Zitationskettenanalyse Definition
Die Zitationskettenanalyse ist ein methodisches Verfahren zur systematischen Identifikation fachlich einschlägiger Literatur. Durch das Nachverfolgen von Zitationsbeziehungen erschließen sich sowohl grundlegende Arbeiten als auch aktuelle Studien. Der Beitrag definiert die Methode, grenzt sie von der Zitationsanalyse ab und zeigt die Anwendung in zwei Richtungen mit nachvollziehbaren Prozessschritten.
Nutzen durch die Zitationskettenanalyse
Zitationskettenanalyse bezeichnet die strukturierte Recherche entlang von Zitationsbeziehungen einer Kernquelle. Diese erfolgt rückwärts über deren Literaturverzeichnis sowie vorwärts über Datenbanken mit Zitationsfunktion. Ergebnis ist eine geordnete Kette relevanter Quellen für Theorie, Methode und aktuellen Forschungsstand.
Ziel und Nutzen:
- Nachvollzug der thematischen Entwicklung eines Forschungsfeldes
- Identifikation von Basistexte und Schlüsselautorinnen sowie Schlüsselautoren
- Auffinden aktueller Diskurse, Trends und empirischer Ergebnisse
- Verringerung von Blindstellen der reinen Schlagwortsuche
© 1a-Studi. Diese Poster dürfen frei verwendet und geteilt werden. Kommerzielle Nutzung oder Änderungen sind nicht erlaubt. Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0 Download Poster Download-Bundle: PDF/X-4 (CMYK, A1), PNG 300 dpi, EPS. Wege der Zitationskettenanalyse
Rückwärts gerichtete Zitationskettenanalyse
Ziel: Theoretische und methodische Grundlagen sichtbar machen.Nutzen: Basistexte und klassische Studien systematisch identifizieren.
1. Kernquelle wählen
Auswahl eines fachlich einschlägigen Artikels oder Kapitels, das das Thema präzise untersucht.
2, Literaturverzeichnis aufrufen
Vollständige Durchsicht der Referenzen. Häufig wiederkehrende Autorinnen, Autoren, Theorien und Methoden markieren.
3. Relevanz prüfen
Passung zu Forschungsfrage, Theorie, Methode oder Datensatz beurteilen. Abstracts oder Einleitungen heranziehen.
4. Quelle tiefer folgen
Schlüsseltexte als Basis für Theorie, Methode oder Datengrundlage zuordnen. Zitierte Primärwerke bevorzugen.
5. Dokumentation
Du studierst und schreibst wissenschaftliche Arbeiten?
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Vorwärts gerichtete Zitationskettenanalyse
Ziel: Aktuelle Forschungstrends und Weiterentwicklungen erkennen.
Nutzen: Nachfolgende Arbeiten sichtbar machen, die die Kernquelle aufgreifen, erweitern oder kritisch diskutieren.
1. Kernquelle auswählen
Inhaltlich gewichtige Quelle bestimmen, idealerweise peer-reviewed.
2. Datenbank öffnen
Quelle in Google Scholar, Scopus oder Web of Science aufrufen.
3. Zitationsfunktion nutzen
„Zitiert von“ oder Zitationsanzeige öffnen, Filter setzen und Suchraum eingrenzen.
4. Folgearbeiten prüfen
Titel und Abstracts sichten. Auf Bestätigungen, Erweiterungen, neue Datensätze und Kritik achten.
5. Relevanz bewerten
Arbeiten markieren, die thematisch passen oder neue Perspektiven eröffnen, beispielsweise neue Operationalisierungen oder Datengrundlagen.
6. Dokumentation
Liste anlegen mit Quelle, Jahr, Bezug zur Kernquelle, Nutzungsidee in der eigenen Arbeit. Einheitliche Schlagworte vergeben.
Hierzu passende Studiengänge
Pädagogik und Sozialwissenschaften
Fokus auf Forschungsmethoden und wissenschaftliche Argumentation.
Betriebswirtschaftslehre
Methodik der Literaturarbeit und evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen.
Kommunikationswissenschaft
Themenerschließung, Diskursanalyse und Quellenbewertung.
Politikwissenschaft
Systematische Erarbeitung von Forschungsständen und Theorieschulen.
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Weiterführende Artikel im Lexikon:
- Systematische Literaturrecherche
- Primär- und Sekundärliteratur
- Forschungsdesign
- Empirische Sozialforschung
Empfohlene Standardwerke und Fachliteratur:
Mach, E./Kuhn, T. (2018): Wissenschaftliches Arbeiten. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer VS.