Preprints und Vorveröffentlichungen nach Vancouver richtig zitieren
Wenn du einen Preprint nach Vancouver zitierst, musst du den Publikationsstatus der Quelle eindeutig kenntlich machen. Ein Preprint ist eine öffentlich zugängliche wissenschaftliche Manuskriptfassung, die vor der formalen Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift bereitgestellt wird und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf dem Preprint-Server üblicherweise noch kein reguläres Journal-Peer-Review durchlaufen hat.
Vorveröffentlichungen können beispielsweise vollständige Forschungsartikel, Studienmanuskripte, Working Papers oder andere frühe wissenschaftliche Manuskriptfassungen sein. Entscheidend ist weniger die Bezeichnung des Dokuments als sein tatsächlicher Publikationsstatus. Dissertationen und Abschlussarbeiten bleiben dagegen eigenständige Hochschulschriften und werden separat zitiert.
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Schnellübersicht
Preprint nach Vancouver zitieren: Beispiel
Das folgende Beispiel ist fiktiv und zeigt eine Vancouver-/ICMJE-orientierte Referenz für einen öffentlich zugänglichen Preprint.
Im Text
Erste Ergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen den untersuchten Variablen hin (1).
Im Literaturverzeichnis
1. Berger AB, König CD. Digital research competencies among university students [Preprint]. medRxiv. 2026 Sep 18 [cited 2026 Oct 2]. doi: 10.xxxx/2026.09.18.xxxxxx. Available from: https://doi.org/10.xxxx/2026.09.18.xxxxxx
Ein vereinfachtes Schema lautet:
Nummer. Autor AA, Autor BB. Titel [Preprint]. Preprint-Server beziehungsweise Repository. Jahr Mon Tag [cited Jahr Mon Tag]. DOI. Available from: URL
Der Preprint-Status muss in der Referenz erkennbar sein. Das ICMJE verlangt bei zitierten Preprints eine eindeutige Kennzeichnung und empfiehlt, vorhandene DOI- und Linkangaben zum Preprint aufzunehmen.
Definition
Was ist ein Preprint?
Ein Preprint ist eine wissenschaftliche Manuskriptfassung, die öffentlich zugänglich gemacht wird, bevor sie als regulärer Fachartikel veröffentlicht wurde.
In vielen Fachgebieten erfolgt die Veröffentlichung über einen spezialisierten Preprint-Server. Typische Merkmale sind:
- öffentlich zugängliches wissenschaftliches Manuskript,
- klar ausgewiesener Preprint-Status,
- noch keine reguläre Journalpublikation zum Zeitpunkt der Einstellung,
- häufig noch kein abgeschlossenes Journal-Peer-Review,
- eigene bibliografische Metadaten,
- häufig ein persistenter DOI und
- mögliche spätere Versionen oder eine spätere Journalpublikation.
Das ICMJE beschreibt Preprints ausdrücklich als öffentlich bereitgestellte wissenschaftliche Arbeiten vor dem regulären Peer-Review- und Publikationsprozess eines Journals.
Vorveröffentlichung
Was bedeutet Vorveröffentlichung bei wissenschaftlichen Arbeiten?
Der deutsche Begriff Vorveröffentlichung ist weiter als der Begriff Preprint. Er beschreibt grundsätzlich eine Fassung, die vor der endgültigen formalen Publikation öffentlich verfügbar ist.
Im wissenschaftlichen Publikationsprozess können mehrere Vorstufen auftreten:
| Fassung | Publikationsstatus |
|---|---|
| Preprint | öffentliches Manuskript vor regulärer Journalpublikation |
| Working Paper | vorläufige wissenschaftliche Arbeit, häufig Teil einer Working-Paper-Reihe |
| unveröffentlichtes Manuskript | nicht zwingend öffentlich zugängliche Manuskriptfassung |
| Accepted Manuscript | bereits begutachtete und akzeptierte Autorenfassung |
| Online First / Ahead of Print | bereits journalveröffentlichter Artikel vor Zuordnung zu Heft oder Printausgabe |
| Version of Record | endgültige veröffentlichte Journalfassung |
Für die Vancouver-Zitation ist deshalb zuerst zu bestimmen, welche Fassung tatsächlich vorliegt.
