Lesedauer: ca. 10 Minuten Artikeltyp: Anleitung

Wissenschaftliche Arbeit Zeitform richtig verwenden

Wissenschaftliche Arbeit Zeitform richtig verwenden bedeutet, Präsens, Perfekt und Präteritum je nach Abschnitt gezielt einzusetzen. Dieser Artikel zeigt dir, welche Zeitformen für Abstract, Einleitung, Theorieteil, Methodik, Praxisteil, Ergebnisse, Diskussion und Fazit geeignet sind. Außerdem erfährst du, warum ein konsistenter Zeitformenwechsel wichtig ist und wie falsche oder uneinheitliche Zeitformen die Verständlichkeit deiner wissenschaftlichen Arbeit beeinträchtigen können.

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Zeitform in wissenschaftlichen Arbeiten richtig verwenden

Zeitformen für die Arbeit

Zeitform in wissenschaftlichen Arbeiten

In wissenschaftlichen Arbeiten werden vor allem Präsens, Perfekt und Präteritum verwendet. Welche Zeitform passend ist, hängt davon ab, ob allgemeingültige Aussagen, abgeschlossene Forschungsschritte, historische Entwicklungen oder eigene Ergebnisse beschrieben werden.

Entscheidend ist eine konsistente Verwendung innerhalb eines Kapitels. Häufig entstehen sprachliche Schwächen nicht durch eine einzelne falsche Zeitform, sondern durch unklare Wechsel zwischen Präsens, Perfekt und Präteritum.

Zeitform Verwendung Beispiel
Präsens allgemeingültige Aussagen, Definitionen, theoretische Inhalte und aktuelle Forschungslage. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ...
Perfekt abgeschlossene Handlungen mit Gegenwartsbezug, besonders bei Ergebnissen oder Erkenntnissen. Die durchgeführte Studie hat gezeigt, dass ...
Präteritum historische Ereignisse, abgeschlossene Studien und fremde Forschung in der Vergangenheit. Der Autor bezeichnete diesen Zusammenhang als ...

Abstract

Abstract – passende Zeitform

Das Abstract ist eine komprimierte Zusammenfassung der wissenschaftlichen Arbeit. Es stellt zentrale Inhalte, Zielsetzung, Methode und Ergebnisse knapp dar. Je nach inhaltlichem Fokus können mehrere Zeitformen sinnvoll sein.

Gebräuchliche Zeitformen im Abstract

  • Präsens:
    Die Arbeit untersucht ...
  • Präteritum:
    Die vorliegende Arbeit thematisierte ...
  • Präsens und Perfekt:
    Die Zielsetzung steht im Präsens, abgeschlossene Ergebnisse können im Perfekt stehen.

Besonders wichtig ist Einheitlichkeit. Wenn Zielsetzung, Methode und Ergebnisse im Abstract kombiniert werden, sollte der Wechsel der Zeitformen logisch begründet sein und nicht zufällig wirken.

Einleitung

Einleitung – richtige Zeitform

In der Einleitung wird überwiegend das Präsens verwendet. Es eignet sich für die Darstellung von Thema, Zielsetzung, Forschungsfrage, Aufbau und Relevanz der Arbeit.

  • Präsens: Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, ...
  • Perfekt: Der Umfang der Studien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Perfekt kann sinnvoll sein, wenn bereits erfolgte Entwicklungen oder ein historischer Kontext beschrieben werden. Die Zeitform sollte jedoch zur Aussage passen und innerhalb des Abschnitts nicht unnötig wechseln.

Theorieteil

Theorieteil – richtige Zeitform

Im theoretischen Teil richtet sich die Wahl der Zeitform nach der Quelle und der beabsichtigten Aussage. Für Definitionen, Modelle und wissenschaftlich anerkannte Zusammenhänge wird meist das Präsens verwendet.

  • Präsens:
    Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, ...
  • Perfekt:
    Der Umfang der Studien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Wenn ein Modell weiterhin gültig ist, wird es im Präsens dargestellt. Wenn hingegen ein Autor in einem bestimmten historischen Kontext argumentierte, kann das Präteritum passend sein.

Praxisteil

Praxisteil – richtige Zeitform

Im Praxisteil sollte eine Zeitform konsequent verwendet werden. Präsens und Präteritum können beide korrekt sein, solange die Darstellung innerhalb des Abschnitts einheitlich bleibt.

