Lesedauer: ca. 13 Minuten Artikeltyp: Beispiel

Datenbanken und Datensätze nach Vancouver richtig zitieren

Wenn du Datenbanken oder Datensätze nach Vancouver zitierst, musst du zuerst bestimmen, was du tatsächlich verwendet hast. Eine komplette Datenbank wird anders nachgewiesen als ein einzelner Datensatz, ein bestimmter Datenbankeintrag oder eine ursprünglich an anderer Stelle veröffentlichte Quelle, die du nur über eine Datenbank gefunden hast.

Für wissenschaftliche Arbeiten sind deshalb insbesondere Urheberschaft, Titel, Version oder Release, Herausgeber beziehungsweise Repository, Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum, Abrufdatum sowie eine dauerhafte URL oder DOI entscheidend. Bei dynamischen Datenbeständen solltest du zusätzlich dokumentieren, welche konkrete Fassung oder Abfrage deiner Auswertung zugrunde lag.

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Datenbanken und Datensätze nach Vancouver richtig zitieren

Schnellübersicht

Datensatz nach Vancouver zitieren: Beispiel

Die folgenden Angaben sind fiktiv und zeigen ausschließlich die bibliografische Struktur eines eigenständigen Forschungsdatensatzes.

Im Text

Für die Sekundäranalyse wurde ein öffentlich archivierter Forschungsdatensatz verwendet (1).

Im Literaturverzeichnis

1. Beispiel A, Muster B. Datensatz zur Gesundheitskompetenz von Studierenden [Internet]. Version 2.1. Berlin: Forschungsdatenzentrum Beispiel; 2026 [cited 2026 Sep 30]. Available from: https://doi.org/10.xxxx/beispiel.2026.001

Ein vereinfachtes Schema für einen eigenständigen Online-Datensatz lautet:

Nummer. Autor beziehungsweise verantwortliche Organisation. Titel des Datensatzes [Internet]. Version oder Release. Ort: Herausgeber beziehungsweise Repository; Jahr [cited Jahr Mon Tag]. Available from: DOI oder URL

Die wichtigste Unterscheidung

Datenbank, Datensatz und Datenbankeintrag sind nicht dasselbe. Zitiere genau die Ebene, die du für deine wissenschaftliche Aussage oder Analyse tatsächlich verwendet hast.

Grundlagen

Datenbank, Datensatz und Datenbankeintrag unterscheiden

Die National Library of Medicine behandelt Datenbanken, Retrieval-Systeme und Datensätze als eigenständige Onlinequellen. Gleichzeitig unterscheidet sie zwischen der gesamten Datenbank, einem Teil der Datenbank und einem individuell verantworteten Beitrag innerhalb einer Datenbank.

Quelle Was wird zitiert?
gesamte Datenbank das vollständige Datenbanksystem als Quelle
Datensatz ein abgegrenzter Bestand wissenschaftlicher Daten
Teil einer Datenbank bestimmte Tabelle, Record, Variable oder Datenbereich ohne eigene Autorenschaft
Beitrag zur Datenbank individuell verantworteter Eintrag mit eigener Autorenschaft
ursprüngliche Publikation Artikel, Buch oder Bericht, der nur über eine Datenbank gefunden wurde

Diese Unterscheidung ist für den Vancouver-Nachweis entscheidend, weil sich die Reihenfolge und Art der bibliografischen Angaben danach richtet.

Gesamte Datenbank

Eine komplette Datenbank nach Vancouver zitieren

Wenn sich deine wissenschaftliche Aussage auf die Datenbank als Ganzes bezieht, kannst du die vollständige Datenbank als Quelle nachweisen.

Das gilt beispielsweise, wenn du:

  • die Datenbank als Recherche- oder Informationssystem beschreibst,
  • ihren gesamten Datenbestand charakterisierst,
  • die Datenbank selbst methodisch vergleichst oder
  • ihre Funktion innerhalb eines Forschungsprozesses analysierst.

