Zitationskettenanalyse zur Literatursuche (Poster download)
Die Zitationskettenanalyse hilft Dir, wissenschaftliche Literatur über die Zitationsbeziehungen einer Kernquelle zu finden. Du prüfst dabei, welche Quellen ein Werk verwendet und welche neueren Arbeiten dieses Werk später zitiert haben. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Literaturkette, die Grundlagen, Schlüsselwerke und aktuelle Forschung sichtbar macht.
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Zitationskettenanalyse
Was ist die Zitationskettenanalyse?
Die Zitationskettenanalyse ist ein Verfahren der wissenschaftlichen Literatursuche, bei dem Quellen über ihre Zitationsbeziehungen erschlossen werden. Ausgangspunkt ist eine geeignete Kernquelle, deren Literaturverzeichnis und spätere Zitationen systematisch geprüft werden. Dadurch entsteht eine Kette aus fachlich verbundenen Publikationen.
Der Begriff „Zitationskette“ beschreibt den Zusammenhang zwischen Quellen, die aufeinander aufbauen. Eine Publikation verweist auf ältere Literatur, wird später selbst zitiert und steht dadurch in einem wissenschaftlichen Zusammenhang. Diese Verbindungen helfen Dir, zentrale Grundlagen, Weiterentwicklungen, Kritikpunkte und aktuelle Studien zu erkennen.
Entscheidend ist die methodische Prüfung jeder Quelle. Eine Zitation zeigt zunächst nur, dass ein Bezug besteht. Sie beweist jedoch nicht automatisch, dass die Quelle für Deine Forschungsfrage relevant, aktuell oder zitierfähig ist. Deshalb müssen alle gefundenen Publikationen nach wissenschaftlicher Qualität, Themenbezug, Aktualität und methodischem Nutzen bewertet werden.
Die Zitationskettenanalyse kann rückwärtsgerichtet, vorwärtsgerichtet oder kombiniert durchgeführt werden. Rückwärtsgerichtet prüfst Du, welche Literatur eine Quelle verwendet hat. Vorwärtsgerichtet prüfst Du, welche neueren Arbeiten diese Quelle später zitiert haben.
Abgrenzung: Zitationskettenanalyse und Zitationsanalyse
Die Zitationskettenanalyse dient in erster Linie der Literatursuche. Sie fragt danach, welche Quellen über Zitationsbeziehungen miteinander verbunden sind und welche Publikationen für die eigene Arbeit weiterverfolgt werden sollten.
Die Zitationsanalyse untersucht dagegen häufig die Häufigkeit, Wirkung oder Sichtbarkeit von Publikationen. Dabei stehen Zitationszahlen, wissenschaftlicher Einfluss oder die Position einer Quelle im Forschungsfeld im Mittelpunkt. Für Deine Literaturrecherche ist vor allem die Zitationskettenanalyse relevant, weil sie Dir konkrete nächste Suchschritte liefert.
Rückwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse: Literaturverzeichnis auswerten
Die rückwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse beginnt bei einer bereits gefundenen wissenschaftlichen Quelle. Anschließend prüfst Du, welche Literatur diese Quelle selbst verwendet hat. Die Suche führt damit in der Zeit zurück: von einer aktuellen oder zentralen Quelle zu älteren Grundlagen, Theorien, Modellen und Studien.
Diese Suchrichtung eignet sich besonders, wenn Du ein Thema theoretisch erschließen möchtest. Du erkennst, auf welche Quellen ein Autor aufbaut, welche Standardwerke wiederholt verwendet werden und welche älteren Publikationen für das Forschungsfeld grundlegend sind.
Die rückwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse eignet sich, wenn:
- zentrale Grundlagenwerke noch fehlen,
- ein Forschungsstand theoretisch aufgebaut werden soll,
- wiederkehrende Autoren und Modelle identifiziert werden sollen,
- eine aktuelle Quelle ein umfangreiches Literaturverzeichnis besitzt,
- ältere Studien, Konzepte oder Begriffsdefinitionen benötigt werden.
Die Ablaufkette lautet:
Kernquelle auswählen → Literaturverzeichnis prüfen → relevante Titel markieren → Quellen nach Thema, Qualität und Zitierfähigkeit bewerten → geeignete Literatur beschaffen → Literaturverzeichnisse der neuen Quellen erneut prüfen → Abbruch bei thematischer Sättigung.
