Gesetze und Rechtsquellen nach Vancouver richtig zitieren
Wenn du Gesetze und Rechtsquellen nach Vancouver zitierst, gelten besondere Regeln. Rechtliche Dokumente werden nicht in das gewöhnliche Schema für Bücher oder Zeitschriftenartikel gezwungen. Die National Library of Medicine führt Legal Documents deshalb als eigene Quellenart und übernimmt die etablierte juristische Zitierlogik.
Für wissenschaftliche Arbeiten können Gesetze, einzelne Paragraphen und Artikel, Rechtsverordnungen, EU-Rechtsakte, Gerichtsentscheidungen, Gesetzesentwürfe, amtliche Bekanntmachungen, Staatsverträge und weitere Rechtsmaterialien relevant sein. Entscheidend sind Rechtsordnung, amtliche Bezeichnung, Fundstelle, konkrete Norm beziehungsweise Entscheidung und die tatsächlich verwendete Fassung.
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Schnellübersicht
Gesetz nach Vancouver zitieren: Beispiel
Bei deutschen Gesetzen sollte die juristisch übliche Normbezeichnung erhalten bleiben. Die Vancouver-Nummer verbindet die Rechtsquelle mit dem Fließtext.
Im Text
Die vertragliche Hauptleistungspflicht des Verkäufers ergibt sich aus § 433 Abs. 1 BGB (1).
Im Literaturverzeichnis
1. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 2002 (BGBl. I S. 42, 2909; 2003 I S. 738); § 433 Abs. 1.
Ein vereinfachtes Schema für ein deutsches Bundesgesetz lautet:
Nummer. Vollständiger Gesetzestitel (amtliche Abkürzung). Ausfertigungs- beziehungsweise Bekanntmachungsangabe, BGBl.-Fundstelle, gegebenenfalls maßgeblicher Änderungsstand; konkrete Norm.
Die Vancouver-Nummer ersetzt die juristische Fundstelle nicht. Eine Rechtsquelle muss weiterhin so bezeichnet werden, dass Gesetz, Vorschrift, Entscheidung oder sonstiges Rechtsdokument eindeutig identifiziert und wiedergefunden werden kann.
Besonderheit
Wie behandelt Vancouver rechtliche Dokumente?
Die NLM weist ausdrücklich darauf hin, dass die Rechtswissenschaft ein eigenes etabliertes Zitationssystem verwendet. Rechtsdokumente werden deshalb nicht künstlich in das traditionelle Autor-Titel-Verlag-Schema medizinischer oder naturwissenschaftlicher Literatur überführt.
- Die Quelle erhält im Vancouver-Text eine fortlaufende Referenznummer.
- Der Eintrag im Literaturverzeichnis behält die juristisch notwendige Identifikation.
- Die konkrete Rechtsordnung bestimmt die bibliografischen Kernelemente.
- Deutsche Gesetze werden über deutsche amtliche Fundstellen beschrieben.
- EU-Rechtsakte werden mit ihrer Rechtsaktnummer und Amtsblatt- beziehungsweise ELI-Angabe nachgewiesen.
- Gerichtsentscheidungen benötigen Gericht, Datum, Aktenzeichen und gegebenenfalls ECLI.
Kapitel 10 von Citing Medicine enthält vor allem US-amerikanische Bundesgesetze und Gesetzgebungsmaterialien. NLM stellt ausdrücklich klar, dass diese Formate nicht automatisch auf Rechtsdokumente anderer Staaten übertragbar sind. Für deutsche und europäische Quellen bleibt deren amtliche Zitierstruktur maßgeblich.
Rechtsquellen
Welche Gesetze und Rechtsquellen können zitiert werden?
