Zitiert nach – Sekundärzitate richtig zitieren
„Zitiert nach“ brauchst du, wenn eine Aussage aus einer Primärquelle stammt, dir diese Primärquelle aber nur über eine Sekundärquelle vorliegt. Diese Zitierform macht sichtbar, dass du nicht das Original, sondern eine bereits wiedergegebene Aussage verwendest. Der Artikel erklärt, wann Sekundärzitate zulässig sind, wie Primär- und Sekundärquelle korrekt angegeben werden, welche Zitierweisen möglich sind und welche Fehler im Literaturverzeichnis vermieden werden sollten.
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Grundlagen
Was bedeutet „zitiert nach“?
„Zitiert nach“ kennzeichnet ein Sekundärzitat. Das bedeutet: Du verwendest eine Aussage, die ursprünglich aus einer Primärquelle stammt, aber dir nur über eine andere Quelle vorliegt. Die Quelle, die du tatsächlich gelesen hast, ist die Sekundärquelle.
Wissenschaftlich besser ist fast immer die Primärquelle. Ein Sekundärzitat sollte nur verwendet werden, wenn die Primärquelle nicht verfügbar, nicht zugänglich, historisch schwer beschaffbar oder in vertretbarer Zeit nicht überprüfbar ist.
Primärquelle und Sekundärquelle
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Primärquelle | Ursprüngliche Quelle, aus der die Aussage stammt. | Lust 1862 |
| Sekundärquelle | Quelle, die die ursprüngliche Aussage wiedergibt. | Sommer 2022 |
| Sekundärzitat | Zitat, bei dem du die Primärquelle nur über eine Sekundärquelle nutzt. | Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12 |
Grundschema für „zitiert nach“
(Primärautor Jahr der Primärquelle, zitiert nach Sekundärautor Jahr der Sekundärquelle: Seite der Sekundärquelle)
Typische Bestandteile
- Autor der ursprünglichen Quelle,
- Jahr der ursprünglichen Quelle,
- Hinweis „zitiert nach“ oder Abkürzung „zit. nach“ bzw. „zit. n.“,
- Autor der tatsächlich verwendeten Sekundärquelle,
- Jahr der Sekundärquelle,
- Seitenzahl der Sekundärquelle, auf der die Aussage steht.
Nutze „zitiert nach“ nur als Ausnahme. Prüfe zuerst, ob du die Primärquelle finden und direkt zitieren kannst. Das ist wissenschaftlich sauberer und besser überprüfbar.
Verwendung
Wann darfst du „zitiert nach“ verwenden?
„Zitiert nach“ ist dann vertretbar, wenn du die Primärquelle nicht selbst prüfen kannst. Das kann bei historischen Werken, schwer zugänglichen Archivquellen, vergriffener Literatur oder fremdsprachigen Originalen vorkommen.
Wenn die Primärquelle jedoch über Bibliothek, Datenbank, DOI, Fernleihe, Verlag, Google Scholar oder Hochschulzugang verfügbar ist, solltest du sie selbst beschaffen und direkt zitieren.
„Zitiert nach“ ist sinnvoll, wenn
- die Primärquelle nicht zugänglich ist,
- die Primärquelle vergriffen oder nur archivisch verfügbar ist,
- die Sekundärquelle eine historische Aussage wiedergibt,
- die Primärquelle in einer alten Ausgabe oder schwer lesbaren Form vorliegt,
- die Aussage nur eine Nebenrolle spielt und die Primärquelle nicht beschaffbar ist,
- der Hochschulleitfaden Sekundärzitate ausdrücklich zulässt.
„Zitiert nach“ solltest du vermeiden, wenn
- die Primärquelle leicht zugänglich ist,
- die Aussage zentral für deine Argumentation ist,
- du nur Zeit sparen möchtest,
- du die Originalaussage nicht überprüfen kannst, obwohl sie entscheidend ist,
- du mehrere Sekundärzitate in kurzer Folge verwendest,
- du dadurch den Forschungsstand nur aus zweiter Hand darstellst.
Falsch:
Eine zentrale Theorie wird nur über ein Lehrbuch zitiert, obwohl das Originalwerk verfügbar ist.
Richtig:
Die Originalquelle wird beschafft und direkt zitiert. Nur wenn das nicht möglich ist, wird „zitiert nach“ verwendet.