Die Qualität der Kernquelle ist besonders wichtig. Eine fachlich schwache oder randständige Quelle kann zu einem einseitigen Literaturkorpus führen. Geeignet sind vor allem Review-Artikel, peer-reviewte Fachartikel, wissenschaftliche Monografien, Dissertationen, Metaanalysen oder Sammelbandbeiträge mit klarem Bezug zur Forschungsfrage.
Vorwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse: zitierende Publikationen prüfen
Die vorwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse beginnt ebenfalls mit einer geeigneten Kernquelle. Der Unterschied liegt in der Suchrichtung: Du prüfst nicht, welche Quellen die Kernquelle verwendet hat, sondern welche späteren Publikationen diese Kernquelle zitieren.
Diese Suchrichtung führt in der Zeit nach vorn. Sie zeigt, wie eine ältere oder zentrale Quelle in späteren Studien aufgegriffen, weiterentwickelt, kritisiert oder empirisch überprüft wurde. Dadurch ergänzt Du Grundlagenliteratur durch aktuelle Anschlussforschung.
Die vorwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse eignet sich, wenn:
- eine ältere Schlüsselquelle bereits bekannt ist,
- aktuelle Forschung zum Thema gefunden werden soll,
- die Weiterentwicklung eines Modells geprüft werden soll,
- neuere empirische Studien benötigt werden,
- die wissenschaftliche Wirkung einer Quelle nachvollzogen werden soll.
Die Ablaufkette lautet:
Kernquelle auswählen → Zitationssuche in Google Scholar, Scopus, Web of Science oder Fachdatenbanken durchführen → zitierende Publikationen prüfen → aktuelle und relevante Treffer auswählen → Qualität und Themenbezug bewerten → neue Quellen beschaffen → weitere Zitationen oder Literaturverzeichnisse verfolgen → Abbruch bei fehlender neuer Relevanz.
Diese Suchrichtung ist besonders wichtig, wenn Du vermeiden möchtest, dass Deine Arbeit nur auf älteren Grundlagen basiert. Durch die Prüfung zitierender Publikationen erkennst Du, ob eine Theorie noch genutzt wird, ob Kritik vorliegt oder ob neuere Studien andere Ergebnisse liefern.
Kombinierte Zitationskettenanalyse
Die kombinierte Zitationskettenanalyse verbindet beide Suchrichtungen. Zuerst wertest Du das Literaturverzeichnis einer Kernquelle aus. Anschließend prüfst Du, welche neueren Publikationen diese Quelle zitiert haben. Dadurch entsteht eine Recherche, die sowohl Grundlagenliteratur als auch aktuelle Anschlussforschung sichtbar macht.
Diese Kombination eignet sich besonders für Forschungsstände, theoretische Kapitel und Abschlussarbeiten mit anspruchsvoller Literaturbasis. Du erkennst, wo ein Thema herkommt, welche Quellen als Grundlage gelten und wie die Forschung später weitergeführt wurde.
Vergleich: Rückwärtsgerichtete und vorwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse
| Kriterium | Rückwärtsgerichtet | Vorwärtsgerichtet |
|---|---|---|
| Suchrichtung | zurück | nach vorn |
| Ausgangspunkt | Literaturverzeichnis einer Quelle | Zitationsnachweise einer Quelle |
| Leitfrage | Welche Quellen wurden verwendet? | Welche neueren Arbeiten zitieren diese Quelle? |
| Ziel | Grundlagen erschließen | Anschlussforschung finden |
| Geeignete Quelle | Review, Fachartikel, Monografie | Schlüsselwerk, Klassiker, zentrale Studie |
| Ergebnis | Theorien, Modelle, Standardwerke | aktuelle Studien, Kritik, Weiterentwicklungen |
| Suchort | Literaturverzeichnis, Bibliothekskatalog, Datenbank | Google Scholar, Scopus, Web of Science |
| Stärke | fachliches Fundament | aktueller Forschungsstand |
| Risiko | veraltete Literatur, enger Zitationskreis | Trefferflut, Mainstream-Bias |
| Beste Nutzung | Theorieaufbau | Aktualisierung des Forschungsstands |
Ablauf der Analyse
Ablauf und Phasen der Zitationskettenanalyse
Die Zitationskettenanalyse folgt einem klaren Ablauf. Wichtig ist, dass Du nicht jede gefundene Quelle automatisch übernimmst. Jede Publikation wird zunächst gesichtet, bewertet und nur bei fachlicher Relevanz in den Literaturkorpus aufgenommen.
