Lesedauer: ca. 10 Minuten Artikeltyp: Anleitung

Paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten

Paraphrasieren ist eine zentrale Technik wissenschaftlichen Schreibens, weil fremde Inhalte nicht wörtlich übernommen, sondern fachlich korrekt in eigenen Worten wiedergegeben werden. Dadurch zeigst du, dass du Quellen verstanden hast und sie sinnvoll in deine Argumentation einordnen kannst. Dieser Artikel erklärt, wie eine gute Paraphrase entsteht, welche Schritte beim Umformulieren helfen, wie Plagiate vermieden werden und warum der Quellenbeleg trotz eigener Formulierung notwendig bleibt.

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Direktes Zitat

Bedeutung

Was bedeutet Paraphrasieren?

Paraphrasieren bedeutet, einen fremden Text nicht wörtlich zu übernehmen, sondern den Inhalt mit eigenen Worten wiederzugeben. Die ursprüngliche Aussage bleibt erhalten, aber Satzbau, Wortwahl und gedankliche Einbindung werden neu formuliert.

In wissenschaftlichen Arbeiten ist Paraphrasieren besonders wichtig, weil du dadurch zeigst, dass du Fachliteratur verstanden hast. Du übernimmst nicht nur fertige Formulierungen, sondern verarbeitest Inhalte aktiv für deine eigene Fragestellung.

Paraphrasieren ist nicht nur Umformulieren

Eine gute Paraphrase ist mehr als ein Austausch einzelner Wörter. Sie entsteht, wenn du den Sinn der Quelle verstehst, fachlich korrekt verdichtest und in deine eigene Argumentation einordnest.

Begriff Bedeutung Wichtig für die Arbeit
Paraphrase Eigene Wiedergabe eines fremden Inhalts. Zeigt Textverständnis und Eigenleistung.
Indirektes Zitat Zitierform für sinngemäß übernommene Inhalte. Die Quelle wird nachgewiesen.
Direktes Zitat Wörtliche Übernahme des Originaltextes. Nur sinnvoll, wenn der genaue Wortlaut wichtig ist.

Synonyme für Paraphrasieren

  • in eigenen Worten wiedergeben,
  • sinngemäß formulieren,
  • einen Text umschreiben,
  • eine Quelle zusammenfassen,
  • fremde Inhalte wissenschaftlich einordnen,
  • eine Aussage sprachlich eigenständig darstellen.
Praxis-Tipp

Paraphrasieren ist der Schreibprozess. Das indirekte Zitat ist der Quellenbeleg dazu. Deshalb solltest du beim Paraphrasieren zuerst den Inhalt sauber neu formulieren und danach die Quelle korrekt setzen.

Vorgehen

Richtig paraphrasieren: Schritt für Schritt

Eine gute Paraphrase entsteht nicht dadurch, dass du den Originalsatz direkt neben dein Dokument legst und Satzteile ersetzt. Besser ist ein klarer Arbeitsprozess: lesen, verstehen, schließen, neu formulieren und anschließend mit der Quelle abgleichen.

Schritt 1: Quelle vollständig verstehen

Lies nicht nur den einzelnen Satz, den du verwenden möchtest. Prüfe auch den Absatz davor und danach. Nur so erkennst du, in welchem Zusammenhang die Aussage steht.

Schritt 2: Kernaussage notieren

Notiere die zentrale Aussage als Stichpunkt. Verwende dabei möglichst keine Originalformulierungen. Ziel ist ein kurzer Gedanke, nicht eine fast fertige Satzkopie.

Schritt 3: Originaltext schließen

Formuliere deine Paraphrase ohne direkten Blick auf den Originaltext. Dadurch vermeidest du, unbewusst Satzbau, Reihenfolge oder typische Formulierungen der Quelle zu übernehmen.

Schritt 4: Eigene Struktur verwenden

Baue den Satz so auf, dass er zu deinem Kapitel passt. Du darfst Inhalte verdichten, anders anordnen oder mit deiner Argumentation verknüpfen, solange der Sinn der Quelle korrekt bleibt.

Schritt 5: Quelle setzen und prüfen

Nach der Paraphrase setzt du den Quellenbeleg nach dem geforderten Zitierstil. Anschließend prüfst du, ob die Paraphrase inhaltlich stimmt und sprachlich ausreichend eigenständig ist.

Kurzanleitung
  • Originaltext vollständig lesen.
  • Kernaussage als Stichpunkt notieren.
  • Originalquelle schließen.
  • In eigener Satzstruktur formulieren.
  • Fachbegriffe korrekt verwenden.
  • Quelle direkt nach der Paraphrase setzen.
  • Paraphrase mit Originalaussage abgleichen.

Beispiel

Paraphrasieren Beispiel

Das folgende Beispiel zeigt, wie ein Originaltext nicht nur sprachlich umgestellt, sondern fachlich verdichtet und eigenständig formuliert wird.