Schema

Nummer. Autor beziehungsweise Organisation. Titel der Datenbank [Internet]. Version oder Edition. Ort: Herausgeber; Publikationszeitraum [updated Datum; cited Datum]. Available from: URL

Fiktives Beispiel

2. Beispielinstitut. Forschungsdatenbank Gesundheit [Internet]. Berlin: Beispielinstitut; 2020- [updated 2026 Aug 12; cited 2026 Sep 30]. Available from: https://www.beispiel.de/datenbank

Eigenständiger Datensatz

Wissenschaftlichen Datensatz nach Vancouver zitieren

Ein Datensatz ist ein abgegrenzter Datenbestand, der als eigenständige Forschungsressource veröffentlicht und häufig über ein Forschungsdatenrepository bereitgestellt wird.

Typische Beispiele sind:

  • Befragungsdaten,
  • Mess- und Labordaten,
  • klinische Forschungsdaten,
  • statistische Mikrodaten,
  • Bild- oder Sensordaten,
  • Sequenzdaten sowie
  • aufbereitete Sekundärdatensätze.

Bei einem eigenständigen Datensatz solltest du die Angaben der Repository-Landingpage übernehmen und insbesondere auf Urheber, Titel, Version, Veröffentlichungsjahr und persistenten Identifikator achten.

Datensatz wie eine eigenständige Forschungsleistung behandeln

Ein veröffentlichter Datensatz ist nicht lediglich ein Anhang zu einem Artikel. Besitzt er eigene Metadaten, eine Version und einen DOI, sollte er als eigenständige Quelle identifizierbar bleiben.

Teil einer Datenbank

Einzelnen Datenbankeintrag oder eine Tabelle zitieren

Häufig verwendest du nicht die gesamte Datenbank, sondern nur einen konkreten Datensatz, eine Tabelle, einen Record oder einen bestimmten Eintrag.

Besitzt dieser Teil keine eigene individuelle Autorenschaft, wird er nach der NLM-Systematik als Teil der übergeordneten Datenbank behandelt.

Vereinfachtes Schema

Nummer. Datenbankangabe. Bezeichnung oder Nummer des Teils, Titel des Eintrags; Publikations- beziehungsweise Aktualisierungsdatum [cited Datum]. Available from: direkte URL

Der Nachweis sollte möglichst direkt auf den tatsächlich verwendeten Datenbankbereich führen und nicht nur auf die allgemeine Startseite.

Eigene Autorenschaft

Beitrag mit eigener Autorenschaft in einer Datenbank zitieren

Ein Datenbankeintrag kann selbst eine verantwortliche Autorin, einen Autor oder ein eigenes Autorenteam besitzen. In diesem Fall handelt es sich nicht lediglich um einen anonymen Teil der Datenbank, sondern um einen eigenständig verantworteten Beitrag.

3. Beispiel AB. Beschreibung eines Forschungsdatensatzes. 2026 Aug 14 [cited 2026 Sep 30]. In: Forschungsdatenbank Beispiel [Internet]. Berlin: Beispielinstitut. Available from: https://www.beispiel.de/datensatz/123

Entscheidend ist, dass die persönliche oder institutionelle Verantwortlichkeit des konkreten Beitrags tatsächlich ausgewiesen ist.

Originalquelle

Datenbankeintrag oder Originalpublikation zitieren?

Eine der wichtigsten Regeln betrifft Quellen, die du über eine Datenbank gefunden hast, die aber ursprünglich an anderer Stelle veröffentlicht wurden.

Beispiele sind:

  • Journalartikel in PubMed,
  • Bücher in bibliografischen Katalogen,
  • Berichte in Dokumentendatenbanken oder
  • Studien in Literaturdatenbanken.

Wenn du die Originalpublikation selbst verwendet hast, zitierst du grundsätzlich diese Publikationsform.

Datenbank zur Recherche
↓
Originalquelle öffnen
↓
Originalquelle zitieren

Datenbank nicht automatisch zur Quelle machen

Eine Datenbank ist nur dann deine eigentliche Quelle, wenn du Informationen aus dem Datenbankeintrag oder dem Datenbestand selbst verwendest. Wenn du einen Artikel lediglich über die Datenbank gefunden hast, bleibt der Artikel die zu zitierende Quelle.

