der ersten Verwendung definieren.
Literaturverzeichnis enthält ungenutzte Quellen Quellenarbeit wirkt unsauber. Textbelege und Literaturverzeichnis vollständig abgleichen.
Silbentrennung nicht kontrolliert Unzulässige Trennungen beeinträchtigen das Schriftbild. Automatische Trennungen vor der Abgabe manuell prüfen.

Inhaltliche Prüfung

  • Die Aufgabenstellung ist vollständig bearbeitet.
  • Das Ziel ist eindeutig und überprüfbar formuliert.
  • Die Zielerreichung wird im Fazit beantwortet.
  • Die Vorgehensweise ist nachvollziehbar begründet.
  • Ergebnisse werden ausgewertet und kritisch diskutiert.
  • Grenzen und Fehlerquellen sind benannt.
  • Der Haupttext bleibt ohne den Anhang verständlich.

Strukturelle Prüfung

  • Alle Kapitel folgen einem erkennbaren roten Faden.
  • Jede Überschrift beschreibt den tatsächlichen Inhalt.
  • Jede Untergliederung enthält mindestens zwei Unterpunkte.
  • Zwischen aufeinanderfolgenden Überschriften steht ein Einleitungstext.
  • Alle Abbildungen und Tabellen werden im Text erwähnt.
  • Alle Anhangsbestandteile werden im Haupttext referenziert.
  • Inhaltsverzeichnis und Querverweise sind aktualisiert.

Sprachliche Prüfung

  • Ich-, Wir- und „man“-Formulierungen wurden entfernt.
  • Umgangssprache und werbliche Aussagen wurden vermieden.
  • Fachbegriffe werden einheitlich verwendet.
  • Sätze sind verständlich und nicht unnötig verschachtelt.
  • Absätze bilden geschlossene Gedankeneinheiten.
  • Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung wurden geprüft.
  • Automatische Silbentrennungen wurden kontrolliert.

Quellenprüfung

  • Jede fremde Aussage besitzt einen Quellenbeleg.
  • Konkrete Fundstellen enthalten Seitenzahlen.
  • Direkte und indirekte Zitate sind korrekt unterschieden.
  • Abbildungen, Tabellen und Formeln enthalten Quellenangaben.
  • Sekundärzitate wurden nur in begründeten Ausnahmefällen verwendet.
  • Jede Textquelle steht im Literaturverzeichnis.
  • Jede Literaturangabe wird im Text tatsächlich verwendet.

Formatierungsprüfung

  • Formatvorlagen werden einheitlich verwendet.
  • Seitenränder, Schriftart und Zeilenabstand stimmen.
  • Römische und arabische Seitenzahlen sind korrekt getrennt.
  • Überschriften stehen nicht allein am Seitenende.
  • Beschriftungen sind mit ihren Elementen verbunden.
  • Tabellenköpfe werden bei Seitenumbrüchen wiederholt.
  • Keine fehlerhaften Felder oder Querverweise sind enthalten.
  • Die finale PDF-Datei wurde vollständig kontrolliert.
Fazit

Die HTW-Richtlinien lassen sich über fünf Prüfbereiche kontrollieren: Aufgabenbezug, wissenschaftliche Methodik, nachvollziehbare Ergebnisse, korrekte Quellenarbeit und einheitliche Formatierung. Eine gute Abschlussarbeit erfüllt diese Bereiche gleichzeitig und führt von der Problemstellung bis zur abschließenden Bewertung ohne inhaltliche Sprünge.

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Häufige Fragen & Antworten

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Welche Schriftart gilt nach den HTW-Richtlinien?

Der Leitfaden legt Verdana in 11 Punkt mit einem Zeilenabstand von 1,5 für den Fließtext fest. Einzelne Lehrende akzeptierten auch Arial oder Times New Roman. Abweichungen sollten vor Beginn der Formatierung mit der Betreuung abgestimmt werden.

Welche Seitenränder gelten für eine HTW-Abschlussarbeit?

Der Leitfaden empfiehlt oben und unten jeweils 2 cm, links 3 cm und rechts 2,5 cm. Der größere linke Rand berücksichtigt die Bindung der Abschlussarbeit.

Wie werden die Seitenzahlen getrennt?

Die Titelei wird mit römischen Ziffern gezählt. Das erste Titelblatt zählt als Seite I, zeigt die Zahl aber nicht sichtbar. Mit der Einleitung beziehungsweise dem ersten nummerierten Hauptkapitel beginnt die arabische Seitenzählung neu bei Seite 1.

Welche Zitierweise empfiehlt der HTW-Leitfaden?

Der Leitfaden empfiehlt nummerierte Kurzbelege in eckigen Klammern, beispielsweise [4, S. 15]. Die Quellen werden nach der Reihenfolge ihrer ersten Verwendung im Text nummeriert. Der aktuell verbindliche Zitierstil sollte mit der Betreuung abgestimmt werden.

Wo stehen Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse?

Der Leitfaden ordnet Abbildungs-, Tabellen- und gegebenenfalls Formelverzeichnisse dem Anhang zu. Mehrere Lehrende nannten fünf Elemente als sinnvolle Grenze für ein eigenes Verzeichnis. Da andere Hochschulvorlagen diese Verzeichnisse vor dem Haupttext positionieren, sollte die aktuelle Vorgabe geprüft werden.

Müssen Abbildungen und Tabellen im Text erklärt werden?

Ja. Jede Abbildung, Tabelle, jedes Diagramm und jede Formel muss im Text mit der zugehörigen Nummer erwähnt werden. Der Text muss außerdem erklären, welche Information dargestellt wird und welche Bedeutung sie für die Untersuchung besitzt.

Gehört ein Formelverzeichnis in die Abschlussarbeit?

Ein vollständiges Formelverzeichnis ist nach den Aussagen mehrerer Lehrender normalerweise nicht erforderlich. Ein Formelzeichenverzeichnis für verwendete Symbole und Einheiten kann dagegen notwendig sein. Ein Formelverzeichnis sollte nur bei ausdrücklicher Vorgabe erstellt werden.

Was muss digital mit der Abschlussarbeit abgegeben werden?

Der Leitfaden empfiehlt die Abgabe der Arbeit als PDF sowie aller relevanten Projektunterlagen. Dazu können Rohdaten, Berechnungen, CAD-Dateien, Programmcodes, Versuchsunterlagen, selbsterstellte Darstellungen und gesicherte Internetquellen gehören. Die konkrete Abgabeform ist mit der Betreuung zu klären.

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