Peer Review
Preprint und Peer Review unterscheiden
Ein klassischer Preprint ist beim öffentlichen Einstellen auf einem Preprint-Server noch nicht durch das reguläre Peer-Review-Verfahren einer Fachzeitschrift bestätigt.
Gerade in Medizin, Gesundheitswissenschaften und anderen evidenzsensiblen Fachgebieten ist diese Information für die wissenschaftliche Bewertung relevant.
Preprint = wissenschaftliche Quelle mit vorläufigem Publikationsstatus.
Der fehlende Journal-Peer-Review bedeutet nicht automatisch, dass die Forschung fehlerhaft ist. Ergebnisse, Methoden und Schlussfolgerungen können sich jedoch im späteren Begutachtungs- und Publikationsprozess noch verändern.
Die Kennzeichnung [Preprint] informiert Leser darüber, dass eine vorläufige wissenschaftliche Fassung und keine reguläre Journal-Endfassung zitiert wird.
Studienpapier
Ist ein Studienpapier automatisch ein Preprint?
Begriffe wie Studienpapier, Research Paper oder Study Manuscript beschreiben nicht automatisch einen eindeutigen bibliografischen Publikationstyp.
Für die Einordnung solltest du prüfen:
- Ist das Dokument öffentlich zugänglich?
- Wird es ausdrücklich als Preprint bezeichnet?
- Ist eine spätere Journalpublikation vorgesehen oder bereits vorhanden?
- Wurde das Dokument in einer Working-Paper- oder Reportserie veröffentlicht?
- Besitzt es eine eigene Version, DOI oder Repository-Kennung?
Ein öffentliches Studienmanuskript auf einem Preprint-Server kann ein Preprint sein. Ein institutioneller Studienbericht kann dagegen bibliografisch ein Bericht sein.
„Studienpapier“ bestimmt die Quellenart nicht. Entscheidend sind Veröffentlichungsform, Publikationsstatus und die Metadaten der tatsächlich verwendeten Quelle.
Working Paper
Working Paper und Preprint unterscheiden
Ein Working Paper ist eine vorläufige wissenschaftliche Arbeit, die besonders in Wirtschafts-, Sozial- und Politikwissenschaften verbreitet ist.
Working Paper und Preprint können sich überschneiden, sind jedoch keine identischen Begriffe.
| Preprint | Working Paper |
|---|---|
| Publikationsstatus vor formaler Journalpublikation | vorläufige wissenschaftliche Arbeit beziehungsweise Serienpublikation |
| häufig auf Preprint-Server | häufig in institutioneller Working-Paper-Reihe |
| spätere Journalpublikation häufig vorgesehen | spätere Journalpublikation möglich, aber nicht zwingend |
| Status sollte als Preprint markiert sein | Working-Paper-Nummer oder Serie kann zentral sein |
Wird ein Dokument offiziell als Working Paper innerhalb einer institutionellen Serie veröffentlicht, solltest du diese Serienstruktur übernehmen. Wird dieselbe Arbeit zusätzlich ausdrücklich als Preprint bereitgestellt, ist die von dir verwendete Fassung maßgeblich.
Unveröffentlichtes Manuskript
Preprint und unveröffentlichtes Manuskript unterscheiden
Ein Preprint ist öffentlich zugänglich. Ein unveröffentlichtes Manuskript kann dagegen ausschließlich intern, bei den Autoren oder in einem laufenden Einreichungsverfahren vorliegen.
Das ICMJE unterscheidet entsprechend:
- öffentlich zugängliche Preprints können als Preprints zitiert werden,
- angenommene, noch nicht veröffentlichte Arbeiten können als „in press“ oder „forthcoming“ bezeichnet werden,
- eingereichte, aber noch nicht angenommene Manuskripte sollten nicht wie veröffentlichte Literatur behandelt werden.
Informationen aus nicht angenommenen Manuskripten behandelt das ICMJE eher als unveröffentlichte Informationen beziehungsweise unpublished observations.