Verantwortlichkeit

Autor oder Organisation bei Datensätzen bestimmen

Forschungsdaten können von Einzelpersonen, Forschungsgruppen, Hochschulen, Behörden oder anderen Institutionen veröffentlicht werden.

Prüfe deshalb in dieser Reihenfolge:

  1. Ist eine persönliche Urheberschaft angegeben?
  2. Ist eine Forschungsgruppe als verantwortliche Einheit genannt?
  3. Übernimmt eine Institution oder Behörde die inhaltliche Verantwortung?
  4. Beginnt die empfohlene Repository-Zitation ersatzweise mit dem Titel?

Die Betreiberorganisation eines Repositories ist nicht automatisch mit der wissenschaftlichen Urheberschaft des Datensatzes identisch.

Titel

Titel des Datensatzes vollständig übernehmen

Der Titel sollte so übernommen werden, wie er in den offiziellen Metadaten der Datenbank oder des Repositories erscheint.

Vermeide selbst erfundene Kurzformen, wenn der Datensatz eine eindeutige offizielle Bezeichnung besitzt.

Ungenau

Gesundheitsdaten 2026

Präziser

Gesundheitskompetenz von Studierenden in Deutschland: Befragungsdaten 2026

Ein präziser Titel erleichtert die eindeutige Identifikation und die spätere Reproduzierbarkeit deiner Auswertung.

Version

Version, Release und Edition eines Datensatzes angeben

Forschungsdaten können nach ihrer ersten Veröffentlichung korrigiert, ergänzt oder neu aufbereitet werden. Deshalb kann die Version für wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit entscheidend sein.

Version 2.1

Je nach Datenquelle kann stattdessen eine Bezeichnung wie Release, Edition, Data version oder ein Veröffentlichungsstand verwendet werden.

Nicht nur den aktuellen Stand zitieren

Wenn deine Analyse mit Version 2.1 durchgeführt wurde, sollte der Nachweis nicht später stillschweigend auf Version 3.0 verweisen. Die zitierte Fassung muss zu deiner tatsächlichen Datengrundlage passen.

Publikationsdatum

Veröffentlichung und Aktualisierung unterscheiden

Bei Datenbanken und Datensätzen können mehrere zeitliche Angaben nebeneinander relevant sein.

Angabe Bedeutung
Publikationsdatum erstmalige Veröffentlichung der Daten
Versionsdatum Veröffentlichung einer bestimmten Fassung
Update-/Revisionsdatum letzte dokumentierte Änderung
Abrufdatum Zeitpunkt deines tatsächlichen Zugriffs

Besonders bei fortlaufend aktualisierten Datenbanken sollte die zeitliche Einordnung eindeutig bleiben.

Abrufdatum

Abrufdatum bei Online-Datenbanken angeben

Die NLM-Systematik verlangt für Datenbanken, Retrieval-Systeme und Datensätze im Internet ein Datum, an dem die Quelle eingesehen wurde.

[cited 2026 Sep 30]

Das Abrufdatum ist besonders bei dynamischen Datenbeständen wichtig, weil sich Werte, Datensätze oder Metadaten nach deinem Zugriff noch verändern können.

Ist zusätzlich ein Aktualisierungsdatum vorhanden, können beide Angaben gemeinsam erscheinen:

[updated 2026 Aug 12; cited 2026 Sep 30]

Repository

Herausgeber und Forschungsdatenrepository richtig einordnen

Ein Datensatz wird häufig über ein Forschungsdatenrepository veröffentlicht. Dieses Repository kann bibliografisch die Rolle des Herausgebers beziehungsweise der bereitstellenden Institution übernehmen.

Beispiele für Repository-Strukturen sind:

  • institutionelle Forschungsdatenrepositorien,
  • fachspezifische Repositorien,
  • interdisziplinäre Datenarchive und
  • staatliche Forschungsdatenzentren.