Aufbau
Aufbau von Sekundärzitaten mit „zitiert nach“
Ein Sekundärzitat muss zeigen, welche Aussage ursprünglich von welcher Primärquelle stammt und in welcher Sekundärquelle du diese Aussage gefunden hast.
Indirektes Sekundärzitat
Bei einem indirekten Sekundärzitat gibst du die Aussage sinngemäß wieder. Die Quelle zeigt, dass du die ursprüngliche Aussage nur über die Sekundärquelle kennst.
Historische Arbeiten beschreiben den Prozess als stark von den verfügbaren technischen Mitteln abhängig (Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12).
Direktes Sekundärzitat
Bei einem direkten Sekundärzitat übernimmst du den Wortlaut, der in der Sekundärquelle wiedergegeben wird. Hier solltest du besonders vorsichtig sein, weil du den Originalwortlaut der Primärquelle nicht selbst überprüft hast.
„Die Konstruktion folgt den Bedingungen der vorhandenen Materialien“ (Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12).
Sekundärzitat im Satz
Du kannst das Sekundärzitat auch in den Satz integrieren, wenn du die ursprüngliche Quelle oder die Sekundärquelle sprachlich hervorheben möchtest.
Lust (1862, zitiert nach Sommer 2022: 12) beschreibt die Konstruktion als abhängig von den verfügbaren Materialien.
Sekundärzitat in Fußnoten
Bei der deutschen Zitierweise wird das Sekundärzitat häufig in einer Fußnote nachgewiesen. Bei indirekten Zitaten steht oft „Vgl.“ davor, sofern der Hochschulleitfaden das vorsieht.
Historische Arbeiten beschreiben den Prozess als stark abhängig von den verfügbaren technischen Mitteln.1
1 Vgl. Lust, 1862, zitiert nach Sommer, 2022, S. 12.
Abkürzungen
„zitiert nach“, „zit. nach“ und „zit. n.“
Der Hinweis „zitiert nach“ kann ausgeschrieben oder abgekürzt werden. Welche Form du verwendest, hängt vom Zitierstil oder von den Hochschulrichtlinien ab.
| Form | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| zitiert nach | ausgeschriebene Form | (Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12) |
| zit. nach | gängige Abkürzung | (Lust 1862, zit. nach Sommer 2022: 12) |
| zit. n. | verkürzte Abkürzung | (Lust 1862, zit. n. Sommer 2022: 12) |
Welche Abkürzung ist richtig?
Es gibt nicht eine einzige Form, die immer gilt. Wichtig ist, dass du die Vorgabe deiner Hochschule einhältst und eine Form konsequent verwendest. Innerhalb einer Arbeit solltest du nicht zwischen „zitiert nach“, „zit. nach“ und „zit. n.“ wechseln.
Schreibe „zitiert nach“ lieber aus, wenn du unsicher bist. Die ausgeschriebene Form ist für Leser verständlicher und vermeidet Abkürzungsfehler.
Zitierweisen
„Zitiert nach“ nach APA, Harvard, Chicago und Fußnoten
Die genaue Darstellung hängt vom Zitierstil ab. Einige Stile verwenden eigene Formulierungen wie „as cited in“. Deutsche Hochschulen passen diese Vorgaben häufig an. Maßgeblich ist immer dein Leitfaden.
„Zitiert nach“ nach APA
APA arbeitet im Englischen mit „as cited in“. In deutschsprachigen Arbeiten wird häufig „zitiert nach“ oder „zit. nach“ verwendet, wenn der Hochschulleitfaden dies vorsieht.
(Lust, 1862, zitiert nach Sommer, 2022, S. 12)
„Zitiert nach“ nach Harvard
Bei Harvard wird das Sekundärzitat häufig mit Autor, Jahr und Seitenzahl der tatsächlich verwendeten Quelle angegeben.
(Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12)
„Zitiert nach“ nach Chicago
Chicago kann als Autor-Jahr-System oder als Fußnotensystem umgesetzt werden. Bei Sekundärzitaten wird auch hier sichtbar gemacht, welche Quelle ursprünglich gemeint ist und welche Quelle tatsächlich verwendet wurde.
(Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022, 12)
„Zitiert nach“ in Fußnoten
In Fußnoten kann ein Sekundärzitat besonders übersichtlich dargestellt werden, weil mehr Raum für die Quellenangabe vorhanden ist.