Originaltext

Studierende sollten den Kontakt zur betreuenden Person regelmäßig pflegen, da diese sowohl fachliche Hinweise geben als auch Erwartungen an Aufbau, Methode und Ergebnis der Abschlussarbeit formulieren kann. Wer frühzeitig Rückmeldungen einholt, reduziert das Risiko, kurz vor der Abgabe grundlegende Änderungen vornehmen zu müssen.

Zu nahe am Original

Studierende sollten regelmäßig Kontakt zum Betreuer halten, weil dieser fachliche Hinweise gibt und Erwartungen an Aufbau, Methode und Ergebnis der Abschlussarbeit äußert. Frühzeitiges Feedback reduziert das Risiko später Änderungen.

Problem: Satzstruktur, Reihenfolge und viele Begriffe bleiben zu nah am Original.

Gute Paraphrase

Eine enge Abstimmung mit der betreuenden Person kann die Planung einer Abschlussarbeit verbessern, weil fachliche Anforderungen und Bewertungserwartungen frühzeitig geklärt werden. Dadurch lassen sich späte Korrekturen im Schreibprozess eher vermeiden (1a-Studi 2024: 51).

Warum ist die zweite Paraphrase besser?

  • Die Aussage wurde fachlich verdichtet.
  • Der Satzbau wurde neu aufgebaut.
  • Die Paraphrase passt zu einer wissenschaftlichen Argumentation.
  • Der Inhalt bleibt korrekt, ohne das Original sprachlich zu kopieren.
  • Die Quelle ist am Ende eindeutig angegeben.

Techniken

Techniken zum Paraphrasieren

Gutes Paraphrasieren gelingt besser, wenn du nicht nur Wörter austauschst, sondern den Inhalt auf einer höheren Ebene bearbeitest. Dazu gehören Verdichtung, Umstrukturierung, Verallgemeinerung und fachliche Einordnung.

1. Inhalt verdichten

Ein langer Abschnitt wird auf seine Kernaussage reduziert. Unwichtige Beispiele oder Nebengedanken werden weggelassen.

Originalgedanke: Mehrere Studien zeigen in unterschiedlichen Kontexten, dass Feedback im Schreibprozess Unsicherheit reduziert und die Qualität der Überarbeitung verbessert.

Paraphrase: Feedback kann den wissenschaftlichen Schreibprozess stabilisieren, weil es Unsicherheiten reduziert und Überarbeitungen gezielter macht.

2. Reihenfolge verändern

Du kannst den Gedanken anders aufbauen, wenn die Logik erhalten bleibt. Das hilft, die Paraphrase stärker in deinen eigenen Text einzubinden.

3. Fachbegriffe beibehalten

Fachbegriffe müssen nicht zwanghaft ersetzt werden. Wenn ein Begriff fachlich präzise ist, darf er übernommen werden. Entscheidend ist, dass nicht der ganze Satz kopiert wird.

4. Mehrere Aussagen bündeln

Beim wissenschaftlichen Schreiben fasst du häufig mehrere Seiten oder mehrere Quellen zu einer eigenen Aussage zusammen. Dadurch entsteht ein neuer, eigenständiger Textabschnitt.

5. Eigene Funktion im Kapitel klären

Frage dich vor dem Schreiben: Soll die Paraphrase definieren, erklären, vergleichen, begründen oder kritisch einordnen? Dadurch wird die Formulierung gezielter.

Technik Nutzen Risiko
Verdichten Lange Textstellen werden kürzer und präziser. Wichtige Einschränkungen dürfen nicht verloren gehen.
Umstrukturieren Der Gedanke passt besser zur eigenen Argumentation. Der Sinn der Quelle darf nicht verändert werden.
Fachbegriffe behalten Fachliche Genauigkeit bleibt erhalten. Der restliche Satz muss eigenständig formuliert sein.
Quellen bündeln Ein Forschungsstand wird zusammengeführt. Einzelpositionen dürfen nicht unklar vermischt werden.

Plagiate vermeiden

Paraphrasieren ohne Plagiat

Eine Paraphrase kann trotz Quellenangabe problematisch sein, wenn sie sprachlich zu nah am Original bleibt. Dann liegt keine eigenständige Wiedergabe vor, sondern eine oberflächliche Umformulierung.

Typische Plagiatsrisiken beim Paraphrasieren

  • Nur einzelne Wörter werden durch Synonyme ersetzt.
  • Die Satzstruktur des Originals bleibt erhalten.
  • Die Reihenfolge der Argumente wird unverändert übernommen.
  • Die Quelle fehlt am Ende des Absatzes.
  • Ein ganzer Abschnitt wird zu eng an einer Quelle entlanggeschrieben.
  • Mehrere Quellen werden vermischt, ohne sie sauber zuzuordnen.

Falsch und richtig

Falsch:
Wissenschaftliche Arbeiten brauchen eine klare Quellenbasis, damit Aussagen nachvollziehbar überprüft werden können.

Problem: Wenn dieser Satz aus einer Quelle stammt, aber ohne Beleg oder zu nah am Original übernommen wurde, entsteht ein Plagiatsrisiko.

Richtig:
Quellenangaben machen wissenschaftliche Aussagen überprüfbar und zeigen, auf welcher Literatur eine Argumentation beruht (Müller 2024: 15).