Übernimm die Herausgeberangabe möglichst aus der offiziellen Cite-this-dataset- beziehungsweise How-to-cite-Angabe des Repositories.

DOI & URL

DOI oder URL für einen Datensatz verwenden

Viele moderne Forschungsdatensätze erhalten einen Digital Object Identifier (DOI). Dieser ermöglicht einen dauerhaften Verweis auf die zugehörige Landingpage.

https://doi.org/10.xxxx/beispiel.2026.001

Wenn ein persistenter DOI vorhanden ist, eignet er sich in der Regel besser zur dauerhaften Identifikation als eine lange, technisch erzeugte Download-URL.

Besitzt die Quelle keinen DOI, verwendest du die möglichst stabile und direkte URL zur tatsächlich verwendeten Ressource.

Nicht auf die Download-Datei reduzieren

Wenn ein Repository eine dauerhafte Landingpage mit Metadaten und DOI bereitstellt, ist diese für die wissenschaftliche Referenz meist geeigneter als ein temporärer direkter Download-Link.

Dynamische Daten

Dynamische und fortlaufend aktualisierte Datenbank zitieren

Manche Datenbanken verändern ihren Bestand kontinuierlich. Neue Datensätze kommen hinzu, bestehende Werte werden korrigiert oder Zeitreihen aktualisiert.

In solchen Fällen solltest du zusätzlich zur bibliografischen Referenz dokumentieren, welche Daten tatsächlich ausgewertet wurden.

Je nach Datenbank können dazu gehören:

  • Abfragezeitpunkt,
  • Version oder Release,
  • Tabellen- oder Datensatz-ID,
  • Filter und ausgewählte Variablen,
  • Untersuchungszeitraum sowie
  • Exportdatum.

Diese Angaben gehören je nach Umfang in den Quellennachweis, in eine Methodenbeschreibung oder in einen Datenanhang.

Statistikdaten

Statistische Datenbank und selbst erzeugte Tabelle zitieren

Statistikportale ermöglichen häufig individuelle Abfragen. Du wählst beispielsweise Zeitraum, Region, Altersgruppe oder weitere Merkmale aus und erzeugst daraus eine eigene Tabelle.

Dann solltest du nicht lediglich die Startseite des Statistikportals nennen. Der Nachweis muss die verwendete Datenbasis möglichst eindeutig identifizieren.

Sinnvolle Angaben sind:

  • Name der Datenbank,
  • Tabellen- beziehungsweise Datensatznummer,
  • Titel der Statistik,
  • ausgewählte Merkmale oder Filter,
  • Datenstand beziehungsweise Version,
  • Abrufdatum und
  • direkte URL oder persistenter Link.

Datenbank Beispiel [Internet]. Tabelle 12345-01, Bevölkerung nach Altersgruppen und Region; Datenstand 2026 [cited 2026 Sep 30]. Available from: https://www.beispiel.de/tabelle/12345-01

Forschungsdaten

Datensatz aus Zenodo, Dryad oder einem Forschungsrepository zitieren

Forschungsrepositorien stellen häufig bereits eine fertige Zitationsempfehlung zur Verfügung. Diese ist ein guter Ausgangspunkt, sollte aber an die Vancouver-Struktur deiner Arbeit angepasst werden.

Prüfe dabei insbesondere:

  • vollständige Urheberschaft,
  • offiziellen Titel des Datensatzes,
  • Versionsnummer,
  • Repository beziehungsweise Herausgeber,
  • Publikationsjahr,
  • DOI und
  • Abrufdatum.

Eine automatisch exportierte APA- oder Harvard-Zitation solltest du nicht ungeprüft in ein Vancouver-Literaturverzeichnis übernehmen.

Bibliografische Datenbanken

PubMed, Scopus und andere Literaturdatenbanken korrekt einordnen

Bibliografische Datenbanken enthalten Nachweise wissenschaftlicher Publikationen. Sie dienen häufig der Literaturrecherche, sind aber nicht automatisch die Quelle einer fachlichen Aussage.