Phase 1: Kernquelle festlegen
Eine fachlich passende, wissenschaftliche Quelle bildet den Ausgangspunkt. Geeignet sind besonders Review-Artikel, zentrale Fachartikel, Monografien, Dissertationen oder Metaanalysen.
Phase 2: Suchrichtung bestimmen
Je nach Ziel wird rückwärtsgerichtet, vorwärtsgerichtet oder kombiniert gesucht. Grundlagen entstehen eher rückwärtsgerichtet, aktuelle Forschung eher vorwärtsgerichtet.
Phase 3: Zitationsbeziehungen prüfen
Literaturverzeichnisse, Zitationsnachweise und Datenbanktreffer werden geprüft. Entscheidend ist, welche Quellen fachlich mit der Forschungsfrage verbunden sind.
Phase 4: Treffer sichten
Gefundene Quellen werden nach Titel, Abstract, Einleitung, Fazit und Literaturbezug geprüft. Nicht passende Treffer werden ausgeschlossen.
Phase 5: Quellen bewerten
Relevanz, wissenschaftliche Qualität, Aktualität, Methode und Bezug zur Forschungsfrage entscheiden über die Aufnahme in den Literaturkorpus.
Phase 6: Analyse beenden
Die Suche endet bei thematischer Sättigung, fehlender neuer Relevanz, Qualitätsgrenze oder ausreichender Bearbeitbarkeit des Literaturkorpus.
Die Aussagekraft der Zitationskettenanalyse hängt stark von der Qualität der Kernquelle ab. Eine geeignete Kernquelle besitzt eine klare Autorenschaft, einen wissenschaftlichen Publikationsort, ein belastbares Literaturverzeichnis und einen direkten Bezug zur Forschungsfrage. Ungeeignete Quellen führen dagegen häufig zu schwachen oder nicht zitierfähigen Folgetreffern.
| Geeignet | Nicht geeignet |
|---|---|
| Peer-reviewte Fachartikel | Wikipedia als Hauptquelle |
| Review-Artikel und Metaanalysen | Private Blogs |
| Wissenschaftliche Monografien | Ungeprüfte Lernportale |
| Sammelbandbeiträge aus Fachverlagen | Populärwissenschaftliche Webseiten ohne Quellenbasis |
| Dissertationen und Habilitationen | Werbliche Inhalte |
| Datenbanktreffer aus Scopus, Web of Science, PubMed, ERIC oder Google Scholar | Forenbeiträge und nicht zitierfähige Online-Texte |
| Publikationen mit belastbarem Literaturverzeichnis | Texte ohne Autor, Jahr oder Herkunft |
Vorteile und Nachteile
Vorteile und Nachteile der Zitationskettenanalyse
Die Zitationskettenanalyse unterstützt die Literatursuche, wenn Du ein Forschungsfeld über die Beziehungen zwischen Quellen erschließen möchtest. Sie zeigt, welche Publikationen miteinander verbunden sind und welche Werke innerhalb eines Themas besonders häufig aufgegriffen werden.
- schneller Einstieg in ein wissenschaftliches Themenfeld
- Identifikation zentraler Grundlagenwerke
- Auffinden relevanter Schlüsselquellen
- Erkennen wichtiger Autoren, Theorien und Modelle
- Verbindung von Grundlagenliteratur und aktueller Forschung
- Ergänzung zur systematischen Datenbankrecherche
- besseres Verständnis fachlicher Entwicklungslinien
Trotz dieser Vorteile darf die Zitationskettenanalyse nicht unkritisch eingesetzt werden. Da die Suche von vorhandenen Zitationen ausgeht, kann ein Literaturbestand einseitig werden. Besonders häufig zitierte Quellen erscheinen dadurch wichtiger, obwohl sie nicht immer die beste Grundlage für die eigene Forschungsfrage bilden.