  • Präsens:
    Die Teilnehmer beantworten die Fragen.
  • Präteritum:
    Die Teilnehmer beantworteten die Fragen.

Das Präsens kann geeignet sein, wenn der Ablauf als methodisch nachvollziehbarer Prozess beschrieben wird. Das Präteritum passt, wenn konkrete abgeschlossene Handlungen der Untersuchung dargestellt werden.

Methodik

Methodik – richtige Zeitform in wissenschaftlichen Arbeiten

Im methodischen Teil wird häufig das Präsens verwendet, weil Untersuchungsdesign, Methode und Vorgehen als nachvollziehbare Struktur beschrieben werden. Die Methode besitzt damit eine über den konkreten Zeitpunkt hinaus gültige Funktion.

Beispiel: Für die empirische Untersuchung wird eine qualitative Methode angewandt.

Wenn konkrete Handlungen beschrieben werden, die bereits abgeschlossen sind, sind Perfekt oder Präteritum ebenfalls korrekt.

  • An den Interviews nahmen drei Experten teil.
  • An den Interviews haben insgesamt drei Experten teilgenommen.

Wichtig ist, die Beschreibung des methodischen Designs und die Beschreibung bereits durchgeführter Forschungsschritte sauber voneinander zu unterscheiden.

Ergebnisse

Ergebnisse – passende Zeitform

Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt häufig im Perfekt oder Präteritum, da die Untersuchung abgeschlossen ist. Möglich ist auch das Präsens, wenn Ergebnisse als aktuell gültige Befunde formuliert werden.

  • Präteritum:
    Die Untersuchungsergebnisse hatten keinen Einfluss auf ...
  • Perfekt:
    Anhand der Antworten der Experten hat sich ergeben, dass ...
  • Präsens:
    Die Untersuchung zeigt, dass ...

Die Ergebnisdarstellung sollte sachlich bleiben. Interpretation, Bewertung und Einordnung gehören in die Diskussion.

Diskussion

Diskussion – richtige Zeitform

Die Diskussion schließt an die Darstellung der Ergebnisse an. Deshalb sollte die verwendete Zeitform zur Zeitform des Ergebnisteils passen. Präsens, Perfekt oder Präteritum können je nach Darstellung korrekt sein.

Ein inkonsistenter Wechsel der Zeitformen innerhalb der Diskussion erschwert die Lesbarkeit und schwächt die Kohärenz der Argumentation. Wenn Ergebnisse im Perfekt dargestellt wurden, sollte die Diskussion diese Form nicht ohne Grund verlassen.

Bei der Einordnung in den Forschungsstand kann ein Wechsel sinnvoll sein: Eigene Ergebnisse werden zum Beispiel im Perfekt beschrieben, während allgemein anerkannte theoretische Aussagen im Präsens stehen.

Fazit

Fazit – richtige Zeitform

Das Fazit wird in der Regel im Präsens verfasst. Es beantwortet die Forschungsfrage, fasst zentrale Erkenntnisse zusammen und stellt den Beitrag der Arbeit dar.

  • Die vorliegende Arbeit zeigt, dass ...
  • Die Untersuchung hat bestätigt, dass ...
  • Die erhobenen Daten lieferten Hinweise auf ...

Wenn auf konkrete Ergebnisse oder abgeschlossene Forschungsschritte Bezug genommen wird, können Perfekt oder Präteritum sinnvoll sein. Neue Inhalte sollten im Fazit jedoch nicht eingeführt werden.

Sonderfall Zeitformen

Ereignisse wiedergeben – richtige Zeitform in wissenschaftlichen Arbeiten

Ein Sonderfall ist das historische Präsens. Dabei werden vergangene Ereignisse in der Gegenwartsform dargestellt, um eine größere Unmittelbarkeit zu erzeugen.

In wissenschaftlichen Arbeiten sollte das historische Präsens nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Es eignet sich allenfalls für Fachbereiche, in denen narrative Darstellung üblich oder ausdrücklich gefordert ist, etwa in der Literaturwissenschaft oder Kunstgeschichte.

In vielen anderen Disziplinen wirkt das historische Präsens unangemessen, weil es die sachliche Distanz schwächen und stilistische Effekte stärker betonen kann als die wissenschaftliche Aussage.