Accepted Manuscript
Accepted Manuscript ist kein klassischer Preprint
Ein Accepted Manuscript hat das Peer Review bereits durchlaufen und wurde von einer Fachzeitschrift zur Veröffentlichung angenommen.
Diese Fassung befindet sich damit in einer anderen Publikationsphase als ein Preprint.
Preprint
↓
Einreichung & Peer Review
↓
Accepted Manuscript
↓
Version of Record
Das ICMJE empfiehlt für bereits akzeptierte, aber noch nicht vollständig veröffentlichte Arbeiten die Kennzeichnung in press beziehungsweise forthcoming.
Online First
Preprint und Online ahead of print nicht verwechseln
Ein Artikel mit der Kennzeichnung Online First, Online ahead of print oder Epub ahead of print ist in der Regel bereits durch den Journalprozess gegangen und elektronisch veröffentlicht.
PubMed weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Online-First-Artikel nicht mit Preprints gleichgesetzt werden sollten.
| Preprint | Online ahead of print |
|---|---|
| vor oder während Journal-Peer-Review | bereits akzeptierte/veröffentlichte Journalfassung |
| Preprint-Server | Website des Journals beziehungsweise Verlags |
| [Preprint] kennzeichnen | als Journalartikel zitieren |
Die ausführliche Journalstruktur findest du unter Zeitschriftenartikel nach Vancouver zitieren.
Preprint-Server
Preprint-Server als Veröffentlichungsplattform
Preprints werden häufig über fachliche oder interdisziplinäre Repositorien veröffentlicht.
Bekannte Beispiele sind:
- arXiv für zahlreiche mathematische, physikalische und technische Fachgebiete,
- bioRxiv für Lebenswissenschaften,
- medRxiv für Gesundheitswissenschaften und Medizin,
- Research Square für verschiedene Forschungsbereiche sowie
- fachliche und institutionelle Repositorien.
Ein geeigneter Preprint-Server sollte den Status der Arbeit klar darstellen und Versionen, Metadaten sowie spätere Publikationsverknüpfungen nachvollziehbar dokumentieren.
Das ICMJE empfiehlt insbesondere für biomedizinische Preprints Archive, die den fehlenden Peer-Review-Status deutlich anzeigen, Interessenkonflikte und Finanzierung dokumentieren und spätere Publikationsversionen verknüpfen können.
DOI
DOI eines Preprints richtig verwenden
Viele Preprint-Server vergeben bereits vor der Journalpublikation einen eigenen Digital Object Identifier (DOI).
doi: 10.1101/2026.09.18.xxxxxx
Der DOI des Preprints ist bibliografisch vom späteren DOI der veröffentlichten Journalfassung zu unterscheiden.
Crossref behandelt Preprint und finale Publikation als unterschiedliche zitierfähige Objekte, die miteinander verknüpft werden können.
Ein Preprint kann einen regulären DOI besitzen und trotzdem ungeprüfte Vorveröffentlichung sein. Der Identifikator bestätigt die dauerhafte Auffindbarkeit, nicht den Peer-Review-Status.
Versionen
Version eines Preprints angeben
Preprints können nach ihrer ersten Veröffentlichung überarbeitet und als neue Version hochgeladen werden.
Mögliche Kennzeichnungen sind beispielsweise:
Version 1 / v2 / Version 3
Wenn der Server eine Version eindeutig ausweist, sollte dein Quellenbeleg erkennen lassen, welche Fassung du verwendet hast.
Diese Unterscheidung ist relevant, weil sich:
- Ergebnisse,
- Datensätze,
- Abbildungen,
- statistische Analysen und
- Schlussfolgerungen
zwischen Preprint-Versionen verändern können.
Datum
Veröffentlichungs- und Abrufdatum eines Preprints
Ein Preprint besitzt mindestens ein Datum der öffentlichen Bereitstellung. Bei mehreren Versionen kann jede Revision zusätzlich ein eigenes Versionsdatum besitzen.