Für wissenschaftliche Arbeiten können unterschiedliche Normen und rechtlich relevante Dokumente als Primärquellen dienen.
| Quelle | Wichtige Identifikation |
|---|---|
| Bundesgesetz | Gesetzestitel, Abkürzung, BGBl.-Fundstelle, Norm |
| Landesgesetz | Gesetzestitel, Landesfundstelle, Norm |
| Rechtsverordnung | Verordnungstitel, amtliche Fundstelle, Vorschrift |
| Satzung | Satzungstitel, erlassende Körperschaft, Fassung, Vorschrift |
| EU-Verordnung | Rechtsaktnummer, Datum, Titel, ABl./ELI, Artikel |
| EU-Richtlinie | Richtliniennummer, Datum, Titel, ABl./ELI, Artikel |
| EU-Beschluss | Beschlussnummer, Datum, Titel, ABl./ELI |
| Gerichtsentscheidung | Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen, ECLI/Fundstelle |
| Gesetzesentwurf / Drucksache | Institution, Drucksachennummer, Wahlperiode, Datum |
| Staatsvertrag / Übereinkommen | Vertragstitel, Datum, Vertragsparteien, amtliche Fundstelle |
| Verwaltungsvorschrift | Titel, erlassende Behörde, Datum, amtliche Fundstelle |
Ein Kommentar, Lehrbuchkapitel oder Fachartikel über ein Gesetz ist dagegen Sekundärliteratur und wird nach seiner tatsächlichen Publikationsform zitiert.
Deutsches Gesetz
Deutsches Bundesgesetz nach Vancouver zitieren
Bei deutschen Bundesgesetzen solltest du den amtlichen Langtitel beziehungsweise die etablierte Gesetzesbezeichnung und die amtliche Abkürzung verwenden. Das Portal Gesetze im Internet stellt dafür bei den Normen ein Vollzitat bereit.
Vereinfachte Form
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 433 Abs. 1.
Ausführlichere Form
1. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 2002 (BGBl. I S. 42, 2909; 2003 I S. 738); § 433 Abs. 1.
Wie ausführlich die Referenz ausfallen soll, richtet sich zusätzlich nach deinem Hochschulleitfaden. Die gewählte Struktur sollte innerhalb der Arbeit konsequent bleiben.
Einzelne Norm
Paragraph, Absatz, Satz und Nummer richtig angeben
Wenn deine Aussage auf einer bestimmten Rechtsnorm beruht, sollte diese so präzise wie möglich lokalisiert werden.
§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB
Eine typische Reihenfolge lautet:
§ → Absatz → Satz → Nummer → Buchstabe → Gesetzesabkürzung
Beispielsweise:
§ 4 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a BeispielG
Bei Verfassungs- und Unionsrecht wird häufig Art. verwendet.
Wenn deine Aussage aus einer bestimmten Vorschrift folgt, erhöht die Angabe von Absatz, Satz oder Nummer die Nachprüfbarkeit. Ein bloßer Verweis auf das gesamte Gesetz ist dann zu ungenau.
Gesetzbuch
Gesetzbuch und einzelnes Gesetz unterscheiden
Gesetzbücher wie BGB, StGB oder Sozialgesetzbücher enthalten zahlreiche systematisch zusammengefasste Vorschriften. Für den konkreten Nachweis bleibt die tatsächlich verwendete Norm entscheidend.
§ 823 Abs. 1 BGB
Bei einem Spezialgesetz wird entsprechend dessen amtliche Abkürzung verwendet:
§ 3 Abs. 1 BeispielG
Im Literaturverzeichnis sollte eindeutig erkennbar bleiben, welche Rechtsquelle hinter der verwendeten Abkürzung steht.
Amtliche Fundstelle
Bundesgesetzblatt und „Gesetze im Internet“ unterscheiden
Das Bundesgesetzblatt ist das Verkündungsorgan des Bundes für Gesetze und Rechtsverordnungen. Seit dem 1. Januar 2023 wird die amtliche Fassung elektronisch über die Verkündungsplattform des Bundes bereitgestellt.
Gesetze im Internet bietet dagegen konsolidierte Fassungen des geltenden Bundesrechts. Das Angebot ist sehr hilfreich für den aktuellen Normtext; die konsolidierten Onlinefassungen sind jedoch nicht selbst die amtliche Verkündungsfassung.
| Quelle | Funktion |
|---|---|
| Bundesgesetzblatt | amtliche Verkündung von Gesetzen und Rechtsverordnungen |
| Gesetze im Internet | konsolidierter aktueller Normtext und bibliografische Vollzitate |
Für historische Untersuchungen kann die konkrete Verkündungsfassung entscheidend sein. Für Aussagen zum aktuell geltenden Recht ist der maßgebliche konsolidierte Normstand zu prüfen.
Fassung
Aktuelle, historische und geänderte Gesetzesfassungen zitieren
Gesetze ändern sich. Deshalb muss aus deiner Quellenangabe beziehungsweise aus dem methodischen Kontext hervorgehen, welche Fassung für deine Aussage maßgeblich ist.