Praxis-Tipp

Eine gute Paraphrase erkennst du daran, dass du sie auch ohne Blick auf die Originalquelle erklären könntest. Wenn du den Originalsatz beim Schreiben ständig brauchst, ist die Formulierung meist noch zu nah an der Quelle.

Anwendung

Paraphrasieren in verschiedenen Teilen der Arbeit

Paraphrasen erfüllen je nach Kapitel unterschiedliche Funktionen. Im Theorieteil erklärst du Begriffe und Modelle, im Forschungsstand vergleichst du Studien, in der Methodik begründest du Vorgehensweisen und in der Diskussion ordnest du Ergebnisse ein.

Theorieteil

Im Theorieteil nutzt du Paraphrasen, um Begriffe, Modelle und wissenschaftliche Positionen verständlich darzustellen. Ziel ist eine klare Grundlage für deine spätere Analyse.

Forschungsstand

Im Forschungsstand fasst du mehrere Studien zusammen und zeigst Gemeinsamkeiten, Unterschiede oder Forschungslücken. Hier ist besonders wichtig, nicht nur einzelne Quellen nacheinander wiederzugeben, sondern Zusammenhänge herzustellen.

Methodik

In der Methodik paraphrasierst du Fachliteratur, um die Auswahl deiner Methode zu begründen. Dabei solltest du nicht nur erklären, was eine Methode ist, sondern warum sie für deine Fragestellung geeignet ist.

Diskussion

In der Diskussion nutzt du Paraphrasen, um deine Ergebnisse mit vorhandener Forschung zu vergleichen. Hier steht die Einordnung im Vordergrund, nicht die reine Wiedergabe von Literatur.

Kapitel Funktion der Paraphrase Beispielhafte Formulierung
Theorie Begriff oder Modell erklären. Das Modell beschreibt drei zentrale Einflussfaktoren ...
Forschungsstand Studien zusammenführen. Mehrere Studien zeigen, dass ...
Methodik Vorgehen begründen. Für qualitative Fragestellungen eignet sich ...
Diskussion Ergebnisse einordnen. Die Ergebnisse stimmen teilweise mit ... überein.

Mehrere Quellen

Mehrere Quellen paraphrasieren

In wissenschaftlichen Arbeiten paraphrasierst du häufig nicht nur eine einzelne Quelle, sondern mehrere Positionen. Dadurch entsteht ein eigener Überblick über den Forschungsstand.

Mehrere Quellen zusammenführen

Wenn mehrere Autoren eine ähnliche Aussage vertreten, kannst du diese zusammenfassen. Die Quellen stehen dann gemeinsam am Ende des Satzes oder Absatzes.

Schreibberatung, Feedback und klare Planung können den wissenschaftlichen Schreibprozess stabilisieren, weil sie Orientierung bieten und Überarbeitungsschritte gezielter machen (Müller 2021: 45; Schneider 2023: 18; Weber 2024: 77).

Unterschiedliche Positionen abgrenzen

Wenn Quellen unterschiedliche Aussagen treffen, sollten sie nicht in einem neutralen Sammelbeleg verschwinden. Besser ist eine klare Gegenüberstellung.

Während Müller (2021: 45) die Planungsphase als entscheidend beschreibt, betont Schneider (2023: 18) vor allem die Bedeutung regelmäßiger Rückmeldung.

Eigene Stimme erhalten

Mehrere Quellen zu paraphrasieren bedeutet nicht, fremde Aussagen nur aneinanderzureihen. Du musst zeigen, warum diese Quellen für deine Fragestellung relevant sind und wie sie zusammenhängen.

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Häufige Fragen & Antworten

Du hast noch weitere Fragen zur Zitation, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank hier bei 1a-Studi.

Was bedeutet Paraphrasieren?

Paraphrasieren bedeutet, einen fremden Text in eigenen Worten wiederzugeben. Die Aussage bleibt erhalten, aber Wortlaut, Satzbau und Einbindung werden eigenständig formuliert.

Ist Paraphrasieren dasselbe wie indirektes Zitieren?

Paraphrasieren ist der Schreibprozess, bei dem du fremde Inhalte in eigenen Worten formulierst. Das indirekte Zitat ist der Quellenbeleg zu dieser sinngemäßen Übernahme.

Wann ist eine Paraphrase ein Plagiat?

Eine Paraphrase kann ein Plagiat sein, wenn die Quelle fehlt oder wenn Satzbau, Wortwahl und Struktur zu nah am Original bleiben. Einzelne Synonyme reichen nicht aus.

Wie paraphrasiere ich richtig?

Lies die Quelle vollständig, notiere die Kernaussage, schließe den Originaltext und formuliere die Aussage in eigener Struktur. Danach setzt du die Quelle und prüfst, ob der Sinn korrekt erhalten bleibt.

Muss nach jeder Paraphrase eine Quelle stehen?

Ja, sobald eine Aussage auf fremder Literatur beruht, muss die Quelle eindeutig erkennbar sein. Der Quellenbeleg kann je nach Zitierstil am Satzende, Absatzende oder in einer Fußnote stehen.

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