2026 Sep 18 [cited 2026 Oct 2]
Für wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit sind damit zwei Zeitpunkte zu unterscheiden:
| Datum | Bedeutung |
|---|---|
| Posting-/Versionsdatum | Veröffentlichung der verwendeten Preprint-Fassung |
| Abrufdatum | Zeitpunkt, an dem du die Onlinequelle eingesehen hast |
Gerade bei schnell überarbeiteten Vorveröffentlichungen verbessert diese zeitliche Dokumentation die Reproduzierbarkeit.
Autorenschaft
Autoren eines Preprints zitieren
Die Autorenschaft wird aus den Metadaten des Preprint-Servers beziehungsweise der konkreten Manuskriptfassung übernommen.
Dabei gelten dieselben Grundprinzipien wie bei anderen wissenschaftlichen Quellen:
- Reihenfolge der Autoren beibehalten,
- Namen nicht alphabetisch neu sortieren,
- Gruppen- beziehungsweise Konsortialautoren berücksichtigen und
- Änderungen zwischen verschiedenen Versionen prüfen.
Wenn sich die Autorengruppe zwischen einer Preprint-Version und der späteren Journalpublikation verändert, sind beide Fassungen bibliografisch nicht einfach austauschbar.
Zitierstruktur
Preprint im Vancouver-Literaturverzeichnis
Das ICMJE verlangt, dass eine Preprint-Referenz ihren Status ausdrücklich erkennen lässt. Außerdem sollen Link und DOI aufgenommen werden, wenn der Preprint-Server diese bereitstellt.
Eine praktikable Vancouver-/ICMJE-orientierte Struktur lautet:
Nummer. Autor AA, Autor BB. Titel [Preprint]. Repository beziehungsweise Preprint-Server. Veröffentlichungsdatum [cited Abrufdatum]. DOI. Available from: URL
Besitzt der Server eine eindeutige Versionsangabe, sollte sie zusätzlich aufgenommen werden.
Spätere Publikation
Preprint oder später veröffentlichten Journalartikel zitieren?
Dies ist die wichtigste Quellenentscheidung bei älteren Preprints. Ein Preprint kann später als peer-reviewter Fachartikel erscheinen.
Das ICMJE empfiehlt: Wenn eine spätere peer-reviewte Journalpublikation verfügbar ist, sollte diese zitiert werden, sofern sie für die verwendete Aussage die passende Quelle darstellt.
Preprint
↓
spätere Journalpublikation prüfen
↓
passende veröffentlichte Fassung zitieren
Der Preprint bleibt die richtige Quelle, wenn du gezielt:
- eine frühere Fassung untersuchst,
- Versionen miteinander vergleichst,
- eine im finalen Artikel entfernte Aussage analysierst oder
- die Entwicklung des Forschungsbefunds dokumentierst.
Forschungsevidenz
Preprints in wissenschaftlichen Arbeiten kritisch verwenden
Preprints ermöglichen schnellen Zugang zu neuen Forschungsergebnissen. Ihr vorläufiger Status verlangt jedoch eine stärkere Quellenprüfung.
Prüfe insbesondere:
- ob inzwischen eine peer-reviewte Fassung veröffentlicht wurde,
- ob neue Versionen des Preprints existieren,
- ob Ergebnisse oder Schlussfolgerungen verändert wurden,
- ob der Preprint zurückgezogen wurde und
- welche methodischen Einschränkungen die Studie besitzt.
In Medizin und Gesundheitswissenschaften ist besondere Vorsicht erforderlich, wenn aus einem Preprint klinische Empfehlungen, Therapieentscheidungen oder Aussagen zur Wirksamkeit abgeleitet werden.
Wenn der Preprint-Status für die Bewertung deiner Aussage wesentlich ist, kannst du zusätzlich im Fließtext darauf hinweisen, dass die zitierte Studie zum verwendeten Zeitpunkt als Vorveröffentlichung vorlag.
Zurückgezogen
Zurückgezogenen Preprint erkennen und zitieren
Preprint-Server können Manuskripte als withdrawn kennzeichnen. Seriöse Archive erhalten üblicherweise einen bibliografischen Datensatz und dokumentieren, dass die Arbeit zurückgezogen wurde.