Wenn du einen in PubMed, Scopus oder einer anderen Datenbank gefundenen Originalartikel gelesen hast, zitierst du den Artikel.

Literaturdatenbank durchsuchen
↓
Publikation identifizieren
↓
Originalpublikation zitieren

Wenn du dagegen den Datenbankeintrag selbst untersuchst, beispielsweise Metadaten, Indexierung oder Suchergebnisstruktur, kann der Datenbankrecord zur eigentlichen Quelle werden.

Sekundäranalyse

Datensatz und zugehörigen Forschungsartikel getrennt zitieren

Zu einem Forschungsprojekt können sowohl ein Journalartikel als auch ein veröffentlichter Datensatz gehören. Beide Ressourcen erfüllen unterschiedliche wissenschaftliche Funktionen.

Du verwendest … Dann zitierst du …
Ergebnisse und Interpretation des Artikels Journalartikel
Rohdaten oder aufbereitete Forschungsdaten Datensatz
Artikel und Datensatz für unterschiedliche Aussagen beide Quellen

Gerade bei Sekundäranalysen sollte der tatsächlich ausgewertete Datensatz eigenständig im Literaturverzeichnis identifizierbar sein.

Im Text & Literaturverzeichnis

Datenbank und Datensatz im Vancouver-Text zitieren

Im Fließtext folgen Datenbanken und Datensätze demselben numerischen Prinzip wie andere Vancouver-Quellen.

Die Sekundäranalyse basiert auf einem öffentlich archivierten Datensatz (6).

Wird derselbe Datensatz später erneut verwendet, bleibt dieselbe Referenznummer erhalten.

Für die Sensitivitätsanalyse wurde erneut auf Datensatz (6) zurückgegriffen.

Der vollständige bibliografische Nachweis steht unter derselben Nummer im Literaturverzeichnis.

Weitere Regeln findest du unter Vancouver-Zitierstil im Text und Vancouver-Literaturverzeichnis .

Fehler vermeiden

Häufige Fehler beim Zitieren von Datenbanken und Datensätzen

Die Datenbank wird zitiert, obwohl ein Artikel verwendet wurde

Wenn du eine Originalpublikation nur über eine Datenbank gefunden hast, zitierst du grundsätzlich die Originalquelle.

Die Startseite ersetzt den konkreten Datensatz

Ein allgemeiner Repository-Link reicht nicht aus, wenn ein bestimmter Datensatz oder Datenbankeintrag verwendet wurde.

Die Version fehlt

Bei veränderlichen Forschungsdaten kann eine fehlende Versionsangabe verhindern, dass deine Datengrundlage eindeutig reproduziert wird.

DOI und Download-Link werden verwechselt

Ein persistenter DOI verweist dauerhaft auf die Ressource beziehungsweise deren Landingpage. Temporäre Download-Links können sich dagegen ändern.

Das Abrufdatum fehlt

Bei NLM-orientierten Online-Datenbanken und Datensätzen dokumentiert [cited ...] den Zeitpunkt des Zugriffs.

Institution und Urheber werden gleichgesetzt

Das Repository stellt einen Datensatz bereit, ist aber nicht zwingend dessen wissenschaftlicher Urheber.

Ein dynamischer Tabellenexport bleibt undokumentiert

Bei selbst erzeugten Abfragen solltest du Tabellen-ID, Filter, Datenstand und Abrufdatum so dokumentieren, dass die Datengrundlage nachvollzogen werden kann.

Artikel und Datensatz werden als dieselbe Quelle behandelt

Ein Forschungsartikel beschreibt Ergebnisse und Interpretation. Der zugehörige Datensatz stellt die Datenbasis bereit. Werden beide genutzt, können beide eigenständig zitiert werden.