- Risiko einer einseitigen Zitationskette
- mögliche Überbetonung häufig zitierter Quellen
- Gefahr, weniger bekannte Fachliteratur zu übersehen
- Abhängigkeit von der Qualität der Kernquelle
- begrenzte Kontrolle über die Vollständigkeit der Recherche
- mögliche Verzerrung durch Zitationsnetzwerke
- hoher Prüfaufwand bei vielen zitierenden Publikationen
Abbruchkriterien
Abbruchkriterien bei der Zitationskettenanalyse
Abbruchkriterien legen fest, wann die Zitationskettenanalyse beendet, eingegrenzt oder ergänzt wird. Sie verhindern, dass die Literatursuche unkontrolliert wächst und den Bezug zur Forschungsfrage verliert. Entscheidend sind vor allem Sättigung, Relevanz, Qualität, Aktualität und Bearbeitbarkeit.
- Thematische Sättigung: Neue Quellen wiederholen bereits bekannte Inhalte.
- Relevanzgrenze: Neue Treffer entfernen sich von der Forschungsfrage.
- Qualitätsgrenze: Gefundene Quellen erfüllen wissenschaftliche Mindeststandards nicht.
- Aktualitätsprüfung: Neue Treffer liefern keine aktuelle Anschlussdiskussion.
- Umfangsgrenze: Der Literaturkorpus ist für die Arbeit ausreichend und auswertbar.
- Zitationskreis: Dieselben Quellen und Autoren erscheinen wiederholt ohne neue Perspektive.
| Fall | Entscheidung | Begründung |
|---|---|---|
| Neue Quellen nennen immer wieder dieselben Titel | Analyse beenden | Thematische Sättigung erreicht |
| Neue Treffer passen nur noch randständig zum Thema | Nicht weiterverfolgen | Relevanzgrenze überschritten |
| Quelle ist thematisch passend, aber nicht zitierfähig | Ausschließen | Wissenschaftliche Qualität fehlt |
| Nur ältere Grundlagenliteratur vorhanden | Vorwärtsgerichtet ergänzen | Aktuelle Anschlussforschung fehlt |
| Viele aktuelle Treffer ohne direkten Themenbezug | Eingrenzen | Suchrichtung zu breit |
| Zentrale Schlüsselwerke fehlen noch | Analyse fortsetzen | Fachliche Grundlage unvollständig |
| Neue Quellen liefern andere Perspektiven oder Kritik | Weiter prüfen | Mögliche Erweiterung des Forschungsstands |
| Literaturkorpus ist groß genug und auswertbar | Analyse abschließen | Umfangsgrenze erreicht |
Die Zitationskettenanalyse endet nicht nach einer festen Anzahl von Quellen. Entscheidend ist, ob neue Publikationen noch relevante, belastbare und wissenschaftlich verwertbare Erkenntnisse für die eigene Forschungsfrage liefern.
Methodik beschreiben
Zitationskettenanalyse in der Methodik beschreiben
Wenn Du die Zitationskettenanalyse in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendest, sollte die Methode kurz und transparent beschrieben werden. Wichtig sind die Kernquelle, die Suchrichtung, die genutzten Datenbanken, die Auswahlkriterien, die Anzahl der Suchrunden und die Abbruchregel.
Eine mögliche Formulierung lautet:
Die Literaturrecherche wurde durch eine Zitationskettenanalyse ergänzt. Ausgangspunkt war eine thematisch zentrale Fachpublikation. Zunächst wurde das Literaturverzeichnis dieser Quelle rückwärtsgerichtet nach relevanten Grundlagenwerken ausgewertet. Anschließend wurden über Google Scholar und Fachdatenbanken vorwärtsgerichtet Publikationen geprüft, die diese Kernquelle später zitiert haben. Aufgenommene Quellen wurden anhand von Aktualität, wissenschaftlicher Qualität und Bezug zur Forschungsfrage bewertet. Die Suche wurde beendet, sobald keine neuen thematisch relevanten Erkenntnisse mehr identifiziert wurden.