Einen zurückgezogenen Preprint solltest du für eine gewöhnliche fachliche Behauptung nicht ungeprüft weiterverwenden.
Prüfe:
- den aktuellen Status auf der Preprint-Landingpage,
- einen angegebenen Grund für den Rückzug,
- mögliche neue Versionen und
- eine eventuell vorhandene spätere Journalpublikation.
Wenn der Rückzug selbst Gegenstand deiner Untersuchung ist, kann die zurückgezogene Fassung selbstverständlich als historische Quelle relevant bleiben.
Abschlussarbeit
Preprint und Dissertation nicht verwechseln
Eine Dissertation oder Abschlussarbeit ist eine Hochschulschrift und besitzt eine eigene bibliografische Struktur. Sie wird nicht allein dadurch zum Preprint, dass sie vor einer späteren Journalpublikation entstanden ist.
Aus einer Dissertation kann jedoch ein eigenständiges Forschungsmanuskript entstehen. Wird dieses Manuskript öffentlich auf einem Preprint-Server bereitgestellt, ist genau diese Fassung bibliografisch ein Preprint.
Dissertation
↓
daraus entwickeltes Artikelmanuskript
↓
Veröffentlichung auf Preprint-Server
↓
Preprint als eigene Quelle
Die Regeln für Hochschulschriften werden separat unter Dissertationen und Abschlussarbeiten nach Vancouver zitieren behandelt.
Im Text
Preprint im Vancouver-Text zitieren
Im Fließtext erhält ein Preprint wie andere Vancouver-Quellen eine fortlaufende Referenznummer.
Eine Vorveröffentlichung berichtet einen vergleichbaren Zusammenhang (6).
Wird dieselbe Preprint-Fassung später erneut verwendet, bleibt dieselbe Referenznummer bestehen.
Auch die Sensitivitätsanalyse des Preprints weist in dieselbe Richtung (6).
Wenn zwischenzeitlich eine peer-reviewte Endfassung erschienen ist, solltest du vor der Abgabe prüfen, ob deine Referenz aktualisiert werden sollte.
Die allgemeinen Nummerierungsregeln findest du unter Vancouver-Zitierstil im Text.
Fehler vermeiden
Häufige Fehler beim Zitieren von Preprints
Der Preprint-Status wird nicht angegeben
Das ICMJE verlangt eine eindeutige Kennzeichnung, damit die Vorveröffentlichung nicht mit einem regulär veröffentlichten Journalartikel verwechselt wird.
Preprint und Online First werden gleichgesetzt
Ein Online-First-Artikel ist bereits Teil der Journalpublikation. Ein Preprint gehört zu einer früheren Publikationsstufe.
Ein Working Paper wird automatisch als Preprint bezeichnet
Working Papers besitzen eigene Serien- und Institutionsstrukturen. Entscheidend ist der tatsächliche Publikationsstatus.
Eine spätere Journalpublikation wird nicht geprüft
Vor der finalen Abgabe solltest du kontrollieren, ob inzwischen eine peer-reviewte Version erschienen ist.
Preprint-DOI und Journal-DOI werden verwechselt
Beide Identifikatoren können zur selben Forschungsarbeit gehören, bezeichnen jedoch unterschiedliche Publikationsobjekte.
Die verwendete Preprint-Version bleibt unklar
Bei mehreren Versionen kann sich der Inhalt erheblich verändern. Dokumentiere die tatsächlich verwendete Fassung.
Ein zurückgezogener Preprint wird ungeprüft verwendet
Prüfe vor der Abgabe den aktuellen Status auf der offiziellen Landingpage des Preprints.
Eine Dissertation wird als Preprint behandelt
Hochschulschriften bleiben eigenständige Quellenarten. Erst ein separat öffentlich bereitgestelltes Artikelmanuskript kann als Preprint zitiert werden.
Kontrolle
Preprint nach Vancouver in 10 Schritten zitieren
- Prüfe zuerst, ob die Quelle tatsächlich als Preprint veröffentlicht wurde.