1 Vgl. Lust, 1862, zitiert nach Sommer, 2022, S. 12.
„Zitiert nach“ nach nummerischen Zitierstilen
Bei nummerischen Zitierstilen wie Vancouver oder IEEE sollte ein Sekundärzitat möglichst vermieden werden. Wenn es zugelassen ist, verweist die Nummer meist auf die tatsächlich verwendete Sekundärquelle im Literaturverzeichnis.
Die historische Quelle wird in der Sekundärliteratur entsprechend wiedergegeben [1, S. 12].
Literaturverzeichnis
Sekundärzitate im Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis steht grundsätzlich die Quelle, die du tatsächlich verwendet hast. Wenn du die Primärquelle nicht selbst gelesen hast, wird sie normalerweise nicht als eigene Literaturverzeichnisquelle aufgeführt.
Nur die Sekundärquelle wurde gelesen
Wenn du nur Sommer gelesen hast und darin eine Aussage von Lust gefunden hast, steht Sommer im Literaturverzeichnis. Lust wird nur im Text oder in der Fußnote als ursprüngliche Quelle genannt.
Im Text:
(Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12)
Im Literaturverzeichnis:
Sommer, S. (2022). Titel der verwendeten Sekundärquelle. Ort: Verlag.
Primärquelle und Sekundärquelle wurden gelesen
Wenn du beide Quellen selbst genutzt hast, kannst du die Primärquelle direkt zitieren. Dann brauchst du in der Regel kein „zitiert nach“.
Besser:
Direkt aus der Primärquelle zitieren: (Lust 1862: 45)
Literaturverzeichnis:
Die Primärquelle wird vollständig aufgenommen, weil du sie selbst verwendet hast.
„Zitiert nach“ im Literaturverzeichnis?
Der Hinweis „zitiert nach“ steht normalerweise nicht im Literaturverzeichnis. Er gehört in den Quellenbeleg im Text oder in die Fußnote, weil dort die Zitierbeziehung erklärt wird.
Wenn du unsicher bist, welche Quelle ins Literaturverzeichnis gehört, frage dich: Welche Quelle habe ich tatsächlich geöffnet, gelesen und für meine Arbeit verwendet?
Sonderfälle
Sonderfälle bei „zitiert nach“
Sekundärzitate werden besonders schwierig, wenn direkte Zitate, Zitate im Zitat, fehlende Seitenzahlen, Internetquellen oder mehrere Sekundärquellen beteiligt sind.
Direktes Zitat aus Sekundärquelle
Wenn du den Wortlaut einer Primärquelle nur aus einer Sekundärquelle kennst, verwendest du ein direktes Sekundärzitat. Diese Form sollte selten bleiben.
„Die Konstruktion folgt den Bedingungen der vorhandenen Materialien“ (Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12).
Indirektes Sekundärzitat
Wenn du die Aussage nur sinngemäß wiedergibst, handelt es sich um ein indirektes Sekundärzitat.
Die historische Quelle beschreibt die Konstruktion als abhängig von den vorhandenen Materialien (Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12).
Zitat im Zitat oder „zitiert nach“?
Ein Zitat im Zitat liegt vor, wenn du eine Textstelle direkt zitierst, in der bereits ein weiteres Zitat enthalten ist. „Zitiert nach“ verwendest du dagegen, wenn du eine Primäraussage nur über eine Sekundärquelle nachweisen kannst.
| Fall | Was liegt vor? | Beispiel |
|---|---|---|
| Du zitierst einen Satz, in dem bereits ein Zitat steht. | Zitat im Zitat | „Text mit ‚innerem Zitat‘ ...“ |
| Du kennst die Primärquelle nur aus einer Sekundärquelle. | Sekundärzitat | Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022 |
Mehrere Sekundärquellen
Wenn eine Primäraussage in mehreren Sekundärquellen erwähnt wird, solltest du die Primärquelle erst recht suchen. Mehrere Sekundärquellen können unterschiedliche Ausschnitte, Deutungen oder Fehler enthalten.
Fehlende Seitenzahl
Wenn die Sekundärquelle keine Seitenzahlen hat, etwa bei einer Webseite, darf keine Seitenzahl erfunden werden. Nutze stattdessen die nach deinem Zitierstil erlaubte Fundstelle, zum Beispiel Abschnitt, Kapitel, Absatz oder Seitenersatz.