Die Zitationskettenanalyse ist eine hilfreiche Methode, um wissenschaftliche Literatur über die Verbindungen zwischen Quellen zu erschließen. Besonders wertvoll ist die Kombination aus rückwärtsgerichteter und vorwärtsgerichteter Suche: Rückwärtsgerichtet findest Du Grundlagen, Theorien und Schlüsselwerke, vorwärtsgerichtet erkennst Du aktuelle Anschlussforschung, Weiterentwicklungen und Kritik.
Für wissenschaftliche Arbeiten eignet sich die Zitationskettenanalyse besonders, wenn ein Forschungsfeld strukturiert erschlossen, zentrale Literatur identifiziert und ein belastbarer Forschungsstand aufgebaut werden soll. Entscheidend bleibt jedoch eine kritische Prüfung jeder gefundenen Quelle nach Relevanz, Qualität, Aktualität und Bezug zur Forschungsfrage.
Die Zitationskettenanalyse ersetzt keine systematische Datenbankrecherche, sondern ergänzt sie. Erst durch klare Suchrichtung, dokumentierte Auswahl, geeignete Abbruchkriterien und ergänzende Datenbankrecherche entsteht eine tragfähige Literaturbasis für Bachelorarbeit, Masterarbeit oder andere wissenschaftliche Arbeiten.
Häufige Fragen & Antworten
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Was ist eine Zitationskettenanalyse?
Die Zitationskettenanalyse ist eine Methode der Literatursuche, bei der Du wissenschaftliche Quellen über ihre Zitationsbeziehungen findest. Du prüfst, welche Quellen ein Werk verwendet hat und welche späteren Publikationen dieses Werk zitieren. Dadurch entsteht eine Literaturkette aus Grundlagen, Schlüsselwerken und aktueller Forschung. Besonders hilfreich ist diese Methode, wenn Du ein Thema systematisch erschließen und wichtige Quellen im Forschungsfeld erkennen möchtest.
Wie funktioniert die Zitationskettenanalyse?
Zuerst wählst Du eine geeignete Kernquelle aus. Danach prüfst Du rückwärtsgerichtet das Literaturverzeichnis dieser Quelle und vorwärtsgerichtet die Publikationen, die diese Quelle später zitieren. Gefundene Quellen werden nach Relevanz, Aktualität, wissenschaftlicher Qualität und Bezug zur Forschungsfrage bewertet. Passende Quellen können erneut als Ausgangspunkt verwendet werden. Die Analyse endet, wenn keine neuen relevanten Erkenntnisse mehr entstehen.
Was ist der Unterschied zwischen Zitationsanalyse und Zitationskettenanalyse?
Die Zitationsanalyse untersucht häufig, wie oft eine Quelle zitiert wurde und welchen wissenschaftlichen Einfluss sie besitzt. Die Zitationskettenanalyse dient dagegen der Literatursuche. Sie verfolgt konkrete Quellenbeziehungen, um weitere relevante Literatur zu finden. Für Deine wissenschaftliche Arbeit ist die Zitationskettenanalyse besonders praktisch, weil sie Dir zeigt, welche Grundlagen, Anschlussstudien und aktuellen Diskussionen mit einer Kernquelle verbunden sind.
Wann ist die Zitationskettenanalyse sinnvoll?
Die Zitationskettenanalyse ist sinnvoll, wenn Du ein Forschungsfeld über zentrale Quellen erschließen möchtest. Sie hilft Dir, Grundlagenwerke, wichtige Autoren, Theorien, Modelle und aktuelle Studien zu finden. Besonders geeignet ist sie für Forschungsstände, theoretische Kapitel und Abschlussarbeiten. Sie sollte jedoch mit einer Datenbankrecherche kombiniert werden, damit die Literaturbasis nicht zu einseitig von einzelnen Zitationsketten abhängt.
Welche Quelle eignet sich als Kernquelle?
Eine geeignete Kernquelle ist wissenschaftlich, thematisch relevant und gut belegt. Geeignet sind vor allem Review-Artikel, Metaanalysen, peer-reviewte Fachartikel, wissenschaftliche Monografien, Dissertationen oder Sammelbandbeiträge aus Fachverlagen. Wichtig sind klare Autorenschaft, ein nachvollziehbarer Publikationsort, ein belastbares Literaturverzeichnis und ein direkter Bezug zu Deiner Forschungsfrage.