Kontrolle

Datenbank oder Datensatz in 10 Schritten richtig zitieren

  1. Bestimme zuerst, ob du eine Datenbank, einen Datensatz, einen Eintrag oder eine Originalpublikation verwendet hast.
  2. Prüfe die persönliche oder institutionelle Verantwortlichkeit.
  3. Übernimm den offiziellen Titel aus den Metadaten.
  4. Erfasse Version, Release oder Edition, soweit vorhanden.
  5. Notiere Herausgeber beziehungsweise Repository.
  6. Prüfe Publikations- und Aktualisierungsdatum.
  7. Ergänze bei Onlinequellen das Abrufdatum.
  8. Verwende bevorzugt DOI oder eine stabile direkte URL.
  9. Dokumentiere bei dynamischen Abfragen Tabellen-ID, Filter und Datenstand.
  10. Ordne den Vollbeleg unter derselben Vancouver-Referenznummer ein wie die erste Nennung im Text.
Merksatz

Zitiere nicht die Plattform, auf der du gesucht hast, sondern die wissenschaftliche Ressource, die du tatsächlich verwendet hast. Eine komplette Datenbank, ein einzelner Datensatz und eine dort gefundene Originalpublikation benötigen unterschiedliche Nachweise.

Teile oder zitiere diesen Artikel

Häufige Fragen & Antworten

Hier findest du kompakte Antworten zum wissenschaftlichen Zitieren von Datenbanken und Datensätzen im Vancouver-Stil.

Wie zitiere ich einen Datensatz nach Vancouver?

Verwende Urheber beziehungsweise verantwortliche Organisation, offiziellen Titel, Version, Repository beziehungsweise Herausgeber, Publikationsjahr, Abrufdatum und eine stabile URL oder DOI. Die genaue Form richtet sich zusätzlich nach den Vorgaben deiner Hochschule oder Fachzeitschrift.

Muss ich die Datenbank oder den einzelnen Datensatz zitieren?

Zitiere die Ebene, die du tatsächlich verwendet hast. Wenn deine Analyse auf einem konkreten Datensatz beruht, sollte dieser Datensatz nachgewiesen werden. Die gesamte Datenbank wird zitiert, wenn sie selbst Gegenstand deiner Aussage ist.

Braucht ein Datensatz ein Abrufdatum?

In der NLM-Systematik gehört bei Datenbanken und Datensätzen im Internet ein Zitier- beziehungsweise Abrufdatum zum Nachweis. Es dokumentiert, wann die verwendete Onlinefassung eingesehen wurde.

Soll ich bei einem Datensatz DOI oder URL angeben?

Ist ein persistenter DOI vorhanden, eignet er sich besonders gut zur dauerhaften Identifikation des Datensatzes. Ohne DOI verwendest du möglichst eine stabile direkte URL zur Ressource oder ihrer offiziellen Landingpage.

Wie zitiere ich eine selbst erzeugte Tabelle aus einer Datenbank?

Identifiziere die zugrunde liegende Datenbank und möglichst die konkrete Tabellen- oder Datensatznummer. Dokumentiere Datenstand, verwendete Filter, Abrufdatum und den direkten beziehungsweise persistenten Link, damit die Abfrage nachvollziehbar bleibt.

Zitiere ich bei PubMed den Datenbankeintrag?

Wenn du den wissenschaftlichen Originalartikel verwendet hast, zitierst du die Journalpublikation. Der PubMed-Eintrag wird nur dann zur eigentlichen Quelle, wenn genau dieser Datenbankrecord Gegenstand deiner Verwendung oder Analyse ist.

Muss ich die Version eines Datensatzes angeben?

Ist eine Version, ein Release oder eine Edition ausgewiesen, sollte diese Angabe übernommen werden. Dadurch bleibt erkennbar, welche konkrete Fassung der Daten deiner wissenschaftlichen Analyse zugrunde lag.

Muss ich Datensatz und zugehörigen Artikel beide zitieren?

Wenn du sowohl Inhalte des Artikels als auch die veröffentlichten Forschungsdaten verwendest, können beide Ressourcen eigenständig zitiert werden. Der Artikel dokumentiert die Publikation, der Datensatz die tatsächlich verwendete Datenressource.

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