Internetquelle als Sekundärquelle
Wenn eine Webseite eine wissenschaftliche Quelle zitiert, solltest du besonders kritisch prüfen, ob die Primärquelle auffindbar ist. Häufig ist es besser, die Originalstudie, das Buch oder den Aufsatz direkt zu verwenden.
Probleme
Häufige Fehler bei Sekundärzitaten
Sekundärzitate sind fehleranfällig, weil zwei Quellenebenen beteiligt sind. Häufig werden Primär- und Sekundärquelle verwechselt oder im Literaturverzeichnis falsch behandelt.
| Fehler | Warum problematisch? | Richtig |
|---|---|---|
| Primärquelle wird ins Literaturverzeichnis aufgenommen, obwohl sie nicht gelesen wurde. | Es entsteht der Eindruck, die Quelle wurde selbst geprüft. | Nur tatsächlich verwendete Quellen aufnehmen. |
| „Zitiert nach“ fehlt im Text. | Der Quellenweg bleibt unklar. | Primärquelle und Sekundärquelle mit „zitiert nach“ verbinden. |
| Nur die Sekundärquelle wird genannt. | Die ursprüngliche Aussage wird nicht transparent. | Primärautor im Beleg sichtbar machen. |
| Sekundärzitate werden zu häufig verwendet. | Die Arbeit wirkt nicht ausreichend quellenkritisch. | Primärquellen recherchieren und direkt nutzen. |
| Die Primärquelle ist verfügbar, wird aber nicht geprüft. | Fachliche Genauigkeit kann leiden. | Originalquelle beschaffen und direkt zitieren. |
| Abkürzungen wechseln zwischen „zit. nach“ und „zit. n.“. | Die Zitation wirkt uneinheitlich. | Eine Form konsequent nach Leitfaden verwenden. |
Falsch und richtig
Falsch:
Historische Quellen beschreiben die Konstruktion als materialabhängig (Lust 1862: 12).
Problem: Wenn du Lust nicht selbst gelesen hast, darfst du nicht so tun, als würdest du direkt aus Lust zitieren.
Richtig:
Historische Quellen beschreiben die Konstruktion als materialabhängig (Lust 1862, zitiert nach Sommer 2022: 12).
Häufige Fragen & Antworten
Du hast noch weitere Fragen zur Zitation, die du nicht in diesem Artikel beantwortet bekommen hast? Dann recherchiere weiter in der Wissensdatenbank hier bei 1a-Studi.
Was bedeutet „zitiert nach“?
„Zitiert nach“ bedeutet, dass du eine Aussage aus einer Primärquelle nicht direkt gelesen hast, sondern über eine Sekundärquelle verwendest. Dadurch wird der Quellenweg transparent gemacht.
Wann darf ich „zitiert nach“ verwenden?
„Zitiert nach“ solltest du nur verwenden, wenn die Primärquelle nicht verfügbar oder nicht zugänglich ist. Ist die Originalquelle erreichbar, sollte sie direkt zitiert werden.
Welche Quelle steht bei „zitiert nach“ im Literaturverzeichnis?
In der Regel steht die Quelle im Literaturverzeichnis, die du tatsächlich gelesen und verwendet hast. Wenn du nur die Sekundärquelle genutzt hast, wird normalerweise nur diese vollständig aufgenommen.
Was ist der Unterschied zwischen Primärquelle und Sekundärquelle?
Die Primärquelle ist die ursprüngliche Quelle einer Aussage. Die Sekundärquelle ist die Quelle, in der diese Aussage wiedergegeben oder zitiert wird.
Was ist richtig: „zit. nach“ oder „zit. n.“?
Beide Abkürzungen können vorkommen. Entscheidend ist der Leitfaden deiner Hochschule. Innerhalb einer Arbeit solltest du eine Form einheitlich verwenden.
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Recherche und Korrektur der Zitation im Text nach APA, Chicago, Harvard und Hochschulrichtlinien
Zitationskorrektur ansehenRecherche und Korrektur der Quellen im Literaturverzeichnis nach Hochschulrichtlinien sowie APA, Chicago, Harvard, IEEE etc.
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