Was bedeutet rückwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse?
Bei der rückwärtsgerichteten Zitationskettenanalyse prüfst Du das Literaturverzeichnis einer Kernquelle. Dadurch findest Du ältere Quellen, auf denen diese Publikation aufbaut. Diese Suchrichtung eignet sich besonders, wenn Du Grundlagenwerke, Theorien, Modelle oder ältere Studien benötigst. Sie hilft Dir, den fachlichen Ursprung eines Themas zu verstehen und wiederkehrende Standardwerke im Forschungsfeld zu erkennen.
Was bedeutet vorwärtsgerichtete Zitationskettenanalyse?
Bei der vorwärtsgerichteten Zitationskettenanalyse prüfst Du, welche neueren Publikationen eine Kernquelle später zitiert haben. Dafür eignen sich Google Scholar, Scopus, Web of Science oder Fachdatenbanken. Diese Suchrichtung zeigt Dir aktuelle Anschlussforschung, Weiterentwicklungen, Kritik und empirische Überprüfungen. Besonders hilfreich ist sie, wenn Du nicht nur Grundlagen, sondern auch neuere Forschung in Deine Arbeit aufnehmen möchtest.
Welche Vorteile hat die Zitationskettenanalyse?
Die Zitationskettenanalyse bietet einen schnellen Zugang zu einem Forschungsfeld. Du findest zentrale Quellen, erkennst wichtige Autoren und siehst, welche Werke fachlich miteinander verbunden sind. Außerdem kannst Du ältere Grundlagen mit aktueller Forschung verknüpfen. Besonders nützlich ist die Methode, wenn Suchbegriffe noch unsicher sind oder relevante Literatur über normale Datenbanksuchen schwer auffindbar ist.
Welche Nachteile hat die Zitationskettenanalyse?
Die Zitationskettenanalyse kann zu einseitiger Literatur führen, wenn Du nur einem bestimmten Quellenkreis folgst. Häufig zitierte Werke erscheinen dann besonders wichtig, obwohl sie nicht immer die beste Grundlage für Deine Forschungsfrage sind. Außerdem können weniger bekannte oder neuere Quellen übersehen werden. Deshalb sollte die Methode mit Datenbankrecherche, klaren Auswahlkriterien und einer kritischen Qualitätsprüfung kombiniert werden.
Wann sollte die Zitationskettenanalyse beendet werden?
Die Zitationskettenanalyse sollte beendet werden, wenn neue Treffer keine relevanten Erkenntnisse mehr liefern. Ein sinnvoller Stopp liegt vor, wenn sich dieselben Quellen wiederholen, neue Literatur nur noch randständig passt oder die Qualität der Treffer nicht ausreicht. Auch ein ausreichend großer und gut auswertbarer Literaturkorpus kann ein Abbruchkriterium sein. Fehlen zentrale Schlüsselwerke oder aktuelle Studien, sollte die Suche fortgesetzt werden.
Ist die Zitationskettenanalyse eine systematische Literaturrecherche?
Die Zitationskettenanalyse ist keine vollständig systematische Literaturrecherche im engeren Sinn. Eine systematische Recherche arbeitet mit definierten Datenbanken, Suchstrings, Ein- und Ausschlusskriterien sowie genauer Dokumentation. Die Zitationskettenanalyse folgt dagegen Quellenverweisen und Zitationsbeziehungen. Sie kann jedoch methodisch sauber eingesetzt werden und eignet sich besonders als Ergänzung zur systematischen Datenbankrecherche.
Wie beschreibe ich die Zitationskettenanalyse in der Methodik?
In der Methodik solltest Du angeben, welche Kernquelle als Ausgangspunkt genutzt wurde, welche Suchrichtung gewählt wurde und welche Datenbanken oder Suchtools eingesetzt wurden. Außerdem solltest Du erklären, nach welchen Kriterien Quellen aufgenommen oder ausgeschlossen wurden. Wichtig sind auch Angaben zu Suchrunden und Abbruchkriterien. Dadurch wird nachvollziehbar, wie der Literaturkorpus entstanden ist und warum bestimmte Quellen berücksichtigt wurden.
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