- aktuell geltende Fassung,
- Fassung zu einem bestimmten Untersuchungszeitpunkt,
- ursprüngliche Gesetzesfassung,
- Fassung vor oder nach einem Änderungsgesetz,
- verkündete, aber erst künftig in Kraft tretende Regelung.
Maßgeblich ist die Fassung, die für den untersuchten Zeitpunkt galt.
Gerade bei rechtsgeschichtlichen, gesundheitsrechtlichen oder sozialrechtlichen Untersuchungen kann die falsche Gesetzesfassung zu einer sachlich falschen Schlussfolgerung führen.
Rechtsverordnung
Rechtsverordnung nach Vancouver zitieren
Rechtsverordnungen sind eigenständige Rechtsnormen und sollten mit ihrem amtlichen Titel, ihrer Abkürzung, der amtlichen Fundstelle und der konkreten Vorschrift nachgewiesen werden.
Nummer. Titel der Verordnung (Abkürzung), amtliche Fundstelle; § beziehungsweise Art. X.
Auch hier solltest du zwischen ursprünglicher Verkündungsfassung und konsolidiertem aktuellen Text unterscheiden. Der Onlineabruf verändert die Quellenart nicht.
Weitere nationale Rechtsmaterialien
Satzungen und Verwaltungsvorschriften zitieren
Satzung
Bei einer Satzung sind typischerweise Titel, erlassende Körperschaft, Beschluss- beziehungsweise Bekanntmachungsdatum, Fassung und konkrete Vorschrift relevant.
Beispiel-Universität. Prüfungsordnung für den Masterstudiengang Beispielwissenschaft; Fassung vom 15. April 2026. § 12 Abs. 3.
Verwaltungsvorschrift
Bei Verwaltungsvorschriften sollten erlassende Behörde, vollständiger Titel, Datum, Geschäftszeichen beziehungsweise amtliche Fundstelle und die verwendete Ziffer dokumentiert werden.
Gesetz, Rechtsverordnung, Satzung und Verwaltungsvorschrift besitzen unterschiedliche rechtliche Funktionen. Die Quellenangabe sollte diese Einordnung nicht verwischen.
Gesetzgebungsmaterialien
Gesetzesentwurf und Bundestagsdrucksache zitieren
Für die Untersuchung einer Gesetzgebungsgeschichte können Entwürfe, Begründungen, Ausschussberichte und Parlamentsdrucksachen wichtige Primärquellen sein. Ein Gesetzesentwurf ist jedoch noch kein geltendes Gesetz.
Vereinfachtes Schema
Deutscher Bundestag. Entwurf eines Gesetzes zur Beispielregelung. BT-Drs. 20/12345. Berlin; 2026.
Je nach Dokument können Wahlperiode, Datum, Urheber des Entwurfs und konkrete Seiten relevant sein.
NLM führt für US-amerikanische Rechtsdokumente vergleichbare Kategorien wie Unenacted Bills, Congressional Hearings und Congressional Reports auf. Für deutsche Materialien solltest du die deutschen amtlichen Dokumentbezeichnungen verwenden.
EU-Verordnung
EU-Verordnung nach Vancouver zitieren
Eine EU-Verordnung wird anhand ihrer offiziellen Rechtsaktbezeichnung, Nummer, ihres Datums, Titels und ihrer Fundstelle im Amtsblatt der Europäischen Union identifiziert.
Verordnung (EU) Jahr/Nummer des Europäischen Parlaments und des Rates vom Datum über …; ABl. L …; Art. X.
Moderne EUR-Lex-Dokumente besitzen zusätzlich einen European Legislation Identifier (ELI), der als dauerhafte elektronische Fundstelle dienen kann.
ELI: http://data.europa.eu/eli/...
Eine EU-Verordnung bleibt ein Rechtsakt und wird nicht als gewöhnliche Webseite zitiert.
EU-Richtlinie
EU-Richtlinie nach Vancouver zitieren
Bei einer EU-Richtlinie werden ebenfalls Rechtsaktnummer, erlassende Organe, Datum, vollständiger Titel und Amtsblattfundstelle angegeben.
Richtlinie (EU) Jahr/Nummer des Europäischen Parlaments und des Rates vom Datum über …; ABl. L ….