- Unterscheide Preprint, Working Paper, unveröffentlichtes Manuskript und Accepted Manuscript.
- Übernimm Autorenschaft und vollständigen Titel aus der verwendeten Fassung.
- Kennzeichne den Publikationsstatus eindeutig mit [Preprint].
- Erfasse Preprint-Server beziehungsweise Repository.
- Prüfe Postingdatum und vorhandene Versionsnummer.
- Ergänze DOI und direkte URL, soweit vorhanden.
- Dokumentiere das Abrufdatum bei der Onlinequelle.
- Prüfe vor der Abgabe, ob eine spätere peer-reviewte Journalfassung oder ein Withdrawal vorliegt.
- Ordne den Vollbeleg unter derselben Vancouver-Referenznummer ein wie die erste Verwendung im Text.
Ein Preprint ist eine zitierfähige wissenschaftliche Vorveröffentlichung, deren vorläufiger Publikationsstatus sichtbar bleiben muss. Prüfe Version, DOI, Repository und vor allem, ob inzwischen eine peer-reviewte Endfassung veröffentlicht wurde.
Häufige Fragen & Antworten
Hier findest du kompakte Antworten zum Zitieren von Preprints, Vorveröffentlichungen und frühen wissenschaftlichen Manuskripten im Vancouver-Stil.
Was ist ein Preprint?
Ein Preprint ist eine öffentlich bereitgestellte wissenschaftliche Manuskriptfassung vor der regulären Journalpublikation. Beim Einstellen auf einem Preprint-Server hat sie üblicherweise noch kein abgeschlossenes Journal-Peer-Review durchlaufen.
Wie zitiere ich einen Preprint nach Vancouver?
Gib Autor, Titel und eine eindeutige Kennzeichnung als [Preprint] an. Ergänze Preprint-Server, Veröffentlichungsdatum, Abrufdatum, DOI und direkte URL beziehungsweise die persistente Fundstelle, soweit diese Angaben vorhanden sind.
Darf ich Preprints in einer wissenschaftlichen Arbeit zitieren?
Preprints können zitierfähige wissenschaftliche Quellen sein. Der vorläufige Status muss jedoch erkennbar bleiben. Prüfe zusätzlich die Vorgaben deiner Hochschule und ob inzwischen eine peer-reviewte Publikation erschienen ist.
Ist ein Working Paper ein Preprint?
Nicht automatisch. Ein Working Paper ist eine vorläufige wissenschaftliche Arbeit und häufig Teil einer eigenen Working-Paper-Serie. Es kann zugleich Preprint-Charakter besitzen, wenn es als frühe öffentliche Fassung einer später geplanten Publikation bereitgestellt wird.
Ist Online First dasselbe wie ein Preprint?
Nein. Online First beziehungsweise Online ahead of print bezeichnet normalerweise einen bereits akzeptierten und elektronisch vom Journal veröffentlichten Artikel. Ein Preprint gehört zu einer früheren Publikationsstufe.
Zitiere ich den Preprint oder den späteren Journalartikel?
Wenn inzwischen eine peer-reviewte Journalpublikation erschienen ist und diese deine Aussage abdeckt, empfiehlt das ICMJE grundsätzlich die spätere veröffentlichte Fassung. Den Preprint zitierst du weiterhin, wenn gerade diese frühere Version Gegenstand deiner Analyse ist.
Braucht ein Preprint eine DOI?
Ein DOI ist nicht Voraussetzung dafür, dass eine Vorveröffentlichung ein Preprint ist. Wenn der Preprint-Server einen DOI vergibt, sollte dieser jedoch in den Quellenbeleg aufgenommen werden. Der spätere Journalartikel kann einen eigenen DOI besitzen.
Ist eine Dissertation ein Preprint?
Nein. Eine Dissertation ist eine eigenständige Hochschulschrift. Ein aus der Dissertation entwickeltes Artikelmanuskript kann jedoch separat als Preprint veröffentlicht werden und wird dann als eigene Quelle zitiert.
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