Zusammenfassung

Zusammenfassung – richtige Zeitform in wissenschaftlichen Arbeiten

Eine wissenschaftliche Abschlussarbeit kann in vielen Teilen überwiegend im Präsens verfasst werden. Ergänzend sind Perfekt und Präteritum sinnvoll, wenn abgeschlossene Forschungsschritte, historische Ereignisse oder konkrete Ergebnisse beschrieben werden.

Unnötige Wechsel zwischen verschiedenen Zeitformen sollten vermieden werden, da sie die Lesbarkeit und die inhaltliche Nachvollziehbarkeit beeinträchtigen. Maßgeblich ist, dass jede Zeitform zur jeweiligen Aussage passt und innerhalb eines Abschnitts konsistent verwendet wird.

Kapitel Empfohlene Zeitform Hinweis
Abstract Präsens, Perfekt oder Kombination Ziel, Methode und Ergebnisse logisch trennen.
Einleitung überwiegend Präsens Perfekt bei bereits erfolgten Entwicklungen möglich.
Theorieteil Präsens, Perfekt oder Präteritum abhängig von Definition, Theorie, Quelle und historischem Bezug.
Praxisteil Präsens oder Präteritum innerhalb des Abschnitts einheitlich bleiben.
Methodik Präsens, Perfekt oder Präteritum Design meist im Präsens, durchgeführte Schritte oft im Perfekt oder Präteritum.
Ergebnisse Perfekt, Präteritum oder Präsens je nachdem, ob abgeschlossene Befunde oder aktuelle Aussagekraft betont werden.
Diskussion passend zum Ergebnisteil Zeitformwechsel nur bei klarer Funktion einsetzen.
Fazit überwiegend Präsens Perfekt oder Präteritum bei Rückbezug auf Ergebnisse möglich.

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Häufige Fragen & Antworten

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Welche Zeitform verwendest du in einer wissenschaftlichen Arbeit?

In einer wissenschaftlichen Arbeit verwendest du vor allem das Präsens, wenn du Definitionen, Modelle, Theorien, Fakten und allgemeingültige Aussagen darstellst. Präteritum und Perfekt nutzt du für vergangene Ereignisse, abgeschlossene Untersuchungen oder bereits durchgeführte Forschungsschritte. Wichtig ist, dass die Zeitform zur Funktion des jeweiligen Abschnitts passt und nicht beliebig gewechselt wird.

Welche Zeitform ist für wissenschaftliches Arbeiten richtig?

Eine einzige richtige Zeitform für wissenschaftliches Arbeiten gibt es nicht. Die passende Zeitform hängt vom Inhalt, vom Kapitel und vom Forschungsaufbau ab. Viele wissenschaftliche Arbeiten werden überwiegend im Präsens geschrieben. Häufig entsteht jedoch ein sinnvoller Wechsel aus Präsens, Präteritum und Perfekt, wenn vergangene Forschung, eigene Untersuchungsschritte oder abgeschlossene Ergebnisse beschrieben werden.

Wann verwendest du Präsens in einer wissenschaftlichen Arbeit?

Präsens verwendest du in einer wissenschaftlichen Arbeit für Aussagen, die aktuell gelten oder allgemein nachvollziehbar sind. Dazu gehören Definitionen, theoretische Grundlagen, Modelle, Begriffe, Forschungsfragen, Zielsetzungen und die Beschreibung des Aufbaus. Beispiel: „Die Arbeit untersucht ...“ oder „Das Modell beschreibt ...“. Dadurch wirkt der Text sachlich, aktuell und wissenschaftlich klar.

Wann verwendest du Präteritum oder Perfekt in einer wissenschaftlichen Arbeit?

Präteritum oder Perfekt verwendest du, wenn du vergangene oder abgeschlossene Vorgänge beschreibst. Dazu gehören historische Entwicklungen, bereits durchgeführte Studien, eigene Erhebungen, abgeschlossene Auswertungen oder konkrete Arbeitsschritte im Methodik- und Ergebnisteil. Beispiel: „Die Befragung wurde im Mai durchgeführt.“ oder „Die Studie zeigte ...“. Entscheidend ist eine einheitliche und nachvollziehbare Verwendung.

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