Bei einer konkreten Vorschrift ergänzt du den Artikel:
Art. 6 Abs. 1.
Eine Richtlinie und das nationale Gesetz zu ihrer Umsetzung sind verschiedene Rechtsquellen. Zitiere diejenige Norm, auf die sich deine Aussage tatsächlich bezieht.
Weitere EU-Rechtsakte
EU-Beschlüsse, Empfehlungen und Verträge zitieren
Neben Verordnungen und Richtlinien existieren weitere europäische Rechtsakte und Rechtsmaterialien:
- Beschlüsse beziehungsweise Decisions,
- delegierte Rechtsakte,
- Durchführungsverordnungen und Durchführungsbeschlüsse,
- Empfehlungen und Stellungnahmen,
- Primärrecht wie EUV und AEUV.
Verwende jeweils die offizielle Dokumentbezeichnung und Amtsblattfundstelle.
Art. 267 AEUV
Empfehlungen und Stellungnahmen besitzen eine andere Rechtswirkung als verbindliche Verordnungen. Diese Differenz sollte auch in deiner wissenschaftlichen Argumentation erkennbar bleiben.
Gerichtsurteil
Deutsche Gerichtsentscheidung nach Vancouver zitieren
Gerichtliche Entscheidungen werden nicht nach einem klassischen Autor-Jahr-Schema beschrieben. Für die eindeutige Identifikation sind insbesondere Gericht, Entscheidungsart, Datum und Aktenzeichen wichtig.
Nummer. Gericht. Urteil beziehungsweise Beschluss vom Datum – Aktenzeichen; gegebenenfalls ECLI und amtliche beziehungsweise etablierte Fundstelle.
Bei einer konkreten Aussage aus der Entscheidung solltest du zusätzlich die relevante Randnummer angeben, soweit die Entscheidung Randnummern besitzt.
Rn. 42.
Offizielle Entscheidungsdatenbanken des Bundes stellen unter anderem Entscheidungsdatum, Aktenzeichen, Leitsätze und relevante Rechtsnormen bereit.
ECLI
ECLI bei deutschen und europäischen Urteilen verwenden
Der European Case Law Identifier (ECLI) ermöglicht die eindeutige Identifikation gerichtlicher Entscheidungen in Europa.
- Präfix ECLI,
- Länder- beziehungsweise EU-Code,
- Gerichtscode,
- Entscheidungsjahr,
- eindeutige Ordnungsnummer.
ECLI:EU:C:2005:446
Für Entscheidungen des Gerichtshofs der Europäischen Union nennt das Gericht selbst Entscheidungsdatum, Rechtssachenname, Aktenzeichen und ECLI als zentrale Angaben.
Der ECLI ergänzt die klassische Gerichts- und Aktenzeichenangabe um einen europaweit standardisierten Identifikator und eignet sich besonders für elektronische Rechtsprechungsquellen.
EuGH & EuG
Entscheidung des EuGH oder EuG zitieren
Der Gerichtshof der Europäischen Union verwendet eine eigene standardisierte Zitierweise.
Urteil des Gerichtshofs vom Datum, Name der Rechtssache, C-xxx/xx, ECLI:EU:C:Jahr:Nummer.
Für Entscheidungen des Gerichts beginnt das Aktenzeichen typischerweise mit T-, für den Gerichtshof mit C-.
Bei einer konkreten Passage ergänzt du die Randnummer:
Rn. 37.
Die elektronische CURIA-Fundstelle kann zusätzlich aufgenommen werden, wenn der Zitierleitfaden Onlineadressen verlangt.
Internationale Rechtsquellen
Staatsverträge und internationale Übereinkommen zitieren
Völkerrechtliche Verträge und internationale Übereinkommen sollten anhand ihrer offiziellen Bezeichnung und einer belastbaren amtlichen Fundstelle zitiert werden.
- vollständiger Vertragstitel,
- Abschluss- beziehungsweise Unterzeichnungsdatum,
- Vertragsparteien oder internationale Organisation,
- amtliche Vertragssammlung beziehungsweise Gesetzblattfundstelle,
- Inkrafttretensdatum, soweit für die Aussage relevant,
- konkreter Artikel.
Wenn ein internationales Übereinkommen durch ein deutsches Zustimmungsgesetz veröffentlicht wurde, kann zusätzlich die entsprechende Bundesgesetzblatt-Fundstelle relevant sein.
Online-Rechtsquelle
Gesetz oder Rechtsquelle aus dem Internet zitieren
Dass ein Gesetz, Urteil oder EU-Rechtsakt online abgerufen wird, verändert seine Quellenart nicht.
Rechtsquelle
↓
amtliche Identifikation bestimmen
↓
Gesetz, Urteil oder Rechtsakt zitieren
Eine URL kann als zusätzliche elektronische Fundstelle sinnvoll sein. Sie sollte die juristischen Kerndaten jedoch nicht ersetzen.
Bevorzuge nach Möglichkeit amtliche Angebote wie Bundesgesetzblatt, Gesetze im Internet, Landesrechtsportale, amtliche Rechtsprechungsdatenbanken, EUR-Lex oder CURIA.
Wenn ein Gesetz oder Urteil über eine private Website auffindbar ist, solltest du für den wissenschaftlichen Nachweis nach Möglichkeit die amtliche Rechtsquelle beziehungsweise offizielle Datenbank verwenden.
Im Text & Literaturverzeichnis
Rechtsquelle im Vancouver-Text zitieren
In einer Vancouver-Arbeit kann eine Rechtsquelle wie andere Quellen eine fortlaufende Referenznummer erhalten.
Die gesetzliche Verpflichtung ergibt sich aus § 433 Abs. 1 BGB (4).
Bei einer späteren erneuten Verwendung derselben Rechtsquelle bleibt die Referenznummer bestehen.
Die korrespondierende Pflicht des Käufers ist in derselben Vorschrift geregelt (4).
Ob die Norm zusätzlich direkt im Fließtext genannt wird, richtet sich nach Fach- und Hochschulvorgaben. In rechtsnahen wissenschaftlichen Arbeiten ist die Kombination aus Normbezeichnung und Vancouver-Nummer besonders transparent.
Die allgemeinen Nummerierungsregeln findest du unter Vancouver-Zitierstil im Text.
Fehler vermeiden
Häufige Fehler beim Zitieren von Gesetzen und Rechtsquellen
Ein Gesetz wird wie eine normale Webseite zitiert
Die URL ist der Zugangsweg. Die eigentliche Quelle bleibt das Gesetz mit amtlicher Bezeichnung und Fundstelle.
Die Vancouver-Nummer ersetzt die Normangabe
Eine Referenznummer allein zeigt nicht, welche Vorschrift innerhalb eines umfangreichen Gesetzes die Aussage trägt.
Aktuelle und historische Gesetzesfassung werden verwechselt
Bei zeitbezogenen Untersuchungen muss diejenige Fassung verwendet werden, die für den untersuchten Zeitraum maßgeblich war.
Gesetze im Internet wird mit dem Bundesgesetzblatt gleichgesetzt
Gesetze im Internet stellt konsolidiertes Bundesrecht bereit. Die amtliche Verkündung erfolgt im Bundesgesetzblatt.
EU-Richtlinie und nationales Umsetzungsgesetz werden gleichgesetzt
Beide Dokumente sind eigenständige Rechtsquellen und können unterschiedliche Aussagen belegen.
Gesetzesentwurf wird wie geltendes Recht behandelt
Entwürfe und Drucksachen dokumentieren den Gesetzgebungsprozess, stellen aber noch kein bereits geltendes Gesetz dar.
Urteil wird ohne Aktenzeichen zitiert
Gericht, Datum und Aktenzeichen gehören zu den zentralen Identifikationsmerkmalen einer gerichtlichen Entscheidung.
Kommentar wird als Gesetz zitiert
Ein juristischer Kommentar ist Sekundärliteratur. Wenn deine Aussage aus dem Kommentar stammt, muss dieser nach seiner Buch- oder Beitragsstruktur zitiert werden.
Kontrolle
Gesetze und Rechtsquellen in 12 Schritten richtig zitieren
- Bestimme zuerst Rechtsquellenart und Rechtsordnung.
- Prüfe, ob Gesetz, Verordnung, Urteil, EU-Rechtsakt oder Gesetzgebungsmaterial vorliegt.
- Übernimm die amtliche Bezeichnung und etablierte Abkürzung.
- Lokalisiere die konkrete Vorschrift mit § beziehungsweise Art., Absatz, Satz oder Nummer.
- Erfasse die amtliche Fundstelle wie BGBl. oder ABl. EU.
- Prüfe bei Gesetzen den maßgeblichen Fassungs- und Änderungsstand.
- Unterscheide konsolidierte Texte von historischen Verkündungsfassungen.
- Dokumentiere bei Urteilen Gericht, Entscheidungsart, Datum und Aktenzeichen.
- Ergänze ECLI und Randnummer, soweit vorhanden und erforderlich.
- Behandle EU-Rechtsakte nach ihrer offiziellen Amtsblatt-/EUR-Lex-Struktur.
- Verwende Online-URLs ergänzend und bevorzuge amtliche Rechtsportale.
- Ordne die Rechtsquelle unter derselben Vancouver-Referenznummer ein wie bei ihrer ersten Verwendung im Text.
Vancouver nummeriert die Rechtsquelle, die Rechtsordnung bestimmt ihre bibliografische Form. Gesetze brauchen Norm und amtliche Fundstelle, Gerichtsentscheidungen Gericht und Aktenzeichen, EU-Rechtsakte ihre offizielle Rechtsakt- und Amtsblattangabe.
Häufige Fragen & Antworten
Hier findest du kompakte Antworten zum Zitieren von Gesetzen, Urteilen und weiteren Rechtsquellen im Vancouver-Stil.
Wie zitiere ich ein Gesetz nach Vancouver?
Verwende die Vancouver-Referenznummer und erhalte zugleich die juristische Identifikation des Gesetzes. Bei deutschen Gesetzen gehören insbesondere Gesetzestitel beziehungsweise Abkürzung, amtliche Fundstelle und die konkret verwendete Norm in den Nachweis.
Gehören Paragraph und Absatz in die Quellenangabe?
Wenn deine Aussage auf einer konkreten Vorschrift beruht, solltest du diese möglichst genau mit Paragraph beziehungsweise Artikel, Absatz, Satz, Nummer oder Buchstabe lokalisieren.
Muss ich bei einem Online-Gesetz ein Abrufdatum angeben?
Bei einer amtlich identifizierten Rechtsnorm bleibt die juristische Fundstelle entscheidend. Ob zusätzlich URL und Abrufdatum verlangt werden, richtet sich nach dem Hochschulleitfaden. Bei veränderlichen konsolidierten Onlinefassungen kann ein Abrufdatum die verwendete Fassung zusätzlich dokumentieren.
Ist Gesetze im Internet eine amtliche Gesetzesfassung?
Das Portal stellt konsolidierte Fassungen des deutschen Bundesrechts bereit. Die dort abrufbaren konsolidierten Texte sind nicht die amtliche Verkündungsfassung. Die amtliche Fassung des Bundesgesetzblatts wird über die Verkündungsplattform des Bundes bereitgestellt.
Wie zitiere ich eine EU-Verordnung nach Vancouver?
Übernimm die offizielle Bezeichnung des Rechtsakts mit Verordnungsnummer, erlassenden Organen, Datum, Titel und Amtsblattfundstelle. Bei Bedarf ergänzt du den konkreten Artikel und den ELI als dauerhafte elektronische Fundstelle.
Wie zitiere ich ein Gerichtsurteil nach Vancouver?
Eine Gerichtsentscheidung wird über Gericht, Entscheidungsart, Datum und Aktenzeichen identifiziert. ECLI, amtliche Fundstelle und Randnummer können die Referenz ergänzen. Die Quelle erhält innerhalb einer Vancouver-Arbeit zusätzlich ihre fortlaufende Referenznummer.
Was ist der ECLI bei einem Urteil?
ECLI steht für European Case Law Identifier. Der standardisierte Identifikator enthält Angaben zur Rechtsordnung, zum Gericht, zum Entscheidungsjahr und eine eindeutige Nummer. Er erleichtert die europaweite Auffindbarkeit gerichtlicher Entscheidungen.
Zitiere ich einen Gesetzeskommentar wie ein Gesetz?
Nein. Ein Gesetzeskommentar ist wissenschaftliche Sekundärliteratur. Er wird nach seiner tatsächlichen Publikationsform als Buch, mehrbändiges Werk oder Beitrag zitiert. Das Gesetz selbst bleibt eine separate Rechtsquelle.
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